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Taktik(tisch)thread

17.12.2008 - 20:13 Uhr
Taktik(tisch)thread |#1971
24.09.2020 - 16:33 Uhr
Zitat von guggemool

Zitat von goldbaek

Danke für die Ausführungen und Interpretationen zur Offensivtaktik.
Für mich wirklich interessant zu lesen. Hab da jetzt schon nochmal was gelernt.

Die Frage die ich mir aber stelle...
Muss man in Liga 3 so komplex agieren?

Schnelle Außen, ein rustikaler Abräumer im Mittelfeld, ein wuseliger und ein kopfballstarker Stürmer, Standards üben bis zum Umfallen... fertig ist die Laube.

Edit:
Das ist jetzt nicht unbedingt Kritik an Schommers. Meinte eher, ist das generell die Herangehensweise, die man in einer dritten Profiliga an den Tag legen muss? Wenn ich mir die Trainer dieser Liga so ansehe, verfolgen einige sicherlich deutlich praktikablere Ansätze.


Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich diese Taktik eigentlich gar nicht sonderlich komplex.

Um dein Beispiel aufzugreifen: Schnelle Außen können gerade in dieser Liga auch eher Last den Hilfe sein. Dresden hat sich bspw. darauf verlassen, dass ihre schnellen Außen die Lautrer Defensive schon irgendwie knacken. Ist ihnen aber nicht gelungen und einen Plan B gab es nicht. Dabei war der FCK eine Mannschaft, die mitspielen wollte. Wenn du auf einen Gegener triffst, dessen Defensivkette 20m vor der Mittellinie stehen bleibt, dann wird es noch schwerer, diese allein mit Hilfe der Aussenstürmer zu knacken.

Da es das erste Spiel in dieser Saison war, welches ich verfolgen konnte (Pokal habe ich verpasst), kann ich zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Aussage darüber treffen, ob Schommers das als Universaltaktik verwendet oder diese auf den Gegener zurechtgeschneidert wurde.

Was ich allerdings recht bestimmt vertreten kann, ist die Aussage, dass die gegen Dresden gewählte Taktik eigentlich recht gut zu unserem Spielermaterial passt.

Zuck ist bspw. kein Lautsprecher, aber ich würde ich schon einen taktischen Blick auf das Spielgeschehen zusprechen wollen. Selbst im Pokalspielgibt es eine Szene, in der er zur Pause seinen Mitspielern (in diesem Falle Pourié) Laufwege erklärt.

Mal sehen, wann ich dazu komme, mal wieder ein Spiel live verfolgen zu können (bzw. meine Freizeitbeauftragte aka Ehegattin mich läßt Cool).

Wie man an den Aussagen von Sickinger nach dem Spiel heraushören konnte, trägt die Mannschaft die Taktik jedoch mit und scheint von ihr sowie den eigenen Fähigkeiten überzeugt. Feintuning fehlt allerdings noch.

Und mein großer Kritikpunkt an Schommers bleibt, dass er m.E. während des Spiels zu zögerlich reagiert. Wobei ich gestehen muss, dass ich nicht einschätzen kann, wie fragil das (Mannschafts-)Gefüge auf Änderungen reagiert. Vor allem in der dritten Liga.

Aber einer deiner Punkte ist definitiv valide: Standards scheinen in dieser Liga wirklich ein Gamechanger zu sein. Siehe das Spiel gegen Dresden. Irgendwie mauern kann jedes Team, das mit einem offensiven Plan zu knacken, das ist die Schwierigkeit. Da sind gute Standards dann ein ziemlich probates Mittel.
Da wären wir dann auch bei deinem wuseligen Stürmer, der Fouls tief in der gegenerischen Hälfte zieht. Zwinkernd



Wenn sich die ganzen Taktik Erläuterungen so durch liest, dann kann man klar zu dem Schluß das es bei Wagner eher eine persönliche Geschichte mit Schommers als eine fachmännische war.
Und ich bin immer noch von Schommers überzeugt man sollte ihm einfach Zeit geben.
Und zur Taktik denke ich das sich das ganze auch noch richtig einspielen muss. Aber ich denke wir sind mit dieser Taktik schwerer auszurechnen als noch mit Pick und Kühlwetter, wenn diese vom Gegner aus dem Spiel genommen wurden, dann lief bei uns nicht mehr viel.

•     •     •

Lauterer geben niemals auf sie kämpfen!!



"Wenn Deutsche so gedemütigt wurden, hält sie nichts mehr auf - die sind glatt in der Lage, uns zu überrennen. Ich weiß das. Ich war in Kaiserslautern. Damit bin ich genug bedient."

Pep Guardiola

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Fck_Fan am 24.09.2020 um 16:35 Uhr bearbeitet
Taktik(tisch)thread |#1972
24.09.2020 - 17:26 Uhr
Zitat von guggemool
Zitat von goldbaek

Danke für die Ausführungen und Interpretationen zur Offensivtaktik.
Für mich wirklich interessant zu lesen. Hab da jetzt schon nochmal was gelernt.

Die Frage die ich mir aber stelle...
Muss man in Liga 3 so komplex agieren?

Schnelle Außen, ein rustikaler Abräumer im Mittelfeld, ein wuseliger und ein kopfballstarker Stürmer, Standards üben bis zum Umfallen... fertig ist die Laube.

Edit:
Das ist jetzt nicht unbedingt Kritik an Schommers. Meinte eher, ist das generell die Herangehensweise, die man in einer dritten Profiliga an den Tag legen muss? Wenn ich mir die Trainer dieser Liga so ansehe, verfolgen einige sicherlich deutlich praktikablere Ansätze.


Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich diese Taktik eigentlich gar nicht sonderlich komplex.

Um dein Beispiel aufzugreifen: Schnelle Außen können gerade in dieser Liga auch eher Last den Hilfe sein. Dresden hat sich bspw. darauf verlassen, dass ihre schnellen Außen die Lautrer Defensive schon irgendwie knacken. Ist ihnen aber nicht gelungen und einen Plan B gab es nicht. Dabei war der FCK eine Mannschaft, die mitspielen wollte. Wenn du auf einen Gegener triffst, dessen Defensivkette 20m vor der Mittellinie stehen bleibt, dann wird es noch schwerer, diese allein mit Hilfe der Aussenstürmer zu knacken.

Da es das erste Spiel in dieser Saison war, welches ich verfolgen konnte (Pokal habe ich verpasst), kann ich zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Aussage darüber treffen, ob Schommers das als Universaltaktik verwendet oder diese auf den Gegener zurechtgeschneidert wurde.

Was ich allerdings recht bestimmt vertreten kann, ist die Aussage, dass die gegen Dresden gewählte Taktik eigentlich recht gut zu unserem Spielermaterial passt.

Zuck ist bspw. kein Lautsprecher, aber ich würde ich schon einen taktischen Blick auf das Spielgeschehen zusprechen wollen. Selbst im Pokalspielgibt es eine Szene, in der er zur Pause seinen Mitspielern (in diesem Falle Pourié) Laufwege erklärt.

Mal sehen, wann ich dazu komme, mal wieder ein Spiel live verfolgen zu können (bzw. meine Freizeitbeauftragte aka Ehegattin mich läßt Cool).

Wie man an den Aussagen von Sickinger nach dem Spiel heraushören konnte, trägt die Mannschaft die Taktik jedoch mit und scheint von ihr sowie den eigenen Fähigkeiten überzeugt. Feintuning fehlt allerdings noch.

Und mein großer Kritikpunkt an Schommers bleibt, dass er m.E. während des Spiels zu zögerlich reagiert. Wobei ich gestehen muss, dass ich nicht einschätzen kann, wie fragil das (Mannschafts-)Gefüge auf Änderungen reagiert. Vor allem in der dritten Liga.

Aber einer deiner Punkte ist definitiv valide: Standards scheinen in dieser Liga wirklich ein Gamechanger zu sein. Siehe das Spiel gegen Dresden. Irgendwie mauern kann jedes Team, das mit einem offensiven Plan zu knacken, das ist die Schwierigkeit. Da sind gute Standards dann ein ziemlich probates Mittel.
Da wären wir dann auch bei deinem wuseligen Stürmer, der Fouls tief in der gegenerischen Hälfte zieht. Zwinkernd


Die Außen von Dresden, insbesondere Diawusi, wollten doch garnicht zur
Grundlinie. Diawusi hat verzögert und gewartet bis die Mitte gut besetzt war
und hat dann versucht den Ball in unserem 16er auf einen eingelaufenen
Spieler zu legen. Das 1:0 ist dann zwar durch einen scharfen Schuss nach
einem Standard gefallen, aber Dresden hatte sein Ziel erreicht und zwar durch
geschicktes Spiel über die Außen. Das war kein Zufall, das war gewollt.

Wie willst Du an einem nicht hörbaren Gespräch zwischen Zuck und Pourie
erkennen, dass Zuck dafür gut geeignet ist ein Spiel zu lesen und zu gestalten ?
Einem 29-jährigen Torjäger muss doch keiner Laufwege erklären gegen einen
6-Ligisten, ich bitte Dich. Die konnten sich einfach nicht erklären, warum die
Dicksten Chancen versiebt werden.

Gegen Dresden hat Schommers nach dem Platzverweis viel zu spät gewechselt.
Es war noch genügend Zeit über die Flügel Druck zu machen, aber durch das
Ballgeschiebe im Mittelfeld ohne Zug zum Tor hat man es Dresden mit einem
weniger, einfach gemacht.

Verwunderlich auch deshalb, weil man in einer ähnlichen Situation gegen
schwache Regensburger auch keine Mittel gefunden hat.

Das hat alles weniger mit Taktik zu tun, als mit falschen Positionsbesetzungen
und individuell falsch eingesetzter Spielerqualität, sowohl personell als auch
zeitlich.
Taktik(tisch)thread |#1973
24.09.2020 - 17:58 Uhr
Zitat von Pasi11
Zitat von guggemool

Wie man an den Aussagen von Sickinger nach dem Spiel heraushören konnte, trägt die Mannschaft die Taktik jedoch mit und scheint von ihr sowie den eigenen Fähigkeiten überzeugt. Feintuning fehlt allerdings noch.


Hier würde ich nicht soviel drauf geben. Was soll ein Spieler auf so eine Frage auch schon antworten? Erst recht der Kapitän. Sollen sie öffentlich den Trainer kritisieren? Dadurch sinkt das Verhältnis zum Trainer, was auch einen Bankplatz/Kaderverzicht mit sich bringen könnte.

Ich kann mich noch gut an ein Spiel in der Rückrunde erinnern, als Pick irgendwann mal zu nem Kollegen meinte „endlich stellen wir um“. Das war damals gut im TV zu hören.


Da sprach Pick mir wahrscheinlich aus der Seele. Genau das habe ich an Schommers in meinen Beiträgen ja kritisiert. Er reagiert zu spät auf veränderte taktische Situationen.

Sickingers Statement "wir können uns spielerisch nur selbst schlagen", hat in erster Linie auch nichts mit dem Trainer zu tun. Aber man kann daraus schließen, dass die Mannschaft durchaus von ihrem Fähigkeiten überzeugt ist.
Taktik(tisch)thread |#1974
24.09.2020 - 18:01 Uhr
Zitat von pulder
Zitat von guggemool

Zitat von goldbaek

Danke für die Ausführungen und Interpretationen zur Offensivtaktik.
Für mich wirklich interessant zu lesen. Hab da jetzt schon nochmal was gelernt.

Die Frage die ich mir aber stelle...
Muss man in Liga 3 so komplex agieren?

Schnelle Außen, ein rustikaler Abräumer im Mittelfeld, ein wuseliger und ein kopfballstarker Stürmer, Standards üben bis zum Umfallen... fertig ist die Laube.

Edit:
Das ist jetzt nicht unbedingt Kritik an Schommers. Meinte eher, ist das generell die Herangehensweise, die man in einer dritten Profiliga an den Tag legen muss? Wenn ich mir die Trainer dieser Liga so ansehe, verfolgen einige sicherlich deutlich praktikablere Ansätze.


Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich diese Taktik eigentlich gar nicht sonderlich komplex.

Um dein Beispiel aufzugreifen: Schnelle Außen können gerade in dieser Liga auch eher Last den Hilfe sein. Dresden hat sich bspw. darauf verlassen, dass ihre schnellen Außen die Lautrer Defensive schon irgendwie knacken. Ist ihnen aber nicht gelungen und einen Plan B gab es nicht. Dabei war der FCK eine Mannschaft, die mitspielen wollte. Wenn du auf einen Gegener triffst, dessen Defensivkette 20m vor der Mittellinie stehen bleibt, dann wird es noch schwerer, diese allein mit Hilfe der Aussenstürmer zu knacken.

Da es das erste Spiel in dieser Saison war, welches ich verfolgen konnte (Pokal habe ich verpasst), kann ich zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Aussage darüber treffen, ob Schommers das als Universaltaktik verwendet oder diese auf den Gegener zurechtgeschneidert wurde.

Was ich allerdings recht bestimmt vertreten kann, ist die Aussage, dass die gegen Dresden gewählte Taktik eigentlich recht gut zu unserem Spielermaterial passt.

Zuck ist bspw. kein Lautsprecher, aber ich würde ich schon einen taktischen Blick auf das Spielgeschehen zusprechen wollen. Selbst im Pokalspielgibt es eine Szene, in der er zur Pause seinen Mitspielern (in diesem Falle Pourié) Laufwege erklärt.

Mal sehen, wann ich dazu komme, mal wieder ein Spiel live verfolgen zu können (bzw. meine Freizeitbeauftragte aka Ehegattin mich läßt Cool).

Wie man an den Aussagen von Sickinger nach dem Spiel heraushören konnte, trägt die Mannschaft die Taktik jedoch mit und scheint von ihr sowie den eigenen Fähigkeiten überzeugt. Feintuning fehlt allerdings noch.

Und mein großer Kritikpunkt an Schommers bleibt, dass er m.E. während des Spiels zu zögerlich reagiert. Wobei ich gestehen muss, dass ich nicht einschätzen kann, wie fragil das (Mannschafts-)Gefüge auf Änderungen reagiert. Vor allem in der dritten Liga.

Aber einer deiner Punkte ist definitiv valide: Standards scheinen in dieser Liga wirklich ein Gamechanger zu sein. Siehe das Spiel gegen Dresden. Irgendwie mauern kann jedes Team, das mit einem offensiven Plan zu knacken, das ist die Schwierigkeit. Da sind gute Standards dann ein ziemlich probates Mittel.
Da wären wir dann auch bei deinem wuseligen Stürmer, der Fouls tief in der gegenerischen Hälfte zieht. Zwinkernd


Die Außen von Dresden, insbesondere Diawusi, wollten doch garnicht zur
Grundlinie. Diawusi hat verzögert und gewartet bis die Mitte gut besetzt war
und hat dann versucht den Ball in unserem 16er auf einen eingelaufenen
Spieler zu legen. Das 1:0 ist dann zwar durch einen scharfen Schuss nach
einem Standard gefallen, aber Dresden hatte sein Ziel erreicht und zwar durch
geschicktes Spiel über die Außen. Das war kein Zufall, das war gewollt.

Wie willst Du an einem nicht hörbaren Gespräch zwischen Zuck und Pourie
erkennen, dass Zuck dafür gut geeignet ist ein Spiel zu lesen und zu gestalten ?
Einem 29-jährigen Torjäger muss doch keiner Laufwege erklären gegen einen
6-Ligisten, ich bitte Dich. Die konnten sich einfach nicht erklären, warum die
Dicksten Chancen versiebt werden.

Gegen Dresden hat Schommers nach dem Platzverweis viel zu spät gewechselt.
Es war noch genügend Zeit über die Flügel Druck zu machen, aber durch das
Ballgeschiebe im Mittelfeld ohne Zug zum Tor hat man es Dresden mit einem
weniger, einfach gemacht.

Verwunderlich auch deshalb, weil man in einer ähnlichen Situation gegen
schwache Regensburger auch keine Mittel gefunden hat.

Das hat alles weniger mit Taktik zu tun, als mit falschen Positionsbesetzungen
und individuell falsch eingesetzter Spielerqualität, sowohl personell als auch
zeitlich.


Puh, wo fange ich da an? Am besten erkenne ich an, dass wir beide einen anderen Blick auf die Spiele haben und belasse es dabei.
Taktik(tisch)thread |#1975
25.09.2020 - 09:01 Uhr
Weil ich mich noch ein paar Tage über den statischen Spielaufbau aufgeregt habe, wollte ich hier auch nochmal ein paar Gedanken äußern.

Ein Spielaufbau mit drei Spielern kann immer situativ Sinn ergeben, wenn der Gegner hoch anläuft. Auch kann man eventuell auch besser Diagonalbälle schlagen, wenn die AV wie in unserem System weit aufrücken. So kann man schnell hinter die letzte Kette kommen und von außen Hereingaben bringen. Da haben wir jetzt auch jetzt die Spieler, die das verwerten können.

Ebenfalls kann man in diesem Fall auch gut durch die Mitte kombinieren, wenn der Zehner oder ein Stürmer entgegenkommt. Dann man eine ganz einfach Kombination spielen: IV - 10/ST - dann eine „Klatsche auf einen der beiden Sechser. Damit hätte man die erste Pressinglinie des Gegners überspielt. Der Sechser hat dann ein paar Optionen:

- tiefer Flachpass auf den in den Lauf des ballnahen AV
- hoher Diagonalball in den Lauf des ballfernen AV
- Pass in den Lauf einen Stürmers
- Pass auf einen entgegenkommenden Stürmer, der dann aber wieder eine Option für einen „Klatschpass“ braucht oder Platz zum aufdrehen.
- über die IV wieder auflösen und den Gegner weiter zurechtschieben

Das klingt in der Theorie recht einfach, Problem ist nur der Gegner. Außerdem ist es hierbei wichtig, dass die Passqualität hoch ist - richtige Schärfe und Genauigkeit. Anderenfalls funktioniert das nicht. Außerdem braucht man Geduld, weil man vermutlich auch vier mal hintereinander zurück zum IV spielen muss.

Dieser Spielaufbau funktioniert im 3-4-1-2 und auch im 4-1-2-1-2. wann baut man nun besser mit drei und wann mit zwei Innenverteidiger auf? Entscheidend ist erstmal, mit wie viel Spielern der Gegner anläuft. Wenn er mit zwei Spielern anläuft, braucht man 3 IV als Absicherung, gleichzeitig können die AV schon höher stehen. Bei einem anlaufenden Spieler braucht man eigentlich nur zwei Spieler, da man zur Not immer über den Torwart auflösen kann (der natürlich Fußball spielen können muss).

Im 4-1-2-1-2 sind intelligente AV Pflicht, diese müssen sofort erkennen müssen, wann ein zentraler Spieler einen pass in ihren Lauf spielen kann. Dort kann der Spielaufbau wie folgt aussehen:

IV - 10/ST - 8/6

Dieser Spieler hat dann die selben Optionen wie oben erwähnt, wenn die AV das erkennen, wann sie starten können. Dort wird es aber auch viele Pässe ins Leere geben, wenn die AV nicht starten. Dabei muss man dann Geduld haben.

Die ganze Spielweise funktioniert unter einer Prämisse: man fängt sich nicht in den ersten 30 Minuten ein dummes Gegentor, was dazu führt, dass der Gegner sich allein auf das verteidigen begrenzt.

Wenn jetzt Leute kommen und sagen, das ganze ist zu komplex: so spielen wir in der achten Liga. In einem anderen System, aber eben genau mit dieser Geduld. Damit schießt man nur viele Tore, wenn man wirklich gute Stürmer und schnelle AV hat, die 90 Minuten rennen können. Außerdem braucht man ball- und passsichere Sechser/Achter/Zehner, Spielstarke Stürmer (Pourié) und passsichere IV. All das haben wir theoretisch. Deshalb ist Sickinger in der IV wichtig und Kraus muss besser aufbauen als gegen DD, dann kann das ganze funktionieren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von svl1893 am 25.09.2020 um 09:03 Uhr bearbeitet
Taktik(tisch)thread |#1976
25.09.2020 - 09:45 Uhr
@svl1893: Eine gute Analyse. Allerdings sehe ich bei uns das Problem, dass wir praktisch nicht mit 3 Spielern aufbauen, sondern nur mit einem und der Rest als Deko daneben steht. Der Gegner muss bei uns quasi nur Ciftci von halblinks so zulaufen, dass er gleichzeitig auch noch Sickinger etwas unter Druck setzt. Dafür reicht in der Tat ein Gegner aus. Kommt der Ball dann zu Kraus, hat der Gegner mit einem Spieler sein Ziel erreicht.

Würde bei uns der abkippende 6er eher über rechts kommen, wären wir nicht so leicht ausrechenbar, da auf der linken Seite Sickinger auch das Spiel genauso eröffnen könnte, wie es Ciftci macht.

Überraschungseffekte kommen bei uns nie vor, da wirklich JEDER Aufbau über Ciftci erfolgt. Ist er noch nicht auf Position, wird eben so lange gewartet, bis er da ist. Dadurch sind wir mMn extrem leicht auszurechnen. Da wie geschrieben 1 Spieler ausreicht, können die anderen Gegenspieler unsere entgegenkommenden Spieler besser zustellen bzw. angreifen.

Die Praxis klappt bei uns aufgrund der Eindimensionalität nicht wirklich.
Taktik(tisch)thread |#1977
25.09.2020 - 09:57 Uhr
Zitat von svl1893

Ein Spielaufbau mit drei Spielern kann immer situativ Sinn ergeben, wenn der Gegner hoch anläuft.


Das erklärt sich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht. Der Spielaufbau mit drei Spielern führt auch dazu, dass man eine gute Absicherung gegen Konter hat, weshalb man die auch gegen tief stehende Gegner nicht ohne Not auflösen sollte. Der ergibt also immer Sinn, solange man nicht hohes Risiko gehen muss. Allerdings braucht es auch Spieler, die den Ball sauber passen und sauber verarbeiten können und nach der Ballannahme keine zehn Sekunden brauchen, um sich für eine Passoption zu entscheiden.

Beste Grüße
Lullaby
Taktik(tisch)thread |#1978
25.09.2020 - 10:09 Uhr
Zitat von Pasi11
@svl1893: Eine gute Analyse. Allerdings sehe ich bei uns das Problem, dass wir praktisch nicht mit 3 Spielern aufbauen, sondern nur mit einem und der Rest als Deko daneben steht. Der Gegner muss bei uns quasi nur Ciftci von halblinks so zulaufen, dass er gleichzeitig auch noch Sickinger etwas unter Druck setzt. Dafür reicht in der Tat ein Gegner aus. Kommt der Ball dann zu Kraus, hat der Gegner mit einem Spieler sein Ziel erreicht.

Würde bei uns der abkippende 6er eher über rechts kommen, wären wir nicht so leicht ausrechenbar, da auf der linken Seite Sickinger auch das Spiel genauso eröffnen könnte, wie es Ciftci macht.

Überraschungseffekte kommen bei uns nie vor, da wirklich JEDER Aufbau über Ciftci erfolgt. Ist er noch nicht auf Position, wird eben so lange gewartet, bis er da ist. Dadurch sind wir mMn extrem leicht auszurechnen. Da wie geschrieben 1 Spieler ausreicht, können die anderen Gegenspieler unsere entgegenkommenden Spieler besser zustellen bzw. angreifen.

Die Praxis klappt bei uns aufgrund der Eindimensionalität nicht wirklich.


Hast recht, ich hab das Wichtigste vergessen:

Da Dresden nicht wirklich mit zwei Spielern angelaufen hat, sicherlich vor allem in der zweiten Halbzeit (die ich nicht sehen konnte) ist ein Spielaufbau mit drei IV schon grundsätzlich Quatsch. Wenn sich Ciftci dann so unglaublich nicht anspielbar fallen lässt, fehlt da jegliche Dynamik. Außerdem ist der Weg zu weit. Entweder muss das Rieder machen, in dem er sich zwischen Kraus und Sickinger fallen lässt, oder man tauscht Ciftci und Rieder komplett. Meiner Meinung nach ist Sickinger doch auch relativ beidfüßig, oder? Dann könnte er doch auch auf links spielen.

Ich denke aber, dass der Spielaufbau vor allem über Ciftci ging, weil Kraus erhebliche Schwächen in der Anfangsphase gezeigt hat und auch Sickinger einige Fehlpässe gespielt hat. Wenn das weiterhin so geht, dann haben wir echt ein Problem. Ich hoffe, dass Winkler da brauchbarer ist oder Kraus sich erheblich steigert.

Hinzu kommt, dass Rieder auf mich wirkte, als ist er einer, der das grundsätzlich machen will und sich die Bälle von den IV auch abholen will. Das bringt aber nichts, wenn er das bei einer Dreierkette 10 Meter vor ihnen macht, weil da zu wenig Raumgewinn. Das hat dazu geführt, dass unser Spiel extrem statisch wurde, da nur noch Zuck und Pourié für den von mir gewünschten Pass hinter die erste Kette. Die hätten dann aber auch nur Rieder als Anspielstation. Das ist einfach zu wenig.

Bachmann gefällt mir auf der Position im RZM gar nicht. Der könnte die Sechs bespielen, ich sehe ihn auch als perfekten Backup für Rieder. Aber warum man im RZM nicht auf Bakhat setzt, erschließt sich mir nicht. Ich hoffe, dass es sich mit Ritter und Sessa ändert. Wenn dafür Bachmann und Zuck/Huth rausfallen, haben wir eine extrem spielstarke Mannschaft. Dann gibt es noch Spieler wie Kleinsorge (und Biankadi), die in der letzten Reihe noch Tempo reinbringen können. Es müssen nur endlich alle fit werden...

Wie gesagt, es ist in der Theorie einfach, man braucht aber das Spielermaterial. Grundsätzlich haben wir das, die müssen nur die PS auf den Platz bringen.
Taktik(tisch)thread |#1979
25.09.2020 - 10:12 Uhr
@svl1893

Sehr guter Beitrag, den ich gerne noch um eine weiteren Gedankengang ergänzen möchte:
In der angesprochenen Dreierkette im Aufbauspiel mit hoch stehenden AVs sollen die beiden äußeren Spieler (Ciftci, Kraus) den von dir geschilderten Spielaufbau übernehmen. So weit so gut und für mich in der Theorie auch sehr plausibel. Wenn wir die praktische Seite anschauen, spielt bei uns einen dieser beiden Parts im Moment Kraus. Und genau hier sehe ich das Problem. Dresden war taktisch darauf eingestellt und hat es gegen uns in der 1.HZ oft sehr gut hinbekommen, unsere Dreierkette von links aus anzulaufen und damit den von dir beschriebenen Ball zwingend von Kraus spielen zu lassen. Und dieser Ball (oft in Richtung Pourie) hat uns in der ersten HZ einige Male ganz schön in die Bredouille gebracht.
Das müssen die Spieler (Kraus, aber auch die entgegenkommenden Spieler) besser lösen. Optimal wäre es hier, wenn man das Spiel über Rieder wieder auf die linke Seite und damit auf Ciftci verlagern könnte. Wenn uns das gelungen wäre, hätte Ciftci oftmals sehr viel Grün vor sich gehabt und genau das ist ja auch die Idee über drei zentrale Spieler aufzubauen.
Ich bin gespannt, ob man das in den folgenden Spielen besser gelöst bekommt (sei es durch eine andere taktische Ausrichtung des Gegners oder eigene Lösungen).

An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass diese Beobachtung lediglich auf der ersten HZ gg Dresden beruht. Die zweite HZ kann mMn nicht für die Analyse gebrauchen, da das Aufbauspiel hier gar nicht nötig war, da sich Dresden sehr tieft aufgestellt hat.
Auch bin ich mir sicher, dass, wenn Dresden die 2.HZ mit 11 Mann bestritten hätte, (i) wir uns hätten öfters über Rieder aus einer Seite befreien und das Spiel über Ciftci verlagern können und (ii) Dresden in Form von den beiden anlaufenden Spielern (Weihrauch und Daferner) das Anlaufen mit voranschreitender Spieldauer nicht mehr so gut hinbekommen hätten uns so über die rechte Seite zu steuern, das das kräftetechnisch schon anspruchsvoll ist. Daferner hat in der 2. HZ aber auch oft das Lob des ARD-Kommentators für seine Laufleistung bekommen.
Taktik(tisch)thread |#1980
25.09.2020 - 10:15 Uhr
Zitat von Lullaby

Zitat von svl1893

Ein Spielaufbau mit drei Spielern kann immer situativ Sinn ergeben, wenn der Gegner hoch anläuft.


Das erklärt sich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht. Der Spielaufbau mit drei Spielern führt auch dazu, dass man eine gute Absicherung gegen Konter hat, weshalb man die auch gegen tief stehende Gegner nicht ohne Not auflösen sollte.


Wenn wir mit 2 IV aufbauen, dann stehen die AV im Spielaufbau auf ihrer Höhe, wenn auch breit. In kontersituationen wären die sofort bereit einzugreifen. Das ist dann die Konterabsicherung. Ich habe dann lieber auch zwei aus Schad/Hercher/Hlousek hinten als einen Ciftci. Außerdem hat man einen Rieder, der in dem System 15 Meter vor den IV stehen sollte und niemals einen ernsthaften pass bekommen sollte (maximal als Klatsche zurück auf den IV). Das muss meiner Meinung nach als Absicherung reichen. In einer Dreierkette schieben die AV hoch, fallen also als Absicherung aus.

Beim Rest hast du natürlich recht. Natürlich kann man auch beim anderen anderer Meinung sein. Ich habe ja auch keine Fußballlehrerausbildung smile

@Mephisto14 was Kraus betrifft, hast du völlig recht. Ich traue es ihm zwar grundsätzlich zu, aber er muss sich deutlich steigern.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von svl1893 am 25.09.2020 um 10:18 Uhr bearbeitet
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