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Niko Kovac
Geburtsdatum 15.10.1971
Alter 54
Nat. Kroatien  Kroatien
Funktion Trainer
Akt. Verein Borussia Dortmund

Niko Kovac [Trainer]

29.01.2025 - 23:50 Uhr
Niko Kovac [Trainer] |#961
01.03.2025 - 22:24 Uhr
Zitat von Coq-au-vin

Es ist unverkennbar, dass Kovac die Mannschaft etwas stabilisieren konnte und diesen Fortschritt sollte man jetzt einfach mal honorieren und nicht alles kaputt reden.


Wir hatten in fünf von sechs Spielen deutlich höhere xG als der Gegner, die Tore müssen aber eben die Spieler selbst erzielen. In 4 dieser 6 Spiele spielte man zu null - keine Fortschritte sehen zu wollen, lässt sich tatsächlich nur mit persönlicher Antipathie begründen - oder, noch schlimmer, erheblich ausgeprägter Ahnungslosigkeit tongue
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mairon am 01.03.2025 um 22:25 Uhr bearbeitet
Niko Kovac [Trainer] |#962
02.03.2025 - 08:40 Uhr
Zitat von Mairon

Zitat von Coq-au-vin

Es ist unverkennbar, dass Kovac die Mannschaft etwas stabilisieren konnte und diesen Fortschritt sollte man jetzt einfach mal honorieren und nicht alles kaputt reden.


Wir hatten in fünf von sechs Spielen deutlich höhere xG als der Gegner, die Tore müssen aber eben die Spieler selbst erzielen. In 4 dieser 6 Spiele spielte man zu null - keine Fortschritte sehen zu wollen, lässt sich tatsächlich nur mit persönlicher Antipathie begründen - oder, noch schlimmer, erheblich ausgeprägter Ahnungslosigkeit tongue


Man sollte schon aufpassen, was man hier faselt, wenn man nur schwer stimmig begründen kann, was genau besser geworden ist, weil abgesehen von den Ergebnissen wenig Anlass dazu besteht. Dass Kovac die Mannschaft besser nach ihren individuellen Stärken ein- und aufstellt, sehe ich jedenfalls noch lange nicht so, wie das hier geschrieben wird. Oder ist Bensebaini etwa ein LV-ZM-Hybrid? Oder Couto ein RV-IV-Hybrid? Wie steht es zudem um die Konsequenzen rund um diese Entscheidungen? Macht Sabitzer als Single 6 Sinn? Macht Groß als verkappter ZM-LM-Hybrid Sinn? Hat Reyna die Spielanteile in den letzten Spielen rechtfertigen können? Ist Adeyemi ein guter Breitengeber oder limitiert man ihn aktuell sogar, trotz aufsteigender Form, weil wieder fit?

Aber der Reihe nach. Gerade die Einbindung der AV macht aktuell gar keinen Sinn. Bensebaini ist in der Rolle als LV nicht spielbar, wie Svensson. Zwar behaupten vielleicht seine Scorer letzte Woche etwas anderes, aber es war kein Zufall, dass mit der Hereinnahme von Svensson plötzlich wieder deutlich mehr Zug, Kontrolle und gar Dominanz im Spiel war. Bensebaini hat nicht das Spielverständnis für diese Rolle und ist daher bestenfalls für die Absicherung zu gebrauchen, die Sabitzer auch dringend neben sich nötig hat, weswegen die Frage zu ihm denke ich auch sehr klar mit nein beantwortet werden muss. Beide sind im Ballbesitz ein Problem für die Spielverbindung, weswegen die Passmap gegen St. Pauli auch eine Katastrophe ist:

https://x.com/BetweenThePosts/status/1895878996220600789/photo/1

Darin sieht man exakt keine Vertikalität darin, weil der Ball im Prinzip nur in der Kette und knapp davor bewegt wurde. Schlecht, wenn man dann den zweitschlechtesten Saisonwert bei den Carries auflegt, weil man dafür erst gar niemanden in der Startelf hat, der sich individualqualitativ darum kümmern könnte, wenn schon nicht kollektivtaktisch nachgeholfen wird, weil der defensivschwächere, aber bessere Dribbler-AV als Absicherung in der Kette und für den Aufbau gehalten wird, während der bessere Defensive ins Mittelfeld schieben soll, obwohl er dafür eigentlich keine besondere Qualifikation mitbringt. Allein hier schon: verkehrte Welt, unabhängig von kollektivtaktischen Überlegungen, die ebenfalls schwierig sind, weil Adeyemi von einem Breitengeber Couto profitieren sollte, wie eben auch Couto selbst. Zumal St. Paulis Zustellen der Räume auch schon gereicht hat, um Sabitzer und Groß wieder an ihre Grenzen zu bringen, weil sie keine Dynamik haben, um irgendwie Räume aufbrechen zu können, wenn verdichtet wird. Dann reicht Passspiel allein nicht mehr, selbst wenn sie anspielbar bleiben, weil der individuelle Druck auf sie nicht zu hoch für sie ist.

Nicht nur das aber, sondern das Erfolgsprinzip über Groß Flanken nach Ausweichbewegung, um Beier zentraler zu erlauben, hat St. Pauli mit simplen Durchschieben aus dem Spiel genommen. Beier wurde jedenfalls nicht gedoppelt von St. Pauli, sondern die Absicherung in der Kette schob einfach auf ihn durch, wenn Groß sich auf die linke Seite begab, wo dann der RSS schon auf ihn wartete. Das Ergebnis:

  • Groß wurde außen nicht vergessen, wie in der Vorwoche
  • St. Pauli musste durch die Groß Bewegung keinen Spieler im Zentrum opfern, hatte dadurch erst recht Überzahl gegen Sabitzer und Reyna, während die Bensebaini Rochade gar nichts bringt, wodurch Reyna dann auch noch vermehrt auswich, ohne dafür irgendeine Qualität zu haben, weil er nie ein Außenbahnspieler war und angesichts seiner Dynamikprobleme heute weniger denn je ist.
  • die Spielverbindung, die individuell schon schwach besetzt war, wurde somit auch kollektivtaktisch erschwert, weil St. Paulis Überzahl im Mittelfeld individuell vom BVB zu keiner Zeit gefährdet wurde.
  • der BVB brachte gegen St. Pauli trotz Überlagerung außen keine einzige Flanke im Strafraum an.
  • Guirassy musste viele Bälle im Mittelfeld abholen, wofür er aber dann nicht die kreativen Qualitäten hat, um daraus dann das Spiel gestalterisch zu fördern, während man ihn aus der Abschlusszone herauszieht, wodurch es in der Kombination mit den nicht angekommenen Flanken kein Wunder ist, dass der für Kovac System wichtigste Abschlussspieler keinen einzigen Torschuss von seinen Mitspielern bekam. Adeyemis Aktion zu seinem Tor, war jedenfalls eine Einzelaktion nach hohem Ballgewinn.


Daher spricht leider einiges dafür, dass aktuell Ergebnisse, statt Inhalte, beurteilt werden und auf Grund der Ergebnisse Narrative zu den Inahlten gestaltet werden. Dabei gibt es offensichtlich mehr als genug Probleme mit den Inhalten, weil weiterhin kaum ein Spieler effektiv in seiner stärksten Rolle agiert, obwohl es mittlerweile Optionen dazu gäbe. Wenn überhaupt, dann temporär, wie bspw. gestern Adeyemi bei den Toren, weswegen man aufpassen muss, wie stabil man den BVB unter Kovac nun verkaufen möchte und wie lange das so gut geht. Allein die Groß Überlegung ist nach einem erfolgreichen Spiel eben schon wieder hinfällig, was zu Denken geben sollte. Mehr noch aber, wie sehr Kovac das Zentrum schwächt, obwohl Sahin dafür letztendlich bereits den Preis zahlte.

Der Witz ist schließlich, dass Kovac nicht viel anders macht als Sahin, indem er dessen Überlegungen zur Formation übernimmt und lediglich ein paar eigene Grundsätze hinzufügt, die ich mittelfristig aber nicht als starken Systemansatz erwarten würde, sondern als Problem, weil der BVB zu sehr auf die Außenbahn drängt, ohne aber deren Bindung zueinander sicherstellen zu können, sofern nicht neu aufgebaut werden soll. Zumal es eben auch gar nicht zu den Grundüberlegungen des Sahin Systems passt, das das Zentrum dominieren wollte, was individuell aber mit dem Kader nicht möglich war. Wenn man so will, ist daher alles, was man aktuell behaupten kann, dass Kovac Sabitzer, Groß und Brandt/Reyna in bequemere Situationen bringt. Dass sie ihn dafür aber konstant belohnen, darf doch bezweifelt werden. Bei Groß bekam man dafür wie gesagt schon direkt wieder einen Vorgeschmack.

Aktuell funktioniert somit einiges nicht wegen Kovac, sondern eher trotz ihm. Der Dank gestern gilt vor allem Adeyemi, angesichts 2 Einzelaktionen, die zu den Toren führten. Davon abgesehen war das gestern sehr wenig, was man gegen eines der schwächsten Teams der Liga bieten konnte. Selbst mit Führung im Rücken und größer werdenden Räumen, weil Pauli im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten damit dann sogar mehr Ballbesitz versuchte. Einzig defensiv war man zunehmend stabiler, was man allerdings auch nicht überbewerten darf, angesichts dessen, dass Guirassy allein mehr Tore seit der Winterpause hat als St. Pauli, die sogar in 6/9 Spielen nun torlos sind. Mal sehen, wer bei RB bis in 2 Wochen Trainer ist, aber wenn RB sich auf der Bank passender neu aufstellt, steht zu befürchten, dass er Reality Check nicht lange auf sich warten lässt. Zumal mit Mainz, Freiburg und den Bayern auch die darauffolgenden Spiele eine andere Nummer werden. Das sind in jedem Fall alles Teams, gegen die sich Can keine 3-4 Bolzen im Aufbau leisten kann, wie gestern, wofür man sonst in dieser Saison auch massiv bestraft wurde, obwohl man nicht schlechter dagegen abgesichert war ...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 02.03.2025 um 08:43 Uhr bearbeitet
Niko Kovac [Trainer] |#963
02.03.2025 - 09:08 Uhr
Vielleicht unterliege ich der Roserückschaubrille. Ich fand den Ansatz unter Tullberg passender und vielversprechender.

Das festhalten an Bensebaini kann ich taktisch nicht nachvollziehen und wenn man sich anschaut, welche Probleme er mit Weißhaupt in HZ1 hatte... umso weniger. Die Entscheidung zuletzt für Beier, kann ich hingegen nachvollziehen. Auch wenn ich ein JBG Fanboy bin, kommt es mir so vor als wären wir mit Beier stabiler und hätte auch mehr Optionen in unseren Spiel.

Fühle mich einwenig wie in die Terzic-Zeit versetzt unter Kovac (und das ist nicht als Vorwurf gemeint). Es sieht alles sehr pragmatisch aus. Solange die null steht, bekommt man im Verlaufe des Spiels durch individuelle Aktionen seine Chancen. Im Verbund sieht es auch nicht so schlecht wie unter Sahin aus. Man ist jetzt wieder griffiger und spielt ohne Ball intensiver. Ist nur mein Eindruck. Spielerisch ist es bisher aber nichts besonderes, auch nicht im Kollektiv. Man setzt auf einzelne Match-Ups und versucht die aggressiven Phasen des Gegners nicht zu bestrafen sondern nur zu überstehen.

Trotzdem bin ich froh der Ergebnisse. Die letzten 3 Spiele ergaben ein Torverhältnis von 8:0 bei einen xG von 9,5 zu 1,1. Gabs so eine Phase, rein auf die Statistik bezogen schon einmal in dieser Saison?

•     •     •

HR 25/26: I1I3I3I3I3I1I0I3I3I1I1I3I3I1I3I1I3I = 36 P
RR 25/26: I3I3I3I3I3I1I0I3I3I3I3I0I0I3I0I3I3I = 37 P
Niko Kovac [Trainer] |#964
02.03.2025 - 09:12 Uhr
Zitat von BVBBC

Zitat von Mairon

Zitat von Coq-au-vin

Es ist unverkennbar, dass Kovac die Mannschaft etwas stabilisieren konnte und diesen Fortschritt sollte man jetzt einfach mal honorieren und nicht alles kaputt reden.


Wir hatten in fünf von sechs Spielen deutlich höhere xG als der Gegner, die Tore müssen aber eben die Spieler selbst erzielen. In 4 dieser 6 Spiele spielte man zu null - keine Fortschritte sehen zu wollen, lässt sich tatsächlich nur mit persönlicher Antipathie begründen - oder, noch schlimmer, erheblich ausgeprägter Ahnungslosigkeit tongue


Man sollte schon aufpassen, was man hier faselt, wenn man nur schwer stimmig begründen kann, was genau besser geworden ist, weil abgesehen von den Ergebnissen wenig Anlass dazu besteht. Dass Kovac die Mannschaft besser nach ihren individuellen Stärken ein- und aufstellt, sehe ich jedenfalls noch lange nicht so, wie das hier geschrieben wird. Oder ist Bensebaini etwa ein LV-ZM-Hybrid? Oder Couto ein RV-IV-Hybrid? Wie steht es zudem um die Konsequenzen rund um diese Entscheidungen? Macht Sabitzer als Single 6 Sinn? Macht Groß als verkappter ZM-LM-Hybrid Sinn? Hat Reyna die Spielanteile in den letzten Spielen rechtfertigen können? Ist Adeyemi ein guter Breitengeber oder limitiert man ihn aktuell sogar, trotz aufsteigender Form, weil wieder fit?

Aber der Reihe nach. Gerade die Einbindung der AV macht aktuell gar keinen Sinn. Bensebaini ist in der Rolle als LV nicht spielbar, wie Svensson. Zwar behaupten vielleicht seine Scorer letzte Woche etwas anderes, aber es war kein Zufall, dass mit der Hereinnahme von Svensson plötzlich wieder deutlich mehr Zug, Kontrolle und gar Dominanz im Spiel war. Bensebaini hat nicht das Spielverständnis für diese Rolle und ist daher bestenfalls für die Absicherung zu gebrauchen, die Sabitzer auch dringend neben sich nötig hat, weswegen die Frage zu ihm denke ich auch sehr klar mit nein beantwortet werden muss. Beide sind im Ballbesitz ein Problem für die Spielverbindung, weswegen die Passmap gegen St. Pauli auch eine Katastrophe ist:

https://x.com/BetweenThePosts/status/1895878996220600789/photo/1

Darin sieht man exakt keine Vertikalität darin, weil der Ball im Prinzip nur in der Kette und knapp davor bewegt wurde. Schlecht, wenn man dann den zweitschlechtesten Saisonwert bei den Carries auflegt, weil man dafür erst gar niemanden in der Startelf hat, der sich individualqualitativ darum kümmern könnte, wenn schon nicht kollektivtaktisch nachgeholfen wird, weil der defensivschwächere, aber bessere Dribbler-AV als Absicherung in der Kette und für den Aufbau gehalten wird, während der bessere Defensive ins Mittelfeld schieben soll, obwohl er dafür eigentlich keine besondere Qualifikation mitbringt. Allein hier schon: verkehrte Welt, unabhängig von kollektivtaktischen Überlegungen, die ebenfalls schwierig sind, weil Adeyemi von einem Breitengeber Couto profitieren sollte, wie eben auch Couto selbst. Zumal St. Paulis Zustellen der Räume auch schon gereicht hat, um Sabitzer und Groß wieder an ihre Grenzen zu bringen, weil sie keine Dynamik haben, um irgendwie Räume aufbrechen zu können, wenn verdichtet wird. Dann reicht Passspiel allein nicht mehr, selbst wenn sie anspielbar bleiben, weil der individuelle Druck auf sie nicht zu hoch für sie ist.

Nicht nur das aber, sondern das Erfolgsprinzip über Groß Flanken nach Ausweichbewegung, um Beier zentraler zu erlauben, hat St. Pauli mit simplen Durchschieben aus dem Spiel genommen. Beier wurde jedenfalls nicht gedoppelt von St. Pauli, sondern die Absicherung in der Kette schob einfach auf ihn durch, wenn Groß sich auf die linke Seite begab, wo dann der RSS schon auf ihn wartete. Das Ergebnis:

  • Groß wurde außen nicht vergessen, wie in der Vorwoche
  • St. Pauli musste durch die Groß Bewegung keinen Spieler im Zentrum opfern, hatte dadurch erst recht Überzahl gegen Sabitzer und Reyna, während die Bensebaini Rochade gar nichts bringt, wodurch Reyna dann auch noch vermehrt auswich, ohne dafür irgendeine Qualität zu haben, weil er nie ein Außenbahnspieler war und angesichts seiner Dynamikprobleme heute weniger denn je ist.
  • die Spielverbindung, die individuell schon schwach besetzt war, wurde somit auch kollektivtaktisch erschwert, weil St. Paulis Überzahl im Mittelfeld individuell vom BVB zu keiner Zeit gefährdet wurde.
  • der BVB brachte gegen St. Pauli trotz Überlagerung außen keine einzige Flanke im Strafraum an.
  • Guirassy musste viele Bälle im Mittelfeld abholen, wofür er aber dann nicht die kreativen Qualitäten hat, um daraus dann das Spiel gestalterisch zu fördern, während man ihn aus der Abschlusszone herauszieht, wodurch es in der Kombination mit den nicht angekommenen Flanken kein Wunder ist, dass der für Kovac System wichtigste Abschlussspieler keinen einzigen Torschuss von seinen Mitspielern bekam. Adeyemis Aktion zu seinem Tor, war jedenfalls eine Einzelaktion nach hohem Ballgewinn.


Daher spricht leider einiges dafür, dass aktuell Ergebnisse, statt Inhalte, beurteilt werden und auf Grund der Ergebnisse Narrative zu den Inahlten gestaltet werden. Dabei gibt es offensichtlich mehr als genug Probleme mit den Inhalten, weil weiterhin kaum ein Spieler effektiv in seiner stärksten Rolle agiert, obwohl es mittlerweile Optionen dazu gäbe. Wenn überhaupt, dann temporär, wie bspw. gestern Adeyemi bei den Toren, weswegen man aufpassen muss, wie stabil man den BVB unter Kovac nun verkaufen möchte und wie lange das so gut geht. Allein die Groß Überlegung ist nach einem erfolgreichen Spiel eben schon wieder hinfällig, was zu Denken geben sollte. Mehr noch aber, wie sehr Kovac das Zentrum schwächt, obwohl Sahin dafür letztendlich bereits den Preis zahlte.

Der Witz ist schließlich, dass Kovac nicht viel anders macht als Sahin, indem er dessen Überlegungen zur Formation übernimmt und lediglich ein paar eigene Grundsätze hinzufügt, die ich mittelfristig aber nicht als starken Systemansatz erwarten würde, sondern als Problem, weil der BVB zu sehr auf die Außenbahn drängt, ohne aber deren Bindung zueinander sicherstellen zu können, sofern nicht neu aufgebaut werden soll. Zumal es eben auch gar nicht zu den Grundüberlegungen des Sahin Systems passt, das das Zentrum dominieren wollte, was individuell aber mit dem Kader nicht möglich war. Wenn man so will, ist daher alles, was man aktuell behaupten kann, dass Kovac Sabitzer, Groß und Brandt/Reyna in bequemere Situationen bringt. Dass sie ihn dafür aber konstant belohnen, darf doch bezweifelt werden. Bei Groß bekam man dafür wie gesagt schon direkt wieder einen Vorgeschmack.

Aktuell funktioniert somit einiges nicht wegen Kovac, sondern eher trotz ihm. Der Dank gestern gilt vor allem Adeyemi, angesichts 2 Einzelaktionen, die zu den Toren führten. Davon abgesehen war das gestern sehr wenig, was man gegen eines der schwächsten Teams der Liga bieten konnte. Selbst mit Führung im Rücken und größer werdenden Räumen, weil Pauli im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten damit dann sogar mehr Ballbesitz versuchte. Einzig defensiv war man zunehmend stabiler, was man allerdings auch nicht überbewerten darf, angesichts dessen, dass Guirassy allein mehr Tore seit der Winterpause hat als St. Pauli, die sogar in 6/9 Spielen nun torlos sind. Mal sehen, wer bei RB bis in 2 Wochen Trainer ist, aber wenn RB sich auf der Bank passender neu aufstellt, steht zu befürchten, dass er Reality Check nicht lange auf sich warten lässt. Zumal mit Mainz, Freiburg und den Bayern auch die darauffolgenden Spiele eine andere Nummer werden. Das sind in jedem Fall alles Teams, gegen die sich Can keine 3-4 Bolzen im Aufbau leisten kann, wie gestern, wofür man sonst in dieser Saison auch massiv bestraft wurde, obwohl man nicht schlechter dagegen abgesichert war ...



Machen wir so weiter wie bisher gibt es früher oder später wieder die Quittung. Du hast schon vieles auf den Punkt gebracht und würde gerne mal deine Aufstellung sehen, die zur Zeit den größten Mehrwert bringen würde?

Vom Fit her müsste Kovac langsam mal was ändern und mehr in die obige Ausstellung hin aufstellen.
Über Namen lässt sich streiten, aber zumindest vom Profil her muss es in diese Richtung gehen.
Viele Spiele stehen wie immer auf der Kippe, gehen diese in ne andere Richtung darf man sich auch nicht beschweren.

- Svensson klar vor Bense, da er im Spielaufbau einfach momentan zuviel beitragen kann.
In der Konstellation finde ich Sabitzer auch auf der 6 gut aufgehoben. Mit Nmecha in Zukunft dürfte das Ganze noch vielversprechender werden.

- Brandt oder Groß, glaube Brandt bringt am Ende einfach viel mehr mit für die Position. Was man mittlerweile sagen kann, ist dass man sich max. 1 Spieler im Zentrum leisten darf aus dem Trio Brandt, Groß und Reyna.

- Chukwuemeka muss rein, ob mit Ball oder ohne Ball ne ganz andere Dynamik im Zentrum. Soll sich eingroven und starten. Wenn es nicht für 90 min reicht soll er ausgewechselt werden. Als Einwechselspieler halte ich nicht viel von, jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit.

- Ryerson hat die Nase vor Couto. Kann ich mit leben wenn der Fit wie in der Aufstellung oben ausschaut. Couto würde ich mal paar Spiele am Stück gern sehen, aber seine Geschwindigkeit bleibt mir weiterhin ein Dorn im Auge.

- Beier/Adeyemi in der Konstellation 2 tolle Optionen, für mich minimal Beier die Nase vorn weil die einfachen Dinge besser aussehen.

- Gittens bekommt man hoffentlich in die Spur am Besten mehr im letzten Drittel. Würde Ihn gern auch mal über rechts sehen. Duranville sollte für Gittens häufiger 20-15 Minuten für diesen sehen, auch wenn hier viel Luft nach oben ist. Sollte man klar kommunizieren um so Druck dem Jungen zu nehmen.

In solch einer Konstellation hätte ich mehr Hoffnung, aber denke Kovac wird weiter sein Ding durchziehen. Optimistisch stimmt mich dass nicht, um im Endspurt unsere Ziele zu erreichen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vintage09 am 02.03.2025 um 09:17 Uhr bearbeitet
Niko Kovac [Trainer] |#965
02.03.2025 - 10:10 Uhr
Zitat von Vintage09



Machen wir so weiter wie bisher gibt es früher oder später wieder die Quittung. Du hast schon vieles auf den Punkt gebracht und würde gerne mal deine Aufstellung sehen, die zur Zeit den größten Mehrwert bringen würde?

Vom Fit her müsste Kovac langsam mal was ändern und mehr in die obige Ausstellung hin aufstellen.
Über Namen lässt sich streiten, aber zumindest vom Profil her muss es in diese Richtung gehen.
Viele Spiele stehen wie immer auf der Kippe, gehen diese in ne andere Richtung darf man sich auch nicht beschweren.

- Svensson klar vor Bense, da er im Spielaufbau einfach momentan zuviel beitragen kann.
In der Konstellation finde ich Sabitzer auch auf der 6 gut aufgehoben. Mit Nmecha in Zukunft dürfte das Ganze noch vielversprechender werden.



Aktuell brauchen wir 2 Defensive mehr, damit man mit Sabitzer (und Groß) defensiv stabil ist, weil sie beide individuell Gefahrenpotenziale im Rückwärtsverteidigen bieten. Bensebaini ist effektiv vom Spielertyp her schließlich ein Defensiver und der RV wird so tief gehalten, dass er es letztendlich kollektivtaktisch ist, selbst wenn er es in Coutos Fall nicht sein sollte. Für mich ist das aktuell zu viel Zugständnis und sogar ein zu defensiver Schwerpunkt in unserem Spiel, durch den wir nach vorne zu wenig Druck machen, unabhängig davon, dass Sabitzer in Sachen Anspielbarkeit unter Druck ein schwieriges Thema ist. Sabitzer macht in meinen Augen vor allem dann Sinn, wenn man ihn spielerisch als Zusatzspieler betrachten darf und aggressiv pressen kann. Dann ist er optimal eingebunden, aber das ist aktuell nicht der Fall. Zumal es nicht nur das kollektivtaktische Zugeständnis an Sabitzer gibt, sondern auch offensivtaktisch, indem er sich relativ frei nach vorne bewegen darf und vor allem zur Seite, obwohl Groß dasselbe macht.

Gerade das ist ein Ding, das auf Dauer nicht gut gehen dürfte, weil beide DM ihre Position vor der Kette auflösen, ohne dass sie wechselseitig immer klar füreinander einspringen. Sabitzer hält das Zentrum zwar mehr, aber eben nicht absolut immer und selbst wenn, hat er gewisse Defizite im Rückwärtsverteidigen. Meist ist dann der LV der effektive Abräumer im Zentrum, was aber auch nur solange funktioniert, wie der Gegner keine 2 Tempospieler mit Offensivdrang aufbietet. Es ist ein absehbares Risiko, dass wir vor der Kette zu wenig Restverteidigung haben. Das müsste man denke ich eher mit Can beantworten als mit Sabitzer, solange Nmecha fehlt, wofür dann eben ein anderer IV reinkommen müsste. Bzw. generell halte ich es für sinnvoller, wenn der 3. Mann für die Restverteidigung aus dem Zentrum kommt - und eben auch nur 3 nötig sind. Spielerisch trägt Sabitzer auch nicht so viel Verantwortung, dass das undenkbar wäre mit Can, wenngleich das eben erst recht bedeutet, dass Aufbau und Spielverbindung daneben funktionieren müssen, was ich aktuell nur mit Svensson und Chukwuemeka +Brandt/Groß realistisch erwarte.



- Brandt oder Groß, glaube Brandt bringt am Ende einfach viel mehr mit für die Position. Was man mittlerweile sagen kann, ist dass man sich max. 1 Spieler im Zentrum leisten darf aus dem Trio Brandt, Groß und Reyna.



Ich denke sogar, dass Brandt, Reyna, Groß und Sabitzer sich gegenseitig möglichst ausschließen sollten. Es ist zu wenig an dynamischen Aktionen mit ihnen gemeinsam möglich und selbst wenn man sie daneben installiert bekommt, ist es mit 2 von ihnen auf dem Platz etwas wenig Absicherung. Entsprechend sehe ich Brandt aber auch gar nicht auf der defensiveren 8, sondern nur Nmecha oder Chukwuemeka, wobei ich beide nebeneinander auch gut fände, mit Nmecha auf der 6. Die können für die dynamische Spielverbindung sorgen, insbesondere mit Unterstützung von Svensson. Folglich stellt sich für mich nur die Frage, ob man mit Groß einen weiteren 8er eher strategisch ausrichtet oder mit Brandt einen kreativen 10er bietet. Angesichts der Kreativität auf den Außenbahnen, halte ich Brandt grundsätzlich für wichtiger, aber es sollte auch genug Spiele mit guten Argumenten für Groß geben, wenn der Ballvortrag schon nicht gut genug funktioniert. Das Ding ist nur: es ist realistisch nicht möglich, dass diese Spieler sich gegenseitig ausschließen. Dafür fehlen Alternativen, die dauerbelastbar sind.



- Chukwuemeka muss rein, ob mit Ball oder ohne Ball ne ganz andere Dynamik im Zentrum. Soll sich eingroven und starten. Wenn es nicht für 90 min reicht soll er ausgewechselt werden. Als Einwechselspieler halte ich nicht viel von, jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit.



Das Problem wird an der Stelle sein, dass er die nächsten Spiele nicht alle durchspielen kann, vielleicht nicht mal die Hälfte der Minuten. Dafür sind die letzten Prozente in der Fitness zu sehr von der Spielpraxis abhängig und er kam eben schon mit kleineren Wehwehchen an. Entsprechend muss er zwar mehr spielen denke ich, aber man wird Alternativen schaffen müssen, die es effektiv nicht gibt und daher nur pragmatischer Natur sind.



- Ryerson hat die Nase vor Couto. Kann ich mit leben wenn der Fit wie in der Aufstellung oben ausschaut. Couto würde ich mal paar Spiele am Stück gern sehen, aber seine Geschwindigkeit bleibt mir weiterhin ein Dorn im Auge.



Die Geschwindigkeit ist kein Argument für oder gegen Couto, wenn Ryerson keinen Deut stärker ist. Am Ende ist es eine Frage dessen, mit welcher Rolle man den RV plant. Plant man ihn als Absicherung und als Teil des 3er Aufbaus, ist Ryerson die bessere Option, obwohl ich nicht finde, dass es taktisch klug ist, angesichts dessen, dass man den RV transferpolitisch als Breitengeber geplant hat. Man hat keinen OA, der das Feld sinnvoll breit macht, sondern man schwächt diesen nur, wenn der RV in einer Rolle gebunden wird, in der er der geplanten Funktion nicht nachkommen kann. Couto wurde eben für die Räume geholt, die ein inverser RA mit Zug zum Tor außen schafft. In diesen Räumen ist Couto stark und in diesen Räumen macht er wesentlich mehr Sinn als Ryerson, weil die Ballverarbeitung wesentlich schneller ist und dadurch mehr Gefahrenpotenzial hat, um enger gestellt zu werden, wodurch der RA wiederum mehr Platz erhält.

Entsprechend muss der 3er Aufbau dann aber mit Couto auch anders gestaltet werden als mit einem Ryerson. Entweder mit dem LV, was sowohl mit Bensebaini als auch mit Svensson möglich wäre oder mit einem Mann aus dem Mittelfeld, was mit Groß, Nmecha und Can jeweils möglich wäre. Wobei es mit Bensebaini starrer wird als mit den anderen Optionen, weil er im situativen Aufrücken ins Mittelfeld der Schwächste ist. In jedem Fall kann man Couto und Ryerson nicht identisch einsetzen und erwarten, dass sie identisch liefern. Wobei es im Grunde sogar noch schlimmer ist, weil Ryerson, sofern der Aufbau geklappt hat, ja doch läuferisch aufrückt und in die ursprünglich angedachte Rolle als Breitengeber reingeht. Das bedeutet 2 komplett unterschiedliche Rollen, die nicht gleichzeitig erfüllbar sind, sondern selbst mit höchstem läuferischen Aufwand ein "Entweder oder" bedingen.

Zumal es paradox ist, dass man den RV im Aufbau nutzt, obwohl er für den gelungenen Aufbau so oder so kein entscheidender Faktor ist, weil weder Ryerson noch Couto darin gut sind.



- Beier/Adeyemi in der Konstellation 2 tolle Optionen, für mich minimal Beier die Nase vorn weil die einfachen Dinge besser aussehen.



Beide sind als sekundärer Abschlussspieler tolle Optionen und ich denke sie würden auch nebeneinander funktionieren, wenn einer statt Guirassy spielen würde, was aktuell aber kein Thema ist. Allerdings sehe ich Adeyemi derzeit vorne, weil er mehr kreieren kann als Beier und selbst mit sinnvoll integriertem Gittens wären wir davon nicht unabhängig genug derzeit. Das erwarte ich bestenfalls in der spielstärksten Variante mit Chukwuemeka, Brandt, Svensson und Couto anders.



- Gittens bekommt man hoffentlich in die Spur am Besten mehr im letzten Drittel. Würde Ihn gern auch mal über rechts sehen. Duranville sollte für Gittens häufiger 20-15 Minuten für diesen sehen, auch wenn hier viel Luft nach oben ist. Sollte man klar kommunizieren um so Druck dem Jungen zu nehmen.



Gittens ist links goldrichtig aufgestellt, da seine Stärke nun mal mehr im eigenen Abschluss liegt und er ist nicht so selbstlos, wie Beier, der schon versucht viel aufzulegen, selbst wenn einiges nicht gelingt. Er kreiert die Situationen dafür zudem nicht. Gittens schon. Rechts würde man Gittens im Abschluss denke ich einschränken, weil er den Ball für den Abschluss seltener auf dem Rechten behalten könnte. Man würde ihn also zum Vorbereiten zwingen, obwohl er darin offensichtlich schlechter ist.

Gittens hat unter Kovac aber 2 Probleme:

1. er ist defensiv deutlich schwächer als Adeyemi und Beier, die noch dazu wesentlich laufstärker sind
2. ihm liegt die eingerückte Rolle bislang nicht so gut, wie erhofft, weil es damit noch einfacher ist ihn zu doppeln, wovon lediglich Groß profitieren kann, wenn er zum Breitgeber rausrückt, was aber kein Selbstläufer ist, da Pauli eben noch einen Zentrumsspieler übrig gehabt hätte, um Gittens zu doppeln, selbst wenn sie mit der Schiene Groß gleich zugeschoben hätten. Weswegen der LA denke ich wieder konstanter Breitengeber sein sollte und die Rochade, die das Zentrum entblößt nicht fortgesetzt werden sollte, zumal man mit dem LV eigentlich eine sinnvollere Option haben sollte, sobald der LA die Breite auflöst. Der würde damit schließlich direkt wieder seinen natürlichen Gegenspieler im Falle eines Ballverlustes aufnehmen. Groß nicht.



In solch einer Konstellation hätte ich mehr Hoffnung, aber denke Kovac wird weiter sein Ding durchziehen. Optimistisch stimmt mich dass nicht, um im Endspurt unsere Ziele zu erreichen.


Im Grunde bleibt das theoretische Optimum des aktuellen Kaders unverändert. LA und RV als Breitengeber, die die Breite gar nicht oder nur im letzten Drittel auflösen dürfen. Holding 6 als variabler 3. Mann für die Restverteidigung. Dynamik und strategische Kompetenz als Ballverteiler über 8er und LV-ZM-Hybrid. MS und RA als Abschlussspieler. Darauf ist dieser Kader ausgerichtet.
Niko Kovac [Trainer] |#966
02.03.2025 - 10:27 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Vintage09

Machen wir so weiter wie bisher gibt es früher oder später wieder die Quittung. Du hast schon vieles auf den Punkt gebracht und würde gerne mal deine Aufstellung sehen, die zur Zeit den größten Mehrwert bringen würde?

Vom Fit her müsste Kovac langsam mal was ändern und mehr in die obige Ausstellung hin aufstellen.
Über Namen lässt sich streiten, aber zumindest vom Profil her muss es in diese Richtung gehen.
Viele Spiele stehen wie immer auf der Kippe, gehen diese in ne andere Richtung darf man sich auch nicht beschweren.

- Svensson klar vor Bense, da er im Spielaufbau einfach momentan zuviel beitragen kann.
In der Konstellation finde ich Sabitzer auch auf der 6 gut aufgehoben. Mit Nmecha in Zukunft dürfte das Ganze noch vielversprechender werden.



Aktuell brauchen wir 2 Defensive mehr, damit man mit Sabitzer (und Groß) defensiv stabil ist, weil sie beide individuell Gefahrenpotenziale im Rückwärtsverteidigen bieten. Bensebaini ist effektiv vom Spielertyp her schließlich ein Defensiver und der RV wird so tief gehalten, dass er es letztendlich kollektivtaktisch ist, selbst wenn er es in Coutos Fall nicht sein sollte. Für mich ist das aktuell zu viel Zugständnis und sogar ein zu defensiver Schwerpunkt in unserem Spiel, durch den wir nach vorne zu wenig Druck machen, unabhängig davon, dass Sabitzer in Sachen Anspielbarkeit unter Druck ein schwieriges Thema ist. Sabitzer macht in meinen Augen vor allem dann Sinn, wenn man ihn spielerisch als Zusatzspieler betrachten darf und aggressiv pressen kann. Dann ist er optimal eingebunden, aber das ist aktuell nicht der Fall. Zumal es nicht nur das kollektivtaktische Zugeständnis an Sabitzer gibt, sondern auch offensivtaktisch, indem er sich relativ frei nach vorne bewegen darf und vor allem zur Seite, obwohl Groß dasselbe macht.

Gerade das ist ein Ding, das auf Dauer nicht gut gehen dürfte, weil beide DM ihre Position vor der Kette auflösen, ohne dass sie wechselseitig immer klar füreinander einspringen. Sabitzer hält das Zentrum zwar mehr, aber eben nicht absolut immer und selbst wenn, hat er gewisse Defizite im Rückwärtsverteidigen. Meist ist dann der LV der effektive Abräumer im Zentrum, was aber auch nur solange funktioniert, wie der Gegner keine 2 Tempospieler mit Offensivdrang aufbietet. Es ist ein absehbares Risiko, dass wir vor der Kette zu wenig Restverteidigung haben. Das müsste man denke ich eher mit Can beantworten als mit Sabitzer, solange Nmecha fehlt, wofür dann eben ein anderer IV reinkommen müsste. Bzw. generell halte ich es für sinnvoller, wenn der 3. Mann für die Restverteidigung aus dem Zentrum kommt - und eben auch nur 3 nötig sind. Spielerisch trägt Sabitzer auch nicht so viel Verantwortung, dass das undenkbar wäre mit Can, wenngleich das eben erst recht bedeutet, dass Aufbau und Spielverbindung daneben funktionieren müssen, was ich aktuell nur mit Svensson und Chukwuemeka +Brandt/Groß realistisch erwarte.


- Brandt oder Groß, glaube Brandt bringt am Ende einfach viel mehr mit für die Position. Was man mittlerweile sagen kann, ist dass man sich max. 1 Spieler im Zentrum leisten darf aus dem Trio Brandt, Groß und Reyna.



Ich denke sogar, dass Brandt, Reyna, Groß und Sabitzer sich gegenseitig möglichst ausschließen sollten. Es ist zu wenig an dynamischen Aktionen mit ihnen gemeinsam möglich und selbst wenn man sie daneben installiert bekommt, ist es mit 2 von ihnen auf dem Platz etwas wenig Absicherung. Entsprechend sehe ich Brandt aber auch gar nicht auf der defensiveren 8, sondern nur Nmecha oder Chukwuemeka, wobei ich beide nebeneinander auch gut fände, mit Nmecha auf der 6. Die können für die dynamische Spielverbindung sorgen, insbesondere mit Unterstützung von Svensson. Folglich stellt sich für mich nur die Frage, ob man mit Groß einen weiteren 8er eher strategisch ausrichtet oder mit Brandt einen kreativen 10er bietet. Angesichts der Kreativität auf den Außenbahnen, halte ich Brandt grundsätzlich für wichtiger, aber es sollte auch genug Spiele mit guten Argumenten für Groß geben, wenn der Ballvortrag schon nicht gut genug funktioniert. Das Ding ist nur: es ist realistisch nicht möglich, dass diese Spieler sich gegenseitig ausschließen. Dafür fehlen Alternativen, die dauerbelastbar sind.


- Chukwuemeka muss rein, ob mit Ball oder ohne Ball ne ganz andere Dynamik im Zentrum. Soll sich eingroven und starten. Wenn es nicht für 90 min reicht soll er ausgewechselt werden. Als Einwechselspieler halte ich nicht viel von, jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit.



Das Problem wird an der Stelle sein, dass er die nächsten Spiele nicht alle durchspielen kann, vielleicht nicht mal die Hälfte der Minuten. Dafür sind die letzten Prozente in der Fitness zu sehr von der Spielpraxis abhängig und er kam eben schon mit kleineren Wehwehchen an. Entsprechend muss er zwar mehr spielen denke ich, aber man wird Alternativen schaffen müssen, die es effektiv nicht gibt und daher nur pragmatischer Natur sind.


- Ryerson hat die Nase vor Couto. Kann ich mit leben wenn der Fit wie in der Aufstellung oben ausschaut. Couto würde ich mal paar Spiele am Stück gern sehen, aber seine Geschwindigkeit bleibt mir weiterhin ein Dorn im Auge.



Die Geschwindigkeit ist kein Argument für oder gegen Couto, wenn Ryerson keinen Deut stärker ist. Am Ende ist es eine Frage dessen, mit welcher Rolle man den RV plant. Plant man ihn als Absicherung und als Teil des 3er Aufbaus, ist Ryerson die bessere Option, obwohl ich nicht finde, dass es taktisch klug ist, angesichts dessen, dass man den RV transferpolitisch als Breitengeber geplant hat. Man hat keinen OA, der das Feld sinnvoll breit macht, sondern man schwächt diesen nur, wenn der RV in einer Rolle gebunden wird, in der er der geplanten Funktion nicht nachkommen kann. Couto wurde eben für die Räume geholt, die ein inverser RA mit Zug zum Tor außen schafft. In diesen Räumen ist Couto stark und in diesen Räumen macht er wesentlich mehr Sinn als Ryerson, weil die Ballverarbeitung wesentlich schneller ist und dadurch mehr Gefahrenpotenzial hat, um enger gestellt zu werden, wodurch der RA wiederum mehr Platz erhält.

Entsprechend muss der 3er Aufbau dann aber mit Couto auch anders gestaltet werden als mit einem Ryerson. Entweder mit dem LV, was sowohl mit Bensebaini als auch mit Svensson möglich wäre oder mit einem Mann aus dem Mittelfeld, was mit Groß, Nmecha und Can jeweils möglich wäre. Wobei es mit Bensebaini starrer wird als mit den anderen Optionen, weil er im situativen Aufrücken ins Mittelfeld der Schwächste ist. In jedem Fall kann man Couto und Ryerson nicht identisch einsetzen und erwarten, dass sie identisch liefern. Wobei es im Grunde sogar noch schlimmer ist, weil Ryerson, sofern der Aufbau geklappt hat, ja doch läuferisch aufrückt und in die ursprünglich angedachte Rolle als Breitengeber reingeht. Das bedeutet 2 komplett unterschiedliche Rollen, die nicht gleichzeitig erfüllbar sind, sondern selbst mit höchstem läuferischen Aufwand ein "Entweder oder" bedingen.

Zumal es paradox ist, dass man den RV im Aufbau nutzt, obwohl er für den gelungenen Aufbau so oder so kein entscheidender Faktor ist, weil weder Ryerson noch Couto darin gut sind.


- Beier/Adeyemi in der Konstellation 2 tolle Optionen, für mich minimal Beier die Nase vorn weil die einfachen Dinge besser aussehen.



Beide sind als sekundärer Abschlussspieler tolle Optionen und ich denke sie würden auch nebeneinander funktionieren, wenn einer statt Guirassy spielen würde, was aktuell aber kein Thema ist. Allerdings sehe ich Adeyemi derzeit vorne, weil er mehr kreieren kann als Beier und selbst mit sinnvoll integriertem Gittens wären wir davon nicht unabhängig genug derzeit. Das erwarte ich bestenfalls in der spielstärksten Variante mit Chukwuemeka, Brandt, Svensson und Couto anders.


- Gittens bekommt man hoffentlich in die Spur am Besten mehr im letzten Drittel. Würde Ihn gern auch mal über rechts sehen. Duranville sollte für Gittens häufiger 20-15 Minuten für diesen sehen, auch wenn hier viel Luft nach oben ist. Sollte man klar kommunizieren um so Druck dem Jungen zu nehmen.



Gittens ist links goldrichtig aufgestellt, da seine Stärke nun mal mehr im eigenen Abschluss liegt und er ist nicht so selbstlos, wie Beier, der schon versucht viel aufzulegen, selbst wenn einiges nicht gelingt. Er kreiert die Situationen dafür zudem nicht. Gittens schon. Rechts würde man Gittens im Abschluss denke ich einschränken, weil er den Ball für den Abschluss seltener auf dem Rechten behalten könnte. Man würde ihn also zum Vorbereiten zwingen, obwohl er darin offensichtlich schlechter ist.

Gittens hat unter Kovac aber 2 Probleme:

1. er ist defensiv deutlich schwächer als Adeyemi und Beier, die noch dazu wesentlich laufstärker sind
2. ihm liegt die eingerückte Rolle bislang nicht so gut, wie erhofft, weil es damit noch einfacher ist ihn zu doppeln, wovon lediglich Groß profitieren kann, wenn er zum Breitgeber rausrückt, was aber kein Selbstläufer ist, da Pauli eben noch einen Zentrumsspieler übrig gehabt hätte, um Gittens zu doppeln, selbst wenn sie mit der Schiene Groß gleich zugeschoben hätten. Weswegen der LA denke ich wieder konstanter Breitengeber sein sollte und die Rochade, die das Zentrum entblößt nicht fortgesetzt werden sollte, zumal man mit dem LV eigentlich eine sinnvollere Option haben sollte, sobald der LA die Breite auflöst. Der würde damit schließlich direkt wieder seinen natürlichen Gegenspieler im Falle eines Ballverlustes aufnehmen. Groß nicht.


In solch einer Konstellation hätte ich mehr Hoffnung, aber denke Kovac wird weiter sein Ding durchziehen. Optimistisch stimmt mich dass nicht, um im Endspurt unsere Ziele zu erreichen.


Im Grunde bleibt das theoretische Optimum des aktuellen Kaders unverändert. LA und RV als Breitengeber, die die Breite gar nicht oder nur im letzten Drittel auflösen dürfen. Holding 6 als variabler 3. Mann für die Restverteidigung. Dynamik und strategische Kompetenz als Ballverteiler über 8er und LV-ZM-Hybrid. MS und RA als Abschlussspieler. Darauf ist dieser Kader ausgerichtet.


Interessante Feststellung zu Gittens. Für mich kommt noch etwas hinzu. Gittens wird oft von zwei Spielern gestellt, manchmal kommt ein Dritter hinzu. Leider schafft er es selten, dass er dann einen Mitspieler findet, der ja frei sein muss. Da fehlt ihm noch etwas. Was? Übersicht, Teamplayer sein. Bin mir nicht ganz sicher. Wenn er das schafft, ist es auf dem Sprung zu ganz großer Klasse!

•     •     •

Es macht Spaß, aber es gibt wichtigeres.


10.11.2009 wir verlieren Robert Enke!

Mitglied seit: 07.06.2006
Niko Kovac [Trainer] |#967
02.03.2025 - 12:23 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Mairon

Zitat von Coq-au-vin

Es ist unverkennbar, dass Kovac die Mannschaft etwas stabilisieren konnte und diesen Fortschritt sollte man jetzt einfach mal honorieren und nicht alles kaputt reden.


Wir hatten in fünf von sechs Spielen deutlich höhere xG als der Gegner, die Tore müssen aber eben die Spieler selbst erzielen. In 4 dieser 6 Spiele spielte man zu null - keine Fortschritte sehen zu wollen, lässt sich tatsächlich nur mit persönlicher Antipathie begründen - oder, noch schlimmer, erheblich ausgeprägter Ahnungslosigkeit tongue


Man sollte schon aufpassen, was man hier faselt, wenn man nur schwer stimmig begründen kann, was genau besser geworden ist, weil abgesehen von den Ergebnissen wenig Anlass dazu besteht.


Ich leitete meine These eben nicht von Ergebnissen, sondern den zu erwarteten Ergebnissen ab.
Die eingefahreren Ergebnisse sind erhbeblich schlechter als die erwartbaren, bereits an diesem Punkt löst sich dein Vorwurf in Luft auf.
Mir reicht es in der aktuell tristen Lage, ohne Vorbereitung, mit extrem verunsicherter Mannschaft und mit einer Vielzahl Spielen binnen kurzer Zeit, dass man in fünf von sechs Spielen erheblich bessere Torchancen als der Gegner kreierte, siehe oben. Wie diese Chancenverhältnisse zustande kommen, ist aktuell sehr uninteressant, Prioirität hat momentan, bis Saisonende, möglichst viele Punkte einzufahren. Ob man danach mit Kovac weitermacht, steht in den Sternen und ist derzeit nicht von großer Relevanz.

Wir spielen noch gegen 7 der ersten 8 der aktuellen Bundesligatabelle, die schwierigsten dieser Spiele finden auswärts statt - dass wir uns noch für die CL qualifizieren, halte ich für absolut utopisch, Rang 5/6 wird schon ein großer Kraftakt.

Schaffen wir es unter Kovac, weiterhin in quasi jedem Spiel die deutlich besseren Chancen zu generieren (wird auf Grund der steigenden Gegnerqualität nicht der Fall sein), wäre ich sehr zufrieden, weil das mit hoher Wahrscheinlichkeit eine recht hohe Anzahl an Punkten garantieren würde.
Niko Kovac [Trainer] |#968
02.03.2025 - 12:56 Uhr
Zitat von BVBBC

Zitat von Vintage09

Machen wir so weiter wie bisher gibt es früher oder später wieder die Quittung. Du hast schon vieles auf den Punkt gebracht und würde gerne mal deine Aufstellung sehen, die zur Zeit den größten Mehrwert bringen würde?

Vom Fit her müsste Kovac langsam mal was ändern und mehr in die obige Ausstellung hin aufstellen.
Über Namen lässt sich streiten, aber zumindest vom Profil her muss es in diese Richtung gehen.
Viele Spiele stehen wie immer auf der Kippe, gehen diese in ne andere Richtung darf man sich auch nicht beschweren.

- Svensson klar vor Bense, da er im Spielaufbau einfach momentan zuviel beitragen kann.
In der Konstellation finde ich Sabitzer auch auf der 6 gut aufgehoben. Mit Nmecha in Zukunft dürfte das Ganze noch vielversprechender werden.



Aktuell brauchen wir 2 Defensive mehr, damit man mit Sabitzer (und Groß) defensiv stabil ist, weil sie beide individuell Gefahrenpotenziale im Rückwärtsverteidigen bieten. Bensebaini ist effektiv vom Spielertyp her schließlich ein Defensiver und der RV wird so tief gehalten, dass er es letztendlich kollektivtaktisch ist, selbst wenn er es in Coutos Fall nicht sein sollte. Für mich ist das aktuell zu viel Zugständnis und sogar ein zu defensiver Schwerpunkt in unserem Spiel, durch den wir nach vorne zu wenig Druck machen, unabhängig davon, dass Sabitzer in Sachen Anspielbarkeit unter Druck ein schwieriges Thema ist. Sabitzer macht in meinen Augen vor allem dann Sinn, wenn man ihn spielerisch als Zusatzspieler betrachten darf und aggressiv pressen kann. Dann ist er optimal eingebunden, aber das ist aktuell nicht der Fall. Zumal es nicht nur das kollektivtaktische Zugeständnis an Sabitzer gibt, sondern auch offensivtaktisch, indem er sich relativ frei nach vorne bewegen darf und vor allem zur Seite, obwohl Groß dasselbe macht.

Gerade das ist ein Ding, das auf Dauer nicht gut gehen dürfte, weil beide DM ihre Position vor der Kette auflösen, ohne dass sie wechselseitig immer klar füreinander einspringen. Sabitzer hält das Zentrum zwar mehr, aber eben nicht absolut immer und selbst wenn, hat er gewisse Defizite im Rückwärtsverteidigen. Meist ist dann der LV der effektive Abräumer im Zentrum, was aber auch nur solange funktioniert, wie der Gegner keine 2 Tempospieler mit Offensivdrang aufbietet. Es ist ein absehbares Risiko, dass wir vor der Kette zu wenig Restverteidigung haben. Das müsste man denke ich eher mit Can beantworten als mit Sabitzer, solange Nmecha fehlt, wofür dann eben ein anderer IV reinkommen müsste. Bzw. generell halte ich es für sinnvoller, wenn der 3. Mann für die Restverteidigung aus dem Zentrum kommt - und eben auch nur 3 nötig sind. Spielerisch trägt Sabitzer auch nicht so viel Verantwortung, dass das undenkbar wäre mit Can, wenngleich das eben erst recht bedeutet, dass Aufbau und Spielverbindung daneben funktionieren müssen, was ich aktuell nur mit Svensson und Chukwuemeka +Brandt/Groß realistisch erwarte.


- Brandt oder Groß, glaube Brandt bringt am Ende einfach viel mehr mit für die Position. Was man mittlerweile sagen kann, ist dass man sich max. 1 Spieler im Zentrum leisten darf aus dem Trio Brandt, Groß und Reyna.



Ich denke sogar, dass Brandt, Reyna, Groß und Sabitzer sich gegenseitig möglichst ausschließen sollten. Es ist zu wenig an dynamischen Aktionen mit ihnen gemeinsam möglich und selbst wenn man sie daneben installiert bekommt, ist es mit 2 von ihnen auf dem Platz etwas wenig Absicherung. Entsprechend sehe ich Brandt aber auch gar nicht auf der defensiveren 8, sondern nur Nmecha oder Chukwuemeka, wobei ich beide nebeneinander auch gut fände, mit Nmecha auf der 6. Die können für die dynamische Spielverbindung sorgen, insbesondere mit Unterstützung von Svensson. Folglich stellt sich für mich nur die Frage, ob man mit Groß einen weiteren 8er eher strategisch ausrichtet oder mit Brandt einen kreativen 10er bietet. Angesichts der Kreativität auf den Außenbahnen, halte ich Brandt grundsätzlich für wichtiger, aber es sollte auch genug Spiele mit guten Argumenten für Groß geben, wenn der Ballvortrag schon nicht gut genug funktioniert. Das Ding ist nur: es ist realistisch nicht möglich, dass diese Spieler sich gegenseitig ausschließen. Dafür fehlen Alternativen, die dauerbelastbar sind.


- Chukwuemeka muss rein, ob mit Ball oder ohne Ball ne ganz andere Dynamik im Zentrum. Soll sich eingroven und starten. Wenn es nicht für 90 min reicht soll er ausgewechselt werden. Als Einwechselspieler halte ich nicht viel von, jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit.



Das Problem wird an der Stelle sein, dass er die nächsten Spiele nicht alle durchspielen kann, vielleicht nicht mal die Hälfte der Minuten. Dafür sind die letzten Prozente in der Fitness zu sehr von der Spielpraxis abhängig und er kam eben schon mit kleineren Wehwehchen an. Entsprechend muss er zwar mehr spielen denke ich, aber man wird Alternativen schaffen müssen, die es effektiv nicht gibt und daher nur pragmatischer Natur sind.


- Ryerson hat die Nase vor Couto. Kann ich mit leben wenn der Fit wie in der Aufstellung oben ausschaut. Couto würde ich mal paar Spiele am Stück gern sehen, aber seine Geschwindigkeit bleibt mir weiterhin ein Dorn im Auge.



Die Geschwindigkeit ist kein Argument für oder gegen Couto, wenn Ryerson keinen Deut stärker ist. Am Ende ist es eine Frage dessen, mit welcher Rolle man den RV plant. Plant man ihn als Absicherung und als Teil des 3er Aufbaus, ist Ryerson die bessere Option, obwohl ich nicht finde, dass es taktisch klug ist, angesichts dessen, dass man den RV transferpolitisch als Breitengeber geplant hat. Man hat keinen OA, der das Feld sinnvoll breit macht, sondern man schwächt diesen nur, wenn der RV in einer Rolle gebunden wird, in der er der geplanten Funktion nicht nachkommen kann. Couto wurde eben für die Räume geholt, die ein inverser RA mit Zug zum Tor außen schafft. In diesen Räumen ist Couto stark und in diesen Räumen macht er wesentlich mehr Sinn als Ryerson, weil die Ballverarbeitung wesentlich schneller ist und dadurch mehr Gefahrenpotenzial hat, um enger gestellt zu werden, wodurch der RA wiederum mehr Platz erhält.

Entsprechend muss der 3er Aufbau dann aber mit Couto auch anders gestaltet werden als mit einem Ryerson. Entweder mit dem LV, was sowohl mit Bensebaini als auch mit Svensson möglich wäre oder mit einem Mann aus dem Mittelfeld, was mit Groß, Nmecha und Can jeweils möglich wäre. Wobei es mit Bensebaini starrer wird als mit den anderen Optionen, weil er im situativen Aufrücken ins Mittelfeld der Schwächste ist. In jedem Fall kann man Couto und Ryerson nicht identisch einsetzen und erwarten, dass sie identisch liefern. Wobei es im Grunde sogar noch schlimmer ist, weil Ryerson, sofern der Aufbau geklappt hat, ja doch läuferisch aufrückt und in die ursprünglich angedachte Rolle als Breitengeber reingeht. Das bedeutet 2 komplett unterschiedliche Rollen, die nicht gleichzeitig erfüllbar sind, sondern selbst mit höchstem läuferischen Aufwand ein "Entweder oder" bedingen.

Zumal es paradox ist, dass man den RV im Aufbau nutzt, obwohl er für den gelungenen Aufbau so oder so kein entscheidender Faktor ist, weil weder Ryerson noch Couto darin gut sind.


- Beier/Adeyemi in der Konstellation 2 tolle Optionen, für mich minimal Beier die Nase vorn weil die einfachen Dinge besser aussehen.



Beide sind als sekundärer Abschlussspieler tolle Optionen und ich denke sie würden auch nebeneinander funktionieren, wenn einer statt Guirassy spielen würde, was aktuell aber kein Thema ist. Allerdings sehe ich Adeyemi derzeit vorne, weil er mehr kreieren kann als Beier und selbst mit sinnvoll integriertem Gittens wären wir davon nicht unabhängig genug derzeit. Das erwarte ich bestenfalls in der spielstärksten Variante mit Chukwuemeka, Brandt, Svensson und Couto anders.


- Gittens bekommt man hoffentlich in die Spur am Besten mehr im letzten Drittel. Würde Ihn gern auch mal über rechts sehen. Duranville sollte für Gittens häufiger 20-15 Minuten für diesen sehen, auch wenn hier viel Luft nach oben ist. Sollte man klar kommunizieren um so Druck dem Jungen zu nehmen.



Gittens ist links goldrichtig aufgestellt, da seine Stärke nun mal mehr im eigenen Abschluss liegt und er ist nicht so selbstlos, wie Beier, der schon versucht viel aufzulegen, selbst wenn einiges nicht gelingt. Er kreiert die Situationen dafür zudem nicht. Gittens schon. Rechts würde man Gittens im Abschluss denke ich einschränken, weil er den Ball für den Abschluss seltener auf dem Rechten behalten könnte. Man würde ihn also zum Vorbereiten zwingen, obwohl er darin offensichtlich schlechter ist.

Gittens hat unter Kovac aber 2 Probleme:

1. er ist defensiv deutlich schwächer als Adeyemi und Beier, die noch dazu wesentlich laufstärker sind
2. ihm liegt die eingerückte Rolle bislang nicht so gut, wie erhofft, weil es damit noch einfacher ist ihn zu doppeln, wovon lediglich Groß profitieren kann, wenn er zum Breitgeber rausrückt, was aber kein Selbstläufer ist, da Pauli eben noch einen Zentrumsspieler übrig gehabt hätte, um Gittens zu doppeln, selbst wenn sie mit der Schiene Groß gleich zugeschoben hätten. Weswegen der LA denke ich wieder konstanter Breitengeber sein sollte und die Rochade, die das Zentrum entblößt nicht fortgesetzt werden sollte, zumal man mit dem LV eigentlich eine sinnvollere Option haben sollte, sobald der LA die Breite auflöst. Der würde damit schließlich direkt wieder seinen natürlichen Gegenspieler im Falle eines Ballverlustes aufnehmen. Groß nicht.


In solch einer Konstellation hätte ich mehr Hoffnung, aber denke Kovac wird weiter sein Ding durchziehen. Optimistisch stimmt mich dass nicht, um im Endspurt unsere Ziele zu erreichen.


Im Grunde bleibt das theoretische Optimum des aktuellen Kaders unverändert. LA und RV als Breitengeber, die die Breite gar nicht oder nur im letzten Drittel auflösen dürfen. Holding 6 als variabler 3. Mann für die Restverteidigung. Dynamik und strategische Kompetenz als Ballverteiler über 8er und LV-ZM-Hybrid. MS und RA als Abschlussspieler. Darauf ist dieser Kader ausgerichtet.


Kann deinen Gedankengängen folgen, sehe Vieles ähnlich daumen-hoch

Da Nmecha aber noch ausfällt, keine Ahnung wie lange, finde ich den Schachzug von Kovac nicht verkehrt von Sabitzer defensiver agieren zu lassen.
Wie du schon sagst es fehlen hier die Alternativen und Can wäre für mich keine Option.

Zum Einen macht es Can extrem stark hintendrin und mir würde das Tempo von Ihm in der Restverteidigung in der letzten Linie fehlen. Bin auch dafür wenn Nmecha zurück ist den Ansatz zu verfolgen über das DM eine 3er Restverteidigung anzugehen.

Momentan bleibt es voraussichtlich dann bei Sabitzer, den eben Svensson mit aus dem Aufbauspiel raushalten soll. Ryerson ist ein Drecksack der Defensiv allein durch seine Einstellung viel rausholt und in der Konstellation mit Sabitzer zu wichtig vermutlich für die Defensive sein wird. Im gegnerischen Pressing wird es Schwierigkeiten geben, so oder so aber zum Großteil der Spiele wird uns aber eh der Ball überlassen.

Brandt gerade unter Kovac würde ich gerne mal in der tieferen Rolle sehen, auch er wird die Probleme im Spielaufbau nicht lösen, sehe trotzdem einen Mehrwert indem er hier mehr Platz / Freiheiten bekommen sollte und auch mal links ausbrechen könnte.

Ist Nmecha zurück gehe ich vieles mit, gerade was Couto anbelangt, da wir dann hoffentlich das Spiel viel höher verlagern und er mit Ball mehr zu bieten hat als Ryerson.
Gittens traue ich auch auf rechts ne Menge zu, gerade mit einem Couto, Chukwuemeka und Guirassy um sich herum, aber links ist seine Paradeposition.

Ich gehe mit Beier oder Adeyemi links ins Rennen, da ich Sie mehr Richtung Box sehen möchte und eben Svensson als Hybrid einrückend sehe und Brandt der dann die Freiheiten nach vorne links erhält, die er für sein Spiel benötigt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vintage09 am 02.03.2025 um 13:00 Uhr bearbeitet
Niko Kovac [Trainer] |#969
02.03.2025 - 12:58 Uhr
Zitat von Mairon

...
Wie diese Chancenverhältnisse zustande kommen, ist aktuell sehr uninteressant, Prioirität hat momentan, bis Saisonende, möglichst viele Punkte einzufahren.
...

Hängt nicht genau davon, wie die Chancenverhältnisse zustande kommen, ab, ob wir noch viele Punkte einfahren?

Beispielsweise macht es doch einen großen Unterschied, ob man sich die Chancen gegen einen guten Gegner klug erspielt oder der Gegner einfach schlecht eingestellt, individuell schwach ist oder durch Patzer Torchancen auflägt.

Die Art und Weise sagt viel darüber aus, wie es weitergeht, denke ich. Nach 6 Spielen reicht es noch nicht, sich nur auf die xG-Werte zu berufen.
Niko Kovac [Trainer] |#970
02.03.2025 - 13:03 Uhr
Zitat von Mairon

Zitat von BVBBC

Zitat von Mairon

Zitat von Coq-au-vin

Es ist unverkennbar, dass Kovac die Mannschaft etwas stabilisieren konnte und diesen Fortschritt sollte man jetzt einfach mal honorieren und nicht alles kaputt reden.


Wir hatten in fünf von sechs Spielen deutlich höhere xG als der Gegner, die Tore müssen aber eben die Spieler selbst erzielen. In 4 dieser 6 Spiele spielte man zu null - keine Fortschritte sehen zu wollen, lässt sich tatsächlich nur mit persönlicher Antipathie begründen - oder, noch schlimmer, erheblich ausgeprägter Ahnungslosigkeit tongue


Man sollte schon aufpassen, was man hier faselt, wenn man nur schwer stimmig begründen kann, was genau besser geworden ist, weil abgesehen von den Ergebnissen wenig Anlass dazu besteht.


Ich leitete meine These eben nicht von Ergebnissen, sondern den zu erwarteten Ergebnissen ab.
Die eingefahreren Ergebnisse sind erhbeblich schlechter als die erwartbaren, bereits an diesem Punkt löst sich dein Vorwurf in Luft auf.



Nein, das passiert nicht, da die erwartbaren Ergebnisse einerseits ebenso eine quantitative Analyse darstellen, ohne aber eine qualitative Analyse durchzuführen, die somit andererseits fehlt, obwohl sie hinterfragen würde, wie die Daten mit größerer Stichprobe zu erwarten sind. Auf Grund der sehr kleinen Stichprobe halte ich jedenfalls nicht viel davon, dass man bereits Prognosen versucht und sich auf dem richtigen Weg wähnt, statt auf das, was inhaltlich auf dem Platz passiert zu konzentrieren und damit abzugleichen, was ganz grundsätzlich gut oder weniger gut funktioniert.

Vor allem der systematische Totalausfall gegen Bochum und die Verschlimmbesserungen in Halbzeit 2 waren kein Zufall und sind auch nicht darauf zurückzuführen, dass wenig Zeit bestand, um mehr einzustudieren. Es gab andere Optionen, die aber bewusst nicht genutzt wurden, obwohl offensichtliche Widersprüche im System vorhanden sind, die als Fehlerquelle früher oder später immer gnadenlos zuschlagen. Ganz grundsätzlich sind diese Systemwiderspürche auch in den darauffolgenden Spielen zu sehen gewesen, die nicht ewig unbemerkt und vor allem ungenutzt bleiben. Das sollte man weder ausklammern, wenn man die Spiele bewertet, noch wenn man eine Prognose über die zukünftigen Erfolgsaussichten wagen möchte.


Mir reicht es in der aktuell tristen Lage, ohne Vorbereitung, mit extrem verunsicherter Mannschaft und mit einer Vielzahl Spielen binnen kurzer Zeit, dass man in fünf von sechs Spielen erheblich bessere Torchancen als der Gegner kreierte, siehe oben. Wie diese Chancenverhältnisse zustande kommen, ist aktuell sehr uninteressant, Prioirität hat momentan, bis Saisonende, möglichst viele Punkte einzufahren.



Einverstanden.


Ob man danach mit Kovac weitermacht, steht in den Sternen und ist derzeit nicht von großer Relevanz.



Doch, das ist sogar von höchster Relevanz. Diese Saison ist nur noch unter völlig unrealistischen Bedingungen zu retten. Entsprechend muss bereits heute eine neue Definition von Erfolg bzw. eine neue Zielsetzung für die Saison her, um später überhaupt bewerten zu können, was Erfolg ist. Wenn die CL nicht mehr zu erreichen ist, um deinen nächsten Absatz etwas vorwegzunehmen, steckt der Erfolg in meinen Augen aber nicht primär darin, dass man Ergebnisse erzielt, sondern vor allem in der Art und Weise und wie diese auch in Zukunft wiederholbar bleiben wird oder gar ausbaubar ist. Kurz: die spielerische Entwicklung sollte im Vordergrund stehen und dahingehend hat Kovac bislang in meinen Augen kein Fragezeichen nachhaltig angegangen und sogar überhaupt wenig versucht. Das kann als Strategie, um die Mannschaft zu stabilisieren, wie auch seine Öffentlichkeitsarbeit, absolut nachvollzogen werden, ist aber mittel- bis langfristig die kritische Komponente für die Bewertung seiner Arbeit. Alles andere ist kurzfristig orientiert und damit auf Ergebnisse aus.


Wir spielen noch gegen 7 der ersten 8 der aktuellen Bundesligatabelle, die schwierigsten dieser Spiele finden auswärts statt - dass wir uns noch für die CL qualifizieren, halte ich für absolut utopisch, Rang 5/6 wird schon ein großer Kraftakt.

Schaffen wir es unter Kovac, weiterhin in quasi jedem Spiel die deutlich besseren Chancen zu generieren (wird auf Grund der steigenden Gegnerqualität nicht der Fall sein), wäre ich sehr zufrieden, weil das mit hoher Wahrscheinlichkeit eine recht hohe Anzahl an Punkten garantieren würde.


Würde es, aber damit würde ich auf Basis der Spielweise und nach wie vor vorhandenen Widersprüche im System nicht rechnen. Ich sehe jedenfalls nicht, wie Kovac bislang an deren Reduktion arbeitete, sondern nur, wie er versucht um sie herum zu arbeiten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 02.03.2025 um 13:09 Uhr bearbeitet
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