29.07.2026 - 21:20 | Quelle: dpa/Transfermarkt | Lesedauer: unter 8 Min.
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Große Empörung in Europa 

FIFA setzt Frist und lockt mit Millionen: Was Infantinos Investoren-Pläne bedeuten

FIFA setzt Frist und lockt mit Millionen: Was Infantinos Investoren-Pläne bedeuten
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Gewaltige Empörung, Widerworte aus der Politik und ein klares Veto aus Europa: FIFA-Boss Gianni Infantino hat mit seinen Investoren-Plänen einmal mehr für große Kritik gesorgt. Nicht einmal zwei Wochen nach dem WM-Finale in den USA teilte der Fußball-Weltverband mit, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils seiner kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen.



Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von FIFA-Rechten plant. Im November 2018 warb der Schweizer für einen Investoren-Deal für die Vermarktungsrechte an einer neuen Klub-WM mit 24 Teams sowie einer globalen Nations League mit einem Finalturnier kontinentaler Champions. Es ging um die stolze Summe von 25 Milliarden US-Dollar. Damals scheiterte Infantino.


Wie kann Infantino seine Macht sichern?


Diesmal nannte die FIFA einen Erlös von etwas mehr als 4 Mrd. US-Dollar (gut 3,5 Mrd. Euro). Dafür hätte der Schritt einen anderen Effekt: Infantino könnte nach einer weiteren Periode als Präsident ab 2031 zum Geschäftsführer des neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE werden und so nach 15 Jahren Amtszeit weiter mächtig im FIFA-Kosmos wirken.


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Gianni Infantino
G. Infantino Alter: 56
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Es ist mal wieder ein Schachzug à la Infantino, der während der WM wegen der auf Anruf von Donald Trump zurückgezogenen Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun schwer in die Kritik geriet und nun vorwärts verteidigt. Anfang der Woche wurde publik, dass ein Abgeordneter Infantino für eine Befragung in den Justizausschuss des Repräsentantenhauses zitieren will, wenn er in den USA sei. Dieses Thema wird medial erst einmal verdrängt. Stattdessen fragen sich viele: Wie geht es mit dem geplanten FIFA-Deal weiter?


Was würde sich für Fans durch Investoren ändern?


Konkrete Änderungen für Fans kündigte die FIFA nicht an. Einem Bericht der „Times“ zufolge könnte ein Deal den Druck erhöhen, das Feld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger auszutragen. Hintergrund ist das Modell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erlöse steigen. Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem Unternehmen erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Mrd. US-Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben gebündelt.



Am Mittwoch berichtete die „Times“, dass die FIFA in einem Brief explizit auf eine Zustimmung innerhalb von 53 Tagen setze und dann eine Summe von 40 Millionen US-Dollar pro Verband aufrufen könne. Bei einer Ablehnung gebe es demnach 10 Mio. US-Dollar. Dies sei „reine Bestechung“, sagte eine nicht namentlich genannte Person der Zeitung. „Das sagt alles über diesen Plan aus, was man wissen muss“, kritisierte der europäische Dachverband UEFA. Von der FIFA gab es zunächst keine Angaben dazu.



Wachsen Umsatz und Unternehmenswert, steigt auch der Wert ihrer Beteiligung. Mehr Spiele oder mehr Turniere könnten für höhere Einnahmen sorgen. Die FIFA erklärte in der Mitteilung, „die ausschließliche Zuständigkeit für die Führung des Fußballs, Wettbewerbe, den internationalen Spielkalender und sämtliche regulatorischen und sportlichen Entscheidungen“ zu behalten. Schon zuletzt hatte Infantino verkündet, dass die Einnahmen im aktuellen WM-Zyklus auf 15 Mrd. US-Dollar klettern sollen.


Wer sind die Gegner und was können sie tun?


Der mächtigste Gegner ist die UEFA, die ihre Ablehnung klar kommunizierte. „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften“, teilte der Dachverband mit. Die Europäische Fußball-Union nehme die Sache sehr ernst.



Einen Bericht, wonach man den Boykott von FIFA-Wettbewerben erwäge, wollte die UEFA am Mittwoch nicht kommentieren. Es steht im Raum, dass es noch diese Woche eine Dringlichkeitssitzung der europäischen Verbände geben soll. „Auf Grundlage der begrenzten Informationen sind wir zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens und einer angemessenen Governance“, teilte der englische Fußballverband mit. Man habe keine Kenntnis gehabt.


Was sagen deutsche Vertreter zu den Investoren-Pläne?


Bemerkenswert: Ihr Statement veröffentlichte die UEFA bereits auf Basis eines Berichts der „Times“ und noch bevor die FIFA offiziell die Pläne mitteilte. Als UEFA-Vizepräsident betonte Hans-Joachim Watzke die große Macht der Europäer. „Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht“, sagte Watzke auf Anfrage.


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Hans-Joachim Watzke
H. Watzke Alter: 67
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund


Sein BVB-Kollege Carsten Cramer kritisierte die Investoren-Pläne deutlich. „Für mich ist es unerklärlich, warum die FIFA diesen Schritt gehen möchte. Ich verstehe die Beweggründe für diese Pläne nicht“, sagte der Geschäftsführer, der sich mit den Dortmundern derzeit auf Japan-Reise befindet. „Nicht nur mein erster Eindruck, sondern auch das erste Feedback darauf ist überhaupt nicht positiv. Warum meint die FIFA, das Rad neu erfinden zu müssen? Für mein Empfinden ist dieser Vorstoß überhaupt keine gute Idee.“


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Carsten Cramer
C. Cramer Alter: 57
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund


Bayerns Sportvorstand Max Eberl zeigte sich schockiert. „Ich finde es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Der Fußball – das haben die Fans auch schon gesagt – gehört uns nicht“, sagte Eberl im Trainingslager in Rottach-Egern. Er stellte offen einen Boykott Europas in Aussicht, um der FIFA Kontra zu geben. „Wenn es so weit kommt, wäre ich tatsächlich auch dafür, dass wir als Europa eine starke Stirn bieten und sagen: Nee, das machen wir nicht mit, das ist nicht unser Sport.“


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Max Eberl
Max Eberl Alter: 52
FC Bayern München
FC Bayern München


Auch der VfB Stuttgart sprach klar gegen die Investoren-Pläne aus und forderte eine klare Positionierung des deutschen Fußballs gegen einen Ausverkauf der WM. „Ein dringender Investitions- und damit Finanzbedarf auf FIFA-Ebene zum Wohle des Weltfußballs ist nicht erkennbar. Es wäre ein fatales Zeichen, die Kommerzialisierung des Fußballs in diese Richtung zu treiben, ohne dass dafür auch nur annähernd ein gemeinsames, sinnvolles Ziel zu erkennen ist. Zudem wurden zentrale Gremien und Stakeholder in keiner Weise in die Pläne eingebunden. Die Alleingänge des FIFA-Präsidenten und seiner Vertrauten müssen enden, bevor der Weltverband die Akzeptanz des Fußballs auf der ganzen Welt gefährdet“, sagte der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle.


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Alexander Wehrle
A. Wehrle Alter: 51
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart


DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte im „ZDF“, der Fußball müsse eigenständig bleiben: „Wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen. Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig.“


Was ist die Rolle der UEFA?


Die UEFA präsentiert sich nicht zum ersten Mal als Bollwerk des gegenwärtigen Zustands im Weltfußball. Auch bei Infantinos Milliarden-Plänen 2018 ging der europäische Dachverband mit Präsident Aleksander Ceferin in Frontalopposition zum Weltverband – und setzte sich am Ende durch.


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Aleksander Ceferin
A. Ceferin Alter: 58
UEFA-Exekutivkomitee
UEFA-Exekutivkomitee


Ceferin war auch bei den Super-League-Plänen europäischer Klubs im Jahr 2021 einer der lautesten und prominentesten Gegner. Er kündigte unter anderem an, Profis könnten nicht mehr bei WM und EM spielen, wenn sie Teil dieser Super League würden. Diesmal wird sich die Opposition komplizierter gestalten, denn Infantinos FIFA will die Fußballwelt und vor allem die kleinen Verbände mit zusätzlichem Geld überschütten.


Ist der geplante FIFA-Deal mehrheitsfähig?


Davon ist auszugehen. Denn abseits der Ablehnung aus Europa dürfte es gerade bei kleineren Mitgliedsstaaten eine Zustimmung für die Idee geben, weil sie schlicht für einen deutlichen Anstieg der Einnahmen sorgen. „Hier geht es um die Demokratisierung des Fußballs weltweit“, sagte Infantino. „Wir beabsichtigen, auch in die kleinsten oder entlegensten Teile der Fußballwelt, die zu oft übersehen werden, massiv zu investieren.“



Nach FIFA-Angaben könnten sich die Einnahmen pro Jahr für die Mitgliedsstaaten mehr als verdreifachen – auf im Schnitt bis zu mehr als 7 Mio. US-Dollar pro Jahr bis 2038. Das ist vor allem für kleine Verbände ein riesiges Geschäft. Infantino ließ wissen, jeder FIFA-Mitgliedsverband solle einen fairen Anteil an dem Deal erhalten, um seine eigene Zukunft zu gestalten. In Kürze werde ein Vorschlag, der derzeit geprüft werde, den 211 Mitgliedsverbänden und dem FIFA-Rat vorgelegt, die die Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit seien, sagte ein FIFA-Sprecher auf Anfrage.


Der Verband CONCACAF, der die Nationen in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik vertritt, zeigte sich jedoch vom Prozedere enttäuscht. „Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens“, hieß es in einem Statement, über das „Sky News“ berichtete. Man habe erst über die Medien davon erfahren. So ähnlich äußerte sich auch Asiens Kontinentalverband. Beide zeigten sich aber zumindest inhaltlich offen.


Welche Rolle könnte Infantino spielen?


Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte Infantino das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten. Es sei über dieses Szenario aber noch nie konkret gesprochen worden, betonte ein FIFA-Sprecher. Der Präsident und die Verwaltung müssten jedoch – sofern es genehmigt wird – führende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gemäß der FIFA-Statuten die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft zu behalten.


Die Kritik daran ist enorm. „Die enge Beziehung zwischen dem FIFA-Präsidenten und dem US-Präsidenten hat eine finanzielle Dimension angenommen, die dem Fußball erheblichen Schaden zufügt. Niemand hat das Recht, unseren Sport zu verkaufen“, schrieb der ehemalige FIFA-Boss Sepp Blatter bei X. Auch Großbritanniens Premier Andy Burnham („Der Fußball gehört nicht den Investoren“) und die britischen Medien („WM zum Verkauf“ und „Rote Karte für FIFA-Plan, die WM zu verkaufen“) übten klare Kritik.


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Letzte Beiträge Newsforum

schoettel05 Lazio Rom schoettel05 30.07.2026 - 10:10
Eigentlich müsste die UEFA aus der FIFA geschlossen austreten und sagen, dass die EURO ein viel spannenderes Turnier ist als diese WM und wir eh bis auf Brasilien/Argentinien die Spitze der Nahrungskette des Weltfußballs sind. Auf diese FIFA und ihre WM wird geschissen und die EURO wird als neue WM mit Einladung an befreundete Verbände (ARG/BRA/MEX/JPN/AUS) ausgetragen - so macht es die CONMEBOL doch auch schon länger, die laden auf Mexiko, Japan usw. ein zu ihren Südamerika-Meisterschaft.
CR7_GOAT_fan FC Bayern München CR7_GOAT_fan 30.07.2026 - 09:29
Zitat von Liebigstrasse
Zitat von DasToteHuhn

Zitat von CR7_GOAT_fan

Zitat von DasToteHuhn

Zitat von CR7_GOAT_fan

Am ende werden sie sich sowieso einige. Das sind doch nur machtspielchen. Die idee mit dem investor ist gut und so kann man die einnahmen für alle noch weiter steigern. Am ende werden alle davon profitieren und die wm 2030 hoffentlich auf 64 teams aufgestockt.


Ja gut, die Meinung kann man haben. Genauso gut kann man die Meinung vertreten jetzt endgültig mal ein Zeichen zu setzen für den Fußball und als UEFA geschlossen nicht zur WM antreten. Es gibt keine Regel, dass immer mehr Geld generiert werden muss und einige wenige davon in besonderem Maße profitieren müssen. Fußball hat auch vor dem riesigen Geld funktioniert. Man kann sich wie Lemminge dem Kapitalismus ergeben oder man entscheidet sich etwas anderes zu glauben.
kann man so wird es aber nicht laufen, weil man auch bei der uefa immer mehr geld will. Man will nur auch seine macht behalten oder sogar vergrößern. Am ende wird man sich einigen und alle werden profitieren.


Und da gehen unsere Meinungen auseinander. Wenn es eine Einigung gibt, wird es meiner Meinung nach noch deutlich größere Schockwellen innerhalb der Landesverbände geben. Business as usual wird das nach dem Medienrummel um die WM und Infantino nicht werden. Und nochmal das würde voraussetzen, dass innerhalb der UEFA mehrheitlich Verbände und Funktionäre dieses Rad Kapitalismus (also immer mehr Gewinn und Wachstum) weiterdrehen werden und wollen. Ideale Sichtweise, aber ich weigere mich einfach zu glauben, dass jeder da oben ausnahmslos Geld vor den Sport setzt.


Diese ideale Sichtweise ist leider sehr naiv, selbstverständlich will man aus dem Fußball das Maximum rauspressen.


korrekt wobei ich eigentlich nichts gegen investoren habe.
JolietJake1893 VfB Stuttgart JolietJake1893 30.07.2026 - 06:05
Zitat von power-play

Eine häufiger stattfindende WM wäre begrüßenswert. Alle 4 Jahre ist zu wenig. Wie übrigens auch Olympia. Aber dort gibt es Zwischen-Championships, die nur weniger bekannt sind. Beispiele wären die Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen, wo alle 2 Jahre WM und dazwischen alle 2 Jahre EM stattfindet. Es gibt auch Sportarten, wo jedes Jahr eine WM stattfindet, das sind sogar die meisten. Ein Zwischen-Kompromiß könnte alle 3 Jahre rotierend sein. Wenn beides häufiger stattfindet, bräuchte man auch nicht mehr diese Krücken wie Nations League oder Club-WM.
Man kann über Infantino denken, was man will. Ich fand es aber bemerkenswert, dass er bei der WM bei fast jedem Spiel vor Ort war. Bei der letzten EM tat Ceferin das jedenfalls nicht, bei einem Bruchteil der Reisestrecken und Schwierigkeiten, die außerhalb gelegenen Stadien zu erreichen. So etwas gehört auch zu den Pflichten eines Präsidenten. Genauso, wie es die Pflicht eines Nationaltrainers ist, die Spieler vor Ort zu beobachten (siehe Nagelsmann).
Dieses Forum lesen eher Club-Fußball Anhänger. Aber die Mehrheit der Bevölkerung, überall auf der Welt, interessiert sich tausendmal mehr für Nationalfußball. Dem sollte Rechnung getragen werden. Natürlich muß dann der finanzielle Anreiz auch ausgeglichen werden. Dafür ist das ein Ansatz.


"Aber die Mehrheit der Bevölkerung, überall auf der Welt, interessiert sich tausendmal mehr für Nationalfußball."
So offensichtlichlich ein Bot, trainiert von USians. Ragebait.
Gianni Infantino
FIFA-Council
Gianni Infantino
Geb./Alter:
23.03.1970 (56)
Nat.:  Schweiz Italien
Akt. Verein:
FIFA-Council
Aktuelle Funktion:
Präsident
Vertrag bis:
31.03.2027
Im Amt seit:
26.02.2016
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