Pfannenstiel: An Götze-Gerücht „gar nichts dran“ – Bei Ibisevic „andere Ausgangsposition“
Seit August 2020 steht fest, was für den früheren Fußball-Globetrotter Lutz Pfannenstiel das nächste langfristige Projekt nach seiner Zeit als Sportchef bei Fortuna Düsseldorf sein wird: Der 47-Jährige betreut als Sportdirektor den Aufbau des St. Louis City SC, der ab 2023 in der nordamerikanischen MLS an den Start geht – ein „ganz neuer Klub“, wie Pfannenstiel im Interview mit „t-online.de“ erklärt. Der Ex-Torwart äußerte sich dabei auch zu Gerüchten um eine Verpflichtung von Mario Götze (28) oder Vedad Ibisevic (36).
„Das wurde arg aus dem Zusammenhang gerissen“, sagte Pfannenstiel in Bezug auf Götze. Nach seinem Einstieg bei St. Louis hatte er auf die Frage nach dem vereinslosen Ex-Dortmunder gesagt: „Natürlich werden wir auch Spieler wie Götze auf dem Schirm haben, um zu sehen, was am besten passt.“ Pfannenstiel nun dazu: „Ich wurde angerufen und mir wurde gesagt, dass Mario Götze einen Verein sucht. Daraufhin habe ich gesagt: ‚Ein Spieler dieser Klasse wird bestimmt schnell einen finden.‘ (…) Danach wurde ich zwei Minuten gefragt, ob Spieler aus der Bundesliga bei uns generell irgendwann ein Thema sind. Und das habe ich bejaht.“ Ein Zusammenhang zwischen Götze und der neuen MLS-Franchise sei „Fantasie“ und an dem Gerücht „gar nichts dran“.
Anders sei das bei Stürmerroutinier Ibisevic. Der Bosnier hat Wurzeln in den USA und die Staatsbürgerschaft. Die Jahre 2001 bis 2003 verbrachte der seit seiner Vertragsauflösung bei Schalke 04 im Januar vereinslose Angreifer bei den Saint Louis Billikens an der dort heimischen Universität. „Sein Vater und seine Schwester sind hier und die habe ich auch schon getroffen. Und einige Leute aus seinem Umfeld sind auch im Verein“, sagte Pfannenstiel nun über Ibisevic. „Von daher ist das schon eine andere Ausgangsposition. Aber bei ihm muss man erstmal abwarten, was die nächsten ein, zwei Jahre passiert.“ Wenn St. Louis im Frühjahr 2023 die ersten Pflichtspiele bestreitet, wird der ehemalige Hertha-Kapitän 38 Jahre alt sein.
Pfannenstiel will keine „abgehalfterten Superstars“ nach St. Louis holen
Und eigentlich möchte Pfannenstiel davon absehen, überwiegend auf alternde Stars aus Europa zu setzen: „Klar ist aber, dass unsere Philosophie nicht dahin geht, auf Teufel komm raus irgendwelche großen Namen zu holen. Wir wollen hungrige Spieler haben, die in das Umfeld hier passen und keine, die sagen: ‚Ich hole mir vor dem Karriereende noch ein paar Dollar ab und komme wegen dem Lifestyle.‘“
Ein Angebot, das in diese Richtung geht, habe er von einem „guten Freund, den man aus der Premier League kennt“ erhalten. Der habe ihm vor Weihnachten „erzählt, dass er wegen dem Lifestyle zum Karriereende rüberkommen und noch ein Jahr hier spielen möchte. Da habe ich ihm gesagt: ‚Entweder Du kommst hierher, um zu gewinnen und zu arbeiten, oder Du kommst hierher für den Lifestyle – dann fährst Du auf der Harley Davidson die Route 66 entlang, aber spielst hier keinen Fußball‘“.
Ohnehin brauche man, um die Fans zu begeistern „nicht die großen Superstars“, sondern „Spieler zum Anfassen“: „Hier stehen die Mannschaft und die Begeisterungsfähigkeit viel weiter oben als ein abgehalfterter Superstar.“
Jugend und Scouting Prioritäten für Pfannenstiel – Unterstützung durch Peters
Wichtig sei den Eigentümern, die u.a. von der Mietwagenfirma „Enterprise“ kommen, dass „wir uns in der ‚Community‘, also bei den Leuten in der Stadt und im Umland, engagieren. Dazu wollen wir uns im ‚Grassroots‘-Bereich, besonders in den kleinen Vereinen und den Schulen, einbringen. Als zweite Säule kommt die Jugendakademie dazu, die gerade gebaut wird. Und da ist das Ziel klar: Wir wollen nicht nur eine gute, sondern die beste Akademie in ganz Nordamerika aufbauen“. Unterstützung erhalte er dabei von Ex-HSV- und –Hoffenheim-Manager Bernhard Peters.
„Bernhard ist einfach eine Koryphäe, wenn es um Nachwuchs- und Strukturaufbau geht. Und genau das ist jetzt bei uns wichtig: Wir müssen erst mal einen Stein auf den anderen legen und ein sauberes Fundament bauen“, so Pfannenstiel. Neben der Jugendakademie liege ihm vor allem ein gutes Scoutingsystem am Herzen. Die Zusammenstellung des Profikaders werde dann ab Januar 2022 angegangen.
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Jugendakademie und Scoutingsystem aufbauen klingt aufjedenfall sehr sinnvoll! Ich bin gespannt wohin sich der Fußball in den USA in den nächsten 10-15 Jahren entwickelt. Wenn die Leute den Sport immer mehr für sich entdecken sehe ich da große Möglichkeiten. Schon jetzt hat man mit Pulisic, McKennie, Reyna, Dest, Adams, Steffen oder Aaronson einige spannende Spieler im Kader. Dazu kommen dann noch Leute wie beispielsweise Sargent, Richards oder Hoppe wo man noch abwarten muss wo die Reise hingeht, die aber auch durchaus zu guten Spielern werden können.
Sollte da in den nächsten Jahren noch mehr Geld in die Nachwuchsarbeit fließen könnten da noch mehr starke Talente kommen und dann wird die Nationalmannschaft auch langsam zu einem Gegner den man ernst nehmen muss.
Klar ist es schwierig sich gegen die etablierten 4 Sportarten durchzusetzen, aber im US-Markt steckt so viel Geld (was man ja alleine an der vielen Werbung sieht), dass da durchaus noch Platz für eine 5. große Sportart wäre.
- Geb./Alter:
- 03.06.1992 (34)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Eintracht Frankfurt
- Vertrag bis:
- 30.06.2028
- Position:
- Offensives Mittelfeld
- Marktwert:
- 3,00 Mio. €
- Geb./Alter:
- 06.08.1984 (42)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Karriereende
- Vertrag bis:
- -
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- -
- Geb./Alter:
- 12.05.1973 (53)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Aberdeen FC
- Aktuelle Funktion:
- Sportdirektor
- Im Amt seit:
- 10.11.2025
- Gesamtmarktwert:
- 34,40 Mio. €
- Wettbewerb:
- Major League Soccer
- Tabellenstand:
- 6.
- Trainer:
- Yoann Damet
- Kadergröße:
- 29
- Letzter Transfer:
- Tahir Reid-Brown










