Jakobs teilt gegen Ex-Köln-Boss Keller aus: „Wurde wiederholt systematisch diskreditiert“
Der frühere Kölner Sportdirektor und sportliche Berater Jörg Jakobs hat harsche Kritik an der Vereinsführung und an Christian Keller, dem ehemaligen Sport-Geschäftsführer beim FC, geübt. Als erste Maßnahme der internen Aufarbeitung der Transfersperre durch den Weltverband FIFA hatte sich der Bundesligist im Februar 2024 von Jakobs getrennt. „Die Rolle von Jörg Jakobs in dem Transfer um Jaka Cuber Potocnik, bei dem er die damalige Geschäftsführung der 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA beriet, lässt eine weitere Zusammenarbeit als sportlicher Berater des Vorstands aus unserer Sicht nicht zu“, erklärte Vereinspräsident Werner Wolf damals via Klubmitteilung.
Jakobs habe sich als Bauernopfer gefühlt. „Ja. Ich war überrascht, weil es keinerlei Vorgespräche gab. Insbesondere, wenn ich mir das spätere Rechtsgutachten ansehe: Da ist an keiner Stelle von einem Fehlverhalten meinerseits gesprochen worden. Der Vorstand gab jedoch fehlendes Vertrauen an, ohne dass mir die angeblichen Verfehlungen genannt wurden, geschweige denn, dass ich die Möglichkeit hatte, meine Sicht darzustellen und Vorwürfe zu entkräften“, sagte er im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
„Bei mir war es so, dass ich sehr früh nach dem Amtsantritt von Christian Keller (1. April 2022; d. Red.) keine beratende Funktion mehr hatte. Ich wurde wiederholt durch Christian Keller systematisch beim Vorstand diskreditiert. Als Konsequenz wurde meine Beratung von Seiten des Vorstands nicht mehr eingefordert“, erklärte Jakobs. Der Austausch mit Keller sei „einseitig“ erfolgt. „Und zwar insofern, dass es Auskunft gab, die war auch relativ offen auf Nachfrage. Aber es gab keinerlei proaktiven Austausch. Man kann auf diesen Austausch verzichten, kein Problem. Ist vielleicht auch ein Statement. Aber das sollte den Vorstand nicht von der Verpflichtung entbinden, sich mit seinem Berater auszutauschen.“
Jakobs war im Juli 2012 als Chefscout nach Köln gekommen und hatte seitdem in verschiedenen Funktionen bis hin zum Sportdirektor gearbeitet. Während des Transfers von Cuber Potocnik war die Position des Sportchefs beim FC unbesetzt gewesen, Jakobs fungierte als sportlicher Berater. Der 55-Jährige führte aus: „Der Austausch endete im Prinzip im Sommer 2023, damals auch schon überlagert von der sich abzeichnenden Auseinandersetzung vor dem CAS. Der Prozess mit Olimpija Ljubljana wegen Jaka Potocnik wurde strategisch angegangen, mit einem sehr offensiven Ansatz vor dem CAS. Leider mit dem bekannten Ergebnis.“
Jakobs: Keller hatte beim 1. FC Köln Deutungshoheit in sämtlichen Themen
Die Domstädter kassierten eine einjährige Transfersperre. Jakobs hätte dem Verein geraten, „das Thema möglichst geräuschlos mit Ljubljana zu klären. Ganz einfach deshalb, weil es kein so unüblicher Vorgang ist, sondern weil das in der Branche ständig so gehandhabt wird. Wir sprechen nicht darüber, ob es schlau war, den Spieler zu verpflichten. Das war es nicht, wie man heute weiß. Aber man hat Keller die komplette Deutungshoheit im Klub überlassen. In sämtlichen Themen“.
Cuber Potocniks ehemaliger Klub Olimpija Ljubljana hatte den Kölnern vorgeworfen, dass sie den damals 16 Jahre alten Offensivspieler aus Slowenien zum Wechsel angestiftet hätten. Die FIFA verurteilte den FC zu einer Transfersperre. Die Kölner zogen vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS, der das Urteil aber bestätigte.
Als die Klubführung von Ljubljana im Sommer 2023 in Köln weilte, um einen Deal auszuhandeln, war Jakobs nicht im Bilde: „Nein, da war meine Meinung schon nicht mehr gefragt. Weder wusste ich von den Terminen. Noch wurde ich im Vorfeld gefragt.“ Den Ausführungen Kellers, die Angelegenheit nicht zu einem seriösen Ende bringen zu können, konnte Jakobs offenbar nicht folgen. Ebenso wenig dessen Warnungen, dass bei einer Übereinkunft der Vereine der Verdacht der Untreue im Raum stehen könnte. Jakobs sagte dazu: „Jeder, der sich halbwegs in der Branche auskennt, sowohl im sportlichen als auch im juristischen Bereich, weiß, dass das kompletter Blödsinn ist. Es ist jedem Verein freigestellt, wie viel Potenzial er in einem Spieler sieht und wie viel er bereit ist, für diesen Spieler zu investieren. Sonst müsste man bei jedem Fehleinkauf die Frage nach Veruntreuung stellen. Und wie wir auch zuletzt noch sehen konnten, sind Fehleinkäufe ja nicht so selten und die Verluste dabei nicht klein. Da eine Untreue in den Raum zu stellen, ist sehr gewagt.“
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Den Punkt mit der Veruntreuung find ich aber interessant. Leider unrealistisch wie er sagt, aber zumindest bei Fehleinkäufen für die weit über Marktüblichem gezahlt wurde fänd ich es gut, wenn diese Personen dann nicht entlastet werden.
- Geb./Alter:
- 17.06.2005 (21)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Rot-Weiss Essen
- Vertrag bis:
- 30.06.2027
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- 300 Tsd. €
- Geb./Alter:
- 20.09.1970 (55)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Vereinslos
- Aktuelle Funktion:
- Sportdirektor
- Geb./Alter:
- 26.11.1978 (47)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Deutsche Fußball Liga
- Aktuelle Funktion:
- Aufsichtsratsmitglied
- Im Amt seit:
- 03.03.2023
- Gesamtmarktwert:
- 132,90 Mio. €
- Wettbewerb:
- Bundesliga
- Trainer:
- René Wagner
- Kadergröße:
- 29
- Letzter Transfer:
- Thijs Dallinga









