Erstes Werner-Plus seit 2020
Marktwerte MLS: Minus für Müller – Sargent und Son unter größten Verlierern
©TM/IMAGO
Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft hat Transfermarkt die Marktwerte in der nordamerikanischen Major League Soccer aktualisiert. Unter den größten Verlierern sind mit Josh Sargent (-2 Millionen auf nun 16 Mio. Euro) und Heung-min Son (-2 auf 15 Mio. Euro) zwei ehemalige Bundesliga-Profis. Durch die Abwertung des ehemaligen Werder-Stürmers Sargent vom Toronto FC teilt dieser sich den Spitzenplatz im MLS-Marktwert-Ranking fortan mit dem brasilianischen Mittelfeldspieler Evander vom FC Cincinnati.
Während der Marktwert von Superstar Lionel Messi von Inter Miami unverändert bei 15 Mio. Euro bleibt, ist Thomas Müller von den Vancouver Whitecaps der größte Verlierer unter den deutschen Legionären (-1 auf 4 Mio. Euro).
„Vor einem Jahr hätte Sargent durch einen Transfer zum Bundesligisten VfL Wolfsburg in eine der fünf besten Ligen wechseln können; dieser platzte jedoch, und stattdessen drängte er auf den Schritt in die Major League Soccer“, resümiert Manuel Veth, Area Manager Nordamerika bei Transfermarkt. Der Experte erklärt: „Sein Wunsch, in die heimische Liga zurückzukehren und beim kanadischen Verein Toronto FC zu spielen, war damals eine für viele überraschende Entscheidung. Es gab zwar Hoffnung, dass er es in den WM-Kader der USA schaffen würde, doch Sargent wurde von Mauricio Pochettino nicht berücksichtigt. Drei Tore und zwei Vorlagen in acht MLS-Spielen sind ebenfalls enttäuschend, all diese Faktoren resultierten in einer Herabstufung seines Marktwerts.“
Ebenfalls ein Minus gibt es für Südkoreas WM-Fahrer Son vom LAFC. Der 33-Jährige liegt in Sachen Marktwert fortan auf dem Niveau von Messi. „Sons Herabstufung ist altersbedingt“, erläutert Veth. „Sicher, auf den ersten Blick sind seine Zahlen in dieser Saison nicht beeindruckend, da er in einem Ligaspiel noch kein Tor erzielt hat. Aber zwei Treffer und 16 Vorlagen in 22 Spielen über alle Wettbewerbe hinweg sind immer noch eine ziemlich gute Bilanz. Außerdem steht seine Starpower der von Messi in nichts nach. Wo immer Son auftritt, sind die Stadien voll. Zudem fährt er zur Weltmeisterschaft, wo er eines der größten Aushängeschilder für die MLS sein wird.“
MLS-Marktwerte: Musa, Hall und Berhalter größte Gewinner
Ein weiterer Spieler, der zur Weltmeisterschaft fährt, ist Petar Musa vom FC Dallas. Der Stürmer ist neben Orlandos Marco Pašalić einer von zwei MLS-Spielern im Kader Kroatiens und mit einem Marktwert-Plus in Höhe von 4 auf nun 12 Mio. Euro der größte Gewinner des Updates. „Musa hat in dieser Saison eine herausragende Leistung gezeigt und sich seine Berufung verdient“, attestiert Veth. „Der 28-Jährige hat in 13 MLS-Saison-Spielen zwölf Tore erzielt, genauso viele wie Messi und nur ein Tor weniger als der führende Torschütze Hugo Cuypers (+1 auf 10 Mio. Euro) von Chicago Fire. Es gibt Gerüchte, dass Dallas den Spieler nach dieser Saison verkaufen könnte, und bei seiner aktuellen Form ist ein Wechsel zurück nach Europa nicht unrealistisch.“
Den zweitgrößten Anstieg verzeichnet Sebastian Berhalter, Müllers Teamkollege bei den Whitecaps. „Er war in den letzten beiden Spielzeiten einer der besten Mittelfeldspieler der MLS“, betont Veth. „Man könnte sogar argumentieren, dass Berhalter der Hauptgrund dafür ist, dass die Whitecaps zu einem der besten Vereine nicht nur in der MLS, sondern in der gesamten Concacaf-Region geworden sind. Berhalter ist immer beständig, verfügt über starke Spielmacherqualitäten, ist fantastisch bei Standardsituationen und hat ein hervorragendes taktisches Verständnis. Es besteht die Chance, dass er auch bei der Weltmeisterschaft ein Schlüsselspieler für Pochettino sein könnte, und wenn er dort gut spielt, ist ein Wechsel in eine der fünf besten Ligen Europas nur eine Frage der Zeit.“ Berhalters Marktwert stieg um 60 Prozent von 5 auf 8 Mio. Euro.
Ein Plus in Höhe von 3 Mio. Euro erhält auch Julian Hall von Red Bull New York, welcher fortan auf 8 Mio. Euro taxiert wird. „Hall hat in dieser Saison als 18-Jähriger in 18 Spielen über alle Wettbewerbe hinweg zwölf Tore erzielt und vier Vorlagen gegeben“, so Veth. „Vielleicht hätte man argumentieren können, dass er in den WM-Kader hätte aufgenommen werden sollen, zumal Polen, für das er ebenfalls spielen kann, Interesse gezeigt hat. Aber ohne Zweifel wird seine Zeit nach der WM kommen.“
MLS-Marktwerte: Abwertungen bei Atlanta – Müller verliert
Bei Atlanta United wurden drei Stars herabgestuft: Miguel Almirón (-2 auf 7 Mio.), Aleksey Miranchuk (-500.000 auf 7,5 Mio.) und Emmanuel Latte Lath (-5 auf 10 Mio.). Letzterer verzeichnet das größte Minus des Updates. „Bei diesem Tempo könnte er als der schwächste Neuzugang in die Geschichte der MLS eingehen“, urteilt Veth und ordnet ein: „Atlanta hat damals 21,25 Mio. Euro für ihn bezahlt, und er hat in 47 Spielen in allen Wettbewerben nur 11 Tore und vier Vorlagen erzielt. Das ist sehr enttäuschend.“
Ebenfalls herabgestuft wurde der deutsche Profi Müller. „Sein Transfer war für die Whitecaps auf und neben dem Platz ein riesiger Erfolg“, sagt Veth. „Im Gegensatz zu Messi und Son ist Müller tatsächlich ein wichtiger Teil der Community und kommuniziert gut mit der lokalen Presse. Er wird auch Teil der WM-Berichterstattung im deutschen Fernsehen sein, was ebenfalls der Marke der Whitecaps zugutekommt. In dieser Saison hat er in zwölf MLS-Spielen vier Tore und zwei Vorlagen erzielt. Das ist nicht schlecht, aber Verletzungen fangen an, ihn ein wenig auszubremsen. Außerdem wird er in dieser Saison 37 Jahre alt – eine Herabstufung war zu diesem Zeitpunkt unvermeidlich.“
Neben Müller erhielten neun weitere Profis mit deutschem Pass einen neuen Marktwert. Für San Joses Neuzugang Timo Werner geht es in Sachen Marktwert erstmals seit März 2020 wieder nach oben. Der Ex-Leipzig-, Chelsea- und Tottenham-Profi brachte es auf sieben Scorer in sieben Ligaeinsätzen, ehe ihn eine Muskelverletzung vorerst außer Gefecht setzte. Für den 30-Jährigen geht es um 500.000 auf nun 3,5 Mio. Euro nach oben.
Ein Plus in doppelter Höhe erhält Salt Lakes Noel Caliskan, dessen Marktwert auf 1,8 Mio. Euro geht. Minnesotas Morris Duggan (+600.000 auf 1,8 Mio. Euro) sowie St. Louis' Timo Baumgartl (+200.000 auf 800.000 Euro) steigen ebenfalls. Dessen Teamkollege Cedric Teuchert, der kürzlich im Transfermarkt-Interview ausführlich über seine anvisierte Europa-Rückkehr sprach, geht es um 500.000 auf nun 2 Mio. Euro nach unten, ebenso für Marcel Hartel (von 4,5 auf 4 Mio. Euro), Vancouvers Ex-Hamburger Sebastian Schonlau (-100.000 auf 500.000 Euro), Montréals Fabian Herbers (-100.000 auf 400.000 Euro) und Los Angeles-Profi Marco Reus (-300.000 auf 1,5 Mio. Euro).
So funktionieren die Transfermarkt-Marktwerte
Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt. Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen.
Das Ziel ist nicht, einen Preis vorherzusagen, sondern einen Erwartungswert. Bei der Erhebung des Marktwertes sind in einem gewissen Maß sowohl individuelle Transfermodalitäten als auch situative Rahmenbedingungen relevant. Beispiele dazu werden hier aufgeführt. Transfermarkt verwendet keinen Algorithmus (zur ausführlichen Marktwertdefinition).
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