27.04.2026 - 11:47 | Quelle: dpa/Transfermarkt | Lesedauer: unter 3 Min.
Deutsche Fußball Liga
Dr. Steffen Merkel
Warnung vor illegalen Livestreams 

DFL-Chefs: Europas Fußball auf Finanz-„Irrweg“ – Bundesliga-Transfersaldo knapp vor LaLiga

DFL: Europas Fußball auf Finanz-„Irrweg“ – Bundesliga-Saldo knapp vor LaLiga
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Die DFL-Geschäftsführer Dr. Steffen Merkel und Dr. Marc Lenz sehen andere europäische Top-Ligen mit ihren externen Geldgebern als abschreckende Beispiele. „Der europäische Fußball ist finanziell auf einem Irrweg, da hohe Kaderkosten in vielen Ligen nicht durch Umsätze finanziert sind und durch Investoren oder Fremdkapital gedeckt werden müssen“, sagte Lenz in einem „Kicker“-Interview.



„Faktisch wurde dieses Geld im Ausland zu großen Teilen somit vielfach verbrannt und nicht sinnvoll eingesetzt – glücklicherweise für die Bundesliga. Anders als andere Ligen sind wir von diesem Kapital nicht abhängig“, erklärte der 40-Jährige, der zusammen mit dem gleichaltrigen Merkel die Deutsche Fußball Liga führt. Dieser Weg und die Abhängigkeit von Investoren zum Ausgleich von Defiziten aus dem operativen Geschäft werde auch in Zukunft nicht der Bundesliga-Weg sein.


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Im deutschen Profifußball gilt die 50+1-Regel. Diese besagt, dass die Mitglieder eine Stimmenmehrheit haben. Externe Investoren haben damit nur begrenzt Einfluss. Aus Sicht der DFL-Führung betrugen die Eigenkapital-Zuwendungen in den europäischen Spitzen-Ligen zwischen den Jahren 2014 bis 2024 mehr als 15 Milliarden Euro. Rein auf die Transfereinnahmen und -ausgaben seit Sommer 2014 und dieser Saison bezogen hat etwa die Premier League einen negativen Saldo von 13,1 Mrd. Euro und die Serie A ein Minus von 1,86 Mrd. Euro. Die Bundesliga liegt bei -338,5 Mio. Euro und damit knapp vor der spanischen LaLiga mit -529 Mio. Euro. Die Ligue 1 (+810 Mio. Euro), die zweitklassige englische Championship (+1,44 Mrd. Euro) oder die Liga Portugal (+2,55 Mrd.) gehören zu den Ligen mit einem positiven Transfersaldo (zur kompletten Statistik).



DFL rät: Premier League „nicht glorifizieren“


Man schätze die englische Premier League und die Kollegen dort sehr, man brauche diese Liga aber „nicht zu glorifizieren“, sagte Lenz. „Die wirtschaftliche Stärke wurde in den vergangenen Jahren nur bedingt umgesetzt in sportliche europäische Erfolge, und die Klubs weisen signifikante operative Defizite von zuletzt 1,8 Milliarden Euro 2024/25 aus, verbunden mit einer hohen Abhängigkeit von Investoren. Wir gehen einen anderen, gesünderen Weg.“



Merk und Lenz betonten aber auch, dass der deutsche Fußball „Kapital für Investitionen in Strukturen, unter anderem die Nachwuchsförderung und Infrastruktur wie Stadien und Leistungszentren“ benötige. „Diese langfristigen Investitionen beeinflussen die künftige Wettbewerbsfähigkeit enorm. Da brauchen wir ein Umdenken – es geht eben nicht um den nächsten Stürmer, sondern unsere perspektivische Ausrichtung.“


DFL warnt vor illegalen Livestreams im Fußball


Darüber hinaus warnten die beiden DFL-Geschäftsführer Fußballfans davor, Spiele auf illegalen Plattformen zu schauen. „Es erstaunt mich, wie digitale Piraterie von manchen verharmlost wird. Die Nutzer von illegalen Livestreams schaden sich zum einen enorm selbst und dürfen sich nicht wundern, wenn ihre Geräte mit Schadsoftware verseucht werden oder ihre Kreditkarte plötzlich irgendwo auf der Welt genutzt wird“, sagte Merkel.



Dies sei keine Petitesse, sondern eine Straftat. Dadurch würden inzwischen auch internationale kriminelle Organisations-Strukturen unterstützt, die diesen Bereich als lukrativ erkannt haben. „Das muss jedem klar sein, der am Stammtisch nonchalant von seinem manipulierten Receiver oder seiner neuen IPTV-App erzählt“, erklärte der 40-Jährige. Illegale Live-Sport-Streams verursachen geschätzt global einen Schaden von jährlich 24 Milliarden Euro, so die DFL. Das entspricht etwa der Hälfte aller legalen Live-Sport-Einnahmen. In Deutschland allein beläuft sich der Schaden durch TV-Piraterie laut des Verbandes Privater Medien auf 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. Fast sechs Millionen Menschen nutzen hierzulande demnach regelmäßig illegale Streaming-Angebote für Live-Sport.



„Wir haben das deutlich besser im Griff als andere Ligen, weil wir zusammen mit unseren Medienpartnern schon seit vielen Jahren im Rechteschutz aktiv sind und aktuell noch mal zusätzlich in diesen Bereich investieren“, sagte Merkel. „Zudem entwickeln sich unsere technischen und rechtlichen Möglichkeiten zum Durchgriff gegen Anbieter und Nutzer stetig weiter.“



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default.jpg 27.04.2026 - 14:16
Zitat von RoronoaZoro
Zitat von Namoor

Hat die DFL keine Medienabteilung die auch Interviews der Geschäftsführer vor Freigabe gegenliest und zumindest die peinlichsten Stellen streichen lässt bzw. umformulieren? Den kompletten Teil bzgl. Piraterie kann man so gestalten, dass Fans nicht direkt mit dem Strafgesetz gedroht wird (was sowieso absurd ist) und ohne Schadenfreude für Leute die Opfer von Kreditkartenmissbrauch werden, letzteres ist nämlich tatsächlich eine Straftat.

Natürlich kann man die Premier League herunterbrechen auf "die verbrennen Geld" weil es ausreichend viele gute Beispiele gibt, die diese These bestätigen. Dann sollte man bei der DFL aber auch so fair sein zu erwähnen, dass man genau weiss warum die PL das so macht: Weil sie die Chance sehen ein Monopol zu errichten für die Kategorie nationaler Ligawettbewerb im Stile der amerikanischen Profiligen. Ob das funktioniert ist fraglich und wenn nicht, kann man dem sicherlich mit Schadenfreude begegnen. Aber zumindest wird dort weiterhin Wachstum generiert, während sich die anderen europäischen Ligen im Bereich Auslandsvermarkung eher im Rückwärtsgang befinden, obwohl die Kosten für Sportrechte insgesamt explodieren seit Streaminganbieter mitbieten, und die Heimatmärkte gesättigt sind.

Oder in einem Satz formuliert: Wenn man wie die DFL daran scheitert ein attraktives Produkt auf die Beine zu stellen, muss man mit Piraterie und stagnierenden Umsätzen leben.

So ist es. Es hat eben nicht jeder Verbraucher 1000-1500 € pro Jahr übrig, um alle Abos zu zahlen (Sky, Dazn, Amazon Prime, RTL+). Da kann man die Verantwortung auch durchaus mal bei sich selbst bzw bei der DFL suchen. Wie in der Politik auch, ist es das falsche Signal, die Defizite ausschließlich auf die Empfänger abzuwälzen. Da sind fairere Angebote bestimmt der wirkungsvollere Hebel zur Piraterie-Prävention im Gegensatz dazu, den Konsumenten Angst zu machen und sich selbst in der Opferrolle zu suhlen.
PS: Und ein weiterer Punkt dabei ist auch die Streaming-Qualität. Wenn alle Anbieter diese zumindest auf hohem Niveau (wie zb bei Prime) zur Verfügung stellen würden. Looking at you, DAZN.


Bei der TV-Geld Debatte sollte man sich bewusst sein das beim Großteil der Preise die DFL nicht mitredet. Die vermarktet nur Bundesliga und 2. Bundesliga. Die CL, EL und Co. vermarktet sie nicht weshalb die Aufzählung irreführend ist.
RoronoaZoro RoronoaZoro 27.04.2026 - 13:45
Zitat von Namoor
Hat die DFL keine Medienabteilung die auch Interviews der Geschäftsführer vor Freigabe gegenliest und zumindest die peinlichsten Stellen streichen lässt bzw. umformulieren? Den kompletten Teil bzgl. Piraterie kann man so gestalten, dass Fans nicht direkt mit dem Strafgesetz gedroht wird (was sowieso absurd ist) und ohne Schadenfreude für Leute die Opfer von Kreditkartenmissbrauch werden, letzteres ist nämlich tatsächlich eine Straftat.

Natürlich kann man die Premier League herunterbrechen auf "die verbrennen Geld" weil es ausreichend viele gute Beispiele gibt, die diese These bestätigen. Dann sollte man bei der DFL aber auch so fair sein zu erwähnen, dass man genau weiss warum die PL das so macht: Weil sie die Chance sehen ein Monopol zu errichten für die Kategorie nationaler Ligawettbewerb im Stile der amerikanischen Profiligen. Ob das funktioniert ist fraglich und wenn nicht, kann man dem sicherlich mit Schadenfreude begegnen. Aber zumindest wird dort weiterhin Wachstum generiert, während sich die anderen europäischen Ligen im Bereich Auslandsvermarkung eher im Rückwärtsgang befinden, obwohl die Kosten für Sportrechte insgesamt explodieren seit Streaminganbieter mitbieten, und die Heimatmärkte gesättigt sind.

Oder in einem Satz formuliert: Wenn man wie die DFL daran scheitert ein attraktives Produkt auf die Beine zu stellen, muss man mit Piraterie und stagnierenden Umsätzen leben.

So ist es. Es hat eben nicht jeder Verbraucher 1000-1500 € pro Jahr übrig, um alle Abos zu zahlen (Sky, Dazn, Amazon Prime, RTL+). Da kann man die Verantwortung auch durchaus mal bei sich selbst bzw bei der DFL suchen. Wie in der Politik auch, ist es das falsche Signal, die Defizite ausschließlich auf die Empfänger abzuwälzen. Da sind fairere Angebote bestimmt der wirkungsvollere Hebel zur Piraterie-Prävention im Gegensatz dazu, den Konsumenten Angst zu machen und sich selbst in der Opferrolle zu suhlen.
PS: Und ein weiterer Punkt dabei ist auch die Streaming-Qualität. Wenn alle Anbieter diese zumindest auf hohem Niveau (wie zb bei Prime) zur Verfügung stellen würden. Looking at you, DAZN.
Namoor Namoor 27.04.2026 - 13:07
Hat die DFL keine Medienabteilung die auch Interviews der Geschäftsführer vor Freigabe gegenliest und zumindest die peinlichsten Stellen streichen lässt bzw. umformulieren? Den kompletten Teil bzgl. Piraterie kann man so gestalten, dass Fans nicht direkt mit dem Strafgesetz gedroht wird (was sowieso absurd ist) und ohne Schadenfreude für Leute die Opfer von Kreditkartenmissbrauch werden, letzteres ist nämlich tatsächlich eine Straftat.

Natürlich kann man die Premier League herunterbrechen auf "die verbrennen Geld" weil es ausreichend viele gute Beispiele gibt, die diese These bestätigen. Dann sollte man bei der DFL aber auch so fair sein zu erwähnen, dass man genau weiss warum die PL das so macht: Weil sie die Chance sehen ein Monopol zu errichten für die Kategorie nationaler Ligawettbewerb im Stile der amerikanischen Profiligen. Ob das funktioniert ist fraglich und wenn nicht, kann man dem sicherlich mit Schadenfreude begegnen. Aber zumindest wird dort weiterhin Wachstum generiert, während sich die anderen europäischen Ligen im Bereich Auslandsvermarkung eher im Rückwärtsgang befinden, obwohl die Kosten für Sportrechte insgesamt explodieren seit Streaminganbieter mitbieten, und die Heimatmärkte gesättigt sind.

Oder in einem Satz formuliert: Wenn man wie die DFL daran scheitert ein attraktives Produkt auf die Beine zu stellen, muss man mit Piraterie und stagnierenden Umsätzen leben.
Dr. Steffen Merkel
Deutsche Fußball Liga
Dr. Steffen Merkel
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Deutsche Fußball Liga
Aktuelle Funktion:
Geschäftsführer
Vertrag bis:
31.12.2029
Im Amt seit:
01.07.2023
Dr. Marc Lenz
Deutsche Fußball Liga
Dr. Marc Lenz
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Deutsche Fußball Liga
Aktuelle Funktion:
Geschäftsführer
Vertrag bis:
31.12.2029
Im Amt seit:
01.07.2023
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Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
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