30.07.2026 - 17:32 | Quelle: UEFA/dpa | Lesedauer: unter 4 Min.
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UEFA-Exekutivkomitee
Nach Dringlichkeitssitzung 

Reaktion auf Investoren-Pläne: UEFA boykottiert ab sofort alle FIFA-Wettbewerbe

Reaktion auf Investoren-Pläne: UEFA boykottiert alle FIFA-Wettbewerbe
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Die UEFA-Mitglieder boykottieren ab sofort alle Wettbewerbe des Weltverbandes FIFA. Das gab die Europäischen Fußball-Union am Donnerstag nach einer Dringlichkeitssitzung aller 55 Nationen bekannt. Hintergrund ist der von FIFA-Präsident Gianni Infantino angekündigte Investoren-Deal, der einstimmig und unmissverständlich abgelehnt werde. Die UEFA betonte, dass alle Mitgliedsverbände geschlossen hinter dieser Position stehen.


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Gianni Infantino
G. Infantino Alter: 56
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„Als Ergebnis der heutigen Diskussion werden keine UEFA-Nationalmannschaften an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Vorschläge noch im Raum stehen, es sei denn, dieser Vorschlag wird vollständig zurückgezogen und es werden verbindliche Zusicherungen gegeben, dass die FIFA ihre Führungsstrukturen oder Wettbewerbe nie wieder für private Eigentümer öffnen wird“, hieß es in einem UEFA-Statement.



Beim Boykott geht es somit nicht nur um die Weltmeisterschaft der Männer im Jahr 2030, sondern etwa auch um die Frauen-WM im kommenden Sommer in Brasilien. FIFA-Präsident Infantino, dessen Verband die überraschenden Investoren-Pläne am Dienstag enthüllt hatte, gerät damit ordentlich unter Druck. Ohne die Europäer um Weltmeister Spanien, England, Frankreich und Deutschland würde die WM ihren sportlichen Wert komplett einbüßen. Als nächstes steht im September die U20-WM der Frauen an, die in Polen ausgetragen werden soll. Zum Jahresende folgen die U17-WM der Frauen und Männer sowie der FIFA Intercontinental Cup, an dem Champions-League-Sieger PSG teilnehmen würde.



Die FIFA hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Laut übereinstimmenden Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investoren-Deal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Der Stichtag für die Zustimmung der 211 Verbände soll demnach der 19. September sein.


UEFA betont: Weltmeisterschaft darf kein Anlageprodukt sein


„Die Weltmeisterschaft darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten sportlichen Vermächtnisse des Fußballs. Sie wurde über Generationen hinweg von Spielern, Nationalmannschaften und Fans auf allen Kontinenten aufgebaut. Kein Teil davon sollte jemals an private Investoren abgetreten werden. Die Weltmeisterschaft steht nicht zum Verkauf“, erklärte die UEFA. „Es ist sowohl unverantwortlich als auch unvertretbar, dass ein für den Fußball so bedeutender Vorschlag im Geheimen ausgearbeitet und bis kurz vor die Verabschiedung gebracht wurde, ohne dass eine sinnvolle Konsultation mit denjenigen stattfand, denen die Verantwortung für den Sport anvertraut ist. Dies ist nicht nur ein tiefgreifendes Versagen der Führung, sondern eine Vernachlässigung der Pflicht der FIFA als Hüterin des Weltfußballs.“



Weiter hieß es: „Den nationalen Verbänden weltweit wird nun ein Ultimatum gestellt: Entweder sie akzeptieren die unwiderrufliche Vereinnahmung der größten Wettbewerbe des Fußballs oder sie tragen die Konsequenzen. Dies ist keine ‚demokratische Entscheidung‘, sondern eine Herrschaft durch Einschüchterung – ein Akt der Nötigung, der einer Institution, der die Verantwortung für den weltweiten Fußball anvertraut ist, unwürdig ist.“ Der Widerstand der UEFA geht jedoch noch über diesen Prozess hinaus.



„In dem Moment, in dem externe Investoren Beteiligungen an FIFA-Wettbewerben erwerben, verändert sich der Fußball für immer. Kommerzielle Rendite wird zu einer dauerhaften Verpflichtung. Die Erwartungen der Investoren werden zu einem täglichen Druck. Von diesem Moment an wird jede Entscheidung über den internationalen Spielkalender, jede Entscheidung über Wettbewerbsformate und jede Entscheidung, die die Zukunft des Fußballs prägt, nicht mehr davon bestimmt, was dem Spiel am besten dient, sondern davon, was den Aktionären am besten dient“, hieß es weiter. „Dieses Modell hat im Weltfußball keinen Platz. Die Zukunft des Fußballs darf nicht von den Erwartungen derer diktiert werden, deren oberste Pflicht darin besteht, den finanziellen Ertrag zu maximieren. Ebenso wenig dürfen die Interessen der nationalen Verbände, Ligen, Vereine, Spieler und Fans den Renditen der Investoren untergeordnet werden. Der Fußball darf seine Zukunft nicht für finanziellen Gewinn verpfänden.“


UEFA kontra FIFA: Mit aller Entschlossenheit widersetzen


Infantino verteidigte den geplanten Einstieg externer Geldgeber bislang als „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen.“ Die UEFA sieht das komplett anders, auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hatten am Mittwoch erklärt, dass sie klar gegen die Investoren-Pläne sind. „Die Position Europas ist klar. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat die moralische Autorität, das zu verkaufen, was er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet“, hieß es in dem gemeinsamen Statement weiter.



Die europäischen Nationen räumten zum Schluss alle Zweifel aus: „Die UEFA und ihre nationalen Verbände werden sich diesen Plänen mit aller Entschlossenheit widersetzen. Es gibt Momente, in denen Institutionen nicht daran gemessen werden, was sie zu akzeptieren bereit sind, sondern daran, womit sie keine Kompromisse eingehen. Dies ist einer dieser Momente. Manche Dinge sind einfach zu wichtig, um sie zu verkaufen. Die FIFA-Weltmeisterschaft gehört dem Fußball. Das wird immer so bleiben. Und solange Europa ein Mitspracherecht hat, wird sie niemals zum Verkauf stehen.“



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Letzte Beiträge Newsforum

TMM010 VfB Stuttgart TMM010 01.08.2026 - 07:44
Der Fußball-Weltverband FIFA gibt seine umstrittenen Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt, erklärte Verbandspräsident Gianni Infantino in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme. "Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die - unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung - nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen", begründete Infantino seine abrupte Kehrtwende.

UEFA 1 : Gianni 0 - und das ist auch gut so.
AlphaBorusse Borussia Dortmund AlphaBorusse 31.07.2026 - 16:46
Da sind die "Eier", mein lieber @MagicTriangle 😊
Musste gleich an dich denken.

Lieben Gruß
Cloud1988 Borussia Dortmund Cloud1988 31.07.2026 - 16:14
Inzwischen schließen sich immer mehr Ländern dem möglichen Boykott an.
Nach CONCACAF und jetzt auch Asien mit der AFC haben sich dagegen ausgesprochen.

Somit wäre auch eine Alternative WM kein Problem mehr.

Jetzt muss man den Druck erhöhen das er zurücktreten muss.
Autor
benny_23
Benedikt Duda
TM-Username: benny_23

Redakteur | seit 2011 auf TM aktiv

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