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René Wagner
Geburtsdatum 17.07.1988
Alter 38
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein 1.FC Köln

René Wagner [Trainer]

22.03.2026 - 19:20 Uhr
René Wagner [Trainer] |#431
26.05.2026 - 11:22 Uhr
Zitat von D0Mspatz
Zitat von effzehRanjid

Zitat von Andreas79

Zitat von effzehRanjid

Erstmal kurze Zwischeninfo: Wagner war schon mal als Trainer hauptverantwortlich, nach der Zeit bei den Sharks. Zudem wohl auch bei Summercamps in den USA, was ich davor noch nicht wusste. Klingt wie Ferienfreizeit, aber diese Camps haben in den USA einen gänzlich anderen Stellenwert, da wird oft und gerne für College- und Youthteams gescoutet.

Fakt ist aber auch, dass Wagner nicht mit Erfahrung als Chefcoach zugepflastert ist. Dennoch lässt sich seine Idee von Fußball erkennen. In den Spielen bei uns nur bedingt, in seiner Anfangszeit sehr deutlich. Aber insbesondere das Dasein als Co von Baumgart ist ein sehr deutlicher Fingerzeig.

Ganz wichtig: Wagner ist nicht Baumgart.
Baumgart steht (oder eher stand) auch für unkomplizierten Offensivfußball. Ballgewinn, vertikal, ohne Hacke Spitze Tralala.
Aber Baumgart legt unheimlich großen Wert auf physisch präsente Spieler und das Spiel in der Luft. Außerdem ist Baumgart ein Befürworter des Spiels auf dem Flügel.
Quasi klassisch Steil-Klatsch, Flanke und Kopfballversuch.

Wagner praktiziert gegen den Ball ein sehr ähnliches Spiel. Bei Ballverlust hohes Gegenpressing, enge Räume zwischen den Ketten, dafür anfällig bei langen Bällen und Kontern. Kompensation durch große und kopfballstarke Spieler in IV, AV und Doppelsechs.
Mit dem Ball sucht Wagner aber viel eher das Glück in der Spielfeldmitte. Das hat man auch für mein Empfinden deutlich in seinen Spielen bei uns gesehen. Die Halbräume sind bei Wagner oft stark besetzt, während Baumgart die Zonen eher als sekundär betrachtet hat.
Wagner hat auf dem offensiven Flügel lieber inverse Spieler aus genau dem Grund, während Baumgart häufig klassische Flügelspieler an der Linie bevorzugt.
Der größte Unterschied ist aber, dass bei Wagner der Ball auf dem Rasen bleiben soll und dass die Trickkiste auch aufgemacht werden darf. Ist eigentlich ein sehr pragmatischer Ansatz: wenn du mit der Hacke den Ball eher an den Mann bekommst als "normal", dann spiele mit der Hacke. Auch das gab es ein paar mal bei uns zu sehen, während Uth unter Baumgart deswegen mal im Testspiel umgehend zur Sau gemacht wurde.
Bei Wagner dürfen und sollen also spielerische Lösungen gefunden werden, um die gegnerische Kette zu knacken. Aber er hat weiterhin eine recht organisierte Offensivreihe und setzt wenig auf konstruktives Chaos.
Beide Trainer eint, dass sie eine enorme Boxbesetzung wünschen, bei Baumgart aber eher stationär (Vorpositionierung für Flanken, meist mit Körperkontakt) und bei Wagner fluide (Besetzung über Tiefenläufe und Nachrücken mit geringem Wunsch nach direkten Zweikämpfen).

Deswegen ergibt Wagner auf dem Papier auch vollkommen Sinn, er passt zu unserer Philosophie seit Baumgart.
Es passt auch, dass er mit physisch eher schwachen aber technisch starken Spielern scheinbar gerne arbeitet, während Baumgart für diese Spieler wenig Verwendung hatte.
Ein Martinez also, um mal ein aktuelles Gerücht auszufassen, passt wie A. auf Eimer zu Wagners Konzept.
Bei Baumgart wäre er komplett verschenkt.
Ein Andersen z.B., auch wenn der wohl vom Tisch ist, ergibt bei beiden Sinn, da er diesen Archetyp vom groß gewachsenen Sechser mit progressivem Passspiel einwandfrei ausfüllt.


Ist das bevorzugte System von Wagner tatsächlich 4-4-2 mit Doppel sechs, oder doch eine Raute wie Baumgart, oder lässt er vielleicht sogar gerne die Dreierkette hinten spielen wie Kwasniok?


Er war (und uch glaube auch er ist weiterhin) Befürworter einer Viererkette, und das ziemlich deutlich.
Ergibt bei seinem Fußball auch Sinn, da er so tiefer stehende AVs hat um die für seinen Ball sehr wichtige Konterabsicherung auf Außen zu gewährleisten.

Was das Mittelfeld angeht, hat er häufig mit Doppelsechs agiert, wobei aber meist einer der Sechser deutlich offensiver steht. Da kann man fast eher von einem Achter sprechen, der nach vorne und hinten eine ordentliche Arbeitsrate mitbringt und ein recht komplettes Profil hat.
Das wird übrigens auch eine tragende Position werden, so ein Profil haben wir nämlich nicht.

Er hat häufiger auch mit einem Zehner agiert, wodurch das Ganze auch mal in Richtung 4-2-3-1 bzw. 4-3-3 kippen kann. Ob Einzel- oder Doppelspitze, da ist er recht flexibel. Da wir aber scheinbar gezielt nach inversen Rechtsaußen schauen (was ich persönlich sehr gut finde), gehe ich von einer Einzelspitze mit zwei Außenstürmern aus.

Realistisch dürfte also ein 4-2-3-1 mit Doppelsechs sein, oder ein offensiveres 4-3-3 mit einer Sechs und zwei spielstarken Achtern/Zehnern.

Dreierkette hat er bei uns denke ich eher behilfsmäßig gespielt, da hierfür die Grundlage gegeben war.
In Viererkette haben wir aber offensiv wie defensiv deutlich besser gestanden, weshalb ihm wohl auch der neuerliche Umbruch zugute kommt.
Dann kann er seine präferierte Formation wählen und die Mannschaft ein System spielen, mit dem sie besser zurechtkommt und die sich so auch in den Jugendteams finden lässt (Ruthenbeck z.B. spielt ebenfalls Viererkette, genau wie die meisten anderen Coaches in unseren Nachwuchsmannschaften).


Wie siehst du im Rahmen deines Gedankenmodells Gazibegovic? Könnte der in diesem Rahmen ein besserer Fit werden (auch wenn er für Wagner vermutlich größer sein dürfte?)

Was mir in dem Systemmodell noch unklar wäre, ist wo ACM einzuordnen wäre. Hast du da eine Idee, oder ist er dann am Ende ein guter Spieler unter Vertrag, für den wir aber dennoch wenig Verwendung haben werden?


In einem 4 4 2 sehe ich ACM ganz klar auf der rechten Mittelfeld Position. So wie Schneider beim Sommermärchen.

•     •     •

You can fool some people sometimes, but you can`t fool all the people all the time.
(Robert Nesta Marley)

Emanzipate Yourselves from mental Slavery, none but ourselves can free our Minds.
(Robert Nesta Marley)
René Wagner [Trainer] |#432
26.05.2026 - 11:24 Uhr
Zitat von marley66
Zitat von D0Mspatz

Zitat von effzehRanjid

Zitat von Andreas79

Zitat von effzehRanjid

Erstmal kurze Zwischeninfo: Wagner war schon mal als Trainer hauptverantwortlich, nach der Zeit bei den Sharks. Zudem wohl auch bei Summercamps in den USA, was ich davor noch nicht wusste. Klingt wie Ferienfreizeit, aber diese Camps haben in den USA einen gänzlich anderen Stellenwert, da wird oft und gerne für College- und Youthteams gescoutet.

Fakt ist aber auch, dass Wagner nicht mit Erfahrung als Chefcoach zugepflastert ist. Dennoch lässt sich seine Idee von Fußball erkennen. In den Spielen bei uns nur bedingt, in seiner Anfangszeit sehr deutlich. Aber insbesondere das Dasein als Co von Baumgart ist ein sehr deutlicher Fingerzeig.

Ganz wichtig: Wagner ist nicht Baumgart.
Baumgart steht (oder eher stand) auch für unkomplizierten Offensivfußball. Ballgewinn, vertikal, ohne Hacke Spitze Tralala.
Aber Baumgart legt unheimlich großen Wert auf physisch präsente Spieler und das Spiel in der Luft. Außerdem ist Baumgart ein Befürworter des Spiels auf dem Flügel.
Quasi klassisch Steil-Klatsch, Flanke und Kopfballversuch.

Wagner praktiziert gegen den Ball ein sehr ähnliches Spiel. Bei Ballverlust hohes Gegenpressing, enge Räume zwischen den Ketten, dafür anfällig bei langen Bällen und Kontern. Kompensation durch große und kopfballstarke Spieler in IV, AV und Doppelsechs.
Mit dem Ball sucht Wagner aber viel eher das Glück in der Spielfeldmitte. Das hat man auch für mein Empfinden deutlich in seinen Spielen bei uns gesehen. Die Halbräume sind bei Wagner oft stark besetzt, während Baumgart die Zonen eher als sekundär betrachtet hat.
Wagner hat auf dem offensiven Flügel lieber inverse Spieler aus genau dem Grund, während Baumgart häufig klassische Flügelspieler an der Linie bevorzugt.
Der größte Unterschied ist aber, dass bei Wagner der Ball auf dem Rasen bleiben soll und dass die Trickkiste auch aufgemacht werden darf. Ist eigentlich ein sehr pragmatischer Ansatz: wenn du mit der Hacke den Ball eher an den Mann bekommst als "normal", dann spiele mit der Hacke. Auch das gab es ein paar mal bei uns zu sehen, während Uth unter Baumgart deswegen mal im Testspiel umgehend zur Sau gemacht wurde.
Bei Wagner dürfen und sollen also spielerische Lösungen gefunden werden, um die gegnerische Kette zu knacken. Aber er hat weiterhin eine recht organisierte Offensivreihe und setzt wenig auf konstruktives Chaos.
Beide Trainer eint, dass sie eine enorme Boxbesetzung wünschen, bei Baumgart aber eher stationär (Vorpositionierung für Flanken, meist mit Körperkontakt) und bei Wagner fluide (Besetzung über Tiefenläufe und Nachrücken mit geringem Wunsch nach direkten Zweikämpfen).

Deswegen ergibt Wagner auf dem Papier auch vollkommen Sinn, er passt zu unserer Philosophie seit Baumgart.
Es passt auch, dass er mit physisch eher schwachen aber technisch starken Spielern scheinbar gerne arbeitet, während Baumgart für diese Spieler wenig Verwendung hatte.
Ein Martinez also, um mal ein aktuelles Gerücht auszufassen, passt wie A. auf Eimer zu Wagners Konzept.
Bei Baumgart wäre er komplett verschenkt.
Ein Andersen z.B., auch wenn der wohl vom Tisch ist, ergibt bei beiden Sinn, da er diesen Archetyp vom groß gewachsenen Sechser mit progressivem Passspiel einwandfrei ausfüllt.


Ist das bevorzugte System von Wagner tatsächlich 4-4-2 mit Doppel sechs, oder doch eine Raute wie Baumgart, oder lässt er vielleicht sogar gerne die Dreierkette hinten spielen wie Kwasniok?


Er war (und uch glaube auch er ist weiterhin) Befürworter einer Viererkette, und das ziemlich deutlich.
Ergibt bei seinem Fußball auch Sinn, da er so tiefer stehende AVs hat um die für seinen Ball sehr wichtige Konterabsicherung auf Außen zu gewährleisten.

Was das Mittelfeld angeht, hat er häufig mit Doppelsechs agiert, wobei aber meist einer der Sechser deutlich offensiver steht. Da kann man fast eher von einem Achter sprechen, der nach vorne und hinten eine ordentliche Arbeitsrate mitbringt und ein recht komplettes Profil hat.
Das wird übrigens auch eine tragende Position werden, so ein Profil haben wir nämlich nicht.

Er hat häufiger auch mit einem Zehner agiert, wodurch das Ganze auch mal in Richtung 4-2-3-1 bzw. 4-3-3 kippen kann. Ob Einzel- oder Doppelspitze, da ist er recht flexibel. Da wir aber scheinbar gezielt nach inversen Rechtsaußen schauen (was ich persönlich sehr gut finde), gehe ich von einer Einzelspitze mit zwei Außenstürmern aus.

Realistisch dürfte also ein 4-2-3-1 mit Doppelsechs sein, oder ein offensiveres 4-3-3 mit einer Sechs und zwei spielstarken Achtern/Zehnern.

Dreierkette hat er bei uns denke ich eher behilfsmäßig gespielt, da hierfür die Grundlage gegeben war.
In Viererkette haben wir aber offensiv wie defensiv deutlich besser gestanden, weshalb ihm wohl auch der neuerliche Umbruch zugute kommt.
Dann kann er seine präferierte Formation wählen und die Mannschaft ein System spielen, mit dem sie besser zurechtkommt und die sich so auch in den Jugendteams finden lässt (Ruthenbeck z.B. spielt ebenfalls Viererkette, genau wie die meisten anderen Coaches in unseren Nachwuchsmannschaften).


Wie siehst du im Rahmen deines Gedankenmodells Gazibegovic? Könnte der in diesem Rahmen ein besserer Fit werden (auch wenn er für Wagner vermutlich größer sein dürfte?)

Was mir in dem Systemmodell noch unklar wäre, ist wo ACM einzuordnen wäre. Hast du da eine Idee, oder ist er dann am Ende ein guter Spieler unter Vertrag, für den wir aber dennoch wenig Verwendung haben werden?


In einem 4 4 2 sehe ich ACM ganz klar auf der rechten Mittelfeld Position. So wie Schneider beim Sommermärchen.


Da ist ACM aber weder schnell, noch invers, noch stark im 1vs1. In other words, er bildet ein komplett anderes Profil ab, als @effzehRanjid hier beschreibt und wäre demnach keinesfalls eine Option für diese Aufgabe...

•     •     •

ich bin nicht Domspatz sondern D0Mspatz, mit einer Null =)
René Wagner [Trainer] |#433
26.05.2026 - 12:12 Uhr
@effzehRanjid Danke für die ausführlichen Berichte / Gedanken. Du machst teils sehr konkrete, definitive Aussagen zu Wagners preferiertem Spielstil.

Nur ne kurze Zwischenfrage, vielleicht habe ich was verpasst: Bist du ein Insider/Journalist oder woran machst du deine Aussagen fest? Was meinst du mit "seiner Anfangszeit", auf die du dich berufst - die 7 Spiele bei uns als Cheftrainer?

Jeder darf eine Meinung haben, aber wenn das alles nur Interpretationen sind, die aus einer Analyse zu Wagners Vita stammen, dann fände ich deinen Text zu weit gegriffen bzw. zu wenig als Spekulation formuliert.

Soll wirklich kein Angriff sein, aber ich frag mich beim Lesen woher die Überzeugung in deinen Aussagen kommt, weil seine Philosophie aus seiner Arbeit als Cotrainer einfach überhaupt nicht abzuleiten ist/war, dafür müsste man mindestens Hintergrundgespräche geführt haben. Ein ausführliches Presse-Interview mit ihm fehlt aber noch.

Man kann doch nur das Bewerten, was er bisher bei uns als Cheftrainer hat spielen lassen. Aber woher kommt das Wissen darüber, was er "eigentlich" für ein Typ ist? Woher weißt du welche Elemente von den (schwachen) Spielen, die er bei uns verantwortet hat, Kompromisse waren, die er nur im Abstiegskampf eingegangen ist; welche die Ideen waren, die nicht funktioniert haben / sich verselbstständigt haben und welche Sachen genau so gewollt waren?
René Wagner [Trainer] |#434
26.05.2026 - 12:56 Uhr
Heute gibt es eine Medienrunde mit Kess und Wagner. Da bin ich mal gespannt was dort so erzählt wird.
René Wagner [Trainer] |#435
26.05.2026 - 13:02 Uhr
Zitat von D0Mspatz
Zitat von effzehRanjid

Zitat von Andreas79

Zitat von effzehRanjid

Erstmal kurze Zwischeninfo: Wagner war schon mal als Trainer hauptverantwortlich, nach der Zeit bei den Sharks. Zudem wohl auch bei Summercamps in den USA, was ich davor noch nicht wusste. Klingt wie Ferienfreizeit, aber diese Camps haben in den USA einen gänzlich anderen Stellenwert, da wird oft und gerne für College- und Youthteams gescoutet.

Fakt ist aber auch, dass Wagner nicht mit Erfahrung als Chefcoach zugepflastert ist. Dennoch lässt sich seine Idee von Fußball erkennen. In den Spielen bei uns nur bedingt, in seiner Anfangszeit sehr deutlich. Aber insbesondere das Dasein als Co von Baumgart ist ein sehr deutlicher Fingerzeig.

Ganz wichtig: Wagner ist nicht Baumgart.
Baumgart steht (oder eher stand) auch für unkomplizierten Offensivfußball. Ballgewinn, vertikal, ohne Hacke Spitze Tralala.
Aber Baumgart legt unheimlich großen Wert auf physisch präsente Spieler und das Spiel in der Luft. Außerdem ist Baumgart ein Befürworter des Spiels auf dem Flügel.
Quasi klassisch Steil-Klatsch, Flanke und Kopfballversuch.

Wagner praktiziert gegen den Ball ein sehr ähnliches Spiel. Bei Ballverlust hohes Gegenpressing, enge Räume zwischen den Ketten, dafür anfällig bei langen Bällen und Kontern. Kompensation durch große und kopfballstarke Spieler in IV, AV und Doppelsechs.
Mit dem Ball sucht Wagner aber viel eher das Glück in der Spielfeldmitte. Das hat man auch für mein Empfinden deutlich in seinen Spielen bei uns gesehen. Die Halbräume sind bei Wagner oft stark besetzt, während Baumgart die Zonen eher als sekundär betrachtet hat.
Wagner hat auf dem offensiven Flügel lieber inverse Spieler aus genau dem Grund, während Baumgart häufig klassische Flügelspieler an der Linie bevorzugt.
Der größte Unterschied ist aber, dass bei Wagner der Ball auf dem Rasen bleiben soll und dass die Trickkiste auch aufgemacht werden darf. Ist eigentlich ein sehr pragmatischer Ansatz: wenn du mit der Hacke den Ball eher an den Mann bekommst als "normal", dann spiele mit der Hacke. Auch das gab es ein paar mal bei uns zu sehen, während Uth unter Baumgart deswegen mal im Testspiel umgehend zur Sau gemacht wurde.
Bei Wagner dürfen und sollen also spielerische Lösungen gefunden werden, um die gegnerische Kette zu knacken. Aber er hat weiterhin eine recht organisierte Offensivreihe und setzt wenig auf konstruktives Chaos.
Beide Trainer eint, dass sie eine enorme Boxbesetzung wünschen, bei Baumgart aber eher stationär (Vorpositionierung für Flanken, meist mit Körperkontakt) und bei Wagner fluide (Besetzung über Tiefenläufe und Nachrücken mit geringem Wunsch nach direkten Zweikämpfen).

Deswegen ergibt Wagner auf dem Papier auch vollkommen Sinn, er passt zu unserer Philosophie seit Baumgart.
Es passt auch, dass er mit physisch eher schwachen aber technisch starken Spielern scheinbar gerne arbeitet, während Baumgart für diese Spieler wenig Verwendung hatte.
Ein Martinez also, um mal ein aktuelles Gerücht auszufassen, passt wie A. auf Eimer zu Wagners Konzept.
Bei Baumgart wäre er komplett verschenkt.
Ein Andersen z.B., auch wenn der wohl vom Tisch ist, ergibt bei beiden Sinn, da er diesen Archetyp vom groß gewachsenen Sechser mit progressivem Passspiel einwandfrei ausfüllt.


Ist das bevorzugte System von Wagner tatsächlich 4-4-2 mit Doppel sechs, oder doch eine Raute wie Baumgart, oder lässt er vielleicht sogar gerne die Dreierkette hinten spielen wie Kwasniok?


Er war (und uch glaube auch er ist weiterhin) Befürworter einer Viererkette, und das ziemlich deutlich.
Ergibt bei seinem Fußball auch Sinn, da er so tiefer stehende AVs hat um die für seinen Ball sehr wichtige Konterabsicherung auf Außen zu gewährleisten.

Was das Mittelfeld angeht, hat er häufig mit Doppelsechs agiert, wobei aber meist einer der Sechser deutlich offensiver steht. Da kann man fast eher von einem Achter sprechen, der nach vorne und hinten eine ordentliche Arbeitsrate mitbringt und ein recht komplettes Profil hat.
Das wird übrigens auch eine tragende Position werden, so ein Profil haben wir nämlich nicht.

Er hat häufiger auch mit einem Zehner agiert, wodurch das Ganze auch mal in Richtung 4-2-3-1 bzw. 4-3-3 kippen kann. Ob Einzel- oder Doppelspitze, da ist er recht flexibel. Da wir aber scheinbar gezielt nach inversen Rechtsaußen schauen (was ich persönlich sehr gut finde), gehe ich von einer Einzelspitze mit zwei Außenstürmern aus.

Realistisch dürfte also ein 4-2-3-1 mit Doppelsechs sein, oder ein offensiveres 4-3-3 mit einer Sechs und zwei spielstarken Achtern/Zehnern.

Dreierkette hat er bei uns denke ich eher behilfsmäßig gespielt, da hierfür die Grundlage gegeben war.
In Viererkette haben wir aber offensiv wie defensiv deutlich besser gestanden, weshalb ihm wohl auch der neuerliche Umbruch zugute kommt.
Dann kann er seine präferierte Formation wählen und die Mannschaft ein System spielen, mit dem sie besser zurechtkommt und die sich so auch in den Jugendteams finden lässt (Ruthenbeck z.B. spielt ebenfalls Viererkette, genau wie die meisten anderen Coaches in unseren Nachwuchsmannschaften).


Wie siehst du im Rahmen deines Gedankenmodells Gazibegovic? Könnte der in diesem Rahmen ein besserer Fit werden (auch wenn er für Wagner vermutlich größer sein dürfte?)

Was mir in dem Systemmodell noch unklar wäre, ist wo ACM einzuordnen wäre. Hast du da eine Idee, oder ist er dann am Ende ein guter Spieler unter Vertrag, für den wir aber dennoch wenig Verwendung haben werden?


Gazi dürfte bei der Viererkette wesentlich besser wegkommen als davor noch. Glaube aber weniger, dass er nochmal zu einer ernstzunehmenden Option wird. Wagner braucht AVs, die wirklich gut gegen Konter absichern können. Dazu gehören u.A. ein gutes Stellungsspiel, hoher Topspeed und starke Kondition.
Konditionell ist Gazi super, aber in Sachen Stellungsspiel und Speed ist es mager. Die fehlende Körpergröße ist nicht mal das Problem, sonst würde Wagner einfach mit 4 IVs spielen wie Löw 2014. Große Spieler haben natürlich einen Vorteil, aber die drei oben genannten Faktoren ziehen mehr.
Ihn in der Vorbereitung zu testen finde ich legitim, ihn bereits fest einzuplanen wäre wahnsinnig. Ein Abgang dürfte aber weiterhin infrage kommen.

ACM wird tatsächlich schwierig, da überlege ich auch schon eine Weile. Als AV komplett Fehl am Platz unter Wagner, im Zentrum wiederum absolut denkbar wenn man ihn dort einsetzen möchte. Für die offensiven Außen geht ihm das Tempo ab, aber er bringt so ziemlich alle anderen Elemente sehr gut ein. Eventuell also als LA, auch wenn ich es für sehr unwahrscheinlich halte, dass er dort eingesetzt wird. Meine Hoffnung für ihn ist weiterhin DM/ZM/OM, aber vorstellbar dass es trotz hoher Qualität wie du es sagst eher wenig Verwendung für ihn geben könnte. Schwierig einzuschätzende Personalie.

•     •     •

Dream XI 3-5-2

Tor: Neuer
Def.: Maldini - Beckenbauer - Van Dijk
Mid.: Ronaldinho - Vieira - Kaká - Davids - Messi
Att.: Haaland - T. Müller

Bank: Higuita, Nesta, L. Thuram, Cafu, Seedorf, Kroos, Valderrama, Zidane, Zico, Eusébio, Romário, G. Müller
René Wagner [Trainer] |#436
26.05.2026 - 13:06 Uhr
Zitat von whiplash
Heute gibt es eine Medienrunde mit Kess und Wagner. Da bin ich mal gespannt was dort so erzählt wird.


Ich suche hier schon die ganze Zeit Uhrzeit und Link. Wer was hat, gerne teilen...

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ich bin nicht Domspatz sondern D0Mspatz, mit einer Null =)
René Wagner [Trainer] |#437
26.05.2026 - 13:42 Uhr
Zitat von masterpbh
@effzehRanjid Danke für die ausführlichen Berichte / Gedanken. Du machst teils sehr konkrete, definitive Aussagen zu Wagners preferiertem Spielstil.

Nur ne kurze Zwischenfrage, vielleicht habe ich was verpasst: Bist du ein Insider/Journalist oder woran machst du deine Aussagen fest? Was meinst du mit "seiner Anfangszeit", auf die du dich berufst - die 7 Spiele bei uns als Cheftrainer?

Jeder darf eine Meinung haben, aber wenn das alles nur Interpretationen sind, die aus einer Analyse zu Wagners Vita stammen, dann fände ich deinen Text zu weit gegriffen bzw. zu wenig als Spekulation formuliert.

Soll wirklich kein Angriff sein, aber ich frag mich beim Lesen woher die Überzeugung in deinen Aussagen kommt, weil seine Philosophie aus seiner Arbeit als Cotrainer einfach überhaupt nicht abzuleiten ist/war, dafür müsste man mindestens Hintergrundgespräche geführt haben. Ein ausführliches Presse-Interview mit ihm fehlt aber noch.

Man kann doch nur das Bewerten, was er bisher bei uns als Cheftrainer hat spielen lassen. Aber woher kommt das Wissen darüber, was er "eigentlich" für ein Typ ist? Woher weißt du welche Elemente von den (schwachen) Spielen, die er bei uns verantwortet hat, Kompromisse waren, die er nur im Abstiegskampf eingegangen ist; welche die Ideen waren, die nicht funktioniert haben / sich verselbstständigt haben und welche Sachen genau so gewollt waren?


Legitime Fragen und kein Angriff, alles gut.
Direkt vorweg, ich bin kein Insider. Bin nicht mit ihm zur Schule gegangen und lade ihn auch nicht regelmäßig zum Kaffeeklatsch ein.

Seine Zeit bei uns als Chefcoach bewerte ich indes kaum, sondern eher:
a) seine Handschrift in Amerika, als er Campleiter und auch schon Cheftrainer war und
b) seine Ähnlichkeiten zu anderen Trainern und Vereinsphilosophien.

Die USA sind Wagners "Anfangszeit", auf die ich mich hauptsächlich beziehe. Nahezu alle Erkenntnisse seines Spielstils nehme ich von dort, im wahrsten Sinne als Basis.

Was auch ein wichtiger Teil der Einschätzung ist, sind die Verbindungen mit anderen Trainern und Vereinen, auch bei uns. Bevor das zu viel Text wird, einmal runtergebrochen:
- Wagner war für RB schon vor einer Weile spannend, da er neben dem großen fachlichen Wissen und dem unbestrittenen Talent auch für hochgradig attraktiven und modernen Offensivfußball steht
- er hat u.A. auch bei den Seattle Sounders als Campleiter sowie der Miami Uni als Co gearbeitet, beide Vereine haben eine stufenübergreifende Philosophie von unterhaltsamem Offensivfußball verinnerlicht und gelten mitunter als die besten Jugendakademien in den USA
- Wagner galt als Co von Baumgart auch schon als Trainer mit einer sehr ähnlichen Idee von Fußball, insbesondere was den Kern der Philosophie (hohes Gegenpressing, schnelles Umschalten, aggressive Boxbesetzung,...) angeht
- Kessler hat Wagner laut Medienberichten klar als Trainer der mittelfristigen Zukunft eingestellt, eine nahezu ideale Deckung mit den vereinsinternen Philosophien seit Baumgart ist damit erwartbar

Wenn Wagner jetzt in der kommenden Saison nur Dreierkette spielt, Zement anrührt und einen Altersdurchschnitt von 30,6 in der Startelf hat, steinigt mich. Dann lag ich mit allem daneben, was ich gesagt habe.

Wenn er aber auch nur ansatzweise so arbeiten wird wie er es (mit Ausnahme der Feuerwehraktion diese Saison) schon immer getan hat, werden meine Aussagen passen.

Bin selbst gespannt, wie viel von Wagners ursprünglicher Traineridentität noch übrig ist bzw. wie arg er seinen Ansatz verändert hat.
Baumgart ist ja zuletzt auch Defensivpragmatiker gewesen, das hätte ich vor seiner Zeit bei Union auch 0% erwartet.

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Dream XI 3-5-2

Tor: Neuer
Def.: Maldini - Beckenbauer - Van Dijk
Mid.: Ronaldinho - Vieira - Kaká - Davids - Messi
Att.: Haaland - T. Müller

Bank: Higuita, Nesta, L. Thuram, Cafu, Seedorf, Kroos, Valderrama, Zidane, Zico, Eusébio, Romário, G. Müller
René Wagner [Trainer] |#438
26.05.2026 - 13:47 Uhr
Zitat von D0Mspatz
Zitat von marley66

Zitat von D0Mspatz

Zitat von effzehRanjid

Zitat von Andreas79

Zitat von effzehRanjid

Erstmal kurze Zwischeninfo: Wagner war schon mal als Trainer hauptverantwortlich, nach der Zeit bei den Sharks. Zudem wohl auch bei Summercamps in den USA, was ich davor noch nicht wusste. Klingt wie Ferienfreizeit, aber diese Camps haben in den USA einen gänzlich anderen Stellenwert, da wird oft und gerne für College- und Youthteams gescoutet.

Fakt ist aber auch, dass Wagner nicht mit Erfahrung als Chefcoach zugepflastert ist. Dennoch lässt sich seine Idee von Fußball erkennen. In den Spielen bei uns nur bedingt, in seiner Anfangszeit sehr deutlich. Aber insbesondere das Dasein als Co von Baumgart ist ein sehr deutlicher Fingerzeig.

Ganz wichtig: Wagner ist nicht Baumgart.
Baumgart steht (oder eher stand) auch für unkomplizierten Offensivfußball. Ballgewinn, vertikal, ohne Hacke Spitze Tralala.
Aber Baumgart legt unheimlich großen Wert auf physisch präsente Spieler und das Spiel in der Luft. Außerdem ist Baumgart ein Befürworter des Spiels auf dem Flügel.
Quasi klassisch Steil-Klatsch, Flanke und Kopfballversuch.

Wagner praktiziert gegen den Ball ein sehr ähnliches Spiel. Bei Ballverlust hohes Gegenpressing, enge Räume zwischen den Ketten, dafür anfällig bei langen Bällen und Kontern. Kompensation durch große und kopfballstarke Spieler in IV, AV und Doppelsechs.
Mit dem Ball sucht Wagner aber viel eher das Glück in der Spielfeldmitte. Das hat man auch für mein Empfinden deutlich in seinen Spielen bei uns gesehen. Die Halbräume sind bei Wagner oft stark besetzt, während Baumgart die Zonen eher als sekundär betrachtet hat.
Wagner hat auf dem offensiven Flügel lieber inverse Spieler aus genau dem Grund, während Baumgart häufig klassische Flügelspieler an der Linie bevorzugt.
Der größte Unterschied ist aber, dass bei Wagner der Ball auf dem Rasen bleiben soll und dass die Trickkiste auch aufgemacht werden darf. Ist eigentlich ein sehr pragmatischer Ansatz: wenn du mit der Hacke den Ball eher an den Mann bekommst als "normal", dann spiele mit der Hacke. Auch das gab es ein paar mal bei uns zu sehen, während Uth unter Baumgart deswegen mal im Testspiel umgehend zur Sau gemacht wurde.
Bei Wagner dürfen und sollen also spielerische Lösungen gefunden werden, um die gegnerische Kette zu knacken. Aber er hat weiterhin eine recht organisierte Offensivreihe und setzt wenig auf konstruktives Chaos.
Beide Trainer eint, dass sie eine enorme Boxbesetzung wünschen, bei Baumgart aber eher stationär (Vorpositionierung für Flanken, meist mit Körperkontakt) und bei Wagner fluide (Besetzung über Tiefenläufe und Nachrücken mit geringem Wunsch nach direkten Zweikämpfen).

Deswegen ergibt Wagner auf dem Papier auch vollkommen Sinn, er passt zu unserer Philosophie seit Baumgart.
Es passt auch, dass er mit physisch eher schwachen aber technisch starken Spielern scheinbar gerne arbeitet, während Baumgart für diese Spieler wenig Verwendung hatte.
Ein Martinez also, um mal ein aktuelles Gerücht auszufassen, passt wie A. auf Eimer zu Wagners Konzept.
Bei Baumgart wäre er komplett verschenkt.
Ein Andersen z.B., auch wenn der wohl vom Tisch ist, ergibt bei beiden Sinn, da er diesen Archetyp vom groß gewachsenen Sechser mit progressivem Passspiel einwandfrei ausfüllt.


Ist das bevorzugte System von Wagner tatsächlich 4-4-2 mit Doppel sechs, oder doch eine Raute wie Baumgart, oder lässt er vielleicht sogar gerne die Dreierkette hinten spielen wie Kwasniok?


Er war (und uch glaube auch er ist weiterhin) Befürworter einer Viererkette, und das ziemlich deutlich.
Ergibt bei seinem Fußball auch Sinn, da er so tiefer stehende AVs hat um die für seinen Ball sehr wichtige Konterabsicherung auf Außen zu gewährleisten.

Was das Mittelfeld angeht, hat er häufig mit Doppelsechs agiert, wobei aber meist einer der Sechser deutlich offensiver steht. Da kann man fast eher von einem Achter sprechen, der nach vorne und hinten eine ordentliche Arbeitsrate mitbringt und ein recht komplettes Profil hat.
Das wird übrigens auch eine tragende Position werden, so ein Profil haben wir nämlich nicht.

Er hat häufiger auch mit einem Zehner agiert, wodurch das Ganze auch mal in Richtung 4-2-3-1 bzw. 4-3-3 kippen kann. Ob Einzel- oder Doppelspitze, da ist er recht flexibel. Da wir aber scheinbar gezielt nach inversen Rechtsaußen schauen (was ich persönlich sehr gut finde), gehe ich von einer Einzelspitze mit zwei Außenstürmern aus.

Realistisch dürfte also ein 4-2-3-1 mit Doppelsechs sein, oder ein offensiveres 4-3-3 mit einer Sechs und zwei spielstarken Achtern/Zehnern.

Dreierkette hat er bei uns denke ich eher behilfsmäßig gespielt, da hierfür die Grundlage gegeben war.
In Viererkette haben wir aber offensiv wie defensiv deutlich besser gestanden, weshalb ihm wohl auch der neuerliche Umbruch zugute kommt.
Dann kann er seine präferierte Formation wählen und die Mannschaft ein System spielen, mit dem sie besser zurechtkommt und die sich so auch in den Jugendteams finden lässt (Ruthenbeck z.B. spielt ebenfalls Viererkette, genau wie die meisten anderen Coaches in unseren Nachwuchsmannschaften).


Wie siehst du im Rahmen deines Gedankenmodells Gazibegovic? Könnte der in diesem Rahmen ein besserer Fit werden (auch wenn er für Wagner vermutlich größer sein dürfte?)

Was mir in dem Systemmodell noch unklar wäre, ist wo ACM einzuordnen wäre. Hast du da eine Idee, oder ist er dann am Ende ein guter Spieler unter Vertrag, für den wir aber dennoch wenig Verwendung haben werden?


In einem 4 4 2 sehe ich ACM ganz klar auf der rechten Mittelfeld Position. So wie Schneider beim Sommermärchen.


Da ist ACM aber weder schnell, noch invers, noch stark im 1vs1. In other words, er bildet ein komplett anderes Profil ab, als @effzehRanjid hier beschreibt und wäre demnach keinesfalls eine Option für diese Aufgabe...


Dass er den Part als RM gut ausfüllen kann, hat er bei uns gezeigt. Natürlich wird er niemanden ausdribbeln oder im Sprintduell wegatmen, aber seine Flanken sind präzise und sein Passspiel überragend. Wäre also zumindest denkbar.

Aaaber:
Die Position des RM existiert so in Wagners üblichem Konzept nicht. Dort gibt es einen recht eindeutig formulierten RV und einen sehr offensiven und meist dribbelstarken RA. Dazu passen auch die Gerüchte um Martinez und C-D sehr gut, beides inverse und pfeilschnelle Dribbelkünstler auf RA.

•     •     •

Dream XI 3-5-2

Tor: Neuer
Def.: Maldini - Beckenbauer - Van Dijk
Mid.: Ronaldinho - Vieira - Kaká - Davids - Messi
Att.: Haaland - T. Müller

Bank: Higuita, Nesta, L. Thuram, Cafu, Seedorf, Kroos, Valderrama, Zidane, Zico, Eusébio, Romário, G. Müller
René Wagner [Trainer] |#439
26.05.2026 - 14:12 Uhr
Zitat von D0Mspatz
Zitat von whiplash

Heute gibt es eine Medienrunde mit Kess und Wagner. Da bin ich mal gespannt was dort so erzählt wird.


Ich suche hier schon die ganze Zeit Uhrzeit und Link. Wer was hat, gerne teilen...


Hier der Link:
https://www.youtube.com/watch?v=UHRbcpBkYbg

•     •     •

ich bin nicht Domspatz sondern D0Mspatz, mit einer Null =)
René Wagner [Trainer] |#440
26.05.2026 - 15:36 Uhr
Zitat von effzehRanjid
Zitat von Andreas79

Zitat von effzehRanjid

Erstmal kurze Zwischeninfo: Wagner war schon mal als Trainer hauptverantwortlich, nach der Zeit bei den Sharks. Zudem wohl auch bei Summercamps in den USA, was ich davor noch nicht wusste. Klingt wie Ferienfreizeit, aber diese Camps haben in den USA einen gänzlich anderen Stellenwert, da wird oft und gerne für College- und Youthteams gescoutet.

Fakt ist aber auch, dass Wagner nicht mit Erfahrung als Chefcoach zugepflastert ist. Dennoch lässt sich seine Idee von Fußball erkennen. In den Spielen bei uns nur bedingt, in seiner Anfangszeit sehr deutlich. Aber insbesondere das Dasein als Co von Baumgart ist ein sehr deutlicher Fingerzeig.

Ganz wichtig: Wagner ist nicht Baumgart.
Baumgart steht (oder eher stand) auch für unkomplizierten Offensivfußball. Ballgewinn, vertikal, ohne Hacke Spitze Tralala.
Aber Baumgart legt unheimlich großen Wert auf physisch präsente Spieler und das Spiel in der Luft. Außerdem ist Baumgart ein Befürworter des Spiels auf dem Flügel.
Quasi klassisch Steil-Klatsch, Flanke und Kopfballversuch.

Wagner praktiziert gegen den Ball ein sehr ähnliches Spiel. Bei Ballverlust hohes Gegenpressing, enge Räume zwischen den Ketten, dafür anfällig bei langen Bällen und Kontern. Kompensation durch große und kopfballstarke Spieler in IV, AV und Doppelsechs.
Mit dem Ball sucht Wagner aber viel eher das Glück in der Spielfeldmitte. Das hat man auch für mein Empfinden deutlich in seinen Spielen bei uns gesehen. Die Halbräume sind bei Wagner oft stark besetzt, während Baumgart die Zonen eher als sekundär betrachtet hat.
Wagner hat auf dem offensiven Flügel lieber inverse Spieler aus genau dem Grund, während Baumgart häufig klassische Flügelspieler an der Linie bevorzugt.
Der größte Unterschied ist aber, dass bei Wagner der Ball auf dem Rasen bleiben soll und dass die Trickkiste auch aufgemacht werden darf. Ist eigentlich ein sehr pragmatischer Ansatz: wenn du mit der Hacke den Ball eher an den Mann bekommst als "normal", dann spiele mit der Hacke. Auch das gab es ein paar mal bei uns zu sehen, während Uth unter Baumgart deswegen mal im Testspiel umgehend zur Sau gemacht wurde.
Bei Wagner dürfen und sollen also spielerische Lösungen gefunden werden, um die gegnerische Kette zu knacken. Aber er hat weiterhin eine recht organisierte Offensivreihe und setzt wenig auf konstruktives Chaos.
Beide Trainer eint, dass sie eine enorme Boxbesetzung wünschen, bei Baumgart aber eher stationär (Vorpositionierung für Flanken, meist mit Körperkontakt) und bei Wagner fluide (Besetzung über Tiefenläufe und Nachrücken mit geringem Wunsch nach direkten Zweikämpfen).

Deswegen ergibt Wagner auf dem Papier auch vollkommen Sinn, er passt zu unserer Philosophie seit Baumgart.
Es passt auch, dass er mit physisch eher schwachen aber technisch starken Spielern scheinbar gerne arbeitet, während Baumgart für diese Spieler wenig Verwendung hatte.
Ein Martinez also, um mal ein aktuelles Gerücht auszufassen, passt wie A. auf Eimer zu Wagners Konzept.
Bei Baumgart wäre er komplett verschenkt.
Ein Andersen z.B., auch wenn der wohl vom Tisch ist, ergibt bei beiden Sinn, da er diesen Archetyp vom groß gewachsenen Sechser mit progressivem Passspiel einwandfrei ausfüllt.


Ist das bevorzugte System von Wagner tatsächlich 4-4-2 mit Doppel sechs, oder doch eine Raute wie Baumgart, oder lässt er vielleicht sogar gerne die Dreierkette hinten spielen wie Kwasniok?


Er war (und uch glaube auch er ist weiterhin) Befürworter einer Viererkette, und das ziemlich deutlich.
Ergibt bei seinem Fußball auch Sinn, da er so tiefer stehende AVs hat um die für seinen Ball sehr wichtige Konterabsicherung auf Außen zu gewährleisten.

Was das Mittelfeld angeht, hat er häufig mit Doppelsechs agiert, wobei aber meist einer der Sechser deutlich offensiver steht. Da kann man fast eher von einem Achter sprechen, der nach vorne und hinten eine ordentliche Arbeitsrate mitbringt und ein recht komplettes Profil hat.
Das wird übrigens auch eine tragende Position werden, so ein Profil haben wir nämlich nicht.

Er hat häufiger auch mit einem Zehner agiert, wodurch das Ganze auch mal in Richtung 4-2-3-1 bzw. 4-3-3 kippen kann. Ob Einzel- oder Doppelspitze, da ist er recht flexibel. Da wir aber scheinbar gezielt nach inversen Rechtsaußen schauen (was ich persönlich sehr gut finde), gehe ich von einer Einzelspitze mit zwei Außenstürmern aus.

Realistisch dürfte also ein 4-2-3-1 mit Doppelsechs sein, oder ein offensiveres 4-3-3 mit einer Sechs und zwei spielstarken Achtern/Zehnern.

Dreierkette hat er bei uns denke ich eher behilfsmäßig gespielt, da hierfür die Grundlage gegeben war.
In Viererkette haben wir aber offensiv wie defensiv deutlich besser gestanden, weshalb ihm wohl auch der neuerliche Umbruch zugute kommt.
Dann kann er seine präferierte Formation wählen und die Mannschaft ein System spielen, mit dem sie besser zurechtkommt und die sich so auch in den Jugendteams finden lässt (Ruthenbeck z.B. spielt ebenfalls Viererkette, genau wie die meisten anderen Coaches in unseren Nachwuchsmannschaften).


Bei dieser Konstellation werden wir dann eher LM- und RM- Spieler benötigen und keine LA- und RA- Spieler, da die Spieler auch in der Rückwärtsbewegung mehr machen müssen als ein LA RA Wie I'm System con Kwasniok. Da könnte dann sogar Thielmann von profitieren, da er dann wieder mehr in seiner Position ist, die er auch bei Baumgart ausgefüllt hat, seine besten Leistungen hatte er unter ihm.
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