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Infantino-Berater tritt zurück: „Schlechtes Geschäft für den Fußball“ – AFC gegen Pläne

31.07.2026 - 13:08 Uhr
Dies ist der Diskussions-Thread zur News: Infantino-Berater tritt zurück: „Schlechtes Geschäft für den Fußball“ – AFC gegen Pläne.

Die Posse um die Investoren-Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino führt zu immer mehr Reaktionen in der Fußballwelt. Nachdem sich der Weltverband gegen die Vorwürfe der UEFA in einem Statement gewehrt hatte, ist nun mit Carlos Cordeiro ein enger Vertrauter von [...]

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Journalist, seit 2018 wieder bei Transfermarkt
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Ich bin 100% davon ausgegangen, dass der Fußball bereits so kaputt ist, dass der Verkauf schnell durchgewunken wird, weil ich mir eigentlich auch sicher war, dass Infantino sich schon seine Stimmen gesichert hat, bevor er mit so einem Vorschlag an die Öffentlichkeit geht. Umso schöner zu sehen, dass sich nun viele Leute dagegen stellen. Das wird den Fußball zwar nicht retten, aber nach der Amerikanisierung der WM, bin ich ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass das Ding auch durch ist.
Schön, wenn er mal auf die Fresse fliegt.
Zitat von DeDkLux
Nennt mich Träumer, aber ich habe die Hoffnung, dass Infantino zum Rücktritt gezwungen sein könnte. Mit UEFA, CONCACAF und ACF zusammen hat sich gewaltig Druck aufgebaut. Dem werden sich andere Verbände auch nicht entziehen können.

Die Frage wäre dann nur: Was käme nach Infantino?
Der komplette Weltfußball ist so zerfressen von Korruption, Geld- und Machtgier. Ich wüsste gar nicht wer für die Position überhaupt in Frage käme um den Laden aufzuräumen. Und wenn doch ein Kandidat gefunden werden würde, hätte der wohl kaum eine Chance die Wahl zu gewinnen, wenn er das so offen rausposaunt. Schließlich profitieren diese ganzen Funktionäre doch auch davon wenn alles so weiter läuft wie gehabt.

Auch Europa muss sich da an die eigene Nase fassen, denn die UEFA ist auch nicht viel besser als die FIFA. Wenn man aktuelle Gerüchte anschaut könnte der Gegenkandidat der UEFA Nasser Al-Khelaifi werden. Ob es da zu einer Verbesserung wage ich zu bezweifeln.
Zitat von u-connection
In seinem Statement (kann man in Kicker nachlesen) erklärt Cordeiro ganz genau, wie die Lage ist, nämlich das die FIFA auf einem Haufen Geld sitzt (15 Mrd.) und kerngesund ist, so dass sie die Frage stellt, wozu angeblich Investoren benötigt werden, um ca. 4,2 Mrd. einzunehmen. Wenn man den kleineren Verbänden helfen will, wie Infantino es betonte, kann man auch das eigene Geld dazu benutzen.
Super Reaktion von ihm.

Nachdem nun auch Asien Zweifel äußert, dürfte das Projekt sich erledigt haben.


Diese Information hat bei mir auch deutlich nachgehallt, beim Lesen dieses Artikels im Kicker. Dass der Berater dies in dieser Deutlichkeit formuliert und nach außen trägt, ist schon ein deutlicher Fingerzeit wie stark das Unbehagen gegenüber Infantinos Vorgehen ist.

Auch den letzten Teil des tm.de Artikels finde ich lesenswert, der sich auf das Statement der AFC bezieht. Diese Formulierung, in der man ganz klar Infantinos Verständnis von Demokratie angreift, lässt tatsächlich ein wenig darauf hoffen, dass hier und dort doch noch Funktionäre sitzen die in erster Linie im Interesse des Spiels handeln. Das ist zumindest die Deutung, die ich gerne haben will - die andere wäre "Hätte er uns von Anfang mit gleichberechtigt mit ins Boot geholt um Geld zu verdienen, wären wir jetzt nicht beleidigt".
Ist doch alles nur Selbstschutz. Die Liebe zum Sport interessiert weder die Verbände noch den Berater, der jetzt das sinkende Boot verlässt.

Gerade Cordeiros Rücktritt wirkt auf mich auffällig. Als ehemaliger Goldman-Sachs-Jünger, Infantinos rechter Hand und FIFA-Vertreter in der WM-Taskforce des Weißen Hauses dürfte er die wirtschaftlichen und politischen Dimensionen eines solchen Geschäfts besser einschätzen können als fast jeder andere. Gleichzeitig soll ausgerechnet die Investmentgesellschaft von Joshua Kushner, dem Bruder Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bei dem geplanten Geschäft eine zentrale Rolle spielen. Eine direkte Absprache ist damit natürlich nicht bewiesen. Man darf aber zumindest die Frage stellen ob Cordeiro erst jetzt auf Distanz geht, weil er erkannt hat welches politische, rechtliche und persönliche Risiko diese Konstruktion noch entwickeln könnte. Vielleicht verlässt er das Schiff nicht nur aus Ablehnung des Deals, sondern auch um später glaubhaft sagen zu können, mit all dem nichts zu tun gehabt zu haben. Ich glaube da kann noch einiges nachkommen.

Das wirkt auf mich insgesamt weniger wie eine plötzliche moralische Läuterung als wie das Zerbrechen eines Zweckbündnisses. Solange Infantinos Politik den Verbänden und Funktionären Geld, Einfluss und zusätzliche Wettbewerbe versprach, wurde vieles mitgetragen. Nun soll eine private Gesellschaft an den kommerziellen Rechten der wichtigsten FIFA-Turniere beteiligt werden, während die Nationalverbände mit hohen Sonderzahlungen zur Zustimmung bewegt werden. Gleichzeitig wären Einnahmen, Wettbewerbe und Einfluss der Kontinentalverbände unmittelbar bedroht. Offenbar endet hier die bisherige Loyalität.

Die Kritik am intransparenten Verfahren und am Investorendeal kann vollkommen berechtigt sein. Trotzdem wäre interessant zu erfahren, seit wann die Verbände und auch Coreiro von diesen Plänen wussten und weshalb der massive Widerstand erst jetzt kommt. Gerade bei Personen und Organisationen, die jahrelang eng mit Infantino zusammengearbeitet und seine Politik unterstützt haben, wirkt die demonstrative Distanzierung zumindest auch wie politischer Selbstschutz.

Für mich sieht das daher nach beidem aus. Einem äußerst fragwürdigen Geschäft und einem Machtkampf, bei dem Infantinos bisherige Partner nun ihre eigenen Interessen schützen, mögliche Konsequenzen von sich fernhalten und ihre Position für die Zeit nach ihm sichern.

Die Wahrheit hinter diesem Affenzirkus werden wir vielleicht irgendwann erfahren, oder auch nicht. Für Infantino könnte es diesmal aber erstmals wirklich brenzlig werden. Sollten hinter verschlossenen Türen bereits Zusagen gemacht oder Verträge vorbereitet worden sein, könnte die Sache auch rechtlich übel enden.

Der plötzliche Aufschrei und das hektische Verlassen des sinkenden Schiffes legen jedenfalls nahe, dass hinter den Kulissen deutlich mehr passiert, als wir bislang wissen. Vielleicht sehen wir gerade erst die Spitze des Eisbergs.
Mal abwarten. ich traue dem ganze immer noch nicht. Die FIFA schiebt das Ganze auf eine Medienkampagne, die falsch und unsachlich im Vorfeld berichtet hätten. Also der übliche Fake News Sprech😅

Infantino bekommt jetzt zum ersten mal seit seiner Wahl 2015 richtig viel Gegenwind-bedauerlicherweise kann man ihn aber nicht aus dem Amt entfernen.
So bleibt nur eine Möglichkeit: Die Verbände UEFA, Concacaf und der asiatische Verband müssen einen gemeinsamen Gegenkandidaten finden, den man ins Rennen schickt.
Dann können sie ihn in Runde 2 schlagen.

Vllt haben dann auch noch andere Verbände oder einzelne Staaten, die nicht der Verbandslinie folgen wollen, noch den Willen, diesen Unsinn zu verhindern.

Die Zeit ist denke ich reif.

Interessant wird aber noch zu sehen sein, ob und wie Trump hier noch mitmischen wird. Wenn es gegen die Geschäftsideen von Familienangehörigen geht, dann dürfte er schon empfindlich reagieren.

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„Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“
🇩🇪🇮🇱🇿🇦

Zitat von KhaOsPrinz

Der Verkauf an WM-Rechten ist ja das Eine. Viel interessanter finde ich, dass Infantino Chef der FFE sein will/soll. Sollte er irgendwann nicht mehr FIFA-Präsident sein, hätte er trotzdem weiter viel Mitspracherecht im Hinblick auf die WM und seine Machtposition gesichert.


Das ist ja noch untertrieben. Damit würde Infantino nicht nur seine Macht absichern, sondern zentrale Vermögenswerte und Einnahmequellen der FIFA in eine Konstruktion verschieben, die er auch nach seiner Präsidentschaft weiter kontrollieren könnte.

Er würde also heute als FIFA-Präsident mitentscheiden, welche Rechte und zukünftigen Gewinne in die FFE wandern – und sich anschließend selbst an die Spitze dieser Gesellschaft setzen. Einen größeren Interessenkonflikt kann man sich kaum ausdenken. Vor allem, weil er kurz vor seiner letzten Amtszeit damit um die Ecke kommt - scheint ihm dann doch ganz gut zu gefallen auf dem Thron...

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.

Solange das Geld sprudelt und die Rendite stimmt, gäbe es für sie kaum einen Grund, ihn als CEO auszutauschen. Er wäre dann weniger ehemaliger FIFA-Präsident als eine Art Commissioner oder Liga-Chef – mit dauerhaftem Zugriff auf Weltmeisterschaften, Geldströme und kommerzielle Rechte. Man muss sich auch einmal anschauen, was Infantino dabei persönlich verdienen könnte. Aktuell kommt er als FIFA-Präsident bereits auf rund 4,8 Millionen Franken im Jahr. Als Chef einer auf 20 Milliarden Dollar bewerteten FFE, in der Medienrechte, Sponsoring, Ticketing und sämtliche großen FIFA-Turniere gebündelt wären, reden wir aber über eine völlig andere Gehaltsklasse. Ich würde ein garantiertes Jahresgehalt von 20 bis 30 Millionen Dollar für durchaus realistisch halten. Mit Boni, langfristigen Vergütungen oder Beteiligungsrechten könnten daraus schnell 30 bis 50 Millionen werden. Roger Goodell hat als NFL-Commissioner zeitweise knapp 64 Millionen Dollar jährlich kassiert.

Und genau hier liegt der nächste Interessenkonflikt: Bei einem hohen Fixgehalt kassiert Infantino unabhängig davon, welche langfristigen Schäden er im Fußball anrichtet. Bei einer erfolgsabhängigen Vergütung wird es sogar noch schlimmer, weil sein persönliches Einkommen dann unmittelbar daran hängt, immer mehr Geld aus dem Produkt herauszupressen.

Dann kommen noch mehr Turniere, noch größere Teilnehmerfelder, noch mehr Spiele, noch mehr Werbeinventar, noch höhere Ticketpreise und immer neue Eingriffe in das eigentliche Spiel infrage. Die Vierteilung von Spielen wäre sicher die maximale Eskalation und könnte nicht von ihm allein beschlossen werden. Aber die Logik wäre genau diese: Jede zusätzliche Unterbrechung, jedes weitere Spiel und jedes neue Turnier schafft zusätzliche vermarktbare Fläche.

Das wäre keine normale Nachfolgeregelung, sondern der Versuch, sich den wirtschaftlich wichtigsten Teil der FIFA dauerhaft unter den Nagel zu reißen und eine demokratische Abwahl praktisch wirkungslos zu machen. Spätestens dann reden wir nicht mehr nur über einen fragwürdigen Investorendeal, sondern über die gezielte Privatisierung und persönliche Vereinnahmung einer Organisation, die Infantino überhaupt nicht gehört.

Das Ganze ist kein Finanzierungsmodell für den Weltfußball, sondern Infantinos persönlicher Exit-Plan aus der FIFA – nur eben ohne Macht, Einfluss oder Einkommen abzugeben bzw. damit sein Gehalt sogar noch zu steigern.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von MagicTriangle am 31.07.2026 um 15:16 Uhr bearbeitet
Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von MagicTriangle am 31.07.2026 um 15:32 Uhr bearbeitet
Zitat von MagicTriangle
Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.


Ein Nutzer hat darauf hingewiesen, dass der FIFA-Präsident nur im Falle eines Amtsmissbrauchs abberufen werden könne. Aus meiner Sicht könnte ein solcher Fall hier vorliegen.

Wie bereits beschrieben, sollen wesentliche Rechte der FIFA ausgelagert werden. Dadurch hätte die FIFA faktisch kaum noch Kontrolle über ihren eigenen Wettbewerb. Ein solches Vorgehen könnte als Amtsmissbrauch gewertet werden, da der FIFA-Präsident unabhängig von seinen konkreten Befugnissen verpflichtet sein sollte, im Interesse des Verbandes und des Fußballs zu handeln.

Wer stattdessen vorrangig die Interessen externer Investoren verfolgt und der FIFA wesentliche Kontroll- und Zugriffsrechte entzieht, handelt aus meiner Sicht nicht mehr im Sinne des Verbandes.
Zitat von Die-wilde-13
Zitat von OneTeam

Zitat von MagicTriangle

Zitat von Fussballfieber

Zitat von MagicTriangle

Der eigentliche Clou wäre aber: Seine Macht hinge dann nicht mehr an 211 Verbänden, Wahlen oder Amtszeitbegrenzungen, sondern im Zweifel nur noch an einer überschaubaren Zahl von Investoren und Aufsichtsräten. Die müsste er nicht politisch überzeugen, sondern schlicht wirtschaftlich glücklich machen.



(Abgesehen, dass ich grundsätzlich der gleichen Meinung bin wie dusmile

Wäre die Fifa inklusive Präsident und 211 Verbänden nicht weiterhin Mehrheitsinhaber der neu gegründeten Tochtergesellschaft und könnte den "CEO" jederzeit abberufen?


Formal ja: Wenn die FIFA Mehrheitsgesellschafterin bleibt, müsste sie den CEO theoretisch abberufen können.

Der Worst Case sieht aber anders aus: Infantino schafft als FIFA-Präsident die Gesellschaft überhaupt erst, verschiebt die wertvollsten Rechte und zukünftigen Einnahmen hinein, gestaltet Satzung, Board und Verträge mit – und wechselt anschließend selbst an die Spitze.

Dann kontrollieren nicht "211 Verbände" im Alltag die FFE, sondern ein überschaubares Gremium aus FIFA-Funktionären und Investoren. Wenn dieses Board überwiegend aus Leuten besteht, die Infantino selbst installiert oder politisch an sich gebunden hat, ist die FIFA-Mehrheit auf dem Papier wenig wert.

Dazu kommen langfristige CEO-Verträge, hohe Abfindungen, Vetorechte der Investoren oder Klauseln, die einen Austausch erschweren. Und solange Infantino die Einnahmen steigert, haben weder Investoren noch seine Leute im Board ein Interesse daran, ihn abzusetzen.

Im schlimmsten Fall baut er sich also als FIFA-Präsident eine neue Gesellschaft, überträgt ihr die wirtschaftlich wichtigsten Teile des Weltfußballs und setzt sich danach selbst an deren Spitze. Selbst wenn ihn die Verbände irgendwann als FIFA-Präsident loswerden, könnte er über die FFE weiter Weltmeisterschaften, Vermarktungsrechte und Geldströme kontrollieren.

Rechtlich wäre er dann vielleicht abberufbar. Praktisch hätte er sich aber genau die Struktur gebaut, die seine Abberufung maximal unwahrscheinlich und maximal teuer macht. Rupert Murdoch hat mal sowas ähnliches abgezogen, aber immerhin hat er noch einen Teil der Aktien selber besessen und es ging um ein Wirtschaftsunternehmen (News Corp; war damals trotzdem ein Riesenthema) und nicht einen eigentlich gemeinnützigen Verband.

Und genau deshalb ist der Satz "Die FIFA bleibt doch Mehrheitsinhaber" keine Entwarnung. Entscheidend ist nicht nur, wem die Anteile gehören, sondern wer das Board kontrolliert, wer den CEO-Vertrag gestaltet und welche Rechte den Investoren eingeräumt werden.


Ein Nutzer hat darauf hingewiesen, dass der FIFA-Präsident nur im Falle eines Amtsmissbrauchs abberufen werden könne. Aus meiner Sicht könnte ein solcher Fall hier vorliegen.

Wie bereits beschrieben, sollen wesentliche Rechte der FIFA ausgelagert werden. Dadurch hätte die FIFA faktisch kaum noch Kontrolle über ihren eigenen Wettbewerb. Ein solches Vorgehen könnte als Amtsmissbrauch gewertet werden, da der FIFA-Präsident unabhängig von seinen konkreten Befugnissen verpflichtet sein sollte, im Interesse des Verbandes und des Fußballs zu handeln.

Wer stattdessen vorrangig die Interessen externer Investoren verfolgt und der FIFA wesentliche Kontroll- und Zugriffsrechte entzieht, handelt aus meiner Sicht nicht mehr im Sinne des Verbandes.


Hmm, wenn man sich so die Amtszeit Infantino´s ansieht, insbesondere die WM-Zeit, so scheint ein Amtsmißbrauch Teil der Stellenbeschreibung des Fifa-Präsidenten zu sein.
Und Korruption passiert doch hier so öffentlich wie möglich !
Korrigiert mich, wenn ich hier einer Ente aufsitze, aber ist es nicht so, dass für die Zustimmung zu diesem Rechteverkauf ein "Bonus" an den zustimmenden Verband gezahlt wird?
Das ist entweder Korruption oder Stimmenkauf. Aber immer illegal wie nochwas.


Unabhängig von der rechtlichen Bewertung zeigt dieser Vorgang vor allem ein erschreckendes Verständnis von Zustimmung und demokratischer Entscheidungsfindung.

Schon im Kindergarten lernen Kinder, dass man sich Freundschaft, Anerkennung oder Zustimmung nicht erkaufen kann. Umso mehr muss dieser Grundsatz für einen Weltverband gelten, der für sich in Anspruch nimmt, den Fußball und seine Werte zu vertreten. Entscheidungen müssen durch Argumente, Transparenz und die freie Überzeugung der Beteiligten zustande kommen – nicht durch finanzielle Vorteile für diejenigen, die zustimmen.

Wir sind es unseren Kindern, allen jungen Menschen und der nächsten Generation schuldig, ihnen vorzuleben, dass Regeln und demokratische Prinzipien auch dann gelten, wenn viel Geld und große wirtschaftliche Interessen im Spiel sind. Wer Verantwortung trägt, muss Vorbild sein. Zustimmung darf nicht käuflich sein – weder auf dem Schulhof noch in den höchsten Gremien des Weltfußballs.
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