Vielleicht sollte man aber mal eine Regel aufstellen, bis welchen Alter man sich entschieden haben muss.
Z.B. kann man ja die U-Mannschaften bis zur U23 spielen... Danach finde ich ist man alt und reif genug um den Leuten eine Pistole auf die Brust zu setzten um zu sagen, entweder hier oder da.
Ich finde es ein Schlag ins Gesicht für die die sich den Hintern aufgerissen haben um sich mit ihrem Land zu qualifizieren. Die Spieler die es da geschafft haben, haben (fast) alle eine max. 6 stelligen Marktwert. Und dann soll dann z.B. ein Knauff mit sein 15 Mio.(Knauff ist ein zufälliges Beispiel weil ich da gerade den Marktwert kannte) kommen und verdrängt dann automatisch den der sich den Hintern aufgerissen hätte.
Und Knauff hat sich nicht den Hintern aufgerissen? Hätte er sich einfach mehr "anstrengen" müssen, damit er zur Nationalmannschaft eingeladen wird? Oder liegt es an der immens höheren Konkurrenz, dass er es bisher nicht geschafft hat, obwohl er vielleicht mehr geackert hat, als ganz viele andere Nationalspieler anderer Länder?
Wenn ich in Frankfurt geboren wurde, Zeit meines Lebens bei der SGE in allen U-Mannschaften gespielt habe, es aber nicht für die A-Mannschaft reicht und mein Vertrag nicht verlängert wird, dann wechsle ich eben den Verein. Wo ist da der Unterschied zu den Nationalmannschaften? Wie viele Nationalspieler gibt es, denen das Land egal ist? Messut Özil zum Beispiel wird mit Sicherheit nicht Deutschland "im Herzen tragen", spielte aber dennoch hier.
Der Unterschied zwischen Vereinen und Nationalmannschaft besteht doch eigentlich darin, dass es eben keine Wechseloptionen gibt. Die besten Spieler landen nicht zwangsläufig bei den besten Teams. Die Verbände, die einen Spieler ausbilden und über ihre Mitgliedsvereine zu einem nationalmannschaftsfähigen Spieler entwickeln, sollten nunmal die Lorbeeren für dessen sportlichen Leistungen in der Nationalmannschaft ernten.
Bitte vergleicht Fußball auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene nicht miteinander. Der Vereinsfußball ist Kommerz, was auch okay ist, aber die Nationalmannschaft ist etwas anderes. Als Profifußballer in einem Verein bist du wie ein Arbeitnehmer am Ende des Monats mit deinem Arbeitgeber quitt. Es erfolgt ein Tausch zwischen Arbeitszeit und Geld. Anders ist es bei der Nationalmannschaft: Hier wirst du von einem gemeinnützigen Verband (ja, der DFB ist ein gemeinnütziger Verein) und zumeist gemeinnützigen Vereinen ausgebildet. Der DFB investiert also in die Talentförderung aller in Deutschland lebender Nachwuchsspieler ohne dafür eine direkte Gegenleistung zu erhalten. An der Stelle ist es dann schon eine Frage des eigenen Charakters, wenn ich mich zu einem Profifußballer auf Weltklasseniveau entwickele und dann gegen den DFB entscheide.
Manche User mögen es engstirnig nennen, aber es ist für mich eine Form von Loyalität. Wenn ich meinen Wohnsitz, ob freiwillig oder unfreiwillig, in ein anderes Land verlagere, bin ich diesem Land dankbar. Sollte ich dort dauerhaft leben, die Vorzüge des Landes wie Infrastruktur, innere sowie äußere Sicherheit etc. genießen und dort meine Kinder aufwachsen lassen, dann würde ich wollen, dass meine Kinder dieses Land im Sport repräsentieren. Ich würde meinen Kindern nämlich Werte wie Respekt, Dankbarkeit und Loyalität beibringen und wäre umso stolzer, wenn diese dann aus tiefem Herzen für das Land, das uns dieses Leben und ihnen diese sportliche Förderung ermöglicht hat, auflaufen würden.
Naja, es ist eben so eine Sache. Erstmal muss man als junger Spieler ja teilweise um die halbe Welt fliegen, was bezahlt werden muss und Geld ist oft kaum vorhanden. Dazu der zusätzliche Stress und der Faktor, dass wir im der Ausbildung von Jugendlichen und Heranwachsenden sprechen, die sind überhaupt nicht im der Lage, komplexe Sachverhalte zu überblicken und längere Gedankenketten zu bilden lt. Gehirnforschung. Spricht man mit Jugendlichen, von denen der einen oder beide Elternteile Migrationsgeschichte haben, glorifizieren die meist die Heimatländer, die sie aus dem Sommerurlaub kennen. 10 Jahre später hat sich das Bild dann meist an die Realität angepasst.
Und der DFB ist zwar gemeinnützig wegen des Breitensports, nicht wegen der Elitenförderung. Damit verdient der DFB Geld und der zahlt auch sehr gute Gehälter für seinen Vorstand plus weitere gut bezahlte Pöstchen.
Welche Werte du deinen Kindern vermittelst, ist deine Sache. Die Werte des DFB würde ich mir aber gut überlegen, da fallen nämlich Dinge wie Korruption, Steuerhinterziehung, Rassismus: "Der Türke (Özil) ist Schuld, dass wir bei der WM rausgeflogen sind", bis hin zum Umgang mit dem Frauenfußball , den man aktiv bekämpft und sich dann einverleibt hat etc. Den DFB als altruistisches, moralisches Gebilde darzustellen geht meiner Meinung nach daher leider an der Realität vorbei.












