SGD vs. §9a
14.03.2013 - 09:31 Uhr
04.10.2013 - 19:42 Uhr
Ich denke auch, das dies eine sinnvolle Lösung wäre. Nur ich fürchte, das einige Betonköpfe jeglichen Kompromiss als Niederlage werten werden und dies wieder zu entsprechenden Aktionen nutzen.
So oder so, GF und Verein können nur verlieren und die Schuldigen werden wieder sehr gefunden: siehe Wolf im Schafspelz.
So oder so, GF und Verein können nur verlieren und die Schuldigen werden wieder sehr gefunden: siehe Wolf im Schafspelz.
05.10.2013 - 11:05 Uhr
Zitat von ratio:
Ich denke, eine außergerichtliche Einigung ist die beste Lösung. Wenn man uns alle Vorstrafen amnestiert und alles was anhängig ist, nicht weiter verfolgt, können wir ganz gut damit leben. Die Dauer und der Ausgang eines Zivilverfahrens ist dagegen nicht abschätzbar.
Und genau so sehe ich das auch. Niemand schlägt "ALLEN DYNAMOFANS" ins Gesicht, wenn man keine Klage gegen den DFB einreicht. Hierauf würde ich in jedem Fall verzichten, weil damit eine Lavine losgetreten wird, die uns selbst begräbt. Und ich denke, dass die Geschäftsführung das schon längst realisiert hat, sich aber einfach noch nicht traut, das auch auszusprechen.
Und warum traut sie sich noch nicht - es ist eine mögliche Trotzreaktion einiger Widerstandskämpfer und Partisanen im K-Block, die sie noch zögern läßt. Eine solche, durchaus mögliche Trotzreaktion könnte dann wirklich existenzbedrohlich werden, es hängt nur davon ab, wie weit die Widerstandbewegung diesmal gehen würde.
Ich denke, eine außergerichtliche Einigung ist die beste Lösung. Wenn man uns alle Vorstrafen amnestiert und alles was anhängig ist, nicht weiter verfolgt, können wir ganz gut damit leben. Die Dauer und der Ausgang eines Zivilverfahrens ist dagegen nicht abschätzbar.
Und genau so sehe ich das auch. Niemand schlägt "ALLEN DYNAMOFANS" ins Gesicht, wenn man keine Klage gegen den DFB einreicht. Hierauf würde ich in jedem Fall verzichten, weil damit eine Lavine losgetreten wird, die uns selbst begräbt. Und ich denke, dass die Geschäftsführung das schon längst realisiert hat, sich aber einfach noch nicht traut, das auch auszusprechen.
Und warum traut sie sich noch nicht - es ist eine mögliche Trotzreaktion einiger Widerstandskämpfer und Partisanen im K-Block, die sie noch zögern läßt. Eine solche, durchaus mögliche Trotzreaktion könnte dann wirklich existenzbedrohlich werden, es hängt nur davon ab, wie weit die Widerstandbewegung diesmal gehen würde.
07.10.2013 - 20:33 Uhr
09.10.2013 - 12:31 Uhr
Ultras Dynamo schreiben folgendes:
08.10.2013 | "Eier zeigen - Klage einreichen"
Die aktive Fanszene der SG Dynamo Dresden wird am "Offenen Stammtisch zum Thema Pokalausschluss“ am Donnerstag nicht teilnehmen. Aus unserer Sicht gibt es nichts mehr zu diskutieren. Fans und Geschäftsführung haben ihre Position gemeinsam mehrfach und ausführlich diskutiert und haben sich auf ein gemeinsames Ziel verständigt: "Wir alle gemeinsam durch alle Instanzen!". An diesem Ziel halten wir weiter fest, denn die Faktenlage hat sich bis heute nicht verändert.
Der jetzt kurzfristig angesetzte weitere Termin ist genauso dreist wie durchsichtig – und das nicht nur wegen der kurzfristigen Einladung und mangelnder Vorbereitungszeit. Die Geschäftsführung will und wird die Klage gegen den ausdrücklichen Willen der Fans und Mitglieder nicht einreichen!
Für ein solches Alibitreffen stehen wir nicht zur Verfügung.
War zu erwarten. Hoffentlich akzeptiert "Die aktive Fanszene" die Entscheidung des Vereins und provoziert nicht andere Strafen oder boykottiert den Annäherungsprozeß.
08.10.2013 | "Eier zeigen - Klage einreichen"
Die aktive Fanszene der SG Dynamo Dresden wird am "Offenen Stammtisch zum Thema Pokalausschluss“ am Donnerstag nicht teilnehmen. Aus unserer Sicht gibt es nichts mehr zu diskutieren. Fans und Geschäftsführung haben ihre Position gemeinsam mehrfach und ausführlich diskutiert und haben sich auf ein gemeinsames Ziel verständigt: "Wir alle gemeinsam durch alle Instanzen!". An diesem Ziel halten wir weiter fest, denn die Faktenlage hat sich bis heute nicht verändert.
Der jetzt kurzfristig angesetzte weitere Termin ist genauso dreist wie durchsichtig – und das nicht nur wegen der kurzfristigen Einladung und mangelnder Vorbereitungszeit. Die Geschäftsführung will und wird die Klage gegen den ausdrücklichen Willen der Fans und Mitglieder nicht einreichen!
Für ein solches Alibitreffen stehen wir nicht zur Verfügung.
War zu erwarten. Hoffentlich akzeptiert "Die aktive Fanszene" die Entscheidung des Vereins und provoziert nicht andere Strafen oder boykottiert den Annäherungsprozeß.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Waldessohn am 09.10.2013 um 12:35 Uhr bearbeitet
09.10.2013 - 14:12 Uhr
man hätte das ganze auch so umschreiben können:
"Kompromisse finden ist nur was für Eventfans, wir wahren Bewahrer der ehre marschieren solange mit dem Kopf durch die Wand, bis der Nischel platzt"
oder auch
"wenn die in Amerika es schaffen, ein ganze Land in den Abgrund zu führen, dann können wir das mit unserem Verein schon lange....man zahlt ja schließlich Entritt"
Ich hoffe nicht, das man wegen solcher "Argumente" einknickt, sondern wohlüberlegt zum Wohle des Vereins handelt. egal in welcher Form.
PS: vielleicht sollte der Verein auch die Mitglieder dazu befragen (per Postalischer Abstimmung oder über das Internet, dies hätte man schon viel früher organisieren können). Denn die "Fans" und Mitglieder bestehen nunmal nicht nur aus der mehr oder weniger aktiven Fanszene, sondern aus tausenden mehr. Und die haben sicher die ein oder andere Sicht auf die Dinge.
"Kompromisse finden ist nur was für Eventfans, wir wahren Bewahrer der ehre marschieren solange mit dem Kopf durch die Wand, bis der Nischel platzt"
oder auch
"wenn die in Amerika es schaffen, ein ganze Land in den Abgrund zu führen, dann können wir das mit unserem Verein schon lange....man zahlt ja schließlich Entritt"
Ich hoffe nicht, das man wegen solcher "Argumente" einknickt, sondern wohlüberlegt zum Wohle des Vereins handelt. egal in welcher Form.
PS: vielleicht sollte der Verein auch die Mitglieder dazu befragen (per Postalischer Abstimmung oder über das Internet, dies hätte man schon viel früher organisieren können). Denn die "Fans" und Mitglieder bestehen nunmal nicht nur aus der mehr oder weniger aktiven Fanszene, sondern aus tausenden mehr. Und die haben sicher die ein oder andere Sicht auf die Dinge.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Babbichs_Guutsl am 09.10.2013 um 14:17 Uhr bearbeitet
09.10.2013 - 14:40 Uhr
Ich hab das Gefühl, dass die einfach nur zündeln wollen ohne das auch nur irgendwer bestraft wird. Daher MUSS der 9a fallen, koste es was es wolle.
Ich denke ein Weg mit dem DFB ist besser als gegen ihn.
Ich denke ein Weg mit dem DFB ist besser als gegen ihn.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dynamo-Freund am 09.10.2013 um 14:41 Uhr bearbeitet
09.10.2013 - 16:11 Uhr
Das ist schon ein ziemliches Dilemma, die Geschäftsführung sitzt da zwischen allen Stühlen. Im Sinne eines ausbalancierten "Issue-Managements" muss man gegenüber allen Seiten (in diesem Fall Fans und Verband) gleichermaßen zu Zugeständnissen bereit sein aber auch Konsequenz an den Tag legen.
Ein Verzicht der Fanszene an der Veranstaltung ist - wenn es ihnen um die Sache und nicht nur um Polemik ("Eier zeigen!") geht - nicht sehr schlau. So eine Haltung rechtfertigt einen Klageverzicht eher (bzw. bringt der Geschäftsführung in dem Fall einen moralischen Vorteil), als das Gesprächsangebot anzunehmen und die eigene Haltung sachlich zu verteidigen, egal zum wievielten Male. So würde es jedenfalls schwerer fallen, die Klage nicht einzureichen.
Ich weiß nicht, ob und was der DFB unserem Verein angeboten oder in Aussicht gestellt hat (und wie das funktionieren sollte). Sollte man ein Abrücken von der derzeitigen Rechtspraxis vorhaben und zum DFB-Bundestag, wie angedeutet wurde, entsprechende Schritte einleiten, erübrigt sich die Klage vielleicht tatsächlich.
Ich finde es aber traurig, dass der DFB überhaupt erst außerhalb seiner eigenen Instanzen Gesprächsbereitschaft zeigt - jetzt, wo die Gefahr besteht, dass die dort erfolgte Rechtsprechung mit einer seriösen Judikative kurzgeschlossen wird. Das unterstreicht, dass es in allen Verhandlungen innerhalb dieser Instanzen nicht um Recht ging, sondern um Politik.
Im Endeffekt muss der leidige Paragraph 9a vielleicht gar nicht abgeschafft werden, denn er ist tatsächlich ein wirksames Mittel, die Vereine in die Pflicht zu nehmen. Sich als Vereine als Verband zu organiseren und selbst einen solchen Paragraphen aufzuerlegen (so sollte das strukturell ja Sinn der Sache sein), ist ja durchaus keine völlig absurde Konstruktion. Nur müssen Strafen dann auch angemessen bleiben und dürfen sich eingesetzte Richter nicht als Vertreter einer übergeordneten Instanz gerieren. Als Verband-Funktionäre agieren sie schließlich auch im Namen des Vereins, gegen den sie urteilen.
Von Seiten der DFB-Herrschaften kam ja immer wieder der Spruch, man solle auf die Klage verzichten und nicht "aus der Gemeinschaft" (oder so) ausschären. Letztlich ist das völlig falsch gedacht: Von dem Standpunkt agiert der Verein ja bloß, weil das Urteil ihn dort hin gebracht hat. In dieser Logik ist nicht der Paragraph falsch, sondern seine Auslegung und das Strafmaß. Es muss dem Verband (und im Grunde auch dem Verein, der nicht wirklich wissen kann, welche Folgen er mit einem Gang vors Zivilgericht für sich heraufbeschwört) darum gehen, von der Politik unabhängig und autonom handeln zu können. Letztlich hat der DFB seine Verbandsautonomie mit dem Urteil selbst aufs Spiel gesetzt.
Würde man bei Strafzahlungen (entsprechend eines festzulegenden Strafenkataloges) bleiben sowie auf eine Verschärfung durch die Aufrechnung von "Vorstrafen" verzichten, wäre der Paragraph ein probates Mittel, sicherzustellen, dass Vereine das ihnen mögliche tun, Verfehlungen ihrer Anhängerschaft vorzubeugen.
Noch einmal kurz zurück zum Thema des "Verbandes": Der Verein hat im Rahmen seiner Zugehörigkeit zum Verband die Möglichkeit, von innen gegen "Systemfehler" vorzugehen. Solche Systemfehler sind sicherlich auch mit unterschiedlichem Maß urteilende Juristen, die vom Verband als Richter eingesetzt werden. Hier müssen auch mal die Regionalverbände ihr Gewicht einbringen, wenn sie der Ansicht sind, die Vereine aus ihrer Region genießen nicht dieselbe Lobby wie andere Vereine.
Ein Verzicht der Fanszene an der Veranstaltung ist - wenn es ihnen um die Sache und nicht nur um Polemik ("Eier zeigen!") geht - nicht sehr schlau. So eine Haltung rechtfertigt einen Klageverzicht eher (bzw. bringt der Geschäftsführung in dem Fall einen moralischen Vorteil), als das Gesprächsangebot anzunehmen und die eigene Haltung sachlich zu verteidigen, egal zum wievielten Male. So würde es jedenfalls schwerer fallen, die Klage nicht einzureichen.
Ich weiß nicht, ob und was der DFB unserem Verein angeboten oder in Aussicht gestellt hat (und wie das funktionieren sollte). Sollte man ein Abrücken von der derzeitigen Rechtspraxis vorhaben und zum DFB-Bundestag, wie angedeutet wurde, entsprechende Schritte einleiten, erübrigt sich die Klage vielleicht tatsächlich.
Ich finde es aber traurig, dass der DFB überhaupt erst außerhalb seiner eigenen Instanzen Gesprächsbereitschaft zeigt - jetzt, wo die Gefahr besteht, dass die dort erfolgte Rechtsprechung mit einer seriösen Judikative kurzgeschlossen wird. Das unterstreicht, dass es in allen Verhandlungen innerhalb dieser Instanzen nicht um Recht ging, sondern um Politik.
Im Endeffekt muss der leidige Paragraph 9a vielleicht gar nicht abgeschafft werden, denn er ist tatsächlich ein wirksames Mittel, die Vereine in die Pflicht zu nehmen. Sich als Vereine als Verband zu organiseren und selbst einen solchen Paragraphen aufzuerlegen (so sollte das strukturell ja Sinn der Sache sein), ist ja durchaus keine völlig absurde Konstruktion. Nur müssen Strafen dann auch angemessen bleiben und dürfen sich eingesetzte Richter nicht als Vertreter einer übergeordneten Instanz gerieren. Als Verband-Funktionäre agieren sie schließlich auch im Namen des Vereins, gegen den sie urteilen.
Von Seiten der DFB-Herrschaften kam ja immer wieder der Spruch, man solle auf die Klage verzichten und nicht "aus der Gemeinschaft" (oder so) ausschären. Letztlich ist das völlig falsch gedacht: Von dem Standpunkt agiert der Verein ja bloß, weil das Urteil ihn dort hin gebracht hat. In dieser Logik ist nicht der Paragraph falsch, sondern seine Auslegung und das Strafmaß. Es muss dem Verband (und im Grunde auch dem Verein, der nicht wirklich wissen kann, welche Folgen er mit einem Gang vors Zivilgericht für sich heraufbeschwört) darum gehen, von der Politik unabhängig und autonom handeln zu können. Letztlich hat der DFB seine Verbandsautonomie mit dem Urteil selbst aufs Spiel gesetzt.
Würde man bei Strafzahlungen (entsprechend eines festzulegenden Strafenkataloges) bleiben sowie auf eine Verschärfung durch die Aufrechnung von "Vorstrafen" verzichten, wäre der Paragraph ein probates Mittel, sicherzustellen, dass Vereine das ihnen mögliche tun, Verfehlungen ihrer Anhängerschaft vorzubeugen.
Noch einmal kurz zurück zum Thema des "Verbandes": Der Verein hat im Rahmen seiner Zugehörigkeit zum Verband die Möglichkeit, von innen gegen "Systemfehler" vorzugehen. Solche Systemfehler sind sicherlich auch mit unterschiedlichem Maß urteilende Juristen, die vom Verband als Richter eingesetzt werden. Hier müssen auch mal die Regionalverbände ihr Gewicht einbringen, wenn sie der Ansicht sind, die Vereine aus ihrer Region genießen nicht dieselbe Lobby wie andere Vereine.
11.10.2013 - 07:46 Uhr
War gestern jemand bei der Veranstaltung? Die "aktive" Fanszene wollte ja nicht hingehen. Gibt es neue Erkenntnisse?
11.10.2013 - 13:33 Uhr
Quelle: www.dynamo-dresden.de
Informationsveranstaltung dauerte bis in späte Abendstunden
Geschäftsführung und Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer diskutieren mit über 200 Fans und Mitgliedern
Die Informationsveranstaltung zum Thema „Pokalausschluss“ am Donnerstag ging bis in die späten Abendstunden. Ab kurz nach 19 Uhr gaben zunächst Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller und im Anschluss Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer einen umfassenden Einblick in die juristische und „politische“ Gemengelage, aus der heraus die Verantwortlichen bis Ende Oktober über das weitere Verfahren des Vereins befinden müssen. Grundsätzlich dreht es sich um die Frage, ob Dynamo Dresden vor einem staatlichen Gericht (Oberlandesgericht Frankfurt/M.) einen Aufhebungsantrag gegen den Spruch des Ständigen Schiedsgerichts stellt. Diese Instanz hatte am 14. Mai das Urteil des DFB-Bundesgerichts zum Pokalausschluss der SG Dynamo Dresden für die laufende Saison bestätigt.
Nach den grundlegenden Erläuterungen durch Anwalt Heyer und Christian Müller nutzten die über 200 anwesenden Fans und Mitglieder die Gelegenheit, das Thema ausführlich mit den beiden zu diskutieren. Eines wurde dabei abermals sehr deutlich: Das Thema polarisiert und weckt Emotionen – bei allen Beteiligten. Ein Konsens – mit dem im Vorfeld auch niemand gerechnet hatte – stellte sich nicht ein. Kontroversen gab es nicht nur zwischen Publikum und Podium, sondern auch zwischen den Gästen der Veranstaltung. Wenn ein Fazit des Abends gezogen werden soll, dann müsste es wohl in etwa so lauten: Allen Beteiligten – Fans, Mitgliedern, Vereinsverantwortlichen und selbstverständlich auch Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer – ist bewusst, dass die in knapp drei Wochen anstehende Entscheidung für den Verein von großer Tragweite ist. Und dass beide offenstehende Wege bestimmte Risiken bergen, die auch nach profunder Kenntnis der Sachlage nicht restlos einsehbar sind. In jedem Fall wird sich die nötige Abwägung an beiden „Extremen“ zu orientieren haben: an den Chancen, aber auch an den Risiken.
Die Mehrheit der Fans und Mitglieder verließ die VIP-Räumlichkeiten des „glücksgas stadions“ erst nach 22 Uhr. Doch auch danach wurde noch weiter diskutiert. So entließ die Stadionwache die letzten Besucher erst eine halbe Stunde nach Mitternacht. Eines steht jetzt schon fest: Das weitere Vorgehen wird auch vom Verlauf des DFB-Bundestag beeinflusst, der am 24. Und 25. Oktober in Nürnberg stattfindet. Dort wird auch der künftige Umgang mit dem die verschuldensunabhängige Haftung der Vereine begründenden Paragraph 9a der Rechts- und Verfahrensordnung auf der Tagesordnung stehen. Aufgrund der durch Dynamo Dresden maßgeblich angestoßenen Debatte zeichnet sich beim DFB ein Umdenken ab, was die Interpretation und vor allem die künftige Anwendung des Paragraphen anbetrifft.
Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer: „Die Erfolgsaussichten vor einem staatlichen Gericht beziffere ich mit 50:50. Verhandelt würde dort allerdings nicht Paragraph 9a der Rechts- und Verfahrensordnung. Ein Zivilgericht würde gegebenenfalls nur den Spruch des Schiedsgerichts aufheben. Damit würde der Fall zurück vor das Schiedsgericht gehen, welches erneut über das Urteil des Bundesgerichtes zu befinden hätte. Unabhängig vom weiteren Verlauf müsste Dynamo dann damit rechnen, dass der DFB in anderen noch gegen den Verein anhängenden Verfahren zu unerfreulichen Strafen greift.“
Bei Klageverzicht besteht für Dynamo hingegen die Chance, die existentielle Bedrohung des Vereins, die sich aus der bisher in der Rechtsprechung des DFB angewendeten „Sanktionsspirale“ ergibt, abzuwenden. Geschäftsführer Christian Müller: „Die Geschäftsführung muss mit kühlem Kopf abwägen, welches Vorgehen mehr im langfristigen Interesse des Vereins liegt. Das ist ihr Auftrag, nicht mehr und nicht weniger. Natürlich spielen die Emotionen der Anhänger und viele als ungerecht empfundene Bestrafungen des Vereins durch den DFB dabei eine Rolle. Aber auch ein Umdenken muss erlaubt sein. Oftmals haben Abrüstung und ein wechselseitiger Vertrauensvorschuss am Ende mehr gebracht.“
Eine ausführliche Videodokumentation der Informationsveranstaltung wird Anfang kommender Woche hier auf der Website und auf dem offiziellen Youtube-Kanal veröffentlicht. Damit soll im Sinne der aktuell vielerorts geführten Debatte der Austausch von Donnerstagabend auch all jenen Fans und Mitgliedern zugänglich gemacht werden, die nicht im Stadion sein konnten.
Ein offizielles Statement zum Abend. Geschäftsführung und Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer diskutieren mit über 200 Fans und Mitgliedern
Die Informationsveranstaltung zum Thema „Pokalausschluss“ am Donnerstag ging bis in die späten Abendstunden. Ab kurz nach 19 Uhr gaben zunächst Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller und im Anschluss Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer einen umfassenden Einblick in die juristische und „politische“ Gemengelage, aus der heraus die Verantwortlichen bis Ende Oktober über das weitere Verfahren des Vereins befinden müssen. Grundsätzlich dreht es sich um die Frage, ob Dynamo Dresden vor einem staatlichen Gericht (Oberlandesgericht Frankfurt/M.) einen Aufhebungsantrag gegen den Spruch des Ständigen Schiedsgerichts stellt. Diese Instanz hatte am 14. Mai das Urteil des DFB-Bundesgerichts zum Pokalausschluss der SG Dynamo Dresden für die laufende Saison bestätigt.
Nach den grundlegenden Erläuterungen durch Anwalt Heyer und Christian Müller nutzten die über 200 anwesenden Fans und Mitglieder die Gelegenheit, das Thema ausführlich mit den beiden zu diskutieren. Eines wurde dabei abermals sehr deutlich: Das Thema polarisiert und weckt Emotionen – bei allen Beteiligten. Ein Konsens – mit dem im Vorfeld auch niemand gerechnet hatte – stellte sich nicht ein. Kontroversen gab es nicht nur zwischen Publikum und Podium, sondern auch zwischen den Gästen der Veranstaltung. Wenn ein Fazit des Abends gezogen werden soll, dann müsste es wohl in etwa so lauten: Allen Beteiligten – Fans, Mitgliedern, Vereinsverantwortlichen und selbstverständlich auch Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer – ist bewusst, dass die in knapp drei Wochen anstehende Entscheidung für den Verein von großer Tragweite ist. Und dass beide offenstehende Wege bestimmte Risiken bergen, die auch nach profunder Kenntnis der Sachlage nicht restlos einsehbar sind. In jedem Fall wird sich die nötige Abwägung an beiden „Extremen“ zu orientieren haben: an den Chancen, aber auch an den Risiken.
Die Mehrheit der Fans und Mitglieder verließ die VIP-Räumlichkeiten des „glücksgas stadions“ erst nach 22 Uhr. Doch auch danach wurde noch weiter diskutiert. So entließ die Stadionwache die letzten Besucher erst eine halbe Stunde nach Mitternacht. Eines steht jetzt schon fest: Das weitere Vorgehen wird auch vom Verlauf des DFB-Bundestag beeinflusst, der am 24. Und 25. Oktober in Nürnberg stattfindet. Dort wird auch der künftige Umgang mit dem die verschuldensunabhängige Haftung der Vereine begründenden Paragraph 9a der Rechts- und Verfahrensordnung auf der Tagesordnung stehen. Aufgrund der durch Dynamo Dresden maßgeblich angestoßenen Debatte zeichnet sich beim DFB ein Umdenken ab, was die Interpretation und vor allem die künftige Anwendung des Paragraphen anbetrifft.
Rechtsanwalt Dr. Jörg Heyer: „Die Erfolgsaussichten vor einem staatlichen Gericht beziffere ich mit 50:50. Verhandelt würde dort allerdings nicht Paragraph 9a der Rechts- und Verfahrensordnung. Ein Zivilgericht würde gegebenenfalls nur den Spruch des Schiedsgerichts aufheben. Damit würde der Fall zurück vor das Schiedsgericht gehen, welches erneut über das Urteil des Bundesgerichtes zu befinden hätte. Unabhängig vom weiteren Verlauf müsste Dynamo dann damit rechnen, dass der DFB in anderen noch gegen den Verein anhängenden Verfahren zu unerfreulichen Strafen greift.“
Bei Klageverzicht besteht für Dynamo hingegen die Chance, die existentielle Bedrohung des Vereins, die sich aus der bisher in der Rechtsprechung des DFB angewendeten „Sanktionsspirale“ ergibt, abzuwenden. Geschäftsführer Christian Müller: „Die Geschäftsführung muss mit kühlem Kopf abwägen, welches Vorgehen mehr im langfristigen Interesse des Vereins liegt. Das ist ihr Auftrag, nicht mehr und nicht weniger. Natürlich spielen die Emotionen der Anhänger und viele als ungerecht empfundene Bestrafungen des Vereins durch den DFB dabei eine Rolle. Aber auch ein Umdenken muss erlaubt sein. Oftmals haben Abrüstung und ein wechselseitiger Vertrauensvorschuss am Ende mehr gebracht.“
Eine ausführliche Videodokumentation der Informationsveranstaltung wird Anfang kommender Woche hier auf der Website und auf dem offiziellen Youtube-Kanal veröffentlicht. Damit soll im Sinne der aktuell vielerorts geführten Debatte der Austausch von Donnerstagabend auch all jenen Fans und Mitgliedern zugänglich gemacht werden, die nicht im Stadion sein konnten.
11.10.2013 - 14:24 Uhr
Hier ist das ganze mMn auch nochmal gut zusammengefasst...
http://spuckelch.wordpress.com/2013/10/11/dynamos-waldschlosschenbrucke/
http://spuckelch.wordpress.com/2013/10/11/dynamos-waldschlosschenbrucke/
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