Ingesamt, aber nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Financial Fairplay mal wieder kaum Ernstzunehmen ist.
Die Roma gehört einem Multimilliardär, der völlig offen dafür wäre, deutlich mehr Millionen in die Roma zu pumpen, als er es ohnehin schon getan hat. FFP verhindert dies ziemlich effektiv. Insgesamt hat die Roma in den letzten Jahren auch hart darauf hingearbeitet, wieder FFP-Konformität zu erreichen, weshalb es eben wahrscheinlich "nur" zu einer Geldstrafe und einer reduzierten A-Liste oder so kommen wird.
Ich gehe schwer davon aus, dass die Roma "gerne" einen Spieler verkauft hätte, um wirklich sauber aus dem Settlement Agreement herauszukommen. Es ist nun wirklich nicht so, dass man das FFP nicht ernstgenommen hätte. Ich kann aber total nachvollziehen, dass man nicht gewillt dazu war, einen Star zu verschenken.
Danke dir für deine Perspektive – Um das direkt klarzustellen: Mein Satz war absolut nicht als reines Roma-Bashing gedacht, und ich bin da im Detail auch viel zu weit weg, um mir ein abschließendes Urteil über alle internen Abläufe anzumaßen. Du hast vollkommen recht, dass FFP zumindest verhindert, dass die finanzielle Spirale bei manchen Klubs völlig unkontrolliert nach oben eskaliert.
Worauf ich im Kern eigentlich hinauswill, ist die allgemeine Wirkung und Anreizstruktur des Financial Fairplay. Das Grundproblem bleibt doch, dass in der Branche ständig neue Schlupflöcher erfunden werden. Vereine, die sich strikt an die Regeln halten, haben im Zweifel das Nachsehen gegenüber denjenigen, die das Regelwerk kreativer auslegen oder das Risiko einer Strafe ganz bewusst einkalkulieren. Wenn ein Klub jetzt sehenden Auges in ein FFP-Vergehen läuft, weil eine reduzierte A-Liste oder eine Geldstrafe am Ende das kleinere Übel ist, als einen Leistungsträger wie Soulé unter Wert zu verkaufen, legt das eine fundamentale Schwachstelle im System offen. Wenn die angedrohte Strafe am Ende weniger schwer wiegt als der sportliche oder wirtschaftliche Verlust eines Notverkaufs, verfehlt die Sanktion schlichtweg ihre abschreckende Wirkung.
Ich habe aus Roma-Sicht volles Verständnis dafür, dass man die eigenen Stars nicht verschenkt. Aus Sicht der Regeltreue und des fairen Wettbewerbs halte ich das aber für hochgradig problematisch. Meiner Meinung nach müssten die Konsequenzen der UEFA so spürbar sein, dass Klubs gar keine andere Wahl haben, als die gesetzten Fristen einzuhalten – selbst wenn das bedeutet, einen Spieler unter Marktwert abzugeben. Solange kalkulierte Regelbrüche eher wie eine einkalkulierbare Nutzungsgebühr wirken und sich andere Großklubs ohnehin durchmogeln, bleibt im Sinne des fairen Wettbewerbs einfach dieser faden Beigeschmack.







