20.02.2024 - 12:14 | Quelle: Transfermarkt/Sportschau | Lesedauer: unter 4 Min.
Bundesliga
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Letzter Bieter im DFL-Investorenprozess: Wer und was steckt hinter CVC?

DFL-Investorendebatte: Wer und was steckt hinter CVC?
©IMAGO

Der US-Finanzinvestor Blackstone hat sich aus dem Bieterprozess für die Medienrechte der Bundesliga und 2. Bundesliga zurückgezogen. Letzter Anwärter auf eine prozentuale Beteiligung an der Tochtergesellschaft zur Verwertung der Medienrechte bleibt damit CVC Capital Partners. „Der weitere Prozess wird im vorgesehenen Zeitplan mit CVC fortgeführt“, hieß es von der Deutschen Fußball Liga, die für eine Beteiligung an den Fernseh-Erlösen auf die Zahlung von einer Milliarde Euro hofft.



Seit Monaten protestieren die aktiven Fanszenen gegen die Pläne der DFL. Bei einer Abstimmung der 36 Profiklubs im vergangenen Dezember war die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp zustande gekommen. Bei einer ersten Abstimmung im Mai des letzten Jahres hatte es mit der nötigen Mehrheit nicht geklappt, woraufhin das Konzept überarbeitet worden sein soll. Der Vertrag mit dem strategischen Vermarktungspartner soll nun vor der Ausschreibung der nationalen TV-Rechte abgeschlossen sein. Die Auktion ist für Mitte April geplant. Die DFL hatte zuletzt die Zahl der Bewerber peu à peu auf zwei Unternehmen reduziert, jetzt ist nur noch eins davon übrig. Doch wer und was steckt eigentlich genau hinter CVC?


DFL-Investorenprozess: Wer und was steckt hinter CVC?


Der Investor aus Luxemburg, dessen Wurzeln in den USA liegen, gehört zu den zehn größten Private-Equity-Unternehmen der Welt – neudeutsch für Beteiligungsgesellschaften. Diese sammeln Geld, verwalten und investieren es dann in Unternehmen, deren Anteile nicht an Börsen oder anderen Märkten gehandelt werden. Nach eigenen Angaben verwaltet CVC aktuell rund 188 Milliarden Euro. Nach einem Einstieg stehen die Beteiligungsgesellschaften einem Unternehmen in der Regel beratend zur Seite. Das sieht auch das Konzept der DFL vor.



CVC investiert weltweit in mehr als 100 Unternehmen, die über 450.000 Menschen beschäftigen. Ein geplanter Börsengang war in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden, unter anderem aufgrund der Unsicherheiten auf dem Weltmarkt etwa durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Wer genau die Geldgeber von CVC sind, ist nicht offen nachvollziehbar. Neben Privatpersonen gehören dazu auch institutionelle Anleger wie Kreditinstitute oder Fonds.



An der Stelle kommt der saudi-arabische Staatsfonds PIF ins Spiel, der öffentliche Investmentfonds des Königreichs. Damit mischt der wegen Verstößen gegen die Menschenrechte stark in der Kritik stehende Golfstaat im Sport und im Fußball bereits kräftig mit. So übernahm PIF etwa 2021 den Premier-League-Klub Newcastle United und 2023 eine Handvoll Vereine in der heimischen Saudi Pro League wie Al-Nassr FC um Superstar Cristiano Ronaldo (39), was für eine millionenschwere Transferoffensive sorgte. PIF zählt auch zu den Geldgebern von CVC.



Die Investitionen von CVC sind breit gefächert, die erste große Übernahme im Sport betraf die Formel 1. Von 2006 bis 2012 hielt CVC die Mehrheitsanteile, 2016 zog sich der Investor komplett zurück. Schon damals wurde Kritik laut. Bob Fernley, stellvertretender Teamchef von Force India, warf CVC vor, während der Zeit den Sport vergewaltigt zu haben: „Alle ihre Maßnahmen wurden ergriffen, um so viel Geld wie möglich aus dem Sport herauszuholen und so wenig wie möglich hineinzugeben.“


Bald auch Bundesliga? CVC investierte bereits in Ligue 1 und LaLiga


Neben weiteren Sportarten wie Rugby oder Tennis ist CVC auch längst im Fußballbusiness aktiv. Mit der französischen Ligue 1 und der spanischen LaLiga hat der Investor schon ähnliche Deals wie mit der DFL abgeschlossen – zu noch höheren Summen. In Frankreich übernahm CVC Anteile an einer Tochtergesellschaft der Ligue 1 und sicherte sich so für 1,5 Mrd. Euro dauerhaft 13 Prozent der Vermarktungserlöse, vor allem von TV-Rechten. In Spanien bekommt CVC für die nächsten 50 Jahre elf Prozent aller Einnahmen der ersten und zweiten Liga und übernahm 10,95 Prozent der audiovisuellen Rechte. Dafür flossen 2,67 Mrd. Euro. Gegenwind gab es unter anderem von Barça und Real Madrid, denen vor allem die lange Laufzeit der vereinbarten Partnerschaft ein Dorn im Auge war. Am Ende beteiligte sich ein Quintett um die beiden Top-Klubs nicht am Deal.



Darüber hinaus erwarb CVC im Jahr 2016 mit 60 Prozent eine Mehrheitsbeteiligung am Wettanbieter Tipico, der zu den wichtigsten Sponsoren der DFL oder von Rekordmeister FC Bayern gehört. Schon zuvor war die Beteiligungsgesellschaft in dem Segment unterwegs. Nach einer Beteiligung am Buchmacher William Hill übernahm CVC 2015 80 Prozent vom Glücksspielunternehmen Sky Betting & Gaming. Die vielen Querverbindungen im Fußball könnten zu Interessenskonflikten führen.



Für alle Geschäfte setzt CVC auf aktive Lobbyarbeit, für den DFL-Deal soll Carsten Schmidt im Hintergrund als Berater die Fäden ziehen. Der 60-Jährige war zuletzt von Dezember 2020 bis Oktober 2021 Vorstandschef von Hertha BSC und zuvor Geschäftsführer des Pay-TV-Senders Sky, der zahlreiche Fußballrechte erworben hat. In Deutschland ist CVC abseits des Sports an Unternehmen wie dem Chemieunternehmen Evonik, Sponsor von Borussia Dortmund, und der Parfümerie Douglas beteiligt.


Fanbündnis zu Blackstone-Aus: „Feiern Zwischenerfolg“


Das Fanbündnis „Unsere Kurve“ hat derweil den Ausstieg des Unternehmens Blackstone bei den Verhandlungen mit der DFL begrüßt. „Das feiern wir als Zwischenerfolg“, sagte der Vorsitzende Jost Peter der „Deutschen Presse-Agentur“. „Das war genau das, was wir erreichen wollten. Unsere Proteste waren erfolgreich.“ Der Widerstand soll nach Angaben von Peter auch gegen CVC weitergehen.


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Letzte Beiträge Newsforum

default.jpg 20.02.2024 - 19:45
Zitat von hasamikun
Zitat von Senra666

Hab noch immer nicht ganz verstanden, warum der DFL nach nem Investor sucht.
In der BuLi läuft doch eh alles rund.

Was diese Auslandsvermarktung betrifft -> Als ob irgendne Sau in zb China sich für die BuLi interessiert. Aufgrund der Zeitverschiebung plus Anstosszeiten passt es für den potentiellen Zuschauer in China sowieso nicht.


Eigentlich ist der Grund ganz einfach: Die DFL verpasst seit 10 Jahren+ die Bundesliga irgendwie zu vermarkte. Es geht nicht mal um die Auslandsvermarktung, die Inlandsvermarktung wurde auch komplett an die Wand gefahren.

Es gab einen Marketingmove der DFL und das war die unfassbare dumme und geklaute Idee, Bayern vs Dortmund als " Der Klassiker" abzustempeln. Dieses Spiel ist historisch nicht mal annähernd das Bedeutendste der Geschichte, auch sportlich war es komplett irrelevant, weil Bayern den BVB zu 90% gnadenlos aus dem Stadion geschossen hat. Man wollte hier vom El Classico klauen und ist grandios gescheitert.

Aber zurück zum Thema: Wie es in Deutschland Tradition ist, wird Digitalisierung und Modernisierung so lange es geht tot geschwiegen. Die DFL hat sich um gar nichts gekümmert. Wir reden hier so grundlegenden Sachen wie Social Media Präsenz/Marketing, eigene Streamingplattformen oder Channels auf Youtube, IG etc. Die DFL denkt, dass Sie diese Sachen nicht aus der eigenen Tasche zahlen können, was absoluter bullshit ist.

Auslandsmarketing hast du ja eigentlich ganz gut zusammengefasst: Es juckt keine Sau außerhalb Deutschland, dass Heidenheim und Darmstadt gegeneinander spielen.


Ich kann dir sagen, dass auch Bayern vs BVB keinen hinter den Ofen hervorlockt. Selbst als man die einzige Sportart war, die während Corona übertragen wurde, war die Zuschauerzahl bei 400k.
Man ist sogar hinter die Taiwanesische Baseball Liga zurückgefallen
hasamikun Borussia Mönchengladbach hasamikun 20.02.2024 - 18:14
Zitat von Senra666

Hab noch immer nicht ganz verstanden, warum der DFL nach nem Investor sucht.
In der BuLi läuft doch eh alles rund.

Was diese Auslandsvermarktung betrifft -> Als ob irgendne Sau in zb China sich für die BuLi interessiert. Aufgrund der Zeitverschiebung plus Anstosszeiten passt es für den potentiellen Zuschauer in China sowieso nicht.


Eigentlich ist der Grund ganz einfach: Die DFL verpasst seit 10 Jahren+ die Bundesliga irgendwie zu vermarkte. Es geht nicht mal um die Auslandsvermarktung, die Inlandsvermarktung wurde auch komplett an die Wand gefahren.

Es gab einen Marketingmove der DFL und das war die unfassbare dumme und geklaute Idee, Bayern vs Dortmund als " Der Klassiker" abzustempeln. Dieses Spiel ist historisch nicht mal annähernd das Bedeutendste der Geschichte, auch sportlich war es komplett irrelevant, weil Bayern den BVB zu 90% gnadenlos aus dem Stadion geschossen hat. Man wollte hier vom El Classico klauen und ist grandios gescheitert.

Aber zurück zum Thema: Wie es in Deutschland Tradition ist, wird Digitalisierung und Modernisierung so lange es geht tot geschwiegen. Die DFL hat sich um gar nichts gekümmert. Wir reden hier so grundlegenden Sachen wie Social Media Präsenz/Marketing, eigene Streamingplattformen oder Channels auf Youtube, IG etc. Die DFL denkt, dass Sie diese Sachen nicht aus der eigenen Tasche zahlen können, was absoluter bullshit ist.

Auslandsmarketing hast du ja eigentlich ganz gut zusammengefasst: Es juckt keine Sau außerhalb Deutschland, dass Heidenheim und Darmstadt gegeneinander spielen. Deutschland hat einfach nicht die Dichte an Top-Clubs wie die Premier League oder die La Liga, wo man jede Woche mehrere wirkliche Spitzenspiele, Derbys etc hat.

Unter dieser Prämisse ist der Investorendeal einfach ein unfassbar großes Risiko: Man denkt, dass man der PL nacheifern kann und will das schnelle Geld haben. Es wird blind in einen absurd schlechten Deal gelaufen, der nicht mal nötig wäre, wenn man kompetente Leute an der Spitze der DFL hätte, die mit dem eigentlich vorhandenen Geld umgehen können. Die Vereine werden kaum etwas von dem Geld abbekommen, können also weder schulden bewältigen noch Spieler davon kaufen und fragliche Mehreinnahmen sollen darauf basieren, dass die Bundesliga plötzlich die internationale Strahlkraft von der Pl oder La Liga bekommt. Der Deal soll also die Basis finanzieren, die die Bundesliga eigentlich schon seit Jahren haben sollte.
Derryman Derry City Derryman 20.02.2024 - 14:54
Zitat von Adler_09
Ich habe das so verstanden, das das Investorengeld in die Auslandsvermarktung gesteckt werden soll. Und hier sieht man Potential mehr Einnahmen zu generieren - zumal hier gerade die großen Ligen einen erheblichen Vorsprung haben.

Das Geld wird also eher Zweckgebunden sein und nicht in die Mannschaft direkt investiert, sondern vielmehr in den Aufbau von Strukturen. Das hört sich erstmal gut an, denn wenn man irgendwo etwas erwirtschaften möchte, muss man erstmal investieren. Ob das Ganze am Beginn 1.Mrd € kostet, kann ich nicht beurteilen. Wenn aber über diese 20 Jahre jedes Jahr ein entsprechender Gewinn daraus generiert wird, von denen ein Teil an den Investor geht (als Rendite) und der andere Teil an die Vereine ausgeschüttet wird, finde ich die Grundidee erstmal gut.

Das sehe ich auch nicht als kurzfristiges Denken, sondern ich sehe dies als einen mittelfristigen Plan. Die Vereine und die DFL werden wohl nicht die 1.Mrd aufbringen können. Insofern macht der Investoren-Einstieg Sinn.

Die Frage über die man diskutieren kann sehe ich lediglich, was die DFL tun muss, um den Deal zu bekommen. Sprich z.B: Bleiben die Anstosszeiten so, wie bisher oder werden wir englische Verhältnisse bekommen?

Ein bisschen mehr Transparenz dahin gehend, was mit dem Geld passieren soll, wäre natürlich angebracht, damit man eben auch alle mitnehmen kann. Das sollte schnellstmöglich erfolgen.



Zunächst einmal, vielen Dank für deinen reflektierten Beitrag, ich sehe das ähnlich.

Zu deinen Bedenken mit den Anstosszeiten allerdings hat die PL regulär allerdings nur einen Spot mehr als die Bundesliga (Fr. 20.30, Sa, 15.30 & 18.30 So 15.30 & 17.30 zu Sa 12.30 & 15.00 und 18.00, So 14.00 und 16.30 und Mo. 20.00) bei einem Spiel pro Spieltag mehr.

Die weitere Zersplitterung kommt ja eher daher, dass einzelne Vereine ja noch in anderen Wettbewerben (FA-Cup, Carabao Cup) teilweise mit Replay's unterwegs sind und 4 weitere Spieltage geplant werden müssen.

Unabhängig davon hätte nichts dagegen, das deutsche Ligasystem dem Englischen mit 5 eingleisigen Profiligen im Format 20 - 24 - 24 - 24 24 ohne Zweitvertretungen anzupassen, da selbst ein 4. Ligaspiel zwischen sagen wir Essen und Meppen mehr Besucher begeistert als ein Aufeinandertreffen der Zweitvertretungen von Dormund und Freiburg...

Aber zurück zum Thema, ein Investor will immer einen Return of Investment und daher eine Steigerung des Umsatzes, sodass im Endeffekt, gerade wenn er nur wie von der DFL gefordert, in einem limitierten Feld operieren kann, unterm Strich für beide ein + dasteht... der durch das Invest wird der Umsatz gesteigert, mehr Geld generiert, der Investor erhält einen höheren ROI und für den Fan im Stadion ändert sich eigentlich nichts... selbst wenn man zur besseren Vermarktung die Anstosszeiten am Sa von 15.30 und 18.30 auf 14.30, 16.30 und 18.30 ändern würde und nur zwei Spiele parallel hätte... aber dies scheint leider für viele leider nicht verständlich zu sein...
Autor
benny_23
Benedikt Duda
TM-Username: benny_23

Redakteur | seit 2011 auf TM aktiv

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