01.06.2026 - 16:13 | Quelle: dpa/Transfermarkt | Lesedauer: unter 4 Min.
Hannover 96
Jonas Boldt
Neuer Sportchef 

Boldt-Antritt bei Hannover 96: 2. Liga war „nicht unbedingt mein Ziel“ – Aufstieg die Ambition

Boldt-Antritt bei Hannover 96: 2. Liga war „nicht unbedingt mein Ziel“
©IMAGO

Der Aufstieg in die Bundesliga: Das war schon das große Ziel, als Jonas Boldt noch für den Hamburger SV arbeitete. Und um nichts anderes geht es jetzt auch in seinem neuen Job bei Hannover 96. Am Montag wurde der 44-Jährige am Maschsee als Sport-Geschäftsführer vorgestellt.


Mitarbeiter
Jonas Boldt
J. Boldt Alter: 44
Hannover 96
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„Mein erster Impuls war nicht sofort: Ja, das mache ich. Sondern das musste etwas reifen. Es war nicht unbedingt mein Ziel, wieder in der zweiten Liga zu arbeiten. Aber einer der Impulse war, wieder eine Rolle einzunehmen, in der ich Verantwortung haben und die Verantwortung vorleben kann. Ich bin eher Gestalter als Verwalter. Und dass das in der zweiten Liga mehr notwendig ist, als bei einem Klub, der schon etabliert und ganz gut positioniert ist, ist logisch“, so Boldt auf die Frage nach den Beweggründen seines Wechsels.



Bei den Niedersachsen, die am letzten Spieltag der Saison noch die Bundesliga-Relegation aus den Händen gaben, tritt der gebürtige Nürnberger in die Fußstapfen von Jörg Schmadtke und den seit März vakanten Posten des Sportchefs an. Boldts Aufgabe an der Leine ist klar, wenn man sich im Umfeld des Vereins umhört: Dem in diesem Jahr denkbar knapp verpassten Aufstieg soll aus Sicht der Anhänger idealerweise in zwölf Monaten ein Erfolgserlebnis folgen. Dafür gilt es, bei den Roten einen schlagkräftigen Kader ins Rennen zu schicken. Elf Verträge laufen aus, die Abgänge einiger Leistungsträger der Vorsaison stehen bereits fest. Mit Offensivtalent Yunus Ünal von Hertha BSC ebenso der erste Neuzugang.


„Was ich nicht vermisst habe in den letzten Monaten, sind Begriffe wie Umbruch oder schlafender Riese. Ich habe diesen Klub jedenfalls nicht schlafend wahrgenommen. Ich finde, dass der Klub ein sehr gutes Fundament hat, seriös aufgestellt ist und auch wirtschaftlich sehr solide dasteht. Das Ziel und der Wunsch, irgendwann wieder oben dabei zu sein, ist zum Glück da. Ohne diese Ambition hätte ich es mir auch schwergetan. Ich kann nicht versprechen, wann wir aufsteigen. Aber ich kann auf jeden Fall versprechen, dass das die Ambition sein wird.“



Der Zusammenarbeit mit Trainer Christian Titz und Sportdirektor Ralf Becker, beide ebenfalls mit HSV-Vergangenheit, blickt Boldt positiv entgegen. Beide Personalien waren in den letzten Tagen nach Saisonabschluss medial mehrfach infrage gestellt worden. Boldt räumte bei seinem Antritt mit jeglichen Gerüchten in diese Richtung auf.


„Ich habe mit Ralf Becker und Christian Titz zwei Personen, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite. Und damit kann ich auch die letzten Zweifel ausräumen, ob da irgendjemand wackelt oder nicht. Wenn man in der vergangenen Saison sieht: Acht ausverkaufte Spiele, Tabellenplatz vier, so gut wie lange nicht mehr – dann ist das schon auch ein Stück Arbeit des Trainers und des Trainerteams. Ich bin nicht der Typ, der schnell mit dem Finger auf jemanden zeigt und sagt: Du bist schuld. Der muss weg. Auch bei Ralf Becker komme ich nicht hierhin, klappe den Koffer auf und sage: Den und den Spieler holen wir jetzt. Meine Rolle wird etwas übergeordnet sein.“



Angesprochen auf die Strukturen beim niedersächsischen Traditionsklub und den nicht seltenen Zwists zwischen Vereins- und Kapitalseite, sagte Boldt: „Die Struktur in Hannover ist allgemein bekannt. Und es ging jetzt auch nicht darum, daran zu rütteln, sondern mit den handelnden Personen umzugehen. Und da hilft mir definitiv die Erfahrung aus Hamburg. Denn ich glaube: Mehr zerstrittene Lager, Gremien und sonst was wie zu meiner Anfangszeit dort, gibt es kaum noch einmal. Das habe ich mir hier auch ein Stück weit als Ziel gesetzt: Die Menschen bestmöglich mitzunehmen.“


Der Manager freue sich auf die kommenden Herausforderungen und habe sich zuletzt „nach fünf intensiven Jahren in Hamburg ein bisschen Zeit genommen, um Abstand zu gewinnen, mich weiterzubilden und mich mit sehr vielen anderen Sportarten zu beschäftigen. Vor allem, was Strukturen und Führung angeht. Natürlich wäre ich auch gerne als Kapitän beim Aufstieg des HSV dabei gewesen. Aber das, was wir dort entwickelt haben, dass wir die Kultur verändert und diese Leistungsambitionen eingebracht haben: Das ist schon etwas, worauf ich sehr stolz zurück gucke.“



Einer, der seine Entscheidung pro 96 unterstütze, sei auch Boldts Mentor Rudi Völler. Unter dem ehemaligen Bundestrainer und heutigen DFB-Direktor hatte er einst in Diensten von Bayer 04 Leverkusen sein Handwerk gelernt. „Er hat mir auf jeden Fall schon gratuliert zu diesem Job. Aber ich hatte ihn in meine Entscheidung auch mit eingebunden im Rahmen des Pokalfinals. Er hat mir sehr stark dazu geraten. Aber er kennt mich auch und weiß, dass ich so eine Art Aufgabe und Challenge wieder gesucht habe. Wir haben einen sehr regelmäßigen Austausch – ob in einer größeren Runde oder nur allein.“


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LiridonCana19Shqip Albanien LiridonCana19Shqip 01.06.2026 - 22:17
Also... Zu Leverkusen Zeiten fand ich Boldt immer krass gut und habe mir immer gedacht "boah, der bei Hannover wäre echt ein träum, aber wird nie passieren". Ähnlich wie jetzt mit Krösche, den ich ja auch immer als Übertraum bei Hannover sehe, aber nie passieren wird. Aber wie man sieht, kann ja nun doch alles passieren. Denn genau so habe ich zu seinen Leverkusen Zeiten gedacht. Und damals hätte auch keiner gedacht, dass er in einigen Jahren in Hannover landet. Wie dem auch sei. Zu Leverkusen Zeiten fand ich ihn brutal gut, dann kam die Hamburg Sache, die da einen Knick bzw eine Delle hinterlassen hat. Er war 5 Jahre bei Hamburg und hat es nicht geschafft, mit dem HSV aufzusteigen. So ehrlich muss man sein, das bleibt definitiv im Kopf.
Aber wie man auch hier immer sehen kann, alles kann sich schnell ändern.
Zu Leverkusen Zeiten TOP, zu Hamburg Zeiten eher nicht so Top. Durch die Jahre in Hamburg hat er halt viel Ansehen verloren, weil davor war er wirklich Top 5 Deutschlandweit.

Ich hoffe einfach nur, dass er uns dahin bringt, wo wir langfristig hingehören, in die BUNDESLIGA!!
Viel Erfolg bei uns und bitte mach was. Willkommen in Hannover!
thHannover96 Hannover 96 thHannover96 01.06.2026 - 21:22
Zitat von Rautenseher
nun heißt es an den Personalien auch mal längerfristig festzuhalten, damit sich ein stabiler Entwicklungsprozess bilden kann, auf dem man dann kontinuierlich weiter aufbaut.

War in der Vergangenheit anders, aber seit 5 Jahren sind wir da eigentlich sehr konstant. Aufgrund der guten Entwicklung, wurden uns aber zunächst unser Geschäftsführer Mann, als auch Chefscout, Videoscout und schließlich auch noch der U21-Coach abgeworben. Ja: Schmadtke war nur 3 Monate hier, aber hat dann selbst das Handtuch geworfen. Will sagen: Dass zuletzt so viel Fluktuation auf der Position herrschte lag weniger an Kind, oder anderen Entscheidungsträgern und fehlende Geduld, als dass wir entsprechende Personen einfach nicht halten konnten, bzw. aus Dankbarkeit auch keine Steine in den Weg gelegt haben.
Tharanos Borussia Dortmund Tharanos 01.06.2026 - 20:40
Zitat von handycap
Als es vor einigen Tagen hieß, Boldt wird auf Schmadtke folgen, war ich noch nicht sonderlich von der Vorstellung begeistert. Zu seiner Zeit beim HSV war mir Boldt einfach zu oft in den Medien, egal ob positiv oder negativ, gerade hier bei TM hatte man das Gefühl, man hätte eine Standleitung zu Jonas.

Nachdem ich mir die letzten Jahre des HSVs mal ein wenig genauer angesehen hatte (Transfers, Verbindlichkeiten …), war ich dann schon ein wenig beruhigter. Nach der heutigen PK muss ich sagen: Chapeau, das war bestimmend, zielsicher und ehrlich. Dazu hat er mit seiner charmanten, eloquenten Art punkten können.

Ich wünsche Herrn Boldt viel Glück und hoffe, dass ich auch in 18 Monaten noch von seinem Auftreten und Handeln überzeugt bin.


Hoffe auch, dass es gelingt und ihr als Verein erfolgreich sein könnt und irgendwann wieder in der ersten Liga seid. Es mag vielleicht nicht schon nächstes Jahr passieren (aber wer weiß), wenn man aber kontinuierlich weiter so gut arbeitet und darauf aufbaut kann dies schon in den nächsten 2-4 Jahren der Fall sein. Wichtig ist ein solides Fundament auf dem man aufbaut und welches man weiterentwickelt. Ich denke es ist nur folgerichtig, dass man mit Titz weitermacht und ein gutes Team aufbaut und zusammenstellt. Finde er ist ein deutlich besserer Trainer als die letzten bei euch. Die Saison war echt gut und man ist am Ende nur knapp am Aufstieg gesteigert.
Finde Boldt gibt ein ehrliches offenes Interview und seine Arbeit beim HSV fand ich eigentlich ganz gut. Seine Einschätzung wirkt auch sehr realistisch aber trotzdem ambitioniert.
Jonas Boldt
Hannover 96
Jonas Boldt
Geb./Alter:
19.01.1982 (44)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Hannover 96
Aktuelle Funktion:
Geschäftsführer Sport
Vertrag bis:
31.05.2029
Im Amt seit:
01.06.2026
Hannover 96
Gesamtmarktwert:
33,05 Mio. €
Wettbewerb:
2. Bundesliga
Tabellenstand:
17.
Kadergröße:
29
Letzter Transfer:
Marcel Hartel
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