03.08.2026 - 09:59 | Quelle: dpa | Lesedauer: unter 2 Min.
FIFA-Council
Andreas Rettig
Nach Investoren-Plänen 

Rettig kritisiert FIFA-Präsident Infantino: „Irreparabler Vertrauensverlust“

Rettig kritisiert FIFA-Präsident Infantino: „Irreparabler Vertrauensverlust“
©IMAGO

Das Verhältnis zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und FIFA-Präsident Gianni Infantino ist laut DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig nicht mehr zu kitten. „Das ist aus meiner Sicht ein irreparabler Vertrauensverlust – und nicht nur zum DFB“, meinte Rettig in einem Interview des Magazins „Stern“ nach den gescheiterten Investorenplänen Infantinos.



Der 63-Jährige hat dafür zwei Gründe. „Zum einen wegen der Art und Weise, wie diese Entscheidung herbeigeführt werden sollte – Stichwort stilles Kämmerlein – und die unlauteren Köder, die ausgeworfen worden sind. Zum anderen wegen des Inhalts. Daran sieht man auch, dass Herr Infantino sich mittlerweile mit Menschen umgeben hat, die außerhalb des Fußballs kommen – aus der Finanzwirtschaft oder der Realwirtschaft“, erklärte Rettig. „Sie können aber Prinzipien der Finanz- oder Realwirtschaft nicht eins zu eins auf den Fußball übertragen. Das versteht niemand, der den Fußball liebt.“



Infantino hatte in der vergangenen Woche auf einmal milliardenschwere Pläne präsentiert, WM-Rechte an private Investoren verkaufen zu wollen. Nach einer Empörungswelle zog der FIFA-Boss das Vorhaben zurück. Infantino, seit 2016 Verbandschef, ist dadurch massiv in die Kritik geraten. „Als er FIFA-Präsident wurde und Sepp Blatter ablöste, war zunächst eine große Erleichterung spürbar. Nach dem Motto: Jetzt kann es eigentlich nur besser werden. Wir sind leider eines Besseren belehrt worden“, meinte Rettig. „Ich glaube, es hat eine Entwicklung gegeben. Aus meiner Sicht hat Herr Infantino sehr viel Zeit, Geld und Energie in den Erhalt seines Machtapparates investiert. Offenkundig dienten viele Entscheidungen in erster Linie dazu, die eigene Position zu festigen.“



Für Rettig ist Infantino im Grunde nicht mehr tragbar. „Ich kann nur auf die Erklärung der UEFA verweisen. Dort ist von einem Vertrauensverlust die Rede. Damit ist eigentlich alles gesagt. Wenn Mitglieder öffentlich erklären, dass sie kein Vertrauen mehr in die Führung haben, ist das ein sehr deutliches Signal“, so Rettig. Die UEFA war Infantino scharf angegangen. „Es muss die Reset-Taste gedrückt werden. Es braucht eine andere Kultur. Denn Vertrauen ist die härteste Währung.“


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Tharanos Borussia Dortmund Tharanos 03.08.2026 - 18:27
Zitat von Jawoischsho
Zitat von Knpfl

Wow, dieser Mut!... wäre gefragt gewesen, als es noch etwas gekostet hätte, Stellung zu beziehen. Jetzt, wo ohnehin viele auf Infantino "einprügeln", will man zu den Ersten gehören, die ihn kritisieren.


Du hast sicher Recht, der DFB hat sich immer kontur- und rückgratlos verhalten und seinen vorhandenen EInfluss nie geltend gemacht, beispielsweise als Infantio die Ethikkommission entmachtet und damit die Complianceregeln aufgehoben hat.
Es wirkt unfreiwillig komisch und lächerlich, wenn man halbherzige Alibiaktionen – wie die One-Love-Binde bei der WM 2022 in Katar – veranstaltet.

Im Ergebnis bewerte ich die nuj entschiedene und anhaltende Kritik des DFB an Infantino anders als Du.
Übrigens: Es gibt sogar hierzulande Personen wie den CSU-Rechtsaußen Peter Gauweiler, die nicht auf Infantino draufhauen, sondern ihn öffentlich (Beitrag in der Welt) immer noch als ›genialen Kerl‹ rühmen.

Ich bin der Meinung, dass man jetzt auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen darf, man habe alles gesagt. Solange dieser Generalsektretät an seinem Amt klebt, müssen ihm die Verbände – der DFB als größter Verband im Besonderen – die Hölle heiss machen, bis er endlich geht – was längst überfällig ist. Ich befürworte, dass man alle Register zieht, auch juristische. Sonst besteht die Gefahr, dass Infantino sich verflüssigt, sich in irgendwelche Ritzen verzieht, im Hintergrund intrigiert und gehäutet wieder auftaucht.

Gerade Andreas Rettich hat sich schon öfters kritisch zu internen Entwicklungen innerhalb des DFB und der DFL kritisch geäußert. Für mich besitzt er eine deutlich höhere Glaubwürdigkeit als der wachsweiche Bernd Neuendorf oder Vereinsfunktionäre wie Hoeness, Rummenigge, Watze und Co.


Volle Zustimmung. Die Änderungen bei der FIFA dürfen nur der Anfang sein.
Jawoischsho FC Augsburg Jawoischsho 03.08.2026 - 15:11
Zitat von Knpfl

Wow, dieser Mut!... wäre gefragt gewesen, als es noch etwas gekostet hätte, Stellung zu beziehen. Jetzt, wo ohnehin viele auf Infantino "einprügeln", will man zu den Ersten gehören, die ihn kritisieren.


Du hast sicher Recht, der DFB hat sich immer kontur- und rückgratlos verhalten und seinen vorhandenen EInfluss nie geltend gemacht, beispielsweise als Infantio die Ethikkommission entmachtet und damit die Complianceregeln aufgehoben hat.
Es wirkt unfreiwillig komisch und lächerlich, wenn man halbherzige Alibiaktionen – wie die One-Love-Binde bei der WM 2022 in Katar – veranstaltet.

Im Ergebnis bewerte ich die nuj entschiedene und anhaltende Kritik des DFB an Infantino anders als Du.
Übrigens: Es gibt sogar hierzulande Personen wie den CSU-Rechtsaußen Peter Gauweiler, die nicht auf Infantino draufhauen, sondern ihn öffentlich (Beitrag in der Welt) immer noch als ›genialen Kerl‹ rühmen.

Ich bin der Meinung, dass man jetzt auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen darf, man habe alles gesagt. Solange dieser Generalsektretät an seinem Amt klebt, müssen ihm die Verbände – der DFB als größter Verband im Besonderen – die Hölle heiss machen, bis er endlich geht – was längst überfällig ist. Ich befürworte, dass man alle Register zieht, auch juristische. Sonst besteht die Gefahr, dass Infantino sich verflüssigt, sich in irgendwelche Ritzen verzieht, im Hintergrund intrigiert und gehäutet wieder auftaucht.

Gerade Andreas Rettich hat sich schon öfters kritisch zu internen Entwicklungen innerhalb des DFB und der DFL kritisch geäußert. Für mich besitzt er eine deutlich höhere Glaubwürdigkeit als der wachsweiche Bernd Neuendorf oder Vereinsfunktionäre wie Hoeness, Rummenigge, Watze und Co.
Knpfl FC Barcelona Knpfl 03.08.2026 - 11:57
Wow, dieser Mut!... wäre gefragt gewesen, als es noch etwas gekostet hätte, Stellung zu beziehen. Jetzt, wo ohnehin viele auf Infantino "einprügeln", will man zu den Ersten gehören, die ihn kritisieren.
Andreas Rettig
Deutschland
Andreas Rettig
Geb./Alter:
25.04.1963 (63)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Deutschland
Aktuelle Funktion:
Geschäftsführer Sport
Vertrag bis:
31.12.2026
Im Amt seit:
15.09.2023
Gianni Infantino
FIFA-Council
Gianni Infantino
Geb./Alter:
23.03.1970 (56)
Nat.:  Schweiz Italien
Akt. Verein:
FIFA-Council
Aktuelle Funktion:
Präsident
Vertrag bis:
31.03.2027
Im Amt seit:
26.02.2016
FIFA-Council
Gesamtmarktwert:
-
Kadergröße:
0
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