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Fankultur in Köln

15.03.2012 - 23:46 Uhr
Fankultur in Köln |#641
02.09.2012 - 12:53 Uhr
Wollen wir uns mal auf einen Strang einigen, in welchem man zu Pezzoni und den Fans Stellung bezieht? So könnte man einen ganzheitlichen Dialog herstellen, während aktuell quasi zwei Diskussionen zum gleichen Thema laufen.
Fankultur in Köln |#642
02.09.2012 - 13:01 Uhr
Zitat von Herbrechtinger:

Natürlich hast Du und (ich hoffe mal) 99% der FC-Fans nix mit diesen ***** en am Hut.


Zitat von RautenMiro:

98-99% verhalten sich ordentlich


Wir sprechen also von 1.100 "Fans" die sich daneben benehmen... Sofern ich nur die offizielle Mitgliederzahl mit euren Prozenten in Relation setzen?
Das sehe ich deutlich anders... Es handelt sich um einzelne Akteure, die sich gemeinsam anstacheln und wenig bis gar nicht in den Fanstrukturen eingebunden sind. Bei einzelnen der zitierten anderen Ausrastern, war dies anders... Dort hat der Verein allerdings auch reagiert (Ausschluss der wilden Horde, Entzug aller Privilegien etc).

Wieso seit ihr eigentlich nicht bei den Kollegen in Dresden um diese wegen den organisierten Schlägereien zu kritisieren? Wieso kümmern sich die Fans nicht darum?

Eben, weil es sich dabei um eine kleine Minderheit handelt, die niemand ausser dem entsprechenden Personenkreis als Fans bezeichnet. Alle anderen bezeichnen die Leute als Hooligans o.ä. und definieren sie klar als unerwünschte Subjekte in der Fanszene.
Fankultur in Köln |#643
02.09.2012 - 13:01 Uhr
Ich verstehe von einigen dort die Logik nicht:

Nur damit die gewaltbereiten Deppen nicht siegen, soll man Pezzoni gegen seinen Willen weiterbeschäftigen? Wie hätte das ausgesehen? Leibwächter 24h pro Tag eingestellen? Massive Kampagnen pro Pezzoni starten? Wäre ich Pezzoni, dann wäre ich ganz klar dagegen gewesen. Vor allem, weil es einer unglaublichen Stigmatisierung gleichkommt.

Haben die Deppen gesiegt? Gut, sie haben Pezzoni rausgemobbt, aber zeitgleich werden sie jetzt merken, dass sie die Buhmänner sind und Mist gebaut haben. Dass sie dem Klub mal wieder geschadet haben. Pezzoni hat dabei gewonnen, verloren hat der Klub und die Fans.

Ebenso gehe ich davon aus, dass die "Bedroher" FC-Fans waren. Andersrum gibt es ja gar keinen Grund, Pezzo rausmobben zu wollen. Es ist mir immer zu einfach zu sagen, dass das keine echten Fans sind. Klar, echte Fans stehen in allen Lebenslagen zu ihrer Mannschaft, dürfen sie kritisieren, aber bestärken und unterstützen sie dann auch. Es gibt aber unterschiedliche Formen von der Auslebung des Fantums. Auch die Pyrozündler sind Fans, die eben mit Feuerwerkskörpern feiern wollen. Letztendlich brauchen ja auch einzelne Menschen Bier, um den FC zu feiern. Das ist auch unnötig wie ein Kropf.
Fankultur in Köln |#644
02.09.2012 - 13:20 Uhr
Zitat von RautenMiro:
Irgendwann ist aber ein Zeitpunkt erreicht wo es einem Spieler nicht mehr zugemutet werden kann weiter zu spielen

Was nutzt ein Spieler welcher psychisch nicht mehr in der Lage ist Top Leistungen zu bringen

Schwacher Trost Es wird das Gehalt eingespart
Schlecht. Keine Ablöse

Fuer mich ist die Trennung einfach nur konsequent u richtig

Der veröffentlichte Brief der Mannschaft Anfang der Woche hätte vielleicht die Trennung verhindern können im Nachgang vielleicht ein Fehler der Vereinsführung
Am Ende ist man immer klüger


Glaube nicht dass der Spieler psychisch Probleme hat zu spielen, sondern dass man seine Gesundheit und sein Leben bedroht und bei ihm vorbeikommt. Im Stadion ausgeschimpft zu werden ist eine total andere Sache.
Fankultur in Köln |#645
02.09.2012 - 13:21 Uhr
Vorschlag: Diskussion geht im "pro Pezzoni"-Thread weiter.
Fankultur in Köln |#646
02.09.2012 - 14:25 Uhr
Zitat von RautenMiro:


Fanbusangriff in Siegburg
Weiterer Busangriff nach dem Spiel in MG
Tätlicher Angriff auf Pezzoni ok da weiß man nicht genau wer es war
Totschlag Drohungen gegen die ganze Mannschaft am Ende der letzten Saison
Die Szenen im Stadion nach dem Abpfiff des Bayern Spiels



Köln ist momentan schon ein ziemlich einzigartiges Phänomen.

Die Liste könnte man weiter und weiter befüllen...

Spontan fallen mir da Fäkalienwürfe in Schalke und Angriffe in der Disco gegen Leverkusener Spieler ein.
Das kann man ja langsam nicht mehr einzelnen Fans ankreiden. Es scheint in der ganzen Szene Defizite zu geben.

•     •     •

Es gibt nur eine Borussia!
Fankultur in Köln |#647
02.09.2012 - 14:39 Uhr
Zitat von Falstaff1984:
Zitat von RautenMiro:
Irgendwann ist aber ein Zeitpunkt erreicht wo es einem Spieler nicht mehr zugemutet werden kann weiter zu spielen

Was nutzt ein Spieler welcher psychisch nicht mehr in der Lage ist Top Leistungen zu bringen

Schwacher Trost Es wird das Gehalt eingespart
Schlecht. Keine Ablöse

Fuer mich ist die Trennung einfach nur konsequent u richtig

Der veröffentlichte Brief der Mannschaft Anfang der Woche hätte vielleicht die Trennung verhindern können im Nachgang vielleicht ein Fehler der Vereinsführung
Am Ende ist man immer klüger


Glaube nicht dass der Spieler psychisch Probleme hat zu spielen, sondern dass man seine Gesundheit und sein Leben bedroht und bei ihm vorbeikommt. Im Stadion ausgeschimpft zu werden ist eine total andere Sache.


Dann hast Du halt keine Ahnung

Wie willst Du 100 % Leistung bringen wenn der nächste Fehlpass wieder Poebeleien heraufbeschwoeren KOENNTE

•     •     •

I have a dream
Fankultur in Köln |#648
02.09.2012 - 15:36 Uhr
Ein Spieler, der ein Angebot vom FC bekommt, wird sich das in Zukunft gründlich überlegen es anzunehmen. Wenn es schlecht läuft, muss er sich unter Umständen Sorgen um Leib und Leben machen. So sieht es leider aus. Traurig was sogenannte "Fans" veranstalten und somit dem ganzen Verein Schaden zufügen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Osnaserl am 02.09.2012 um 15:40 Uhr bearbeitet
Fankultur in Köln |#649
02.09.2012 - 15:59 Uhr
Das Problem - und es nicht nicht ausschließlich ein kölsches, aber ein durch den besonderen kölschen Lokalpatriotismus noch befeuertes - ist, daß fußballerische Schwächen stets auf die Charakterebene gezogen werden. Sobald einer schlechte Leistungen bringt, ist er wahlweise ein Söldner oder Abzocker. Dabei ist die Annahme, daß ein Mensch, der sein Hobby zum Beruf hat machen können, der seit Jahrzehnten dafür trainiert hat, Fußballprofi zu sein, aus purer Unlust oder fehlender Liebe zu einem Verein schlechte Leistungen zeigt, gerne verliert und damit - wäre er denn tatsächlich nur aufs Geld scharf wäre - seine eigene Karriere gefährdet, schlicht abwegig.
Wie man auch in dieser unsäglich dummen Diskussion um das Hymnensingen der deutschen Nationalspieler gesehen hat, geht es im deutschen Diskurs um den Fußball immer um Begriffe wie Willen (wie oft seht irgendwo "Triumph des Wollens"? Wobei das O ja nur das Feigenblatt auf dem nackten NS-Zitat ist), Identifikation, Stolz, Ehre usf. Und die "inneren Reichsparteitage" und "Stahlhelme" fehlen halt auch nicht von ZDF bis DFB, von Kicker bis FAZ. Aus diesem mindestens latent in den Großteil der Berichte über Fußball verwobenen Protofaschismus, der immer nur aufrechte Kämpfer für die eigenen Sache sehen will und es möglich macht, Fehler als Verrat anzusehen, ziehen die extremsten der Anhänger die Legitimation, Spieler zu beschimpfen und zu bedrohen.
Es braucht mehr Sachkenntnis und Fairneß, gerade in der medialen Vermittlung und weniger "Das einzige, was zählt, sind wir!". (Ein weiteres Beispiel war die öffentlich-rechtliche Berichterstattung zu Olympia: Sobald ein Deutscher aus dem Wettbewerb ausgeschieden war, mußte man sich schon selbst informieren, wer denn den Wettbewerb gewonnen hat, denn in Augen von ARD und ZDF interessierte nur, wie weit die Deutschen kommen)

Ich verstehe ja nur zu gut, daß man sich über Fußballer aufregt, es ist ja ein wesentlicher Bestandteil des Kulturphänomens Fußball, daß mit einer Mischung aus Bewunderung und Enttäuschung eine zumeist befriedigende Triebabfuhr erreicht wird. Nirgendwo schimpft und jubelt es sich so befreiend wie im Stadion oder der Kneipe. Wer aber nicht in der Lage ist, nach einem Spiel die Emotionen aus- und das Denken wieder einzuschalten, hat die Floskel von der "wichtigsten Nebensache der Welt" gründlich mißverstanden.
Ich habe genügend Wut über diverse FC-Spieler in mir. Schon nach seinem ersten Halbjahr hier, brachte mich Jajalo in fast jedem Spiel auf die Palme - weil er in Kopf und Beinen zu lahm für Profifußball ist. Aber zu keinem Zeitpunkt war das ein Urteil über seine Person oder seinen Charakter. Alles, was ich außerhalb des Platzes von Jajalo weiß, zeichnet mir das Bild eines sympathischen, ehrlich bemühten Mannes. Weswegen sollte ich ihn dafür verteufeln, daß er in meinen Augen auf dem Feld untauglich ist? Er tut mir häufig sogar leid. Mein Ärger richtet sich in diesem Fall auf die Personen, die uns diesen Spieler eingebrockt haben und die vielen, die ihn nach meiner Ansicht immer wieder falsch einschätzten, darunter auch von mir geschätzte Fußballexperten wie Finke und Solbakken. Ohne daß ich diese je bedrohen wollte...

Wenn sich das Kölner Umfeld endlich mal davon befreien könnte, daß Fehler nicht aus mangelndem Kölschtum oder aus diffuser Bösartigkeit (was beides z.B. Finke von Anfang an hier unterstellt wurde) entstehen, könnte man sie auch mal im Verein sachlich und ohne den ewigen Aktionismus erörtern. Statt dessen müssen mit jeder weiteren Niederlage weitere Exzesse enttäuschter Vereinspatrioten behandelt werden.

So wird auch der aktuelle Versuch, etwas Solides von Grund auf zu errichten, sabotiert. Eventuell produzieren die Kölner Fans letztlich den Fußball, den sie (im Wortsinne) mit aller Gewalt verhindern wollen - und womöglich auch verdient haben.

•     •     •

Ach was.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von otw am 02.09.2012 um 16:16 Uhr bearbeitet
Fankultur in Köln |#650
02.09.2012 - 16:06 Uhr
Guter Beitrag. Kann ich so unterschreiben.
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