12.12.2023 - 08:19 | Quelle: dpa/TM | Lesedauer: unter 3 Min.
Bundesliga
Deutsche Fußball Liga
So stimmten die Klubs ab 

DFL forciert Milliarden-Vertrag mit Investor: Die wichtigsten Fragen im Überblick

DFL forciert Milliarden-Vertrag mit Investor: Die wichtigsten Fragen
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Die Deutsche Fußball Liga will im ersten Quartal 2024 den Milliarden-Vertrag mit einem Investor zum Abschluss bringen. Im Terminplan der beiden DFL-Geschäftsführer Marc Lenz und Steffen Merkel dürften sich in den kommenden Wochen kaum Lücken finden. Mehrere Unternehmen haben bereits ihr Interesse bekundet. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema im Überblick.



Wer stimmte aus Bundesliga und 2. Liga wie über den Investorenvertrag ab?


Update 17.30 Uhr: Die Zustimmung für einen möglichen Deal ist vor allem durch die Bundesliga-Klubs erzielt worden. Nach Informationen der „dpa“ haben aus dem Oberhaus nur der 1. FC Köln, Union Berlin und der SC Freiburg dagegen gestimmt. Aus der 2. Liga kamen sechs Nein-Stimmen bei der geheimen Abstimmung vom FC St. Pauli, Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC, dem 1. FC Nürnberg, dem 1. FC Magdeburg und Eintracht Braunschweig, die siebte laut „Bild“ vom 1. FC Kaiserslautern. Lautern äußerte sich auf Anfrage nicht. Bundesligist FC Augsburg und Zweitligist VfL Osnabrück enthielten sich. Damit kam exakt die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit mit 24 Ja-Stimmen zustande.



Bei Hannover 96 droht ein erneutes Zerwürfnis zwischen Stammverein und Mehrheitsgesellschafter Martin Kind vor, ersterer behält sich rechtliche Schritte vor. „Sollte sich herausstellen, dass weisungswidrig gehandelt wurde, müssen wir uns intern Gedanken machen“, sagte ein Vorstandsmitglied des Stammvereins auf Anfrage der „dpa“. Der mit Kinds Seite zerstrittene Verein hatte den 79-Jährigen angewiesen, gegen den Deal zu stimmen. Nach den bekannt gewordenen Namen der Klubs mit Nein-Stimmen gibt es große Zweifel, ob Kind dies getan hatte.


Mit wem verhandelt die DFL über eine strategische Vermarktungspartnerschaft?


Insgesamt sechs Unternehmen haben ihr Interesse bekundet. Die Gespräche laufen bereits und sollen nun intensiviert werden. Nach Angaben von Lenz haben alle potenziellen Partner die von der DFL vorgegebenen Leitplanken akzeptiert. Man werde mit den Bietern „eine gemeinsame Geschäftsplanung innerhalb der Eckpunkte detailliert besprechen und die gewünschten Mehrwerte eines Partners prüfen“, sagte Lenz und kündigte an: „Wir werden mit mehreren Interessenten den Prozess fortsetzen.“ Nach „ARD“-Informationen gelten drei Angebote als besonders aussichtsreich.



Was plant die DFL mit dem Investoren-Geld?


600 Millionen Euro sollen in ein Paket von verschiedenen Maßnahmen zur Digitalisierung und Internationalisierung fließen. Dazu gehören unter anderem der Aufbau einer eigenen Streamingplattform, um speziell im Ausland eine Konkurrenz für die Bieter zu schaffen, der Ausbau der Auslandsvermarktung oder der Rechtsschutz gegen Piraterie. 100 Mio. Euro sind für die Förderung von Auslandsreisen der Bundesliga-Klubs vorgesehen. Die restlichen 300 Mio. Euro dienen als Rücklage für die Abzahlung der Investor-Anteile in den ersten sechs bis sieben Jahren.



Wie hoch sind die Abgaben an einen künftigen Investor?


Vorgesehen ist, dass die 36 Profivereine mit Abschluss des Vertrages für 20 Jahre auf maximal acht Prozent der Einnahmen aus den Medienrechten verzichten müssen. Diese werden im kommenden Jahr für die Spielzeiten 2025/26 bis 2028/29 neu vergeben. Man werde neue Formate, Angebote und Perspektiven entwickeln, „um unsere Medienpartner noch mehr dabei zu unterstützen, für Fans aller Generationen das passende Angebot zu machen“, kündigte Merkel an. Für die Zukunft hofft die DFL auf steigende Erlöse, um die Verpflichtung an den Investor auszugleichen. „Wir werden 2024 ein deutlich aufgewertetes Medienprodukt anbieten können“, sagte Merkel. „Wir werden selbstbewusst in die Ausschreibung gehen.“


Wie stehen die Fans zu dem Milliarden-Deal?


Die Mehrheit lehnt den Einstieg eines Investors ab. „Geld steht über allem. Die Einzigartigkeit des deutschen Fußballs wird für ein aussichtsloses Rattenrennen mit der Premier League über Bord geworfen“, kritisierte das Bündnis „Unsere Kurve“. Die meisten Anhänger befürchten eine intensive Einflussnahme des Investors und damit eine Wettbewerbsverzerrung. Merkel versprach, mit dem Mandat „sehr verantwortungsvoll“ umzugehen. Und Lenz versicherte: „Es gibt rote Linien, die nicht überschritten werden.“



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Letzte Beiträge Newsforum

DerJogi Hamburger SV DerJogi 15.12.2023 - 18:33
Ich finde es gut das sie sich geeinigt haben, aber es ist noch ein langer weg bis alles in trockenen Tüchern ist.
Brotlos FC Kiffen Brotlos 13.12.2023 - 12:55
Zitat von Aokiji18
Zitat von Gallertprinz

Zitat von Aokiji18

Zitat von Gallertprinz

Zitat von Weltenfresser

Ich hab ehrlich gesagt wenig Ahnung von solchen Dingen, vielleicht kann mich jemand aufklären.. Was sich mir nicht erschließt: Man will eine Milliarde und ist bereit im Gegenzug bis zu 8 Prozent der Medienrechte über 20 Jahre abzugeben. Man spricht davon die Einnahmen aus der Rechtevergabe noch zu steigern, ich kann nicht beurteilen wie realistisch das ist. Angenommen man würde die Einnahmen nicht steigern können, hätte aber auch keinen Rückgang, dann wären das doch über 20 Jahre 20*1.1 Milliarden, Sprich 22 Milliarden, von denen man 8 Prozent abgeben will für die eine Milliarde jetzt? Das klingt für mich irgendwie wie ein Kredit zu extrem schlechten Konditionen. Kann mir jemand erklären was da der Unterschied ist? Was man sich verspricht erklärt der Artikel ja, aber hat man das Geld wirklich so nötig?


Das Ganze ist komplett sinnlos und auf dem Prinzip Hoffnung aufgebaut. Die 700 Mio., die in Digitalisierung und Auslandsvermarktung investiert werden, sollen irgendwie zu steigenden Erlösen führen, da plötzlich das Ausland ganz wild auf die Bundesliga sein soll, nur weil eine Streaming-Plattform aufgebaut und die BL-Clubs mit dem Investorengeld häufiger ins Ausland reisen sollen. Völlig irrsinnig ist die Rücklage von 300 Mio. Euro für die TV-Erlösbeteteiligung an die Investoren, um zu verhindern, dass die BL-Klubs bereits jetzt einen Teil ihrer TV-Erlöse abgeben müssen. Die DFL bekommt also 1 Mrd. Euro, von denen nur 700 Mio. investiert werden können, da 300 Mio. zurück an die Investoren gehen.
Unter dem Strich lässt sich festhalten:
1.) Bei gleichbleibenden TV-Erlösen steht jetzt bereits fest, dass weniger Geld als bisher an die Klubs geht.
2.) Sollten sich tatsächlich die Investitionen gewinnbringend auswirken, gibt es mehr Geld. Keiner weiß jedoch ob, wenn ja wann und in welcher Höhe dies eintreten wird.
3.) Die Hauptrobleme, nämlich die immer größere Schere zwischen den Dauergästen in der CL (Bayern, Dortmund, RB) und den anderen Vereinen, die immer größere Schere zwischen der 1. und 2. Liga, und die Nahrungskette im europäischen Fußball (die Top-Spieler wechseln von der BL ins Ausland und nicht umgekehrt) werden noch nichtmal ansatzweise angegangen. Ich frage mich, was sich Watzke und die DFL-Geschäftsführer dabei gedacht und wieso 2/3 der Erst- und Zweitligisten für dieses waghalsige Konzept gestimmt haben.


Mach doch die Kurzversion, alles ist schlecht.

Jetzt würde ich gerne mal hören, was willst du konkret erreichen und wie willst du diese Ziele verwirklichen?
Ich fürchte, wir hören gleich wieder das Märchen vom nationalen TV Geld, ich lasse mich aber gerne überraschen


Mich würde erstmal interessieren, was die DFL (bzw. die Vereine, die den Deal durchgedrückt haben) erreichen wollen. Gibt es irgendein messbares und realistisches Ziel? Gibt es ein Konzept, oder einen Plan, was mit dem Geld gemacht werden soll? Was ist mit Auslandsvermarktung konkret gemeint? Gibt es schon genaueres zur Streamingplattform? Und wie sollen die 100 Mio. für Auslandsreisen verbraten werden? Vor allem, wozu so viel Geld für diesen Zweck? Der FC Bayern brauchte bislang keine DFL-Zuschüsse für Auslandsreisen.


Die Kurzversion, alles ist schlecht.

Und du kannst weder Ziele formulieren noch hast eigene Vorschläge.

Zunächst mal, es gibt noch nichts konkretes, hier ging es nur um ein Mandat verhandeln zu dürfen, den finalen Vertrag muss man dann bewerten, die Richtung stimmt meiner Meinung nach


Stimmt so nicht, man kann durchaus die Entscheidung kommentieren, ohne den späteren Vertrag zu kennen.

Warum sollte ein tm.de Ziele und Vorschläge für die DFL erarbeiten?
Interessiert doch eh keinen und für solche guten Vorschläge werden für Berater teuer bezahlt, warum sollte der User das tun?

Seine Kritik ist aber begründet und gut argumentiert, das ist Dir allerdings egal, Du möchtest den User als Meckerer darstellen.
Es ist doch offensichtlich weshalb Du für den Investoreneinstieg bist, braucht man nur Dein Vereinswappen anschauen smile
Brotlos FC Kiffen Brotlos 13.12.2023 - 12:44
Zitat von Ubiorum

Ein Investor der letztendlich von den eigenen Einnahmen finanziert werden soll ergibt welchen Sinn ?
und die Bundesliga soll international enorme Vermarktungssteigerungen erleben ?
ist es möglich dass man sich da was täuscht oder hat die DFL große Marktanalysen apodiktisch vollzogen.

England ist England, deren Sprache spricht fast die ganze Welt, der deutlich weniger erfolgreiche englische Fußball war auch vor der Premierleague ein Magnet und Spanien ist tief verbunden mit Südamerika (außer vielleicht bei einigen indigenen Völkern).

Carro und Watzke machen das schon.........Sie werden für glorreiche Zeiten sorgen
Aber jetzt wird die Vermarktung der Bundesliga die Welt überrollen, wahnsinns Zeiten stehen uns bevor.
Wer auf dieser Welt will noch einen Mercedes, alle wollen Hoffenheim, Leverkusen und Wolfsburg sehen.

Was wenn die Einnahmen der TV-Rechtevergabe enorm sinken, der Investor wird doch auch Analysten haben u nicht jeden X-belibiegen Vertrag unterschreiben und das Risiko komplett alleine tragen, kann das nicht zu einem Minusgeschäft werden, wie wird die Wirtschaftliche Situation Deutschlands in 10 Jahren sein, der Vertrag läuft aber wenn ich es richtig verstanden habe deutlich länger. Bedenklich, nicht wahr.....

Das ganze ist auf das schnelle Geld ausgerichtet, oder ?
erinnert mich etwas an den Kreditkarteninhaber der heute Konsumiert, am Roulette Tisch zockt, dann in der Schufa steht oder vielleicht vor dem Konkursverwalter.
Ich male schwarz ? unsere Wirtschaft läuft nicht gut, ich weiss nicht ob die Leute weiterhin bereit sein werden die Preissteigerungen von DAZN und Co. zu tragen, keinen Ahnung....... Die breite Maße erleidet Einkommensverluste, ein kleiner Teil wird immer reicher, der nutzt aber einem Pay-TV sender nichts, der zahlt ja nicht mehr weil er reich ist hahahaha. Ein Sender braucht viele Abonenten und nicht reiche Abonenten.
Wenn die Investoren US-Amerikaner sein sollten, werden die die DFL-Greenhorns bis aufs Knochenmark ausquetschen hahahaha
Werden wir in Zukunft immer wieder von der DFL den Begriff "Verbindlichkeiten" hören ?

Ich will nicht despektierlich sein, aber wer sind die DFL Protagonisten ????

2010 verlangten wir von Griechenland, es solle seine Inseln wegen den Schulden verkaufen, den Griechen geht es wieder gut, werden wir am Ende wegen der DFL Helgoland verkaufen müssen ? hahahahaha

Ich habe zum 31.12.2023 prophylaktisch alle Abos gekündigt, wer sich die Preissteigerungen leisten kann und will, herzlichen Glückwunsch....... habt es besser gemacht als ich !
Das Leben mit Humor bewältigen smile


Super Beitrag! Wenn ich es noch könnte, würde ich werten, aber ich hab zuviele unbequeme Wahrheiten gewertet, dann darf man das irgendwann nicht mehr zwinker

Was ich mich frage, nicht nur im Bezug auf Fussball, warum lassen wir das so mit uns machen?
Warum findet der Protest nur im Stadion statt und warum wird er nicht ernst genommen?

Um es mal ganz platt zu fragen:
Wem gehört eigentlich die Bundesliga?
Ist das nicht vielmehr ein Kulturgut als eine Marke und sollte es nicht ähnlich wie ein Kulturgut bewahrt werden?
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