Sporting bleibt vor Meister Porto
Marktwerte Portugal: Froholdt krönt sich doppelt – Lukébakio größter Verlierer
©TM/IMAGO
Nachdem Victor Froholdt von den Transfermarkt-Usern zum Player of the Season gewählt wurde, erklimmt der Mittelfeldspieler von Meister FC Porto auch den Marktwert-Thron der Liga Portugal. Doch obwohl Rivale Sporting in der abgelaufenen Saison ohne Titel blieb, stehen die Lissabonner bei den Kaderwerten nach wie vor an der Spitze. Der größte Verlierer ist ein bekannter Name aus der Bundesliga.
Überstrahlt wird das Update jedoch von Froholdt. Der dänische Mittelfeldspieler, der im vergangenen Sommer vor seinem 20 Millionen Euro teuren Transfer zu Porto auch von Eintracht Frankfurt umworben wurde, avanciert mit der größten Aufwertung zum wertvollsten Spieler in Portugal. Der 20-Jährige verzeichnet ein Plus von 20 Mio. auf 50 Mio. Euro, und damit doppelt so viel wie das nachfolgende Duo Maxi Araújo (Sporting, 35 Mio.) und Andreas Schjelderup (Benfica, 30 Mio.).
Froholdt setzt sich damit vor Teamkollege Samu Aghehowa und Landsmann Morten Hjulmand (Sporting) an die Spitze, die beide bei 45 Mio. Euro verharren. Damit aber nicht genug: Froholdt ist fortan neben Aghehowa sowie Éder Militão der wertvollste Spieler in Portos Vereinshistorie, und er schließt zu Neapels Rasmus Højlund als wertvollster Däne auf. Allerdings nur für einen Tag, denn den Stürmer erhält am Freitag im Serie-A-Update ebenfalls eine Aufwertung.
„Er erreicht diesen Status, nachdem er einer der wichtigsten Spieler – wenn nicht sogar der wichtigste – in der Meistersaison des FC Porto war. Er wurde sogar zum Player of the Season gewählt, was das hohe Niveau widerspiegelt, das er während der gesamten Saison gezeigt hat“, sagt Gonçalo Santos, Area Manager bei Transfermarkt in Portugal, über Froholdt. Neben ihm gehören mit Jakub Kiwior (+8 auf 35 Mio.), Gabri Veiga (+5 auf 30 Mio.), William Gomes (+5 auf 25 Mio.) und Oskar Pietuszewski (+5 auf 25 Mio.) vier Teamkollegen zu den 15. größten Gewinnern des Updates.
„Kiwior war einer der besten Spieler der Saison in Portugal. Er hat sich sofort etabliert und seine Präsenz in der Abwehr war einer der Schlüssel zum Erfolg. Er war praktisch unschlagbar und gehört nun zu den wichtigsten Spielern im Kader des FC Porto“, blickt Santos auf die beiden polnischen Neuzugänge. „Auch Pietuszewski spielte eine sehr wichtige Rolle beim Titelgewinn. Obwohl er erst im Januar kam, stieg er schnell zur Stammkraft auf und ist derzeit einer der vielversprechendsten Spieler in der portugiesischen Liga.“
Sporting bleibt beim Kaderwert vor Meister Porto
Portos Kaderwert legt um gut 31 Mio. Euro zu, dennoch bleibt der Meister hinter Sporting. Die Saison der Lissabonner endete enttäuschend. Nach dem Vizetitel in der Liga Portugal blamierte sich Sporting im Pokalfinale gegen den Zweitligisten SC União Torreense (1:2 n. V.). Beispielhaft für die Unbeständigkeit der Leões steht Verteidiger Ousmane Diomande, der mit einem Minus von 45 Mio. auf 42 Mio. Euro seinen Status als wertvollster Spieler im Kader neben Hjulmand einbüßt.
„Diomande hatte mit einigen körperlichen Problemen zu kämpfen und kam nur in 17 Ligaspielen zum Einsatz“, sagt Santos. „Trotzdem bleibt er einer der vielversprechendsten Profis im Kader von Sporting, und er wird weiterhin regelmäßig mit Vereinen aus der Premier League in Verbindung gebracht.“ Auch wenn es elf Abwertungen bei Sporting gibt, sorgen acht Spieler um Araújo dafür, dass der Kaderwert trotzdem um knapp 13 Mio. auf 481 Mio. Euro anwächst – der Vorsprung auf Porto schmilzt dennoch auf 23 Mio. Euro.
Neben dem 10-Millionen-Gewinner Araújo, den Santos als „einen der besten Linksverteidiger Europas“ bezeichnet, verzeichnet etwa auch Ex-Barça-Profi Francisco Trincão ein Plus von 35 Mio. auf 40 Mio. Euro. „Trincão beendete die Spielzeit in hervorragender Form“, sagt der TM-Experte. „Er hatte eine ausgezeichnete Saison und war durchweg einer der Besten bei Sporting, in der Schlussphase der Saison wohl sogar der beste. Er könnte eine wichtige Rolle für Portugal bei der Weltmeisterschaft spielen.“
Im Fokus stehen auch bekannte Namen aus Deutschland. Vor seinem 30-Millionen-Transfer zu Sporting legt Ex-Schalker Rodrigo Zalazar um 8 Mio. auf ebenjene Summe zu. Auch sein Braga-Teamkollege Bright Arrey-Mbi wird um 2 Mio. auf 9 Mio. Euro aufgewertet. Der ehemalige Hannoveraner ist der einzige Gewinner unter den Deutschen. Während Ole Pohlmann (Rio Ave, 1,5 Mio.), Max Scholze (400.000) und Chilohem Onuoha (200.000) unverändert bleiben, sinkt Dudus (alle drei Estrela Amadora) Marktwert von 275.000 auf 150.000 Euro.
Ex-Herthaner Lukébakio größter Marktwert-Verlierer
Neben Estrela Amadora, das knapp den Klassenerhalt schaffte, ist Benfica das einzige Team, dessen Kaderwert sinkt. Die Mannschaft von Trainer José Mourinho blieb zwar ungeschlagen, kommt als Tabellendritter aber nur in die Europa League. Größter Verlierer ist Ex-Herthaner Dodi Lukébakio, dessen Marktwert um 5 Mio. auf 15 Mio. Euro sinkt. Nach einem guten Start wurde der Belgier von einem Knöchelbruch ausgebremst und kam nach seiner Rückkehr im Februar nicht mehr in Tritt.
Sturmkollege Vangelis Pavlidis sinkt um 4 Mio. auf 28 Mio. Euro, nachdem der ehemalige Bochumer in der Rückrunde seinen Torriecher nicht mehr so unter Beweis stellen konnte. Ein Minus von jeweils 3 Mio. Euro gibt es zudem für Benficas Georgiy Sudakov (25 Mio.), António Silva (25 Mio.), Franjo Ivanović (15 Mio.) und Enzo Barrenechea (12 Mio.).
Dass Benficas Kaderwert letztlich nur um 5 Mio. Euro fällt, liegt vor allem an Schjelderup, der mit seinem 10-Millionen-Plus entgegenwirkt. „Schjelderup hatte eine fantastische zweite Saisonhälfte“, sagt Santos. „In den ersten Monaten war er kein Stammspieler und stand im Wintertransferfenster sogar kurz davor, Benfica zu verlassen. Doch José Mourinho gab ihm zunehmend mehr Einsatzmöglichkeiten und eine größere Rolle im Team. Das erwies sich als richtige Entscheidung. Er hatte am Saisonende unter den Benfica-Spielern die beste Form und kann diese nun bei der WM unter Beweis stellen.“
So funktionieren die Transfermarkt-Marktwerte
Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt. Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen.
Das Ziel ist nicht, einen Preis vorherzusagen, sondern einen Erwartungswert. Bei der Erhebung des Marktwertes sind in einem gewissen Maß sowohl individuelle Transfermodalitäten als auch situative Rahmenbedingungen relevant. Beispiele dazu werden hier aufgeführt. Transfermarkt verwendet keinen Algorithmus (zur ausführlichen Marktwertdefinition).
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