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Kader- und Systemthread 2021/2022

19.05.2021 - 08:38 Uhr
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#361
14.12.2021 - 18:22 Uhr
Passend zur Diskussion um die Freiburger Abschlussqualität hier mein Artikel zur heutigen Pressekonferenz:

Nur zwölf Tore aus dem laufenden Spiel sind zu wenig – vor allem für eine Mannschaft, die derzeit um den europäischen Wettbewerb mitspielt. Woran liegt es? Wie schätzt Christian Streich die Situation ein?


Wie immer freue ich mich sehr über Feedback und Diskussionen smile
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#362
14.12.2021 - 22:28 Uhr
In der heutigen PK klang es so als ob durchaus einige unzufriedene Spieler gibt, die auch über ihre Berater anscheinend mehr Spielzeit angefragt haben. So ganz klar war mir jetzt nicht ob es eine von den hochgezogenen Spielern war oder ggf. Sallai oder Demi (wobei Demi nicht genannt wurde), aber ich wuerde nicht ausschliessen dass es trotzdem im Winter noch zusätzliche Aktivitäten auf dem Transfermarkt gibt. Also zumindest Leihgeschäfte.
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#363
14.12.2021 - 22:35 Uhr
Das klang für mich eindeutig nach einem der hochgezogenen Spieler. Aus meiner Warte kann dies nicht Schade (spielt ja), Atubolu (nimmt die Rolle ein, die objektiv erwartbar war) und Ezekwem (war lange verletzt) betreffen, sondern eher Sildillia, Weißhaupt oder Burkart. Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem Burkart unzufrieden ist - was sich auch ein bisschen in seinen Leistungen bei seinen Auftritten bei der Zweiten in der Dritten widerspiegelt, wie ich finde. In den Testspielen hatte Burkart ja getroffen, daraus wird er sicherlich für sich Ansprüche für mehr abgeleitet haben. Es würde mich nicht ganz überraschen, wenn Burkart ggf. verliehen würde, etwa in die zweite Liga (oder öfters bei der Zweiten zum Einsatz käme in der Rückrunde).
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#364
15.12.2021 - 05:20 Uhr
Streich geht speziell auf Sallai ein und spricht von einem Prozess, den Roland da grad durchmacht. Für mich hörte es sich eher so an, dass Sallai den Anspruch hat, dass er nach den Leistungen der letzten Saison und der guten Leistung in der Nationalmannschaft ständig in der ersten elf stehen will.

•     •     •

Christian Streich: "Lautern gegen Köln - denksch': Unentschiede wär' gut. Beim nulleins denksch': au nit schlecht, Lautern null Punkte - oh, aber scheiße: Köln het drei! Dann gehsch' zur Toilette, schon führe de Mainzer in Schalke. Am beschte: Machsch' de Fernseher aus, schausch' de Tabelle nit an, bringt eh alles nix. Spielsch'! Übsch'!!"
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#365
15.12.2021 - 10:52 Uhr
Noch etwas mehr von gestern:

Der Kampf um einen Platz in der Anfangsformation ist schwierig, denn es sind nun mal keine 26 Spieler in der Startelf. Christian Streich gab Einblicke, wie Spieler es trotzdem schaffen können, sich einen der begehrten Plätze zu erkämpfen.
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#366
20.12.2021 - 16:27 Uhr
Auch nach dieser Hinrunde möchte ich in guter Tradition wieder mit dem hartnäckigen Mythos aufräumen, Freiburg würde schlechter gegen schwache Klubs punkten, die in der Tabelle weiter unten stehen.


1. Die Mehrheit aller Fußballfans ist felsenfest davon überzeugt, speziell ihr Team würde gegen schwache Teams schlechter punkten. Und gegen starke Klubs meist gut aussehen, gewinnen oder aber mindestens sehr unglücklich verlieren. Beliebig nachzufragen bei Freunden oder Verwandten von Dortmund bis Augsburg, ist in jedem Fanlager das gleiche.

Dabei liegt die Erklärung für diesen verbreiteten Irrglauben auf der Hand. Dreht man die Aussage probehalber einmal um, wird sofort ersichtlich, weshalb hier das Unterbewusstsein eine Rolle spielt:

"Wir gewinnen immer gegen die schlechten Teams und verlieren gegen die guten."

Wenig überraschend hört man diese Version nie. Geht man nach den Fans, spielen weltweit alle Klubs immer ganz toll gegen die Top Klubs. Warum? Positives Framing.

Man mag entgegnen: Was soll positiv daran sein, gegen Spitzenteams gut zu spielen und es sich gegen schlechte wieder kaputt zu machen?

Hierzu fragen wir: Was genau ist Subtext der Aussage

'Wir sind super gegen die Top Teams und geben gegen die Schlechten die Punkte her' ?

Der Mitschwung lautet: 'Eigentlich sind wir genauso gut wie die Spitzenteams, denn sobald es um attraktiven Fußball geht, können wir locker mithalten.' Ideal für jede Form der Legendenbildung wie "Der Trainer versaut es halt immer, obwohl die Mannschaft das erwiesenermaßen könnte" oder "Hätten wir nur einen Top Stürmer, würden wir längst um Platz x mitspielen".

Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt, weil die Erzählung weiten Spielraum für Interpretationen lässt. Tenor: Wir müssten eigentlich viel besser sein. Schuld ist wahlweise der jeweilige Karim Guédé oder Cheftrainer des Vereins.


2. Wie jede Saison mache ich mich auch in dieser besinnlichen Jahreszeit wieder unbeliebt im Forum, indem ich das Gegenteil behaupte:

Freiburg ist am mit weitem Abstand am besten wenn es gegen tabellarisch schlechte Teams geht.

Und holt die wenigsten Punkte gegen starke Gegner. War immer so. Wird immer so bleiben. Ist aber keine Erzählung, die irgendeinem Fan gefällt. Ich versuche diese These im weiteren Verlauf zu belegen.

Wie in jedem Jahr gilt auch in dieser Spielzeit:

Gegen das obere Tabellendrittel holte Freiburg die wenigsten Punkte - sowohl anteilig (20%) als auch absolut (6). (Selbst wenn man Platz 7 / Union einbezieht, um auf 6 Gegner zu kommen)

In dieser Formel sind die Vereine übrigens beliebig austauschbar. So haben ausnahmslos alle derzeitigen Europapokalkandidaten Dortmund/Leverkusen/Freiburg/Hoffenheim/Union/Mainz/Frankfurt gegen das untere Tabellendrittel die meisten ihrer Punkte geholt. Leverkusen brachte sogar das Kunststück fertig, nur 1 Punkt gegen die Top 6 zu holen (5 Niederlagen, 1 Remis).

Warum? Es mag wie eine revolutionäre Erkenntnis klingen, also bitte festhalten:

Gegen gute Teams punktet man im Fußball auf lange Sicht schlechter als gegen weniger gute. wtf omg.


Der Fan jedoch bleibt bei seiner über Jahre manifestierten Erzählung. Das ist auch in Freiburg nicht anders: "Das war schon immer so bei uns, gegen die Guten punkten wir super, gegen die schlechten Teams versauen wir es uns dann wieder selbst, klar, die Breisgau-Brasilianer!" Führt man sich dagegen einmal vor Augen:

  • Freiburg hat niemals ein Ligaspiel bei Bayern München gewonnen (0)


  • Freiburg hat niemals ein BL-Spiel in Leipzig (RB) gewonnen (0)


  • Freiburg hat seit 2003 (18 Jahre) kein BL Ligaspiel in Dortmund gewonnen (11 Niederlagen, 1 Remis / 1 von 36 Punkten). In der Vereinshistorie gab es 1 Ligasieg in Dortmund (1)


  • In Gladbach (letzte 10 Jahre i.d.R. oberes Tabellendrittel) gab es für Freiburg den ersten Auswärtssieg seit... wie viel waren es, 27 Jahre?


  • In Leverkusen gab es seit 2012 einen Ligasieg (1)


Der aufmerksame Leser hat bereits überschlagen: Bei diesen desaströsen Zahlen müsste Freiburg in den letzten 10 Jahren sämtliche Heimspiele gegen diese Teams gewonnen haben. Ansonsten würde das mit der vermeintlich so positiven Bilanz gegen die spielerisch herausragenden Teams rein mathematisch nicht funktionieren. Denn: Die oben aufgeführte Bilanz ist nicht einfach nur schlecht. Sondern tasmaniaberlinschlecht. Unterirdisch. Von der Tordifferenz fangen wir gar nicht erst an.

Auf gut Deutsch: Wir sind einfach die abartigen Loser wenn es gegen die spielstärksten Teams der Liga geht. Sage nicht ich. Sagen die Daten.

Aber wenn wir angeblich so schlecht gegen die Top Teams punkten wie Du behauptest, woher kommen dann die ganzen Punkte? Wieso sind wir dann Dritter?

Die Beantwortung dieser Frage führt uns direkt zu


3. Um zu komplettieren, auch in dieser Saison der Faktencheck zu meiner alljährlich wildesten Prognose:

'Freiburg wird kommende Saison besonders gut gegen die tabellarisch schlechten Teams punkten'


Nach abgeschlossener Hinrunde prüfen wir die Resultate gegen das untere Tabellendrittel

Fürth Sieg
Wolfsburg Sieg
Augsburg Sieg
Stuttgart Sieg
Gladbach Sieg
Bielefeld Remis

Macht 16 von 18 möglichen Punkten. (nice, Vereinsrekord!)

  • Keine weiterer Klub in Deutschland (in Zahlen: 0 ) holte so viele Punkte gegen das untere Tabellendrittel wie Freiburg (5 Siege, 1 Remis; um der Frage zuvorzukommen: Bayern 4 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage).


Dabei war man gegen Bielefeld ebenfalls haushoch überlegen.

Wenn Euch also demnächst ein gegnerischer Fan foppen will "Ah, SC Freiburg? Ihr gewinnt doch immer gegen die schlechtesten Teams der Liga, nä?" könnt Ihr ihm an dieser Stelle umfassend zustimmen.

Hört mal in Euch rein, wie sich das anfühlt... na?

Spätestens an dieser Stelle sollte klar geworden sein, warum Fans sich immer das genaue Gegenteil einreden. Weil die eine Erzählung ihnen schmeichelt, die andere hingegen deprimierend ist.

Mit Fakten hat das nichts zu tun. Rein selektive Wahrnehmung, um das Dolchstoß-Narrativ zu stützen (wir waren eigentlich besser, haben uns aber durch Unfähigkeit in den eigenen Reihen um eine Top-Platzierung gebracht). Das eine Machtposition suggeriert - Wir können uns nur selbst schlagen, sind den anderen demnach nicht wirklich unterlegen.

4. Dieser Psycho-Komplex ist in nicht geringem Maße unterhaltsam, alleine aufgrund seiner Vorhersehbarkeit. Beispielsweise kann man die Uhr danach stellen, bis bei den dargelegten Statistiken der erste Fan als Gegenargument Bochum anführt. Übernehme ich in vorauseilendem Gehorsam selbst, um uns allen Zeit und Mühe zu sparen:

"Ja, aber Bochum ist eigentlich auch ein schlechtes Team und Aufsteiger, stehen halt zufällig im Mittelfeld. Aber gegen die haben wir ja verloren."

Wie so oft hilft die Außenbetrachtung. Fragen wir uns einmal, wie Fans unserer direkten Konkurrenten wohl ihr jeweiliges Spiel gegen Bochum framen, wird uns plötzlich bewusst, wie egozentriert diese Perspektive ist:

Bilanz Bochum gegen

Freiburg 2-1 Sieg
Frankfurt 2-0 Sieg
Mainz 2-0 Sieg
Hoffenheim 2-0 Sieg

Jeder dieser Fans wird über sein jeweiliges Bochum-Spiel etwas sagen wie:

Typisch, gegen Bochum 0-2 verloren, wusste man vorher, so doof ist auch nur unser Trainer. Sonst stünden wir auf einem CL-Platz. Diese 3 Punkte fehlen uns halt im Gegensatz zu den Konkurrenten, die abgezockter sind als wir. (denkt witzigerweise jeder von jedem, nur nie von sich selbst)

Jetzt wird es interessant: Jedes dieser Teams hat jeweils exakt 1 Duell gg Bayern/Dortmund/Leipzig gewonnen.

Union Berlin wäre trotz Sieg gg Bochum - aber als einziges Team ligaweit mit Niederlage gg Fürth - problemlos in diese Aufzählung einzureihen (auch hier gilt: ebenfalls exakt 1 Sieg gg Bayern/Dortmund/Leipzig).

Behauptung: Alleine dieser Umstand - 1 Sieg gg Top Team - in Kombination mit der Bochum-Niederlage reicht jedem Freiburg/Frankfurt/Mainz/Union/Hoffenheim-Fan aus, um schlusszufolgern:

Gegen die Top Teams läuft es wie immer super. Wären wir nicht so doof und würden immer unnötig gegen die schlechten Teams Punkte lassen, stünden wir jetzt auf einem CL-Platz. Unser Trainer wird es einfach nie lernen, gegen schlechte Gegner konstant zu punkten.

Die Muster sind identisch, die Fehlschlüsse ebenfalls. Aus unerfindlichen Gründen scheinen die direkten Konkurrenten immer weniger doof zu sein, "die sind eben da wenn es drauf ankommt gegen die Bochums und Fürths dieser Welt". Alle Fans glauben: "Am Ende sind wir wieder die Dummen." Man möchte ihnen zurufen: Beruhigt Euch, Ihr habt alle recht.

Denn bei sachlicher Betrachtung trifft auf _jedes_ der genannten Teams zu: Die meisten Punkte wurden gegen das untere Tabellendrittel geholt.

5. Um noch einen draufzusetzen, in der Hoffnung diese Folklore zu dekonstruieren:

So abgezockt wie Bayern müsste man sein, denkt der Fan. Denen passiert das nicht. Witzig, weil:

Das einzige Team aus den Top 6, das gegen das untere Tabellendrittel einen schlechteren Punkteschnitt (2.17) hat als gegen das obere (2.4), der geneigte Leser ahnt es: Ist Bayern München.

Käme aber kein Mensch drauf, weil diese Images so eingefahren sind in den Köpfen, dass man sie nicht hinterfragt.

Im Prinzip ist also wieder einmal alles exakt das Gegenteil von dem, was Fans glauben und fühlen. Hatten wir schon oft im Forum. Nichts ist im Fußball so konstant wie Diskrepanz zwischen Realität und Bauchgefühl. Eben wie im richtigen Leben. Was wir zu wissen glauben, entfaltet sich bei kritischer Betrachtung oft als ein bloßes Spielgelbild unserer Wünsche und Bedürfnisse, das nur geringe Schnittmengen mit der Wirklichkeit hat. Der Mensch hält jedoch gerne an seinen eingefahrenen Bildern fest - belastbare Orientierungsmuster, die zu einem gewissen Grad Sicherheit verleihen. (Deshalb werden Politiker, die diese gefühlten Wahrheiten so geschickt bespielen wie zb Trump, immer ihre Anhänger finden)


Hinrundenfazit u. Aussicht:

Dass Freiburg auf Platz 3 überwintert, liegt nicht zuletzt daran, dass Streich sein Team gegen die vermeintlich schlechten Gegner die ganze Woche lang nervt. Vor dem Fürth-Spiel konnte kein Spieler einen Toilettengang machen ohne zu befürchten, dass während der Sitzung Christian Streich aus der Kloschüssel hervorspringt und sicherheitshalber eine weitere Warnung abgibt, bloß nicht Fürth zu unterschätzen.

Mein Gefühl sagt mir, dass die endlose Warnerei Streichs wichtig für das Team war. Mglw. sogar ausschlaggebend dafür, dass Freiburg das erfolgreichste Bundesligateam gegen die bottom 6 ist. Nicht eine Minute während dieser Partien hatte ich das Gefühl, die Mannschaft würde Fürth, Bielefeld und Co unterschätzen. Was man von der Konkurrenz nicht behaupten kann: Hat jemand das zweite Bielefelder Tor gg RB am Samstag gesehen? Mindblowing, die schiere Arroganz der RB-Spieler (namentlich Haidara); anzunehmen, 10 Bielefelder würden nach Platzverweis eh nicht mehr richtig draufgehen im gegnerischen Drittel. Würde keinem Streichteam jemals passieren. GENAU aus diesen Gründen schließt Freiburg die Hinrunde auf Platz 3 ab und RB auf Platz 10. Mentalität.

Freiburg ist in dieser Saison leistungstechnisch das konstanteste Team der Liga. Ich habe es während der Niederlagenserie gesagt, als bereits die ersten Abgesänge angestimmt wurden, u. wiederhole mich gerne: So lange sich die Leistung auf diesem Niveau bewegt, spielt Freiburg um die CL mit. Im Fußball gilt mittelfristig immer: Leistung > Ergebnisse. Kein Team verliert dauerhaft, wenn es überdurchschnittlich gut performt/überlegen ist. Umgekehrt haben Duselsiege bei unterlegener Leistung nie lange bestand.

So, wurde leider viel zu lang. Sollte bis hierhin jemand durchgehalten haben: Danke fürs Lesen und eine schöne Weihnachtszeit. Wenn Euch über die Feiertage in diesem Corona-Winter wieder mal depressiv zumute ist, hängt Euch die Tabelle an den Weihnachtsbaum.
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#367
20.12.2021 - 17:59 Uhr
Lieber Herr der Fakten, vielen Dank - und eine gute Weihnachtszeit!

Ich hatte das bereits in einem anderen Thread geschrieben bzw. durchklingen lassen: Aufgrund der geradezu sensationellen Leistungen und sichtbaren Überlegenheit des Teams gegen das (jetzt am Ende der Hinrunde ja erst wirklich belastbar und aussagekräftig feststehende) untere Tabellendrittel, nicht nur ergebnistechnisch, sondern auch in Bezug auf Spielanlage, Spielerisches und Dominanz auf dem Platz, dürfte es diesen Winter vermutlich erstmals weniger Rufe geben, die behaupten, man habe gegen nominell schlechtere bzw. (form-)schwächere Mannschaften underperformt. Zu klar wurde der zitierte Leistungsunterschied wohl offenbar.

Es gab vereinzelte Stimmen in der Hinrunde, zum einen natürlich in Bezug auf das von dir angesprochene Spiel gegen Bochum (das man wohl getrost als Kuriosität einsortiert werden sollte), als auch hinsichtlich der Gegner Mainz und Köln zum Zeitpunkt der jeweiligen Spiele, man ließe gegen diese (vermeintlich) kleineren Teams etwas liegen. Dabei war wohl irgendwie im Hinterkopf, bei diesen beiden Mannschaften müsste es sich aufgrund der Leistungen bzw. Ergebnisse der (Hinrunde der) Vorsaison um auf dem Papier (deutlich) schwächere Teams handeln. Dass diese beiden Teams aber letztlich insgesamt in etwa auf Augenhöhe, jedenfalls aber in der Gesamtleistung nicht deutlich hinter dem SC agieren, war zum Zeitpunkt der Partien gegen diese Teams noch nicht deutlich genug hervorgetreten. Union Berlin wurde die letzten Jahre noch von nicht nur unwesentlichen Teilen der Anhängerschaft als auf dem Papier klar unterlegene Mannschaft gesehen - das habe ich vor dem Spiel und währenddessen diese Saison immerhin schon anders wahrgenommen - da war den meisten durchaus bewusst, dass bei Union Berlin nicht leicht zu gewinnen ist (und z.B. Leipzig kurz zuvor ja verloren hatte).
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#368
20.12.2021 - 21:06 Uhr
Zitat von Zweitligameister
Auch nach dieser Hinrunde möchte ich in guter Tradition wieder mit dem hartnäckigen Mythos aufräumen...


Einfach brilliant, mal wieder. Was machst Du beruflich? zwinker
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#369
22.12.2021 - 12:11 Uhr
Der Abgang von Heintz macht schon von allen Seiten aus Sinn, dass wurde auch hier schon oft geschrieben.
Jetzt hat man 4 klassische IV´s, ohne Sildillia und Ezekwem, genügt diese Anzahl?
Ich sage, ja.
Denn man darf nicht vergessen, dass auch schon ein Kübler auf RIV in einer 3er Kette gespielt hat und das sogar gut, er würde natürlich auf RV fehlen, aber dort kehrt Schmid langsam zurück und man hat noch Siquet, dazu noch Sildillia, der auch schon gezeigt hat, dass er es kann auf der Position.

LV: Günter, Ezekwem, Weißhaupt
LIV: N. Schlotterbeck, Ezekwem, Gulde (hat auch dort schon gespielt)
IV: K. Schlotterbeck, Lienhart
RIV: Lienhart, Gulde, Sildillia, Kübler
RV: Schmid, Kübler, Siquet, Sildillia

Man merkt, man ist sehr variabel in der Defensive, vor allem auf der rechten Seite, gibt es viele Möglichkeiten und man ist variabel was das System, 3er oder 4er Kette, angeht.
Den Heintz Abgang finde ich sehr schade, kann es aber aus persönlicher Sicht von Heintz, als auch von der Sicht des Vereins verstehen. Heintz ist ein sehr sympathischer und toller Spieler und ich wünsche ihm alles Gute.
Ich könnte mir vorstellen, dass Sildillia im Training ziemlich überzeugt hat und er sogar vor Heintz gestanden, aber das ist Spekulation.

Ich wünsche mir im Winter noch einen Spieler für das zentrale Mittelfeld. Man ist zwar gut besetzt, aber im Sommer kann das auch schon anders aussehen, Haberer ist wahrscheinlich weg, dieses Mal wirklich, dass ist meine Vermutung, da er jetzt auch nicht auf so viel Einsatzzeiten kommt. Höfler wird nicht jünger, bleiben noch Keitel und Eggestein, zwei tolle Spieler, aber mit Höfler eben nur 3 und in der 2 Mannschaft sehe ich noch keinen, der die 4 Position besetzen kann, ein Wagner braucht meiner Meinung nach, noch ein bisschen mehr Zeit, aber er kann diese Lücke dann schließen. Boukhalfa ist gerade ausgeliehen und macht es ganz gut, auch Tempelmann macht seine Sache in Nürnberg gut, vielleicht sogar noch besser als Boukhalfa. Bei Tempelmann sehe ich nur die Körperlichkeit als Problem, gerade im zentralen Mittelfeld, wenn es gegen richtige Kanten geht, ist er da doch immer etwas im Nachteil, technisch ist er aber wirklich gut.

Im Sturm wäre natürlich ein wuchtiger, kopfball- und abschlussstarker Spieler toll, aber jeder Verein will so einen Spieler, dass macht es schwieriger und die Anforderungen beim SC sind ziemlich hoch, denn der Spieler muss sich auch Defensiv mit einschalten und der erste Verteidiger sein. Der SC versucht dies aber, mit unterschiedlichen Stürmertypen aufzufangen, was im Prinzip eine gute Idee ist, aber eine Kombination aus allen dreien, wäre natürlich ideal, aber das Leben ist kein Wunschkonzert.

•     •     •

Der SC Freiburg auf dem TV, auf dem Laptop, auf dem Handy. Im Stadion natürlich.
Aber vor allem Freiburg im Kopf und natürlich im Herzen.
Kader- und Systemthread 2021/2022 |#370
22.12.2021 - 12:12 Uhr
Da die Winterpause so extrem kurz ist, entfällt ja leider das Trainingslager. Ich finde das eigentlich immer gut, damit sich auch wieder ein paar junge Spieler zeigen können. Das Trainingslager wäre mMn auch für Schmid und Petersen super gewesen um wieder aufzubauen. So müssen sie es eben on the fly machen. Für Siquet wäre es auch vorteilhaft.

Naja sei's drum. Jetzt wo Heinz nach Berlin geht, wäre im Kader bzw. Training Platz für Keneth Schmid. Taurianien halte ich für eine spannende Personalien weil er so vielseitig ist. Kehrer hat doch glaube ich einen Profivertrag bekommen - wobei Liga 3 auch Profisport ist. Falls Burkhart verliehen werden möchte, kann er ja auffüllen. Ich finde es halt wichtig in der Winterpause weiteren Talenten den Weg und die Möglichkeiten aufzuzeigen.

Die hochgezogenen Talente aus dem Sommer haben bisher ja einen super Eindruck hinterlassen. Also nicht nur Schade sondern auch Sildillia und auch Weißhaupt. Also da kommen schon ein paar gute Jungs nach und ich finde es super dass Eigengewächse den Kader ergänzen.
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