Kader- und Systemthread 2021/2022
19.05.2021 - 08:38 Uhr
17.01.2022 - 16:50 Uhr
Zitat von FANatic19
Bei der Statistik wäre es schön die Quelle zu kennen. Insgesamt sehr interssant zu lesen.
Was die Torflaute von Grifo betrifft habe ich eine Hypothese, die man überprüfen könnte, indem man zum Beispiel seine Defensivzweikämpfe und Laufleistung betrachtet plus seine Sprintrichtungswahrscheinlichkeiten. Sollten die Werte entsprechend sein, könnte es an einer gesteigerten Defensivqualität liegen, die zu Ungunsten der Offensivpower und Abschlussquote geht. Was auch interessant wäre ist die Frage wie oft er in Abschlusspositionen kommt, die ähnlich sind, wie zu den Zeiten, wo er mehr Tore geschossen hat und, inwiefern sich das Verhalten von Günter auf der Linken Außenbahn etwas damit zu tun haben könnte.
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, könnte man m. E. überhaupt darüber nachdenken einen Urteil darüber zu fällen woran es liegen könnte. Ich glaube aber, so meine Hypothese, dass unsere gesteigerte Defensivqualität mit einem Verlust der Offensivstärke des einen oder anderen einhergeht. Bekommt man dann 5 Stück, wie gegen Dortmund, bringt die Defensivstärke nix und ein Grifo sieht als noch schlechter aus, weil er viellicht im taktischen Korsett auch eingeübt hat sich mit seiner Individualität nach Vorne zurückzuhalten.
Das ist aber alles nur so daher überlegt. Vielleicht kann jemand anderes etwas Verlässlicheres dazu sagen.
Bei der Statistik wäre es schön die Quelle zu kennen. Insgesamt sehr interssant zu lesen.
Was die Torflaute von Grifo betrifft habe ich eine Hypothese, die man überprüfen könnte, indem man zum Beispiel seine Defensivzweikämpfe und Laufleistung betrachtet plus seine Sprintrichtungswahrscheinlichkeiten. Sollten die Werte entsprechend sein, könnte es an einer gesteigerten Defensivqualität liegen, die zu Ungunsten der Offensivpower und Abschlussquote geht. Was auch interessant wäre ist die Frage wie oft er in Abschlusspositionen kommt, die ähnlich sind, wie zu den Zeiten, wo er mehr Tore geschossen hat und, inwiefern sich das Verhalten von Günter auf der Linken Außenbahn etwas damit zu tun haben könnte.
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, könnte man m. E. überhaupt darüber nachdenken einen Urteil darüber zu fällen woran es liegen könnte. Ich glaube aber, so meine Hypothese, dass unsere gesteigerte Defensivqualität mit einem Verlust der Offensivstärke des einen oder anderen einhergeht. Bekommt man dann 5 Stück, wie gegen Dortmund, bringt die Defensivstärke nix und ein Grifo sieht als noch schlechter aus, weil er viellicht im taktischen Korsett auch eingeübt hat sich mit seiner Individualität nach Vorne zurückzuhalten.
Das ist aber alles nur so daher überlegt. Vielleicht kann jemand anderes etwas Verlässlicheres dazu sagen.
Seine Chancenauswertung ist auf jeden Fall ausbaufähig. Bei xGoals aus dem Spiel hat er eine Quote von 2,21 und 0 Tore. Dafür bei direkten Freistößen einen Wert von 0,41 bei 1 Tor und bei Elfmetern einen Wert von 3,03 bei 3 Toren. Da lässt er aus dem Spiel schon etwas liegen, ich kann mich auch an einige, richtig gute Chancen erinnern.
Quelle: https://understat.com/player/5266
Letzte Saison lag sein xGoals-Wert aus dem Spiel bei 4,31 und 5 Toren. Also deutlich bessere Chancenverwertung als diese Saison.
Das ist aber kein Einzelfall bei Grifo. Die gesamte Mannschaft ist in der Chancenverwertung aus dem Spiel diese Saison deutlich schlechter als letzte Saison. Dafür holt man beispielsweise aus Ecken überdurchschnittlich viel raus.
https://understat.com/team/Freiburg/2021
17.01.2022 - 21:50 Uhr
Danke @Drumkicker !
Ich sehe aber auch ein ABER
...Er kam, wenn ich das richtig verstanden habe, diese Saison öfter mit dem Kopf zum Abschluss, als mit seinem starken rechten Fuß, in genau den Räumen von wo aus er letzte Saison seine Tore geschossen hat, und mit dem rechten Fuß deutlich öfter Abgeschlossen hat. Das erklärt dann auch warum er vielleicht nicht so erfolgreich war. Bei 5 Schüssen, die daneben gingen, waren 3 per Kopf und 2 mit dem starken rechten. Bei 3 räumlich erfolgsverprechenden aber blockierten Schüssen hatte er 1 mit links, und bei einem direkt vor dem Tor wohl richtig pech. Bei den geretteten Schüssen waren 3 von 4 mit dem Kopf. Von den "Vergeigten Schüssen" in Räumen wo er potenziell seine Tore schießt, insgesamt 12, waren 6 Abschlüsse per Kopf und 1 mit links, also nicht gerade Grifofreundlich. Das sind fast 60%. Zum Vergleich kam er in der letzten Saison bei den "Vergeigten Schüssen" nur 2x per Kopf und 1x mit links bei insgesamt 25 Schüssen aus den Räumen, wo er normal seine Tore macht. Das sind 12 %. Insofern kann man auch einfach sagen, dass er mit seiner Hauptwaffe schlichtweg nicht in die Abschlusssituationen gekommen ist, von aus er i.d.R. seine Tore macht. Enteweder ist das Zufall, oder Taktik bzw. Laufwege, die jetzt etwas anders ausgelegt sind, und ihn nicht dahinbringen, wo er mit rechts in gefährlichen Räumen abschließen kann....
EDIT: Das bringt mich wieder auf die Hypothese...Er hatte in dieser Saison den Hautpteil seiner Schüsse mit rechts von außerhalb des Sechzehners. Letzte Saison war es nahezu gleich verteilt. Vielleicht hat er die Ansage mehr aus dem Rückraum abzuschließen, bzw. in diesen Räumen zu sein, weil er dann auch schneller nach Hinten kommt, bei nicht-erfolgreichen Abschlüssen oder ähnlich... Dadurch soll Höler vielleicht auch in den gefährlicheren Räumen etwas mehr Freispiel bekommen, der damit vielleicht seine Quote verbessern können sollte...
Ich sehe aber auch ein ABER
...Er kam, wenn ich das richtig verstanden habe, diese Saison öfter mit dem Kopf zum Abschluss, als mit seinem starken rechten Fuß, in genau den Räumen von wo aus er letzte Saison seine Tore geschossen hat, und mit dem rechten Fuß deutlich öfter Abgeschlossen hat. Das erklärt dann auch warum er vielleicht nicht so erfolgreich war. Bei 5 Schüssen, die daneben gingen, waren 3 per Kopf und 2 mit dem starken rechten. Bei 3 räumlich erfolgsverprechenden aber blockierten Schüssen hatte er 1 mit links, und bei einem direkt vor dem Tor wohl richtig pech. Bei den geretteten Schüssen waren 3 von 4 mit dem Kopf. Von den "Vergeigten Schüssen" in Räumen wo er potenziell seine Tore schießt, insgesamt 12, waren 6 Abschlüsse per Kopf und 1 mit links, also nicht gerade Grifofreundlich. Das sind fast 60%. Zum Vergleich kam er in der letzten Saison bei den "Vergeigten Schüssen" nur 2x per Kopf und 1x mit links bei insgesamt 25 Schüssen aus den Räumen, wo er normal seine Tore macht. Das sind 12 %. Insofern kann man auch einfach sagen, dass er mit seiner Hauptwaffe schlichtweg nicht in die Abschlusssituationen gekommen ist, von aus er i.d.R. seine Tore macht. Enteweder ist das Zufall, oder Taktik bzw. Laufwege, die jetzt etwas anders ausgelegt sind, und ihn nicht dahinbringen, wo er mit rechts in gefährlichen Räumen abschließen kann.... EDIT: Das bringt mich wieder auf die Hypothese...Er hatte in dieser Saison den Hautpteil seiner Schüsse mit rechts von außerhalb des Sechzehners. Letzte Saison war es nahezu gleich verteilt. Vielleicht hat er die Ansage mehr aus dem Rückraum abzuschließen, bzw. in diesen Räumen zu sein, weil er dann auch schneller nach Hinten kommt, bei nicht-erfolgreichen Abschlüssen oder ähnlich... Dadurch soll Höler vielleicht auch in den gefährlicheren Räumen etwas mehr Freispiel bekommen, der damit vielleicht seine Quote verbessern können sollte...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FANatic19 am 17.01.2022 um 21:58 Uhr bearbeitet
19.01.2022 - 11:06 Uhr
Korrigiert mich bitte fals ich falsch liege, ich seh das so:
Grifo spielt seid letzter Saison deutlich tiefer und Günter schiebt sich deutlich weiter nach vorne. Grifo agiert dann wie eine Art Spielgestallter und absicherung im linken Raum, welcher die offensiven einsetzen soll. Dadurch ist der Weg für Grifo zum Tor natürlich weiter und er hat häufig 2-3 Gegenspieler vor sich, die die Schussbahn blocken.
Der Vorteil dieser Taktik ist das Günter mit seiner Dynamik deutlich häufiger durchbricht und für Gefahr sorgt.
Grifo spielt seid letzter Saison deutlich tiefer und Günter schiebt sich deutlich weiter nach vorne. Grifo agiert dann wie eine Art Spielgestallter und absicherung im linken Raum, welcher die offensiven einsetzen soll. Dadurch ist der Weg für Grifo zum Tor natürlich weiter und er hat häufig 2-3 Gegenspieler vor sich, die die Schussbahn blocken.
Der Vorteil dieser Taktik ist das Günter mit seiner Dynamik deutlich häufiger durchbricht und für Gefahr sorgt.
24.01.2022 - 12:09 Uhr
Wie abzusehen war, ist Freiburg mit der Rückkehr Flekken/Schlotterbeck ansatzlos wieder ein Top Team. Das Duo hat einen so enormen Impact auf das gesamte Spiel der Mannschaft. Nicht umsonst gab es in den zwei Partien ohne diese beiden 7 Gegentore (30.4% aller SC-Gegentore in nur 2 Spielen). Auch die beiden mit Abstand schlechtesten Saisonspiele - resultatunabhängig - fallen genau auf die Ausfallzeit F/N.
Direkt nach Rückkehr der beiden wurde mit Hoffenheim der Tabellenvierte der Bundesliga mit einer extrem engagierten Leistung mit 4-1 aus dem eigenen Stadion geschossen. Noch überlegener war die Leistung gegen Stuttgart, das phasenweise an die Wand gespielt wurde und im Prinzip keine einzige Torchance hatte. Der VfB wurde defensiv in einer Weise dominiert, wie es im Normalfall nicht einmal einem Spitzenteam gelingt.
Dementsprechend lag der expected-goal-Wert des VfB am Samstag bei 0.22. So weit unten wurde Stuttgart in dieser Saison von keinem Team gehalten. Im September 2018 gelang das Bayern München mal gegen den VfB (0.1), in der Saison 20/21 schaffte RB Leipzig Stuttgart bei 0.13 zu halten.
In dem Zusammenhang sind Mislintats Beschwerden über den Nicht-Elfmeter unangenehm peinlich. Sich nach einem ausgeglichenen Spiel zu echauffieren, okay. Ich habe Verständnis dafür, dass ein Sportdirektor Partei für seinen Verein ergreift. Aber wenn Dein Team so abgemeldet ist wie fast nie in den letzten Jahren, hochverdient 0-2 verliert und über 90 Minuten keine einzige Torchance hat, ist es unredlich, sich einen Nicht-Elfmeter als Tor hinzukonstruieren. Weil es suggeriert, Stuttgart hätte aufgrund einer Benachteiligung verloren. Freiburg hätte an dem Tag nach meiner Überzeugung auch ein 0-1 gedreht.
Ich sah Stuttgart tatsächlich ohne Chance - was selbst für eine defensivstarke Mannschaft wie Freiburg alle Jubeljahre mal vorkommt. In dieser Saison hielt der Sport-Club nur Augsburg so niedrig (0.19 xG) wie den VfB. Auch in jener Partie hätte Freiburg mM relativ problemlos ein 0-1 drehen können.
Mislintat ist zwar ein hochkompetenter Scout/Spielerbeobachter/Kaderplaner, von dem ich auf fachlicher Ebene enorm viel halte. Das hat ihn aber nie daran gehindert, sich an der Seitenlinie wie ein narzisstischer Clown aufzuführen. Schwer zu ertragende Type. Man kann sich vorstellen, welches Konfliktpotenzial damals zwischen Mislintat und Tuchel in Dortmund herrschte. Und welche Herausforderung es für die Vereinsführung darstellte, zwischen diesen beiden problematischen Charakteren zu moderieren.
Dagegen vermitteln Saier/Hartenbach/Streich immer den Eindruck, jede persönliche Kränkung hinter den Kulissen wegarbeiten zu können, sich auch in Konflikten gegenseitig intakt zu lassen. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieser Ära, der von Außen weniger Beachtung findet.
Es gibt eine Theorie, nach der sich die Charaktere der Transferverantwortlichen eines Klubs zu einem gewissen Grad im Kader widerspiegeln. Man kann das mit gewisser Berechtigung für Wald- und Wiesenpsychologie halten. Mir schwirrt das aber seit Jahren im Hinterkopf, wannimmer ich den Freiburger Kader sehe und an Saier/Hartenbach/Streich denke, aber auch an Personen wie Kronenberg oder Bruns.
Diese Charaktere strahlen aus in eine Gruppe wahrnehmungsstarker junger Männer, in der täglichen Interaktion. Das sieht man total auf dem Platz. Auch die Spieler der Finke-Ära wiesen im Schnitt durchaus manche Ähnlichkeit zu ihrem Cheftrainer auf. Damit meine ich auch die Art und Weise, Fußball zu spielen: Verschnörkelter, mit Lust an der Offensive, freudvoll, ein Genuss für die Fans. Aber eben auch weniger leidensfähig, weniger bereit, Rückschläge anzunehmen, weniger anpassungsfähig. (sage ich als jemand, dessen Perspektive auf den Fußball maßgeblich durch Finke geprägt ist)
Letzteres zeichnet dieses aktuelle Team aus. Mannschaften, die gegen den SC nicht bereit sind an die Kante zu gehen, werden von Freiburg aufgefressen, wie man im Fußball umgangssprachlich sagt. Damit ist gemeint, dass der SC im Gegensatz zu Schönwetterteams wie es punktuell auch Leverkusen und Dortmund sind, dem Gegner über aggressives Zweikampfverhalten und hohe Intensität den Schneid abkauft. Keine Mannschaft in der Bundesliga ist in dieser Saison so sehr bereit zu leiden wie Freiburg, wahrscheinlich nicht einmal Union.
Das ist einer der Hauptgründe, warum ich Freiburg auch in Phasen mit Niederlagen auf Augenhöhe mit einem nominell wesentlich stärker besetzten Klub wie Leverkusen sehe. Diese Konstanz, in _jedem_ Spiel an die Kante zu gehen, ist dem Leverkusener Kader wesensfremd. Leverkusen ist ein Team, das an seinen guten Tagen Gegner mit 7-1 auseinandernimmt. Damit kann offensiv kein normaler Bundesligist mithalten.
Aber Leverkusen ist eben auch kein explizit charakterstarkes Team wie Union oder Freiburg, die in nahezu jedem Spiel in die Nähe ihres Leistungsmaximums gelangen und über ihre Physis kommen. Dass Leverkusen mit einem so starken Kader in lausigen 3 von 20 Partien ohne Gegentor blieb, ist ein Witz.
Fans tendieren nach meiner Beobachtung dazu, bei einem Team wie Leverkusen ausschließlich die überragende Offensive zu sehen. Dass die Mannschaft aber mit die meisten Torschüsse der gesamten Liga zulässt - ebenso viele wie der abgeschlagene Tabellenletzte Greuther Fürth - wird nach meinem Eindruck weniger wahrgenommen, teilweise überhaupt nicht. Aus Gründen wie diesem ist Leverkusen nie ein Überperformer, sondern spielt gefühlt seit 15 Jahren jede Saison - entsprechend seines Kaderwerts - um Platz 4 oder 5. Offensiven Weltklassespielen folgen in schöner Regelmäßigkeit defensive Fehlleistungen (Freund schrieb mir am WE: "Der Tod, Steuern, Kusen Defensive").
In dem Kontext war Robert Andrich als Mentalitätsspieler eine starke Verpflichtung, offensichtlich wurde dieser Bedarf von den Kaderplanern also identifiziert. Dennoch lässt Leverkusen neben anderen Faktoren unverhältnismäßig oft durch seine Einstellung und fehlende Opferbereitschaft Punkte gegen schwächere Gegner liegen. Dass Teams wie Union oder Freiburg noch im Pokal vertreten sind, während Leverkusen als Top-Favorit im eigenen Stadion gegen Karlsruhe ausscheidet, scheint mir aus der Distanz betrachtet nicht komplett zufallsbedingt zu sein. Zeitgleich bewies Freiburg in Osnabrück eindrucksvoll, wie unfassbar bereit dieses Team ist, Rückschläge anzunehmen und für den Erfolg zu leiden.
Sinnbildlich dafür stehen Spieler wie Lucas Höler, die in jedem Spiel um ihr Leben rennen. Das mag nicht immer so spektakulär anzusehen sein wie bei der Werkself mit ihrem attraktiven Offensivfußball, könnte am Saisonende aber genau der Faktor sein, der Freiburg im Gegensatz zu Leverkusen in die Champions League und/oder ins Pokalfinale führt.
Ohnehin verfügt dieses Bild von Höler, der mit 1.84 m die meisten Kopfballduelle aller BL-Spieler gewinnt, über eine enorme Symbolkraft. Diese schiere Leidensbereitschaft, mit der man hoch überlegene Klubs qua Willenskraft auf Augenhöhe holt, ist wie stellvertretend für einen Verein, der weit über seiner Gewichtsklasse boxt. Ohne Nischenspieler wie Höler, deren Qualität für Fans oft in unsichtbaren Bereichen liegt, wäre das mit diesen finanziellen Mitteln nicht möglich.
Direkt nach Rückkehr der beiden wurde mit Hoffenheim der Tabellenvierte der Bundesliga mit einer extrem engagierten Leistung mit 4-1 aus dem eigenen Stadion geschossen. Noch überlegener war die Leistung gegen Stuttgart, das phasenweise an die Wand gespielt wurde und im Prinzip keine einzige Torchance hatte. Der VfB wurde defensiv in einer Weise dominiert, wie es im Normalfall nicht einmal einem Spitzenteam gelingt.
Dementsprechend lag der expected-goal-Wert des VfB am Samstag bei 0.22. So weit unten wurde Stuttgart in dieser Saison von keinem Team gehalten. Im September 2018 gelang das Bayern München mal gegen den VfB (0.1), in der Saison 20/21 schaffte RB Leipzig Stuttgart bei 0.13 zu halten.
In dem Zusammenhang sind Mislintats Beschwerden über den Nicht-Elfmeter unangenehm peinlich. Sich nach einem ausgeglichenen Spiel zu echauffieren, okay. Ich habe Verständnis dafür, dass ein Sportdirektor Partei für seinen Verein ergreift. Aber wenn Dein Team so abgemeldet ist wie fast nie in den letzten Jahren, hochverdient 0-2 verliert und über 90 Minuten keine einzige Torchance hat, ist es unredlich, sich einen Nicht-Elfmeter als Tor hinzukonstruieren. Weil es suggeriert, Stuttgart hätte aufgrund einer Benachteiligung verloren. Freiburg hätte an dem Tag nach meiner Überzeugung auch ein 0-1 gedreht.
Ich sah Stuttgart tatsächlich ohne Chance - was selbst für eine defensivstarke Mannschaft wie Freiburg alle Jubeljahre mal vorkommt. In dieser Saison hielt der Sport-Club nur Augsburg so niedrig (0.19 xG) wie den VfB. Auch in jener Partie hätte Freiburg mM relativ problemlos ein 0-1 drehen können.
Mislintat ist zwar ein hochkompetenter Scout/Spielerbeobachter/Kaderplaner, von dem ich auf fachlicher Ebene enorm viel halte. Das hat ihn aber nie daran gehindert, sich an der Seitenlinie wie ein narzisstischer Clown aufzuführen. Schwer zu ertragende Type. Man kann sich vorstellen, welches Konfliktpotenzial damals zwischen Mislintat und Tuchel in Dortmund herrschte. Und welche Herausforderung es für die Vereinsführung darstellte, zwischen diesen beiden problematischen Charakteren zu moderieren.
Dagegen vermitteln Saier/Hartenbach/Streich immer den Eindruck, jede persönliche Kränkung hinter den Kulissen wegarbeiten zu können, sich auch in Konflikten gegenseitig intakt zu lassen. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieser Ära, der von Außen weniger Beachtung findet.
Es gibt eine Theorie, nach der sich die Charaktere der Transferverantwortlichen eines Klubs zu einem gewissen Grad im Kader widerspiegeln. Man kann das mit gewisser Berechtigung für Wald- und Wiesenpsychologie halten. Mir schwirrt das aber seit Jahren im Hinterkopf, wannimmer ich den Freiburger Kader sehe und an Saier/Hartenbach/Streich denke, aber auch an Personen wie Kronenberg oder Bruns.
Diese Charaktere strahlen aus in eine Gruppe wahrnehmungsstarker junger Männer, in der täglichen Interaktion. Das sieht man total auf dem Platz. Auch die Spieler der Finke-Ära wiesen im Schnitt durchaus manche Ähnlichkeit zu ihrem Cheftrainer auf. Damit meine ich auch die Art und Weise, Fußball zu spielen: Verschnörkelter, mit Lust an der Offensive, freudvoll, ein Genuss für die Fans. Aber eben auch weniger leidensfähig, weniger bereit, Rückschläge anzunehmen, weniger anpassungsfähig. (sage ich als jemand, dessen Perspektive auf den Fußball maßgeblich durch Finke geprägt ist)
Letzteres zeichnet dieses aktuelle Team aus. Mannschaften, die gegen den SC nicht bereit sind an die Kante zu gehen, werden von Freiburg aufgefressen, wie man im Fußball umgangssprachlich sagt. Damit ist gemeint, dass der SC im Gegensatz zu Schönwetterteams wie es punktuell auch Leverkusen und Dortmund sind, dem Gegner über aggressives Zweikampfverhalten und hohe Intensität den Schneid abkauft. Keine Mannschaft in der Bundesliga ist in dieser Saison so sehr bereit zu leiden wie Freiburg, wahrscheinlich nicht einmal Union.
Das ist einer der Hauptgründe, warum ich Freiburg auch in Phasen mit Niederlagen auf Augenhöhe mit einem nominell wesentlich stärker besetzten Klub wie Leverkusen sehe. Diese Konstanz, in _jedem_ Spiel an die Kante zu gehen, ist dem Leverkusener Kader wesensfremd. Leverkusen ist ein Team, das an seinen guten Tagen Gegner mit 7-1 auseinandernimmt. Damit kann offensiv kein normaler Bundesligist mithalten.
Aber Leverkusen ist eben auch kein explizit charakterstarkes Team wie Union oder Freiburg, die in nahezu jedem Spiel in die Nähe ihres Leistungsmaximums gelangen und über ihre Physis kommen. Dass Leverkusen mit einem so starken Kader in lausigen 3 von 20 Partien ohne Gegentor blieb, ist ein Witz.
Fans tendieren nach meiner Beobachtung dazu, bei einem Team wie Leverkusen ausschließlich die überragende Offensive zu sehen. Dass die Mannschaft aber mit die meisten Torschüsse der gesamten Liga zulässt - ebenso viele wie der abgeschlagene Tabellenletzte Greuther Fürth - wird nach meinem Eindruck weniger wahrgenommen, teilweise überhaupt nicht. Aus Gründen wie diesem ist Leverkusen nie ein Überperformer, sondern spielt gefühlt seit 15 Jahren jede Saison - entsprechend seines Kaderwerts - um Platz 4 oder 5. Offensiven Weltklassespielen folgen in schöner Regelmäßigkeit defensive Fehlleistungen (Freund schrieb mir am WE: "Der Tod, Steuern, Kusen Defensive").
In dem Kontext war Robert Andrich als Mentalitätsspieler eine starke Verpflichtung, offensichtlich wurde dieser Bedarf von den Kaderplanern also identifiziert. Dennoch lässt Leverkusen neben anderen Faktoren unverhältnismäßig oft durch seine Einstellung und fehlende Opferbereitschaft Punkte gegen schwächere Gegner liegen. Dass Teams wie Union oder Freiburg noch im Pokal vertreten sind, während Leverkusen als Top-Favorit im eigenen Stadion gegen Karlsruhe ausscheidet, scheint mir aus der Distanz betrachtet nicht komplett zufallsbedingt zu sein. Zeitgleich bewies Freiburg in Osnabrück eindrucksvoll, wie unfassbar bereit dieses Team ist, Rückschläge anzunehmen und für den Erfolg zu leiden.
Sinnbildlich dafür stehen Spieler wie Lucas Höler, die in jedem Spiel um ihr Leben rennen. Das mag nicht immer so spektakulär anzusehen sein wie bei der Werkself mit ihrem attraktiven Offensivfußball, könnte am Saisonende aber genau der Faktor sein, der Freiburg im Gegensatz zu Leverkusen in die Champions League und/oder ins Pokalfinale führt.
Ohnehin verfügt dieses Bild von Höler, der mit 1.84 m die meisten Kopfballduelle aller BL-Spieler gewinnt, über eine enorme Symbolkraft. Diese schiere Leidensbereitschaft, mit der man hoch überlegene Klubs qua Willenskraft auf Augenhöhe holt, ist wie stellvertretend für einen Verein, der weit über seiner Gewichtsklasse boxt. Ohne Nischenspieler wie Höler, deren Qualität für Fans oft in unsichtbaren Bereichen liegt, wäre das mit diesen finanziellen Mitteln nicht möglich.
24.01.2022 - 17:21 Uhr
Robert Wagner hat seinen ersten Profivertrag beim SC unterschrieben.
Freut mich sehr
Freut mich sehr
24.01.2022 - 17:53 Uhr
Zitat von SCF01
Robert Wagner hat seinen ersten Profivertrag beim SC unterschrieben.
Freut mich sehr
Robert Wagner hat seinen ersten Profivertrag beim SC unterschrieben.
Freut mich sehr

Hat er sich verdient. Spielt eine super rolle in der zweiten in seinen jungen Jahren. Verkörpert meiner Meinung nach alles was Streich von einem Spieler erwartet
24.01.2022 - 17:56 Uhr
Laut seiner Berater Agentur soll er zudem, mit Beginn der nächsten Saison, fest zum Profikader aufrücken.
24.01.2022 - 18:25 Uhr
Zitat von SCF01
Laut seiner Berater Agentur soll er zudem, mit Beginn der nächsten Saison, fest zum Profikader aufrücken.
Laut seiner Berater Agentur soll er zudem, mit Beginn der nächsten Saison, fest zum Profikader aufrücken.
Hast du dazu einen Link?
24.01.2022 - 18:34 Uhr
Zitat von Dreisamnappi
Hast du dazu einen Link?
Zitat von SCF01
Laut seiner Berater Agentur soll er zudem, mit Beginn der nächsten Saison, fest zum Profikader aufrücken.
Laut seiner Berater Agentur soll er zudem, mit Beginn der nächsten Saison, fest zum Profikader aufrücken.
Hast du dazu einen Link?

https://www.instagram.com/p/CZHruK4sx32/?utm_medium=copy_link
24.01.2022 - 18:36 Uhr
Zitat von Dreisamnappi
Hast du dazu einen Link?
Zitat von SCF01
Laut seiner Berater Agentur soll er zudem, mit Beginn der nächsten Saison, fest zum Profikader aufrücken.
Laut seiner Berater Agentur soll er zudem, mit Beginn der nächsten Saison, fest zum Profikader aufrücken.
Hast du dazu einen Link?

Quelle: Instagram vida11-football-agency
NEW CONTRACT
Herzlichen Glückwunsch @robertwagner.39 zur Unterzeichnung deines ersten Lizenspielervertrages beim @ScFreiburg
Das Freiburger Eigengewächs hat sämtliche Jugendmannschaften der @freiburger_fussballschule durchlaufen und soll mit Begin der Saison 2022/2023 fester Bestandteil des Profikaders sein
WOW
Herzlichen Glückwunsch @robertwagner.39 zur Unterzeichnung deines ersten Lizenspielervertrages beim @ScFreiburg
Das Freiburger Eigengewächs hat sämtliche Jugendmannschaften der @freiburger_fussballschule durchlaufen und soll mit Begin der Saison 2022/2023 fester Bestandteil des Profikaders sein
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