Marcelinho
23.02.2004 - 21:03 Uhr
24.10.2005 - 09:11 Uhr
Herthas neuer Burgfrieden
Marcelinho verdient sich Respekt zurück - Hoeneß: Er wechselt nicht zum FC Bayern
Von Horst Bläsig
Falko Götz drückte ihn fest an sich und redete freundlich auf ihn ein. Marcelinho genoß die anerkennenden Worte des Trainers und quittierte sie mit einem Lächeln. Für den brasilianischen Fußball-Star von Hertha BSC gab es nach dem 3:1 (2:0) über Mainz Lob von allen Seiten. Die Berliner wußten, wem sie den glücklichen Erfolg zu verdanken hatten: ihrem Torhüter Christian Fiedler und Marcelinho. Der hatte sich mit zwei Toren in Halbzeit eins für seine herausragende Leistung belohnt. "Wie Marcelo 48 Stunden nach dem Uefa-Cup-Spiel in Göteborg gerannt ist und hinten ausgeholfen hat, war sensationell", urteilte Manager Dieter Hoeneß. Götz sagte: "Ich habe ihn beglückwünscht. Mainz war ein Befreiungsschlag für ihn."
Zehn Spieltage hat Herthas Top-Scorer der Vorsaison (18 Treffer, 13 Assists) gebraucht, um in seinem fünften Bundesliga-Jahr endlich anzukommen. Dem Doppelschlag am Sonnabend waren wenig überzeugende Auftritte vorausgegangen. In der Liga schmückten zwei verwandelte Elfmeter sein Arbeitszeugnis. Gegen Mainz traf er zum 2:0 erstmals aus dem Spiel heraus. "Es war eine schwierige Woche. Ich fühle mich jetzt wieder frei im Kopf", sagte Marcelinho. Er hat sich just zu jenem Zeitpunkt zurückgemeldet, da er sich intern in Schwierigkeiten gebracht hatte und den Unmut der Kollegen zu spüren bekam.
Herthas Nationalspieler würden zu viel an die WM denken, hatte Marcelinho nach dem 0:3 in Bielefeld öffentlich gegiftet und dafür zornige Reaktionen geerntet. "Die Diskussionen waren sehr hilfreich", sagt der Trainer, "wir brauchen Reibungspunkte. Es ist gut, daß Marcelo sich Gedanken macht. Er hat nur den falschen Weg gewählt, hätte die Kritik intern vorbringen müssen."
Wie lange der neue Frieden anhält, vermag bei Hertha niemand zu sagen. Spätestens seit seiner Ohrfeige gegen Kapitän Arne Friedrich am 3. April dieses Jahres beim 1:2 in Dortmund gilt Marcelinho als isoliert im Kollegenkreis. "Er muß häufiger als andere Spieler daran erinnert werden, daß er die Mannschaft braucht", sagt Götz. "Wenn er das begreift, wird er auch persönlich wie gegen Mainz belohnt. Marcelo ist ein wichtiger Part bei uns, auf den wir nicht verzichten wollen."
Bislang hat der Brasilianer nach den zumeist selbstverschuldeten Turbulenzen um durchzechte Nächte, verschlafene Trainingseinheiten oder finanzielle Probleme sportlich stets die richtige Reaktion gezeigt. Was für seine Klasse spricht. Mit genialen Zügen auf dem Platz läßt Marcelinho seine Kritiker immer wieder verstummen - bis zur nächsten Eskapade.
Fast schon zähneknirschend mußten sich seine Mitspieler nun erneut bei ihm bedanken. Nicht jedem fiel es leicht, verbal den Hut zu ziehen. Die Mannschaft hielt sich mit überschwenglichen Kommentaren zurück. So sagte Friedrich über Marcelinho: "Tore und gute Leistungen sind für ihn das beste Mittel, um sich Anerkennung zu verschaffen."
Der Brasilianer muß umdenken und akzeptieren, daß er nicht mehr der einzige Star bei Hertha ist. Friedrich ist ein Leitwolf, Pantelic fordert Aufmerksamkeit, Bastürk will beachtet werden; das Wort von van Burik, Fiedler und Gilberto hat ohnehin Gewicht.
Was bleibt, ist Marcelinhos eigener Anspruch, einer der besten Profis der Liga zu sein - und vielleicht doch noch für die WM nominiert zu werden. "Ich verstehe, daß ihn das bedrückt", so Götz. "Er ist ein Patriot und hat einen guten Namen in Deutschland. Natürlich will er dabeisein."
Bis 2007 steht der 30jährige bei Hertha noch unter Vertrag. In letzter Zeit aber denkt Marcelinho öfter mal laut über einen Wechsel nach. Auf ein mögliches Interesse des FC Bayern angesprochen, sagte er: "Wenn es für Hertha und für mich ein gutes Angebot geben sollte, kann man darüber reden." Dieter Hoeneß verweist die Transferspekulationen derweil ins Reich der Fabel: "Da ist nichts dran. Ich bin mir sicher, daß Marcelo seine europäische Karriere bei uns beenden wird."
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/10/24/sport/787725.html
Marcelinho verdient sich Respekt zurück - Hoeneß: Er wechselt nicht zum FC Bayern
Von Horst Bläsig
Falko Götz drückte ihn fest an sich und redete freundlich auf ihn ein. Marcelinho genoß die anerkennenden Worte des Trainers und quittierte sie mit einem Lächeln. Für den brasilianischen Fußball-Star von Hertha BSC gab es nach dem 3:1 (2:0) über Mainz Lob von allen Seiten. Die Berliner wußten, wem sie den glücklichen Erfolg zu verdanken hatten: ihrem Torhüter Christian Fiedler und Marcelinho. Der hatte sich mit zwei Toren in Halbzeit eins für seine herausragende Leistung belohnt. "Wie Marcelo 48 Stunden nach dem Uefa-Cup-Spiel in Göteborg gerannt ist und hinten ausgeholfen hat, war sensationell", urteilte Manager Dieter Hoeneß. Götz sagte: "Ich habe ihn beglückwünscht. Mainz war ein Befreiungsschlag für ihn."
Zehn Spieltage hat Herthas Top-Scorer der Vorsaison (18 Treffer, 13 Assists) gebraucht, um in seinem fünften Bundesliga-Jahr endlich anzukommen. Dem Doppelschlag am Sonnabend waren wenig überzeugende Auftritte vorausgegangen. In der Liga schmückten zwei verwandelte Elfmeter sein Arbeitszeugnis. Gegen Mainz traf er zum 2:0 erstmals aus dem Spiel heraus. "Es war eine schwierige Woche. Ich fühle mich jetzt wieder frei im Kopf", sagte Marcelinho. Er hat sich just zu jenem Zeitpunkt zurückgemeldet, da er sich intern in Schwierigkeiten gebracht hatte und den Unmut der Kollegen zu spüren bekam.
Herthas Nationalspieler würden zu viel an die WM denken, hatte Marcelinho nach dem 0:3 in Bielefeld öffentlich gegiftet und dafür zornige Reaktionen geerntet. "Die Diskussionen waren sehr hilfreich", sagt der Trainer, "wir brauchen Reibungspunkte. Es ist gut, daß Marcelo sich Gedanken macht. Er hat nur den falschen Weg gewählt, hätte die Kritik intern vorbringen müssen."
Wie lange der neue Frieden anhält, vermag bei Hertha niemand zu sagen. Spätestens seit seiner Ohrfeige gegen Kapitän Arne Friedrich am 3. April dieses Jahres beim 1:2 in Dortmund gilt Marcelinho als isoliert im Kollegenkreis. "Er muß häufiger als andere Spieler daran erinnert werden, daß er die Mannschaft braucht", sagt Götz. "Wenn er das begreift, wird er auch persönlich wie gegen Mainz belohnt. Marcelo ist ein wichtiger Part bei uns, auf den wir nicht verzichten wollen."
Bislang hat der Brasilianer nach den zumeist selbstverschuldeten Turbulenzen um durchzechte Nächte, verschlafene Trainingseinheiten oder finanzielle Probleme sportlich stets die richtige Reaktion gezeigt. Was für seine Klasse spricht. Mit genialen Zügen auf dem Platz läßt Marcelinho seine Kritiker immer wieder verstummen - bis zur nächsten Eskapade.
Fast schon zähneknirschend mußten sich seine Mitspieler nun erneut bei ihm bedanken. Nicht jedem fiel es leicht, verbal den Hut zu ziehen. Die Mannschaft hielt sich mit überschwenglichen Kommentaren zurück. So sagte Friedrich über Marcelinho: "Tore und gute Leistungen sind für ihn das beste Mittel, um sich Anerkennung zu verschaffen."
Der Brasilianer muß umdenken und akzeptieren, daß er nicht mehr der einzige Star bei Hertha ist. Friedrich ist ein Leitwolf, Pantelic fordert Aufmerksamkeit, Bastürk will beachtet werden; das Wort von van Burik, Fiedler und Gilberto hat ohnehin Gewicht.
Was bleibt, ist Marcelinhos eigener Anspruch, einer der besten Profis der Liga zu sein - und vielleicht doch noch für die WM nominiert zu werden. "Ich verstehe, daß ihn das bedrückt", so Götz. "Er ist ein Patriot und hat einen guten Namen in Deutschland. Natürlich will er dabeisein."
Bis 2007 steht der 30jährige bei Hertha noch unter Vertrag. In letzter Zeit aber denkt Marcelinho öfter mal laut über einen Wechsel nach. Auf ein mögliches Interesse des FC Bayern angesprochen, sagte er: "Wenn es für Hertha und für mich ein gutes Angebot geben sollte, kann man darüber reden." Dieter Hoeneß verweist die Transferspekulationen derweil ins Reich der Fabel: "Da ist nichts dran. Ich bin mir sicher, daß Marcelo seine europäische Karriere bei uns beenden wird."
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/10/24/sport/787725.html
24.10.2005 - 09:16 Uhr
Hertha erlebt Marcelinho
Erst der Druck, dann die Leistung: Wieder einmal hat der Brasilianer seine Fans und Mitspieler versöhnt
Von Michael Rosentritt
Berlin - Als Marcelinho gestern das Trainingsgelände von Hertha BSC verließ, machte er ein Gesicht wie das Wetter. Ein kurzes Lächeln umspülte sein knappes „Hallo“ in die Runde versammelter Journalisten, dann verzog er die Mundwinkel und seine Augenlider mit den langen Wimpern dran klappten viel langsamer hoch und runter als sonst. Marcelinho war betrübt. Am Tag zuvor hatten seine Mitspieler und die Berliner Fans noch die Rückkehr der Genialität seiner Füße bejubelt. Marcelinho hatte mit zwei herrlichen Toren das 3:1 gegen Mainz eingeleitet, doch was war ihm anschließend über die Lippen gekommen? Ein Wechsel zum FC Bayern würde ihn reizen. Wenn ein gutes Angebot käme, könne man sich unterhalten, hatte er erzählt und Kopfschütteln ausgelöst.
Marcelinhos persönlicher Deutschland-Berater war bedient. Während Wolfgang Nothdurft vor dem Kabineneingang auf seinen Klienten wartete, versuchte er das Gesagte vom Vorabend zu relativieren. Er könne ja verstehen, dass die Bayern-Koketterie für Medien eine hübsche Geschichte sei, aber Marcelinho habe doch nur auf eine Frage geantwortet. „Er ist mit dem Herzen Herthaner“, sagte Nothdurft. „Vielleicht sollte ich mal streuen, dass Marcelinho ab sofort Italienisch lernt.“
Wenn es so einfach wäre. Marcelinho ist, denkt und lebt, wie er Fußball spielt – unberechenbar. Was auf dem Rasen als Kunst gedeutet wird, kann außerhalb der weißen Linien zur Last werden.
Der 30-jährige Brasilianer ist schwer in die Saison gekommen. Er fand lange keinen Rhythmus, weil es in seinem privaten Umfeld wieder einmal heikle Angelegenheiten zu regeln galt. In der Mannschaft rumorte es, weil Marcelinho nicht die Leistung brachte und auch noch die Mitspieler in der Öffentlichkeit kritisierte. Marcelinho stand an einer Kreuzung. Wie so oft. Eine 70-minütige Aussprache mit der Mannschaft wies ihm den Weg. Marcelinho fand den richtigen Abzweig und feierte gegen Mainz die Rückkehr „des alten Marcelinhos“, wie er sagte.
Seine Leistung war eine perfekte Vorlage. „Marcelinho braucht solche Erlebnisse“, sagte Dieter Hoeneß, „und die Mannschaft braucht sie, um zu sehen, wie wichtig Marcelinho für sie ist.“ Das sagte der Manager der Berliner auch aus einem gewissen Eigennutz.
Gut vier Jahre spielt Marcelinho für Hertha, aber kein anderer Spieler hat den Berliner Verein gleichermaßen verzückt und auf die Probe gestellt. Seit Jahren verwendet Hoeneß einen stattlichen Teil seiner Zeit dafür, das Verhältnis zwischen der Mannschaft und seinem Star immer wieder neu auszubalancieren. Es ist ein sensibles Gebilde.
Marcelinho ist kein Ergebnisfußballer, er ist ein Erlebnisfußballer. „In seinem linken Fuß steckt Magie“, hat der frühere Hertha-Trainer Jürgen Röber einmal über Marcelinho gesagt. In seinem Kopf steckt viel Naivität. Das hat so noch niemand gesagt, aber alle wissen es. Solange Marcelinhos Mitspieler spüren, dass er ihnen nützt, ertragen und dulden sie seine Eskapaden und seinen Sonderstatus. Andernfalls wächst der Unmut und tritt, wie Anfang vergangener Woche, offen zutage. „Es war ein reinigendes Gewitter, das Leistung produziert hat“, sagte Trainer Falko Götz nach dem Mainz-Spiel. Wieder einmal hat es Marcelinho verstanden, seine Mitspieler und die Fans mit seiner Leistung und seinen Toren zu versöhnen. „Er ist eben ein Spieler, auf dessen Fähigkeiten wir angewiesen sind“, sagte der einflussreiche Abwehrspieler Dick van Burik. Und wieder war Marcelinho danach zu Tränen gerührt und versprach Besserung. „Er lebt von seinen Emotionen“, sagt Götz, „jetzt hoffe ich, dass er eine gute Serie bekommt. So, wie es bisher immer war.“
Auch Dieter Hoeneß streicht lieber diese Qualität des Brasilianers heraus: „Wenn er unter Druck steht, versinkt er nicht, sondern bringt Leistung.“ Andere Fußballer würden solche Geschichten lähmen, nicht aber Marcelinho. Das aber lässt im Umkehrschluss die Vermutung zu, dass Marcelinho diesen Druck regelmäßig braucht. Sein Berater hebt die Schultern. „Wenn Marcelinho durchschnittlich spielt, reiben sich alle an ihm. Er hat ja selber den Anspruch, einer der besten Bundesligaspieler zu sein.“ Wenn es mal nicht so läuft, werde er ungnädig, mit sich und mit anderen. „Jeder Druck erzeugt einen Gegendruck“, sagt Nothdurft vielsagend.
Bei Hertha hat man gelernt, mit Marcelinho zu leben. Braucht Marcelinho permanent Druck? „Hm“, sagt sein Trainer, „ich werde solche Dinge nicht herbeisingen.“ Der Flirt mit dem FC Bayern hat für Götz keine „inhaltliche“ Bedeutung: „Er steht bei uns bis 2007 unter Vertrag und betont doch in jedem Satz seine Liebe zu Hertha.“
http://www.tagesspiegel.de/sport/index.asp?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/24.10.2005/2133386.asp#art
Erst der Druck, dann die Leistung: Wieder einmal hat der Brasilianer seine Fans und Mitspieler versöhnt
Von Michael Rosentritt
Berlin - Als Marcelinho gestern das Trainingsgelände von Hertha BSC verließ, machte er ein Gesicht wie das Wetter. Ein kurzes Lächeln umspülte sein knappes „Hallo“ in die Runde versammelter Journalisten, dann verzog er die Mundwinkel und seine Augenlider mit den langen Wimpern dran klappten viel langsamer hoch und runter als sonst. Marcelinho war betrübt. Am Tag zuvor hatten seine Mitspieler und die Berliner Fans noch die Rückkehr der Genialität seiner Füße bejubelt. Marcelinho hatte mit zwei herrlichen Toren das 3:1 gegen Mainz eingeleitet, doch was war ihm anschließend über die Lippen gekommen? Ein Wechsel zum FC Bayern würde ihn reizen. Wenn ein gutes Angebot käme, könne man sich unterhalten, hatte er erzählt und Kopfschütteln ausgelöst.
Marcelinhos persönlicher Deutschland-Berater war bedient. Während Wolfgang Nothdurft vor dem Kabineneingang auf seinen Klienten wartete, versuchte er das Gesagte vom Vorabend zu relativieren. Er könne ja verstehen, dass die Bayern-Koketterie für Medien eine hübsche Geschichte sei, aber Marcelinho habe doch nur auf eine Frage geantwortet. „Er ist mit dem Herzen Herthaner“, sagte Nothdurft. „Vielleicht sollte ich mal streuen, dass Marcelinho ab sofort Italienisch lernt.“
Wenn es so einfach wäre. Marcelinho ist, denkt und lebt, wie er Fußball spielt – unberechenbar. Was auf dem Rasen als Kunst gedeutet wird, kann außerhalb der weißen Linien zur Last werden.
Der 30-jährige Brasilianer ist schwer in die Saison gekommen. Er fand lange keinen Rhythmus, weil es in seinem privaten Umfeld wieder einmal heikle Angelegenheiten zu regeln galt. In der Mannschaft rumorte es, weil Marcelinho nicht die Leistung brachte und auch noch die Mitspieler in der Öffentlichkeit kritisierte. Marcelinho stand an einer Kreuzung. Wie so oft. Eine 70-minütige Aussprache mit der Mannschaft wies ihm den Weg. Marcelinho fand den richtigen Abzweig und feierte gegen Mainz die Rückkehr „des alten Marcelinhos“, wie er sagte.
Seine Leistung war eine perfekte Vorlage. „Marcelinho braucht solche Erlebnisse“, sagte Dieter Hoeneß, „und die Mannschaft braucht sie, um zu sehen, wie wichtig Marcelinho für sie ist.“ Das sagte der Manager der Berliner auch aus einem gewissen Eigennutz.
Gut vier Jahre spielt Marcelinho für Hertha, aber kein anderer Spieler hat den Berliner Verein gleichermaßen verzückt und auf die Probe gestellt. Seit Jahren verwendet Hoeneß einen stattlichen Teil seiner Zeit dafür, das Verhältnis zwischen der Mannschaft und seinem Star immer wieder neu auszubalancieren. Es ist ein sensibles Gebilde.
Marcelinho ist kein Ergebnisfußballer, er ist ein Erlebnisfußballer. „In seinem linken Fuß steckt Magie“, hat der frühere Hertha-Trainer Jürgen Röber einmal über Marcelinho gesagt. In seinem Kopf steckt viel Naivität. Das hat so noch niemand gesagt, aber alle wissen es. Solange Marcelinhos Mitspieler spüren, dass er ihnen nützt, ertragen und dulden sie seine Eskapaden und seinen Sonderstatus. Andernfalls wächst der Unmut und tritt, wie Anfang vergangener Woche, offen zutage. „Es war ein reinigendes Gewitter, das Leistung produziert hat“, sagte Trainer Falko Götz nach dem Mainz-Spiel. Wieder einmal hat es Marcelinho verstanden, seine Mitspieler und die Fans mit seiner Leistung und seinen Toren zu versöhnen. „Er ist eben ein Spieler, auf dessen Fähigkeiten wir angewiesen sind“, sagte der einflussreiche Abwehrspieler Dick van Burik. Und wieder war Marcelinho danach zu Tränen gerührt und versprach Besserung. „Er lebt von seinen Emotionen“, sagt Götz, „jetzt hoffe ich, dass er eine gute Serie bekommt. So, wie es bisher immer war.“
Auch Dieter Hoeneß streicht lieber diese Qualität des Brasilianers heraus: „Wenn er unter Druck steht, versinkt er nicht, sondern bringt Leistung.“ Andere Fußballer würden solche Geschichten lähmen, nicht aber Marcelinho. Das aber lässt im Umkehrschluss die Vermutung zu, dass Marcelinho diesen Druck regelmäßig braucht. Sein Berater hebt die Schultern. „Wenn Marcelinho durchschnittlich spielt, reiben sich alle an ihm. Er hat ja selber den Anspruch, einer der besten Bundesligaspieler zu sein.“ Wenn es mal nicht so läuft, werde er ungnädig, mit sich und mit anderen. „Jeder Druck erzeugt einen Gegendruck“, sagt Nothdurft vielsagend.
Bei Hertha hat man gelernt, mit Marcelinho zu leben. Braucht Marcelinho permanent Druck? „Hm“, sagt sein Trainer, „ich werde solche Dinge nicht herbeisingen.“ Der Flirt mit dem FC Bayern hat für Götz keine „inhaltliche“ Bedeutung: „Er steht bei uns bis 2007 unter Vertrag und betont doch in jedem Satz seine Liebe zu Hertha.“
http://www.tagesspiegel.de/sport/index.asp?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/24.10.2005/2133386.asp#art
24.10.2005 - 18:04 Uhr
Sein Auftritt gegen Mainz hat mich nicht verwundert.
Immer wenn er zuletzt in der Kritik stand, hat er auf dem Platz mit TOP-Leistungen geglänzt.
Wo andere Spieler untergehen, weil sie dem Druck nicht standhalten können, blüht er erst recht auf.
Immer wenn er zuletzt in der Kritik stand, hat er auf dem Platz mit TOP-Leistungen geglänzt.
Wo andere Spieler untergehen, weil sie dem Druck nicht standhalten können, blüht er erst recht auf.
02.11.2005 - 13:57 Uhr
Dann würde er auch etwas Deutsch lernen ..... sehr witzig.
http://www.sat1.de/service/teletext/218_01.html
http://www.sat1.de/service/teletext/218_01.html
02.11.2005 - 18:29 Uhr
>Bei Sat1 steht das Marcelinho seinen Vertrag bis 2010
>verlängern will. Ich hoffe jetzt ändert er seine Meinung nicht
>mehr.
Und nächste Woche will er dann nach Spanien, übernächste Woche gibt er dann wieder ein Interview, indem er von einer Tätigkeit bei Hertha nach der Karriere (Trainer, Manager, PR-Berater, etc.) träumt, ..... ;-)
Ach ja...Marcelinho sorgt immer für Unterhaltung und Gesprächsbedarf...
>verlängern will. Ich hoffe jetzt ändert er seine Meinung nicht
>mehr.
Und nächste Woche will er dann nach Spanien, übernächste Woche gibt er dann wieder ein Interview, indem er von einer Tätigkeit bei Hertha nach der Karriere (Trainer, Manager, PR-Berater, etc.) träumt, ..... ;-)
Ach ja...Marcelinho sorgt immer für Unterhaltung und Gesprächsbedarf...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spaetzle am 02.11.2005 um 18:30 Uhr bearbeitet
03.11.2005 - 11:26 Uhr
Ich denke, er wird 2009 nach seiner aktiven Karriere in Berlin Großgastronom, das Geld in Brasilien verjubeln und dann Experte beim DSF ;)
07.11.2005 - 22:42 Uhr
Solange die Leistung weiterhin stimmt bei Marcelo habe ich damit kein Problem :D
26.11.2005 - 12:18 Uhr
Friert Marcelinhos Leistung jetzt ein?
Gegen Lens spielte er schon wie ein Schneemann
BERLIN - Er war der Schlechteste! Gegen Lens schleppte sich Marcelinho übers Feld, als wenn das naßkalte Wetter seine Gelenke eingefroren hätte. Kaum ein Paß, der ankam. Nicht ein wirklich gefährlicher Torschuß - B.Z.-Note 5 für den Mittelfeld-Star.
Das Problem: Berlins Horror-Wetter schmeckt dem Brasilianer gar nicht. Gestern, beim Training im Schneetreiben, schmollte er: "Überhaupt nicht meine Temperaturen. Ihr wißt doch: Ich mag Sonne!" Nimmt Marcello jetzt seinen Winterschlaf? Er verspricht: "Nein, auf keinen Fall! Gegen Lens bin ich nicht gut ins Spiel gekommen, aber prinzipiell fühle ich mich gut, bin in Form. Gegen Gladbach will ich zeigen, daß ich auch bei Kälte gut spielen kann."
Letztes Jahr bewies Herthas Bester, daß er auch bei Schmuddelwetter Tore schießen kann. Da schoß er zwischen dem 13. und 16. Spieltag in vier Spielen sechs Tore (darunter der Dreierpack gegen Wolfsburg beim 3:2), ballerte Hertha nach dem Fehlstart in die Ligaspitze zurück. Er verspricht: "Da will ich wieder hin, das war die Form meines Lebens." Daß er sich mit dem Schnee durchaus anfreunden kann, bewies Marcelinho nach dem Training. Da lieferte er sich mit seinen Freunden eine wilde Schneeball-Schlacht. Morgen wünschen wir uns auch so viel Einsatz...
http://bz.berlin1.de/aktuell/sport/hertha/051126/marcelo.html
Gegen Lens spielte er schon wie ein Schneemann
BERLIN - Er war der Schlechteste! Gegen Lens schleppte sich Marcelinho übers Feld, als wenn das naßkalte Wetter seine Gelenke eingefroren hätte. Kaum ein Paß, der ankam. Nicht ein wirklich gefährlicher Torschuß - B.Z.-Note 5 für den Mittelfeld-Star.
Das Problem: Berlins Horror-Wetter schmeckt dem Brasilianer gar nicht. Gestern, beim Training im Schneetreiben, schmollte er: "Überhaupt nicht meine Temperaturen. Ihr wißt doch: Ich mag Sonne!" Nimmt Marcello jetzt seinen Winterschlaf? Er verspricht: "Nein, auf keinen Fall! Gegen Lens bin ich nicht gut ins Spiel gekommen, aber prinzipiell fühle ich mich gut, bin in Form. Gegen Gladbach will ich zeigen, daß ich auch bei Kälte gut spielen kann."
Letztes Jahr bewies Herthas Bester, daß er auch bei Schmuddelwetter Tore schießen kann. Da schoß er zwischen dem 13. und 16. Spieltag in vier Spielen sechs Tore (darunter der Dreierpack gegen Wolfsburg beim 3:2), ballerte Hertha nach dem Fehlstart in die Ligaspitze zurück. Er verspricht: "Da will ich wieder hin, das war die Form meines Lebens." Daß er sich mit dem Schnee durchaus anfreunden kann, bewies Marcelinho nach dem Training. Da lieferte er sich mit seinen Freunden eine wilde Schneeball-Schlacht. Morgen wünschen wir uns auch so viel Einsatz...
http://bz.berlin1.de/aktuell/sport/hertha/051126/marcelo.html
28.11.2005 - 22:25 Uhr
Wenigstens ne Torvorlage gg BMG von ihm
Nun gehts gegen Leverlusen, da trifft er gerne last season 2 Tore beim 3:3 & bin mir sicher das er dort auch wieder am Sonntag netzen wird !
Nun gehts gegen Leverlusen, da trifft er gerne last season 2 Tore beim 3:3 & bin mir sicher das er dort auch wieder am Sonntag netzen wird !
04.12.2005 - 00:44 Uhr
Im U-Bahn-Fernsehen wurde götz heute zitiert mit: "Er war in der Vergangenheit unser wichtigster Spieler, es wäre das falsche Singal, ihn jetzt auf die Bank zu setzen"
zeigt für mich, dass durchaus darüber nachgedacht wird. noch 2-3 solcher auftritte, und es wird dazu kommen.
zeigt für mich, dass durchaus darüber nachgedacht wird. noch 2-3 solcher auftritte, und es wird dazu kommen.
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