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27.05.2018 - 17:30 Uhr
30.11.2025 - 16:04 Uhr
Zitat von de_Lek
Das Problem ist, dass die Schiedsrichter aktuell tendenziell eher eine Situation laufen lassen und bei Torerfolg der VAR einschreitet, wenn eine Abseitsposition vorlag. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei "Kulanz"-Entscheidungen der Angreifer bevorteilt wird. Und dann stellt sich die Frage: Ab wie viel Zentimetern wird aus Recht Unrecht? 1? 2? 5? 10? 30? Es muss in jedem Fall eine "genaue" Trennlinie geben. Denn wenn es diese nicht gibt, und der Schiedsrichter nach Lust und Laune entscheiden kann, dann wird es Situationen geben, in denen der FC Bayern ein Abseitstor erzielt, das durch geht weil es ja "nur 5cm" sind, beim BVB wird es aber abgepfiffen, weil es ja "klar Abseits" ist. Damit wird Unfairness Tür und Tor geöffnet und es werden Teams bevor- und benachteiligt und Verschwörungstheorien machen den Umlauf.
Oder, die Alternative, wir Vertrauen wieder mehr auf die Schiedsrichter und fordern Tatsachenentscheidungen. Und nur, wenn diese definitiv, nach Abzug der Messungenauigkeit (in welche Richtung eigentlich?) ein eindeutiges Ergebnis liefern, wird die Entscheidung zurück genommen. Aber auch hier ist mann dann wieder von der Qualität der Linienrichter abhängig - ich persönlich verlasse mich da lieber auf die Technik, die, nachgewiesenermaßen, besser ist als das menschliche Auge.
Kurzum: "Im Zweifel für den Angreifer" führt zu Interpretationsspielraum. Ich bin gegen jede Art von Interpretationsspielraum bei Entscheidungen, bei denen es um Millionen Euro geht, sondern möchte klare, belastbare Standards für solche Entscheidungen. Alle Teams müssen sich darauf verlassen können, dass diese Standards eingehalten werden. Das erzeugt Fairness.
Zitat von Holzschuh85
Mich überrascht, mit welcher Sicherheit du Fehler ausschließt. Ich halte das zumindest für unseriös.
Ich bezog mich aber vor allem auf Messungenauigkeiten und ich finde, die sollten berücksichtigt und rausgerechnet werden. Wenn die im mm-Bereich liegen, fein. Ich bezweifel das aber anhand der Art, wie die Technik konzipiert ist.
Unabhängig davon gibt es aber noch eine weitere Dimension, die mE thematisiert werden sollte:
eine Technik kann Abseitsentscheidungen sehr genau entscheiden, aber sollte sie das auch?
Die Abseitsregel existiert aus zwei Gründen:
- niemand soll im Abseits "parken"
- Angreifer sollen daran gehindert werden räumliche Vorteile gegenüber dem Verteidiger zu nutzen
Inwieweit überhaupt ein Vorteil vorliegt, kann die technische Abseitslinie nicht klären.
Von daher sind knappe Entscheidungen für den einzelnen insofern kacke, wenn für ihn überhaupt kein Vorteil bestand und somit eine "Bestrafung zu Unrecht" erfolgt.
Wenn wir also von Fairness sprechen, dürfen wir das mMn nicht rein technisch bewerten
Es wird sicher Situationen geben, in denen auf cm-Ebene Vorteile entstehen, aber im Großteil der Situationen ist das vernachlässigbar bis irrelevant.
Deshalb bin ich
1. für eine defensive Nutzung der Technik
2. für eine Abwägung im Einzelfall nach dem wichtigsten Kriterium Vorteil ja/nein
Ich verstehe, dass man die Technik nutzt und bin grundsätzlich nicht dagegen, solange es keine bessere Lösung gibt.
Aber man sollte nicht der Technik hörig eine künstliche Gerechtigkeit herbeireden, die die Technik faktisch gar nicht leisten kann.
Zitat von de_Lek
Es gibt keine Fehler. Die Abseitsentscheidungen mit der Halbautomatischen Abseitslinie sind immer korrekt. Der VAR hat klare Standards, nach denen Ballabspielzeitpunkt exakt festgelegt wird. Ist ein Körperteil eines Angreifers, mit dem ein Tor erzielt werden kann vor einem eines Verteidigers, ist Abseits. Wenn nicht, dann nicht. Technisch gesehen sollte es dadurch auch keine "gleiche Höhe" geben. Entweder man ist davor, oder eben nicht. Die Frage ist natürlich, auf wie viel Milimeter genau die Technik das erfassen kann. Aber wenn jetzt Situationen, die mit bloßem Auge als "gleiche Höhe" eingeschätzt werden, entschieden werden können, dann ist die Technik offenbar genau genug.
Für welchen "einzelnen" ist deine Lösung denn dann schlecht? Entweder benachteiligt sie den Angreifer oder den Verteidiger. Ich finde die Formulierung sehr merkwürdig und unspezifisch.
Absichtlich eine Abseits-Situation nicht als solche zu werten, obwohl die Technik da ist, halte ich jedenfalls für unsinnig. Der Grund, warum bei Tempoverstößen im Straßenverkehr "Toleranz" abgezogen wird, ist zum einen, dass es Messungenauigkeiten gibt - Tachos von Autos sind idR nicht geeicht und die Blitzer selber sind auch nicht immer genau; das hat man im Fußball nicht in der Dimension. Und zum anderen ist das eine Kulanz des Staates gegenüber dem Bürger. Da gibt es keine zwei Mannschaften in einem Wettkampf, vielmehr geht es darum, dass niemand zu Unrecht bestraft wird. Im Fußball gibt es, was das Abseits angeht, keine im Sinne des Regelwerks falschen Entscheidungen mehr.
Natürlich kannst Du gerne wieder Messungenauigkeit reinbringen - ich sehe da aber wie gesagt keinen Sinn dahinter. Es würde die Entscheidungen nur unfairer für alle Beteiligten machen.
Zitat von Holzschuh85
Man verschiebt damit das Problem in eine Richtung, die für den einzelnen vlt kacke ist, aber nicht als fehlbar wahrgenommen wird.
Das wäre für mich zumindest gangbar, solange noch keine Königslösung vorliegt.
Man verschiebt damit das Problem in eine Richtung, die für den einzelnen vlt kacke ist, aber nicht als fehlbar wahrgenommen wird.
Das wäre für mich zumindest gangbar, solange noch keine Königslösung vorliegt.
Es gibt keine Fehler. Die Abseitsentscheidungen mit der Halbautomatischen Abseitslinie sind immer korrekt. Der VAR hat klare Standards, nach denen Ballabspielzeitpunkt exakt festgelegt wird. Ist ein Körperteil eines Angreifers, mit dem ein Tor erzielt werden kann vor einem eines Verteidigers, ist Abseits. Wenn nicht, dann nicht. Technisch gesehen sollte es dadurch auch keine "gleiche Höhe" geben. Entweder man ist davor, oder eben nicht. Die Frage ist natürlich, auf wie viel Milimeter genau die Technik das erfassen kann. Aber wenn jetzt Situationen, die mit bloßem Auge als "gleiche Höhe" eingeschätzt werden, entschieden werden können, dann ist die Technik offenbar genau genug.
Für welchen "einzelnen" ist deine Lösung denn dann schlecht? Entweder benachteiligt sie den Angreifer oder den Verteidiger. Ich finde die Formulierung sehr merkwürdig und unspezifisch.
Absichtlich eine Abseits-Situation nicht als solche zu werten, obwohl die Technik da ist, halte ich jedenfalls für unsinnig. Der Grund, warum bei Tempoverstößen im Straßenverkehr "Toleranz" abgezogen wird, ist zum einen, dass es Messungenauigkeiten gibt - Tachos von Autos sind idR nicht geeicht und die Blitzer selber sind auch nicht immer genau; das hat man im Fußball nicht in der Dimension. Und zum anderen ist das eine Kulanz des Staates gegenüber dem Bürger. Da gibt es keine zwei Mannschaften in einem Wettkampf, vielmehr geht es darum, dass niemand zu Unrecht bestraft wird. Im Fußball gibt es, was das Abseits angeht, keine im Sinne des Regelwerks falschen Entscheidungen mehr.
Natürlich kannst Du gerne wieder Messungenauigkeit reinbringen - ich sehe da aber wie gesagt keinen Sinn dahinter. Es würde die Entscheidungen nur unfairer für alle Beteiligten machen.
Mich überrascht, mit welcher Sicherheit du Fehler ausschließt. Ich halte das zumindest für unseriös.
Ich bezog mich aber vor allem auf Messungenauigkeiten und ich finde, die sollten berücksichtigt und rausgerechnet werden. Wenn die im mm-Bereich liegen, fein. Ich bezweifel das aber anhand der Art, wie die Technik konzipiert ist.
Unabhängig davon gibt es aber noch eine weitere Dimension, die mE thematisiert werden sollte:
eine Technik kann Abseitsentscheidungen sehr genau entscheiden, aber sollte sie das auch?
Die Abseitsregel existiert aus zwei Gründen:
- niemand soll im Abseits "parken"
- Angreifer sollen daran gehindert werden räumliche Vorteile gegenüber dem Verteidiger zu nutzen
Inwieweit überhaupt ein Vorteil vorliegt, kann die technische Abseitslinie nicht klären.
Von daher sind knappe Entscheidungen für den einzelnen insofern kacke, wenn für ihn überhaupt kein Vorteil bestand und somit eine "Bestrafung zu Unrecht" erfolgt.
Wenn wir also von Fairness sprechen, dürfen wir das mMn nicht rein technisch bewerten
Es wird sicher Situationen geben, in denen auf cm-Ebene Vorteile entstehen, aber im Großteil der Situationen ist das vernachlässigbar bis irrelevant.
Deshalb bin ich
1. für eine defensive Nutzung der Technik
2. für eine Abwägung im Einzelfall nach dem wichtigsten Kriterium Vorteil ja/nein
Ich verstehe, dass man die Technik nutzt und bin grundsätzlich nicht dagegen, solange es keine bessere Lösung gibt.
Aber man sollte nicht der Technik hörig eine künstliche Gerechtigkeit herbeireden, die die Technik faktisch gar nicht leisten kann.
Das Problem ist, dass die Schiedsrichter aktuell tendenziell eher eine Situation laufen lassen und bei Torerfolg der VAR einschreitet, wenn eine Abseitsposition vorlag. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei "Kulanz"-Entscheidungen der Angreifer bevorteilt wird. Und dann stellt sich die Frage: Ab wie viel Zentimetern wird aus Recht Unrecht? 1? 2? 5? 10? 30? Es muss in jedem Fall eine "genaue" Trennlinie geben. Denn wenn es diese nicht gibt, und der Schiedsrichter nach Lust und Laune entscheiden kann, dann wird es Situationen geben, in denen der FC Bayern ein Abseitstor erzielt, das durch geht weil es ja "nur 5cm" sind, beim BVB wird es aber abgepfiffen, weil es ja "klar Abseits" ist. Damit wird Unfairness Tür und Tor geöffnet und es werden Teams bevor- und benachteiligt und Verschwörungstheorien machen den Umlauf.
Oder, die Alternative, wir Vertrauen wieder mehr auf die Schiedsrichter und fordern Tatsachenentscheidungen. Und nur, wenn diese definitiv, nach Abzug der Messungenauigkeit (in welche Richtung eigentlich?) ein eindeutiges Ergebnis liefern, wird die Entscheidung zurück genommen. Aber auch hier ist mann dann wieder von der Qualität der Linienrichter abhängig - ich persönlich verlasse mich da lieber auf die Technik, die, nachgewiesenermaßen, besser ist als das menschliche Auge.
Kurzum: "Im Zweifel für den Angreifer" führt zu Interpretationsspielraum. Ich bin gegen jede Art von Interpretationsspielraum bei Entscheidungen, bei denen es um Millionen Euro geht, sondern möchte klare, belastbare Standards für solche Entscheidungen. Alle Teams müssen sich darauf verlassen können, dass diese Standards eingehalten werden. Das erzeugt Fairness.
Geh ich alles mit. Also worüber diskutieren wir?
30.11.2025 - 16:57 Uhr
Ärgerlich, dass der VfB so den Ausgleich geschenkt bekommt...
30.11.2025 - 17:13 Uhr
Der Schiedsrichter macht es den Stuttgartern in den letzten zehn Minuten nochmal einfacher. Da hätte man nicht auf Platzverweis entscheiden müssen.
30.11.2025 - 17:24 Uhr
LOL Stuttgart
30.11.2025 - 17:25 Uhr
😁😁😁😁😁
30.11.2025 - 17:26 Uhr
Dumm können sich offenbar auch andere Vereine anstellen - nicht nur der BVB.
30.11.2025 - 17:27 Uhr
Schade dass der HSV so viele Jahre weg war. Geiles Ding!
30.11.2025 - 17:27 Uhr
Geil HSV. Die sollen bitte oben bleiben und Stuttgart verliert noch als direkter Konkurrent von uns. Besser gehts nicht.
30.11.2025 - 17:27 Uhr
Zitat von Fehlerteufel
LOL Stuttgart
LOL Stuttgart
Also Stiller wird wohl keine Freistöße mehr schießen nach der Aktion
30.11.2025 - 17:28 Uhr
Geile Freistoßvariante von Stiller 😂
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