31.07.2026 - 13:07 | Quelle: dpa/Transfermarkt | Lesedauer: unter 3 Min.
FIFA-Council
Gianni Infantino
FIFA fehlt nun die Mehrheit 

Infantino-Berater tritt zurück: „Schlechtes Geschäft für den Fußball“ – AFC gegen Pläne

Infantino-Berater tritt zurück: „Schlechtes Geschäft für Fußball“ – AFC gegen Pläne
©IMAGO

Die Posse um die Investoren-Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino führt zu immer mehr Reaktionen in der Fußballwelt. Nachdem sich der Weltverband gegen die Vorwürfe der UEFA in einem Statement gewehrt hatte, ist nun mit Carlos Cordeiro ein enger Vertrauter von Infantino zurückgetreten, wie die Nachrichtenagentur „AP“ und der Sender „Sky News“ unter Verweis auf eine Stellungnahme meldeten. Cordeiro vertrat den Fußball-Weltverband zuletzt in der Task Force des Weißen Hauses zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Außerdem solidarisiert sich der asiatische Fußballverband AFC mit der UEFA und CONCACAF.



„Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, schrieb der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die FIFA arbeitet. Er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein und diese entschieden abzulehnen. „Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports“, schrieb Cordeiro. Laut „AP“ war der Funktionär in den vergangenen Wochen mehrfach zu Arbeitsbesuchen im Weißen Haus. Als früherer Partner der Investmentbank Goldman Sachs wird Cordeiro große Erfahrung mit Investitionsgeschäften nachgesagt.



Die von Infantino angeführte FIFA hatte zuvor mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Dagegen hatten bereits etliche Verbände Widerstand angekündigt. Die Nationen in der Europäischen Fußball-Union UEFA etwa wollen alle FIFA-Wettbewerbe boykottieren für den Fall, dass der Verband die Pläne weiterverfolge. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Stand heute und laut der öffentlichen Äußerungen würde Infantino für seine Pläne innerhalb der FIFA wohl keine Mehrheit mehr bekommen.


Asien solidarisiert sich mit der UEFA


Der asiatische Fußballdachverband AFC hat sich mit der UEFA und der für Nord- und Mittelamerika und die Karibik zuständigen CONCACAF solidarisiert. Die Europäischen Fußball-Union und die CONCACAF lehnen die Investorenpläne entschieden ab, die UEFA droht gar mit einem WM-Boykott, sollten diese nicht abgeräumt werden. „Die AFC solidarisiert sich mit der UEFA und der CONCACAF und äußert ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Vorschlags der FIFA, private Investitionen in die wichtigsten FIFA-Wettbewerbe einzubeziehen“, hieß es in einer Mitteilung. Die asiatischen Mitgliedsverbände lehnen die Pläne demnach zwar nicht kategorisch ab, kritisieren aber die „beispiellosen Spaltungen, die sich in der gesamten Fußballwelt gezeigt haben“. Dass ein WM-Boykott öffentlich diskutiert werde, „sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft unseres Sports am Herzen liegt. Der Fußball hätte niemals in eine solche Lage gebracht werden dürfen“, hieß es in der AFC-Mitteilung.



Ohne UEFA und CONCACAF fehle laut AFC der notwendige breite Konsens für weitere Schritte in der Investorenfrage. Jeder Vorschlag, der die Einheit und den universellen Charakter der Weltmeisterschaft zu untergraben drohe, müsse überdacht werden. Die aktuelle Debatte zeige zudem „grundlegende Schwächen“ in den Entscheidungsprozessen der FIFA auf. Der Weltverband müsse für mehr Transparenz sorgen und nun Reformen anstoßen. Infantino braucht die Zustimmung von 106 Nationen, um sein Vorhaben umzusetzen. Nach dem Boykott der UEFA (55), CONCACAF (41) und AFC (47) verfügt er nicht mehr über die Mehrheit.



„Dies ist nicht das erste Mal, dass wichtige Interessengruppen mit bedeutenden Initiativen konfrontiert werden, nachdem die Richtung offenbar bereits festgelegt wurde“, kritisierte die AFC. „Ein solcher Ansatz untergräbt das Vertrauen in das Führungssystem der FIFA und schmälert die Autorität ihrer satzungsmäßigen Gremien.“ Echte Demokratie beinhalte nicht nur die Möglichkeit zur Stimmabgabe, sondern auch Beratung, Beteiligung und transparente Führung.


Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Weitere News

Letzte Beiträge Newsforum

Die-wilde-13 Borussia Mönchengladbach Die-wilde-13 01.08.2026 - 12:19
Zitat von Pseudomelone
Zitat von Kramer2

Zitat von TMM010

Infantino hat den Bogen mit dieser Aktion so weit überspannt, dass es nächstes Jahr tatsächlich zur Abwahl kommen könnte.

Der Begriff "Abwahl" wird hier zwar häufig verwendet, er ist aber falsch. Infantino wird vielleicht nicht wiedergewählt, eine Abwahl wäre das aber nicht.


Das ist ja schon übergenau, er wird halt nicht wieder gewählt was einer Abwahl entspricht. Es gibt halt keinen konkreten Abwahlablauf in den Statuten.
Bei einer neuen Bundestagswahl spricht die Öffentlichkeit ja auch oft von einer Abwahl der Altregierung wenn sie nicht wiedergewählt wird. Obwohl diese nicht abgewählt wurde.


Es wäre mit Sicherheit gut, wenn Infantino verschwindet.
Tatsache ist aber auch, dass die Sportpolitik WELTWEIT leider sehr korruptionsbehaftet ist.
Vereinfacht kann man sagen, je mehr Umsatz ein Sport ermöglicht, desto mehr liegt Korruption vor.

Deswegen müsste ein neuer FIFA-Präsident idealerweise NICHT aus dem Sport kommen.
Das führt aber natürlich unweigerlich zu massiven Anlaufverlusten, da sich diese Person ja erst mal in die Materie einarbeiten müsste.

Zudem muss diese Person ein stählernes Rückgrat haben, denn die Konstruktion der FIFA bleibt ja gleich.
Soll heißen jeder Landes- oder Kontinental-Verband wird versuchen diese Anfangszeit in seinem Vorteil zu gestalten. Oder wenigstens nicht zu seinem Nachteil. Ein Hauptproblem ist die Stimmgleichheit.
Dieses Problem muss angepasst werden. Ist aber natürlich schwerer als es aussieht.

Fazit:
Infantino weg --> Top
guten Nachfolger finden --> sauschwer
Pseudomelone FC Bayern München Pseudomelone 01.08.2026 - 08:47
Zitat von Kramer2
Zitat von TMM010

Infantino hat den Bogen mit dieser Aktion so weit überspannt, dass es nächstes Jahr tatsächlich zur Abwahl kommen könnte.

Der Begriff "Abwahl" wird hier zwar häufig verwendet, er ist aber falsch. Infantino wird vielleicht nicht wiedergewählt, eine Abwahl wäre das aber nicht.


Das ist ja schon übergenau, er wird halt nicht wieder gewählt was einer Abwahl entspricht. Es gibt halt keinen konkreten Abwahlablauf in den Statuten.
Bei einer neuen Bundestagswahl spricht die Öffentlichkeit ja auch oft von einer Abwahl der Altregierung wenn sie nicht wiedergewählt wird. Obwohl diese nicht abgewählt wurde.
Kramer2 Kramer2 01.08.2026 - 08:31
Zitat von TMM010
Infantino hat den Bogen mit dieser Aktion so weit überspannt, dass es nächstes Jahr tatsächlich zur Abwahl kommen könnte.

Der Begriff "Abwahl" wird hier zwar häufig verwendet, er ist aber falsch. Infantino wird vielleicht nicht wiedergewählt, eine Abwahl wäre das aber nicht.
Gianni Infantino
FIFA-Council
Gianni Infantino
Geb./Alter:
23.03.1970 (56)
Nat.:  Schweiz Italien
Akt. Verein:
FIFA-Council
Aktuelle Funktion:
Präsident
Vertrag bis:
31.03.2027
Im Amt seit:
26.02.2016
FIFA-Council
Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
0
UEFA-Exekutivkomitee
Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
0
AFC-Exekutivkomitee
Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
0
CONCACAF-Exekutivkomitee
Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
0
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.