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WM 2018

15.05.2018 - 19:27 Uhr
WM 2018 |#931
12.07.2018 - 09:38 Uhr
Zitat von Mr Ripley


Auch zu England gibt es mehrere Wahrheiten. Die Jungs werden in England (zurecht) gefeiert. Allerdings erzielte man 9 von 12 Toren aus Standards (ja, ist nicht verboten) und man besiegte keinen nennenswerten Gegner.


Was in meinen Augen aber auch einiges über die WM aussagt. Es bedarf nicht der großen spielerischen Klasse, die England vom Personal durchaus mitbringen würde, sondern ein gutes Defensivkonzept mit großer Standardstärke reicht vollkommen aus. Liegt wohl auch in der Natur einer WM, dass man nicht die große Zeit hat mit seinem Team taktische Konzepte einzustudieren, während eine stabile Defensive deutlich leichter zu erlernen/umzusetzen ist.

Ich bin aber sehr gespannt, ob die Turnierleistung der Engländer Auswirkungen auf die nächste Zeit im Fußball hat. Die Standardstärke der Engländer kam ja nicht von ungefähr, sondern beruhte auf einer äußerst kreativen und guten Umsetzung. Fußball ist untern den "großen, bekannten" Sportarten, diejenige, die am meisten durch Zufall bestimmt/entschieden wird. Standardsituationen sind dabei eine durchaus kontrollierbare Möglichkeit, um Tore zu erzielen. England fand ich hierbei in gewisser Weise revolutionär. Das klare Abstimmen von Laufwegen, Blocks stellen, "Täuschungsläufe" etc. Southgate hat sich hier (wie es ja mittlerweile auch in der Presse zu lesen war), im Basketball und Football inspirieren lassen.
Ich hatte schon vor einiger Zeit hierzu mal eine Diskussion mit einem Freund, dass solche Blocks bei Standards im Fußball viel zu selten genutzt werden, um den kopfballstärksten Spieler einer Manschaft frei zu blocken oder ihn gegen einen schwächeren Gegenspieler zu isolieren. England war hier sehr beeindrucken und innovativ unterwegs. (Hier eine Bild für Bild Analyse des Tores von Maguire gegen Schweden: Klick.)

Dies wäre auch eine tolle Möglichkeit für uns, um in der nächsten Saison erfolgreich zu sein, gerade, wenn die Gegner so tief stehen und man hier und da schon Mal den berühmten "Dosenöffner" brauch. Varianten bei denen wir durch Laufwege, Blocks, Täuschungen etc. unsere gefährlichen Jungs wie Czichos, Sobiech oder Terodde frei kriegen...
WM 2018 |#932
12.07.2018 - 09:50 Uhr
Zitat von Beginner
Ich bin aber sehr gespannt, ob die Turnierleistung der Engländer Auswirkungen auf die nächste Zeit im Fußball hat. Die Standardstärke der Engländer kam ja nicht von ungefähr, sondern beruhte auf einer äußerst kreativen und guten Umsetzung. Fußball ist untern den "großen, bekannten" Sportarten, diejenige, die am meisten durch Zufall bestimmt/entschieden wird. Standardsituationen sind dabei eine durchaus kontrollierbare Möglichkeit, um Tore zu erzielen. England fand ich hierbei in gewisser Weise revolutionär. Das klare Abstimmen von Laufwegen, Blocks stellen, "Täuschungsläufe" etc. Southgate hat sich hier (wie es ja mittlerweile auch in der Presse zu lesen war), im Basketball und Football inspirieren lassen.
Ich hatte schon vor einiger Zeit hierzu mal eine Diskussion mit einem Freund, dass solche Blocks bei Standards im Fußball viel zu selten genutzt werden, um den kopfballstärksten Spieler einer Manschaft frei zu blocken oder ihn gegen einen schwächeren Gegenspieler zu isolieren. England war hier sehr beeindrucken und innovativ unterwegs. (Hier eine Bild für Bild Analyse des Tores von Maguire gegen Schweden: Klick.)


Standards wurden in den letzten Jahren wirklich zu häufig links liegen gelassen. Sah man sowohl in den Vereinen (insbesondere auch mal wieder bei) und auch in der deutschen Nationalelf. Komisch, so viele Parallelen ugly

Ich denke das nach diesem Turnier die Bedeutung der Standards bei vielen, insbesondere kleineren Vereinen, wieder vermehrt an Bedeutung gewinnen wird. Hoffentlich springen wir auf den Zug auf, wie du schon richtig schreibst, diese Situation kann ich bewusst gestalten.

Nichtsdestotrotz sollte man schon das spielerische nicht vernachlässigen, denn schön anzusehen war diese WM wirklich nicht.
WM 2018 |#933
12.07.2018 - 10:01 Uhr
Zitat von E_Levve_Lang


Nichtsdestotrotz sollte man schon das spielerische nicht vernachlässigen, denn schön anzusehen war diese WM wirklich nicht.


Da gebe ich dir Recht, was aber auch oftmals in der Natur der Sache liegt. Die Nationalmannschaften haben wenig Zeit miteinander, wenig Vorbereitung und kommen aus einer anstrengenden Clubsaison. Es ist nur schwer möglich da ein starkes und schönes Offensivspiel aufzuziehen, wie man es von Clubteams gewohnt ist. Offensiv- und Ballbesitzspiel setzt nun Mal eine starke Raumbesetzung, gute Laufwege, gemeinsames Verständnis und Eingespieltheit voraus, die in der Nationalmannschaft nur schwer zu erreichen ist. Oftmals ist dies zwar durch einen großen "Clubblock" innerhalb einens Teams zu schaffen (siehe Deutschland 2014 mit Neuer, Boateng, Lahm, Kroos, Schweinsteiger, Müller, Klose von Bayern).
Daher ist es in der Regel einfacher sich auf ein gutes Umschaltspiel gepaart mir fantastischen Einzelkönnern zu konzentrieren, siehe Frankreich bei dieser WM.
WM 2018 |#934
12.07.2018 - 12:32 Uhr
Zitat von Beginner
Zitat von E_Levve_Lang

Nichtsdestotrotz sollte man schon das spielerische nicht vernachlässigen, denn schön anzusehen war diese WM wirklich nicht.


Da gebe ich dir Recht, was aber auch oftmals in der Natur der Sache liegt. Die Nationalmannschaften haben wenig Zeit miteinander, wenig Vorbereitung und kommen aus einer anstrengenden Clubsaison. Es ist nur schwer möglich da ein starkes und schönes Offensivspiel aufzuziehen, wie man es von Clubteams gewohnt ist. Offensiv- und Ballbesitzspiel setzt nun Mal eine starke Raumbesetzung, gute Laufwege, gemeinsames Verständnis und Eingespieltheit voraus, die in der Nationalmannschaft nur schwer zu erreichen ist. Oftmals ist dies zwar durch einen großen "Clubblock" innerhalb einens Teams zu schaffen (siehe Deutschland 2014 mit Neuer, Boateng, Lahm, Kroos, Schweinsteiger, Müller, Klose von Bayern).
Daher ist es in der Regel einfacher sich auf ein gutes Umschaltspiel gepaart mir fantastischen Einzelkönnern zu konzentrieren, siehe Frankreich bei dieser WM.


Hast absolut recht. Was immer unter den Teppich gekehrt wird, toll gespielt haben wir in Brasilien auch nicht wirklich, anders als 2010 in Südafrika.
Am Ende gewinnt halt das Team, das am pragmatischsten spielt, Willen zeigt, Los- und Spielglück hat (England hatte eigentlich einen traumhaft einfach Weg) und vor allem meist einen genialen, ordnenden zentralen Mittelfeldmann in seinen Reihen hat der für Balance sorgt.
Matthäus 1990, Dunga 1994, Deschamps 1998, Pirlo 2006, Xavi 2010, Schweinsteiger 2014 und nun aller Voraussicht nach Kante. 2002 habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich verfolgt, aber hätten wir gewonnen wäre es Ballack gewesen (miese Sperre, damals noch möglich).
WM 2018 |#935
12.07.2018 - 12:38 Uhr
Früher waren Weltmeisterschaften Feste. Komplett unterschiedliche Stile trafen aufeinander und gefühlt waren es die besten Mannschaften der Welt.

Inzwischen wird doch bis auf wenige Ausnahmen nur noch Einheitsbrei gespielt. Die Japaner hatten ihre eigene Art und die Marokkaner waren sehr erfrischend. Der Rest bot europäische Standardkost. Selbst ein Costa Rica bot ein extrem diszipliniertes 5-4-1 auf und war kaum zu knacken.

Dazu hat sich der Vereinsfußball enorm gewandelt. Es gibt keine Ausländerbeschränkung mehr und die Stars der Welt sind auf die besten 10-20 Vereine Europas konzentriert. Als Konsequenz würde jeder dieser Verein den Weltmeister wahrscheinlich in Grund und Boden ballern.

•     •     •

Auf jede schwierige Frage gibt es eine einfache Antwort, die meistens falsch ist.

Lookman = good man
WM 2018 |#936
12.07.2018 - 13:02 Uhr
Zitat von Mr Ripley
Früher waren Weltmeisterschaften Feste. Komplett unterschiedliche Stile trafen aufeinander und gefühlt waren es die besten Mannschaften der Welt.

Inzwischen wird doch bis auf wenige Ausnahmen nur noch Einheitsbrei gespielt. Die Japaner hatten ihre eigene Art und die Marokkaner waren sehr erfrischend. Der Rest bot europäische Standardkost. Selbst ein Costa Rica bot ein extrem diszipliniertes 5-4-1 auf und war kaum zu knacken.

Dazu hat sich der Vereinsfußball enorm gewandelt. Es gibt keine Ausländerbeschränkung mehr und die Stars der Welt sind auf die besten 10-20 Vereine Europas konzentriert. Als Konsequenz würde jeder dieser Verein den Weltmeister wahrscheinlich in Grund und Boden ballern.


Sehe ich auch so. Gefühlt war das für mich persönlich die langweiligste WM. Ab einem Zeitpunkt, ich weiß nicht mehr, welcher das war, habe ich schon nicht mehr so viele Spiele wie möglich geguckt, sondern nur noch achselzuckend während der Arbeit mal einen Blick drauf geworfen. Das einzig Spannende ist, dass dieses mal einige Teams überraschend weit kamen, denen ich das nicht unbedingt zugetraut hätte (Kroatien zB) und das Ausscheiden von Deutschland.
WM 2018 |#937
12.07.2018 - 13:10 Uhr
Zitat von Mr Ripley
Früher waren Weltmeisterschaften Feste. Komplett unterschiedliche Stile trafen aufeinander und gefühlt waren es die besten Mannschaften der Welt.

Inzwischen wird doch bis auf wenige Ausnahmen nur noch Einheitsbrei gespielt. Die Japaner hatten ihre eigene Art und die Marokkaner waren sehr erfrischend. Der Rest bot europäische Standardkost. Selbst ein Costa Rica bot ein extrem diszipliniertes 5-4-1 auf und war kaum zu knacken.

Dazu hat sich der Vereinsfußball enorm gewandelt. Es gibt keine Ausländerbeschränkung mehr und die Stars der Welt sind auf die besten 10-20 Vereine Europas konzentriert. Als Konsequenz würde jeder dieser Verein den Weltmeister wahrscheinlich in Grund und Boden ballern.


Naja, Rippe - ganz so schwarz sehe ich das nicht. Zunächst ist die WM eine schöne Sommerunterhaltung und von Einheitsbrei kann man zumindest bei den Ergebnissen nicht sprechen, das finde ich mit den Belgiern, den Engländern und Kroatien schon erfrischend unterhaltsam. Vom Fussball her hat Deine Aussage sicher eine gewisse wahre Erkenntnis. Die vermeintlich unterlegenen Teams stehen stabil und modern (weshalb es ja auch nicht mehr zu zweistelligen Ergebnissen kommt) - das beeinflusst die Gruppenphase dahingehend, dass es kaum zu fussballerischen Leckerbissen kommt. Die KO-Phase empfinde ich durchaus unterhaltsam und augrund des jeweils "drohenden" Elfmeterschiessens geht auch irgendwann das Visier hoch. Aber was erwarten wir bei der Internationalität ? Brave new world.

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"Der Ball ist der springende Punkt !" (Dettmar Cramer)
SdJ Zwanzigzehn bis Zwanzigdreizehn und Zwanzigachtzehn
WM 2018 |#938
12.07.2018 - 13:41 Uhr
Der Einheitsbrei war insbesondere auf die Nichteuropäer bezogen, die sich unserer Suppe angeschlossen haben.

Ein Teil der Viertelfinals und die Halbfinals waren super. Ich hatte durchaus Spaß mit diesem Turnier.

Einen Punkt hatte ich übrigens noch vergessen: die Topspieler sind überspielt und ausgelaugt. Sportlich wäre weniger mehr, aber Signor Infantino hat seine Finger drauf und wir noch ein paar Tropfen mehr rauspressen. Eine Milliarde auf dem Festgeldkonto kann nicht genug sein.

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Auf jede schwierige Frage gibt es eine einfache Antwort, die meistens falsch ist.

Lookman = good man
WM 2018 |#939
12.07.2018 - 13:51 Uhr
Zitat von Mr Ripley
Der Einheitsbrei war insbesondere auf die Nichteuropäer bezogen, die sich unserer Suppe angeschlossen haben.

Ein Teil der Viertelfinals und die Halbfinals waren super. Ich hatte durchaus Spaß mit diesem Turnier.

Einen Punkt hatte ich übrigens noch vergessen: die Topspieler sind überspielt und ausgelaugt. Sportlich wäre weniger mehr, aber Signor Infantino hat seine Finger drauf und wir noch ein paar Tropfen mehr rauspressen. Eine Milliarde auf dem Festgeldkonto kann nicht genug sein.


Man muss sich fragen, was gerade für die Topspieler wichtiger ist. Die Agenda der untetrschiedlichen Spieler ist sicher verschieden: Für die Mehrzahl ist es der Auftritt ihres Lebens - aber die Mahrheit der Spieler sind wahrscheinlich auch eben nur Durchschnitt, die durch einen grossen Auftritt hoffen sich einmal in das Notizbuch eines europäischen Fussballklubs zu spielen, was aber im überwiegenden Teil misslingt. Dann gibt es die, die bewusst den nächsten Karriereschritt suchen und hier Kontakte knüpfen, die ihnen den nächsten Schritt eröffnen. Und dann sind da die Superstars, die die WM als Bühne nutzen, um sich unsterblich zu machen (oder machen zu wollen). Gemein ist aber vermutlich allen, dass sie ihr Geld in ihrem Beruf verdienen, der mit der WM nicht sehr viel zu tun hat. Fazit: Es ist alles anders, als früher.

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"Der Ball ist der springende Punkt !" (Dettmar Cramer)
SdJ Zwanzigzehn bis Zwanzigdreizehn und Zwanzigachtzehn
WM 2018 |#940
12.07.2018 - 18:22 Uhr
Ich finde diese WM bestätigt, warum N11-Fußball und die Turniere so gerne mag.

In dieser Sparte gilt das Prinzip „Man erntet, was man sät“ noch deutlich mehr als im Vereinsfußball. Wären Belgien oder Kroatien Vereine, hätten sie nicht auch nur den Hauch einer Chance gehabt, mit ihren herausragenden Generationen um den Titel mitzuspielen, weil die Spieler vorher schon weggekauft worden wären oder – was die absoluten Topstars betrifft – von selbst gegangen wären (auch wenn ich auf die "Überraschung" Deutschland gerne verzichtet hätte...).

Auf Nationalmannschaftsebene hat man noch durch die Bank Mannschaften, die organisch wachsen und Gesichter haben, die einen über Jahre begleiten und Mannschaften Wiedererkennungswert bieten. Und jede Mannschaft, selbst die besten, muss mit Schwachstellen auskommen, die man nicht einfach durch einen Zukauf beheben kann. Man muss damit umgehen und im besten Fall richtig ausbilden.

Und was das Niveau angeht: die Klagen über das schlechte Niveau hat man bei jedem Turnier; liegt meiner Meinung nach auch daran, dass der Wettbewerb dermaßen komprimiert stattfindet. Wenn man mal innerhalb von 4 Wochen 48 Vorrundenspiele der CL + 15 KO-Spiele anschauen würde, würde man wohl auch etwas kritischer auf den Wettbewerb gucken. Aber bis man in der CL mal die Viertelfinals sieht, hat man die ganzen Gähner der Vorrunde doch schon längst vergessen.

Und ob die besten Vereinsmannschaften der Welt den Weltmeister einfach so aus dem Stadion schießen würden? Wird sich nie abschließend klären lassen, aber ich denke eher nicht.

(einiges von dem habe ich so ähnlich vor einiger Zeit geschrieben, aber ich habe jetzt keine Lust, das zu suchen. Daher alter Wein in neuen Schläuchen….)

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Wer hilft mir bei der Identifikation des folgenden typischen tm.de-Geräuschs?

„KLIRR“

Ich konnte es bisher eingrenzen auf:

a) zwei aufeinanderprallende Einzeiler
oder
b) ein Glashaus
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