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Trainerscouting

05.03.2017 - 14:58 Uhr
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Trainerscouting |#61
01.05.2021 - 11:41 Uhr
Warum ich Favre will:

Er hat nie ein Topteam der Liga trainiert, musste sich immer etwas aufbauen und das zum Teil mit begenzten Mitteln und dabei hat er seine Teams immer besser gemacht. Ich fange an beim FC Zürich in der Schweiz.

FC Zürich / Antritt 01.07.2003:

In der Vorsaison ist Zürich 6ter geworden mit 30 Punkten, punktgleich mit Favres trainierten Genf, 25 Punkte bis zum 2ten aus Basel, 26 Punkte bis zum Meister Grasshoppers Zürich. Im ersten Jahr unter Favre steigert man sich gleich auf 50 Punkte, wird 4ter, wobei der Primus aus Basel mit 35 Punkten enteilt Meister wird. In der Folgesaison kann Favre die Leistung bestätigen und beendet die Saison mit 48 Punkten, diesmal auf Platz 5, gewinnt allerdings den Schweizer Pokal. In der Saison 2005/06 gelingt dann schließlich der Coup und Zürich wird mit 78 Punkten, dank dem besseren Torverhältnis gegenüber Basel, Schweizer Meister. Diesen Erfolg kann Favre mit 75 Punkten, 1 Punkt vor Basel, in der Folgesaison wiederholen. Nach der zweiten Meisterschaft wechselt er schließlich zur Berliner Hetha, der FC Zürich wird im Jahr 1 nach Favre 3ter, 18 Punkte hinter Basel, 14 Punkte hinter Bern.

Hertha BSc / Antritt 01.07.2007:

Die Vorsaison beendet Berlin als klassischer Mittelfeld Klub auf Platz 10 mit 4 Punkten zu Platz 6 aber in Reichweite zu den oberen Plätzen. In Jahr 1 bestätigt Favre die Saison und wird ebenfalls 10ter, wieder sind es am Ende 44 Punkte. Im Jahr darauf erfolgt schließling die Leistungsexplosuon, Berlin wird mit 63 Punkten 4ter, 1 Punkt hinter dem 3ten aus Stuttgart, 6 Punkte hinter dem Meister aus Wolfsburg. In der Folgesaison wird Favre nach dem 7ten Spieltag und einer 5:1 Klatsche in Hoffenheim entlassen, die Hertha ist zu dem Zeitpunkt mit nur 3 Punkten Tabellenschlusslicht und steigt am Ende der Saison mit nur 24 Punkten als 18ter ab. Ich erinnere mich noch an einen Streit zwischen Favre und Hoeneß, weil es letzteren nicht gelungen ist die Leistungsträger Simunic und Pantelic über den Sommer hinaus zu halten. Beide konnten nicht annähernd ersetzt werden.

BMG / Antritt 14.02.2011:

Favre übernimmt Gladbach nach dem 22 Spieltag auf dem letzten Platz, 16 Punkte hat BMG und 7 Punkte und 18 Tore fehlen zum Relegationsplatz 16. Favre holt noch 20 Punkte und wird mit 36 Punkten 16ter, in der Relegation rettet man gegen Bochum die Klasse. Im Folgejahr schon wird BMG mit 60 Punkten sensationell 4ter, scheitert im Pokal erst im Halbfinale am FC Bayern. BMG verliert dann im Sommer Ausnahmespieler Reus (18 Tore), ohne gescheiten Ersatz, und wird mit 47 Punkten 8ter. Der Verein hat sich vom Abstiegskandidaten im Eiltempo in den Top 10 etabliert. 2014 geht es zurück ins internationale Geschäft, Gladbach wird 6ter mit 55 Punkten, nur 6 Punkte fehlen zum CL Quali Platz 4. Diese gelingt im Jahr darauf, BMG wird 3ter mit 66 Punkten und qualifiziert sich souverän für die CL. In der Saison darauf verliert Favre dann die ersten 5 Ligaspiele und tritt schließlich zurück, obwohl BMG alles versucht ihn vom Gegenteil zu überzeugen, trotz der Ausbeute. Am Ende der Saison wird BMG ohne Favre noch 4ter, mit 55 Punkten. Danach aber ist der Höhenflug vorbei und BMG wird 2017 nur noch 9ter, 45 Punkte sind es am Ende. In der Winterpause kommt Hecking für Schubert.

OGC Nizza / Antritt 01.07.2016:

Knapp ein Jahr nach seinem Rücktritt übernimmt Favre Nizza, den mit 63 Punkten Tabellenvierten der Vorsaison. Direkt im ersten Jahr steigert Favre die Punkteausbeute auf 78 und wird 3ter. Monaco mit 95 Punkten und PSG mit 87 Punkten spielen allerdings in einer anderen Gewichtsklasse. Allerdings etabliert Favre mit Balotelli einen schwierigen Spieler in diesem Jahr in sein Team, der mit 15 Toren gleich Nizzas bester Torjäger ist. Das Jahr darauf erreicht Nizza nur noch 54 Punkte und verpasst mit nur 1 Punkt Abstand die EL Quali. Balotelli erzielt 18 Tore und kann nach Favres Abgang im Sommer nie wieder an diese Quoten anschließen. Im Jahr 1 nach Favre wird Nizza 7ter mit 56 Punkten. Bis heute hat man den Erfolg unter Favre nicht mehr wiederholen können.

Borussia Dortmund / Antritt 01.07.2018:

Favre übernimmt nach der Bosz/Stöger Saison den BVB auf Platz 4 mit 55 Punkten. Direkt im ersten Jahr holt Dortmund 76 Punkte und verpasst mit nur 2 Punkten hinter Bayern denkbar knapp die Meisterschaft. Im Folgejahr wird der BVB mit 69 Punkten erneut Vizemeister, der Abstand zum FCB vergrößert sich allerdings deutlich. In der Saison darauf wird Favre nach den 11 Spieltag und einer 1:5 Niederlage gegen Stuttgart entlassen. Dortmund ist mit 19 Punkten 5ter, 2 hinter Platz 4, 6 hinter Platz 1. Der BVB kämpft bis heute um die CL Quali ist immer noch 5ter, 1 Punkt hinter Frankfurt. Favre hat in 11 Spielen einen Punkteschnitt von 1,73 Punkten. Sein Nachfolger kommt bis heute auf 1,80.

Meine Meinung:

Favre ist ein Bessermacher und genau unsere Kragenweite. Er hat jeden Verein auf ein neues Niveau gehoben und dort etabliert. Wenn wir ihn ablehnen, aufgrund seiner äußeren Erscheinung, seiner Art oder seinem Ex-Verein, machen wir wieder einen großen Fehler. Zu behaupten Favre hinterlässt Schutt und Asche ist einfach falsch, es ist nur schwer einen Trainer von seiner Qualität zu ersetzen. Aber Favre schafft es nachweislich aus Schutt und Asche Gold zu machen und das sollte ohnehin wesentlich mehr im Fokus stehen. Das er keine Titel hat nach Zürich stimmt, aber wer hätte die denn bitte mit Hertha, Gladbach und Nizza gewonnen? Mit dem BVB ist er äußerst knapp gescheitert. Seine Vita verspricht aber wesentlich mehr als die aller anderen Kandidaten. Die locken mit viel Fantasie, aber wir können uns einfach kein Roulettespiel mehr erlauben. Der nächste Trainer muss sitzen und Favre hat bis jetzt immer geliefert.
Trainerscouting |#62
03.05.2021 - 10:13 Uhr
@DoubleTouch Aber das nur wir an Seoane interessiert sind, ist ja wirklich kompletter Spekulatius. Mal abgesehen davon, wer sagt dir denn, dass der gute Herr Favre überhaupt zu uns möchte?

Btt:

Wenn Seoane kommen würde, wäre das schon mal ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung und man hätte den Großteil der TP Zeit, um die wirklich vielen Aufgaben (insbesondere die Frage wer ersetzt Benders und eventuell sogar Baumi) anzugehen.

Ich habe mich jetzt nochmal intensiver in Schweizer Zeitungsartikeln über Seoane schlau gemacht.

Was ich tatsächlich gut finde, dass er recht regelmäßig rotiert und auch verschiedene Spielsysteme nutzt. Er würde also hoffentlich die Breite des Kaders ausnutzen und gleichzeitig helfen, dass man sich auf unser Spiel nicht so leicht einschießen kann.
Grundlage sollte weiterhin ein Ballbesitz-orientiertes Spielsystem sein, dass man aber eben auch graduell anpasst (hohes Pressing oder Mittelfeld-Pressing oder tiefstehen und kontern) beziehungsweise eben verschiedenartig aufbaut, um die kleinen Teams der Liga (die gegen uns tiefstehen) auf verschiedene Arten in Gefahr zu bringen.

Das wäre dann eben auch ein Unterschied zu den angesprochenen Trainertypen. Die hatten nämlich entweder einen Plan, an dem sie stur festgehalten haben (Schmidt und Bosz) oder keinen eigenen Plan, was durch verschiedene Systemwechsel dann zu Verwirrung geführt hat.

Ich für meinen Teil würde mich über Seoane freuen, auch weil ich denke, dass wir den angefangenen Weg (Ballbesitz-Fußball) weitergehen könnten und eben nur graduelle Anpassungen durchführen würden. Das würde auch der Kaderplanung zu Gute kommen.

Denn Kontinuität im heutigen Fußball muss von der GF ausgehen, die eben Trainertypen auswählen muss, die ähnliche Ideen vom Fußball haben, um so langfristige Kaderentwicklung zu ermöglichen und langfristig eine eigene Identität zu entwicklen. Dabei kann ein Trainer, auch wenn er 5 Jahre hier ist, nur ein Puzzlestück sein.

•     •     •

aber grundsätzlich sehe ich es optimistisch!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von BayerImHerz am 03.05.2021 um 10:15 Uhr bearbeitet
Trainerscouting |#63
03.05.2021 - 10:16 Uhr
Zitat von TheSampllex

Laut BILD ist Wolf nur Plan B und der Wunschtrainer ist Seoane. Laut Express sind die Gespräche intensiv und eine Einigung bald wohl erzielt.

Ich gehe davon aus, dass Seoane ab Sommer übernimmt.

Wäre ich vollkommen zufrieden mit der Lösung.
Nach den Schilderungen der Berner Fans und den offenkundigen Fakten, ist das ein Trainer den ich in die Kategorie "jung mit Potenzial" stecken würde.
Auch wenn es für einige nicht der schillernde, große oder bekannte Name ist, den man sich erhofft hat, so fällt er dennoch nicht in die Kategorie "unbeschriebenes Blatt". Also Herrlich, Dutt oder Labbadia Vergleiche sind hier mmn fehl am Platz.

Seoane ist ging einen ähnlichen Weg, wie viele aktuell erfolgreiche Bundesligatrainer namens Hütter, Glasner, Rose oder Fischer bzw. ähnlichen Weg wie Wunschlösungen alá Marsch, Svensson oder auch ein Favre vor längerer Zeit.

Gemeinsam haben alle beeindruckende Erfolge in der Schweiz oder Österreich hingelegt und allesamt auch in Deutschland dann erfolgreich gearbeitet. Ich würde die Erfolge von Hütter, Seoane oder Glasner sogar etwas höher hängen als die der RB-Trainer. Da gerade Hütter und Seoane es in der Schweiz geschafft haben die Dominanz vom Primus Basel zu durchbrechen.
Das war in der Schweiz genauso undenkbar, wie es auch bei uns mit den Bayern ist.
Es ist eine wirklich beeindruckende Leistung, da es eben genau das widerspiegelt, dass wir benötigen.
Einen Trainer der eine Mannschaft zu Höchstleistungen treibt um Dominanzen zu sprengen bzw. durch gutes Arbeiten auf allen Ebenen besser abzuschneiden als es das reine Budget und Umfeld vielleicht hergibt.

Nichts anderes machen wir in Leverkusen seit Jahrzehnten, einen vom Umfeld her maximalen Mittelfeldklub dauerhaft im europäischen Geschäft zu halten, mit Ausbrüchen nach oben und Ausbrüchen nach unten.
In letzter Zeit fehlen die Ausbrüche nach oben und dadurch schwindet auch das Renommee und das Budget für die Champions League Plätze. Unsere Entwicklung stockt seit geraumer Zeit und so richtig kommen wir da nicht raus. Unter Schmidt hatte ich die Hoffnung gerade in der 3. Saison als man mit einem auf dem Papier überragenden Kader in die Saison ging. Typischerweise ging genau dann gar nichts mehr.
Schmidt wurde entlassen, die Mannschaft war ein Trümmerhaufen, mit Korkut dann noch fast abgestiegen.
Es kam Herrlich und mit Kampl, Toprak, Chicharito und Calhanoglu verließen uns Säulen des Kaders.
Herrlich´s Auftrag war klar, aus dem Scherbenhaufen wieder eine Einheit zu formen und das muss man ihm auch zugestehen, ist gelungen.
Gescheitert ist er dann an der Entwicklung, da war er nicht in der Lage am Potenzial der Mannschaft gemessen zu liefern.
Dass dieses Potenzial definitiv vorhanden ist, konnte man unter Bosz dann mit großen Augen verfolgen. Das ist für mich der beste und schönste Bayerfußball gewesen, den ich in meinem Fandasein erlebt habe (für die 90er, Anfang 2000er bin zu jung).
Das Scheitern von Peter Bosz mache ich im Gegensatz zu Schmidt nicht am Trainer fest. Bosz scheiterte in erster Linie an Fehlern in der GF, Corona und den Verletzungen. Dass er nicht völlig unschuldig ist, sollte auch klar sein, dazu gehören gewisse Personalentscheidungen und zum Ende hin auch stoische Hinnahme und fehlendes Feuer sowie Ideen das Ruder rumzureißen. Dies machte auch die Trennung auch leider unumgänglich.

Zur neuen Saison haben wir die besondere Situation, einen großen Umbruch im Kader vorzunehmen. Es gibt ein sehr gutes Grundgerüst um Tapsoba, Palacios, Wirtz, Diaby und Schick. Dazu noch viele Fragezeichen bzgl. Verbleib oder Qualität, die aber potentielle Stammspieler sein könnten, wie Tah, Aranguiz, Frimpong, Amiri, Paulinho und Bailey.
Auf meiner potenziellen Abgangs- oder Streichliste sind L.Bender, S.Bender, Dragovic, Jedvaj, Retsos, Weiser, Wendell, Demirbay und Alario.
Mit Baumi, Sinkgraven, Fosu-Mensah, Arias, Bellarabi und Gray sind alles solide bis gute Leute, die für mich aber entweder Alters- und Verletzungsbedingt keine Säulen sind (Baumi, Bella, Arias?) oder eben qualitatitv (Sink, TFM und Gray).

Zwischen 3 und 13 Abgängen ist alles möglich, je nach Angeboten und taktischer Ausrichtung.
Ich hoffe das man hier mal eine etwas radikalere Tour fährt und Altlasten versucht loszuwerden auch wenn das natürlich nicht alleine in unserer Hand liegt.

Wichtige Namen bei der Berner Erfolgsgeschichte sind neben Hütter und Seoane vorallem auch Spycher und Chapuisat. Inwieweit Seoane den Kader mitgestaltet hat, lässt sich schwer sagen aber hier ist dann eben Rolfes gefragt, denn Scouttechnisch sind wir mmn gut aufgestellt.
Seoane kommt mir nicht als klassischer Konzepttrainer rüber, sondern schon als einer der versucht aus den vorhandenen Mitteln das beste rauszuholen und dabei flexibel zu sein.
Je nach Umsetzung wäre das ja eine Qualität, die viele hier schon ausgerufen haben.
Ein Trainer der auf Ballbesitzfußball setzt, diesen jedoch Kader- und Gegnerabhängig ständig anpasst.
Was die taktische Ausrichtung angeht, sehe ich bei Seoane noch Fragezeichen was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Nagelsmann z.B. lässt sich auch nicht unbedingt in eine Schublade stecken.

Insofern sehe ich bei Seoane durchaus jede Menge Potential.
Risiko besteht hier natürlich auch, ist sicherlich auch höher als es bei einem Favre wäre aber eben auch das Potential. Ich kann verstehen, dass manche lieber eine vermeintlich sichere Nummer wie Favre bevorzugen, für mich bedeutet das aber auch Stillstand, denn Favre´s Aufbauarbeiten in Berlin oder Gladbach in allen Ehren, dieser Schritt ist bei uns nicht notwendig.
Wir müssen uns nicht von einem Mittelfeldklub zu einem Europaanwärter entwickeln, wir sind Europaanwärter, der konstant liefern muss um eben diesen Status zu halten und möglichst oft die Champions League zu erreichen.

Die Chance alte Ketten aufzubrechen sehe ich bei einem Seoane unweit höher als bei Favre.

Ich bin sehr gespannt wo die Reise hingeht und hoffe man trifft sowohl beim Kader als auch beim Trainer die richtigen Entscheidungen. Denn unser Status als regelmäßiger Teilnehmer an europäischen Wettbewerben wackelt merklich und gemessen an unserem Umfeld wird es für uns unweit schwerer sich aus dem Mittelmaß wieder zu befreien als es für große Vereine wie Dortmund, Gladbach oder Frankfurt war und ist.

Es ist vermutlich der wichtigste Sommer seit vielen Jahren, der entscheidend für die nächsten Jahre ist, gerade weil sich neben Kader und Trainer auch 2022 sich in der GF noch einiges dreht. Umso wichtiger wäre es wenn zu diesem Zeitpunkt, das sportliche reibungslos läuft.

Edit:
Zitat von BayerImHerz

Ich habe mich jetzt nochmal intensiver in Schweizer Zeitungsartikeln über Seoane schlau gemacht.

Was ich tatsächlich gut finde, dass er recht regelmäßig rotiert und auch verschiedene Spielsysteme nutzt. Er würde also hoffentlich die Breite des Kaders ausnutzen und gleichzeitig helfen, dass man sich auf unser Spiel nicht so leicht einschießen kann.
Grundlage sollte weiterhin ein Ballbesitz-orientiertes Spielsystem sein, dass man aber eben auch graduell anpasst (hohes Pressing oder Mittelfeld-Pressing oder tiefstehen und kontern) beziehungsweise eben verschiedenartig aufbaut, um die kleinen Teams der Liga (die gegen uns tiefstehen) auf verschiedene Arten in Gefahr zu bringen.

Das wäre dann eben auch ein Unterschied zu den angesprochenen Trainertypen. Die hatten nämlich entweder einen Plan, an dem sie stur festgehalten haben (Schmidt und Bosz) oder keinen eigenen Plan, was durch verschiedene Systemwechsel dann zu Verwirrung geführt hat.

Ich für meinen Teil würde mich über Seoane freuen, auch weil ich denke, dass wir den angefangenen Weg (Ballbesitz-Fußball) weitergehen könnten und eben nur graduelle Anpassungen durchführen würden. Das würde auch der Kaderplanung zu Gute kommen.

Denn Kontinuität im heutigen Fußball muss von der GF ausgehen, die eben Trainertypen auswählen muss, die ähnliche Ideen vom Fußball haben, um so langfristige Kaderentwicklung zu ermöglichen und langfristig eine eigene Identität zu entwicklen. Dabei kann ein Trainer, auch wenn er 5 Jahre hier ist, nur ein Puzzlestück sein.

Volle Zustimmung.
Gerade der Punkt mit der Rotation und das Nutzen eines breiten Kaders, war eine der eklatantesten Schwächen von Peter Bosz.
Und die Flexibilität in der Ausrichtung, war der Killer für Schmidt.

Das sind zwei wichtige Punkte, an denen unsere erfolgreichsten Trainer der letzten Jahre gescheitert sind, welche Seoane erwiesenermaßen gut umzusetzen weiß.

Mein Fragezeichen besteht im Grunde hauptsächlich auf der generellen Ausrichtung bzgl. Ballbesitzfußball, dort tue ich mir noch schwer Seoane wirklich einzuschätzen. Aber die Berichte der Berner sowie die Statistiken, deuten eine gewisse Dominanz schon an und ohne gute Lösungswege in der Offensive wirst du auch in der Schweiz nicht mehrmals Meister und schubst den Serienmeister vom Thron.

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"Das ist doch völlig normal. Wenn zwei international erfahrene Mannschaften aufeinandertreten, dann geht es schonmal etwas ruppig zu."
Jens Nowotny

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Megaschnix am 03.05.2021 um 10:26 Uhr bearbeitet
Trainerscouting |#64
03.05.2021 - 17:36 Uhr
Zitat von Apfelschuerrle
Wenn er so toll ist, warum woll(t)en ihn dann nicht die ganzen anderen Bundesligisten, bei denen der Trainerposten vakant ist bzw. war?


Wenn Seoane so toll ist, warum hat er keine besseren Angebote als uns? Ich denke, diese Art von Argumenten können wir uns sowohl bei Spielern als auch bei Trainern sparen. Wir sollten doch froh sein, wenn sich für uns Gelegenheiten bieten. Selbst wenn es bedeutet, dass ein Spieler oder Trainer noch keinen überragenden Ruf hat (wir also früh dran sind) oder gerade irgendwo einen Karriererückschritt erlebt hat (bzw. medial als unfähig dargestellt wird, obwohl die Resultate selbst bei seiner letzten Station dem Niveau der Mannschaft mindestens entsprachen).


Umgekehrt ist natürlich die Argumentation von DoubleTouch, dass wir unbedingt einen Trainer brauchen, der bereits für die Topclubs der Liga interessant ist, weil er seine Qualität bei Clubs unseres Niveaus nachgewiesen hat, auch nicht zielführend. Hütter, Rose, Glasner wären interessant für CL-Clubs mit ihrer Arbeit bei unserer Konkurrenz in den letzten Jahren. Aber das heißt nicht, dass es 1:1 übertragbar ist, und wir müssten ja dann auch die Trainer davon überzeugen, dass es sich lohnt, diese Clubs für uns zu verlassen. Realistischer ist, dass man einen Trainer derselben Kategorie vor dem "Zwischenschritt" Gladbach/Wolfsburg/Frankfurt verpflichtet. Natürlich dann auch mit demselben Risiko, dass man nur als Zwischenschritt gesehen wird, wenn der Trainer gute Arbeit bei uns leistet und - zeitweise - das Interesse größerer Clubs weckt. Favre könnte ich mir tatsächlich eher als langfristige Lösung vorstellen. Weil die Topclubs auch bei guter Arbeit bei uns altersbedingt/erfahrungsbedingt nicht interessiert sein werden, und weil er es nicht nötig hat, nach der ersten guten Saison gleich den "nächsten Schritt" zu versuchen.


Gegen die Zwischenschritt-Trainer spricht auch, dass die Trainer, die diesen Sprung zu unseren Konkurrenten bereits geschafft haben, zwar jetzt in einzelnen Saisons ihre Qualität bei Clubs unseres Niveaus nachgewiesen haben, aber eben auch nicht Jahr für Jahr konstant um die CL-Plätze mitspielen und etwas über einen längeren Zeitraum aufbauen. Im Gegenteil: Rose wechselt jetzt womöglich auch deswegen, weil er gespürt hat, dass die 1. Saison das Optimum mit Gladbach war. Die aktuelle 2. Saison war wesentlich schlechter, und auch schlechter als die Saison von Hecking vor 2 Jahren (55 Punkte vs aktuell 46 Punkte). Hütter wechselt sicher auch deswegen, weil er befürchtet, dass Frankfurt etwas auseinanderbricht und die gestiegenen Erwartungen nicht erfüllt werden können, sodass man die mögliche erste CL-Saison der Vereinsgeschichte gar nicht so richtig genießen könnte. Glasner ist sicher am ehesten noch bei einem Club, der - mit den entsprechenden finanziellen Mitteln - das aktuelle Niveau kontinuierlich noch weiter steigern könnte. Kurzfristig sind aber womöglich keine Kaderverbesserungen zu erwarten, der Topstürmer geht womöglich, um im besten Fußballeralter noch mal eine Stufe höher zu kommen, Glasner kann die Entwicklung des Kaders wohl auch nicht richtig mitbestimmen, und dann könnte Wolfsburg sich auch wieder im EL/ECL-Bereich einsortieren. Insofern muss auch Glasner sich jetzt überlegen, ob er am Höhepunkt den Absprung wählt, um eine Stufe höher zu kommen oder wenigstens auf einem ähnlichen Niveau einen neuen Club zu trainieren, der noch Potential zur Verbesserung hat (sodass er dort seinen positiven Ruf in der Bundesliga festigen kann). Ich vermute, dass diese Trainer alle ein bisschen Angst haben/hatten, dass sie bei ihren Clubs in einen Abwärtstrend geraten und dann am Ende nach der Entlassung als auf diesem Niveau gescheiterte Trainer gelten, die für die Clubs dieses Niveaus ab diesem Scheitern uninteressant sind (weil dann auch die nächsten Talente aus Österreich/Schweiz/Niederlande ausprobiert werden können). Sagen wir mal: Dann abgestempelt auf dem Niveau Hecking/Labbadia, um die beiden Vorgänger von Gladbach und Wolfsburg zu nennen. Insofern lieber schnell am Höhepunkt (Erreichen der CL) weiter zum nächsten Club, weil man dann zumindest schon mal bei einer Trainerstation in der Bundesliga als erfolgreicher Trainer des Niveaus CL eingestuft wird.

Was natürlich dann schon auch alles erst recht für Favre spricht, den man vielleicht in den letzten Jahren nicht bekommen konnte, aber jetzt schon. Andererseits kann man auch langjährige gute Arbeit bei einem Konkurrenz-Club und langjährige gute Arbeit bei mehreren CL-Clubs nicht zwangsläufig 1:1 auf weitere Clubs übertragen. Von da aus ist das sowieso alles Spekulatius. Wichtig ist, dass im Detail vernünftig analysiert wird, welcher Trainer passen könnte. Dass entsprechende Gespräche geführt werden, aus denen weitere Schlussfolgerungen gezogen werden. Und dass man dann eine Entscheidung trifft, mit der man auch wirklich zufrieden ist und für die man sich begeistern kann (und hoffentlich auch die Fans und die Spieler begeistern kann).
Trainerscouting |#65
03.05.2021 - 23:35 Uhr
Zitat von DoubleTouch
Ich versuche mal allen zu antworten smile

@Marsupilami Seoane ist auch jetzt schon qualifiziert für uns, sonst wäre er nicht bei der GF in der Verlosung und auch nicht im Zusammenhang mit BMG, Frankfurt oder Wolfsburg genannt worden. Aber mir persönlich wäre eine Zwischenstation, so wie du sie beschreibst, tatsächlich lieber/sicherer.

@Basilikum Gladbach holt Hütter aus Frankfurt, warum sollte uns das nicht auch gelingen? Wir müssen uns nicht größer machen als wir sind, aber auch nicht kleiner. Ich glaube Bosz hat auch ein gewisses Standing gehabt.

@Apfelschuerrle zum, ich weiß nicht, 68ten mal, es geht nicht ums Alter, ging es nie und wird es nie gehen. Es geht um Qualität. Ein Nagelsmann hat mit 33 Jahren (?) den Sprung zu einem Toptrainer geschafft dessen Verpflichtung ein geringes Risiko beinhaltet. Ein Grund, warum die Bayern bereit sind eine Rekordablöse zu zahlen.

@nargile Maaßen war nie ein Wunsch oder Favorit, ich habe nur gesagt, dass wenn wir Roulette spielen wollen, auch alles auf eine Zahl setzen können, anstatt nur auf schwarz oder rot. Für mich ist Maaßen nicht weniger riskant als Seoane, persönliche Meinung. In Wahrheit ist es natürlich gravierend ob du eine Profimannschaft trainierst oder die 2. Mannschaft des BVB.

Zu deinen Kandidaten: Werner finde ich interessant, aber Lev als zu großen Sprung. Matarazzo hat überzeugt, spielt mutig und fördert junge Spieler, würde passen. Ten Haag hätte ich auch begrüßt, ist aber wie bereits erwähnt ad acta. Glasner gefällt mir auch in Wolfsburg, würde ich auch begrüßen. Kohfeldt gefällt mir als Typ nicht, schreit pausenlos, dann seine Mimimi Interviews nach dem Spiel, nein danke. Und Wolf in Kombi mit Hermann lieber als Seoane, aber ganz klar hinten dran.

Jetzt Mal dumm gefragt, bei Maaßen ist Risiko okay und das gestehst du ihm auch zu aber bei Seoane und Werner ist dir das Risiko zu groß?
Ich verstehe die Argumente für Maaßen, verstehe aber nicht warum die bei Werner und Seoane nicht gelten und das obwohl sie ähnliche Erfolge bei deutlich Prestigeträchtigeren Stationen hatten.
Mit Maaßen hast du dich offensichtlich befasst und ja klingt auch spannend. Mit Werner und Seoane machst du dies aber nicht, sondern lehnst diese ab aufgrund fadenscheiniger Argumente, die man auch wieder 1:1 auf Maaßen übertragen könnte.

Ich werde leider nicht so ganz schlau aus dir, du haust sowohl für Maaßen als auch Favre super Analysen mit schlüssigen Argumenten raus, weil du dich mit deren Werdegang beschäftigt hast, machst dir aber selbige Mühe bei anderen Namen nicht und driftest in Verallgemeinerung und Polemik ab.
Deine Formkurve bezüglich lesenswerter Beiträge ist genauso steil wie die von unserem Bayer zwinker

Befasse dich doch bitte auch Mal mit Seoane, Werner oder auch Kohfeldt im gleichen Maße und liefere dann eine sachkundige Analyse warum du sie für ungeeignet hälst.
Denn so gut deine Argumente bei Favre und Maaßen waren so schlecht ist deine Argumentation gegen andere Namen, die du einfach mit unsachlichen zweizeilern abtust.

Du hast für dein Favre Plädoyer völlig zurecht etliche"lesenswert" bekommen, auch von mir obwohl ich die Einschätzung nicht Teile aber es war ein guter schlüssiger Beitrag mit Mehrwert.
Also bitte von dir bei Gegenargumenten die gleiche Mühe oder lass es bleiben wenn du zu den Kandidaten nicht wirklich etwas zu sagen hast.
Es ist durchaus mühsam auch dann durch mehrere Seiten im Thread zu lesen um festzustellen, dass man die Zeit auch auf Facebook hätte verbringen können und es wäre genauso ertragreich gewesen, was die Meinungsbildung angeht.

Denn genau das ist der Punkt weshalb ich hier schreibe und lesen um mir eine Meinung zu bilden oder eben meine Sichtweise darzulegen, das versuche ich dann aber wiederum auch nachvollziehbar darzulegen.

Und ich finde es toll, wenn es gute Beiträge wie deine Favre Analyse gibt, denn auch wenn ich nach wie vor kein Fan von der Idee bin, so hat sich meine Sichtweise auf Favre dennoch etwas ins positive geändert. Mit deinen Argumenten für andere Namen hingegen schürst du nur Unverständnis und Groll, weil einfach nix bei rum kommt.

Sorry für den langen Post, ich hoffe du bekommst das nicht in den falschen Hals zwinker

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"Das ist doch völlig normal. Wenn zwei international erfahrene Mannschaften aufeinandertreten, dann geht es schonmal etwas ruppig zu."
Jens Nowotny
Trainerscouting |#66
04.05.2021 - 09:31 Uhr
Alles nachvollziehbar. Nur eine Sache, Maaßen war nie ein Wunsch, sondern eine Reaktion auf die Gerüchte/Wünsche um Seoane und Marsch. Du kennst Roulette, oder? Mit der Aussage wir setzen auf eine Zahl (Maaßen) anstatt auf rot (Seoane), hatte ich gehofft meinen Standpunkt deutlich zu machen.

Nun zu deinem eigentlichen Punkt und warum ich Seoane nicht will. Ich mache es ähnlich, wie bei Favres Analyse.

FC Luzern / Antritt 05.01.2018:

Seoane beginnt seine Profilaufbahn beim FC Luzern, den Vorjahres 5. Mit 50 Punkten, den er vor dem 20 Spieltag auf dem vorletzten Tabellenplatz übernimmt. Häufig habe ich über die beachtliche Leistung gelesen, was er aus Luzern rausgeholt hat. Gucken wir auf die Tabelle, hat Luzern zu dem Zeitpunkt der Übernahme 20 Punkte, zu Platz 3 sind es 8 Punkte und den 4. Platz und letzten Platz trennen insgesamt nur 10 Punkte. Trotzdem ist die Punkteausbeute mit 1,05 PPS natürlich bis hierher miserabel. Entsprechend anzuerkennen ist Seoanes Leistung, der aus 16 Spielen 34 Punkte holt und damit den Schnitt verdoppelt. Die Spiele sind auf dem Papier alle knapp und er spielt nur 1x gegen den Primus aus Bern, das er mit 1:2 knapp verliert, aber ich will seine Leistung nicht schmälern, da ich bei Favre wahrscheinlich ebenfalls positiv über den Turnaround schreiben würde. Letztendlich hat er Luzern stabilisiert und mit 54 Punkten am Ende auf das Niveau der Vorsaison zurückgeführt. Danach geht er zu den Young Boys und der FCL beendet die erste Saison ohne Seoane mit 46 Punkten auf Platz 5. Die darauf folgende mit wieder 46 Punkten auf Platz 6. Der FC Luzern bewegt sich also auf dem immer selben Level. Ich hätte es im Nachgang hochinteressant gefunden, was Seoane aus dem FCL rausgeholt hätte, wenn er ein weiteres Jahr Trainer gewesen wäre. Hätte er den Punkteschnitt von 2 gehalten und Luzern nach oben geführt? Oder war es ein einmaliger, sensationeller Run? Denn immerhin waren die Spiele allesamt eng im Ausgang. Ich bedauere, dass es nicht zu einem weiteren Jahr gekommen ist und Seoane den "einfachen" Weg gewählt hat, wenn auch nachvollziehbar. Zum Abschluss habe ich mir noch seine Rotation angesehen. In den 17 Spielen hat er immer im 4231 gespielt, laut tm.de. Bei den eingesetzten Spielern sieht man auch bei ihm, ähnlich wie bei Bosz, eine klare Achse aus Omlin, Knezevic, Grether, Lusti, Voca und Schneuwly. Offensiv hat er häufiger mal getauscht als defensiv. Ziehen wir die einmaligen Startelfeinsätze von Schwegler, Schindelholz und Ugrinic ab, hat Seoane insgesamt 18 Spieler eingesetzt. Ich habe nur die Startelf berücksichtigt, in Hinblick auf Rotation. Und ich muss sagen, eine Offenbarung ist es nicht, zumal ich nicht auf Sperren und Verletzungen geachtet habe.

Young Boys Bern / Antritt 01.07.2018:

Wie bereits erwähnt wechselt Seoane nach einer Halbserie bei Luzern zum Meister nach Bern. Die Young Boys sind im Vorjahr mit 84 Punkten Meister geworden, 15 Punkte vor Vorjahresmeister Basel. Vor der Meistersaison von Hütter kamen im Sommer übrigens noch heutige Eckpfeiler wie Nsame, Ngamaleu, Fassnacht, von Ballmoos und Assale. Seoane übertrifft die Saison von Hütter noch mal und wird mit beachtlichen 91 Punkten Meister. In der CL verliert man nicht überraschend alle Spiele, bis auf das letzte Spiel gegen Juve, das man 2:1 gewinnt, was ich definitiv anerkenne. Im Schweizer Pokal wiederum scheidet Seoane im Viertelfinale gegen Ex Klub Luzern deutlich mit 4:0 aus. In der Saison 19/20 ist der ganz große Höhenflug der Berner schließlich vorbei, am Ende reichen aber 76 Punkte zur erneuten Meisterschaft vor St. Gallen, die 68 Punkte erreichen. In der Quali zur CL ist man mit 2 Unentschieden an RS Belgrad gescheitert. In der EL Gruppe mit den Rangers, Feyenoord und Porto scheidet man aus. Im Pokal gewinnt Bern das Finale gegen Basel mit 2:1. In der laufenden Saison ist Bern auf dem Weg die Vorsaison zu bestätigen, hat aktuell 72 Punkte. Die Konkurrenz allerdings ist noch weiter abgerutscht/schwächer geworden. Der 2. aus Basel und 3. aus Genf haben aktuell 47 Punkte und schon 25 Punkte Rückstand. In der Quali zur CL ist Seoane an Midtjylland in der 3. Runde gescheitert. In der EL hat man die Gruppe mit Rom, gegen die man beide Spiele verliert, Cluj und Sofia überstanden. In der Zwischenrunde besiegt man 2x ein erschreckend schwaches Leverkusen, ich will die Wunde nicht öffnen, bevor man im Achtelfinale torlos gegen Ajax ausscheidet. Im Pokal Achtelfinale scheidet man mit 4:1 gegen St Gallen aus, aktuell Tabellen 8. mit 4 Punkten vor der Abstiegszone. Die Rotation mir anzusehen wäre jetzt sehr viel Arbeit, seht es mir nach. Aber zumindest beim Blick auf die Taktik, die tm.de aufweist, sehe ich hauptsächlich ein 442 und damit wenig Variabilität im System. Tatsächlich hat er in der laufenden Saison 5x ein anderes System gewählt, bei insgesamt 45 Spielen, sofern ich mich nicht verzählt habe.

Mein persönliches Fazit :

Auch nach reichlicher Recherche hat sich an meinem Bild nicht viel geändert. Von Rotation in Luzern und Systemflexibilität allgemein sehe ich nicht sehr viel. Dazu ist man im Pokal 2x (von 3 Teilnahmen) deutlich und früh ausgeschieden, wobei man als Favorit in dem Wettbewerb angesehen werden muss. In der Liga wurde die Pflicht erfüllt. Rein von außen betrachtet hat Seoane den Schwung vom Meistertitel von Hütter fortgeführt, ist aber nach der 91 Punkte Saison merklich "schwächer" geworden. Im Gegensatz zu einem Favre, der sich mit fast jedem Jahr gesteigert hat, ist Seoane nach Jahr 1 mit der Ausbeute nach unten gerutscht. Und es sei angemerkt, das der große Konkurrent aus Basel ebenfalls nicht stärker, sondern schwächer geworden ist (71 Pkt, danach 62 Pkt und hinter St Gallen, jetzt 47 Pkt und punktgleich mit Genf) . Einen Bessermacher sehe ich also nicht. Er hält den Status Quo, aber ist das jetzt wirklich eine Qualifikation uns zurück in die CL zu führen? Für mich nicht, ich denke Leverkusen benötigt einen Bessermacher. Wir sind kein CL Klub und wollen uns verbessern, wieder nach oben. Und das hat Seoane bisher nicht nachgewiesen. Und ich glaube da kommen wir zu dem Punkt, der von meinem Gefühl her alle in der GF blendet. Ja, wir sind in der EL gegen Bern ausgeschieden. Aber waren das wir? Oder war es das schlechteste Bayer 04 Leverkusen, das wir in den letzten Jahren gesehen haben? Lombs Glanztaten in Erinnerung, das peinliche Pokalaus gegen Essen, die komplette Nichtleistung in der Zeit unter Bosz. Ich wünschte, diese Runde gegen Bern hätte nie stattgefunden und frage mich, ob Seoane trotzdem so ein heißer Kandidat hier wäre? Ich glaube nicht... Ich hätte mir bei Seoane gewünscht das er Luzern noch ein weiters Jahr trainiert und wirklich nach ob geführt hätte. Oder würde mir aktuell einen Schritt zu einem "kleineren" Bundesligist wünschen, wie etwa Hertha BSC oder Hoffe, den er dann tatsächlich besser macht und nach oben führt. Aber ohne diesen Nachweis oder Schritt sehe ich keinen Grund, warum ich positiv in die Zukunft mit Seoane sehen sollte. Im Gegenteil habe ich große Sorge.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DoubleTouch am 04.05.2021 um 09:50 Uhr bearbeitet
Trainerscouting |#67
04.05.2021 - 16:21 Uhr
Zitat von Stephanovic90
Ich finde die Trainerfrage sehr, sehr schwer zu beantworten. Häufig lese ich den Wunsch nach einem Trainer raus, wo man eine klare Handschrift erkennt. Da fällt mir in erster Linie nur Guardiola ein und der wird vermutlich nicht kommen... viele andere Trainer, auch top Trainer spielen mittlerweile sehr variabel.

Genauso unser Kader, ich lese ganz oft, dass unser Kader auf Ballbesitzfußball ausgerichtet ist - sehe ich übrigens anders, gerade in der Offensive.

Worauf ich eigentlich hinaus will, jeder Trainer bringt sicherlich Vor- und Nachteile mit und leider kann keiner wissen, ob er damit bei uns erfolgreich wird. Einzig eine gewisse Reputation könnte von Vorteil sein um anfangs ein "besseres" Standing in der Mannschaft zu haben. Deswegen ist es mir fast egal, ob Wolf bleibt, Seoane kommt oder wer anderes.

Weil bestimmt Probleme liegen immer tiefer und die wird man auf Dauer nicht mit einem Trainer ändern...


Ich finde user Kader ist ziemlich 50/50 was die gegensätzlichen Systeme von Ballbesitz - Konter angehen.
Die IV um Tapsoba und Tah, Aranguiz, Palacios, Demirbay, Wirtz, Schick. Wenn ich mit der Achse spiele dann habe ich sehr klar 7 aus 11 wie ziemlich gut für klassische Ballzirkulation gemacht sind. Jetzt kommt es drauf an wer noch spielt, Sinkgraven? Ballbesitz. Lars Bender und Weiser mMn ebenso.

Das Problem ist mMn dass wir einen fußballerisch schlechten Torwart haben, das beißt sich. Dazu sind unsere Flügelspieler tendenziell eher Konterspieler. Diaby, Bailey, Wendell, Frimpong, Bellarabi sind Spieler die im Konter brutal sind. Paulinho und Amiri zählen hier mMn auch zu.

Ich halte fußballerisch einige für fähig Ballbesitz zu spielen, die meisten scheitern mMn eher im Kopf. Wenn es klein-klein wird werden die hektisch und kopflos. Konterfußball ist natürlich einfacher.

Viele Trainer haben eine klare Handschrift, Bosz hatte die, Roger hatte die. Das ist weniger das Problem. Ich gebe dir recht, es gibt Probleme im Verein die aus den Büros auf das Feld wabern, die kriege ich mit dem Trainer nicht behoben. Aber für junge und aufstrebende Talente ist ein Charakter wichtig. Einer der Vater und Autorität ausstrahlt. Das kann über Charakter (Bosz) oder Erfolg und Namen kommen. Aber wenn da Robin Dutt aus Freiburg kommt...ist das Ding schneller durch als du Robin Dutt sagen kannst. Und so war es mit Korkut auch.
Und Wolf bekommt das durch Hermann kompensiert.

Also für mich sind die Problemstellen "Mitarbeiter" (nennen wir es mal), das löst sich bis 2022 spätestens, der Prozess läuft schon.

Kaderstruktur: mir fehlt die rote Linie. Es gibt zu viele Gelegenheitskäufe. Das sind Spieler die gut sind, die bezahlbar sind. machbar sind aber einfach nicht zum Bayer passen. Das ist zB ein Alario, das ist bisher einfach ein Demirbay. Das gilt auch für die Verkaufsseite: Jedvaj, Bellarabi, Drago. Die hätte man zwingender abgeben müssen. Ich sehe auch keinen Legendenstatus bei bspw. Bellarabi dass ich den als Kind des Vereines/Ikone unbedingt halten muss. Der passt fußballerisch nicht ins gewünschte Konzept. Das heißt offensiv, schnell, Fokus auf MIT Ball. Dann muss ich aber konsequent sein, da bin ich wieder beim Thema "Mitarbeiter", die brauchen schneid: Wendell weg, Bella weg, Alario weg, Jedvaj weg. Zack bumm.

Ich sag mal das nächste Mitarbeiter Problem: Worauf warte ich aktuell? Desto länger ich keinen Trainer habe umso weniger kann ich am Kader arbeiten. Was ist mein Ziel? Spielen wir ab Sommer mit einer 3er Kette?
Sagt der neue Trainer er will das Tah unbedingt gehalten wird? Was ist der vermaledeite Plan?????

Ich muss mal aufhören hier immer Kuschelkurs zu fahren. Mach den Trainer klar, lass Wolf die Saison beenden. Im Hintergrund gnadenlose offensive auf dem Transfermarkt. Und dann klare Zielkommunikation: CL, sonst nichts. Und Briefmarke drauf.
Trainerscouting |#68
04.05.2021 - 20:31 Uhr
Ich les immer Rangnick: Ja, er hat beim Aufbau von Hoffe und Leipzig vieles bewegt. Aber ernsthaft: Zählbares gewonnen hat er nicht und haben diese Clubs bislang auch nicht. Dir RedBull Idee ist sicher für sich ein Erfolg, aber erstens reicht uns das ja nicht, und zweitens kann ich seinen Anteil daran nicht seriös bewerten.

Wenn man das auf uns überträgt: Wesentlich weiter als wir bereits sind die Clubs nicht, und skalieren läßt sich Strukturarbeit nicht. Daher, neben allen persönlichen Vorbehalten, gibt es keinen Hinweis, dass er für uns der sein könnte, den manche erträumen. Zumal es einem auffallen muss, dass richtig große Vereine nicht die Finger nach ihm ausgestreckt haben, dazu ist er wohl auch zu problematisch.

•     •     •

»In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde. « (Hans Meyer)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von bum-kun_cha am 04.05.2021 um 20:45 Uhr bearbeitet
Trainerscouting |#69
05.05.2021 - 13:53 Uhr
Zitat von Basilikum
Zitat von nargile

Leute, wir werden hier keinen Trainer auf die Bank setzen, der gerade knapp dem Abstieg entgangen ist (wenn Bremen es denn packt). Kohfeldt wäre eine Bankrotterklärung und das weiß unsere sportliche Leitung auch. Es ist ja auch nicht so, als wären keine Alternativen am Markt verfügbar. Bevor man Kohfeldt verpflichtet, macht man eher mit Wolf weiter, falls der die EL erreicht.


Was ist das denn für eine Argumentation? Miit der Mannschaft ist es eher eine Leistung so lange nicht hinten drin gewesen zu sein. Das Jahr zuvor hat er ja gezeigt wozu er fähig ist. Dazu gibt die Mannschaft im Pokal immer alles. Mir wäre ein Kohfeldt ehrlich gesagt lieber als ein Seoane oder Favre.

Finde auch dass Kohfeldt deutlich zu schlecht wegkommt.
Man muss eben auch mal sehen, wie sich Werders Kader während seiner Amtszeit gewandelt hat.
Dass was er mit Kruse, Klaassen, Eggestein, Rashica, Delaney, Junuzovic,

17/18:
Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Delaney, Eggestein, Junuzovic - Rashica, Kruse, Kainz oder auch noch ein gut funktionierender Belfodil

18/19:
Abgänge und deren Ersatz in Klammern:
Delaney (Klaassen), Kainz (Osako) und Junuzovic (Sahin)

19/20:
Kruse (Füllkrug)

20/21:
Klaassen (Bittencourt)

Aus den überzeugenden 17/18 & 18/19 Saisons blieben somit zwar die komplette Defensive, davon allerdings nahezu alle mit massiven Verletzungssorgen.
Im Mittelfeld ist Eggestein übrig und statt Delaney, Klaassen oder Junuzovic spielen dort eben Bittencourt, Möhwald, Groß oder Mbom.
Und ganz vorne statt Kruse, Rashica, Belfodil und Kainz eben Sargent, Selke, Schmid und Osako. Füllkrug und Rashica sind ja ebenfalls fast durchgängig verletzt.

Also dort wurde schon viel, viel Qualität eingebüßt und eher spärlich ersetzt, dazu noch die Horrorsummen für Bittencourt, Selke oder Füllkrug welche dann den finanziellen Spielraum deutlich begrenzt haben.


Kohfeldt hat diesen Umstand oft genug thematisiert, dass der Hurrafußball aus der Anfangszeit mit dem vorhanden Spielermaterial einfach nicht umsetzbar ist.
Letzte Saison gab es ja dann diesen Break, man spielte zwar gut aber es kam punktemäßig nicht viel zustande. Man rutschte in diese große Abwärtsspirale und Kohfeldt musste sich nach Zeiten mit gutem Offensivfußball, neu erfinden und Abstiegskampf lernen.

In dieser Saison dann wieder viele Verletzte, mit Klaassen den vielleicht wichtigsten Spieler, ohne ansatzweise gleichwertigen Ersatz, verloren.

Die Saison begann ähnlich wie vergangene, eigentlich ordentlicher Fußball ohne viel Ertrag. An den ersten 8 Spieltagen nur ein Spiel verloren (Hertha), 2x gewonnen(Bielefeld und S04) und eben 5x!! 1:1 die Gegner waren, Freiburg, Hoffenheim, Frankfurt, Köln und Bayern München.
Dann die erste Niederlagenserie mit knappen Ergebnissen gegen BVB, RB Leipzig, Stuttgart und Wolfsburg.
In den verbleibenden 5 Spielen der Hinrunde dann 2 Siege (Mainz & Augsburg), 2 Niederlagen (Union und Gladbach) und ein Remis gegen uns.

Macht eine Hinrunde mit 18 Punkten, welche ich ganz ordentlich finde gerade mit dem Kader.

In der Rückrunde punktet man anfangs auch ganz gut holt bis zum Spiel gegen die Bayern 12 Punkte mit Siegen gegen Hertha, Bielefeld und Frankfurt, man verliert ausschließlich gegen Hoffenheim.
Dann kommt wieder der brutale Spielplan mit Bayern, Wolfsburg, Stuttgart, Leipzig, Dortmund, Mainz, Union und jetzt uns.

7 Niederlagen am Stück hören sich beschissen an aber das sind eben auch allesamt die aktuell stärksten Mannschaften der Liga.
Das ist schon maximal unglücklich, wenn man sich das genau anschaut.

Klassenerhalt wird ne enge Kiste aber bei diesem Kader eben auch vorhersehbar.

Kohfeldt´s Qualifikation für uns würde ich eben auch nicht an den letzten beiden Saisons fest machen obwohl ich ihn da auch im Soll sehe.
Wichtiger finde ich die ersten beiden Saisons, in denen man sehen konnte, dass mit ansatzweise entsprechendem Spielermaterial wirklich sehr guter Fußball möglich ist.
Dass die letzten beiden Jahre an Kohfeldt´s Ruf ordentlich genagt haben, kann man ja jetzt sehen. "Schlechtester Trainer der Liga" ist schon arg polemisch, ich finde es sogar sehr bemerkenswert wie Kohfeldt die Situation annimmt und eben nicht aufgibt (Favre lässt grüßen) obwohl er im Grunde nur verlieren kann.

Ich sehe bei Kohfeldt auch nicht mehr Risiko, als bei den bisher umhergeisternden Namen. Dass er schönen Offensivfußball vermitteln kann, hat bewiesen und dass mit dem aktuellen Kader in Verbindung mit viel Verletzungspech und unglücklichem Spielplan auch nicht so viel mehr drin ist, sollte man ihm dann auch zugestehen.

Gibt sicherlich vermeintlich bessere Lösungen aber mit Gewissheit auch deutlich schlechtere, was unser Anforderungsprofil angeht.

•     •     •

"Das ist doch völlig normal. Wenn zwei international erfahrene Mannschaften aufeinandertreten, dann geht es schonmal etwas ruppig zu."
Jens Nowotny
Trainerscouting |#70
05.05.2021 - 16:54 Uhr
Zitat von Palacios1904
In den Vorjahren hat man zwar immer wieder den Trainer gewechselt, war aber nie wirklich in krassen Abstiegsnöten. Und das wohlgemerkt mit einem Dutt, einem Skripnik oder Nouri.


Naja. Man kann sagen, dass sie immer noch die Kurve bekommen haben. Es lief aber jedes Mal so ab, dass sie am Anfang der Saison mit dem Feuerwehr-Trainer der Vorsaison auf den Abstiegsrängen landeten. Dann haben sie den Trainer rausgeschmissen und haben mit dem neuen Trainer noch einigermaßen die Saison zu Ende gebracht.

Mehr als 45 Punkte hat seit 2010 in Bremen nur Kohfeldt geholt.

Schaaf:
41 Punkte
42 Punkte
34 Punkte

Dutt:
39 Punkte
entlassen in der 2. Saison mit 4 Punkten nach 9 Spielen, Platz 18

Skripnik:
hat die 2. Dutt-Saison gerettet, 43 Punkte am Saisonende
38 Punkte
entlassen in der 3. Saison mit 0 Punkten nach 3 Spielen, Platz 18

Nouri:
hat die 3. Skripnik-Saison gerettet, 45 Punkte am Saisonende
entlassen in der 2. Saison mit 5 Punkten nach 10 Spielen, Platz 17 (vor Köln mit Stöger in der Saison, wo sie als 18. abgestiegen sind)

Kohfeldt:
hat die 2. Nouri-Saison gerettet, 42 Punkte am Saisonende
53 Punkte
31 Punkte
aktuell 30 Punkte

Das spricht doch eine klare Sprache. Jetzt können wir darüber sprechen, dass Schaaf, Dutt, Skripnik und Nouri schlechte Trainer waren, weswegen es kein Qualitätsmerkmal für Kohfeldt ist, besser als diese Trainer zu sein. Aber dennoch...der Kader hat sich eher noch weiter verschlechtert. Die Konkurrenz ist größer geworden. Und unter 30 Punkten ist Kohfeldt auch in der 4. Saison nicht gelandet. Auch keine desaströsen Saisonstarts wie seine Vorgänger.
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DFB-Pokal ist natürlich irrelevant, weil es ein unwichtiger Wettbewerb ist (außer finanziell für einen Verein wie Bremen) und weil es in der Liga wirklich Jahr für Jahr um alles geht, aber auch da steht Kohfeldt besser da als seine Vorgänger:

Schaaf:
2. Runde
1. Runde
1. Runde

Dutt:
1. Runde

Dutt/Skripnik:
Achtelfinale

Skripnik:
Halbfinale
1. Runde

Nouri/Kohfeldt:
Viertelfinale

Kohfeldt:
Halbfinale (2:3 gegen die Bayern)
Viertelfinale (0:2 gegen Frankfurt)
Halbfinale (1:2 gegen Leipzig)

Da ist natürlich auch viel Zufall dabei. Aber dass sie mit Kohfeldt 2 Jahre nacheinander Dortmund im Achtelfinale rausgeworfen haben, spricht schon für ihn (und für die Mentalität der Mannschaft unter ihm, jedenfalls in den Pokalwettbewerben und phasenweise in der Liga).
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