Saibari verteidigt Spitze
Marktwerte Eredivisie: Wanner und Pepi am Höhepunkt – Ajax droht aus Top-3 zu fallen
©TM/IMAGO
Der unangefochtene Meister PSV Eindhoven bleibt das Maß aller Dinge und baut seine Marktwert-Dominanz in der Eredivisie aus. Neben Ismael Saibari, dem weiterhin wertvollsten Spieler, erreichen unter anderem auch Ex-Bayern-Talent Paul Wanner und Augsburg-Flop Ricardo Pepi ihren bisherigen Karriere-Höhepunkt. Der größte Gewinner findet sich jedoch in den Reihen des größten Verlierers: Mika Godts verhindert, dass Ajax Amsterdam erstmals aus den Top-3 der wertvollste Kader fällt – dieses Schicksal droht allerdings in der neuen Saison.
Mit einem Plus von 10 Millionen Euro liegt der von zahlreichen Top-Klubs umworbene belgische Angreifer noch vor Saibari, der um 8 Millionen zulegt. Mit 29 Torbeteiligungen überbot Godts auch in Sachen Scorer den Marokkaner, für den 23 zu Buche stehen, der aber unter anderem aufgrund des Afrika-Cups fünf Partien weniger absolvierte. Zwar reichte es für Neu-Nationalspieler Godts nicht für ein WM-Ticket, doch das tut seinem Marktwert-Aufschwung auf 35 Mio. Euro keinen Abbruch. Saibari bleibt mit nun 40 Mio. Euro wertvollster Profi der Eredivisie vor dem neuen Zweitplatzierten von Ajax.
„Godts war der Lichtblick in der ansonsten enttäuschenden Saison von Ajax“, sagt der niederländische Marktwert-Admin Jesper Siereveld. „Obwohl er in der Champions League hinter den Erwartungen zurückblieb und den Sprung in den belgischen WM-Kader verpasste, ist klar, dass der dribbelstarke Flügelspieler in puncto Effektivität erhebliche Fortschritte gemacht hat. Hier gibt es zwar noch Verbesserungspotenzial, aber 29 Torbeteiligungen in der Liga sind beeindruckend. Das spiegelt sich auch in der Liste der interessierten Vereine wider.“ Vom FC Bayern über Liverpool bis zum FC Barcelona werden viele Größen in der Gerüchteküche gehandelt.
Ohne Godts wäre Ajax zum ersten Mal aus den Top-3 der Eredivisie gefallen. Ganze 13 Abwertungen stehen vier Aufwertungen gegenüber. Mit 8,5 Mio. Euro verzeichnet Ajax das größte Minus aller Klubs und liegt mit 179 Mio. Euro Kaderwert nur noch 8 Mio. vor AZ Alkmaar. Am 1. Juli, wenn das Transferfenster öffnet und auch Leihspieler zurückkehren, würde der Pokalsieger Stand jetzt noch näher rücken und fast mit Ajax gleichziehen – zum ersten Mal in der Marktwert-Historie droht der Absturz vom Podium. Die kommende Transferphase wird umso entscheidender.
Neben Josip Sutalo (12 Mio.), Kasper Dolberg (7 Mio.) und Takehiro Tomiyasu (5 Mio.), mit je 3 Mio. Euro das größte Minus des Updates, gehört auch der ehemalige Gladbacher Ko Itakura (-2 auf 8 Mio.) zu den Verlierern bei Ajax. „Itakura ist eigentlich ein perfektes Beispiel für die Saison von Ajax. Er kam mit hohen Erwartungen, konnte diese im Laufe der Saison jedoch nie wirklich erfüllen. Er wurde regelmäßig als Innenverteidiger und als Sechser eingesetzt, konnte sich aber – teilweise auch aufgrund von Verletzungen – nie wirklich über einen längeren Zeitraum als Stammkraft etablieren. Es wird spannend, ob Ajax ihm in der nächsten Spielzeit eine weitere Chance gibt oder ob er verkauft wird“, so Siereveld.
Beim Verfolger Alkmaar liegt der Fokus derweil auf Troy Parrott, der erneut um 3 Mio. auf 25 Mio. Euro zulegt. Neben Mittelfeldtalent Kees Smit, der unverändert bleibt, und dem heutigen Benfica-Stürmer Vangelis Pavlidis ist Parrott fortan der wertvollste Spieler der Vereinshistorie. Mit Brentfords Nathan Collins wird nur ein Ire höher bewertet. „Er könnte diesen Sommer durchaus zum teuersten Verkauf von AZ werden, zumindest bis Smit geht. Parrott setzt in erster Linie auf seinen Torinstinkt und weniger auf seine Physis. Es stellt sich daher die Frage, ob ein Wechsel in LaLiga beispielsweise nicht die bessere Option wäre als eine Rückkehr in die Premier League“, meint TM-Experte Siereveld.
Einen noch besseren Torriecher bewies Ayase Ueda (+2 auf 17 Mio.), der mit 25 Treffern Torschützenkönig der Eredivisie wurde. Aber weder der Japaner noch die weiteren Gewinner wie Oussama Targhalline (+4 auf 16 Mio.), Jordan Bos (+4 auf 12 Mio.) oder Anis Hadj Moussa (+3 auf 23 Mio.) können Vizemeister Feyenoord, der 19 Punkte Rückstand hatte, ansatzweise näher an die PSV bringen. Das Plus für den Spitzenreiter ist mit 23 Mio. Euro mehr als viermal so groß. Mit 307 Mio. Euro Kaderwert liegt Eindhoven fast 90 Mio. Euro vor Rotterdam.
PSV Eindhoven dominiert Eredivisie-Marktwerte – Wanner & Pepi legen zu
Zwölf Gewinner hat die PSV in ihren Reihen. Hinter Saibari folgen mit Pepi und Wanner zwei ehemalige Bundesliga-Profis, die beide ihren Karriere-Höchstwert erreichen. Der US-Amerikaner springt von 25 Mio. auf 30 Mio. Euro und liegt nun alleine auf Rang drei der wertvollsten Spieler der Eredivisie. Wanner legt um 4 Mio. auf 22 Mio. Euro zu und springt in die Top-10. Neben Ex-Bayer-Torwart Matej Kovar (+1 auf 8 Mio.) kann sich zudem der ehemalige Freiburger Kiliann Sildillia (+2 auf 7 Mio.) über die erste Aufwertung seit Dezember 2023 freuen.
„Nach einem schwierigen Start ist Wanner mittlerweile unumstrittene Stammkraft. Er spielt nicht in einer offensiven Rolle, sondern eher in einer spielgestaltenden Position. Angesichts der wahrscheinlichen Abgänge von Joey Veerman und Ismael Saibari wird die PSV Wanner wohl nicht ziehen lassen wollen. Mal schauen, wie er sich in der nächsten Saison in einem komplett neu formierten Mittelfeld schlägt“, sagt Siereveld. Pepi stand hingegen schon kurz vor einem 35 Mio. Euro teuren Wechsel zu Fulham, bevor der Deal doch noch platzte. „In der Zwischenzeit hat er weiter Tore geschossen. Es wird interessant sein, zu sehen, welcher Verein ihn will und zu welchem Preis. Ein Grund zur Sorge: seine Verletzungsanfälligkeit.“
Abseits der Top-Klubs gehört auch Artem Stepanov (+3,5 auf 5 Mio.) zu den zehn größten Gewinnern. Das von Leverkusen an den FC Utrecht verliehene ukrainische Sturmtalent hat sich nach dem missglückten Versuch in Nürnberg bei den Domstädtern bewiesen. Als Stammkraft gelangen fünf Treffer in 15 Einsätzen. „Stepanov hat in Utrecht in kurzer Zeit einen ziemlichen Eindruck hinterlassen. Er hat sich als körperlich starker Stürmer mit Torinstinkt erwiesen. Ein Bereich, an dem er noch arbeiten muss, ist sein Zusammenspiel. Utrecht hat eine Kaufoption, die der Verein normalerweise ausüben wird, vorausgesetzt, die finanziellen Bedingungen passen“, so Niederlande-Admin Siereveld. Die Leihe wurde vorerst bis 2027 verlängert.
Unter den deutschen Legionären in der Eredivisie gibt es derweil nur einen Gewinner. Für Groningens Marco Rente geht es von 1 Mio. auf 1,3 Mio. Euro. Dagegen werden acht Spieler abgewertet. Ein deutliches Minus gibt es im Tor für Timon Wellenreuther (-1 auf 5 Mio.) von Feyenoord und Lars Unnerstall (-500.000 auf 1 Mio.) von Twente Enschede sowie für Can Bozdogan (-500.000 auf 2 Mio.) in Utrecht. Luca Plogmann (-100.000) und Gerrit Nauber (-50.000) fallen bei den Go Ahead Eagles auf 300.000 Euro. Das trifft auch auf Lewis Holtby (-100.000) und Mario Engels (-100.000) bei den Absteigern NAC Breda und Heracles Almelo zu. Engels’ Teamkollege Jannes Wieckhoff (-50.000) bleibt mit 350.000 Euro etwas darüber.
So funktionieren die Transfermarkt-Marktwerte
Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt. Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen.
Das Ziel ist nicht, einen Preis vorherzusagen, sondern einen Erwartungswert. Bei der Erhebung des Marktwertes sind in einem gewissen Maß sowohl individuelle Transfermodalitäten als auch situative Rahmenbedingungen relevant. Beispiele dazu werden hier aufgeführt. Transfermarkt verwendet keinen Algorithmus (zur ausführlichen Marktwertdefinition).
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