28.07.2026 - 18:02 | Quelle: dpa | Lesedauer: unter 4 Min.
FIFA-Council
Gianni Infantino
„Demokratisierung des Fußballs“  

FIFA-Chef Infantino plant Investoren-Deal für WM-Rechte – UEFA: „Grenze überschritten“

FIFA will WM-Rechte anteilig verkaufen – UEFA sieht Grenzüberschreitung
©IMAGO

Die FIFA sorgt mit Plänen für einen Milliarden-Deal für die Rechte an ihren Fußballturnieren für neuen Wirbel. Der Weltverband um Präsident Gianni Infantino will einen Teil der kommerziellen Rechte an seinen Turnieren an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen, wie er mitteilte. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.



Die Europäische Fußball-Union reagierte mit scharfer Kritik auf erste Medienberichte über das Vorhaben, das wenig später von der FIFA bestätigt wurde. „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften“, teilte der Dachverband mit. Die UEFA nehme die Sache sehr ernst. „Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware – erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fußballs. Er steht der FIFA nicht zum Verkauf“, hieß es in dem UEFA-Statement weiter.


Kleine Verbände erhalten ebenfalls Anteile


Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt. Einem Bericht der „Times“ zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen.



Die FIFA würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und alle Fragen des Regelwerks. Alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände sollen ebenfalls kleinere Anteile an dem Unternehmen erhalten, die entweder behalten oder verkauft werden könnten. Innerhalb der kommenden vier Jahre will die FIFA auch mit Hilfe der zusätzlichen Einnahmen zehn Milliarden Dollar in die weltweite Entwicklung des Fußballs investieren, wie es in der Mitteilung hieß.


„Wir beabsichtigen, auch in die kleinsten oder entlegensten Teile der Fußballwelt, die zu oft übersehen werden, massiv zu investieren“, erklärte Infantino den Schritt. Zu den Plänen sagte er laut Mitteilung: „Unsere nächste Wachstumsphase erfordert eine eigens dafür geschaffene Struktur, in der die kommerzielle Seite des Sports als fokussiertes, eigenständiges Geschäftsfeld agiert und dessen Wert weltweit umfassender und besser verteilt wird.“ Jeder FIFA-Mitgliedsverband solle einen fairen Anteil erhalten, um seine eigene Zukunft zu gestalten, so Infantino. „Hier geht es um die Demokratisierung des Fußballs weltweit.“


Trump-Vertraute als Mittelsmänner?


Zu den Plänen seien auch Personen aus dem Umfeld der US-Regierung von Donald Trump einbezogen worden, schreibt die „Times“ unter Berufung auf mehrere mit dem möglichen Deal vertraute Quellen. Die Investitionspläne würden bereits seit mehreren Monaten vorbereitet und müssten noch genehmigt werden, hieß es in der „Financial Times“. Nach Angaben der Zeitung führe Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, Gespräche darüber, den Einstieg über seinen Fonds Thrive Eternal anzuführen.



Ein FIFA-Sprecher bestätigte, dass erwartet wird, dass Thrive die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen werde. Die FIFA arbeitet nach Angaben des Sprechers bei ihren Plänen mit der Investmentbank JPMorgan zusammen.


Neue Rolle für FIFA-Boss Infantino möglich


Ein solcher Deal könnte auch Auswirkungen auf Infantinos Aufgaben bei der FIFA haben: Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte der 56-Jährige nach dem Ende seiner bis 2031 erwarteten letzten Amtszeit als FIFA-Präsident das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten. Es sei aber noch nie darüber gesprochen worden, ob Infantino nach Ablauf seiner letzten Amtszeit ein solches Amt übernehme, sagte ein FIFA-Sprecher.



Der FIFA-Präsident und die FIFA-Verwaltung müssten jedoch - sofern es genehmigt wird - führende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gemäß den Statuten des Weltverbandes die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft zu behalten. Ähnliche Pläne hatte Infantino schon im Jahr 2018 verfolgt, als er für die Club-WM und eine weltweite Nations League einen Milliarden-Deal unter Beteiligung saudi-arabischer Investoren anstrebte. Dieses Geschäft erhielt innerhalb der FIFA aber keine ausreichende Unterstützung und kam daher nicht zustande.


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soki1072_2 Hertha BSC soki1072_2 30.07.2026 - 00:27
Zitat von SirKilkenny

Nun: unter den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde befindet sich kein europäisches Land.
Wenn Mr. "Groß-Raffgier" Infantino und Clown Trump hier einen Absatzmarkt außerhalb Europas für ihr (! - nicht unser) Fußballgeschäft und somit die Vergrößerung ihres Reichtums sehen, dann kann ihnen die UEFA scheißegal sein ...


Ne ganz so egal ist das nicht, du kannst keinen Business-Case für Coca-Cola planen und am Ende River-Cola liefern - genau das wäre eine WM ohne UEFA-Mitglieder. Das entwertet den Case als solches massiv und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich für diesen Case das selbe Geld erzielen lassen würde...
SirKilkenny SG Dynamo Dresden SirKilkenny 29.07.2026 - 21:47
Zitat von loginname

Zitat von CobraWegmann

Also ehrlich gesagt, hat die UEFA nichts zu melden. Gar nichts!

Lt. ZDF:
"Gianni Infantino kandidiert am 18. März 2027 in Rabat, Marokko, für seine vierte Amtszeit als FIFA-Präsident. Über 200 der 211 Nationalverbände unterstützen seine Bewerbung bereits, während der DFB ein offizielles Unterstützungsschreiben verweigert hat."

Also unterstützen auch UEFA-Mitglieder jetzt schon. Viele Verbände kriegen künftig 20Mio./Jahr statt 8 Mio. also was soll das ganze Gerede?! Entweder deutlich mehr bieten oder aussteigen. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die UEFA aussteigt?!


Wenn Frankreich, Spanien, England, die Niederlande, Italien, Belgien, Portugal und Deutschland nicht mitmachen, wird Infantino sieine Versprechen nicht halten können und die Sponsoren nicht das bieten, was er gerne hätte.
Gerade wenn es um den Kommerz geht, müssen sich die Länder, wo das Geld generiert wird nicht über den TIsch ziehen lassen (wobei natürlich die Spnsoren aus SA, Emiraten und co eine große Rolle spielen)
Die Fifa riskiert, dass das Fußballgeschäft allgemein unattraktiver wird. Mit Demokratie hat das alles sowieso nichts zu tun, wenn der Präsident seinen Unterstützern Geldgeschenke anbietet.


Nun: unter den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde befindet sich kein europäisches Land.
Wenn Mr. "Groß-Raffgier" Infantino und Clown Trump hier einen Absatzmarkt außerhalb Europas für ihr (! - nicht unser) Fußballgeschäft und somit die Vergrößerung ihres Reichtums sehen, dann kann ihnen die UEFA scheißegal sein ...

So traurig das auch ist und gerade wenn es um Kommerz geht, kommt dieser in Fußball-Europa schon lange nicht mehr aus den eigenen, europäischen Reihen (Investoren aus Amerika, Golfstaaten in der PL etc.) ...

Wenn Infantinos Demokratisierungs-Geheuchel heißt, wer mir seine Stimme gibt, bekommt als Verband 30 Millionen, dann ist dies einfach nur beschähmend. Gekaufte Stimmen haben nix mit Demokratie zu tun, sondern nur mit Machterhaltung! Und natürlich ist die Kehrseite dieser Medallie, dass 30 Millionen vor allem für kleinere und nicht reiche Verbände verlockend sind und sich die Verantwortlichen fragen lassen müssen, ob sie sich im Sinne ihrer Verbände kaufen lassen müssen ... mmh?!

Kleiner Seitenhieb: diese Farce erinnert mich (ohne Bestechungs-Kohle) an das Abstimmungsmodell zur aktuellen Aufstiegsreform der Regionalligen - man schafft ein Modell: nur bei Einstimmigkeit kommt der nächste Schritt ... mmh! ... im Wissen, dass diese Einstimmigkeit niemals kommen wird und dann scheitert es logischerweise und man drückt sein Bedauern als DFB aus, aber verändert hat sich nichts. Machterhaltung ist geblieben, nur kleinere Ebene!

Bedauern ausdrücken ist auch ne Methode der Machterhaltung, denn es verändert nichts!

Einen Aufstand der Europäer würde ich trotzdem sehr begrüßen - gern mit anderen Weltverbänden zusammen, gern mit Austritt. Der gieriegen Schabe muss Einhalt geboten werden!
loginname KSV Hessen Kassel loginname 29.07.2026 - 21:08
Zitat von CobraWegmann
Also ehrlich gesagt, hat die UEFA nichts zu melden. Gar nichts!

Lt. ZDF:
"Gianni Infantino kandidiert am 18. März 2027 in Rabat, Marokko, für seine vierte Amtszeit als FIFA-Präsident. Über 200 der 211 Nationalverbände unterstützen seine Bewerbung bereits, während der DFB ein offizielles Unterstützungsschreiben verweigert hat."

Also unterstützen auch UEFA-Mitglieder jetzt schon. Viele Verbände kriegen künftig 20Mio./Jahr statt 8 Mio. also was soll das ganze Gerede?! Entweder deutlich mehr bieten oder aussteigen. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die UEFA aussteigt?!


Wenn Frankreich, Spanien, England, die Niederlande, Italien, Belgien, Portugal und Deutschland nicht mitmachen, wird Infantino sieine Versprechen nicht halten können und die Sponsoren nicht das bieten, was er gerne hätte.
Gerade wenn es um den Kommerz geht, müssen sich die Länder, wo das Geld generiert wird nicht über den TIsch ziehen lassen (wobei natürlich die Spnsoren aus SA, Emiraten und co eine große Rolle spielen)
Die Fifa riskiert, dass das Fußballgeschäft allgemein unattraktiver wird. Mit Demokratie hat das alles sowieso nichts zu tun, wenn der Präsident seinen Unterstützern Geldgeschenke anbietet.
Gianni Infantino
FIFA-Council
Gianni Infantino
Geb./Alter:
23.03.1970 (56)
Nat.:  Schweiz Italien
Akt. Verein:
FIFA-Council
Aktuelle Funktion:
Präsident
Vertrag bis:
31.03.2027
Im Amt seit:
26.02.2016
FIFA-Council
Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
0
UEFA-Exekutivkomitee
Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
0
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