Diskussionsrunde

Robert Enke ist tot

10.11.2009 - 20:17 Uhr
Robert Enke ist tot |#1131
15.11.2009 - 22:59 Uhr
Ich kann es einfach immernoch nicht fassen, dass Robert Enke tot ist!
Ich realisiere jetzt so langsam, dass er nicht mehr zurückkommt und uns zum WM- Titel führen wird.
Ich habe mir eben das Lied Hannovers Nr. 1 angehört und musste anfangen zu weinen, da mich das Thema depressionen auch so betrifft.
Ich finde es einfach nur arm, wenn ein kranker Mensch verurteilt wird, obwohl er eigentlich das Opfer ist!
Wenn man depressiv krank ist und die Krankheit nicht in den Griff bekommt, dann ist man an einem Punkt angelangt, an dem es einfach nicht mehr geht und sich das Leben nehmen will!
Deshalb finde ich es verwehrflich über Robert Enke zu unteilen!
Immer, wenn man Suizid begeht, verletzt man andere. Aber er hat einfach keinen anderen Weg gefunden, sich aus dieser Krise zu befreien.
Ruhe in Frieden, ich hoffe ich werde dich in meinem nächsten Leben persönlich kennen lernen!
So, jetzt kann das Theme geclosed werden, da viele Leute gemschacklos geworden sind!
Robert Enke ist tot |#1132
15.11.2009 - 23:02 Uhr
Eines ist klar!
Die Bundesliga ist nicht mehr die Selbe!
Robert Enke ist tot |#1133
15.11.2009 - 23:41 Uhr
Zitat von Fussballfachmann:
Mich würde mal interessieren wer von euch wirklich aufrichtig trauert? Ich glaube da Prominente nun mal eben in der Öffentlichkeit stehen hat man das Gefühl diese zu kennen, kennt jemand Robert Enke persönlich? Weiß jemand ohne irgendwo nachzulesen was sein Lieblingsessen war, wann er geboren wurde, könnte sich mit ihm über alte Zeiten unterhalten?

Nein, ich denke das können die wenigsten von uns!

Ich denke ich wäre ein Heuchler wenn ich von mir selber behaupten würde ich würde trauern oder wenn ich über eine Internetplattform oder ein Internetkondolenzbuch seiner Frau (die ich beim Einkaufen im Supermarkt nicht erkennen würde) mein Beileid auszusprechen.

Ich finde es traurig was passiert ist und was er gemacht hat. Für mich ist es mehr der Schock das ein Mensch der Geld, Anerkennung und einen Traumjob hatte zu sowas fähig sein kann. Ich hätte nie gedacht zu was Depressionen fähig sein können und versuche aus dieser traurigen Geschichte was zu lernen...


da ist was dran. Sein Tod war eine Tragödie und hat mich wie oben beschrieben schockiert und mein Abend war ruiniert, als ich vom Suizid gelesen habe. aber wirkliche Trauer, wie ich sie beim Tod von Bekannten, Freunden oder Angehörigen verspüre, war einfach nicht da.

Dazu hat die persönliche Bindung gefehlt.

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"Eier, wir brauchen Eier!" (Oliver Kahn, deutscher Philosoph)
Robert Enke ist tot |#1134
16.11.2009 - 00:19 Uhr
Zitat von julius92:
Eines ist klar!
Die Bundesliga ist nicht mehr die Selbe!

Warum nicht?
Ich garantiere dir, und das meine ich absolut nicht despektierlich, dass in der Buli wenn nicht schon am kommenden, dann am übernächsten Spieltag genauso gejubelt wird, wie vor dem Suizid von Robert Enke.
Es wird sicher bei den 96er Fans noch etwas länger dauern, was normal wäre.
Aber auch dort wird irgendwann in naher Zukunft wieder der Alltag Einzug halten.
Das alles bedeutet nicht, dass man Enke vergessen wird.
Nur wird die Bundesliga eben dieselbe sein wie noch vor ein paar Tagen und von den ganzen Lippenbekenntnisse der Offiziellen im Bezug auf Depressionen usw. wird wenig übrig bleiben.
Wenn sich ein paar Clubs im Bereich psych. Betreuung öffnen, wäre dieses schon eine enorme Verbesserung.
Aber die Buli bleibt trotzdem dieselbe.
Nebenbei hege ich aber eben die Befürchtung das sich rein gar nichts ändert.
Weder im Fußball noch im normalen Leben.

Es überwiegt viel zu sehr die Mentalität, dass einen die Probleme anderer nicht angeht.

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Ein Hamsterkäfig sieht nur von innen wie eine Karriereleiter aus!
Robert Enke ist tot |#1135
16.11.2009 - 00:39 Uhr
http://www.sport1.de/de/fussball/artikel_174562.html

sehr interessanter artikel, und der hat recht, meines erachtens.
Robert Enke ist tot |#1136
16.11.2009 - 00:54 Uhr
Zitat von Smember:
http://www.sport1.de/de/fussball/artikel_174562.html

sehr interessanter artikel, und der hat recht, meines erachtens.


Zitat
...Gefehlt hätte schließlich nur noch eine Fan-Meile mit Robert-Enke-Devotionalien und der Bau eines Mausoleums.

Doch auch so schon wirft die morbide Anteilnahme und der Quasi-Todes-Tourismus ein Schlaglicht auf die moralische Beschaffenheit unseres Landes...

...Vor allem der Boulevard spielt dabei die ganze Bandbreite: Videostreams, Live-Chats, Internet-Communitys, Bilderstrecken rauf und runter - technisch werden alle Register gezogen...

Ein wirklich sehr guter Artikel.

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Ein Hamsterkäfig sieht nur von innen wie eine Karriereleiter aus!
Robert Enke ist tot |#1137
16.11.2009 - 01:53 Uhr
An dem Artikel ist sicher einiges wahres, aber es ist auch reichlich überspitzt geschrieben. Was sicher richtig ist, ist die Ausschlachtung der Geschichte. Bis zu einem gewissen Maße war das ja auch notwendig und richtig aber zig Sondersendungen und Diskussionen was nun zu tun ist war sicher zu viel. Auch über Geschichten wie sie die Bild Zeitung veranstaltet braucht man hier sicher keine Worte verlieren.

ABER wie man die Trauerfeier ansich hier kritisieren kann ist doch völlig daneben. Es war eine Trauerfeier für eine beliebte Person, die vielen Leuten in der Umgebung von Hannover und auch ganz Deutschland einiges gegeben hat. Er hat einiges durchmachen müssen und auch das Schicksal seiner Frau hat sicher viele bewegt. Das da viele mittrauern wollen bzw. mitfühlen ist doch absolut ok. Eine Trauerfeier ist dazu da einen Mensch ein letztes mal zu ehren. Das wollten ebenfalls viele Menschen tun
Eine Trauerfeier hat nun mal einen gewissen Rahmen, ob im kleinen Kreis oder im größeren. Auch dort wird der Sarg aufgebahrt, auch dort gibt es Reden, auch dort gibt es Musik. Und dieser Rahmen wurde auch hier nicht übertreten. Das nun 6 Fernsehsender live übertragen haben mag to much gewesen sein, aber daran zieht man sich doch nicht hoch.

Außerdem ist diese Trauerfeier doch kein Monumentaler Einzelfall. Im Ausland gab es in den letzten Jahren vergleichbare Fälle. Z.B. der Eishockeyspieler Alexej Cherepanov in Russland oder der Fussballer Antonio Puerta. Auch dort fanden ähnliche Veranstaltungen statt.

Der Verfasser des Artikels sollte sich vielleicht auch mal mit der Geschichte von Sebastian Deisler auseinandersetzen. Damals wurde nämlich kaum berichtet bzw. das dann doch weiterhin belächelt. Arndt Zeigler hat heute passende Zitate von Fans vorgelesen. Deshalb ist es richtig das die tragische Geschichte etwas mehr dargestellt wurde. Über die Trauerfeier braucht man eh nicht diskutieren, das ist ohne jegliche Grundlage.

Aber es muss nun weitergehen, so zumindest für die Außenstehenden. Es war richtig Robert Enke zu gedenken. Aber das Leben geht weiter.

Wir sind zwar nicht Enke, aber mitfühlen muss erlaubt sein.

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RIP Robert Enke
Robert Enke ist tot |#1138
16.11.2009 - 06:56 Uhr
Ich habe ja schon einmal geschrieben, dass ich die Kritiker des Medienwahns verstehen kann. ABER: Ich möchte festhalten, dass weder Teresa Enke, noch Hannover 96 irgendetwas dazu können, dass die Boukevardmedien den Tod so ausgeschlachtet haben.

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Hannover 96, Altona 93
Robert Enke ist tot |#1139
16.11.2009 - 07:42 Uhr
Vulture01,

ist schon okay. Ich erwische mich manchmal bei dem Gedanken, dass Robert Enke vielleicht selber befremdet den Kopf schütteln würde, wenn er sehen könnte, was da für ein Hype um ihn veranstaltet wird und was für einen Menschen die "öffentliche Meinung" gerade aus ihm macht.

In manchen Punkten stimme ich dir zu: Unsere Gesellschaft tendiert generell sehr stark zu Krokodilstränen und pathetischen Gesten (z.B. Nummer Eins nicht mehr vergeben) und glaubt damit, ihre Schuldigkeit getan zu haben. Taten lässt man dann meistens nicht mehr folgen, weil die Emotionalität für die meisten nicht direkt Betroffenen sehr schnell nachlässt, und dann sehen sie keinen Sinn mehr darin, ihr Verhalten zu verändern oder nur zu reflektieren.

Und das übersteigerte Verklären von Verstorbenen ist ein Phänomen, das leider so alt wie die Gesellschaft ist, und ist nun wahrlich nicht erst seit Robert Enke zu beobachten.

Ich bin mal gespannt, ob Theo Zwanziger wirklich Wort hält und an das Brechen des Tabus Depression im Profisport drangeht. Schöne Worte sagen kann ja schließlich jeder - deshalb bin ich gespannt, ob er jetzt Taten folgen lässt oder ob es nur Bla Bla war.

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"And what can I tell you, my brother, my killer?
What can I possibly say?
I guess that I'll miss you. I guess, I'll forgive you.
I'm glad you stood in my way.
If you ever come by here for Jane or for me -
Well, your enemy's sleeping. And his woman is free.
Yes, and thanks for the trouble you took from her eyes.
I thought it was there for good - so I never tried."
(Leonard Cohen)
Robert Enke ist tot |#1140
16.11.2009 - 08:22 Uhr
Zitat von -NINETYSIXER-:
ABER: Ich möchte festhalten, dass weder Teresa Enke, noch Hannover 96 irgendetwas dazu können, dass die Boukevardmedien den Tod so ausgeschlachtet haben.


Ds ist so nicht richtig. Frau Enke hat unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes eine PK gegeben unter Mithilfe des Vereins. Außerdem ist die Trauerfeier im Stadion sicherlich von h96 geplant und von Frau Enke gebilligt worden. Frau Enke hätte sich ohne Probleme zurückziehen könnnen und eine Trauerfeier im privaten Familienkreis organisieren können und H96 hätte einfach auf diesen Wunsch von Frau Enke verweisen können. Ohne den Input von Frau Enke und H96 wäre die Story niemals so hochgepusht worden.
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