FIFA fehlt nun die Mehrheit
Infantino-Berater tritt zurück: „Schlechtes Geschäft für den Fußball“ – AFC gegen Pläne
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Die Posse um die Investoren-Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino führt zu immer mehr Reaktionen in der Fußballwelt. Nachdem sich der Weltverband gegen die Vorwürfe der UEFA in einem Statement gewehrt hatte, ist nun mit Carlos Cordeiro ein enger Vertrauter von Infantino zurückgetreten, wie die Nachrichtenagentur „AP“ und der Sender „Sky News“ unter Verweis auf eine Stellungnahme meldeten. Cordeiro vertrat den Fußball-Weltverband zuletzt in der Task Force des Weißen Hauses zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Außerdem solidarisiert sich der asiatische Fußballverband AFC mit der UEFA und CONCACAF.
„Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, schrieb der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die FIFA arbeitet. Er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein und diese entschieden abzulehnen. „Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports“, schrieb Cordeiro. Laut „AP“ war der Funktionär in den vergangenen Wochen mehrfach zu Arbeitsbesuchen im Weißen Haus. Als früherer Partner der Investmentbank Goldman Sachs wird Cordeiro große Erfahrung mit Investitionsgeschäften nachgesagt.
Die von Infantino angeführte FIFA hatte zuvor mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Dagegen hatten bereits etliche Verbände Widerstand angekündigt. Die Nationen in der Europäischen Fußball-Union UEFA etwa wollen alle FIFA-Wettbewerbe boykottieren für den Fall, dass der Verband die Pläne weiterverfolge. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Stand heute und laut der öffentlichen Äußerungen würde Infantino für seine Pläne innerhalb der FIFA wohl keine Mehrheit mehr bekommen.
Asien solidarisiert sich mit der UEFA
Der asiatische Fußballdachverband AFC hat sich mit der UEFA und der für Nord- und Mittelamerika und die Karibik zuständigen CONCACAF solidarisiert. Die Europäischen Fußball-Union und die CONCACAF lehnen die Investorenpläne entschieden ab, die UEFA droht gar mit einem WM-Boykott, sollten diese nicht abgeräumt werden. „Die AFC solidarisiert sich mit der UEFA und der CONCACAF und äußert ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Vorschlags der FIFA, private Investitionen in die wichtigsten FIFA-Wettbewerbe einzubeziehen“, hieß es in einer Mitteilung. Die asiatischen Mitgliedsverbände lehnen die Pläne demnach zwar nicht kategorisch ab, kritisieren aber die „beispiellosen Spaltungen, die sich in der gesamten Fußballwelt gezeigt haben“. Dass ein WM-Boykott öffentlich diskutiert werde, „sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft unseres Sports am Herzen liegt. Der Fußball hätte niemals in eine solche Lage gebracht werden dürfen“, hieß es in der AFC-Mitteilung.
Ohne UEFA und CONCACAF fehle laut AFC der notwendige breite Konsens für weitere Schritte in der Investorenfrage. Jeder Vorschlag, der die Einheit und den universellen Charakter der Weltmeisterschaft zu untergraben drohe, müsse überdacht werden. Die aktuelle Debatte zeige zudem „grundlegende Schwächen“ in den Entscheidungsprozessen der FIFA auf. Der Weltverband müsse für mehr Transparenz sorgen und nun Reformen anstoßen. Infantino braucht die Zustimmung von 106 Nationen, um sein Vorhaben umzusetzen. Nach dem Boykott der UEFA (55), CONCACAF (41) und AFC (47) verfügt er nicht mehr über die Mehrheit.
„Dies ist nicht das erste Mal, dass wichtige Interessengruppen mit bedeutenden Initiativen konfrontiert werden, nachdem die Richtung offenbar bereits festgelegt wurde“, kritisierte die AFC. „Ein solcher Ansatz untergräbt das Vertrauen in das Führungssystem der FIFA und schmälert die Autorität ihrer satzungsmäßigen Gremien.“ Echte Demokratie beinhalte nicht nur die Möglichkeit zur Stimmabgabe, sondern auch Beratung, Beteiligung und transparente Führung.
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