Startschuss am Montag
Mission Europameister: Das sind Deutschlands U17-Hoffnungen beim Turnier in Albanien
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Am 19. Mai beginnt die U17-Europameisterschaft in Albanien und die deutsche Auswahl startet bereits am Montagabend gegen Frankreich in das Turnier. U17-Nationaltrainer Marc-Patrick Meister hat einen 21-köpfigen Kader für das Turnier nominiert, mit dem die DFB-Elf die Rückeroberung des Titels anstrebt. 2023 hatte Deutschland das Turnier unter der Leitung von Christian Wück gewonnen – Talente wie Max Moerstedt oder Finn Jeltsch haben es mittlerweile in die Bundesliga geschafft. Transfermarkt hat den aktuellen Kader der DFB-Junioren unter die Lupe genommen.
Tor: Gladbachs Trippel ist die Nummer eins in der U17-Auswahl
Zwischen den Pfosten steht bei dem Turnier in Albanien Marcello Trippel von Borussia Mönchengladbach. Der Stammtorwart der U17 steht mit dem Fohlen-Nachwuchs im Halbfinale der deutschen Meisterschaft, dort geht es Anfang Juni gegen den FC Bayern. Der 17-Jährige spielt seit 2019 am Niederrhein und war für den DFB bereits Stammkraft in der EM-Qualifikation. „In ihm haben wir einen sehr talentierten Torhüter in unseren Reihen, der einen spannenden Weg vor sich hat. In den vergangenen Jahren hat er sich sehr gut entwickelt und sich in der Junioren-Nationalmannschaft des DFB etabliert“, sagte Gladbachs Nachwuchsdirektor Mirko Sandmöller der „Rheinischen Post“.
Hinter Trippel lauern Leonard Reiners vom 1. FC Köln und Magdeburgs Tjark Möbius auf ihre Chance. Reiners schaffte es mit Köln ins Viertelfinale der deutschen U17-Meisterschaft, wo gegen RB Leipzig Schluss war, und blieb in 14 Partien neunmal ohne Gegentor. Möbius ist Kapitän der Magdeburger U17 und behielt in 23 Einsätzen siebenmal eine weiße Weste.
Abwehr: Kapitän Hawighorst ist optimistisch – „Chancen stehen sehr gut“
Kapitän der DFB-Auswahl ist Leverkusens Ben Hawighorst, der auch Spielführer in der U17 der Werkself ist. Der Innenverteidiger fehlte weite Teile der Rückserie, meldete sich jedoch pünktlich zu den Meisterschafts-Playoffs der U19, wo Leverkusen im Finale steht, zurück. In der Gruppenphase der Champions League stand er zudem dreimal im Kader der Profis, auf sein Debüt wartet er jedoch noch. „Unsere Chancen stehen sehr gut. Wir haben einfach eine riesige Qualität. Der Jahrgang vor uns hat gezeigt, was man da erreichen kann. Wir haben ein sehr geiles Jahr vor uns“, sagte er im Interview bei „Sky“ über die Chancen der deutschen Mannschaft.
Gladbachs Elias Vali Fard spielte sich zum Ende der EM-Qualifikation in der Innenverteidigung fest und könnte zum Turnierstart an der Seite von Hawighorst stehen. Der Deutsch-Iraner absolvierte die Saison als Stammkraft in der U19, nach dem Achtelfinal-Aus in der deutschen Meisterschaft gegen Werder Bremen lief er jedoch für die U17 auf, mit der er es ins Halbfinale schaffte. In 27 Einsätzen stehen zwei Treffer zu Buche. Vali Fard war schon Teil der U15 und U16 Auswahl des DFB, für Deutschlands U17 bestritt er bislang 13 Länderspiele und gehört damit zu den erfahrenen Spielern.
Der dritte Innenverteidiger im Bunde ist Raphael Pavlic vom FC Bayern, der einer von vier Münchnern in der Auswahl von Trainer Meister ist. Pavlic ist Stammspieler in der U17 der Münchner, kommt auf 25 Einsätze in dieser Saison, darunter dreimal in der U19 und einmal in der Youth League. In der U17-Nationalmannschaft war er bisher nur Rotationsspieler und sammelte vier Länderspiele.
Auf der linken Abwehrseite dürfte Schalkes Osman Turay gesetzt sein, der die Mannschaft in Abwesenheit von Hawighorst als Kapitän aufs Feld führte. Der Linksverteidiger, der Wurzeln in Sierra Leone hat, ist Stammkraft in der U19 der Königsblauen und erreichte sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokal das Viertelfinale. In 23 Einsätzen konnte er drei Treffer vorlegen. Für die U17-Auswahl des DFB stand er bisher zwölfmal auf dem Platz.
In der Anfangsphase der EM-Qualifikation bekleidete Nebe-Sirak Domnic von Bayer Leverkusen die Position des Rechtsverteidigers, er absolvierte jedoch seit Anfang Februar kein Spiel mehr. In der U17 der Werkself hingegen war der Deutsch-Athöpier Dauerbrenner und konnte sein Können zum Ende der Hinserie auch in der U19 sowie in der Youth League unter Beweis stellen. Domnic war schon in der U15 und U16 Teil der DFB-Auswahl und kommt insgesamt auf elf U17-Länderspiele.
Ebenfalls flexibel auf der linken und rechten Abwehrseite einsetzbar ist Eintracht Frankfurts Natnael Abraha. Den gebürtigen Frankfurter wird es im Sommer nach Hoffenheim ziehen, wo er einen Profivertrag unterschrieben hat. In der Frankfurter U17 stellte Abraha seine Offensivqualitäten unter Beweis und konnte in 20 Partien fünf Tore erzielen und drei vorbereiten. Zum Ende der EM-Qualifikation war der zwölffache U17-Nationalspieler rechts hinten gesetzt.
Mittelfeld: Offensive Power dank Bayern-Duo Karl und Göttlicher
Die Lobeshymnen auf Dortmunds Mussa Kaba waren schon zu Saisonbeginn groß. „Wir hatten viele positive Beispiele dabei, aber gerade Mussa hat überzeugt mit seinen 15 Jahren. Dass man mit 15 Jahren so ein Spiel spielen kann, da bekommst du als Trainer große Augen“, sagte Mike Tullberg, nachdem er den Youngster in die U19 des BVB berufen hatte. Der mittlerweile 16 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler ist Stammkraft bei den Schwarz-Gelben und stand in allen Partien in der Youth League auf dem Platz. In 32 Einsätzen erzielte er fünf Treffer und bereitete fünf weitere vor. Auch im DFB-Team war er in der Qualifikation gesetzt und bringt es auf neun Länderspiele.
Im von Meister bevorzugten 4-3-3-System wird Bochums Lasse Isbruch mit Mussa um die Position im defensiven Mittelfeld konkurrieren. Der 16-Jährige wurde 2022 aus der Jugend von Schalke aussortiert, weil er für nicht schnell genug befunden wurde. Daraufhin spielte er zwei Jahre beim VfB Waltrop, wurde Landesliga-Meister und bei einem Spiel der Westfalen-Auswahl fiel er den Bochumer Scouts auf. Beim VfL glänzt der Sechser mit zwölf Toren in 22 Partien und debütierte im Januar für die U17-Nationalmannschaft. „Diese Maßnahmen machen ihn besser. Das fördert seinen Ehrgeiz, das spürt man. Es ist Gold wert, wenn er so zurückkommt“, sagte sein Trainer Simon Schuchert über seine Nominierung.
Im zentralen Mittelfeld spielt mit Bayerns Lennart Karl der wohl talentierteste Spieler der U17-Auswahl (hier geht's zum ausführlichen TM-Porträt). Nach einer herausragenden Hinrunde in der Münchner U17 mit 23 Toren und zehn Vorlagen in 14 Partien, wurde er im Winter zur U19 befördert, wo er in siebenmal in neun Partien traf. Zudem stand er bereits mehrfach im Kader der Profis, unter anderem in den Duellen mit Inter Mailand, ein Einsatz blieb ihm jedoch verwehrt. Seine Qualitäten zeigte er auch in der deutschen U17-Auswahl, wo er in der Qualifikation in jedem Spiel an einem Treffer beteiligt war – in Summe stehen elf Scorer in sechs Partien. Karl ist flexibel einsetzbar und spielte zuletzt auf dem rechten Flügel.
An der Seite von Karl wird vermutlich sein Münchner Teamkollege Moritz Göttlicher starten, der als herausragender Vorbereiter gilt. Der offensive Mittelfeldspieler war in der Hinrunde Kapitän der U17, für die er in 25 Partien einen Treffer erzielte und 17 weitere auflegte. Im Winter bekam auch er immer öfter die Chance, sich in der U19 zu beweisen und hat es mit der U17 bis ins Halbfinale der deutschen Meisterschaft geschafft. In der U17-Nationalmannschaft war er Stammkraft in der Qualifikation und kann bisher zwölf Länderspiele vorweisen.
Hinter Karl und Göttlicher wartet Gladbachs Mathieu Nguefack auf seine Chance. Noch in der Hinrunde war er Kapitän der U17 der Fohlen, die im Halbfinale der deutschen Meisterschaft steht. In 19 Partien erzielte er fünf Treffer und bereitete fünf weitere vor. Mit Beginn der Rückrunde kam der zentrale Mittelfeldspieler auch immer öfter für die U19 zum Einsatz, für die er zwölf Spiele absolvierte. „Mathieu ist spielintelligent, technisch stark und hat mit seinen Fähigkeiten einen großen Einfluss auf unser Spiel“, sagte Gladbachs Nachwuchsdirektor Mirko Sandmöller im Zuge seiner Verlängerung bis 2027. Er stieß erst Anfang des Jahres zur DFB-Auswahl und steht bei sieben Länderspielen.
Wie viele der DFB-Talente wurde auch Jeremiah Mensah nach einer guten Hinrunde mit acht Scorern in 15 Einsätzen von der U17 in die U19 befördert, mit der er im Finale der deutschen Meisterschaft steht. „Sie sind sehr talentiert und zwei gelungene Beispiele für unser ambitioniertes Jugendkonzept“, sagte Bayers Geschäftsführer Sport Simon Rolfes bei der Verlängerung Mensahs, der zusammen mit seinem Bruder Naba in der U19 spielt.
Angriff: Pure Torgefahr mit Mike, Creța und Staff
Wisdom Mike ist eines der vielversprechenden Bayern-Talente, für das der Rekordmeister 2022 30.000 Euro Ablöse an Gladbach zahlte. Am wohlsten fühlt er sich auf der Position Linksaußen, ist jedoch flexibel einsetzbar und stand schon einmal im Bundesliga-Kader. Bis zum Winter gelangen ihm 13 Tore und sechs Vorlagen in elf Spielen bei der U17, danach ging er für die U19 auf Torejagd, fehlte jedoch weite Teile der Rückrunde mit einer Oberschenkelverletzung. Mit einem Doppelpack gegen den KSC und zwei Scorern gegen Borussia Dortmund war er maßgeblich am Halbfinaleinzug der Bayern beteiligt.
Für die deutsche U17-Nationalmannschaft stand er erst einmal auf dem Platz. Gegenüber Transfermarkt äußerte er sich zu den Ambitionen für das Turnier in Albanien: „Ich bin sehr glücklich, Teil dieser Mannschaft zu sein und mit den Jungs gemeinsam diese EM zu spielen. Wir haben sehr viel Qualität und können in diesem Turnier viel erreichen. Natürlich wollen wir Europameister werden. Die Vorfreude ist riesig.“
Doch die Konkurrenz für Mike ist groß, denn auch Salvatore Mule vom VfB Stuttgart hat sich für einen Stammplatz in der U17-Nationalmannschaft empfohlen. In der ersten Saisonhälfte erzielte er in elf Einsätzen elf Treffer und legte sieben weitere für die U17 vor. Nach seiner Beförderung zur U19 bestätigte er die Leistung mit zwölf Scorern in 15 Einsätzen. Der Linksaußen, der auch im offensiven Mittelfeld agieren kann, ist fester Bestandteil der DFB-Auswahl und steht bei acht Länderspielen. „Toto kam in der U11 zu uns und darf also mit Recht als VfB-Urgestein bezeichnet werden. Er ist ein intuitiver Offensivspieler mit einer großartigen Gesamtveranlagung“, sagte NLZ-Direktor Stephan Hildebrandt.
Neben Bayerns Karl ist Gladbachs Can Armando Güner ein Kandidat für die rechte Außenbahn in der U17-Auswahl. Er gehört mit 16 Torbeteiligung zu den Leistungsträgern in der U17 der Fohlen und ist maßgeblich am Halbfinal-Einzug beteiligt. Für die U19 sammelte er in vier Partien drei Scorer. Der gebürtige Krefelder besitzt neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft und wurde zuletzt mit einem Wechsel zu Besiktas in Verbindung gebracht. Ende 2024 hatte ihn eine Muskelverletzung außer Gefecht gesetzt, sein letztes Länderspiel war im Oktober.
Laut den Klub-Verantwortlichen ist Frankfurts Alexander Staff „eines der vielversprechendsten Talente seines Jahrgangs“ und der einzige U17-Nationalspieler mit einem Marktwert, da er schon für die zweite Mannschaft in der Regionalliga zum Einsatz kam. In 21 Partien für die U19 erzielte er 15 Treffer und glänzte zudem mit fünf Vorlagen. In der EM-Qualifikation sammelte Staff zehn Scorer und seine herausragende Torquote von zwölf Treffern in 14 Länderspielen dürfte ihm einen Stammplatz bei der Europameisterschaft sichern.
Eine ebenfalls starke Quote im DFB-Dress hat Keziah Oteng-Mensah, der als Joker dreimal in drei Einsätzen traf. Wie auch Staff trägt er das Trikot von Eintracht Frankfurt, geht dort jedoch in der U17 auf Torejagd. Nachdem er die komplette Hinrunde wegen einer Verletzung verpasste, war er in zehn Partien siebenmal erfolgreich. Bei der U17-EM dürfte er jedoch in der Rolle des Jokers bleiben.
Über diese im DFB-Team hinaus kam bisher auch Hoffenheims David Creța nicht, auch wenn er mit 29 Toren und sieben Vorlagen in 24 Einsätzen im Nachwuchs der Kraichgauer Werbung für sich machte. Der gebürtige Rumäne führte seine Mannschaft mit seinen Treffern ins Viertelfinale der deutschen Meisterschaft, in der U17-Nationalmannschaft steht er in vier Kurzeinsätzen bei vier Scorern.
Mission Titel: U17 trifft auf Frankreich, Albanien und Portugal
Bei der Mission Titel trifft die deutsche Nationalmannschaft in der Gruppenphase zunächst auf Frankreich (19. Mai, 20:30 Uhr), Albanien (22. Mai) und Portugal (25. Mai). Im Kader der Franzosen befinden sich mit Djylian N'Guessan und Kyllian Antonio Spieler, die schon Erfahrungen in der Ligue 1 sammeln durften. Keines der deutschen Talente kann dies vorweisen und dennoch stehen die Chancen angesichts der Qualität der Auswahl nicht schlecht.
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