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Taktik(tisch)thread

17.12.2008 - 20:13 Uhr
Taktik(tisch)thread |#1741
14.04.2017 - 10:36 Uhr
Zitat von Kohlmeyer

Quelle: FCK-Blogwart
....Union Berlin präsentiert sich meist in einem 4-3-3, dagegen eine Dreier-/Fünferkette zu setzen, wie sie der FCK in den vergangenen drei Spielen durchaus wirkungsvoll praktizierte, gilt nach herrschenden Lehrbuchmeinungen da nicht als das beste Mittel....


Warum denn nicht?
Weil beim 4-3-3 durch Fügelspieler und Außenverteidiger Überzahl gegen einen FL/AV des 3-5-2 geschaffen wird?
Ist das nicht eine sehr starre Auffassung? Denn in der modernen Variante der 3er-Kette gibt es ja keinen Libero und 2 Manndecker, sondern eine Linie, die dann mit nach Außen auf die Ballbesitzseite rückt und so Überzahl verhindert? Und letztlich sollte im Spiel doch eh die Formationen fluide ineinander übergehen...

Was sagt das Lehrbuch?

edit: Im Hinspiel, das bestätigt auch der Blogger von Union im Blogwart-interview, hatten wir ja Union auch deswegen im Griff, weil in der Raute die Mitte zu war und wir sie nach außen gedrängt haben. das sollte im 3-5-2 ja noch besser klappen...

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Nichts ersetzt die Romantik eines Flutlichtspiels im Regen... ...und siegen!!

Wir denken nur noch von Grätsche zu Grätsche!

Hate the Game, not the Player!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 14.04.2017 um 10:39 Uhr bearbeitet
Taktik(tisch)thread |#1742
14.04.2017 - 11:00 Uhr
Ich sehe auch keinen Grund, von der bisherigen Formation abzuweichen. Insbesondere deshalb, weil sie in den letzten Spielen immer besser zusammen wuchs. Die Mannschaft fühlt sich in dem System offensichtlich wohl – warum jetzt wieder ohne Not das Ganze umstellen?

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Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
•••
Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.
Taktik(tisch)thread |#1743
14.04.2017 - 12:06 Uhr
Also, stellvertretend für "herrschender Lehrbuchmeinung" zitiere ich hier mal aus "Matchplan Fußball" (sehr empfehlenswert übrigens für alle, die sich die geballte Dosis Fußballmoderne mal in gerade noch zu vertretender Kompaktheit reinpfeifen wollen, für Spielverlagerung.de-Afficionados dürfte es allerdings schon wieder zu banal sein):

„VORTEILE/NACHTEILE 1-3-5-2

Vorteile
•     Überzahl im Mittelfeld.
•     Viele offensive Möglichkeiten.
•     Hohe Anzahl an Dreieck- und Rautenbildungen möglich.
•     Dadurch kann ein gutes Kurzpassspiel aufgezogen werden.
•     Hervorragend für ein Mittelfeldpressing geeignet, da fünf Spieler im Mittelfeld zur Verfügung stehen.
Nachteile
•     Nur schwer praktikabel gegen Teams, die mit drei Spitzen agieren.
•     Extrem hohe Anforderungen an die Spieler, speziell in der Dreierkette.
•     Die Dreierkette kann nicht die ganze Spielfeldbreite abdecken.“

Auszug aus: Timo Jankowski. „Matchplan Fussball.“

Dazu meine persönliche Interpretation: Union steht, wie auch Daniel Roßbach im Gespräch mit mir erklärt hat, im 4-3-3, wenn sie schnell umschalten wollen, ergo, unmittelbar nach dem eigenen Ballgewinn. Das heißt, da sind unsere AV's mit den drei IV's eher nicht auf Linie, und wenn die drei Stürmer sich breit anbieten, wird unsere Dreierkette ziemlich brutal auseinander gezogen. Und dann tun sich Lücken auf...

Hat Union den eigenen Ball für länger, zieht Skrybski auf die Zehn und sie versuchen, sich im 4-4-2 mit Raute irgendwie durchzupuhlen. Da muss also das Übergeben klappen, da traue ich Aliji, ehrlich gesagt, mehr zu als Gaus oder Heubach. Auch für Koch wird das ein ganz anderes Spiel, wenn in seinem Sechserraum einer nur gelegentlich vorbeischaut und ansonsten vielleicht andere hineinstoßen. Zuletzt traf er in seiner Zone mit Wurtz und Zulj auf Typen, die vom Typ her auch robuste Stürmer sein könnten, wie er sie auch als IV zu bekämpfen pflegt.

Praktikabel ist das bisherige System natürlich dennoch. Wenn wir im 3-5-2 so eng verschieben, dass bei Ballverlust der lange Ball auf die Außen direkt wieder abgeblockt werden kann, passiert auch da nichts. Davon abgesehen, macht Meier eh, was er will, ich hab auch keine Ahnung, ob und welche Lehrbücher der gelesen hat.

Ich wollte das Thema halt mal anreißen. Find ich in einer Vorschau nun mal interessanter, als durchzukauen, wie oft die Mannschaften seit dem Boxeraufstand gegeneinander gespielt haben und wer wie oft gewann, Unentschieden spielte und verlor.

Gruß,
Kohlmeyer

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"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
Taktik(tisch)thread |#1744
14.04.2017 - 12:47 Uhr
Meier stellt die Mannschaft ja durchaus mit Blick auf den jeweiligen Gegner ein und macht aus dem System keine Prinzipiensache. Von daher kann ich mir eine Systemänderung am Sonntag auch gut vorstellen.

Man muss aber ja auch sehen, dass es in erster Linie darauf ankommt, wie das jeweilige System interpretiert, wie z.B. verschoben wird und wie offensiv/defensiv die einzelnen Spieler ihre jeweilige Rolle interpretieren. Heißt also z.B. ja nicht, dass wir bei vorgeschobener AV in eigener Vorwärtsbewegung mit dann 5 MF-Spielern Hurra-Fußball zelebrieren und die Dreierkette mit den besten Wünschen und viel Abstand zwischen den Ketten alleine zurücklassen müssen. Im Gegenteil: Je höher unsere nachrückende Dreierkette steht, umso enger wird das Spielfeld und umso tiefer müssen auch die gegnerischen Außenspieler als Anspielstationen bei FCK-Ballverlust stehen um nicht ihrerseits im Abseits zu landen. Je kompakter das Spielfeld dadurch wird, umso kürzer auch die Wege bei Ballverlust für unsere AV und MF-Spieler zurück.

Ergo: Man kann m.E. durchaus so spielen, muss dann aber ordentlich verschieben und in der Vorwärtsbewegung mit beiden Ketten nachrücken (darf also die Abstände zwischen den Ketten nicht zu groß werden lassen) und braucht eine Menge Laufbereitschaft sowie ein sehr gutes Gegenpressing. Das wäre aber für uns eine eher untypische Spielweise, operieren wir doch gerne bei eigenen Kontern mit dem das MF überbrückenden langen Ball und stehen ansonsten eher tief und rücken auch nur mit relativ wenigen Spielern nach. Für den Fall sollten wir dann aber tatsächlich das System wechseln.

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Taktik(tisch)thread |#1745
06.05.2017 - 14:03 Uhr
Wohlwissend dass der Preis des attraktiven Balles diese Saison einen ganz großen Bogen um uns macht, möchte ich einige paar Zeilen über unser aktuelles System verlieren. Die Saison mag in diesem Hinblick bei vielen gelaufen und abgeschlossen sein, dennoch würde ich dieses Jahr gerne mit einem positiven Gefühl abschließen. Oder zumindest mit einem Gefühl, welches mir im Bezug auf das nächste Jahr Hoffnung gibt. Ferner bin ich nicht (mehr) davon überzeugt, dass dieses System, so wie es von uns interpretiert wird, die größtmögliche Wahrscheinlichkeit eines Punktgewinnes darstellt.

Grundsätzlich haben wir mit Mwene und Gaus 2 Spieler, die die komplexe und kraftraubende Positionen auf der Außenbahn bespielen können. Neben ihrer defensiven Zuverlässigkeit, setzen sie auch nämlich auch offensiv (die einzigen) Impulse. Für mich kommt es daher nicht von ungefähr, dass diese 2 Spieler den zuverlässigsten Eindruck machen. Ferner gibt es mit Halfar und Moritz im Mittelfeld Akteure, denen ich diese Halbpositionen ob ihres Spielverständnisses durchaus zutrauen kann. Daher - aber dazu komm ich noch - richtet sich meine Kritik aktuell auch mehr an ihnen und in Abstrichen Koch, als an Zoua, Pritsche und Co.

Im Spielaufbau stehen unsere Innenverteidiger extrem breit, Heubach quasi als linker Außenverteidiger, während Gaus und sein Pendant Mwene hoch schieben. Das ist per se ja nicht schlecht. Dennoch kommt dann entweder das Langholz auf Zoua oder wir verlieren uns in klein-klein an der Außenlinie. Wieso aber?

Zitat von Kohlmeyer

Überzahl im Mittelfeld.

Hier ist der erste Punkt. Unsere 3 Mittelfeldspieler schaffen es nur höchst selten, "auf Lücke" zu gehen, sich anspielbar zu machen um so eine Ballzirkulation zu eröffnen. Koch ist, was den gestalterischen Part betrifft, schlichtweg überfordert und sowieso höchsten selten Ziel des ersten Aufbaupasses. Halfar wird meist geschickt zugestellt und Moritz fehlt es an Bewegungen, was aber auch daran liegt, dass der Aufbau meist sehr linkslastig ist und der rechte Mittelfeldspieler es daher schwer hat. Unsere Stürmer stehen meist auf einer Linie - wieso eigentlich? - auf Höhe der letzten Verteidiger.
Der Pass erfolgt dann meist auf Gaus, nur hat der meist den gegnerischen Verteidiger und/oder Mittelfeldspieler gegen sich und es daher schwer, aktiv zu werden. Auch fehlt es in diesem Schritt an Bewegung des Mittelfeldes, welches

Zitat von Kohlemeyer

Hohe Anzahl an Dreieck- und Rautenbildungen


unmöglich macht. Hier kommt auch meine Kritik an den Stürmern. Insbesondere Pritsche schafft es nicht, in die Zwischenräume zu gehen, um sich so für ein Anspiel verfügbar zu machen. Zoua hat dies gestern in Halbzeit 1 versucht um es dann in Halbzeit 2 komplett vermissen zu lassen.
Diese mangelnde Bewegung, das fehlende Verständnis für den Raum sowie einen defensiven Mittelfeldspieler, der strategisch (noch) mangelhaft ist, manifestieren sich in unserem schleppenden Offensivspieler (synonym: Augenkrebs-Fußball).
Und hier setze ich in dem Punkt auch mit der Kritik an Meier an. Es fehlt der Mannschaft an Abläufe, den Automatismen und dem Plan, wie sie den Ball in des Gegners hälfte tragen kann. Viele unserer (gefährlichen) Aktionen resultieren in Einzelaktionen(Moritz-Tor) oder haben doch sehr den Anschein eines Zufallsproduktes und weniger als Frucht der taktischen Arbeit des Trainers. Ich halte Meier für den passenden Trainer, glaube aber dass er dieses System nicht "kann" bzw. die Abläufe der Mannschaft vermittelt werden können.

Dazu kommt, dass noch langen Bällen der Adressat meist auf weiter Flur ist. Der 2. Stürmer setzt sich kaum ab, aus dem Mittelfeld wird viel zu langsam rausgerückt. In Anbetracht dessen macht es Zola zeitweise gut, aber die Zeit, zu warten dass Anspielmöglichkeiten verfügbar sind, hat man nunmal auf dem Level nicht. Hier wünsche ich mir dass aktiver nachgedrückt wird, der zweite Stürmer beweglicher agiert um so den Ball, der dann ja schon in Tornähe ist, weiter verarbeiten zu können!

Und selbst wenn man all dies falsch macht, besteht immer noch die Möglichkeit eines Standardtreffers. Halfar hebt zwar bei Ecken artig den Arm, ob er allerdings selbst wirklich weiß wohin die Kugel fliegt wage ich doch zu bezweifeln. Generell scheint dieses "Ausschwärmen aus der Gruppe" mehr zur eigenen Irritation als zum Torerfolg zu dienen. Da besteht ganz dringender Handlungsbedarf! Auch bei Einwürfen und Freistoßflanken fehlt mir die korrekte Staffelung oder auch mal ein "aha"-Erlebnis in Form einer Variante. Die Standards gehen einher mit dem sonstigen Einheitsbrei.

Im Hinblick auf die nächste Saison glaube ich, dass wir uns wieder zum 4-4-2 (4-2-3-1) hinbewegen werden. Das ist nicht zuletzt Meiers bevorzugtes System. Ganz davon abgesehen bin ich ein großer Fan eines flachen 4-4-2 mit engen Ketten und Stürmern, die früh anlaufen.
In Hinblick wird es wichtig sein, einen Abwehrchef, einen kreativen Spieler - wobei ich Kerk gerne nach einer Vorbereitung sehen würde - sowie einen beweglichen Stürmer zu finden. Zoua, Stieber und eben Kerk möchte ich mal noch eine gesamte Vorbereitung geben, da ich der Meinung bin, dass sie, im Vollbesitz ihrer Kräfte, auch ein Faktor werden könnte. Auch wenn das aktuell nicht danach aussieht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von barneystinson am 06.05.2017 um 14:04 Uhr bearbeitet
Taktik(tisch)thread |#1746
06.05.2017 - 17:44 Uhr
Meier hat gezeigt dass er die Mannschaft vom 4-4-2 aufs 3-5-2 umstellen kann.

Spieltaktische Veränderungen,auf einen Rückstand reagieren,gegen technisch stärkere Mannschaften zu agieren,dass er das bei uns beherrscht,diesen Beweis ist er noch schuldig.
Taktik(tisch)thread |#1747
06.05.2017 - 17:51 Uhr
Zitat von elbepower
Meier hat gezeigt dass er die Mannschaft vom 4-4-2 aufs 3-5-2 umstellen kann.

Spieltaktische Veränderungen,auf einen Rückstand reagieren,gegen technisch stärkere Mannschaften zu agieren,dass er das bei uns beherrscht,diesen Beweis ist er noch schuldig.


Dafür muß er auch Spieler haben, die das überhaupt können.
Taktik(tisch)thread |#1748
06.05.2017 - 19:09 Uhr
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass die Umstellung sich nicht gelohnt hat auf das 3-5-2 mMn. Gerade die letzten Spiele ist das deutlich geworden. Mittlerweile kennt jeder die Schwächen dieses Systems und es rennen 4 Innenverteidiger auf dem Platz rum, wie soll da denn Spielkultur entstehen. Dabei spreche ich denen das fußballerische Können ja nicht ab, aber man hat es doch gegen Pauli gesehen, sobald die 3 Herren da hinten das Spiel aufbauen müssen passiert nichts. Lange Bälle die nur mit Glück ihr Ziel finden.
Wir sollten zum 4-4-2 zurück mit der alten IV Koch und Ewerton. Da hatten wir unsere stabilste Zeit.
Mwene wackelt auch mehr im neuen System, weil er sich oftmals nicht auf Vucur verlassen kann und er so das doppelte Laufpensum hat, als er normalerweise hat.

Ich würde es wieder mit Mwene, Koch, Ewerton und Gaus als 4er Abwehr probieren. Ziegler von mir aus wieder als Abräumer. Sorry Koch ist für die Rolle einfach ungeeignet und hängt in der Luft, da er total auf sich gestellt ist. Ziegler macht das mit Sicherheit nicht besser, aber Koch ist in der IV stabiler als Vucur und Heubach meinem Empfinden nach. Dann würde ich das Mittelfeld davor mit Halfar, Moritz Kerk und Dittgen /Pick besetzen. Leute auf den Flügel stellen, die das wirklich spielen können und das auch gewohnt sind. Und Stürmer ganz klar Glatzel. Der ist der einzige der die Körpersprache hat und bei dem man merkt, dass er gewinnen will. Der reißt sich obwohl er uns verlässt den ***** auf. Das kann man ansonsten nur noch von Gaus und mit Abstrichen Heubach behaupten. Auch Polelrsbeck würde ich rausnehmen, der wackelt aktuell richtig stark und strahlt keine Sicherheit aus. Die letzten 4-5 Spiel schon nicht. Zu mal er mir auch zu viele Chancen vom Gegner zulässt und Tore kassiert, die man als Torhüter einfach verhindern muss, in dem man im 5m Raum die Bälle holt. So viel muss ich erwarten können von einem Profitorwart. Ich würde Sievers vllt. auch einfach die Gelegenheit geben sich mal anzubieten, da allein aus finanziellen Aspekten schon fest mit einem Pollersbeck-Abgang zu rechnen ist. Zu mal ich in Sievers mehr Potential sehe als in Polle. Aber kann auch einfach subjektives Empfinden sein, da ich mit Pollersbeck's Stil nicht zurecht komme und er meiner Meinung nach eine komische Sprungtechnik hat, die manchmal sehr komisch aussieht und dementsprechend wirkt.
Es muss einfach jetzt mal etwas passieren. Man hatte Glück die letzten beiden Spiele zu gewinnen. Pauli war die Quittung und man muss einfach mal erkennen, dass eben nicht immer mit Hilfe des Gegners zu rechnen ist.
Taktik(tisch)thread |#1749
10.05.2017 - 17:26 Uhr
Zitat von barneystinson

Und hier setze ich in dem Punkt auch mit der Kritik an Meier an. Es fehlt der Mannschaft an Abläufe, den Automatismen und dem Plan, wie sie den Ball in des Gegners hälfte tragen kann.


Da stimme ich absolut zu. Ich war vor dem Spiel gegen St.Pauli nicht unbedingt Freund des 3-5-2 und nun seit Freitag bin ich vollends überzeugt, dass dieses 3-5-2 mit unseren Spielern, oder zumindest in der Besetzung vom Freitag unmöglich a)attraktiv b)auf den Gegner angepasst und/oder c) erfolgreich sein kann.

Die 3 Schwachpuntke wurden sehr deutlich:
- die 6er Position
- damit verknüpft die 3 IV
- permanente Unterzahl auf den Flügeln, sowohl defensiv (das hat Kohlmeyer schon aufgezeigt) als auch offensiv

Es ist müßig, einem Ex hinterher zu trauern, aber ein Spieler wie (!) Markus Karl fehlt uns extrem. Mit seiner Präsenz und vorallem mit seiner Kopfballstärke wie auch seiner Kompromisslosigkeit bei taktischen Fouls hat er die 4er(!)-Kette enorm entlastet. Nur weil wir schon die ganze Saison keinen Zugriff in dieser Zone bekommen, müssen 3 IV spielen, um die Mitte dicht zu bekommen - oder wie in Korkut's Raute eben ein 6er und zwei 8er. Alles sehr defensiv, wo soll da die offensive Power herkommen?
Karl hatte natürlich seine Schwäche im Spielaufbau, aber das haben unsere Spieler, die sich auf der 6 versuchen durften, auch. Wir haben uns auf dieser Position klar verschlechtert - resp. ist die 6 unsere dringenste Position, auf der sich im Sommer was tun muss. Da muss einer hin, der Zweikämpfe führt und den Ball zumindest auf 5 Meter an einen Mann bringt, der neben oder vor ihm positioniert ist.

Dann brauchen wir nicht mit 3er-Kette spielen, es reichen 2 und wir bekommen einen Mann frei fürs Mittelfeld.
Wobei eine 3er-Kette ja nicht per se schlecht ist. Aber die braucht Abstimmung (auch mit den Außen bei 5er-Kette), was offensichtlich bei uns nicht funktioniert - siehe das Union-Spiel oder eben das 0:1 von Pauli. Außerdem wäre es von Vorteil, wenn da nicht 2 von 3 Spielern langholzende Fussballverweigerer sind, wie Heubach und Vucur, sondern Spieler, die sich wechselweise wirkungsvoll ins Mittelfeld, entweder Zentrale oder auf Außen, vorschieben können.

Denn gerade auf Außen war gegen Pauli nichts los. Und das obwohl es sofort gefährlich wurde, wenn Mwene angespielt wurde, weil er Platz hatte. Nur war eben auch immer alleine. Ein zusätzlicher Außen hätte ihm erstens eine Anspielstation gegeben, um mal im Doppelpass oder beim Überlaufen auf die Grundlinie zu kommen und nicht vom Halbfeld aus flanken zu müssen. Außerdem hätte von St.Pauli ebenfall ein Spieler mit gemusst, so wäre die Mitte nicht so unsagbar voll und dicht gewesen.
Nebenbei, und das kreide ich Meier extrem an, war Buballa die verwundbarste Stelle im Pauli-Spiel, das war schon vor Beginn klar. Auf den muss man doch Druck aufbauen!

Eine andere Möglichkeit, wenn schon die AIV nicht mitmachen, um Überzahl und Anspielstationen auf den Außen zu schaffen, wäre ein herausrückender Stürmer gewesen. Leider standen(!) zwei MS auf dem Platz. Ein immer wieder auf die Flügel ausweichender Osawe wäre hier von vorneherein erfolgsversprechender gewesen, als 2 Stürmer, die sich hinter den langen Kopfballspezialisten in der Pauli-IV versteckten. Oder ein umtriebiger Görtler, der es als zweiter Stürmer in der Korkut-Raute geschafft hat, auch für defensive Stabilität resp. Überzahl auf den Außen zu schaffen, der als Ersatz für Moritz zwar engagiert war, aber nun mal eher anarchische Elemente einbringt und gerade nicht für Ordnung im Spielaufbau sorgt.

Der Spielaufbau in dieser Konstellation vom Freitag war vorprogrammiert und Pauli war darauf top eingestellt. Pauli machte die Mitte dicht, stellte Moritz zu, markierte Gaus und Mwene, also trommelten Heubach, Vucur oder Ewerton den Ball nach vorne, wo der zu den beiden Stürmern aufrückte Halfar mitsamt den beiden Stürmern kein Land gegen die langen von Pauli sah. Dementsprechend rollten Strohballen durch den Strafraum von Heerwagen.

Halfar war so oder so aus dem Spiel und tat mir zwischendurch richtig leid. Anfang der zweiten HZ gab es zwei Szenen, wo man sah, dass er keinen Bock mehr hatte. Er hatte den Ball, aber kein Mitspieler ging steil oder rückte als Anspielstation raus aus der Mitte - und das bei 0:2 Rückstand - und so flog der Ball aus Frust ins Nirvana - nicht schön aber verständlich.

Unser Spiel dagegen war weder schön noch verständlich - wenn dann nur für den Gegner.

edit:
wenn wir mit 3 bzw. 5 Mann in der letzten Reihe spielen, die ihre Qualitäten klar in der Defensive haben uns für den Spielaufbau nicht zu gebrauchen sind, dann darf es meiner Meinung nicht sein, dass auch noch ein reiner Zerstörer auf der 6 spielt. Dann sollte es mMn ein 5-4-1 mit 2 echten Außen sein - oder ein 5-3-2 mit nur einem MS und einem umtriebigen Stürmer sowie im Mittelfeld auf den Halbpositionen dann Spieler, die nach außen ausweichen und Flanken können.
Nichts desto trotz sehe ich es als erfolgsversprechender, wenn wir wieder auf 4er-Kette umstellen.

edit2:
und da schließt sich dann auch der Bogen wieder zum Ausgangszitat
Zitat von barneystinson
Meine Erwartungen sind nicht allzu hoch - ich hoffe allerdings, dass Meier mutig agiert und die 5er Kette auflöst.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 10.05.2017 um 17:41 Uhr bearbeitet
Taktik(tisch)thread |#1750
20.08.2017 - 10:11 Uhr
Habe dieses Thread mal aus der Versenkung geholt, weil zur Zeit ja viel an unserem System kritisiert wird.

Mit dem 5-2-3 (oder 3-4-3, je nachdem wie man es auslegt) wollten wir uns mit einer nicht eingespielten Mannschaft defensive Sicherheit geben, um dann aus dem kompakten Mittelfeld nach vorne zu stürmen.
Generell ist die Idee mit der 3er/5er Kette auch gar nicht schlecht, und mit Mwene, Kessel und Guwara haben wir gleich 3 AV die die schwierige Position des AV für unsere Verhältnisse gut spielen können.
Leider haben wir jedoch vorne niemand der die wenigen Konterchancen gut nutzen könnte.

Und um ehrlich zu sein wird es auch nicht leichter. Unsere ersten 4 Gegner schreiben sich zwar auf die Flagge oben mitspielen zu wollen und geben uns dann vielleicht vorne ein wenig mehr Platz, aber sobald es in den Zweitliga-Alltag geht, bei dem auch beim Gegner erst mal auf die kompakte Defensive gesetzt wird, werden wir mit dem System vorne wohl wenig reißen können.
Wenn es dann darum geht welche Mannschaft nicht patzt und welcher der Lucky Punch gelingt, haben wir mit der neu zusammengewürfelten Mannschaft wohl eher schlechte Chancen.


Die 4er Kette muss wohl zurück, aber bevor ich auf mein Wunschsystem eingehe noch kurz ein paar Eindrücke und Annahmen, die mich zu der Überlegung brachten:

Das entscheidende Tor in DüDo fiel mal wieder nach individuellen Fehler. Das heißt, wir haben nicht zu wenig Mann hinter dem Ball (gerade in der ersten Halbzeit wurde das defensive Umschaltspiel sehr gut gelöst), sondern dass einzelne Spieler schlafen oder und das ist das wichtige unorganisiert sind.

Fangen wir also bei den IV an. Hier ist überraschend im Moment Vucur der stärkste. Seine Koordinationsfähigkeiten lassen aber trotzdem etwas zu wünschen übrig. Genauso der Spielaufbau, der im Moment exklusiv über Albaek läuft(gehe später noch darauf ein).
Ein Hauptmann muss her und das kann eigentlich bei unserem Kader nur Correia sein.
Nimmt er die Rolle des Ewerton ein ist das momentane Defizit der Abwehr unabhängig von 5er oder 4er Kette gelöst. Die große Frage ist natürlich ob Correia das bei uns schafft und wie lange es braucht, bis sich unsere Abwehr einspielt.

Im Gegensatz zu anderen finde ich unsere Doppel6 gerade alternativlos. Fechner macht einen überraschend guten Job als defensiver 6er. Der Junge ist überall auf dem Platz zu finden und auch wenn offensiv noch einiges in die Hose geht, geht er entschieden in viele wichtige Zweikämpfe und verhindert, dass unsere Abwehrreihe unter freien Beschuss kommt.
So ein Verhalten würde ich mir auch von Albaek wünschen, der hier aber noch starke Defizite aufweist.
Trotzdem können wir wegen seines Spielaufbaus nicht auf ihn verzichten.
Ja manchmal spielt er ziemlich naiv und hat Pässe drin bei denen mir auch das Herz in die Hose rutscht aber was weitaus wichtiger ist: Er übernimmt die Aufgabe!
Bei Fechner und den IV habe ich das Gefühl, die wissen da meist gar nicht wohin mit dem Ball.
Darum meine Prognose: Ohne Albaek werden wir wohl sehr schnell wieder ins alte Muster zurückfallen, dass die IV den Ball hin und her passen und es dann nur noch hoch und weite Bälle nach vorne geben wird.

Auch hier hoffe ich ein wenig auf Correia, der sich an dem Spielaufbau beteiligen wird. Denn auch die Gegner werden wohl bald merken, dass man unser Aufbauspiel durch das herausnehmen einer Person zerstören kann.

Noch kurz ein Kommentar zur offensiven 3er Kette: Die gefällt mir sehr gut was das Pressen und das Wechseln der Positionen angeht. 2 Dinge machen sie aber komplett harmlos: Das Fehlen eines Knipsers und die Tatsache, dass sie offensiv den Alleinunterhalter geben muss.
Von einem Guwara kann man nicht erwarten, dass er über das halbe Feld marschiert und dann auch noch für Gefahr im Strafraum sorgt. Ein Halfar fühlt sich zwar sichtlich wohler mit einem Mitspieler wie Atik, aber würde besser funktionieren wenn er ein paar Spieler mehr vor sich hat. Von unserem nachrückenden Mittelfeld darf man mit 2 defensiven 6ern da auch nicht viel erwarten.


Darum hier zu meinem taktischen Vorschlag:
4-3-3
Im Prinzip stellt sich das System auch fast von selbst auf.
Man nimmt einen IV heraus und belässt es bei der Doppel 6. Den Part des offensiven Mittelfeldspielers übernimmt Halfar, der dann die offensive 3er Kette vor sich hat.
Mit den hoch stehenden AV haben wir beiBallbeseitz vorne dann 2 3er Ketten und können es uns dann auch eher erlauben Präsenz im Strafraum zu zeigen.
Das System ähnelt übrigens auch defensiv sehr dem 5-2-3. Denn auch hier kann man sie Reihen sehr kompakt stehen lassen. Lässt sich Fechner oder Albeak etwas weiter zurück fallen ist auch quasi die 5er Kette wieder da und Halfar rutscht von der 10 auf die 8.
Will man eine Führung verwalten nimmt man jemand aus der offensiven 3er Kette für einen IV heraus und lässt Halfar auf seine jetzige Position rutschen.

Als offensive Position kann man einen 6er aus dem Spiel nehmen, Atik als 2. 10er einsetzen und den freigewordenen Platz im Angriffsdreieck durch einen frischen Stürmer füllen. Ist dann auch ein 4-3-3, aber mit umgedrehten Mittelfelddreieck.
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