„Sehr attraktives Modell“
Woltemade bis Asllani: Wie Elversberg Leihprofis entwickelt – Millionenplus bei Marktwerten
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Den Weg von der Regionalliga in den Aufstiegskampf der 2. Bundesliga ebnete für die SV Elversberg eine bemerkenswerte Transferstrategie. In jedem Jahr setzt die Mannschaft von Trainer Horst Steffen auf junge Talente, die von Erstligisten geliehen werden und im Saarland den nächsten Schritt gehen. Neun Spieler waren es in den vergangenen drei Saisons, die ihren Marktwert in Summe um 16,2 Millionen Euro steigern konnten – ein Plus von 145 Prozent.
In diesem Jahr tragen Muhammed Damar, Fisnik Asllani und Elias Baum auf Leihbasis das Trikot der SVE. Das Trio erzielte 26 von 59 Toren und ist damit maßgeblich am Höhenflug beteiligt – keine andere Mannschaft im deutschen Profibereich ist so abhängig von Leihen. Zusammen haben sie einen Marktwert von 13 Millionen Euro, was knapp 50 Prozent des Elversberger Kaders entspricht. Dank der deutlichen Steigerungen stehen Damar, Asllani und Baum in der Top-20 der wertvollsten Zweitliga-Profis.
„Es ist für uns ein sehr attraktives Modell geworden und war durchaus so geplant. Die Leihen haben von Jahr zu Jahr aufeinander aufgebaut. Nick Woltemade war der erste Prominentere, bei dem es sehr gut funktioniert hat, dann Paul Wanner. Das hat uns wiederum vergangenen Sommer geholfen bei Fisnik Asllani, Mo Damar und Elias Baum. Und nach deren toller Saison sind wir jetzt vielleicht noch ein Stück attraktiver geworden aus der Perspektive von Talenten, deren Klubs und Beratern“, sagte SVE-Sportchef Nils-Ole Book im „Kicker“-Interview.
Damar, Asllani und Baum lassen Elversberg träumen
Asllani kam vor der Saison aus Hoffenheim und ließ seine Klasse direkt aufblitzen. Der 22 Jahre alte Mittelstürmer steht bei 17 Treffern in 31 Partien und damit auf einem geteilten zweiten Platz im Kampf um die Torjägerkanone. Hinzu kommen sechs Vorlagen – kein Zweitliga-Profi hat mehr Scorer als der 1,91 Meter große Angreifer. „Sie haben mir gezeigt, wie ernst sie es meinen. Dass mich jemand so sehr will wie Elversberg, war neu für mich und krass. Die waren richtig heiß auf mich“, sagte Asllani im Transfermarkt-Interview. Sein Marktwert kletterte von 800.000 auf 4 Mio. Euro und er zog das Interesse mehrerer Bundesligisten auf sich.
Ebenfalls von der TSG Hoffenheim ausgeliehen ist Damar, der in 29 Partien sechsmal traf und siebenmal assistierte. Der flexible Offensivspieler steigerte seinen Marktwert von 600.000 auf 4 Mio. Euro und bekannte sich nach einem Interesse von Borussia Dortmund zur TSG. „Du hast deine Ruhe und trotzdem tolle Fans. Es sind nicht so viele wie bei den großen Klubs, aber ihre Leidenschaft für den Klub und die Mannschaft ist mindestens genauso riesig. Und sie stehen hinter uns, auch wenn wir verlieren. Alles in allem haben wir hier beste Voraussetzungen für maximalen Erfolg“, erklärte Damar im Januar beim „Kicker“.
Der dritte Leihspieler im Bunde ist Baum, der von Eintracht Frankfurt ins Saarland wechselte. Der 19 Jahre alte Rechtsverteidiger glänzte vor allem in der Offensive und gehört mit drei Toren und sieben Vorlagen zu den besten Scorern unter den Abwehrspielern im Unterhaus. Auch der U20-Nationalspieler verzeichnete ein großes Plus, sein Marktwert kletterte von einer Mio. auf 5 Mio. Euro.
Leihen bei der SV Elversberg: Wanner und Woltemade als Vorbild
Als Vorbild für Damar, Asllani oder Baum haben die Entwicklungen von Nick Woltemade und Paul Wanner gedient. Woltemade war mit zehn Toren und neun Vorlagen maßgeblich am Aufstieg in die 2. Bundesliga beteiligt, Wanner wiederum sorgte in der vergangenen Saison mit neun Scorern in 28 Partien dafür, dass die SVE nichts mit dem Abstieg zu tun hatte. Woltemade steigerte seinen Marktwert von 600.000 auf 1,5 Mio. Euro, bei Wanner ging es um 5 Mio. auf 8 Mio. Euro nach oben.
Auch Hugo Vandermersch, der 2023/24 von Caen ausgeliehen wurde, zeigte gute Leistungen in Elversberg. Neben den zahlreichen positiven Beispielen gibt es aber auch jene, die Probleme hatten. Frederik Jäkel kam 2023 für zwei Jahre von RB Leipzig und konnte nach 18 Einsätzen in der ersten Spielzeit in diesem Jahr verletzungsbedingt nur einmal auf dem Platz stehen. Die Angreifer Ben Bobzien 2022/23 und Wahid Faghir 2023/24 konnten sportlich nicht überzeugen.
Für Book wäre es jedoch ein Fehler, die guten Leistungen Elversbergs nur auf die Leihspieler zu reduzieren. „Mit anderen wirklichen Fixpunkten haben wir es geschafft, mittelfristig zu verlängern: Robin Fellhauer, Semih Sahin, Lukas Pinckert oder Nicolas Kristof, das sind absolute Ankerspieler. Auch wertvolle Neuzugänge wie Lukas Petkov, Maxi Rohr und Tom Zimmerschied sind langfristig bei uns. Diese Mischung macht es letztlich aus – und bietet jungen Leihspielern überhaupt erst das stabile Umfeld, um sich wirklich ideal entwickeln zu können.“
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