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Sponsoring/Finanzen

17.02.2011 - 12:02 Uhr
Sponsoring/Finanzen |#3371
01.06.2026 - 17:59 Uhr
Das kann man natürlich schlecht Belegen, weil es keine empirische Studie dazu gibt, man muss aber damit kalkulieren, dass der Konsum im Stadion zurückgeht und sich mehr Umfeld eingedeckt wird.

Genauso wichtig sind die weichen Faktoren: Image, die Marken befruchten sich gegenseitig etc... das kann man nicht einfach untern Tisch fallen lassen. Stärken der Stadt, Infrastruktur städtischer Konzerne ist kein so kleines Thema und nicht immer an Zahlen messbar. Das passiert ja andersrum genauso, sonst wäre z.B. Vonovia niemals Hauptsponsor geworden...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Cervidae am 01.06.2026 um 18:00 Uhr bearbeitet
Sponsoring/Finanzen |#3372
01.06.2026 - 18:29 Uhr
Vonovia hat aber in soweit ich weiß marktgerecht bezahlt. Das ist bei Fiege augenscheinlich fragwürdig.

Natürlich spielen die von dir genannten Faktoren eine Rolle, allerdings können diese Soft-Facts den finanziellen Aspekt nur bis zu einem gewissen Punkt ausgleichen.

So toll ich das Konzept mit Fiege (und auch das Bier) finde, wir können es uns nicht leisten, aus Nostalgie auf einen größeren Geldbetrag zu verzichten. Das hat man bei Dönninghaus auch nicht getan und wird es vermutlich auch beim Bier nicht tun

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"Viele Menschen sind gut genug erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun" ~ Orson Welles ~

!!!!!1848, nur damit es jeder weiss!!!!!!
Sponsoring/Finanzen |#3373
01.06.2026 - 22:44 Uhr
Zitat von Broker1848

Vonovia hat aber in soweit ich weiß marktgerecht bezahlt. Das ist bei Fiege augenscheinlich fragwürdig.

Natürlich spielen die von dir genannten Faktoren eine Rolle, allerdings können diese Soft-Facts den finanziellen Aspekt nur bis zu einem gewissen Punkt ausgleichen.

So toll ich das Konzept mit Fiege (und auch das Bier) finde, wir können es uns nicht leisten, aus Nostalgie auf einen größeren Geldbetrag zu verzichten. Das hat man bei Dönninghaus auch nicht getan und wird es vermutlich auch beim Bier nicht tun


Sehe ich genauso. Aus Nostalgie-Gründen halten wir in erster Linie ja bereits am Stadion fest, wodurch langfristig ebenfalls die Wettbewerbsfähigkeit sinken wird.

Und auch wenn es bereits mittlerweile vergessen wurde, hat man sich aufgrund der fehlenden Regionalität und Bezug zum Verein gegen mehrere Investorenangebote entschieden.

Wenn man jetzt bei den Sponsoren auch noch dauerhaft so Abstriche macht, ist irgendwann der Verein selbst auch nur noch Nostalgie.

Will das jetzt auch nicht dramatisieren, aber in Sachen Innovation tut sich der VfL wirklich schwer sich mal neu zu erfinden.

Wo wäre Schalke zum Beispiel heutzutage, wenn die immer noch im Parkstadion spielen würden und auf Tönnies und Gazprom als fragwürdige Unterstützer verzichtet hätten? Ich mein einerseits ist es auch ein Paradebeispiel für hoch fliegen und tief fallen, aber gleichzeitig hat man dadurch auch eine gewisse Größe erreicht, die es einem erleichtert wieder in alte erfolgreichere Gewässer zu kommen.

P.S. Känzig hat im Interview gesagt, dass wir jedes Jahr 8 Millionen Transfererlöse erzielen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Insofern sehen wir hier deutlich, zu was uns diese ganzen Einbußen letztendlich zwingen. Jedes Jahr einen "Lenz" zu verkaufen ist schlicht und ergreifend unmöglich. Demnach wird es Jahr für Jahr härter werden für uns (vorallem wenn man nicht extremer als andere Vereine auf junge Spieler setzt).

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„Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet“.

„Wenn die Gegner nach Bochum kommen, muss es ihnen dünn durch die Hose laufen. Gibt’s diesen Ausdruck nicht in Deutschland? Die Hose vollhaben.“

„Ihr stellt mir Fragen und macht daraus eure eigenen Wahrheiten. Das ist kein Niveau, sondern Manipulation!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von G_Verbeek am 01.06.2026 um 22:48 Uhr bearbeitet
Sponsoring/Finanzen |#3374
02.06.2026 - 00:50 Uhr
Zitat von G_Verbeek

Will das jetzt auch nicht dramatisieren, aber in Sachen Innovation tut sich der VfL wirklich schwer sich mal neu zu erfinden.

Was ist denn für dich die "Innovation" eines Vereins? Sind nicht gerade "Tradition" & "Beständigkeit" mit die wichtigsten Leitkulturen des VfL? Beständigkeit heißt ja nicht, dass man nichts verändert, sondern eben auf bestimmten Dingen aufbaut und neue Aspekte in die Sturktur integriert. Wenn man den VfL mal abseits des Fußballs betrachtet (bspw. in Bezug auf Nachhaltigkeit, Qualität etc.), gibt der Verein ein sehr innovatives Bild ab. Wo sollte sich der Verein also deiner Meinung nach "neu entwickeln"?
Gerade die letzte Mitgliederumfrage suggerierte doch, dass der Verein sein Leitbild behalten möchte. Da wird auch eine neue Stadionwurst oder ein anderes Stadionbier nichts ändern. Gerade letzteres ist dermaßen in den Köpfen der Fans verankert ("Mein Herz schlägt nur für dich !"), dass ein Wechsel sehr viel Unmut mit sich bringen würde. Und dann versuch mal dem Durchschnittsfan zu verklickern, dass dies eine wirtschaftlich kluge Entscheidung ist und den Verein nach vorne bringt 🫩
Ich sehe die Banner dagegen jetzt schon vor dem geistigen Auge...

Zitat von G_Verbeek

Wo wäre Schalke zum Beispiel heutzutage, wenn die immer noch im Parkstadion spielen würden und auf Tönnies und Gazprom als fragwürdige Unterstützer verzichtet hätten? Ich mein einerseits ist es auch ein Paradebeispiel für hoch fliegen und tief fallen, aber gleichzeitig hat man dadurch auch eine gewisse Größe erreicht, die es einem erleichtert wieder in alte erfolgreichere Gewässer zu kommen.

Aus meiner Sicht mal wieder ein krasser Hot-Take.
Tönnies ist 1994 in Schalke "eingestiegen". Bis dahin war der Verein bereits 7 Mal Deutscher Meister und zweifacher Pokalsieger. Danach haben sie noch drei Mal den Pokal geholt und ein Mal den UEFA-Cup. Gazprom ist gar erst 2007 eingestiegen. Seit dem also nur ein Mal den Pokal geholt.
Schaut man sich die Ligaplatzierungen seit 1994 an, so lief es bei Schalke erst seit 2000/2001 besser als zuvor. Ich erkenne hier beim besten Willen nur eine Kausalität und keine Korrelation. Das ganze wird dann noch durch die Entwicklung der Mitgliederzahlen in diesem Zeitraum unterstrichen.

Die Veltins-Arena war 2001 fertig und 2019 vollständig abbezahlt. Kostenpunkt: 191 Millionen Euro mit einem Kredit von 123 Millionen. Also auch ohne Gazprom und Tönnies hat sicher keine 120 Millionen da reingepumpt 😂
Der Verein hat eine lange Zeit gut gewirtschaftet und der sportliche Erfolg abseits der Pokalgewinne (bpsw. die CL-Teilnahmen) hat mit Sicherheit auch gut Kohle reingespült. Die Fehlinvestitionen/-management kam dann als schleichender Prozess, als man weitere Pokale und Schalen erzwingen wollte und beispielsweise die Vertragsstrukturen aus dem Ruder liefen.
Aber auch so lebt Schalke von Privatinvestoren, wie eben beispielsweise der Bau der Veltins-Arena wiederspiegelt.

Das hier "dubiose" Sponsoren einen großen Vorteil bieten sollen, sehe ich nicht. Deutschland hat vor der ganzen geopolitischen Scheiße auch schon ordentlich Brennstoffe aus Russland bezogen. Gazprom war 2007 nicht wirklich umstritten, wenn man nicht im Mutterkonzern den alten Feind der Nation gesehen hat. Da könnte man eher aktuell die Spielothek- und (medizinisches) Cannabis-Apotheke-Sponsoren als "negative" Beispiele aufführen. Und selbst mit letztgenanntem hat Paderborn nicht außerordentlich investiert, wenn man sich deren Zahlen aus den letzten Jahren anguckt.

Zitat von G_Verbeek

P.S. Känzig hat im Interview gesagt, dass wir jedes Jahr 8 Millionen Transfererlöse erzielen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Insofern sehen wir hier deutlich, zu was uns diese ganzen Einbußen letztendlich zwingen.

Auch das ist so nicht korrekt. Die Aussage von Känzig war im Wortlaut: "Wenn wir uns den Lizenzetat dieser Saison leisten wollen, müssen wir höhere Ablösen erzielen, mindestens im Bereich von acht bis zehn Millionen Euro pro Jahr."
Ich verstehe, dass für dich ein hoher Etat bedeutet, dass man konkurrenzfähig ist. Allerdings zeigen gerade in der zweiten Liga genug Vereine, dass man auch mit einem geringeren Etat als der des VfL erfolgreich sein kann. Ich lasse dir mal folgende Tabelle der DFL da, die aus meiner Sicht einen guten Überblick bietet, wenn man nicht nur auf ein, oder zwei Vereine im Vergleich gucken möchte.
Konkurrenzfähigkeit ist weit mehr als nur ein Etat. Was schon mit einem guten Scouting möglich ist, zeigt gerade das Paradebeispiel Elversberg. Als Gegenbeispiel kannst du direkt Wolfsburg und Düsseldorf nehmen. Wer einen kostenlosen Eintritt in die eigene Arena ermöglichen kann, hats ja 😉

Zitat von G_Verbeek
Jedes Jahr einen "Lenz" zu verkaufen ist schlicht und ergreifend unmöglich. Demnach wird es Jahr für Jahr härter werden für uns (vorallem wenn man nicht extremer als andere Vereine auf junge Spieler setzt).

Man wird wahrscheinlich auch nicht jedes Jahr einen Spieler der Marke "Lenz" verkaufen, aber womöglich ja zwei oder mehr Spieler, die in Summe eine äquivalente oder gar höhere Ablöse einspielen. Aber auch dies ist ein idealistischer Gedanke. Känzigs Aussage sagt eigentlich nur eins aus: Man benötigt 8-10 Mio., um diesen Etat zu halten. Wenn man das nicht schafft, wird der Etat angepasst. Das ist das normalste der Fußballwelt. Wie weit dieser nach unten angepasst wird, hängt dann nicht nur von Transfers, sondern auch von Tabellenplatzierungen, Fernsehgeldern etc. ab.

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Uwe Seeler: »Ich entscheide die großen Dinge und meine Frau die kleinen. Welche Dinge groß und welche Dinge klein sind, entscheidet meine Frau.«

Udo Lattek: »Wunderbar, wie er seinen Körper zwischen sich und den Gegner schiebt.«
Sponsoring/Finanzen |#3375
02.06.2026 - 07:02 Uhr
Zitat von Chakan

Zitat von G_Verbeek

Wo wäre Schalke zum Beispiel heutzutage, wenn die immer noch im Parkstadion spielen würden und auf Tönnies und Gazprom als fragwürdige Unterstützer verzichtet hätten? Ich mein einerseits ist es auch ein Paradebeispiel für hoch fliegen und tief fallen, aber gleichzeitig hat man dadurch auch eine gewisse Größe erreicht, die es einem erleichtert wieder in alte erfolgreichere Gewässer zu kommen.

Aus meiner Sicht mal wieder ein krasser Hot-Take.
Tönnies ist 1994 in Schalke "eingestiegen". Bis dahin war der Verein bereits 7 Mal Deutscher Meister und zweifacher Pokalsieger. Danach haben sie noch drei Mal den Pokal geholt und ein Mal den UEFA-Cup. Gazprom ist gar erst 2007 eingestiegen. Seit dem also nur ein Mal den Pokal geholt.
Schaut man sich die Ligaplatzierungen seit 1994 an, so lief es bei Schalke erst seit 2000/2001 besser als zuvor. Ich erkenne hier beim besten Willen nur eine Kausalität und keine Korrelation. Das ganze wird dann noch durch die Entwicklung der Mitgliederzahlen in diesem Zeitraum unterstrichen.

Die Veltins-Arena war 2001 fertig und 2019 vollständig abbezahlt. Kostenpunkt: 191 Millionen Euro mit einem Kredit von 123 Millionen. Also auch ohne Gazprom und Tönnies hat sicher keine 120 Millionen da reingepumpt 😂
Der Verein hat eine lange Zeit gut gewirtschaftet und der sportliche Erfolg abseits der Pokalgewinne (bpsw. die CL-Teilnahmen) hat mit Sicherheit auch gut Kohle reingespült. Die Fehlinvestitionen/-management kam dann als schleichender Prozess, als man weitere Pokale und Schalen erzwingen wollte und beispielsweise die Vertragsstrukturen aus dem Ruder liefen.
Aber auch so lebt Schalke von Privatinvestoren, wie eben beispielsweise der Bau der Veltins-Arena wiederspiegelt.

Das hier "dubiose" Sponsoren einen großen Vorteil bieten sollen, sehe ich nicht. Deutschland hat vor der ganzen geopolitischen Scheiße auch schon ordentlich Brennstoffe aus Russland bezogen. Gazprom war 2007 nicht wirklich umstritten, wenn man nicht im Mutterkonzern den alten Feind der Nation gesehen hat. Da könnte man eher aktuell die Spielothek- und (medizinisches) Cannabis-Apotheke-Sponsoren als "negative" Beispiele aufführen. Und selbst mit letztgenanntem hat Paderborn nicht außerordentlich investiert, wenn man sich deren Zahlen aus den letzten Jahren anguckt.

Schön wie ihr beide am entscheidenden Faktor für Schalkes Aufstieg vorbeifliegt: Das war nämlich nicht Clemens Tönnies, sondern Rudi Assauer. Bevor der zum Verein kam, war das ein absoluter Chaos-Club. Aussauer hat als Manager dann die Euro-Fighter zusammengestellt und den Bau der Arena voran getrieben. Gazprom kam erst 2006/7 dazu, da war Schalke schon "Meister der Herzen" (2001) und UEFA-Cup-Sieger. Tönnies war bis Ende 2001 einfaches Aufsichtsratsmitglied, wie stark sein Anteil am Aufstieg bis dahin war, müsste wohl jemand beantworten der da stärker im Thema ist. Die Arena war da aber auf jeden Fall schon fertig.

Und man darf eben auch nicht vergessen, das Schalke schon immer eine große Anhängerschaft hatte und grad in den 90ern war das noch viel wichtiger als heute. Heute kommen Investoren und pushen Clubs mit ihrem Geld in die Bundesliga. Als Schalke damals den UEFA-Cup holte gab es kein Hoffenheim, kein RB, kein Wolfsburg in der Liga. Nur Bayer Leverkusen war bereits damals schon in der Bundesliga und ist in dem Jahr übrigens Vize-Meister geworden.

Die Meisterschaften, die man zwischen 1934 und 1958 holte sind komplett irrelevant und die ersten Pokalsiege (1937 und 1971) für den Aufstieg in den 90ern ebenfalls. Der 3. und 4. Pokalsieg (2001 und 2002) fällt ebenso wie die Vize-Meisterschaft 2001 ("Meister der Herzen") und der UEFA-Cup-Titel in Aussauers Amtszeit (1994 bis 2006). Im Grunde ist Schalke damals belohnt worden für ein gewisses Risiko das man eingegangen ist und eigentlich ja auch nur eingehen konnte, weil man mit Aussauer einen Manager hatte, dem man komplett vertrauen konnte und offenbar ja auch eine gewisse Risikobereitschaft hat. Mit Tönnies hatte das alles meiner Meinung nach wenig und mit Gazprom gar nichts zu tun. Gazprom ist damals eher zu Schalke WEIL man schon erfolgreich war.

Zurück zum Thema, was heisst das übertragen auf den VfL? Recht wenig, denn zum einen fehlt die Risikobereitschaft im Verein komplett, zum anderen war ein neues Stadion nie ernsthaft eine Option und drittens hat der VfL einfach nicht so viele Anhänger, was natürlich auch mit der Konkurrenz aus den beiden Nachbarstädten Gelsenkirchen und Dortmund zu tun hat. Aber eben auch damit, das man es seit dem ersten Abstieg aus der Bundesliga nie schaffte, sich wirklich zu etablieren und 4 Jahre die längste Periode Bundesliga war, die man erleben durfte.
Sponsoring/Finanzen |#3376
02.06.2026 - 09:24 Uhr
@Chakan Ich hole mal weiter aus. Grundsätzlich hat der VfL Bochum einen Nachteil gegen Schalke, da diese ihre Fußballabteilung rund 30 Jahre vor dem VfL gegründet haben. Demnach nach 30 Jahre mehr Zeit Fans und Tradition zu sammeln. Somit gab es von grundauf bessere Vorraussetzungen für Schalke in Sachen Mitgliedszahl und Fanbase.
Wie Ferm aber schon richtig gesagt hat, ging es mir primär um den Erfolg der letzten 30 Jahre, da spielen also die Uralt-Meisterschaften sicherlich keine Rolle, sondern die gute und innovative Arbeit von Assauer. Risikoreich, aber erfolgreich. Bau der Arena, Sponsoringverträge, Anleihen etc. Erst in den 2000ern wurde Schalke zu einem Stammgast der CL. Erst durch den Weggang von Assauer und das Chaos um die Macht im Verein, kamen die turbulenteren Zeiten. Das soll nicht heißen, dass wir ähnlich groß werden können, aber dass Schalke ohne die Maßnahmen und Innovation von Assauer und Tönnies irgendwo im Mittelmaß steckengeblieben wäre.

Wenn wir als VfL dann sagen: Okay kein neues Stadion, weil der Standort Castroper Straße definitiv bleiben muss; Okay keine 1,5 Millionen Bonus durch neue Biermarke; Okay keinen Investor aus dem Ausland, lieber regional. Resultiert daraus in der Summe dann leider, dass wir jedes Jahr 8 Millionen aus Transfers einnehmen müssen. Nicht mal um zu wachsen, sondern nur um einigermaßen unseren Status zu halten.

Wo der VfL nicht innovativ ist, fragst du? In Sachen Scouting war der VfL lange Zeit quasi steinzeitlich aufgestellt. Beim Stadion bessert man jetzt notgedrungen nach. Ausgliederung ist mittlerweile fast 10 Jahre her, ohne das daraus trotz Aufstieg irgendwas Positives resultiert ist. Auch in Sachen einheitliches Vereinskonzept in Sachen Talentförderung und Einbindung von Talenten, wirft man ständig das Konzept wieder um. Natürlich ist nicht alles schlecht, aber man ist generell oft eher risikoscheu und schaut was andere machen, anstatt selbst irgendwo der Vorreiter zu sein.

Bzgl. Känzig liegst du übrigens falsch, im aktuellen Interview mit der Bild, hat er genau das hier gesagt: "Der VfL muss jedes Jahr rund 8 Mio. Euro an Erlösen einnehmen, wenn man im Benchmark mit vergleichbaren Klubs mithalten will. Wir müssen nachziehen."
Ergo, nur um mit vergleichbaren Clubs mithalten zu können, muss man diese Summe einnehmen. Clubs die eben in Sachen Sponsoring, Stadion, Investoren klare Benefits haben.

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„Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet“.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von G_Verbeek am 02.06.2026 um 09:34 Uhr bearbeitet
Sponsoring/Finanzen |#3377
02.06.2026 - 10:47 Uhr
@DerFerm
Sehe jetzt nicht, dass ich irgendwo vorbeigeflogen wäre. Die These war "Wo wäre Schalke zum Beispiel heutzutage, wenn die immer noch im Parkstadion spielen würden und auf Tönnies und Gazprom als fragwürdige Unterstützer verzichtet hätten?" und die habe ich versucht in meinem Beitrag zu widerlegen. Um ALLE Faktoren aufzuzählen, reicht hier weder der Platz noch die Einsicht in die internen Absprachen von damals (und letztendlich auch mein Interesse an dem Verein mit der Turnhalle).

Dass Schalkes Erfolg aus einer Kombination aus verschiedenen Faktoren (von denen Assauer eine nicht unwesentliche Rolle spielt) bestand, sollte allen klar sein. Allerdings hatte man nicht erst mit ihm die immer wieder erwähnte "Risikobereitschaft." Auch vor seiner zweiten Amtszeit bei Schalke ging es dem Verein finanziell alles andere als schlecht (Stichwort: Eichberg) und erst mit Eichbergs abtreten konnte Assauer anfangen aufzuräumen. Zu dem Zeitpunkt hatte der Verein rund 20 Mio. Schulden und musste erst wieder stabilisiert werden bzw. musste man Lösungen finden.
Wie gesagt: Ich widerspreche nicht, dass Assauer der treibende Faktor war. Dies war aber initial nicht die Fragestellung und auch auf den VfL umgemünzt könnte man nur entnehmen, dass man einen "besseren" Manager bräuchte. Allerdings waren wir in den letzten 10 Jahren nicht in der damaligen Ausganssituation von Schalke, also sehe ich nicht, wie man die gleiche Entwicklung nehmen könnte.

@G_Verbeek
Die frühere Gründung nennen und dann die damaligen Erfolge ignorieren? Hä? Gerade Erfolg macht doch nachweislich sexy und ist einer der Faktoren, warum Schalke schon so früh so viele Mitglieder hatte. Die von Ferm genannten Erfolge mit den Eurofightern haben das noch weiter beflügelt. Unser VfL ist doch das Paradebeispiel: Innerhalb von 10 Jahren hat man die Mitgliederzahl verdreifacht, während man vier Jahre davon in der Bundesliga gespielt hat.
Dazu kommt noch, dass Schalke nach der letzten Meisterschaft einer der Gründungsmitglieder der 1. Bundesliga wurde. Sowas zieht automatisch Fans an. Selbst Münster als Gründungsmitglied hat mit ihrem einen Jahr in der BuLi 15.000 Mitglieder (aber auch hier zählen viele lokal-wirtschaftliche Faktoren dazu). Kurzum: Wenn es historische Erfolge gibt, lockt dies eher Menschen an als bei einer grauen Maus.
Zitat von G_Verbeek

Wo der VfL nicht innovativ ist, fragst du?

Das habe ich nicht gefragt. Meine Fragen waren: Was ist denn für dich die "Innovation" eines Vereins? & Wo sollte sich der Verein deiner Meinung nach "neu entwickeln"?

Dass der Verein unter Känzig selten ins Risiko geht, ist bekannt. Dies ist aber nicht unbedingt Känzig zuzuschreiben, sondern eben der wirtschaftlichen Situation, in der wir uns zu seinem Amtseintritt befanden. Wilken Engelbracht hatte bereits die Grundsteine für die Stabilisierung bzw. das Wachstum gelegt, nachdem wir drei Jahre vorher konstant schlechter wurden und gegen den Abstieg in die 3. Liga gespielt haben. Dann (voll) ins Risiko zu gehen, wäre Selbstmord. Man hat sich nachweislich weiter positiv entwickelt und das ist mit den Finanzzahlen der letzten (rund 10) Jahre zu belegen.
Der VfL konnte bisher nicht größeres Risiko gehen, ohne eine sportliche Gefährdung auszuschließen. Jetzt kann man darüber debattieren, dass genau dies ja die Definition von "Risiko" ist. Was ich aufzeigen möchte ich schlicht folgendes: Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, ist man risikofreudiger. Wenn man aber ein stetiges, wenn auch langsames, Wachstum verzeichnet, gibt es nicht genug Gründe diese Entwicklung zu gefährden. Der Druck dieses Wachstum zu beschleunigen fehlte bisher ebenfalls, da man sich sportlich positiv entwickelt hat (aufsteigende Platzierungen vor dem Aufstieg; der Aufstieg selbst nach 11 Jahren).
Meine Glaskugel sagt: Wenn wir die nächsten zwei Jahre nicht besser abschneiden als diese Saison, werden wir mehr investieren, um den Erfolgt zu erzwingen.

Zitat von G_Verbeek

Okay kein neues Stadion, weil der Standort Castroper Straße definitiv bleiben muss; Okay keine 1,5 Millionen Bonus durch neue Biermarke; Okay keinen Investor aus dem Ausland, lieber regional. Resultiert daraus in der Summe dann leider, dass wir jedes Jahr 8 Millionen aus Transfers einnehmen müssen. Nicht mal um zu wachsen, sondern nur um einigermaßen unseren Status zu halten.

Es ist eben ein Abwägen, welche traditionellen Werte man für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Gewinn abtreten kann. Bringt eine andere Biermarke "genug" Mehrwert, damit der initiale Unmut der Fans kompensiert werden kann? Was passiert mit einem neuen Stadion, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt und die kalkulierten Kapazitäten nicht erzielt werden?
Der "normalsterbliche" VfL-Fan will alles schöne sofort und versteht nicht, warum es nicht geht. Daraus entsteht dann Frust und Wut und das macht nochmals weiter blind für die eigentlichen Faktoren. Stattdessen werden dann Vergleiche mit Nachbarn gezogen, oder wenn diese nicht passen, zu kleineren Clubs, die zum aktuellen Zeitpunkt sportlich erfolgreichen sind. Deren Vergangenheit oder die schlechten Phasen werden dann natürlich ausgeblendet.
Die Erwartungshaltung dieser Fans ist einfach fernab der Realität. Das sieht man doch schon in den Kaderplanung- und Gerüchte-Threads, wo bei manchen die Sicherungen durchbrennen, wenn der Verein mal eine Woche lang nichts neues vermeldet, kein neues Gerücht aufkommt oder ein Spieler, an den wir angeblich dran waren, zu einem anderen Verein wechselt (Ob dieser uns überhaupt sportlich weitergebracht hätte, wird auch ignoriert. Hauptsache HABEN). Und wenn dann mal eine siebenstellige Ablösesumme ausgegeben wird (und nicht mal nur vom VfL), ist die Erwartungshaltung wieder unmenschlich groß.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Chakan am 02.06.2026 um 10:49 Uhr bearbeitet
Sponsoring/Finanzen |#3378
02.06.2026 - 12:29 Uhr
Zitat von Chakan
@DerFerm
Sehe jetzt nicht, dass ich irgendwo vorbeigeflogen wäre. Die These war "Wo wäre Schalke zum Beispiel heutzutage, wenn die immer noch im Parkstadion spielen würden und auf Tönnies und Gazprom als fragwürdige Unterstützer verzichtet hätten?" und die habe ich versucht in meinem Beitrag zu widerlegen. Um ALLE Faktoren aufzuzählen, reicht hier weder der Platz noch die Einsicht in die internen Absprachen von damals (und letztendlich auch mein Interesse an dem Verein mit der Turnhalle).

Dass Schalkes Erfolg aus einer Kombination aus verschiedenen Faktoren (von denen Assauer eine nicht unwesentliche Rolle spielt) bestand, sollte allen klar sein. Allerdings hatte man nicht erst mit ihm die immer wieder erwähnte "Risikobereitschaft." Auch vor seiner zweiten Amtszeit bei Schalke ging es dem Verein finanziell alles andere als schlecht (Stichwort: Eichberg) und erst mit Eichbergs abtreten konnte Assauer anfangen aufzuräumen. Zu dem Zeitpunkt hatte der Verein rund 20 Mio. Schulden und musste erst wieder stabilisiert werden bzw. musste man Lösungen finden.
Wie gesagt: Ich widerspreche nicht, dass Assauer der treibende Faktor war. Dies war aber initial nicht die Fragestellung und auch auf den VfL umgemünzt könnte man nur entnehmen, dass man einen "besseren" Manager bräuchte. Allerdings waren wir in den letzten 10 Jahren nicht in der damaligen Ausganssituation von Schalke, also sehe ich nicht, wie man die gleiche Entwicklung nehmen könnte.

Du hast aber Assauer nicht mal erwähnt, dann schreibst Du von einem "Einstieg" Tönnies' 1994, wobei der bis 2001 normales Aufsichtsratsmitglied war und 2001 erst Aufsichtsratsvorsitzender war. Du erwähnst nicht das Schalke zwischen 1988 und 1991 2. Bundesliga gespielt hat, also weiß Gott kein Spitzenclub war. Dafür beziehst Du Dich auf die 7 Meisterschaften, ohne dabei zu erwähnen das die letzte davon 1958 war. Rot-Weiss Essen war 1955 Meister, das hat ihnen in den 90ern nicht mehr sehr viel geholfen.

Und das die Risikobereitschaft erst mit Aussauer kam hat niemand behauptet, ich habe lediglich geschrieben das sie größer ist als beim VfL. Wie Du aber gleichzeitig feststellen kannst, das der Verein bei Assauers Antritt 20 Mio. Schulden hatte (sehr viel für die 90er!) und zu dem Schluss kommst, das es ihnen "alles andere als schlecht" ging, verstehe ich nicht. Und eine höhere Risikobereitschaft ist ja auch nicht immer gut, bitte nicht falsch verstehen.

Es geht doch hier nicht darum, das der Verein irgendwelche Luftschlösser baut. Es geht auch nicht darum das man plötzlich in der Bundesliga um Meisterschaften mitspielt, nur weil anderes Bier ausgeschenkt wird und eine andere Brauerei mehr dafür zahlt.

Am Ende musst Du Dich als Verein immer entscheiden. Geld ist im Fußball sehr wichtig. Natürlich kannst Du eine gewachsene Bindung wie zwischen Fiege und dem VfL auch weiterführen, wenn andere bessere Angebote vorlegen. Emotionale Dinge wie der Standort Castroper Straße und die Bindung zu Fiege und Dönninghaus machen einen Verein ja auch in gewisser Weise aus. Aber das alles ist nicht grenzenlos. Ich nehme mal als Beispiel die Trikots der Nationalelf. Jahrelang hat Nike bessere Angebote gemacht als adidas, Jahrelang hat man sie abgelehnt weil man mit adidas eine gewachsene Partnerschaft hatte (durchaus Vergleichbar mit Fiege oder auch Dönninghauser und dem VfL). Irgendwann hat Nike aber ein Angebot abgegeben das so groß war, das man es einfach nicht ablehnen konnte - und ab kommendem Jahr spielt Deutschland nun in Nike. Ob es solche Angebote beim Bier jemals geben wird, ob es einer Brauerei so immens wichtig sein sollte im Ruhrstadion ausgeschenkt zu werden ist zu bezweifeln. Genauso das Stadion. Mainz, Freiburg sind den Schritt irgendwann gegangen und haben ihre angestammten Stadien verlassen für größere, die mehr Einnahmen versprechen. Ich bin sicher, das beim VfL in einigen Jahren das Thema erneut auf den Tisch kommt, sollte man nicht doch irgendwie einen Weg finden das Stadion zu erweitern oder die Zuschauerzahlen wieder deutlich sinken. Mit der anstehenden Sanierung sichert man erst einmal die Existenz des Ruhrstadions, mehr nicht.
Sponsoring/Finanzen |#3379
02.06.2026 - 13:41 Uhr
Da das sich so anhört (vergleich Nike und Adidas beim DFB) als würde der VfL auf das doppelte an Einnahmen verzichten, so wichtig ist dann anderen Brauereien doch nicht beim VfL einzusteigen und sind vorsichtig, auch weil man sich dessen bewusst ist, dass das einen Imageverlust beinhalten würde.

Generell bezahlt jetzt eine Biermarke auch nicht so viel bei einem Zweitligisten um dort ausgeschenkt zu werden. Das ist ein ganz normaler Sponsorenvertrag. Fiege ist da z.B. unter MTel (ca. 1,5 Mio) Mizuno und Stadtwerke anzusiedeln. Das sind dann eventuell Einnahmen 200.000 - 300.000 Tsd, wenn überhaupt.

Die Mehreinnahmen wäre zwar da, aber sind nicht so hoch, dass das ein no-brainer in Anbetracht dessen ist, dass der Bierkonsum tendenziell niedriger ausfallen würde.

Viel wichtiger als das Bier-Thema ist der Stadionname und das kann richtig teuer werden, wenn wir da nichts neues präsentieren können!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Cervidae am 02.06.2026 um 13:43 Uhr bearbeitet
Sponsoring/Finanzen |#3380
02.06.2026 - 13:56 Uhr
Zitat von Cervidae
Da das sich so anhört (vergleich Nike und Adidas beim DFB) als würde der VfL auf das doppelte an Einnahmen verzichten, so wichtig ist dann anderen Brauereien doch nicht beim VfL einzusteigen und sind vorsichtig, auch weil man sich dessen bewusst ist, dass das einen Imageverlust beinhalten würde

Ich hab halt auch das geschrieben:
Ob es solche Angebote beim Bier jemals geben wird, ob es einer Brauerei so immens wichtig sein sollte im Ruhrstadion ausgeschenkt zu werden ist zu bezweifeln.

Ich glaube der Satz sollte eindeutig sein.
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