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Marcelinho

23.02.2004 - 21:03 Uhr
Marcelinho |#31
22.04.2005 - 19:56 Uhr
http://www.tagesspiegel.de/sport/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/23.04.2005/1776061.asp#art

„Ich schäme mich manchmal“

Herthas Spielmacher Marcelinho über Schüchternheit, Tanzen und einen Imagewandel

Marcelinho, eigentlich dürften Sie in diesen Tagen gar keine Nerven zum erfolgreichen Fußballspiel haben, weil Sie sich ständig ärgern.

Das stimmt. Ich ärgere mich wirklich. Jedes Mal, wenn ich die Zeitungen aufschlage, sehe ich negative Szenen und Aussagen. Das liegt daran, dass ich sonntags gerne ausgehe und die Leute mich erkennen. Dann werden Fotos von mir auf der Tanzfläche veröffentlicht, auch mal mit einer Flasche Bier in der Hand. Allerdings feiere ich nicht mehr als meine Mitspieler oder andere Menschen, die am nächsten Tag frei haben.

Trotz Ihres Ärgers spielen sie erfolgreich wie nie zuvor bei Hertha. Mit fünfzehn Treffern stehen Sie in der Liga auf Platz zwei der Torschützenliste. Dabei haben Sie auch noch finanzielle Schwierigkeiten hinter sich, eine handgreifliche Auseinandersetzung mit Kapitän Arne Friedrich und auch noch einen Vertrag mit einer Diskothek.

Die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden, hat mich auch stärker gemacht. Genauso wohl die Geschichte mit Arne und die mit der Diskothek. Das war zunächst sehr unangenehm. Ich hatte doch einfach nur meinen Namen leihen wollen – „100% Marcelinho“ hätte die Disko geheißen. Ich wäre vielleicht manchmal dorthin gegangen. Sonst hätte ich damit nichts zu tun gehabt. Die Diskogeschichte ist jetzt erledigt. Und wenn es diese Diskothek nicht in Berlin geben wird, dann eben irgendwann in Brasilien.

Gab es denn einen Punkt, an dem Sie gesagt haben: Jetzt reicht es mir?

Ich habe schon darüber nachgedacht, und zwar sehr intensiv. Wenn ich Berlin und Hertha nicht so mögen würde, dann hätte ich mir überlegt zu wechseln. Dort, wo ich vorher gelebt habe, waren die Ansprüche an mich schließlich nicht so hoch wie hier. Dabei habe ich dort viele Titel gewonnen. Aber ich bin so gerne bei Hertha, dass ich hier bleiben und dieses Image verändern möchte.

Und wie wollen Sie das tun?

Man kann sich zum Beispiel mit den Leuten unterhalten. Wenn sie hören, was ich zu sagen habe, dann verstehen sie mich vielleicht besser. Ich bin viel zurückhaltender, als sie glauben.

Wie ist denn Marcelinho, wenn nicht so, wie er in den Boulevardzeitungen dargestellt wird?

Ich bin ein einfacher Mensch, ganz bescheiden und ich fühle mich wohl, wenn ich unter meinen Leuten bin, unter einfachen Leuten. Auf der Straße unterhalte ich mich mit den Menschen und gebe Autogramme. Zu Hause bin ich ein sehr ruhiger Mensch – so bin ich.

Wie müssen wir uns einen normalen Tag in Ihrem Leben vorstellen?

Ich bin viel zu Hause, sehe fern oder höre Musik. Manchmal, wenn ich die Nase voll davon habe, gehe ich mit meiner Frau und meinen Kindern zum Ku' damm oder zum Potsdamer Platz. Am Wochenende gehe ich tanzen, wenn nicht mit meiner Frau, dann mit meinen Freunden.

Über Ihre Freunde aus Brasilien hat man nicht nur Gutes gehört. Es hieß, dass sich einige hier auf Ihre Kosten ein schönes Leben machten und Sie negativ beeinflussten. Sie wohnen schließlich auch bei Ihnen und gehen immer gemeinsam mit Ihnen aus.

Das ist alles Lüge. Meine Freunde haben einen guten Einfluss auf mich. Wir sind zusammen aufgewachsen. Ich habe volles Vertrauen zu Ihnen, die haben mich noch nie angelogen. Die Ausgaben, die ich mit ihnen habe, sind nicht so hoch, wie man glauben mag. Ich fühle mich einfach wohl, wenn sie an meiner Seite sind.

Es war zu hören, dass Sie einige Ihrer Freunde nach Brasilien geschickt haben.

Zwei Freunde sind weg, das stimmt. Aber die zwei sind nicht nach Hause gefahren, weil ich mich von ihnen distanzieren wollte. Ich habe ihnen gesagt: Man kann als Tourist höchstens drei Monate hier bleiben. Vor allem aber habe ich jetzt eine kleinere Wohnung. Da kann ich nicht mehr so viele Leute hier haben. Jetzt leben noch zwei Freunde zusammen mit uns in der Wohnung.

Zurzeit ist Ihre Mutter in Berlin. War sie schon öfter da?

Es ist erst das zweite Mal. Zum ersten Mal war sie vor einem Jahr da. Sie fliegt nicht gerne und will außerdem ihre Familie nicht gerne alleine lassen.

Hat Ihnen Ihre Mutter gesagt: Du hast Dich aber verändert?

Nein, aber meine Freunde sagen mir das. Wenn sie ein bisschen verspätet sind, beschwere ich mich. Dann sagen sie zu mir: Du bist schon deutscher geworden. Ich versuche jetzt jedenfalls, pünktlicher zu kommen, damit die Leute nicht so lange warten müssen. Meinen Freunden sage ich, wir nehmen die Dinge zu locker.

Sie sagen, Sie seien ein gläubiger Mensch. Üben Sie diesen Glauben privat aus oder besuchen Sie manchmal einen Gottesdienst?

In Brasilien bin ich sonntags immer in die Kirche gegangen, in Berlin noch nicht. Ich weiß auch nicht, wo es hier eine portugiesisch-sprachige Gemeinde gibt.

Wie können wir uns einen Sonntag vorstellen? Hertha sagt, da könnten Sie tun, was sie wollen, weil montags trainingsfrei ist.

Nach dem Vormittagstraining bin ich erst einmal zu Hause. Nachmittags habe ich Zeit für meine Kinder, meine Tochter geht schon zur Schule, mein Sohn in die Kita. Und nachts gehe ich gerne aus, ins Ipanema zum Beispiel, weil da viele Brasilianer sind und die Musik gespielt wird, die ich mag. Da habe ich das Gefühl, dass ich in der Heimat bin.

Was nehmen Sie aus diesem Gefühl mit – Inspiration, Ausgleich, Entspannung?

Ich kann Stress entladen. Wenn wir gewonnen haben, dann feiere ich einfach.

Spielen Sie auch ein Instrument?

Cavaquinho, eine kleine Gitarre mit vier Saiten und Pandero, eine Art Tamburin.

Haben Sie das schon als Kind gelernt?

Ganz früh habe ich Freunde begleitet, die solche Instrumente gespielt haben, da habe ich viel gelernt und mir viel abgeschaut. Dann macht man das eben nach.

Manche Menschen lernen vom Zuschauen. War das bei Ihnen auch beim Fußball so?

Ja, durch Zuschauen habe ich viel gelernt. Mein Vater war Spieler. Ich bin von klein auf mit ihm zum Training gegangen und habe beobachtet, wie man schießt, wie man dribbelt. Ich hatte viele Vorbilder. Auf den kleinen Fußballplätzen habe ich immer versucht, Spieler nachzumachen. Es gab in meiner Heimatstadt einen Spieler, der war nicht sehr bekannt. Aber in meiner Stadt war er berühmt. Den habe ich immer bewundert.

Was war das Besondere an ihm?

Er hatte ein sehr gutes Auge, konnte sehr gute Pässe spielen, und ich habe immer versucht, das zu kopieren.

Empfinden Sie es als persönliche Niederlage, dass Sie nun die Hilfe eines Beraters der Volksbank benötigen, um Ihre Finanzen wieder in den Griff zu bekommen?

Ich habe viele Dinge falsch gemacht und werde nun einiges ändern. Manche Leute denken, ich hätte das Geld einfach verschwendet, aber ich habe auch viele Immobilien in Brasilien gekauft.

Wenn Sie ein Problem haben, gehen Sie dann zu einem bestimmten Spieler aus der Mannschaft, um sich Rat zu holen?

Um ganz offen zu sein: Ich schäme mich manchmal. Ich bin ziemlich scheu, und wenn Probleme auftauchen, behalte ich die erst einmal für mich. Man muss erst sehr viel Vertrauen haben, bis man sein Herz öffnet. Wie gesagt: Ich schäme mich, deshalb sage ich meistens niemandem etwas. Ich weiß, dass ich gerade meine finanziellen Probleme schon viel früher in den Griff bekommen hätte, wenn ich vorher jemandem davon erzählt hätte. Und es würde mein Leben erleichtern, wenn ich besser Deutsch sprechen könnte.

Sind Sie zu gutmütig?

Ich habe schon Enttäuschungen erlebt, dennoch habe ich ein gutes Herz und versuche immer zu helfen, meiner Familie, meinen Freunden, vor allem meinen Kindern. Sie sollen eine gute Zukunft haben.

Hängt das auch mit Ihrer eigenen Kindheit in ärmlichen Verhältnissen zusammen?

Klar. Ich habe eine sehr bescheidene Vergangenheit. Ich habe im Fußball viel Geld verdient und kann meinen Eltern und meiner Familie ein besseres Leben ermöglichen. Wenn ich in meiner Heimat im Urlaub bin, helfe ich auch Menschen, die nichts zu essen haben. Ich bin traurig, so etwas zu sehen. Verändert habe ich mich aber als Fußballprofi nicht, weil ich weiß, wo ich herkomme.

Kommt Ihnen Ihr Leben nicht trotzdem manchmal unwirklich vor?

Nein, wenn man das schafft, dann weil man viel Talent hat, hart arbeitet und Gott viel zu verdanken hat. Ich wollte immer Spieler werden. Meinen Träumen bin ich immer hinterhergelaufen.

Das Gespräch führten Michael Rosentritt und Friedhard Teuffel.

Übersetzung: Alcir Pereira

•     •     •


Marcelinho |#32
25.04.2005 - 20:03 Uhr
anfragen gab es genug. letzte saison war ja auch schalke (ja, wen wunderts ) an ihm dran. ich glöaube einfach, daß er berlin und hertha liebt. er hat sich sogar den namen "berlin" eintätowieren lassen.

man muß auch bedenken, daß er zuvor in marseille gespielt hat, wo er kläglich gescheitert ist, weil das ganze umfeld nicht gestimmt hat. hier hat er sich von der ersten sekunde an wohl gefühlt und das hat letztendlich den ausschlag dafür gegeben, daß er geblieben ist und auch bleiben wird. er hat ja vor kurzem selbst vorgeschlagen, seinen vertrag bis 2011 zu verlängern, weil er seine karriere hier beenden will.

•     •     •


Marcelinho |#33
26.04.2005 - 10:30 Uhr
denke, er ist noch in Berlin, weil die Selecao keine Bedeutung (mehr) für ihn hat. Welchen Grund gäbe es also, zu einem anderen Klub zu wechseln, wenn er sich in Berlin sehr wohl fühlt?
Marcelinho |#34
06.05.2005 - 20:35 Uhr
>Quelle:http://bz.berlin1.de/aktuell/hertha/050507/tor.html
>
>Schalke will Marcelinho Tor des Monats KLAUEN!
>Ausgerechnet den Supertreffer gegen Freiburg aus 48,3 Metern
>
>Berlin - Ein Tor wie ein Traum: Aus 48,3 Metern schlenzte
>Marcelinho gegen Freiburg den Ball in die Maschen. Ein Treffer
>wie aus dem Lehrbuch...
>
>Ein "Tor des Monats", ganz eindeutig. Doch genau dieser Titel
>soll Marcello jetzt geklaut werden. Und das ausgerechnet von
>Schalke! Unfaßbar! Die Knappen-Fans rotten sich im Internet
>zusammen, wollen Marcellos Krönung verhindern. Und statt
>dessen einen ganz banalen Kopfball-Treffer ihres Stürmers Mike
>Hanke gegen Nürnberg wählen.
>
>BZ erfuhr: Der Schalker haben Erfolg. Hanke führt mit 33
>Prozent vor Marcelinho (29 Prozent). Zwar führt der
>Hertha-Star im Telefon-Voting. Aber im Internet wird von den
>Königsblauen massiv für das Hanke-Tor abgestimmt. Morgen ist
>Entscheidungstag. Wenn Marcelinho bis dahin nicht an Hanke
>vorbeigezogen ist, ist sein Sensations-Tor für die Katz'.
>Darum ruft BZ alle Hertha-Fans auf: Stimmt für Marcelinho.
>Entweder im Internet unter http://www.sportschau.de oder
>telefonisch unter Tel.: 01376-010 0102.
>
>Wenn's klappt, soll Hertha-Kapitän Arne Friedrich morgen die
>Medaille an seinen Spielmacher übergeben. Alles andere wäre
>eine Schande!
>
>
>Also Leute noch mal kräftig mit voten!!!Denn so ein dummer
>Schalker darf Marcello doch das Tor de Monats nicht weg
>nehmen!!!

typisch schalke
Marcelinho |#35
09.05.2005 - 23:20 Uhr
Aber Absage von Brasiliens Nationalcoach Alberto Parreira
Marcelinho Traum-Vertrag bis 2011?
CARSTEN PRIEFER

Marcello Superstar
Foto: dpa/dpaweb
BERLIN - Er liebt die Stadt, die Fans und das Team - deshalb will Marcelinho für immer in Berlin bleiben. Und dafür erhält er demnächst einen Super-Millionen-Vertrag. "Wenn sich beide Seiten einig sind, werden wir einen Weg finden, noch länger miteinander zu arbeiten", sagt Manager Dieter Hoeneß. Marcelinhos Vertrag läuft im Sommer 2007 aus. Demnächst soll dieser Kontrakt aber bis 2011 verlängert werden. Hoeneß: "Im Sommer werden wir mit Marcello reden. So etwas ist immer eine Sache des Zeitpunkts."

Freude über den neuen Vertrag (demnächst rund 2 Millionen EUR jährlich), Ärger aber mit der brasilianischen Nationalmannschaft. Trainer Carlos Alberto Parreira steht nicht auf Herthas Superstar, erklärte im kleinen Kreis, daß er Marcello NICHT in die Selecao holen wird. Marcelinho aber gibt nicht auf: "Vielleicht bekomme ich beim Confederations Cup ja doch eine Bewährungschance."

Mit einem neuen Hertha-Traumvertrag im Rücken würde er da bestimmt auch brillieren...
Marcelinho |#36
11.05.2005 - 20:12 Uhr
Marcelo ist unverkäuflich a basta !
Marcelinho |#37
11.05.2005 - 21:59 Uhr
>Marcelo ist unverkäuflich a basta !

dito !

da kann hertha zuvor alle dt. spieler abgeben, bevor unser fußballgott den verein verläßt !

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Marcelinho |#38
12.05.2005 - 21:06 Uhr
Man darf ihn wirklich nicht verkaufen. Und so vernünftig wird man auch sein. Ganz Berlin weiß, wie wertvoll er für unser Spiel ist.

Wenn man ihn verkaufen wollte, dann wäre sicherlich jetzt der beste Zeitpunkt, da sein Marktwert ab jetzt nur noch sinken kann. Seine Leistungen sind im Prinzip ja nicht mehr steigerungsfähig und jünger wird er nimmer ;)

Aber ich versuche die Wichtigkeit Marcelos mal mit folgendem Vergleich darzustellen. Es ist so, als ob man einem standfesten Haus das Fundament (Marcelo) entreißen würde, um gleichzeitig den Balkon oder die Terasse (gemeint ist das in neue Spieler gesteckte Geld der Ablösesumme) auszubauen. Als Resultat wird man eine Ruine vorfinden.

Nicht ganz so schlimm, aber ähnlich wäre sein Verlust für das SPiel für Hertha, darum unterstreiche ich DHs Aussage, er ist unverkäuflich.


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"Ich hoffe, dass dieses Spiel nicht mein einziges Debüt bleibt!"
(Nationalspieler Sebastian Deisler)

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Krummer Storch lernt fliegen.

Alles hat zwei Seiten, nur die Wurst hat eine.
Marcelinho |#39
17.05.2005 - 00:13 Uhr
allet jute zum 30. !

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Marcelinho |#40
31.05.2005 - 16:31 Uhr
{Vorher ging es in dem Text darum, dass Ronaldo nicht beim Confed-Cup spielen wird}

[...]
Nach der Ausbootung Ronaldos könnten die Chancen eines bislang verschmähten Stars auf einen Einsatz im Nationalteam gestiegen sein. Marcelinho von Hertha BSC Berlin ist in den Augen vieler Experten nach seinen Gala-Auftritten in den letzten Monaten durchaus ein ernstzunehmnder Ronaldo-Ersatz.

http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?folder=18100&object=315790&liga=1&saison=2004/05&spieltag=34&gruppe=16260

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"Ich hoffe, dass dieses Spiel nicht mein einziges Debüt bleibt!"
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