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Infantino-Berater tritt zurück: „Schlechtes Geschäft für den Fußball“ – AFC gegen Pläne

31.07.2026 - 13:08 Uhr
Zitat von KhaOsPrinz

Der Verkauf an WM-Rechten ist ja das Eine. Viel interessanter finde ich, dass Infantino Chef der FFE sein will/soll. Sollte er irgendwann nicht mehr FIFA-Präsident sein, hätte er trotzdem weiter viel Mitspracherecht im Hinblick auf die WM und seine Machtposition gesichert.


Das ist ja noch untertrieben. Damit würde Infantino nicht nur seine Macht absichern, sondern zentrale Vermögenswerte und Einnahmequellen der FIFA in eine Konstruktion verschieben, die er auch nach seiner Präsidentschaft weiter kontrollieren könnte.

Er würde also heute als FIFA-Präsident mitentscheiden, welche Rechte und zukünftigen Gewinne in die FFE wandern – und sich anschließend selbst an die Spitze dieser Gesellschaft setzen. Einen größeren Interessenkonflikt kann man sich kaum ausdenken. Vor allem, weil er kurz vor seiner letzten Amtszeit damit um die Ecke kommt - scheint ihm dann doch ganz gut zu gefallen auf dem Thron...

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.

Solange das Geld sprudelt und die Rendite stimmt, gäbe es für sie kaum einen Grund, ihn als CEO auszutauschen. Er wäre dann weniger ehemaliger FIFA-Präsident als eine Art Commissioner oder Liga-Chef – mit dauerhaftem Zugriff auf Weltmeisterschaften, Geldströme und kommerzielle Rechte. Man muss sich auch einmal anschauen, was Infantino dabei persönlich verdienen könnte. Aktuell kommt er als FIFA-Präsident bereits auf rund 4,8 Millionen Franken im Jahr. Als Chef einer auf 20 Milliarden Dollar bewerteten FFE, in der Medienrechte, Sponsoring, Ticketing und sämtliche großen FIFA-Turniere gebündelt wären, reden wir aber über eine völlig andere Gehaltsklasse. Ich würde ein garantiertes Jahresgehalt von 20 bis 30 Millionen Dollar für durchaus realistisch halten. Mit Boni, langfristigen Vergütungen oder Beteiligungsrechten könnten daraus schnell 30 bis 50 Millionen werden. Roger Goodell hat als NFL-Commissioner zeitweise knapp 64 Millionen Dollar jährlich kassiert.

Und genau hier liegt der nächste Interessenkonflikt: Bei einem hohen Fixgehalt kassiert Infantino unabhängig davon, welche langfristigen Schäden er im Fußball anrichtet. Bei einer erfolgsabhängigen Vergütung wird es sogar noch schlimmer, weil sein persönliches Einkommen dann unmittelbar daran hängt, immer mehr Geld aus dem Produkt herauszupressen.

Dann kommen noch mehr Turniere, noch größere Teilnehmerfelder, noch mehr Spiele, noch mehr Werbeinventar, noch höhere Ticketpreise und immer neue Eingriffe in das eigentliche Spiel infrage. Die Vierteilung von Spielen wäre sicher die maximale Eskalation und könnte nicht von ihm allein beschlossen werden. Aber die Logik wäre genau diese: Jede zusätzliche Unterbrechung, jedes weitere Spiel und jedes neue Turnier schafft zusätzliche vermarktbare Fläche.

Das wäre keine normale Nachfolgeregelung, sondern der Versuch, sich den wirtschaftlich wichtigsten Teil der FIFA dauerhaft unter den Nagel zu reißen und eine demokratische Abwahl praktisch wirkungslos zu machen. Spätestens dann reden wir nicht mehr nur über einen fragwürdigen Investorendeal, sondern über die gezielte Privatisierung und persönliche Vereinnahmung einer Organisation, die Infantino überhaupt nicht gehört.

Das Ganze ist kein Finanzierungsmodell für den Weltfußball, sondern Infantinos persönlicher Exit-Plan aus der FIFA – nur eben ohne Macht, Einfluss oder Einkommen abzugeben bzw. damit sein Gehalt sogar noch zu steigern.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von MagicTriangle am 31.07.2026 um 15:16 Uhr bearbeitet
Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?
Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von MagicTriangle am 31.07.2026 um 15:32 Uhr bearbeitet
Zitat von MagicTriangle
Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.


Ein Nutzer hat darauf hingewiesen, dass der FIFA-Präsident nur im Falle eines Amtsmissbrauchs abberufen werden könne. Aus meiner Sicht könnte ein solcher Fall hier vorliegen.

Wie bereits beschrieben, sollen wesentliche Rechte der FIFA ausgelagert werden. Dadurch hätte die FIFA faktisch kaum noch Kontrolle über ihren eigenen Wettbewerb. Ein solches Vorgehen könnte als Amtsmissbrauch gewertet werden, da der FIFA-Präsident unabhängig von seinen konkreten Befugnissen verpflichtet sein sollte, im Interesse des Verbandes und des Fußballs zu handeln.

Wer stattdessen vorrangig die Interessen externer Investoren verfolgt und der FIFA wesentliche Kontroll- und Zugriffsrechte entzieht, handelt aus meiner Sicht nicht mehr im Sinne des Verbandes.
Zitat von OneTeam
Zitat von MagicTriangle

Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.


Ein Nutzer hat darauf hingewiesen, dass der FIFA-Präsident nur im Falle eines Amtsmissbrauchs abberufen werden könne. Aus meiner Sicht könnte ein solcher Fall hier vorliegen.

Wie bereits beschrieben, sollen wesentliche Rechte der FIFA ausgelagert werden. Dadurch hätte die FIFA faktisch kaum noch Kontrolle über ihren eigenen Wettbewerb. Ein solches Vorgehen könnte als Amtsmissbrauch gewertet werden, da der FIFA-Präsident unabhängig von seinen konkreten Befugnissen verpflichtet sein sollte, im Interesse des Verbandes und des Fußballs zu handeln.

Wer stattdessen vorrangig die Interessen externer Investoren verfolgt und der FIFA wesentliche Kontroll- und Zugriffsrechte entzieht, handelt aus meiner Sicht nicht mehr im Sinne des Verbandes.


Hmm, wenn man sich so die Amtszeit Infantino´s ansieht, insbesondere die WM-Zeit, so scheint ein Amtsmißbrauch Teil der Stellenbeschreibung des Fifa-Präsidenten zu sein.
Und Korruption passiert doch hier so öffentlich wie möglich !
Korrigiert mich, wenn ich hier einer Ente aufsitze, aber ist es nicht so, dass für die Zustimmung zu diesem Rechteverkauf ein "Bonus" an den zustimmenden Verband gezahlt wird?
Das ist entweder Korruption oder Stimmenkauf. Aber immer illegal wie nochwas.
Infantino ist halt und bleibt halt ein geldgeiles...
Zitat von Die-wilde-13
Zitat von OneTeam

Zitat von MagicTriangle

Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.


Ein Nutzer hat darauf hingewiesen, dass der FIFA-Präsident nur im Falle eines Amtsmissbrauchs abberufen werden könne. Aus meiner Sicht könnte ein solcher Fall hier vorliegen.

Wie bereits beschrieben, sollen wesentliche Rechte der FIFA ausgelagert werden. Dadurch hätte die FIFA faktisch kaum noch Kontrolle über ihren eigenen Wettbewerb. Ein solches Vorgehen könnte als Amtsmissbrauch gewertet werden, da der FIFA-Präsident unabhängig von seinen konkreten Befugnissen verpflichtet sein sollte, im Interesse des Verbandes und des Fußballs zu handeln.

Wer stattdessen vorrangig die Interessen externer Investoren verfolgt und der FIFA wesentliche Kontroll- und Zugriffsrechte entzieht, handelt aus meiner Sicht nicht mehr im Sinne des Verbandes.


Hmm, wenn man sich so die Amtszeit Infantino´s ansieht, insbesondere die WM-Zeit, so scheint ein Amtsmißbrauch Teil der Stellenbeschreibung des Fifa-Präsidenten zu sein.
Und Korruption passiert doch hier so öffentlich wie möglich !
Korrigiert mich, wenn ich hier einer Ente aufsitze, aber ist es nicht so, dass für die Zustimmung zu diesem Rechteverkauf ein "Bonus" an den zustimmenden Verband gezahlt wird?
Das ist entweder Korruption oder Stimmenkauf. Aber immer illegal wie nochwas.


… und darüber entscheidet das ethikcomittee/seine kegelbrüder? zwinker
Zitat von Die-wilde-13
Zitat von OneTeam

Zitat von MagicTriangle

Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.


Ein Nutzer hat darauf hingewiesen, dass der FIFA-Präsident nur im Falle eines Amtsmissbrauchs abberufen werden könne. Aus meiner Sicht könnte ein solcher Fall hier vorliegen.

Wie bereits beschrieben, sollen wesentliche Rechte der FIFA ausgelagert werden. Dadurch hätte die FIFA faktisch kaum noch Kontrolle über ihren eigenen Wettbewerb. Ein solches Vorgehen könnte als Amtsmissbrauch gewertet werden, da der FIFA-Präsident unabhängig von seinen konkreten Befugnissen verpflichtet sein sollte, im Interesse des Verbandes und des Fußballs zu handeln.

Wer stattdessen vorrangig die Interessen externer Investoren verfolgt und der FIFA wesentliche Kontroll- und Zugriffsrechte entzieht, handelt aus meiner Sicht nicht mehr im Sinne des Verbandes.


Hmm, wenn man sich so die Amtszeit Infantino´s ansieht, insbesondere die WM-Zeit, so scheint ein Amtsmißbrauch Teil der Stellenbeschreibung des Fifa-Präsidenten zu sein.
Und Korruption passiert doch hier so öffentlich wie möglich !
Korrigiert mich, wenn ich hier einer Ente aufsitze, aber ist es nicht so, dass für die Zustimmung zu diesem Rechteverkauf ein "Bonus" an den zustimmenden Verband gezahlt wird?
Das ist entweder Korruption oder Stimmenkauf. Aber immer illegal wie nochwas.


Unabhängig von der rechtlichen Bewertung zeigt dieser Vorgang vor allem ein erschreckendes Verständnis von Zustimmung und demokratischer Entscheidungsfindung.

Schon im Kindergarten lernen Kinder, dass man sich Freundschaft, Anerkennung oder Zustimmung nicht erkaufen kann. Umso mehr muss dieser Grundsatz für einen Weltverband gelten, der für sich in Anspruch nimmt, den Fußball und seine Werte zu vertreten. Entscheidungen müssen durch Argumente, Transparenz und die freie Überzeugung der Beteiligten zustande kommen – nicht durch finanzielle Vorteile für diejenigen, die zustimmen.

Wir sind es unseren Kindern, allen jungen Menschen und der nächsten Generation schuldig, ihnen vorzuleben, dass Regeln und demokratische Prinzipien auch dann gelten, wenn viel Geld und große wirtschaftliche Interessen im Spiel sind. Wer Verantwortung trägt, muss Vorbild sein. Zustimmung darf nicht käuflich sein – weder auf dem Schulhof noch in den höchsten Gremien des Weltfußballs.
Infantino und vor ihm auch Sepp Blatter sind und waren nie die großen Sympathieträger. Ich bin gespannt wer nach kommt. Bitte nicht Al-Khelaifi über den heute bei Sport1 diskutiert wurde.

Am besten wäre, wenn es jemand aus dem Fußball wäre. Für mich wäre Kalle Rummenigge jemand, den man sich gut in der Position vorstellen könnte.
Zitat von Roonaldo

Infantino und vor ihm auch Sepp Blatter sind und waren nie die großen Sympathieträger. Ich bin gespannt wer nach kommt. Bitte nicht Al-Khelaifi über den heute bei Sport1 diskutiert wurde.

Am besten wäre, wenn es jemand aus dem Fußball wäre. Für mich wäre Kalle Rummenigge jemand, den man sich gut in der Position vorstellen könnte.



Rummenigge? Ausgerechnet den?
Der geldgeile Rummenige, der federführend in der UEFA die Geldverteilung für die Championsleaguevereine ausgehandelt hat?
Der Rummenige, der es nötig hat, Uhren zu schmuggeln?
Der Rummenigge, der bei der Geldverteilung der DFL mehr Geld für die Top-Vereine der Liga 1 und weniger für die anderen forderte?
Der Rummenigge, der zusammen mit dem Fredi sich in einer Geheimaktion mit bestimmten Vereinen absprechen wollte zu der andere Vereine – u.a. der FCA – nicht eingeladen waren?
Der Rummenigge, der zusammen mit seinem Dortmunder Spezl Watzke die Bundesliga noch weiter kommerzialisieren wollte?
Dann kannste ja gleich den Olympia-Thomas-Bach vorschlagen (der hat jetzt Zeit). Der weiß, wie es ist, sich mit den Mächtigen ins Bett zu legen. Oder gleich beim Gianni bleiben.

Man sollte versuchen Ceferin zu überzeugen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Jawoischsho am 31.07.2026 um 19:27 Uhr bearbeitet
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