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Torsten Lieberknecht
Geburtsdatum 01.08.1973
Alter 53
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein 1.FC Kaiserslautern

Torsten Lieberknecht [Trainer]

22.04.2025 - 17:57 Uhr
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#631
09.08.2025 - 09:44 Uhr
Manch ein User hat hier völlig die Nerven verloren, glaube ich. Und auch ein bisschen den Bezug zur Menschlichkeit.

Dass man kein Fan von einem Trainer bzw. dessen Spiel ist, ist völlig vertretbar und wenn man es ordentlich darlegt auch verständlich. Aber wie um alles in der Welt, kann man hoffen (!) das jemand entlassen wird?

Nicht nur, dass man sich damit gleichzeitig etwas schlechtes für einen anderen, wildfremden Menschen, der einem nichts getan hat wünscht… man wünscht sich damit noch mehr Chaos für seinen Lieblingsclub, den man behauptet zu lieben. Da haben einige den Schuss nicht gehört.

Schon bei der Verpflichtung von Lieberknecht war klar, dass es kein Offensivfeuerwerk geben wird. Er war bei mehreren Stationen mit reagierenden Fußball erfolgreich - warum sollte er diese Einstellung also ändern?

Mir ist es tatsächlich egal, wie wir spielen, solange man realistische Ziele setzt und diese am Ende der Saison erreicht. Ob wir dann den Bus parken und der liebe Gott vorne geholfen hat, danach fragt kein Mensch mehr. Ich wünsche mir einfach nur mal Konstanz auf einer so wichtigen Position wie der, des Cheftrainers. Wer hier schon nach einem Spiel (die vier im Vorjahr lass ich hier nicht gelten, da es weder Zeit gab etwas einzustudieren, noch der Kader von TL war) eine Reaktion fordert, oder noch schlimmer sogar hofft, dass etwas passiert, der darf bitte zu keinem Zeitpunkt in diesem Leben eine Kritik an Investoren ohne Fußballsachverstand, oder Thomas Hengen abgeben. Denn genau denen gibt man mit diesem Verhalten und dieser Reaktion recht bzw. stößt sie in noch größeres Chaos.

Oder soll die nächste Lösung nach TL dann wieder die nächste langfristige sein? Und wenn das nicht funktioniert, holen wir nach 5 Wochen halt wieder den nächsten, der es schon schaukeln wird?

Gruß
311
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#632
09.08.2025 - 10:12 Uhr
Zitat von Fck311
Manch ein User hat hier völlig die Nerven verloren, glaube ich. Und auch ein bisschen den Bezug zur Menschlichkeit.


Da wirkt eher noch die Enttäuschung über die Entlassung von Anfang nach. Ich denke, das wird sich mit der Zeit geben wenn die Mannschaft sich entwickelt und der Erfolg sich einstellt.

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Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen.
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#633
09.08.2025 - 10:31 Uhr
Zitat von HARRYKOCHFAN

Zitat von Fck311

Manch ein User hat hier völlig die Nerven verloren, glaube ich. Und auch ein bisschen den Bezug zur Menschlichkeit.


Da wirkt eher noch die Enttäuschung über die Entlassung von Anfang nach. Ich denke, das wird sich mit der Zeit geben wenn die Mannschaft sich entwickelt und der Erfolg sich einstellt.


Das denke ich auch. Mit dem Namen Markus Anfang und dem Spielstil dieses Trainers verknüpften viele FCK-Fans einen Mut zur fußballerischen Neuausrichtung und Aufbruchsstimmung. Und auch wenn bei Anfang im Lauf der Rückrunde immer mehr Sand ins Getriebe kam, so hat man doch im Lauf der Hinrunde einen Geschmack davon bekommen, wie es aussieht, wenn eine FCK-Mannschaft frech und unbekümmert nach vorne spielt. So was lässt man nicht so gerne los. Da war einfach zu viel Lust auf mehr dabei.

Mit Torsten Lieberknecht verknüpft man hingegen mehrheitlich eher eine 180-Grad-Wende zu Pragmatismus und einem konservativen Spielstil. Wenn das erfolgreicher wäre als der Offensiv-Stil des Vorgängers, würde sich vermutlich kaum jemand daran stören. Aber gegen H96 war es unansehnlich UND erfolglos.

Natürlich wirkt bei vielen Fans hier auch die immer und immer wieder heraufbeschworene Selffulfilling Prophecy nach, dass wir ohne Ragnar Ache verloren sind, weil wir es ohne ihn auch schon in der Vergangenheit gewesen wären. Ich sage nicht, dass ich so denke - sondern, dass ich denke, das bei manchen Leuten hier im Forum eine solche Stimmung latent (oder manifest) vorhanden ist.

Ich wünsche uns eine schnelle Rückkehr zum Erfolg - am besten schon heute Abend. Dann ist die Stimmung hier im Forum auch gleich schon wieder eine andere. Und der Trainer nicht mehr so sehr in der "Schusslinie" von Teilen des Forums. Er selber könnte aber auch einen Teil dazu beitragen, indem sich solche einschläfernden Pressekonferenzen wie gestern nicht mehr bei ihm wiederholen.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vic Dorn am 09.08.2025 um 10:36 Uhr bearbeitet
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#634
09.08.2025 - 11:01 Uhr
Puuh, ich finde diese moralinsauren Kommentare schon ziemlich ermüdend. Was hier geteilt wurde, war die subjektive Wahrnehmung einer PK, nicht mehr und nicht weniger. Und natürlich machst du dir dann nach dem Hannover-Spiel Gedanken darüber, wie derzeit die Stimmung am Berg aussehen und zu so einer PK geführt haben könnte. Spekulation, natürlich - vielleicht hatte er auch nur seine Tage, wer weiß das schon. Oder die Wahrnehmung ist nicht adäquat und die PK war gar nicht besonders auffällig. Aber um solche Eindrücke zu kommunizieren und zu diskutieren, ist doch so ein Forum da.

Der Rest ist - mit Verlaub - Bullshit! Ich habe das Thema hier mit angestoßen (die PK wurde in zwei Threads gleichzeitig kritisch erwähnt) und ich war ganz bestimmt kein Freund von Markus Anfang. Auch weiß ich bestens, für welchen Fußball Torsten steht und war (dennoch) ob seiner Erfahrung und Kompetenz hoch erfreut, als er uns zugesagt hat. Also absolut keine "Agenda", sondern einfach die Vermutung, dass am Berg schon wieder Feuer unterm Dach ist.

Dann zu dem Punkt, ob das alles nur eine neutrale Beobachtung ist oder ob man hier selber zündeln möchte: Da bleibe ich dabei, dass du dir ein Spiel ohne Schuß aufs Tor als Trainer beim FCK - und zwar völlig zurecht! - allerhöchstens einmal pro Saison leisten kannst; es sollte heute Abend daher tunlichst kein zweites hinzukommen! Das weiß Torsten, das weiß die sportliche Leitung und das wisst ihr alle im Grunde auch. Man muss jetzt schnell deutliche Fortschritte im Spiel mit dem Ball erkennen können, denn wir sind hier im Profi-Sport. Du kannst sowohl in Hannover als auch zuhause gegen Schalke am Ende des Tages verlieren, das ist (noch) nicht der Punkt. Aber du musst heute Abend zumindest die Umsetzung einer offensiven Spielidee erkennen können! Wenn da wieder nichts kommen sollte, wäre das wirklich höchst besorgniserregend.

Also ohne Wenn und Aber: TL muss jetzt liefern! Das müsste jeder andere Trainer aber auch. Damit ist weder prognostiziert noch gefordert, dass er sonst bereits gehen müsste, aber wir hätten ohne spielerischen Fortschritt dann schon eine ausgemachte Krise. Eine reine Ergebniskrise kann man sich zu diesem Saisonzeitpunkt noch leisten, aber die Mannschaftsleistung muss sich im Spiel mit dem Ball sowie im Hinblick auf Torabschlüsse bereits heute steigern, sonst wird es entsprechende Nachfragen geben und TL gegenüber der sportlichen Leitung mit Sicherheit erklären müssen, was sein weiterer Plan ist. Und wenn seine Antwort sich dann im Mantra "Ruhe und Kontinuität!" erschöpft, würde es wiirklich eng für ihn werden. Das glaube ich alles aber derzeit noch gar nicht. Der ist Profi genug, um hier die richtigen Stellschrauben zu bedienen. Und das wird man vermutlich auch heute Abend bereits deutlich erkennen können.

Aber ein hoch bezahlter leitender Angestellter muss sich nun mal in so einem Multimillionen-Geschäft für seine Arbeit auch kurzfristig rechtfertigen! Das ist auch völlig in Ordnung so.

Und das alles jetzt von einem User, der TL sehr schätzt und wirklich hofft, dass dieser hier in der Tat "eine Ära prägen" möge. Aber dafür muss man auch mit Saisonbeginn bereits eine Handschrift erkennen können. Das gelingt einem Titz ja schließlich auch von Minute 1 an. Du kannst dich in der zweiten Liga nicht langsam eingrooven, was soll das denn?! rolleyes

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 09.08.2025 um 11:09 Uhr bearbeitet
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#635
09.08.2025 - 11:11 Uhr
Im Zuge der gegenwärtigen Debatte habe ich mal die älteren Beiträge kurz überflogen, da ich mich an Statements von Darmstadtfans erinnern konnte. Hierbei möchte ich auf die folgenden Statements von @John-Coffey und @Heiner_81 hinweisen:

Zitat von John-Coffey


Taktisch und vom Spielstill her, würde ich ebenfalls sagen, dass er nicht unbedingt defensiver spielen lässt, als Anfang.
Für mich ist Torsten ein sehr flexibler Trainer, der den Gegner outsmarten will und seine Taktik sehr nach dem Gegner ausrichtet. Er hat keine eigene klare Handschrift, sondern stellt sich sehr auf die schwächen des Gegners ein. Und das kann er gerade in der zweiten Liga sehr gut.
In der ersten Liga haben ihm dann einerseits die Spieler dafür gefehlt und andererseits sind dann dort halt doch nochmal andere Taktikfüchse unterwegs, und er kommt auch an die eigenen Grenzen.
Deswegen kann er Aufstiegskampf sehr gut, Abstiegskampf aber eben nicht. Im Abstiegskampf sich nach dem Gegner zu richten geht schief, hier brauchst Du Deinen Stiefel, deine Identität, um wenigstens etwas selbstvertrauen aufzubauen, und nach vier Niederlagen auch mal wieder zu gewinnen, oder so.


Zitat von Heiner_81

Lieberknecht hatte vor dem Aufstieg zwei Saisons mit Darmstadt. Die Saison 21/22 wurde mit 71 erzielten Toren (pure Offensive) und 60 Punkten auf Platz 4 abgeschlossen. Damit steigt man normalerweise auf. Lessons Learned war damals, etwas das offene Visier zu reduzieren und dafür erfolgreicher zu spielen. Es folgte Platz 2 mit 67 Punkten, nur wurde die Tabellenführung am letzten Spieltag verspielt - da gingen gegen Ende der Rückrunde etwas die Körner aus. Aber das ist ggf. der Eindruck, der sich bei Dir verfestigt hatte, das er defensiv spielen ließ. Er kann beides. Auch in der Bundesligasaison wurde eigentlich eher offensiv gespielt (zum Leidwesen einiger Fans, die sich an die erfolgreiche Taktik unter Schuster erinnerten). Aber der Abstieg aus der Budesliga geht zu 2/3 auf die Sparfüchse im Management zurück. Nur wie das so ist, wenn man ein Jahr lang auf die Fresse bekommt, die Seuche ließ sich nicht so leicht abschütteln. Sein Rücktritt war aller Ehren wert.
Mit der Auszeit und einem frischen Verein wird Lieberknecht wieder sehr viel bewegen können. Davon bin ich total überzeugt.


Zitat von Heiner_81


Junge Spieler fördern, das ist Teil seiner DNA, glaube ich. Bei uns wurde unter ihm Clemens Riedel (eigene Jugend) zum Kapitän hochgezogen. Weitere U19 Spieler kamen zu Einsätzen in den Profiteams - obwohl das für die teilweise zu früh kam. Das hat unser aktueller Coach relativ hart abgestellt.
Am besten war TL eigentlich darin, Spielern den Sprung vom Ergänzungsspieler zum Stammspieler zu ermöglichen. Patrick Pfeiffer, Braydon Manu, auch Marvin Mehlem. Also den Spielern, die der Jugend entwachsen sind, aber noch nicht ganz etabliert waren. Da sind einige total aufgeblüht.

Edit: Ihr merkt schon, ich bin von TL nach wie vor begeistert grins


Im zweiten Beitrag erkennen wir ganz klar eine Stärke im Vergleich zu unserem letzten Trainer und auch im Vergleich zu Schuster. Zumindest zu dem Schuster bei uns. Das kann natürlich auch an den Umständen liegen. Anfang jedenfalls war bisher nie der große Förderer der Jugend. Das nicht Fördern der Jugend bzw. fast schon das gekonnte Ignorieren der gleichen war ja gefühlt Teil unserer DNA in den letzten Jahren.
Der zweite Kommentar zeigt deutlich, dass er nicht nur defensiv spielen lässt und durchaus weiß, wie eine Offensive funktionieren kann. Das hatte ich in einem anderen Beitrag auch schon mal dargestellt und mit Zahlen unterlegt. Hierbei hatte ich dann Lieberknecht und Anfang (unsere letzten beiden Trainer) sowie Titz (ein Trainer mit sehr attraktiver Spielidee) verglichen. Vielleicht hat es aber ein anderes Gewicht, wenn vergleichbare Aussagen von jemandem kommen, der Lieberknecht zu diesem Zeitpunkt sicherlich besser im Blick hatte als so die meisten von uns.
Der erste Kommentar ist spannend. Lieberknecht wird oft eine Defensive Spielweise, gar eine zerstörerische Handschrift nachgesagt. Nachweislich mauert er aber sicherlich nicht, was die Torstatistik untermauert. Gleichzeitig fiel es mir aber schwer ihm einen Spielstil/eine Spielidee zuzuordnen. Ich hatte festgestellt, dass er das System durchaus „wild gewechselt“ hat. Die Anführungszeichen schreibe ich deshalb, da es nicht wie so oft bei Trainern aus der Not herausgekommen ist, sondern auch in sehr erfolgreichen Phasen erfolgt ist und häufig auch nur für einzelne Spiele. Die Aussage, dass sich dem Gegner anpasst, unterstützt dies. Vielleicht haben wir damit auch schon einen Teil seines Stils? Sich dem Gegner anpassen bzw. die Mannschaft auf den Gegner einstellen. Das hatten wir meines Erachtens auch in der erfolgreichen Phase unter Schuster. Dahingegen waren wir es, die während unserer erfolgreichsten Phase unter Anfang, versucht haben dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken und unser, zu dem Zeitpunkt funktionierendes System durchzudrücken.

Zitat von FCK-Tribun
Die Theorie, man könne die vier Spiele am Ende der vergangenen Saison von der Beurteilung der Arbeit des Trainers abspalten, funktioniert halt nicht. Das ist immer ein einheitlicher Prozess. Gerade bei einem Club wie dem FCK.

Ziehe ich die Maßstäbe heran, die man hier in weiten Teilen (mich eingeschlossen!) an Anfang anlegte, der fußballerisch in kürzerer Zeit und mit mehr außersportlichen Themen, die nur zum Teil auf seine Kappe gingen, das größere Rad drehen wollte und sollte und vor dem Hintergrund mehr Gründe hatte, sich mehr Geduld zu erbeten, muss ich mich nicht darüber wundern, dass Lieberknecht im August 2025 eben nicht mehr bei Null steht. Das ist dann nur konsequent.
Der Fußball, den man spielen will, dürfte so viel Anlaufzeit halt eigentlich nicht erfordern. Ein Schuster hat wesentliche Verbesserungen mit einem individuell schwächer besetzten Kader in kürzerer Zeit geschafft.



Ich möchte jetzt kein allzu großes Fass aufmachen, aber an den Umständen der außersportlichen Themen war Anfang vollumfänglich Schuld. Es gab schlicht und ergreifend keinen anderen Fall dieser Art im deutschen Profifußball. Aber ja, er hatte direkt eine schwere Hypothek. Dass er alles in kürzerer Zeit zum Laufen bekommen hat, halte ich aber für ein Gerücht.
Man hat relativ schnell die Spielidee in ihren Grundsätzen erkannt, da würde ich mitgehen. Es war auch punktemäßig in den ersten drei Spielen erfolgreich. Punktemäßg! Nicht wirklich vom Spielverlauf her. Gegen Ulm verlierst du ohne den geschenkten Elfmeter. Ohne Krahl in absoluter Bestform liegst du gegen Fürth schon nach 20 Minuten 4:0 zurück, ohne Aches individueller Qualität wäre Münster eine absolute Nullnummer gewesen. Wir hätten also mit einem etwas anderen Spielverlauf nach drei Spieltagen mit einem Punkt dastehen können. Davon gegen zwei Aufsteiger bzw. wie sich im Saisonverlauf gezeigt hat gegen drei Mannschaften, die über Abstiegskampf nie hinausgekommen sind. Anschließend kam gegen Hertha der offene Schlagabtausch, eine der schlechtesten Saisonleistungen in Hannover, ein gerechtes Remi gegen den HSV, wenngleich unglücklich in der Entstehungsgeschichte, eine durchaus glückliche Nullnummer gegen Regensburg und eine verdiente Niederlage in Elversberg, wo zumindest die erste Halbzeit ordentlich war.
Erst mit dem Sieg in Paderborn hat er das Ruder herumreißen können und wenn wir mal ehrlich sind, wirkt der Sieg überdeutlich, war in seiner Entstehung aber auch wieder glücklich. Paderborn hatte nämlich nicht nur gute Chancen, Krahl hätte auch gut und gerne vom Platz fliegen können, wie es ein paar Spieltage später auch zu Recht passiert ist.
Also nein, Anfang war nicht schneller als Lieberknecht erfolgreich bei uns oder hat sein System erfolgreich implementiert. Davon ab ist es sogar so, dass Lieberknecht die Mannschaft zwar zu einem früheren Zeitpunkt schon kennenlernen konnte (etwa ein bis zwei Monate), dies aber in einer Phase erfolgt ist, in der die Mannschaft absolut verunsichert war. Die Mannschaft hatte zuvor in neun Spielen nur acht Punkte erreicht. Davon war der Sieg gegen Düsseldorf auch recht glücklich und einzig die Niederlage gegen Nürnberg unverdient. Die von vielen getroffene Aussage, man hätte Anfang für viel weniger vor die Tür gestellt, stimmt nicht.
Nun kam Ende der Saison Lieberknecht und hat von 12 möglichen Punkte zumindest sieben geholt. Das war zwar nicht wirklich schön, aber insgesamt doch erfolgreich was den Punkteschnitt angeht. Dieser Schnitt hätte sogar zu einem Aufstieg gereicht.
Inwiefern Schuster in kürzer Zeit wesentliche Verbesserung erreicht hat, musst du mir nochmal erklären.



Aber zurück zum Jetzt!
Was passiert aber gerade bei uns? Ein Teil von uns zerreißt einen Trainer schon fast, nachdem es im letzten Jahr unter ihm zumindest punktemäßig erfolgreich war und er erst ein Spiel in der gegenwärtigen Saison absolviert hat. Noch dazu gegen einen der (!) Aufstiegsfavoriten und das Zuhause. Ja, es geht vielen um das wie. Denkt aber bitte mal an den katastrophalen Auftritt gegen Ulm, zumindest über weite Strecken und insbesondere nach dem Rückstand. Wir hatten zwar vorne nicht wirklich ein Chance außer dem Schuss von Sirch und dem von Asta. Letzterer hat zwar leider den besser positionierten Prtajin übersehen, aber beide Chance sind nur absolut kleine Chance, was auch der minimale Ausschlag bei den xGoals belegt. Trotz der vergleichsweisen großen Anzahl der Chancen hatte Hannover einen xGoal-Wert, der immer noch unter 1,5 liegt. Von „purem Glück“ und „die hätten uns auch problemos abschießen können“, sind wir meines Erachtens weit weg und ja, mit etwas Pech verlieren wir das mit 2:0 oder 3:0, aber mit etwas Glück und mehr Konzentration nehmen wir auch einen Punkt aus Hannover mit. Nicht schön, nicht verdient, aber nicht unerfolgreich.
Laut DBB dürfte das xGoal-Verhältnis gegen Hannover in den letzten drei Spielen übrigens etwa 1,3:0,2, 2,6:1,4 und 2,9 zu 2,3 gewesen sein. Jeweils zu Gunsten von Hannover. Unser bester Wert von 2,3 täuscht ein wenig. Das war das klarste Spiel von den drei zu Gunsten von Hannover gewesen und der hohe Wert resultiert aus dem quasi Abstaubertor von Ache und einer (!) weiteren sehr großen Chance. Warum ist diese Statistik insgesamt dennoch spannend? Wir haben Hannover so klein halten können, wie nie zuvor in der Saison sie haben bei 1,3 erwartbaren Toren eines erzielt, während sie im Rückspiel der Vorsaison keines aus 2,6 erzielt hatten. Von der Seite betrachtet, kann man im Vergleich zur letzten Saison durchaus von Pech sprechen.

Auch die Pressekonferenz, bei der am Laufenden Band schlimmste Untergangszenarien heraufbeschworen werden, die für manche die schlimmste Pressekonferenz ever ist, bei der Lieberknecht ultra angefressen ist und nicht nur angezählt ist, sondern praktisch kurz vorm Rausschmiss steht (leicht übertrieben vielleicht), ist all nicht.
Ich habe sie mir angesehen und Lieberknecht wirkt leicht (!) angespannt, eine gewisse Lockerheit konnte ich trotzdem vernehmen. Auch die Bewertung des Spiels fand ich fair und nicht zu beschönigend, wie so mancher hier und den Widerspruch mit Null Schüssen auf’s Tor fand ich weit weniger krass, als er hier dargestellt wird.
Dass er unzufrieden war mit der Leistung in Hannover das merkt man, dass er ultra angezählt/angefressen/whatever ist, aber nicht und ich glaube das spielt so die eigene Wahrnehmung, vielleicht sogar bei dem ein oder anderen der Wunsch mit hinein.
Wir haben jetzt seit Jahren einen Trainer, der nachweislich in der Lage ist eine langfristige Entwicklung zu tragen. Schuster könnte man hier sicherlich noch nennen, danach kommt aber lange nichts mehr. Selbst unser letzter Trainer steht nicht für langfristigen Erfolg. Gerade dem Trainer, der langfristig erfolgreich sein, der abgesehen von dem Intermezzo erste Liga mit Darmstadt, keine langen Niederlage- oder Sieglosserien hinnehmen musste, scheint man diese Zeit nun zu verwehren. Gerade dem Trainer, der einer der wenigen im deutschen Fußball ist, der bereits gezeigt hat, dass der Verein über seinem eigenen Wohl steht. Gerade dem Trainer, der die Werte unseres Clubs mit jeder Faser seines Körpers nach außen lebt.
Klar, es war selbst bei den punktemäßíg erfolgreichen Spielen unter Lieberknecht noch extrem viel Luft nach oben und der Auftritt in Köln war eine absolute Katastrophe. Man versuche sich aber nochmal ins Gedächtnis zu rufen, dass viele Siege unter Anfang, auch während der beiden erfolgreichsten Phasen, durchaus glücklich waren, wenngleich diese in Teilen/größeren Teilen der Spiele auch ansehnlich waren. Gold war zu dem Zeitpunkt auch nicht alles was geglänzt hat.
Dass Lieberknechts Hauptaugenmerk zunächst auf der wackligen Defensive liegt, ist nachvollziehbar und wie sagt man so schön: "die Offensive gewinnt die Spiele, die Defensive die Meisterschaften"
Sehr langer Rede kurzer Sinn: dreht mal ein wenig runter und gebt Lieberknecht zumindest drei bis fünf Spiele Zeit und damit meine ich einzig und alleine die Spiele in dieser Saison. Ich bin immer noch guter Dinge und, als anfänglicher Lieberknecht-Skeptiker, der sich ihn nie gewünscht hat, überzeugt, dass das passen und funktionieren kann.
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#636
09.08.2025 - 11:15 Uhr
Zitat von Vic Dorn
Zitat von HARRYKOCHFAN

Zitat von Fck311

Manch ein User hat hier völlig die Nerven verloren, glaube ich. Und auch ein bisschen den Bezug zur Menschlichkeit.


Da wirkt eher noch die Enttäuschung über die Entlassung von Anfang nach. Ich denke, das wird sich mit der Zeit geben wenn die Mannschaft sich entwickelt und der Erfolg sich einstellt.


Das denke ich auch. Mit dem Namen Markus Anfang und dem Spielstil dieses Trainers verknüpften viele FCK-Fans einen Mut zur fußballerischen Neuausrichtung und Aufbruchsstimmung.

(...)

Ich wünsche uns eine schnelle Rückkehr zum Erfolg - am besten schon heute Abend. Dann ist die Stimmung hier im Forum auch gleich schon wieder eine andere. Und der Trainer nicht mehr so sehr in der "Schusslinie" von Teilen des Forums. Er selber könnte aber auch einen Teil dazu beitragen, indem sich solche einschläfernden Pressekonferenzen wie gestern nicht mehr bei ihm wiederholen.


Genau das sind doch die Kritikpunkte bislang.

1. 180 Grad Wende bezûgli h Spielausrichtung (ohne bislang sichtbaren Erfolg)
2. Lieberknechts Körpersprache und Präsenz

Die PK war eine Katastrophe, aber okay, wichtiger ist er bekommt das in der Kabine besser hin. Schafft er das? Keine Ahmung, aber was Einsatz, Laufbereitschaft, einen Schritt schneller sein, usw. betrifft gibt es auf dem Platz noch Raum nach oben.

Wie gesagt, Lieberknecht schreit nicht wirklich "Gewinner", wobei er uns zum Glück mit dem Erinnern an "Demut" verschont. Daher schliesst sich dann der Kreis, was sich Klos, Hengen und co. erhofft hatten, denn Aufbruchstimmung und "eventuell nochmal angreifen wollen" sieht anders aus. Diesen Kelch hat die Post nie geliefert.

Bin icht enttäuscht? Eigentlich nicht, denn es war klar, wie es kommen würde. Ich bin eher sauer auf Hengen und Klos, wieil sie uns offensichtlich für blöde halten. Jeder sieht, dass der Trainerwechsel ein Eigentor war. Jetzt muss man darauf hoffen, dass Lieberknecht mittel- bis langfristig die Zeit bekommt, etwas aus der Situation zu machen. Die Ankündigung, Platz 7 oder besser war definitiv nicht hilfreich. Auch das ist ärgerlich.

Keiner hat hier bislang Lieberknecht persönlich beleidigt oder ein Problem mit ihm. Aber er passt stand jetzt nicht zu den großen Ankündigen der sportlichen Führung. Die 180 Grad Wende in Sachen Ausrichtung ist zudem ein weiteres großes Fragezeichen. Bin gespannt, ob das funktionieren kann. Eventuell erfindet Lieberknecht sich ja neu. Und hoffentlich fängt er heute Abend schon damit an.
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#637
09.08.2025 - 11:52 Uhr
Die Zitation meines Postings ist leider ziemlich verballert. Ich versuche mal, es wieder auseinanderzubasteln.
Zitat von stonewell

Ich möchte jetzt kein allzu großes Fass aufmachen, aber an den Umständen der außersportlichen Themen war Anfang vollumfänglich Schuld. Es gab schlicht und ergreifend keinen anderen Fall dieser Art im deutschen Profifußball.
Es ging um den Todesfall im Trainingslager. Deshalb schrieb ich sinngemäß, dass er für die außersportlichen Themen zu Beginn seiner Tätigkeit nur teilweise verantwortlich sei. Über das andere Thema brauchen wir nicht weiter zu reden.

Zitat von stonewell

...)Punktemäßg! Nicht wirklich vom Spielverlauf her. (...)
Ich erinnere mich nicht, etwas Gegenteiliges behauptet zu haben. Es ging mir darum, dass der Fußball, den Anfang hier spielen lassen wollte und sollte, von seinen Spielern auf einigen Ebenen mehr abverlangte als Lieberknechts Fußball. Das wird nicht besser, wenn man es an den individuellen Möglichkeiten des jeweiligen Personals bemisst. Und es wäre unvollständig, dafür nur Anfang zum Phantasten zu erklären, der die Möglichkeiten des Kaders überschätzt habe - der wurde ja exakt deswegen geholt, weil die "fußballerische Weiterentwicklung" vorangetrieben werden sollte. Wer letztes Jahr von Anfang schnelle Fortschritte verlangte, müsste dies bei Lieberknecht erst recht tun. *Das* war mein Punkt.

Zitat von stonewell

Inwiefern Schuster in kürzer Zeit wesentliche Verbesserung erreicht hat, musst du mir nochmal erklären.
Gerne. Lieberknecht hatte vier Pflichtspiele mit dem alten Kader, um sich über die Möglichkeiten der vorhandenen Spieler einen Überblick zu verschaffen. Schuster hatte zwei Relegationsspiele. Die Mannschaft, die der übernommen hatte, wirkte auf mich nach drei Niederlagen in der absoluten Crunchtime der Saison mit immer schwächeren Leistungen kein Stück weniger verunsichert als die Mannschaft, die Lieberknecht übernommen hatte.
Schuster hatte die kürzere Saisonvorbereitung, musste den Ligawechsel wuppen und schickte eine Mannschaft in die Saison, die limitierte, aber sehr gut funktionierende Automatismen (Mittelfeldpressing, Umschaltspiel, Standards) hatte, und die es im Vergleich mit heute individuell schwächeren Spielern ermöglichten, eine Halbserie mit exakt zwei Niederlagen zu spielen. Über alles, was ab Februar/März 2023 kam, hüllen wir besser den Mantel des Schweigens, aber der Start von Schuster war sehr gut - das Thema "Einbau von Klement" klammere ich aus - und ist ein Indiz dafür, dass auch ein "Ergebnisfußball-Trainer" in einer Saisonvorbereitung sowohl offensiv als auch defensiv funktionierende Automatismen erarbeiten kann.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCK-Tribun am 09.08.2025 um 12:38 Uhr bearbeitet
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#638
09.08.2025 - 12:05 Uhr
Also ich sehe es so unser Spiel ist in dieser Form unheimlich stark von Ritter abhängig.
Und wir sind uns alle einig das Ritter nicht gerade aussieht als wäre Er in der Form seines Lebens.
Hat er einen Sahnetag dann kann er der unterschiedsspieler sein.
Aber momentan wirkt er nicht so, darum vermute ich auch die Verpflichtung von Skytta. Letzte Saison wurde das durch Yakota kompensiert.
Auch wenn ich kein Freund von Pucha bin, wegen seiner defensivarbeit, denke ich das wenn er wirklich kommt er auch nochmal ein Punkt für Belebung unserer Offensive wäre.
Also wenn die Mannschaft steht für die Saison dann muss sich Lieberknecht messen lassen. Und zur Spielweise wir sind mit der Spielweise von Otto Rehagel kontrollierte Offensive aufgestiegen und deutscher Meister geworden und Rehagel mit dem Libero noch Erfolge mit Griechenland bei der EM gefeiert. Das hat auch keiner für möglich gehalten.
Wie gesagt wenn Ritter in Form oder ersetzt werden kann, dann sind wir auch erfolgreicher.

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Lauterer geben niemals auf sie kämpfen!!



"Wenn Deutsche so gedemütigt wurden, hält sie nichts mehr auf - die sind glatt in der Lage, uns zu überrennen. Ich weiß das. Ich war in Kaiserslautern. Damit bin ich genug bedient."

Pep Guardiola

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Fck_Fan am 09.08.2025 um 12:23 Uhr bearbeitet
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#639
09.08.2025 - 12:56 Uhr
Zitat von FCK-Tribun
Die Zitation meines Postings ist leider ziemlich verballert. Ist versuche mal, es wieder auseinanderzubasteln.

Da ist wohl ein /quote flöten gegangen, ich würde das gerne korrigieren, finde aber den edit-Button irgendwie nicht. Strange. Sorry hierfür.

Zitat von FCK-Tribun

Es ging um den Todesfall im Trainingslager. Deshalb schrieb ich sinngemäß, dass er für die außersportlichen Themen zu Beginn seiner Tätigkeit nur teilweise verantwortlich sei. Über das andere Thema brauchen wir nicht weiter zu reden.

Fair, das hatte ich in diesem Moment nicht auf dem Schirm und das war natürlich ein bedauerliches Ereignis, das die ganze Vorbereitung überschattet hat.

Zitat von FCK-Tribun
Ich erinnere mich nicht, etwas Gegenteiliges behauptet zu haben. Es ging mir darum, dass der Fußball, den Anfang hier spielen lassen wollte und sollte, von seinen Spielern auf einigen Ebenen mehr abverlangte als Lieberknechts Fußball. Das wird nicht besser, wenn man es an den individuellen Möglichkeiten des jeweiligen Personals bemisst. Und es wäre unvollständig, dafür nur Anfang zum Phantasten zu erklären, der die Möglichkeiten des Kaders überschätzt habe - der wurde ja exakt deswegen geholt, weil die "fußballerische Weiterentwicklung" vorangetrieben werden sollte. Wer letztes Jahr von Anfang schnelle Fortschritte verlangte, müsste dies bei Lieberknecht erst recht tun. *Das* war mein Punkt.

Persönlich war ich nie ein Freund der Anstellung Anfangs, wie man hier auch nachlesen kann und ich bin mir sicher, dass er auch vor Paderborn schon arg angezählt gewesen sein dürfte, trotz der ersten drei punktemäßig erfolgreichen Spiele. Wäre er aber letztlich zu diesem Zeitpunkt schon gegangen worden, hätte ich es als zu früh erachtet. Also ja, ich hatte Anfang Zeit eingeräumt, war aber tatsächlich überrascht ob dieser Kehrtwende ab Paderborn.
Sicherlich stimmt es, dass der Fußball, den wir unter Anfang gesehen haben, anspruchsvoller und – zumindest bisher – viel ansehlicher ist, aber dennoch hatte Lieberknecht gerade mal ein Spiel in dieser Saison. Die letzten vier Spiele hatten meines Erachtens die folgenden drei Ziele:
1. Möglicher Aufstieg.
2. Mannschaft wieder motivieren und stabilisieren.
3. Mannschaft kennenlernen und Probleme sichten.
Hiervon wurde das 1. Ziel verpasst, das 2. Ziel erfüllt und das 3. wahrscheinlich für mögliche Transfers/Umstrukturierungen des Kaders genutzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Trainer in den vier letzten Spielen der Saison groß ein System etabliert hätte, vor allem dann nicht, wenn ein wichtiges Element für das eigene System fast vollständig fehlt oder zumindest löchrig ist: die Defensive. Während ich nämlich der Meinung bin, dass Lieberknecht nicht nur destruktiv oder defensiv arbeitet, so scheint er doch eine stabile Defensive zu bevorzugen.

Zitat von FCK-Tribun

Gerne. Lieberknecht hatte vier Pflichtspiele mit dem alten Kader, um sich über die Möglichkeiten der vorhandenen Spieler einen Überblick zu verschaffen. Schuster hatte zwei Relegationsspiele. Die Mannschaft, die der übernommen hatte, wirkte auf mich nach drei Niederlagen in der absoluten Crunchtime der Saison mit immer schwächeren Leistungen kein Stück weniger verunsichert als die Mannschaft, die Lieberknecht übernommen hatte.
Schuster hatte die kürzere Saisonvorbereitung, musste den Ligawechsel wuppen und schickte eine Mannschaft in die Saison, die limitierte, aber sehr gut funktionierende Automatismen (Mittelfeldpressing, Umschaltspiel, Standards) hatte, und die es im Vergleich mit heute individuell schwächeren Spielern ermöglichte, eine Halbserie mit exakt zwei Niederlagen zu spielen. Über alles, was ab Februar/März 2023 kam, hüllen wir besser den Mantel des Schweigens, aber der Start von Schuster war sehr gut - das Thema "Einbau von Klement" klammere ich aus - und ist ein Indiz dafür, dass auch ein "Ergebnisfußball-Trainer" in einer Saisonvorbereitung sowohl offensiv als auch defensiv funktionierende Automatismen erarbeiten kann.


Ich würde behaupten, dass beide im Hinblick auf die verunsicherte Mannschaft zum Saisonendspurt ähnlich performt hatten. Das Ziel von Schuster war hier wesentlich einfacher zu realisieren als das andere (wir waren zum Beispiel abhängig von anderen und hätten in vier Spielen performen müssen). Schuster hat das aber sicherlich insgesamt sehr souverän gemeistert.
Schuster hatte aber, auch mit der kürzeren Vorbereitung, einen entscheidenden Vorteil. Weder hatte er wichtige Abgänge zu verzeichnen, noch eine Defensive zu optimieren/neu aufzubauen. Schuster konnte auf die Abwehr der dritten Liga zurückgreifen, die hervorragend funktioniert hat. Selbst mit der schlechten Phase gegen Ende hat die zweibeste Defensive der dritten Liga satte 33,3% mehr Tore kassiert als unsere. Bei Lieberknecht war die Defensive fast am anderen Ende, nur fünf Mannschaften haben mehr Tore kassiert. Auch die Offensive war nicht zu verachten.
In der jetztigen Offensive wiederum ist dann noch der Spieler gegangen und es war im Vergleich zum ersten Zweitligajahr ein riesiger Umbruch. Bis ausschließlich Magdeburg hat Schuster mit Luthe, Durm, Zolinski, Lobinger und Basenach überhaupt nur fünf neue Spiele eingesetzt und die letzten drei auch nur sehr sporadisch. Bei Zolinski war aber fairerweise die Verletzung schuld.
Bei Lieberknecht wiederum wurde die ganze Spitze neugestaltet, das komplette defensive Mittelfeld, sowie der rechte Flügel und eine Position in der Innenverteidigung. Alle Wechsel waren entweder notwendig aufgrund der Abgänge oder wegen großer Defizite.
Weiterhin unterscheiden sich die Spielstile, die wir unter Antwerpen und Schuster gepflegt haben, weit weniger als die von Lieberknecht und Anfang. Hier kann man aber selbstverständlich Kritik üben, aber Lieberknecht wäre der falsche Adressat.




Ich bin immer noch der Meinung, dass man keinen Trainer außer vielleicht Grammozis, der aber auch keinerlei wirklichen Erfolge vorzuweisen hatte, seit unseres Aufstiegs derart schnell und hart kritisiert hat. Damit beziehe ich mich nicht einmal speziell auf dich und alles in Frage stellt. Nüchtern betrachtet, hat man bisher versucht die Lücke im Sturm zu schließen, die Problemstellen DM und IV anzugehen und zumindest auf der rechten Schiene nachzubessern. Einzig die linke Schiene als weitere Problemposition hat man noch nicht in Angriff genommen.


Mit dem extrem verstärkten defensiven Mittelfeld, einer wahrscheinlich verstärkten Innenverteidigung, einer wahrscheinlich schwächeren aber flexibleren Offensive und zumindest einem Flügel, der ein wenig verstärkt wurde, sehe ich uns nicht so schlecht und ich erwarte heute ein kampfbetontes Spiel. Ein Spiel mit mehreren Toren (mindestens drei).
Torsten Lieberknecht [Trainer] |#640
09.08.2025 - 13:50 Uhr
Zitat von Stonewell

Da ist wohl ein /quote flöten gegangen, ich würde das gerne korrigieren, finde aber den edit-Button irgendwie nicht. Strange. Sorry hierfür.
Kein Problem. Bearbeiten kann man ein Posting im Normalfall nur 30 Minuten lang nach dem Absenden.

Zitat von Stonewell

Ich würde behaupten, dass beide im Hinblick auf die verunsicherte Mannschaft zum Saisonendspurt ähnlich performt hatten. Das Ziel von Schuster war hier wesentlich einfacher zu realisieren als das andere (wir waren zum Beispiel abhängig von anderen und hätten in vier Spielen performen müssen). Schuster hat das aber sicherlich insgesamt sehr souverän gemeistert.
Das mag ja so sein. Lieberknecht war aber halt nicht der einzige Trainer in der jüngeren Vergangenheit, der hier eine verunsicherte Mannschaft übernommen hat. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass das einem Trainerwechsel regelmäßig immanent ist. Einzig der Wechsel von Funkel zu Anfang hatte strategische Gründe und war nicht aus der Not heraus geboren, dass unter dem Vorgänger nichts mehr zusammenlief.

Zitat von Stonewell

Schuster hatte aber, auch mit der kürzeren Vorbereitung, einen entscheidenden Vorteil. Weder hatte er wichtige Abgänge zu verzeichnen, noch eine Defensive zu optimieren/neu aufzubauen. Schuster konnte auf die Abwehr der dritten Liga zurückgreifen, die hervorragend funktioniert hat. Selbst mit der schlechten Phase gegen Ende hat die zweibeste Defensive der dritten Liga satte 33,3% mehr Tore kassiert als unsere. Bei Lieberknecht war die Defensive fast am anderen Ende, nur fünf Mannschaften haben mehr Tore kassiert. Auch die Offensive war nicht zu verachten.
(...)
Gut, der Umbruch war numerisch geringer als heute. Dennoch gab es auch damals Veränderungen in der Startelf, auch in der eingespielten Defensive. Weg von der Dreierkette, hin zu einer Viererkette; Implementierung von Luthe und Durm in den Defensivverbund, während mit Raab, Hercher und Winkler drei vorherige Stammspieler herausfielen; m.E. in taktischer Hinsicht auch eine Zurücknahme der ersten Pressinglinie.
Und vor allem spielte man eine Liga höher.
Die Spielanlage wurde sicherlich nicht derart tiefgreifend verändert wie bei dem Wechsel von Anfang zu Lieberknecht und doch gab es etliche Herausforderungen, die man meistern musste. Ich finde in diesem Kontext übrigens auch, dass die Umstellung vom Anfang-Fußball auf den Lieberknecht-Fußball einfacher umzusetzen sein sollte als umgekehrt. Gerade aus seiner relativen Einfachheit rechtfertigt sich doch dieser Ansatz.

Zitat von Stonewell

Ich bin immer noch der Meinung, dass man keinen Trainer außer vielleicht Grammozis, der aber auch keinerlei wirklichen Erfolge vorzuweisen hatte, seit unseres Aufstiegs derart schnell und hart kritisiert hat.
Dann schau dir mal sämtliche Spieltagsthreads aus dem letzten Spätsommer an. Das wird schwer zu toppen sein. Im Vergleich ist die Diskussion über Lieberknecht ein Lehrbeispiel in Sachen Wohlwollen und Geduld. Das ist auch nicht als Affront gegen andere User zu verstehen, sondern beziehe ich gerne (auch) auf mich selbst.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCK-Tribun am 09.08.2025 um 13:57 Uhr bearbeitet
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