13.02.2025 - 13:35 | Quelle: Kicker/Sky/dpa | Lesedauer: unter 5 Min.
FC Schalke 04
Fredi Bobic
Langfristige Lösung gesucht 

Schalke skizziert Profil für neuen Sportvorstand – Kandidat Bobic mit vernichtendem Urteil

Schalke: Das gesuchte Sportvorstand-Profil – Hartes Urteil von Bobic
©IMAGO

Nach der Entlassung von Sportdirektor Marc Wilmots im vergangenen September befindet sich der FC Schalke 04 weiter auf der Suche nach einer neuen starken Person in der sportlichen Führung. Klar ist nur, dass die Rolle des Sportvorstands wieder eingeführt werden soll. Während es Anfang Januar noch hieß, dass der Prozess auf die Zielgerade eingebogen sei, gibt es bis heute keine konkrete Spur. Dem „Kicker“ zufolge könne eine Finalisierung gar bis zum Sommer andauern.



„Wir suchen die beste Lösung, nicht die schnellste“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Axel Hefer im Gespräch mit dem Magazin. „Der bisherige Prozess hat gezeigt: Das braucht Zeit. Und diese Zeit nehmen wir uns für Schalke. Wir nehmen nur dann jemanden dazu, wenn er uns besser macht – und nicht nur personell größer. Wir wollen eine Person, die nicht nur die Gegenwart gestaltet, sondern die Zukunft von Schalke 04 nachhaltig aufbaut.“ Daher sei auch ein langfristiger Vertrag über fünf Jahre durchaus realistisch.



Vor knapp einem Jahr hatte Schalke nach der Trennung von Peter Knäbel die Rolle des Sportvorstands eigentlich abgeschafft. Nach dem Aus von Wilmots vollzogen die Königsblauen eine Kehrtwende. Ein Sportvorstand sei nötig, um klare Hierarchien im Sport zu schaffen und Aufgaben stärker abzugrenzen, hieß es in der Begründung. Eine Findungskommission um den ehemaligen Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters befasst sich mit der Suche nach dem geeigneten Kandidaten. Bis dahin übernimmt Youri Mulder als Direktor Profifußball einige Aufgaben, kümmert sich etwa mit Kaderplaner Ben Manga um die kommenden Transferphase.



Gehandelt werden auf Schalke zahlreiche Namen, ein Favorit hat sich noch nicht herauskristallisiert. Zum Kandidatenkreis zählen laut „Kicker“ etwa Fredi Bobic, Jörg Schmadtke oder der Bochumer Trainer Dieter Hecking. Auch die Namen von Dietmar Beiersdorfer, Erik Stoffelshaus, Rachid Azzouzi und Jonas Boldt seien intern gefallen. Lutz Pfannenstiel, dem Sportdirektor in St. Louis assistiert Peters in bestimmten Bereichen wie der Entwicklung der Nachwuchsakademie, zähle hingegen nicht zum engeren Kreis.


Bobics hartes Urteil über Schalke – Boldt für Gespräche offen


Bobic hat den Job beim Zweitligisten jedoch längst ausgeschlagen und dabei ein vernichtendes Urteil getroffen. „Es ist ein bisschen rausgekommen, dass ich ein Gespräch mit Axel Hefer hatte. Wir haben uns gut und respektvoll unterhalten. Aber nach dem Gespräch war für mich klar, dass das nichts für mich ist, weil die Probleme viel größer sind als die Möglichkeiten, nachhaltig etwas zu gestalten. Das war mein Gefühl dafür“, erklärte der 53-Jährige bei „Sky“.


Mitarbeiter
Fredi Bobic
F. Bobic Alter: 54
Legia Warschau
Legia Warschau


Der frühere Sportchef von Eintracht Frankfurt und Hertha BSC, der als Spieler einst beim Erzrivalen BVB aktiv war, nannte in diesem Zusammenhang nachhaltig bekannte Dinge wie die aktuell sportlich schwierige Situation oder „wirtschaftliche Probleme“ des nach wie vor hoch verschuldeten Revierklubs. „Ich sehe da Probleme, wie sie das jetzt alles noch stemmen wollen für die nächsten Jahre. Es kann passieren, dass sie in den nächsten zwei, drei Jahren in die Bundesliga wieder zurückkommen. Aber das als Ziel für das nächste Jahr zu haben. Mit welchen Mitteln? Mit welchen Möglichkeiten? Da habe ich zu wenig Antworten bekommen darauf“, urteilte Bobic.



Schalke habe „sicherlich Träume und ist auch eine große Marke. Aber die Realität sieht ganz anders aus, gefühlt Abstiegskampf in der zweiten Liga. Man wird wahrscheinlich nichts damit zu tun haben, weil man immer noch genug Qualität im Kader hat.“ Die ambitioniert gestarteten Knappen stehen nach 21 Spieltagen mit 24 Punkten auf einem enttäuschenden 14. Platz, der Abstand auf den Relegationsrang beträgt sechs Zähler. Nach dem Trainerwechsel von Karel Geraerts hin zu Kees van Wonderen zeigte die Formkurve mit einigen überraschenden Erfolgen gegen Aufstiegsaspiranten wie Paderborn (4:2) oder Elversberg (4:1) immerhin leicht nach oben.



Der ehemalige Hamburger Sportvorstand Boldt scheint dieser Situation mehr aufgeschlossen zu sein. „Ich schließe erst mal gar nichts aus und bin sehr gesprächsbereit“, sendete der 43-Jährige bei „Sky“ durchaus Signale an Schalke, ergänzte aber auch: „Ich führe viele Gespräche im Hintergrund, da war bislang aber wenig Konkretes dabei.“ Kontakt zu S04 habe es nicht gegeben. „Das klingt jetzt – wenn es so wäre – natürlich sehr, sehr parallel zum HSV. Deswegen kann ich verstehen, dass mein Name da vielleicht ins Spiel gebracht wird. Ich habe diese Information aber selber noch nicht. Ich habe auch mit niemandem gesprochen.“


Mitarbeiter
Jonas Boldt
J. Boldt Alter: 44
Hannover 96
Hannover 96


Zumindest scheint Schalke aber das Anforderungsprofil der Kandidaten klar abgesteckt zu haben. Der „Kicker“ fasst es als eierlegende Wollmilchsau zusammen. Gesucht sei ein strategisch denkender Experte, der mit einer „klaren Philosophie“ die Geschicke „langfristig prägt“, erklärte Hefer. Dies soll Hand in Hand mit dem Vorstandsvorsitzenden Matthias Tillmann geschehen, der „weiterhin die großen strategischen Entscheidungen im Sport begleiten und die Ausrichtung immer wieder prüfen und die Umsetzung überwachen wird.“


Das Profil des neuen Schalke-Sportvorstands


Die Kandidaten sollen zudem über maximale Sportkompetenz verfügen und nicht nur hinter dem Schreibtisch gesessen haben. Dies sei elementar, um etwa eine Spielidee zu implementieren, „die sich von der Knappenschmiede bis zur Profimannschaft durchzieht“, sagte Hefer. „Denn Vereine mit einer klaren, nachhaltigen Spielphilosophie sind langfristig erfolgreicher als mit einer rein saisonalen Herangehensweise.“



Wir führen Gespräche mit sehr guten Kandidaten.



Wichtig sei außerdem, dass der Sportvorstand in spe gewillt ist, die Aufgaben beim weiter angeschlagenen Revierklub ohne große finanzielle Möglichkeiten anzugehen. Ein Bankrott konnte in den letzten Jahren zwar abgewendet werden, aber noch drücken 162 Mio. Euro Schulden. Allein 2023 musste Schalke 16 Mio. Euro für Tilgung und Zinsen bezahlen. Die Königsblauen „wieder zu einem stabilen Bundesligisten zu machen“, müsse ohne große Investitionen gelingen, betonte Hefer.



Der Neue muss zudem auch menschlich in die Schalker Führungsriege passen, nicht etwa wie Ex-Trainer Geraerts und Ex-Sportdirektor Wilmots mit Kaderplaner Manga aneinandergeraten. Weitere wichtige Attribute seien eine gewisse Druckresistenz bei einem emotionalen Traditionsklub mit rund 190.000 Mitgliedern sowie eine öffentlichkeitswirksame Außendarstellung, im besten Fall soll er eine Art Sympathieträger sein.



„Wir führen Gespräche mit sehr guten Kandidaten, die bewiesen haben, dass sie langfristig stabile Projekte aufbauen können“, verriet Hefer. Funktionäre, die schon länger bei einem Bundesliga-Klub gearbeitet haben, seien im Fokus, aber auch eine neue, unbekanntere Kraft aus dem Ausland sei möglich. Sicher erscheint nur eins: Die Wahl wird auf niemanden fallen, der langfristig gebunden ist. Die Zahlung einer hohen Ablöse für einen neuen Sportvorstand ist ausgeschlossen.


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devils79 SG Eintracht Gelsenkirchen devils79 17.02.2025 - 07:12
Zitat von Bolzplatzheld
Zitat von devils79

Zitat von Bolzplatzheld




Sehr gut geschrieben!


Dankeschön
default.jpg 14.02.2025 - 15:23
Zitat von devils79
Zitat von Bolzplatzheld

MUSS IMMER AN DIE ENTLASSUNG VON SLOMKA DENKEN!

Erst Assistent von Rangnick (wurde beurlaubt), In der Rückrunde übernahm Slomka als Chef:

2005/ 2006: UEFA Cup Halbfinale ! (Aus gegen FC Sevilla dem späteren Titelgewinner)
Bundesliga 4.

2006/2007: Bundesliga Vizemeister! (hinter VfB Stuttgart)

2007/2008: Champions League Viertelfinale!!! (Aus gegen FC Barcelona/ Henry, Eto o, Xavi, Iniesta etc. )

Drei Tage später (1:5 in Bremen) wurde Slomka als Bundesliga Tabellen 2. !!! entlassen!

EINFACH UNGLAUBLICH! ABER WAHR!


Und heute??? 😒


Man wollte Partout, die Meisterschaft holen, die man 2001 gefühlt schon geholt hat. Dafür haben die damaligen Verantwortlichen alle riskiert und damit den Grundstock für die jetzige Situation gelegt. Ohne die Arena-ANleihe und die 2 Fan- Anleihe wäre der Verein schon längst tot. Natürlich werden nun auch nicht mehr die Talente produziert wie es damals war, wo bekanntlich der Grundstock der Weltmeister von 2014 aus der Jugend von SChalke kamen. Inzwischen brechen nur noch bedingt jugendspieler in EUphorie aus wenn Schalke anklopft. Alleine 14 Mio Zinsen pro Jahr ist mehr als der Etat der meistens 2 Liga Vereine.Schalke ist am SCheideweg, entweder enden wie RWE oder RWO oder wie Phönix aus der Asche wie der BvB damals. Allerdings sind die Bedingungen heute deutlich schwieriger als in den 90er Jahren. Selbst wenn man es schafft wieder in die erste Liga zukommen, wird man sich dort erstmal wieder halten müssen bevor man wieder von alten Zeiten Träumen kann, den an den wichtigen Fleischtöpfen hängen inzwischen deutlich größere Tiere, auch wenn dies nicht auf die Fans sondern nur auf die finanziellen (siehe Leverkusen) und infrastrukturellen Möglichkeiten (siehe Leipzig) bezogen ist.



Sehr gut geschrieben!
devils79 SG Eintracht Gelsenkirchen devils79 14.02.2025 - 12:54
Zitat von Bolzplatzheld
MUSS IMMER AN DIE ENTLASSUNG VON SLOMKA DENKEN!

Erst Assistent von Rangnick (wurde beurlaubt), In der Rückrunde übernahm Slomka als Chef:

2005/ 2006: UEFA Cup Halbfinale ! (Aus gegen FC Sevilla dem späteren Titelgewinner)
Bundesliga 4.

2006/2007: Bundesliga Vizemeister! (hinter VfB Stuttgart)

2007/2008: Champions League Viertelfinale!!! (Aus gegen FC Barcelona/ Henry, Eto o, Xavi, Iniesta etc. )

Drei Tage später (1:5 in Bremen) wurde Slomka als Bundesliga Tabellen 2. !!! entlassen!

EINFACH UNGLAUBLICH! ABER WAHR!


Und heute??? 😒


Man wollte Partout, die Meisterschaft holen, die man 2001 gefühlt schon geholt hat. Dafür haben die damaligen Verantwortlichen alle riskiert und damit den Grundstock für die jetzige Situation gelegt. Ohne die Arena-ANleihe und die 2 Fan- Anleihe wäre der Verein schon längst tot. Natürlich werden nun auch nicht mehr die Talente produziert wie es damals war, wo bekanntlich der Grundstock der Weltmeister von 2014 aus der Jugend von SChalke kamen. Inzwischen brechen nur noch bedingt jugendspieler in EUphorie aus wenn Schalke anklopft. Alleine 14 Mio Zinsen pro Jahr ist mehr als der Etat der meistens 2 Liga Vereine.Schalke ist am SCheideweg, entweder enden wie RWE oder RWO oder wie Phönix aus der Asche wie der BvB damals. Allerdings sind die Bedingungen heute deutlich schwieriger als in den 90er Jahren. Selbst wenn man es schafft wieder in die erste Liga zukommen, wird man sich dort erstmal wieder halten müssen bevor man wieder von alten Zeiten Träumen kann, den an den wichtigen Fleischtöpfen hängen inzwischen deutlich größere Tiere, auch wenn dies nicht auf die Fans sondern nur auf die finanziellen (siehe Leverkusen) und infrastrukturellen Möglichkeiten (siehe Leipzig) bezogen ist.
Autor
benny_23
Benedikt Duda
TM-Username: benny_23

Redakteur | seit 2011 auf TM aktiv

Alle Beiträge des Autors
Jonas Boldt
Hannover 96
Jonas Boldt
Geb./Alter:
19.01.1982 (44)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Hannover 96
Aktuelle Funktion:
Geschäftsführer Sport
Vertrag bis:
31.05.2029
Im Amt seit:
01.06.2026
Fredi Bobic
Legia Warschau
Fredi Bobic
Geb./Alter:
30.10.1971 (54)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Legia Warschau
Aktuelle Funktion:
Sportdirektor
Im Amt seit:
01.06.2026
FC Schalke 04
Gesamtmarktwert:
67,33 Mio. €
Wettbewerb:
Bundesliga
Kadergröße:
30
Letzter Transfer:
Junior Dina Ebimbe
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