Hertha BSC Hertha BSC
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Taktiktisch

10.08.2003 - 13:30 Uhr
Taktiktisch |#3001
26.08.2024 - 10:06 Uhr
Eine Rote Karte vermiest den guten Matchplan von Enochs – MX
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Die Hertha begann die Partie im Vergleich zum überzeugenden 5:1-Sieg im DFB-Pokalspiel in Rostock mit zwei Änderungen in der Startaufstellung. Neuzugang Schuler ersetzte als zentraler Stürmer den zu Hoffenheim abgewanderten Tabakovic, während Ernst wieder als Torhüter für den Pokalkeeper Gersbeck zwischen die Pfosten rückte. In der 4-3-3-Grundordnung übernahm Demme die Rolle des tiefstehenden Spielmachers vor den Innenverteidigern Gechter und Kempf, wobei er als Verbindungsspieler zwischen Abwehr und Mittelfeld agierte. Im Spielaufbau lastete die Hauptverantwortung auf den beiden Innenverteidigern Gechter und Kempf, die breiter als üblich positioniert waren, um das Spiel von hinten heraus zu gestalten. Unterstützung erhielten sie dabei durch die abkippenden Halbraumspieler Karbownik und Maza, die durch ihre Bewegungen das Aufbauspiel in das zweite Drittel unterstützten.(.....)
Zitat von spielverlagerung.de

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Demme wird isoliert
Das zentrale Element im Defensivspiel der Regensburger war jedoch die Isolation von Diego Demme. Demme war in den vorangegangenen Spielen häufig der zentrale Aufbauspieler bei Hertha BSC. Um seine Wirkung zu minimieren, wurde er im Pressing gezielt von Viet markiert. Gleichzeitig positionierten sich Kühlwetter und Viet eng und flach zueinander. Wenn Kühlwetter dann bogenförmig auf den ballführenden Innenverteidiger anlief, erzeugte er einen Deckungsschatten, der die Anspielstation zu Demme im Sechserraum blockierte. Diese doppelte Absicherung führte dazu, dass Demme im Spiel weitgehend isoliert wurde. In seiner Frustration suchte er häufiger halbräumige Positionen auf, doch auch hier reagierte der Jahn flexibel und passte seine Markierungen entsprechend an.
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Durch die gezielte Fokussierung auf Diego Demme im Zentrum schuf Hertha BSC zwei Überzahlsituationen an den Flügeln. Einerseits konnte Kenny durch seine halbräumige Positionierung weit aufrücken und zusammen mit Winkler eine 2-gegen-1-Überzahl gegen Schönfelder erzeugen. Diese Überzahl wurde jedoch durch ein geschicktes horizontales Verschieben der Regensburger Viererkette und Innenverteidigung neutralisiert. Andererseits ergab sich ballfern eine 3-gegen-2-Überzahl durch den breiten Kempf sowie Zeefuik und Scherhant. Diese breite Staffelung verschaffte ihnen zwar Abstand zu Pröger und Saller, sorgte aber auch dafür, dass der Weg zum Ball zu lang war, um schnell und effektiv zu verschieben.
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Keine Progression über Überladungen
Wie bereits erwähnt, ist eine immer wiederkehrende und durchaus logische taktische Maßnahme von Hertha BSC die Flügelüberladung, die durch die mannorientierte Verteidigung des Gegners Räume im Zentrum schaffen soll. Diese Strategie war für Hertha grundsätzlich vielversprechend, da Kombinationen zwischen den technisch versierten Spielern im tiefen Aufbau oder Momente individueller Durchbruchsqualität eine erhebliche Raumüberbrückung hätten ermöglichen können.

Doch dazu kam es kaum. Demme und die Halbraumspieler zogen zwar bei der tiefen Überladung weit ins Zentrum und nahmen dabei ihre direkten Gegenspieler mit, aber sie versuchten selten, gemeinsam einen Raum effektiv zu überladen. Es fehlte nahezu völlig an einer Anbindung untereinander, obwohl sich eine Dreiecksbildung zwischen diesen Akteuren angeboten hätte. Erschwert wurde dies durch die Intensität, mit der das Regensburger Mittelfeld die Hertha-Mittelfeldspieler attackierte, sobald diese zwischen den Linien oder in den Überladungsmomenten an den Ball kamen. Besonders hervorzuheben ist hier Andreas Geipl, der in dieser Partie in defensiver Hinsicht eines seiner besten Spiele zeigte. Er verhinderte, dass Karbownik Raum hatte, um den Ball anzunehmen und sich aufzudrehen, wodurch der Halbraumspieler seine Stärken

im Verbindungsspiel zwischen dem zweiten und letzten Drittel nicht zur Geltung bringen konnte und gezwungen war, den Ball zurückzuspielen.

Die Regensburger verstanden genau, wann ein Herausrücken sinnvoll war und wann es lediglich Räume öffnen würde. Sie waren optimal auf die möglichen Aktionen der Hertha-Spieler vorbereitet. Ein gutes Beispiel dafür ist Scherhant, der sich zwar immer sehr breit für mögliche Seitenverlagerungen bei einer Überladung auf der rechten Seite positionierte. Doch Saller erkannte, dass der Druck auf der bespielten Seite so groß war, dass eine direkte Seitenverlagerung unwahrscheinlich und eine breite Positionierung daher unnötig war.
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Das Umschalten von der Überladung auf die isolierte Seite erfolgte bei Hertha zu langsam und zu wenig dynamisch, was es dem SSV Jahn ermöglichte, schnell wieder genügend Spieler hinter den Ball zu bringen.

Fehlende Koordination des Offensivspiels
Hertha BSC war am Samstagnachmittag besonders dann gefährlich, wenn Maza und Scherhant durch gezielte Rotationen und Bewegungen in engen Räumen gemeinsam mit Schuler die Mannorientierungen des SSV Jahn Regensburg gezielt ausmanövrierten. Diese drei Spieler zeigten bereits beim ersten Ballkontakt nach einem Zuspiel klare und präzise Auftaktbewegungen, was den Jahn zu einem intensiveren Pressing zwang und es Hertha ermöglichte, mehr Dynamik und Tiefenstaffelung in das eigene Spiel zu bringen.

Allerdings litt das Offensivspiel der Hertha insgesamt unter einer unzureichenden Vernetzung der einzelnen Spieleraktionen. In den meisten Situationen waren nur zwei oder drei Spieler aktiv in die Ballzirkulation eingebunden, wodurch es an Verbindungen in den nächsten Spielfeldabschnitt fehlte. Es mangelte an Unterstützung durch ein nachrückendes Mittelfeld sowie an explosiven Bewegungen in den ballnahen Raum, was die Angriffe berechenbarer machte. Besonders auffällig war dies auf den Flügeln, wo vor allem Zeefuik versuchte, ins letzte Drittel vorzurücken und Druck auf die Defensive auszuüben. Diese Aktionen wurden jedoch oft durch die defensive Zuordnung des Jahn neutralisiert.

Die offensive Flexibilität der Hertha war zwar vorhanden, doch die Koordination der Laufwege ließ zu wünschen übrig. Die Bewegungen der Spieler ergänzten sich selten optimal, sodass auf die erste Aktion eines Spielers nur selten eine unterstützende Anschlussbewegung folgte. Häufig zogen die Flügelspieler in das Zentrum, während die Spieler im Strafraum sich eher auf Hereingaben einstellten, anstatt dynamische Laufwege zu kreuzen oder Räume zu besetzen. Erst in der zweiten Halbzeit war eine Verbesserung in Form von häufigeren überkreuzenden Laufwegen zu beobachten, die die Regensburger Defensive stärker forderten.
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Im Detail wich diese jedoch von den vorherigen Wochen ab: Saller rückte häufiger in das Zentrum ein und agierte als Halbraumverteidiger in einer Dreierkette neben Ballas. Diese taktische Anpassung überraschte die Mannschaft von Christian Fiel, die sich eher auf ein Aufbauspiel über zwei breit aufgestellte Innenverteidiger eingestellt hatte.
Durch diese taktische Modifikation musste Winkler nicht nur den Flügel gemeinsam mit Schönfelder abdecken, sondern auch Breunig in Schach halten, sofern Schuler nicht den Deckungsschatten halten konnte. Im Gegensatz zur anderen Seite, wo Maza Ballas markierte und Scherhant Saller zugeteilt war, musste Winkler eine anspruchsvolle Doppelrolle übernehmen. In der Praxis stellte dies zwar weniger ein Problem dar, theoretisch ergab sich jedoch die Gefahr einer 2-gegen-1-Situation: Da Breunig und Schönfelder beide sehr breit spielten, wurde Winkler gezwungen, ebenfalls weit nach außen zu rücken. Dies vergrößerte die Abstände zwischen den Verteidigungsreihen und öffnete Passwege in die Zwischenräume zu einem zurückfallenden Kother. Zudem positionierte sich Winkler aufgrund seiner Rolle etwas höher, was Schönfelder bei seinen frühen Läufen in die Tiefe einen Vorteil verschaffte.
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Hertha BSC nutzte die daraus resultierenden Räume und die defensiven Schwächen des Jahn nach einer zuvor eher verhaltenen Leistung konsequent aus und agierte in der wenig verbliebenen Folgezeit souverän, was schließlich zu einem 2:0-Sieg gegen Regensburg führte.


@Max-djb Autor: MX von spielverlagerung.de analysiert die Taktik/Formationen/Systeme vom Spiel Hertha-Jahn ausführlich, lesenswert und treffend .

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Wir sind so wie wir sind, das Berliner Sorgenkind!

Ein gepflegter Pessimismus ist viel angebrachter: läufts schlecht, hatte man wenigstens Recht, läufts gut, ist man positiv überrascht…

Das ist Zirkus, das ist Infantino-Unterhaltung, das ist auch schon mal Jubel-Fernsehen, beziehungsweise Jubel-Streaming.

#NoQuitInNY

Taktiktisch |#3002
27.08.2024 - 21:06 Uhr
Die Anfangsphase war doch sehr stark, nur hat man sich da nicht belohnt. Dennoch fand ich es schade, dass man danach wieder nachlässig geworden ist und fast 50 Minuten kaum gefährliche Chancen herausgestellt hat, weil es irgendwie Ideenlos aussah.

Auch die ruhenden Bälle waren kein Konzept dem Gegner gefährlich zu werden. Gerade in solchen Spielen müssen die ruhenden Bälle gefährlicher sein, mit dem Ziel in Führung zu gehen. Mit Thorsteinsson und Cuisance wird das wohl deutlich besser werden.

Sessa ist auch bald wieder da und hoffentlich Reese auch. Dann wären wir erstmals komplett und können zeigen was in uns steckt.
Taktiktisch |#3003
27.08.2024 - 22:35 Uhr
Mal eine wilde Frage an die Taktikexperten hier: denkt ihr man könnte Reese und Thorsteinsson auch zusammenbringen, in dem man Reese in die Mitte stellt? Pressing- und laufstark ist Reese ja
Taktiktisch |#3004
27.08.2024 - 22:53 Uhr
Zitat von hertha4fever
Mal eine wilde Frage an die Taktikexperten hier: denkt ihr man könnte Reese und Thorsteinsson auch zusammenbringen, in dem man Reese in die Mitte stellt? Pressing- und laufstark ist Reese ja


?? wieso denn dann zeefuik auf RA? Macht doch mehr Sinn die Außenpositionen mit Reese und Thorsteinsson zu belegen und einen Mittelstürmer dazu aufzustellen...
Taktiktisch |#3005
27.08.2024 - 23:00 Uhr
Zitat von hertha4fever
Mal eine wilde Frage an die Taktikexperten hier: denkt ihr man könnte Reese und Thorsteinsson auch zusammenbringen, in dem man Reese in die Mitte stellt? Pressing- und laufstark ist Reese ja

Die Aufstellung finde ich ziemlich krumm
Eher sehe ich die

Thorsteinsson und Reese Wechsel öfters die Seiten im Spiel .

Dazu die Frage warum Zeefuik auf RA Uhr nicht Sessa oder winkler?
Taktiktisch |#3006
27.08.2024 - 23:16 Uhr
(Ich befürchte, dass Kempf wirklich geht)

In Ballbeseitz könnte das durch das Aufrücken Karbowniks/des LV ins Zentrum so aussehen. 2 schnelle, aggressive Außen, 4 Spieler im Zentrum die mit dem Ball umgehen können und ein mitspielender Stürmer, der auch gerne in die Tiefe geht. Auf dem Papier bockstark.

Das Problem ist: Defensiv sehe ich uns dann immer noch anfällig, das heißt wir müssten sehr dominanten Ballbesitzfußball spielen und es irgendwie schaffen, trotz geringen Tempos von Marton und Demme, gegen Konter gut abgesichert zu sein. Dafür müsste auch Ernst hochstehen und mehr mitspielen und antizipieren.

Das zweite Problem: Wir haben eigentlich keinen guten Kopfballspieler. Das ist alles maximal durchschnittlich. Wir wären also sehr simpel schlagbar, wenn wir nicht das nahezu perfekte Spiel liefern und wie wir alle wissen: Das perfekte Spiel gibt es nicht.

Schwierig. Idealerweise bekommen wir wenigstens noch einen kopfballstarken und schnellen IV und Linus, sowie Schuler, verbessern ihr Kopfballspiel. Andernfalls wäre ein Gegner, der auf Konter und Standard setzt, unser Untergang.

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"Erst frech wie ein Spatz die Großen neckt, um sie später dann zu beißen."

-09.02.2002-
Taktiktisch |#3007
28.08.2024 - 08:05 Uhr
Zitat von hertha4fever
Mal eine wilde Frage an die Taktikexperten hier: denkt ihr man könnte Reese und Thorsteinsson auch zusammenbringen, in dem man Reese in die Mitte stellt? Pressing- und laufstark ist Reese ja


So würde ich tatsächlich aufstellen wenn wir gegen Bayern oder Leverkusen spielen würden, kurz gesagt gegen Gegner bei denen man so gut wie keine Spielanteile hätte. Glaub Reese vorne drin als Stresser kann in dem fall gut funktionieren.

Ansonsten sehe ich das wie die anderen User. Thor und Reese einfach beide auf den aussen und vorne als Spitze am liebsten Maza, so hätte man in der Mitte Platz für Cruisance , Sessa und dahinter Demme
Taktiktisch |#3008
28.08.2024 - 09:49 Uhr
Wenn Reese und Thorsteinsson zusammenspielen, würde ich sogar Reese eher auf rechts stellen...

Begründung:
-> Reese zieht selten in die Mitte für den Abschluss / Thorsteinsson schon
-> Reese geht häufig Richtung Grundlinie zum Flanken, wäre dann mit seinem starken fuß
-> Reese sein linker ist gut genug, um einen Abschluss zu suchen, wenn er dann doch mal reinzieht
-> Sollte Reese sich in die Box dribbeln, kann er auch mit links abschließen

Thorsteinsson ist ja Grundsätzlich ein Spieler, der in die Mitte zieht zum Abschluss, ist sicherlich dadurch auf links gefährlicher. Reese dagegen eher einer der mit Tempo Richtung Grundlinie geht / in den Strafraum, da könnten auf rechts mehr Vorlagen rausspringen..

Ich tue mich aber noch schwer, zwecks Maza Sessa Cuisance.

Cuisance ist der einzige, der Pflicht auf 8 spielen muss, da er für Außen / im Sturm nichts mitbringt...
Sessa könnte zb auf 8 spielen oder aufn Rechten Flügel, er bringt die Geschwindigkeit mit
Maza könnte vorne alles spielen, in der Jugend auch MS, könnte mir ihn als spielerischen Stürmer auch dort vorstellen

ODER man befreit Reese von den Läufen nach hinten und möchte nur, dass er vorne anläuft..


->>>> Reese und Thorsteinsson kann man natürlich tauschen, wenn beide auf außen spielen

- Variante 1 mit falscher 9 -

Thorsteinsson - Maza - Reese -
Cuisance Sessa
Demme

- Variante 2 mit Reese als Anläufer -

Thorsteinsson - Reese - Sessa
Cuisance Maza
Demme

- Variante 3 mit Stürmer -

Reese(Thorsteinsson) - Schuler/FN - Sessa(Maza)
Cuisance Maza (Sessa)
Demme


Es wird interessant, grundsätzlich haben wir aktuell (wenn alle Fit sind) vorne genügend Spieler, so dass Spieler wie Schuler FN gar nicht spielen würden... Kann mir halt schwer vorstellen, dass ein Maza, Cuisance, Sessa, Reese oder Thorsteinsson auf die Bank gesetzt werden.. Aber wenn wir mit einem Stürmer spielen wollen, dann würde es jede Woche einen treffen.

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Taktiktisch |#3009
28.08.2024 - 11:44 Uhr
Falls kein weiterer IV kommt, wovon ich ausgehe, dann denke ich wird Zeefuik eine Stammplatzgarantie haben, da er mit seinem Tempo immer die Absicherung darstellen wird.
Taktiktisch |#3010
28.08.2024 - 17:59 Uhr
Als Alternativen:
Zeefuik -> Karbownik
Gechter -> Klemens

Das sieht auf dem Papier so unfassbar geil aus. Freue mich richtig darauf, diese Mannschaft bald auf dem Rasen zu sehen.
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