Aufstiegsspezialist übernimmt
1. FC Köln bestätigt Trennung von Struber und Keller – Funkel kehrt noch mal zurück
©IMAGO
Der 1. FC Köln hat sich wie erwartet von Trainer Gerhard Struber und Sportchef Christian Keller getrennt. Das gab der Zweitligist am Montag offiziell bekannt und nannte im selben Zug auch die Nachfolger. Friedhelm Funkel soll den Effzeh an der Seitenlinie zurück in die Bundesliga führen. Der bisherige Lizenzleiter Thomas Kessler übernimmt als Sportdirektor die Aufgaben Kellers.
Es ist bereits Funkels dritte Amtszeit bei den Kölnern, der interimistisch bis zum Saisonende einspringt. Schon von Februar 2002 bis Oktober 2003 und von April 2021 bis Juni 2021 saß er beim Effzeh auf der Bank. 2021 konnte Funkel die Domstädter in der Relegation gegen Kiel in der Bundesliga halten. Schon sechsmal stieg Funkel mit verschiedenen Teams ins Oberhaus auf – so häufig wie kein anderer Trainer.
Am Sonntagabend hatten sich die Kölner Gremien für die überraschende Trennung von Struber und Keller ausgesprochen. Tags zuvor hatte der Effzeh gegen den damit abgestiegenen SSV Jahn Regensburg nur ein 1:1 erreicht und dadurch die Tabellenführung an den Hamburger SV verloren. Aus den letzten fünf Spielen holte Köln nur einen Sieg. Die Fans hatten ihren Unmut lautstark kundgetan, forderten das Ende von Trainer und Sportchef.
„Unsere Entscheidung ist das Ergebnis einer eingehenden Analyse der sportlichen Entwicklung in den letzten Wochen. Angesichts der noch immer großen Chance auf den direkten Wiederaufstieg müssen wir alles daransetzen, diese Chance auch zu nutzen“, begründete FC-Präsident Werner Wolf die Entscheidung. „Wir können uns nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenz verlassen. Das Team muss sich für die letzten beiden Spiele auf die eigene Stärke besinnen. Es braucht dafür jetzt neue Impulse. Die haben wir nicht mehr gesehen. Deswegen haben wir uns nach sorgfältiger Abwägung mit dem Kompetenzteam Sport als Vorstand zu diesem Schritt entschieden.“
Man übergebe den Verein nun an „zwei absolute FC-Kenner“, so Wolf weiter. „Thomas ist nicht nur mit ganzem Herzen ein Kölner, er war auch in sämtliche Abläufe der Kaderplanung eingebunden und kann dementsprechend alle Gespräche nahtlos fortführen. In Friedhelm gewinnen wir einen äußerst erfahrenen Trainer, der den FC und solche Drucksituationen bestens kennt. Er hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er Mannschaften in entscheidenden Phasen stabilisieren und zum Erfolg führen kann, beispielsweise bei seiner erfolgreichen FC-Rettung 2021. Wir sind überzeugt, dass er der richtige Mann ist, um das Team mit seiner Ruhe und Expertise in den letzten beiden Spielen zum Aufstieg zu führen.“ Mit Matthias Lust stößt zudem ein neuer Co-Trainer dazu.
Keller wollte Struber-Aus beim 1. FC Köln nicht mittragen
Der 46-jährige Keller war seit April 2022 im Amt, der 48-jährige Struber übernahm im vergangenen Sommer. In 36 Partien unter dem Österreicher holte das Team im Schnitt 1,78 Punkte. Die Kölner haben weiter gute Chancen auf die Rückkehr in die Bundesliga. Die Rheinländer haben zwei Spieltage vor dem Saisonende noch drei Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz drei.
„Ich habe im Laufe der Saison oft von einem Marathon gesprochen, den wir gemeinsam zu gehen haben. Wie hart dieses Rennen für alle Mannschaften ist, zeigt die Tabellensituation. Jetzt, da die Ziellinie vor Augen ist und wir noch dazu aussichtsreich dabei sind, tut die Entscheidung besonders weh. Ich wünsche dem Team und dem gesamten Klub für die verbleibenden Spiele maximalen Erfolg“, sagte Struber.
Keller ergänzte: „Ich wünsche dem gesamten FC, allen voran unserer Mannschaft und allen unseren Mitarbeitenden nur das Allerbeste und bin überzeugt, dass der Aufstieg in die Bundesliga gelingen wird. Mit dem Rückenwind des Aufstiegs wird ersichtlich werden, dass der Grundstein für eine nachhaltigere FC-Zukunft auf zahlreichen Ebenen gelegt wurde. Eine kurzfristige Änderung auf der Trainerposition konnte und wollte ich in diesem Kontext aber nicht mittragen, da diese nicht meinen Überzeugungen und Werten entsprochen hätte. Sehr wichtig ist mir noch, mich bei den zahlreichen FC-Fans zu bedanken, die mich während meiner FC-Zeit trotz teils unruhiger Phasen stets unterstützt und mich das FC-Gefühl haben spüren lassen.“
Hinweis:
Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf.
Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.