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Fankultur in Köln

15.03.2012 - 23:46 Uhr
Fankultur in Köln |#6721
13.12.2023 - 21:30 Uhr
Zitat von DonMarvel
Zitat von Fussballlord99

Zitat von 77-78

Zitat von davegas

Zitat von DonMarvel

Das ist doch Basar und nicht Rechtsprechung.


Basar hat was von Zivilisation - mit Feuer wedeln hat was archaisches, eher steinzeitliches.

Also vielleicht den Regelbruch lösen und nicht über die Beschrafung des Regelbruchs diskutieren.


Dieser Beitrag ist so unfassbar absurd. Erst die Fortschrittsmetapher einführen und im zweiten Satz für willkürliche Rechtssprechung und archaische Strafen argumentieren und somit die mitunter größten Errungenschaften unserer modernen, aufgefklärten Gesellschaft mit Füßen treten... Oh leeven Orwell..


Noch mehr Epos in deiner Fehlinterpretation des Users Aussage geht nicht?


Es ist ermüdend (weil sinnlos) mit Menschen zu diskutieren, die die Lösung eines Problems immer darin sehen, dass sicj wer anders anders verhalten soll.

•     •     •

Wir werden nie mehr so gut, wie mit Heinz Flohe
Fankultur in Köln |#6722
13.12.2023 - 22:59 Uhr
Zitat von Misterpinkbn
Man wird mir wieder Keller-Bashing vorwerfen, aber der Mann liefert nun einfach mal so konstant, unfassbar. Insofern lasse ich mir das gerne vorwerfen.

Die Diskussion verliert sich hier teils in fast absurde Richtungen, ich finde es schon wirklich traurig, dass hier so wenig vor der eigenen Tür gekehrt wird.

So wenig tolerabel das übertriebene Verhalten dieser ***** en ist, genauso wenig tolerabel finde ich, dass das von offizieller Seite Seite mit keiner Silbe missbilligt wird, sondern in dem auf der Homepage veröffentlichten Statement sogar noch mit Verständnis kommentiert. "Gehört für die aktive Fanszene zur Kultur.."

Ich persönlich hab kein Problem mit Pyrotechnik.sieht gut aus und macht nette Stimmung.

Ich hab aber ein Problem mit Leuten, die in genauem Wissen, dass es drastische strafen regnet, sich selbst wichtiger nehmen und und sehenden Auges allen anderen, den anderen Fans, den Beitragszahlern, dem Verein etc. schaden und drauf scheißen und es trotzdem tun.
Das ist dumm, dreist, asozial und egoistisch.

Genau so dumm dreist, asozial und egoistisch ist es, wenn Vorstand und Geschäftsführung dieses Verhalten zum eigenen Machterhalt mittragen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass in diesem Statement kein einziges kritisches Wort zu finden ist und ausschließlich im Außen beim DFB gesucht wird.

Auch wenn die Strafe selbstverständlich vollkommen überzogen ist.
Das steht aber auf nem ganz anderen Blatt.


Auch wenn ich Keller durchaus etwas abgewinnen kann, gehe ich hier mit. Wobei Keller da wohl auch nur das Sprachrohr seiner Vorgesetzten ist.

Die Vereinsführung hatte spätestens nach der Schande von Nizza alle Legitimation einzugreifen und die eigene Szene mit allen Mitteln des Hausrechts so einzuschränken, dass Schaden vom Verein ferngehalten wird.

Man hat damals gekniffen und wird dies deshalb wegen ein paar Bengalos oder einer halben Million nicht ändern.

Dann sollte man aber wenigstens aufhören, über die finanzielle Lage des Vereins zu jammern.
Fankultur in Köln |#6723
13.12.2023 - 23:52 Uhr
@GrafRuebezahl
Ja bin ich. Ich weiß, dass diese Meinung hier im Forum nicht allzu viel Gehör bzw. Verständnis findet.

Bezüglich Ultras hat sich meine Meinung im Laufe der Zeit gewandelt und zwar in die aktuelle Richtung. Ausschlaggebend waren Reportagen und Dokumentationen auf seriöser journalistischer Grundlage, sprich zugewandt interessiert aber durchaus kritisch. Die Ultras haben in der Gesellschaft ein Imageproblem, weil viele Mitbürger die Ultras und Hooligans als homogene Gruppierung wahrnehmen.

Es gibt Überschneidungen personeller Art und beide Gruppierungen rekrutieren ihren Nachwuchs aus demselben Pool. Der besteht aus jungen, heranwachsenden Männern, die das berauschende Gefühl Teil einer beeindruckenden Horde zu sein, genießen. Ganz sicher ist dieses Gruppenerlebnis, mit all seinen positiven sozialen Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung, für viele Mitglieder besonders attraktiv. Das große Leitbild aller Ultra-Gruppierungen ist aber die bedingungslose Hingabe an den eigenen Verein. Ultras fahren bei Wind und Wetter zu jedem Auswärtsspiel in die Provinz und ordnen ihr Privatleben dem Spielplan komplett unter. Das muss Liebe sein.

Hier besteht die offensichtliche Abgrenzung zu den Hooligans, denen es tatsächlich in erster Linie um ihre persönliche Freizeitgestaltung geht.

Ultras haben in den letzten Jahren vermehrt die Interessen der meisten deutschen Fußballanhänger plakativ in der Öffentlichkeit vertreten, durchaus auch moralische Korrekturen initiiert und sich sozial engagiert. Dass wird aber nie so prominent veröffentlicht, wie die Verfehlungen. Darüber leisten diesen Gruppierung auch sinnstiftende Tätigkeitsfelder, für solche Menschen, denen da ein wenig mehr Übung nicht schadet.

Zu glauben, da würden sich nur bildungsferne und abgehängte Männer versammeln liegt falsch. Daher geht auch die Annahme, die Ultras könnten die intellektuelle Hürde nicht nehmen, die Bestrafung des Vereins durch den DFB nicht vorab zu assoziieren, fehl. Die Meinung der Ultras (meine Interpretation), scheint die Legitimität der Strafe an sich zu negieren. Würden die Vereine nicht so massiv bestraft, wäre das Image der Ultras bei den sonstigen Fans vermutlich deutlich besser.

Mir persönlich sind die theoretischen Gefahren der Pyro-Technik nur laienhaft vertraut und persönlich bin ich nie betroffen gewesen. 600 Tausend Euro als Strafmaß, weil man sich an einer Liste abarbeitet und die Einzelvergehen aufsummiert, mag den bestehenden Formalien entsprechen. Dass die bestehenden Formalien einer Modifikation bedürfen, ist angesichts der andauernden Wirkungslosigkeit was die sachliche Grundlage der Sanktionen angeht, für mich eine Tatsache. Vor allem, wenn solche Strafmaße wirtschaftlich schwächelnde Vereine über kurz oder lang die Existenz kosten können.

Mit sportlichen Grüßen
daumen-hoch

•     •     •

Iehrefeld,Raderthal,Nippes,Poll,Esch,Pesch un Kalk
Üvverall jitt et Fans vom FC Kölle!
En Rio, en Rom, Jläbbisch, Prüm un Habbelrath,
Üvverall jitt et Fans vom FC Kölle!
...
Fankultur in Köln |#6724
14.12.2023 - 07:40 Uhr
Zitat von Goatstar71

@GrafRuebezahl
Ja bin ich. Ich weiß, dass diese Meinung hier im Forum nicht allzu viel Gehör bzw. Verständnis findet.

Bezüglich Ultras hat sich meine Meinung im Laufe der Zeit gewandelt und zwar in die aktuelle Richtung. Ausschlaggebend waren Reportagen und Dokumentationen auf seriöser journalistischer Grundlage, sprich zugewandt interessiert aber durchaus kritisch. Die Ultras haben in der Gesellschaft ein Imageproblem, weil viele Mitbürger die Ultras und Hooligans als homogene Gruppierung wahrnehmen.

Es gibt Überschneidungen personeller Art und beide Gruppierungen rekrutieren ihren Nachwuchs aus demselben Pool. Der besteht aus jungen, heranwachsenden Männern, die das berauschende Gefühl Teil einer beeindruckenden Horde zu sein, genießen. Ganz sicher ist dieses Gruppenerlebnis, mit all seinen positiven sozialen Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung, für viele Mitglieder besonders attraktiv. Das große Leitbild aller Ultra-Gruppierungen ist aber die bedingungslose Hingabe an den eigenen Verein. Ultras fahren bei Wind und Wetter zu jedem Auswärtsspiel in die Provinz und ordnen ihr Privatleben dem Spielplan komplett unter. Das muss Liebe sein.

Hier besteht die offensichtliche Abgrenzung zu den Hooligans, denen es tatsächlich in erster Linie um ihre persönliche Freizeitgestaltung geht.

Ultras haben in den letzten Jahren vermehrt die Interessen der meisten deutschen Fußballanhänger plakativ in der Öffentlichkeit vertreten, durchaus auch moralische Korrekturen initiiert und sich sozial engagiert. Dass wird aber nie so prominent veröffentlicht, wie die Verfehlungen. Darüber leisten diesen Gruppierung auch sinnstiftende Tätigkeitsfelder, für solche Menschen, denen da ein wenig mehr Übung nicht schadet.

Zu glauben, da würden sich nur bildungsferne und abgehängte Männer versammeln liegt falsch. Daher geht auch die Annahme, die Ultras könnten die intellektuelle Hürde nicht nehmen, die Bestrafung des Vereins durch den DFB nicht vorab zu assoziieren, fehl. Die Meinung der Ultras (meine Interpretation), scheint die Legitimität der Strafe an sich zu negieren. Würden die Vereine nicht so massiv bestraft, wäre das Image der Ultras bei den sonstigen Fans vermutlich deutlich besser.

Mir persönlich sind die theoretischen Gefahren der Pyro-Technik nur laienhaft vertraut und persönlich bin ich nie betroffen gewesen. 600 Tausend Euro als Strafmaß, weil man sich an einer Liste abarbeitet und die Einzelvergehen aufsummiert, mag den bestehenden Formalien entsprechen. Dass die bestehenden Formalien einer Modifikation bedürfen, ist angesichts der andauernden Wirkungslosigkeit was die sachliche Grundlage der Sanktionen angeht, für mich eine Tatsache. Vor allem, wenn solche Strafmaße wirtschaftlich schwächelnde Vereine über kurz oder lang die Existenz kosten können.

Mit sportlichen Grüßen
daumen-hoch


Zusammengefasst heißt das dann aber doch, dass unsere Ultras den wirtschaftlich schwächelnden FC über kurz oder lang die Existenz kosten können. Und das nimmt man in Kauf, weil einem die eigene Inszenierung wichtiger ist.

Das ist dann aber bestenfalls eine sehr toxische Liebe, auf die man besser verzichten sollte.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Eilperfelder am 14.12.2023 um 07:59 Uhr bearbeitet
Fankultur in Köln |#6725
14.12.2023 - 08:30 Uhr
Zitat von Eilperfelder
Zitat von Goatstar71

@GrafRuebezahl
Ja bin ich. Ich weiß, dass diese Meinung hier im Forum nicht allzu viel Gehör bzw. Verständnis findet.

Bezüglich Ultras hat sich meine Meinung im Laufe der Zeit gewandelt und zwar in die aktuelle Richtung. Ausschlaggebend waren Reportagen und Dokumentationen auf seriöser journalistischer Grundlage, sprich zugewandt interessiert aber durchaus kritisch. Die Ultras haben in der Gesellschaft ein Imageproblem, weil viele Mitbürger die Ultras und Hooligans als homogene Gruppierung wahrnehmen.

Es gibt Überschneidungen personeller Art und beide Gruppierungen rekrutieren ihren Nachwuchs aus demselben Pool. Der besteht aus jungen, heranwachsenden Männern, die das berauschende Gefühl Teil einer beeindruckenden Horde zu sein, genießen. Ganz sicher ist dieses Gruppenerlebnis, mit all seinen positiven sozialen Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung, für viele Mitglieder besonders attraktiv. Das große Leitbild aller Ultra-Gruppierungen ist aber die bedingungslose Hingabe an den eigenen Verein. Ultras fahren bei Wind und Wetter zu jedem Auswärtsspiel in die Provinz und ordnen ihr Privatleben dem Spielplan komplett unter. Das muss Liebe sein.

Hier besteht die offensichtliche Abgrenzung zu den Hooligans, denen es tatsächlich in erster Linie um ihre persönliche Freizeitgestaltung geht.

Ultras haben in den letzten Jahren vermehrt die Interessen der meisten deutschen Fußballanhänger plakativ in der Öffentlichkeit vertreten, durchaus auch moralische Korrekturen initiiert und sich sozial engagiert. Dass wird aber nie so prominent veröffentlicht, wie die Verfehlungen. Darüber leisten diesen Gruppierung auch sinnstiftende Tätigkeitsfelder, für solche Menschen, denen da ein wenig mehr Übung nicht schadet.

Zu glauben, da würden sich nur bildungsferne und abgehängte Männer versammeln liegt falsch. Daher geht auch die Annahme, die Ultras könnten die intellektuelle Hürde nicht nehmen, die Bestrafung des Vereins durch den DFB nicht vorab zu assoziieren, fehl. Die Meinung der Ultras (meine Interpretation), scheint die Legitimität der Strafe an sich zu negieren. Würden die Vereine nicht so massiv bestraft, wäre das Image der Ultras bei den sonstigen Fans vermutlich deutlich besser.

Mir persönlich sind die theoretischen Gefahren der Pyro-Technik nur laienhaft vertraut und persönlich bin ich nie betroffen gewesen. 600 Tausend Euro als Strafmaß, weil man sich an einer Liste abarbeitet und die Einzelvergehen aufsummiert, mag den bestehenden Formalien entsprechen. Dass die bestehenden Formalien einer Modifikation bedürfen, ist angesichts der andauernden Wirkungslosigkeit was die sachliche Grundlage der Sanktionen angeht, für mich eine Tatsache. Vor allem, wenn solche Strafmaße wirtschaftlich schwächelnde Vereine über kurz oder lang die Existenz kosten können.

Mit sportlichen Grüßen
daumen-hoch


Zusammengefasst heißt das dann aber doch, dass unsere Ultras den wirtschaftlich schwächelnden FC über kurz oder lang die Existenz kosten können. Und das nimmt man in Kauf, weil einem die eigene Inszenierung wichtiger ist.

Das ist dann aber bestenfalls eine sehr toxische Liebe, auf die man besser verzichten sollte.


Es geht doch nicht nur um den finanziellen Aspekt.

Wozu ein nicht gerade kleiner Teil unserer Ultras während ihrer "Persönlichkeitsentwicklung" fähig sind, konnte man schon bei den Samstagsmalern, beim Angriff auf den Gladbacher Fanbus, die Vorkommnisse in Nizza, sowie Pöbelattacken und Bedrohungen gegen eigene Spieler, siehe Kevin Pezzoni, sehen.

Und allgemein, Gewalt steht in fast jeder Ultra-Gruppierung in deutschen oder ausländischen Stadien auf der Agenda. Wenn man sich mal die Bilder von den Spielabbrüchen in den Niederlanden oder Frankreich vor Augen führt, dann ist jenes Gewaltpotenzial kein kleines Problem, welches man durch "sinnstiftende Tätigkeiten" unter den Teppich kehrt.

•     •     •

Premier League: 1931, 1933, 1934, 1935, 1938, 1948, 1953, 1971, 1989, 1991, 1998, 2002, 2004, 2026
FA Cup: 1930, 1936, 1950, 1971, 1979, 1993, 1998, 2002, 2003, 2005, 2014, 2015, 2017, 2020
EFL Cup: 1987, 1993
• • •
Lehmann – Lauren, Touré, Campbell, Cole – Ljungberg, Vieira, Gilberto Silva, Pirès – Bergkamp, Henry
Raya – Timber, Saliba, Gabriel, Calafiori – Guimarães, Rice - Saka, Ødegaard, Eze - Havertz
• • •
Victoria Concordia Crescit
North London Forever
Arsenal F.C.
Fankultur in Köln |#6726
14.12.2023 - 09:25 Uhr
Zitat von Eilperfelder

Zitat von Goatstar71

@GrafRuebezahl
Ja bin ich. Ich weiß, dass diese Meinung hier im Forum nicht allzu viel Gehör bzw. Verständnis findet.

Bezüglich Ultras hat sich meine Meinung im Laufe der Zeit gewandelt und zwar in die aktuelle Richtung. Ausschlaggebend waren Reportagen und Dokumentationen auf seriöser journalistischer Grundlage, sprich zugewandt interessiert aber durchaus kritisch. Die Ultras haben in der Gesellschaft ein Imageproblem, weil viele Mitbürger die Ultras und Hooligans als homogene Gruppierung wahrnehmen.

Es gibt Überschneidungen personeller Art und beide Gruppierungen rekrutieren ihren Nachwuchs aus demselben Pool. Der besteht aus jungen, heranwachsenden Männern, die das berauschende Gefühl Teil einer beeindruckenden Horde zu sein, genießen. Ganz sicher ist dieses Gruppenerlebnis, mit all seinen positiven sozialen Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung, für viele Mitglieder besonders attraktiv. Das große Leitbild aller Ultra-Gruppierungen ist aber die bedingungslose Hingabe an den eigenen Verein. Ultras fahren bei Wind und Wetter zu jedem Auswärtsspiel in die Provinz und ordnen ihr Privatleben dem Spielplan komplett unter. Das muss Liebe sein.

Hier besteht die offensichtliche Abgrenzung zu den Hooligans, denen es tatsächlich in erster Linie um ihre persönliche Freizeitgestaltung geht.

Ultras haben in den letzten Jahren vermehrt die Interessen der meisten deutschen Fußballanhänger plakativ in der Öffentlichkeit vertreten, durchaus auch moralische Korrekturen initiiert und sich sozial engagiert. Dass wird aber nie so prominent veröffentlicht, wie die Verfehlungen. Darüber leisten diesen Gruppierung auch sinnstiftende Tätigkeitsfelder, für solche Menschen, denen da ein wenig mehr Übung nicht schadet.

Zu glauben, da würden sich nur bildungsferne und abgehängte Männer versammeln liegt falsch. Daher geht auch die Annahme, die Ultras könnten die intellektuelle Hürde nicht nehmen, die Bestrafung des Vereins durch den DFB nicht vorab zu assoziieren, fehl. Die Meinung der Ultras (meine Interpretation), scheint die Legitimität der Strafe an sich zu negieren. Würden die Vereine nicht so massiv bestraft, wäre das Image der Ultras bei den sonstigen Fans vermutlich deutlich besser.

Mir persönlich sind die theoretischen Gefahren der Pyro-Technik nur laienhaft vertraut und persönlich bin ich nie betroffen gewesen. 600 Tausend Euro als Strafmaß, weil man sich an einer Liste abarbeitet und die Einzelvergehen aufsummiert, mag den bestehenden Formalien entsprechen. Dass die bestehenden Formalien einer Modifikation bedürfen, ist angesichts der andauernden Wirkungslosigkeit was die sachliche Grundlage der Sanktionen angeht, für mich eine Tatsache. Vor allem, wenn solche Strafmaße wirtschaftlich schwächelnde Vereine über kurz oder lang die Existenz kosten können.

Mit sportlichen Grüßen
daumen-hoch


Zusammengefasst heißt das dann aber doch, dass unsere Ultras den wirtschaftlich schwächelnden FC über kurz oder lang die Existenz kosten können. Und das nimmt man in Kauf, weil einem die eigene Inszenierung wichtiger ist.

Das ist dann aber bestenfalls eine sehr toxische Liebe, auf die man besser verzichten sollte.


So ist es. Hier geht es ja auch nicht um einen Ausrutscher, sondern die Höhe der Strafen hätte man sich als Ultra ja auch vorher schon annähernd ausrechnen können, hat aber sicher keiner getan, weil es keinen dort interessiert.
Die Ultras lieben nämlich am Ende nicht den Verein, sondern die Plattform, die er ihnen bietet und die Möglichkeiten, die sie im und um das Stadion haben eine gewisse "Macht" auszuleben. Dass die Ultras ihre eigenen Strukturen und Gruppen mehr lieben als den Verein würden denke ich viele von denen nicht mal verneinen, zeigt sich aber auch sehr gut an deren Standpunkten zu verschiedenen Themen und dem nicht vorhandenen Einsatz die eigene Macht vielleicht mal zum Schutz des FC zu nutzen. Und genau das ist halt der toxische Teil, der längst überwiegt und weswegen die Diskussion um die Höhe der Strafen ehrlich gesagt ziemlich dämlich ist.

Der Ansatz muss sein gar nicht erst bewusst Schaden herbeizuführen, statt ihn in Kauf zu nehmen und sich dann danach über die Höhe zu beschweren. Ich bin auch gegen eine Senkung der Strafen, das verleitet doch nur noch mehr zu Regelbrüchen, dann zahlen wir für den Einzelfall vielleicht weniger, dafür halt häufiger. Stattdessen sollte der Verein die Strafen knallhart auf die Verursacher umlegen, dann müssen die Gruppierungen halt sehen, wie sie 600.000 € auftreiben, aber diese dämliche Empörung der Verursacher nimmt man denen doch nicht ab.

Ich könnte jetzt auch noch einen Roman zum Thema "Imageproblem" schreiben, aber ich kürze es mal ab:
Wenn die Ultras sich von Gewalt und Hooligangruppen distanzieren würden, und aktiv etwas dagegen unternehmen würden, dann wären sie ihr Image schneller los, als sie gucken könnten. Das will und tut man aber nicht, insofern ist das kein "Imageproblem" sondern ein selbstgewähltes, erarbeitetes und verdientes Image.

•     •     •

"wer redet, ist nicht tot" - Gottfried Benn

Dieser Beitrag wurde zuletzt von keolner am 14.12.2023 um 09:28 Uhr bearbeitet
Fankultur in Köln |#6727
14.12.2023 - 09:26 Uhr
Zitat von Fussballlord99

Zitat von Misterpinkbn

So wenig tolerabel das übertriebene Verhalten dieser ***** en ist, genauso wenig tolerabel finde ich, dass das von offizieller Seite Seite mit keiner Silbe missbilligt wird, sondern in dem auf der Homepage veröffentlichten Statement sogar noch mit Verständnis kommentiert. "Gehört für die aktive Fanszene zur Kultur.."


Gut, dass du das Zitat genau vor dem Wörtchen "aber" abbrichst. Spricht auf keinen Fall dafür, dass du es aus dem Kontext reißt.

Hier das ganze Zitat:
Zitat von Christian Keller




Für die aktive Fanszene ist der Einsatz von Pyrotechnik ein Teil der Fußball- und Fankultur. Aber: Dabei dürfen keine roten Linien überschritten werden. Konkret muss insbesondere die Sicherheit der Zuschauer stets gewährleistet werden und es dürfen keinerlei Auswirkungen auf das sportliche Geschehen erfolgen. Diese Grenzen wurden gegen Gladbach deutlich überschritten. Dies resultiert zudem in einem enormen finanziellen Schaden. Die hohe Geldstrafe trifft den FC auf dem Weg schnellstmöglicher wirtschaftlicher Gesundung sehr hart.


Kann man sagen "ist mir nicht drastisch genug" - ok. Aber was hier drauß gemacht wird, widerspricht einfach der getätigten Aussage.


Zu den anderen: Stimmt, die Aussage des Users zuvor ging auf keinen Fall in die Richtung, dass man nicht über das Stramaß diskutieren müsse, weil man Strafen ja einfach nicht begehen kann. Und das ist auf keinen Fall eine veraltete Ansicht. Hackt dem Dieb die Hand ab!


Hast recht, kann man so sehen - war aber nicht meine Absicht.

War mir in der Tat zu wenig, das mit einem bürokratischen halbsatz "rote Line überschritten" abzufrühstücken.

Somit gehen für mich immer noch ein großteil des Statments richtung vermeintlicher Überbestrafung durch den DFB .

Auch keine Kosequenzen in den Raum gestellt, möglicher Schaden beleuchtet irgendwas was sagt "so gehts nicht Jungs, und so akzeptieren wir das nicht und das wird auch konsequenzen nach sich ziehen." In die Richtung war das 0,0.

Fügt sich nahtlos in den Umgang mit den Nizza-Geschehnissen ein, insofern hätte ich nichts anderes erwarten dürfen.

Unterm strich regt mich dieser Kuschelkurs mit diesen Voll ***** en einfach auf. Und da verfehlen sowohl Geschäftsführung als auch Vorstand einfach ihren Job gegenüber mehr als 100.000 anderen Mitgliedern und einer noch weitausgrößeren Anzahl an Fans.

Zitiert war das dennoch nicht gut, das ist richtig.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Misterpinkbn am 14.12.2023 um 09:33 Uhr bearbeitet
Fankultur in Köln |#6728
14.12.2023 - 09:28 Uhr
Ich bin ja selbst kein Pyro-Gegner, ich finde es häufig sogar sehr sehr schön und wäre auch für eine "Legalisierung" z.B. für einen Block etc. ABER:

Nach den Aktuellen Regeln ist es nunmal einfach Verboten und jeder weiß, dass wenn er dagegen Verstößt, muss er eine Strafe bezahlen.
Der FC hat im übrigen seit Dezember 2010 insgesamt 2.149.400,- € (Quelle Fussballmafia.de) an Strafe zahlen müssen. Das ist schon heftig!

Jetzt kann man sagen, die Strafe ist unverhältnismäßig und zu hoch usw.

Aber mal als Beispiel, ihr fahrt mit eurem Auto eure "Lieblingsautobahn" die Straße ist frei, es sind zwar nur 100 km/h erlaubt, aber hey, es ist frei! Also fahrt ihr 140, ZACK der Blitzer schlägt zu, Führerschein Weg, Geldstrafe, gäbe hier etwas einen Lerneffekt? Oder macht ihr so weiter?

Das Problem an den Geldstrafen für den FC, sie kosten die Verursacher keinen Cent und darum machen sie weiter und sie feiern sich dafür. Es ist völlig egal ob Pyrotechnik ein Verbrechen ist oder nicht... es ist egal ob ihr es nicht schlimm findet, es ist aber leider Verboten! Und ihr verstoßt wissentlich gegen das Verbot.

Fand ja die Aussage von Baumgart nach dem Spiel schon sehr treffend... 600.000 € ist kein Pappenstiel.

Nochmal: Fand ich die Aktion vor dem Derby geil? Klar! War mir klar dass das eine Strafe nach sich zieht? Auf jeden Fall! War es das Ganze im Endeffekt wert? SCHEISSE NEIN!
Werden die Ultras daraus lernen und sich in Zukunft zurückhalten um "Ihrem Verein" nicht noch mehr zu schaden? Auf gar keinen Fall. <- und das ist das Schlimme!
Fankultur in Köln |#6729
14.12.2023 - 11:38 Uhr
Zitat von YoungTimer
Die letzten Wochen und Monate sind wirklich frustrierend und mir ist zunehmend alles egal.

Ob es die Stadt Köln ist, der DFB, die DFL, die UEFA oder die FIFA. Die FC-Führung vertritt aus meiner Sicht sinnvolle, faktenbasierte und durch Argumente gestützte Positionen, aber egal wer der Counterpart ist, es wird einem ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Von mir aus soll jetzt jede Kurve und jeder Gästeblock jedes Wochenende in jedem Stadion 90 Minuten lang schwarze Rauchtöpfe brennen lassen. Sollen sie halt jedes Spiel abbrechen. Wen juckt's.

Oh ja, man wird zu einer Geldstrafe verurteilt, weil man gegen Regeln verstoßen hat und deine Lösung ist... einfach noch mehr gegen Regeln verstoßen. Sehr sinnvoll. rolleyes

Gestern gar nicht mitbekommen... das ist ein Haufen Batzen Kohle. Umso bitterer, dass der Verein und Vorstand weiterhin nichts gegen diese Vollid**** unternimmt... grrr
Offensichtlich lernen die nicht und die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch keine Gesprächsbereitschaft besteht... sperrt die einfach aus und lasst lieber echte Fans ins Stadion. Solche, denen das Wohl des Vereins was bedeutet.
Fankultur in Köln |#6730
14.12.2023 - 12:17 Uhr
Kann man eigentlich die Kölner Sportstätten mit in die Verantwortung nehmen?
Ich halte es für recht unwahrscheinlich, dass diese Menge an Pyros erst am Spieltag selbst am einzig sicheren Ort, den man in einem Kriegsgefangenenlager in Vietnam finden kann, in den Block schmuggelt.
Hat der FC an den Tagen vor dem Spiel überhaupt eine rechtliche Handhabe, um die Deponierung von Leuchteffekten zu verhindern?

•     •     •

"The blacksmith shook his head. He never whistled at his work, unless some disaster (such as frost in May) had duly occurred after he had foretold it. Since he was daily foretelling disasters of every kind, few happened that he had not foretold, and he was able to take credit of them. It was his chief pleasure; so naturally he was reluctant to do anything to avert them."
J.R.R. Tolkien, Farmer Giles of Ham
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