1. FC Köln 1. FC Köln
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René Wagner
Geburtsdatum 17.07.1988
Alter 38
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein 1.FC Köln

René Wagner [Trainer]

22.03.2026 - 19:20 Uhr
René Wagner [Trainer] |#261
13.05.2026 - 09:34 Uhr
Zitat von Der_Shaarawy95
Ehrlicherweise bin ich aber auch total verwirrt, René Wagner genießt seit Jahren bei uns im Verein ein uneingeschränktes Vertrauen von den Verantwortlichen, als er damals Baumgart zum HSV folgte war man richtig traurig. Das was wir aktuell sehen, kann ja nicht alles sein was der Trainer René Wagner zu bieten hat oder? Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass ALLE aus unserem Verein da komplett falsch liegen.


Ich glaube weiterhin, dass er fachlich top ist. Mir ist er unter Baumgart schon aufgefallen. Hat während der Spiele total viel Input an ihn weitergegeben. Die waren ständig in Kommunikation.

Ich fürchte, was Wagner schwer fällt ist Chef sein. Er scheint mir ein total angenehmer Mensch zu sein, aber ihm fehlt die natürliche Autorität. Auf den PKs wirkt er immer sehr bemüht.

Auch die kleinen Anzeichen aus der Mannschaft zeigen, dass er sich in Sachen Führung nicht voll durchsetzen kann. Dass auf St Pauli nur lange Bälle geschlagen werden, obwohl die Vorgabe eine andere war. Dass Simpson-Pusey zu spät kommt und sofort drastisch sanktioniert wird. Dass Schwäbe auf "soll er Trainer bleiben" mit "ich kenne ihn schon lange" ausweicht und zu einem schwachen Ja vorm Mikro rausgekitzelt wird...

Vielleicht wären 1-2 Jahre U19 Chefcoach bei einem anderen Bundesligisten das richtige für ihn, bevor er wieder im Herrenbereich durchstartet.
René Wagner [Trainer] |#262
13.05.2026 - 10:02 Uhr
Zitat von Der_Shaarawy95

Ehrlicherweise bin ich aber auch total verwirrt, René Wagner genießt seit Jahren bei uns im Verein ein uneingeschränktes Vertrauen von den Verantwortlichen, als er damals Baumgart zum HSV folgte war man richtig traurig. Das was wir aktuell sehen, kann ja nicht alles sein was der Trainer René Wagner zu bieten hat oder? Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass ALLE aus unserem Verein da komplett falsch liegen.


Ich gehe davon aus, dass es an einer Sache liegt, die jeder kennt, der mal aus der Teammitglied-Rolle in eine Führungsrolle gewachsen ist.

Aus ersterer ist es sehr einfach, (wirklich!) gute Tipps und Vorschläge zu machen und zum Gesamterfolg sinnvoll beizutragen.
Aber wenn du die Verantwortung selbst trägst und der Erfolg oder Misserfolg vor allem mit deinem Namen in Verbindung gebracht wird, musst du eine ganz andere Portion Mut aufbringen. Dann ist es nicht mehr ein Vorschlag, dann ist es die Vorgabe, an die sich die unter dir halten und so arbeiten.
Und jeder kann sein Bestes geben, aber wenn es nicht funktioniert, ist es dein Name, der fällt.

Und genau diesen (nötigen) Mut hat Wagner nicht gezeigt. Er hat sich verhalten wie Gisdol oder Struber. Vor allem unter Struber hat man zuerst mutigen Fußball gesehen, dann aber sehr ängstlichen und selbst, als die Punkte eingefahren wurden, hat er nicht mehr zurück geschwenkt.

Wagner hat von Tag 1 an auf Sicherheit gespielt. Das heißt noch nicht mal, dass der Fußball zwingend offensiv sein muss. Man kann auch ein gutes Defensivkonzept haben und damit kontrolliert erfolgreichen Fußball spielen. Aber man muss dem Team mutig seine Philosophie mitgeben, egal wie diese aussieht.

Das sah auf dem Platz wirklich nicht so aus, als hätte es eine wirklich klare Vorgabe gegeben. Wenn ich gegen St. Pauli und Union keinen Plan habe, das Spiel zu gewinnen, dann reicht es nicht für die Bundesliga.

Und natürlich kann man sagen, dass es der Situation geschuldet war, dass man irgendwie noch die Punkte holen musste und nächste Saison alles anders sein könnte.
Aber daran glaube ich nicht, denn diese Drucksituationen wirst du beim FC jedes Jahr haben. Und wenn deine Reaktion darauf ist, irgendwie die nötigen Punkte zu holen, ohne klares Konzept (an dem man auch in schweren Zeiten festhält), dann wird man auch nächste Saison spätestens nach den ersten Niederlagen in Folge wieder dein gleichen Fußball sehen, wie gegen St. Pauli.

Und damit kommt man nicht langfristig weiter. Der Kader wird Stück für Stück umstrukturiert um wie Mainz oder Freiburg spielerisch den Weg nach vorne zu machen und sich in der Bundesliga zu etablieren. Da passt kein Trainer zu, der sich beim ersten Gegenwind einscheißt und alles über den Haufen wirft..

•     •     •

There´s always money in the banana stand!
René Wagner [Trainer] |#263
13.05.2026 - 10:13 Uhr
Danke Klattius,

das ist einer der besten Post's, die ich seit langem hier gelesen habe und entspricht exakt meiner Wahrnehmung.
René Wagner [Trainer] |#264
13.05.2026 - 10:18 Uhr
Zitat von Klattius

Und natürlich kann man sagen, dass es der Situation geschuldet war, dass man irgendwie noch die Punkte holen musste und nächste Saison alles anders sein könnte.
Aber daran glaube ich nicht, denn diese Drucksituationen wirst du beim FC jedes Jahr haben. Und wenn deine Reaktion darauf ist, irgendwie die nötigen Punkte zu holen, ohne klares Konzept (an dem man auch in schweren Zeiten festhält), dann wird man auch nächste Saison spätestens nach den ersten Niederlagen in Folge wieder dein gleichen Fußball sehen, wie gegen St. Pauli.

Und damit kommt man nicht langfristig weiter. Der Kader wird Stück für Stück umstrukturiert um wie Mainz oder Freiburg spielerisch den Weg nach vorne zu machen und sich in der Bundesliga zu etablieren. Da passt kein Trainer zu, der sich beim ersten Gegenwind einscheißt und alles über den Haufen wirft..


Genau sehe ich genau so.
Die Aussagen das er ja vorsichtiger hat spielen lassen und der Klassenerhalt auch durch die Unentschieden geglückt ist halte ich dagegen für nicht Zielführend für die Beurteilung Wagners Arbeit. Zum Zeitpunkt der Spiele wusste niemand das die Unentschieden so reichen würden, Ziel war es stets die Spiele zu gewinnen. Und das man Frankfurt schlagen und gegen Leverkusen punkten kann diese Saison auch als Team von unten haben wir des Öfteren gesehen, zuletzt als Hamburg in Frankfurt den Klassenerhalt klar gemacht hat. Das Spiel in St.Pauli sollte Warnung genug sein, das Wagner es nicht geschafft hat die Mannschaft richtig einzustellen. Der nächste Warnschuss gab es am Sonntag.

Mich würde wirklich mal Kesslers Meinung interessieren welche Stellschrauben Wagner gedreht haben soll, die zu besseren Ergebnissen beigetragen haben sollen.

In mir lebt auch noch ein kleiner Funken Phantasie der mir sagt das Wagner mit kontinuierlicher Arbeit, behobenen Schwachstellen im Kader und mehr Zeit etwas Entwickeln könnte das uns nächste Saison stabilen Fussball spielen lässt, aber die Vorzeichen und Fakten sind leider einfach schlecht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von whiplash am 13.05.2026 um 10:19 Uhr bearbeitet
René Wagner [Trainer] |#265
13.05.2026 - 11:18 Uhr
Zitat von Klattius
Und damit kommt man nicht langfristig weiter. Der Kader wird Stück für Stück umstrukturiert um wie Mainz oder Freiburg spielerisch den Weg nach vorne zu machen und sich in der Bundesliga zu etablieren. Da passt kein Trainer zu, der sich beim ersten Gegenwind einscheißt und alles über den Haufen wirft..


Reicht ja schon, dass wir offenbar so jemanden als Geschäftsführer haben.

Insgesamt ein starker Beitrag. Wagner ist nicht fachlich gescheitert, sondern wohl als Führungskraft. Der Fußball war nicht Kwasniok + x, sondern erinnerte mich auch viel mehr an die Gisdolschen Zeiten. Gisdol nannte das kreatives Chaos, ich empfand es eher als spielerische Armut. Daher haben mir die Gegenentwürfe von Baumgart und v.a. Kwasniok so gut gefallen. Da war auch nicht alles perfekt, aber der Effzeh strahlte aus, dass es einen Spielansatz gibt. Zuletzt war ja nur lang und weit auf Ache mit der Hoffnung, dass er für El Mala ablegen kann.
René Wagner [Trainer] |#266
13.05.2026 - 13:01 Uhr
An sich ein guter und stimmiger Beitrag, Klattius.

Die Ruhe und Vorsicht etwas mit Bedacht zu tun, ist beim 1. FC Köln nicht möglich. Der Vorwurf, Kwasniok hätte die Mannschaft nicht mehr erreicht und Wagner wäre derjenige gewesen, der für die Motivation zuständig war, hat im Nachhinein einen enorm faden Beigeschmack. Die Ergebnisse stimmten unter Wagner nur teilweise und auch die Leistung sowie den Einsatz empfand ich als zunehmend unbefriedigender. Mit Kwasnioks Rauswurf hat man sich wieder einmal ein Bärendienst erwiesen, denn Wagner ist schon jetzt verbrannt, ehe er seinen Job überhaupt erst richtig angetreten hat. Das ist leider typisch Köln und langsam kotzen mich die ständigen Richtungswechsel nur noch an. Meiner Meinung nach braucht es gar nicht viel, um beständig erfolgreich zu sein. Eine Philosophie im Verein auf Kontinuierlichkeit zu setzen, um Stabilität und Ruhe zu bekommen und einen Trainer, der diese mitträgt und auch bei Misserfolg weiter arbeiten darf. Mit Kwasniok hat man so jemanden gehabt, denn die Mannschaft ist seinen Weg mitgegangen. Ich hatte zu keiner Zeit den Eindruck, die Mannschaft würde gegen den Trainer arbeiten.
Diese Wechselstimmung im Verein ist aber das Ergebnis einer Kombination aus strukturellen Problemen und einem Umfeld, das kaum Zeit für Entwicklungen lässt. Aktionismus resultiert aus fehlender Geduld. Wenn den Fans irgendwas nicht passt, wird mit Spruchbändern dagegen gearbeitet, egal ob man eine solide Saison spielt oder nicht. Heutzutage sind Ecken und Kanten verboten, werden als Schwäche ausgelegt, um dann gegen die Person Stimmung zu machen. Die Illusion mancher, dass man vielleicht einen erfolgreichen Trainer nach Köln holen könnte, teile ich nicht. Ich gehe nicht davon aus, dass sich ein renommierter Name diesen Zirkus antun möchte.
René Wagner [Trainer] |#267
13.05.2026 - 15:05 Uhr
Zitat von Klattius

Zitat von Der_Shaarawy95

Ehrlicherweise bin ich aber auch total verwirrt, René Wagner genießt seit Jahren bei uns im Verein ein uneingeschränktes Vertrauen von den Verantwortlichen, als er damals Baumgart zum HSV folgte war man richtig traurig. Das was wir aktuell sehen, kann ja nicht alles sein was der Trainer René Wagner zu bieten hat oder? Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass ALLE aus unserem Verein da komplett falsch liegen.


Ich gehe davon aus, dass es an einer Sache liegt, die jeder kennt, der mal aus der Teammitglied-Rolle in eine Führungsrolle gewachsen ist.

Aus ersterer ist es sehr einfach, (wirklich!) gute Tipps und Vorschläge zu machen und zum Gesamterfolg sinnvoll beizutragen.
Aber wenn du die Verantwortung selbst trägst und der Erfolg oder Misserfolg vor allem mit deinem Namen in Verbindung gebracht wird, musst du eine ganz andere Portion Mut aufbringen. Dann ist es nicht mehr ein Vorschlag, dann ist es die Vorgabe, an die sich die unter dir halten und so arbeiten.
Und jeder kann sein Bestes geben, aber wenn es nicht funktioniert, ist es dein Name, der fällt.

Und genau diesen (nötigen) Mut hat Wagner nicht gezeigt. Er hat sich verhalten wie Gisdol oder Struber. Vor allem unter Struber hat man zuerst mutigen Fußball gesehen, dann aber sehr ängstlichen und selbst, als die Punkte eingefahren wurden, hat er nicht mehr zurück geschwenkt.

Wagner hat von Tag 1 an auf Sicherheit gespielt. Das heißt noch nicht mal, dass der Fußball zwingend offensiv sein muss. Man kann auch ein gutes Defensivkonzept haben und damit kontrolliert erfolgreichen Fußball spielen. Aber man muss dem Team mutig seine Philosophie mitgeben, egal wie diese aussieht.

Das sah auf dem Platz wirklich nicht so aus, als hätte es eine wirklich klare Vorgabe gegeben. Wenn ich gegen St. Pauli und Union keinen Plan habe, das Spiel zu gewinnen, dann reicht es nicht für die Bundesliga.

Und natürlich kann man sagen, dass es der Situation geschuldet war, dass man irgendwie noch die Punkte holen musste und nächste Saison alles anders sein könnte.
Aber daran glaube ich nicht, denn diese Drucksituationen wirst du beim FC jedes Jahr haben. Und wenn deine Reaktion darauf ist, irgendwie die nötigen Punkte zu holen, ohne klares Konzept (an dem man auch in schweren Zeiten festhält), dann wird man auch nächste Saison spätestens nach den ersten Niederlagen in Folge wieder dein gleichen Fußball sehen, wie gegen St. Pauli.

Und damit kommt man nicht langfristig weiter. Der Kader wird Stück für Stück umstrukturiert um wie Mainz oder Freiburg spielerisch den Weg nach vorne zu machen und sich in der Bundesliga zu etablieren. Da passt kein Trainer zu, der sich beim ersten Gegenwind einscheißt und alles über den Haufen wirft..

Danke! Top Beitrag, der meine Stimmung sehr schön in Worte fasst.

Und was mich daran so ärgert: Mit LK hatten wir mal jemanden, der mMn den Mut gehabt hat, an seiner Idee/Vision festzuhalten, auch wenn es Widerstände gegeben hat.

Ich kann mich zumindest an kein Spiel unter LK erinnern, in dem wir so hilflos ausgesehen haben, wie gegen Pauli (Heidenheim hab ich nicht gesehen).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spaaamer am 13.05.2026 um 15:07 Uhr bearbeitet
René Wagner [Trainer] |#268
13.05.2026 - 15:11 Uhr
Zitat von Klattius
Zitat von Der_Shaarawy95

Ehrlicherweise bin ich aber auch total verwirrt, René Wagner genießt seit Jahren bei uns im Verein ein uneingeschränktes Vertrauen von den Verantwortlichen, als er damals Baumgart zum HSV folgte war man richtig traurig. Das was wir aktuell sehen, kann ja nicht alles sein was der Trainer René Wagner zu bieten hat oder? Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass ALLE aus unserem Verein da komplett falsch liegen.


Ich gehe davon aus, dass es an einer Sache liegt, die jeder kennt, der mal aus der Teammitglied-Rolle in eine Führungsrolle gewachsen ist.

Aus ersterer ist es sehr einfach, (wirklich!) gute Tipps und Vorschläge zu machen und zum Gesamterfolg sinnvoll beizutragen.
Aber wenn du die Verantwortung selbst trägst und der Erfolg oder Misserfolg vor allem mit deinem Namen in Verbindung gebracht wird, musst du eine ganz andere Portion Mut aufbringen. Dann ist es nicht mehr ein Vorschlag, dann ist es die Vorgabe, an die sich die unter dir halten und so arbeiten.
Und jeder kann sein Bestes geben, aber wenn es nicht funktioniert, ist es dein Name, der fällt.

Und genau diesen (nötigen) Mut hat Wagner nicht gezeigt. Er hat sich verhalten wie Gisdol oder Struber. Vor allem unter Struber hat man zuerst mutigen Fußball gesehen, dann aber sehr ängstlichen und selbst, als die Punkte eingefahren wurden, hat er nicht mehr zurück geschwenkt.

Wagner hat von Tag 1 an auf Sicherheit gespielt. Das heißt noch nicht mal, dass der Fußball zwingend offensiv sein muss. Man kann auch ein gutes Defensivkonzept haben und damit kontrolliert erfolgreichen Fußball spielen. Aber man muss dem Team mutig seine Philosophie mitgeben, egal wie diese aussieht.

Das sah auf dem Platz wirklich nicht so aus, als hätte es eine wirklich klare Vorgabe gegeben. Wenn ich gegen St. Pauli und Union keinen Plan habe, das Spiel zu gewinnen, dann reicht es nicht für die Bundesliga.

Und natürlich kann man sagen, dass es der Situation geschuldet war, dass man irgendwie noch die Punkte holen musste und nächste Saison alles anders sein könnte.
Aber daran glaube ich nicht, denn diese Drucksituationen wirst du beim FC jedes Jahr haben. Und wenn deine Reaktion darauf ist, irgendwie die nötigen Punkte zu holen, ohne klares Konzept (an dem man auch in schweren Zeiten festhält), dann wird man auch nächste Saison spätestens nach den ersten Niederlagen in Folge wieder dein gleichen Fußball sehen, wie gegen St. Pauli.

Und damit kommt man nicht langfristig weiter. Der Kader wird Stück für Stück umstrukturiert um wie Mainz oder Freiburg spielerisch den Weg nach vorne zu machen und sich in der Bundesliga zu etablieren. Da passt kein Trainer zu, der sich beim ersten Gegenwind einscheißt und alles über den Haufen wirft..

Das teile ich einfach zu 100%.
Das ist auch der Grund, warum ich den Rausschmiss von Kwasniok als falsch empfunden habe. Gehört jetzt der Vergangenheit an, Aber genau so einen Trainer, der sich nicht den Gegebenheit hingibt, wie es Wagner oder Struber getan haben, brauche ich hier ehrlicherweise nicht.
René Wagner [Trainer] |#269
13.05.2026 - 16:31 Uhr
Zitat von Klattius

Zitat von Der_Shaarawy95

Ehrlicherweise bin ich aber auch total verwirrt, René Wagner genießt seit Jahren bei uns im Verein ein uneingeschränktes Vertrauen von den Verantwortlichen, als er damals Baumgart zum HSV folgte war man richtig traurig. Das was wir aktuell sehen, kann ja nicht alles sein was der Trainer René Wagner zu bieten hat oder? Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass ALLE aus unserem Verein da komplett falsch liegen.


Ich gehe davon aus, dass es an einer Sache liegt, die jeder kennt, der mal aus der Teammitglied-Rolle in eine Führungsrolle gewachsen ist.

Aus ersterer ist es sehr einfach, (wirklich!) gute Tipps und Vorschläge zu machen und zum Gesamterfolg sinnvoll beizutragen.
Aber wenn du die Verantwortung selbst trägst und der Erfolg oder Misserfolg vor allem mit deinem Namen in Verbindung gebracht wird, musst du eine ganz andere Portion Mut aufbringen. Dann ist es nicht mehr ein Vorschlag, dann ist es die Vorgabe, an die sich die unter dir halten und so arbeiten.
Und jeder kann sein Bestes geben, aber wenn es nicht funktioniert, ist es dein Name, der fällt.

Und genau diesen (nötigen) Mut hat Wagner nicht gezeigt. Er hat sich verhalten wie Gisdol oder Struber. Vor allem unter Struber hat man zuerst mutigen Fußball gesehen, dann aber sehr ängstlichen und selbst, als die Punkte eingefahren wurden, hat er nicht mehr zurück geschwenkt.

Wagner hat von Tag 1 an auf Sicherheit gespielt. Das heißt noch nicht mal, dass der Fußball zwingend offensiv sein muss. Man kann auch ein gutes Defensivkonzept haben und damit kontrolliert erfolgreichen Fußball spielen. Aber man muss dem Team mutig seine Philosophie mitgeben, egal wie diese aussieht.

Das sah auf dem Platz wirklich nicht so aus, als hätte es eine wirklich klare Vorgabe gegeben. Wenn ich gegen St. Pauli und Union keinen Plan habe, das Spiel zu gewinnen, dann reicht es nicht für die Bundesliga.

Und natürlich kann man sagen, dass es der Situation geschuldet war, dass man irgendwie noch die Punkte holen musste und nächste Saison alles anders sein könnte.
Aber daran glaube ich nicht, denn diese Drucksituationen wirst du beim FC jedes Jahr haben. Und wenn deine Reaktion darauf ist, irgendwie die nötigen Punkte zu holen, ohne klares Konzept (an dem man auch in schweren Zeiten festhält), dann wird man auch nächste Saison spätestens nach den ersten Niederlagen in Folge wieder dein gleichen Fußball sehen, wie gegen St. Pauli.

Und damit kommt man nicht langfristig weiter. Der Kader wird Stück für Stück umstrukturiert um wie Mainz oder Freiburg spielerisch den Weg nach vorne zu machen und sich in der Bundesliga zu etablieren. Da passt kein Trainer zu, der sich beim ersten Gegenwind einscheißt und alles über den Haufen wirft..


Spannender Beitrag!

Grundsätzlich teile ich die Beobachtung, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob man auf dem Tandem hinten oder mit-Lenker-in-der-Hand vorne sitzt. Und um es vorweg zu nehmen - ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob Wagner der richtige Trainer für den FC ist. Insbesondere bei der Fortführung des Kaderumbruchs (oder -weiterentwicklung) im anstehenden Sommer.

Gleichwohl bewerte ich die letzten Wochen differenzierter:

Der Fußball unter LK war ohne Zweifel emotional, attraktiv anzusehen und zumindest im ersten Saison-Drittel erfolgreich. Rückblickend habe ich immer noch keine Meinung, worin die Ursachen für die Ergebniskrisen im Spätherbst und Frühjahr lagen. War das System spieltaktisch "dechiffriert", war die Verletzungsmisere schuld, fehlte der Mannschaft Qualität bzw. Konstanz oder zu häufig schlicht das "Spielglück". Randnotiz: Meine Beobachtung in dieser Saison ist, dass gerade letzteres für die Punkteausbeute des FC zu häufig entscheidend war.

Wie dem auch sei - der Trainerwechsel vor der letzten Länderspielpause war in meiner Bewertung nicht zwingend, gleichwohl erklärbar: Neue Impulse setzen, um den Trend zu brechen. Vielleicht spielte bei der Demission auch LKs kantiger Charakter eine (Neben-)Rolle.

Dabei erwarte ich, dass der Trainerwechsel auch eine Veränderung im Spiel nach sich zieht. Ein "weiter so" würde für mich keinen Sinn machen. RW hat in meiner Beobachtung den Regler von "Hurra" auf "etwas-mehr-Ordnung" gestellt. Wenn ich die Spiele unter seiner Ägide Revue passieren lasse, dann erkenne ich durchaus noch den mutigen Ursprung vom Saison-Beginn: Gegen Frankfurt, Bremen, Leverkusen und Union wurde nach vorne gespielt, wurden Torchancen erarbeitet. Leider wurden auch zu viele Torchancen vergeben, die Unzulänglichkeiten in der Defensive besiegelten die insgesamt magere Punkteausbeute.

Meine Zweifel an RW werden insbesondere durch die Auftritte gegen St. Pauli und Heidenheim genährt: In beiden Spielen wurde die Performance des FC der Bedeutung und den immanenten Chancen der Partien für den weiteren Saisonverlauf nicht gerecht. Die Auftritte waren fahrig und uninspiriert. Als Außenstehender frage ich mich dann auch, was der Plan war - und woran er gescheitert ist. Tatsächlich zeigte der FC dieses Gesicht im Saisonverlauf auch schon öfters - bspw. gegen Union oder Bremen in der Hinrunde.

Zusammenfassend möchte ich die angemerkte Philosophie-Losigkeit nicht in den Vordergrund stellen. Vielmehr zeigt mir der FC auch unter RW zu viel Kontinuität bei den aus dem Saisonverlauf bekannten Unzulänglichkeiten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dilbert am 13.05.2026 um 16:32 Uhr bearbeitet
René Wagner [Trainer] |#270
13.05.2026 - 20:41 Uhr
Zitat von Klattius
Zitat von Der_Shaarawy95

Ehrlicherweise bin ich aber auch total verwirrt, René Wagner genießt seit Jahren bei uns im Verein ein uneingeschränktes Vertrauen von den Verantwortlichen, als er damals Baumgart zum HSV folgte war man richtig traurig. Das was wir aktuell sehen, kann ja nicht alles sein was der Trainer René Wagner zu bieten hat oder? Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass ALLE aus unserem Verein da komplett falsch liegen.


Ich gehe davon aus, dass es an einer Sache liegt, die jeder kennt, der mal aus der Teammitglied-Rolle in eine Führungsrolle gewachsen ist

Aus ersterer ist es sehr einfach, (wirklich!) gute Tipps und Vorschläge zu machen und zum Gesamterfolg sinnvoll beizutragen.
Aber wenn du die Verantwortung selbst trägst und der Erfolg oder Misserfolg vor allem mit deinem Namen in Verbindung gebracht wird, musst du eine ganz andere Portion Mut aufbringen. Dann ist es nicht mehr ein Vorschlag, dann ist es die Vorgabe, an die sich die unter dir halten und so arbeiten.
Und jeder kann sein Bestes geben, aber wenn es nicht funktioniert, ist es dein Name, der fällt.

Und genau diesen (nötigen) Mut hat Wagner nicht gezeigt. Er hat sich verhalten wie Gisdol oder Struber. Vor allem unter Struber hat man zuerst mutigen Fußball gesehen, dann aber sehr ängstlichen und selbst, als die Punkte eingefahren wurden, hat er nicht mehr zurück geschwenkt.

Wagner hat von Tag 1 an auf Sicherheit gespielt. Das heißt noch nicht mal, dass der Fußball zwingend offensiv sein muss. Man kann auch ein gutes Defensivkonzept haben und damit kontrolliert erfolgreichen Fußball spielen. Aber man muss dem Team mutig seine Philosophie mitgeben, egal wie diese aussieht.

Das sah auf dem Platz wirklich nicht so aus, als hätte es eine wirklich klare Vorgabe gegeben. Wenn ich gegen St. Pauli und Union keinen Plan habe, das Spiel zu gewinnen, dann reicht es nicht für die Bundesliga.

Und natürlich kann man sagen, dass es der Situation geschuldet war, dass man irgendwie noch die Punkte holen musste und nächste Saison alles anders sein könnte.
Aber daran glaube ich nicht, denn diese Drucksituationen wirst du beim FC jedes Jahr haben. Und wenn deine Reaktion darauf ist, irgendwie die nötigen Punkte zu holen, ohne klares Konzept (an dem man auch in schweren Zeiten festhält), dann wird man auch nächste Saison spätestens nach den ersten Niederlagen in Folge wieder dein gleichen Fußball sehen, wie gegen St. Pauli.

Und damit kommt man nicht langfristig weiter. Der Kader wird Stück für Stück umstrukturiert um wie Mainz oder Freiburg spielerisch den Weg nach vorne zu machen und sich in der Bundesliga zu etablieren. Da passt kein Trainer zu, der sich beim ersten Gegenwind einscheißt und alles über den Haufen wirft..


Naja. Die Frage ist halt was von dir erwartet wird, wenn du in deiner Rolle wächst. Wenn mutige Entscheidungen nicht das ist, was man von dir erwartet, sondern dein Chef von dir ein weiter so erwartet und auf Sicherheit zu gehen, dann ist der nicht gezeigte Mut nicht zwingend eine Katasterschwäche und schon gar kein fehlendes Merkmal, das dich für die Rolle disqualifiziert.

An die Punkte, wo wir den karakter hätten beurteilen können, sind wir doch gar nicht gekommen. Wäre es noch mal richtig eng geworden hätte Wagner den hin dir geforderten nur zeigen nüssen. Da das ausblieb wären derartige Entscheidungen vor allem aktionistisch und übermotiviert gewesen.

Ehrlicherweise bin ich Wagner extrem dankbar so nicht gehandelt zu haben. Für sich und deine Position wäre es nämlich viel besser gewesen sich deutlicher von seinem Vorgänger anzuheben, klarer rauszuarbeiten was er anders macht und das auch offensiv zu kommunizieren. Dein Beitrag ist eine starkes Indiz für diese These.

So fehlen ihm jetzt halt die klaren Argumente. Hätte er sich aber darauf fokussiert könntwn uns jetzt die Punkte fehlen.

Von daher finde ich, dass mit Wagner viel zu hart ins Gericht gegangen wird. Um jeden Preis halten möchte aber auch ich ihn nicht. Trotzdem würde ich jetzt auch nicht das geißbockheim abreißen wenn er doch noch bleiben sollte
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