Marktwerte Belgien: Tzolis stellt Ligarekord auf – Tresoldi größter Gewinner
Dass Christos Tzolis beim Club Brügge derart durch die Decke gehen würde, damit dürften wohl auch die Fans von Fortuna Düsseldorf nicht gerechnet haben, als der Zweitliga-Torschützenkönig vor zwei Jahren für 6,5 Millionen Euro nach Belgien wechselte. Dort sorgt der griechische Nationalspieler nun für einen Marktwert-Rekord. Der größte Gewinner ist jedoch sein Mannschaftskollege Nicolò Tresoldi, der nur knapp den Sprung auf den WM-Zug verpasste.
Tzolis war mit 51 Torbeteiligungen in 52 Saisonspielen wettbewerbsübergreifend drittbester Scorer in den Top-10-Ligen hinter dem Bayern-Duo Harry Kane (68) und Michael Olise (53). Belohnt wird der Linksaußen mit einer Aufwertung von 30 Mio. auf 40 Mio. Euro – nie war ein Spieler der Jupiler Pro League wertvoller. „Tzolis war der Mann der Playoffs“, sagt Bart Tamsyn, Area Manager Belgien bei Transfermarkt. „Mit nicht weniger als 18 Scorern in zehn Spielen gegen Belgiens Top-Klubs war er phänomenal. Er legte die Messlatte noch mal höher und ermöglichte es anderen Spielern wie Joaquin Seys, Aleksandar Stanković oder Carlos Forbs, ihr Spiel auch zu verbessern.“
Das Trio gehört ebenfalls zu den neun Gewinnern in Reihen des Meisters, der mit einem Plus von 27,5 Mio. auf 260 Mio. Euro nicht nur seine Vormachtstellung in Belgien festigt, sondern auch einen neuen Höhepunkt in Sachen Kaderwert erreicht. Den größten Anteil daran hat neben Tzolis sein kongenialer Sturmpartner Tresoldi, der die größte Aufwertung des Updates verzeichnet. Das Duo sammelte bei Brügges 82 Saisontoren 66 Scorerpunkte. In den Top-10-Ligen war nur Stuttgarts WM-Fahrer Deniz Undav (39 Scorer) unter den Deutschen noch torgefährlicher als Tresoldi (32), dessen Marktwert um 12 Mio. auf 25 Mio. Euro springt.
„Tresoldi kam 2026 richtig in Fahrt“, sagt Tamsyn. „Nachdem er in seinen ersten 20 Ligaspielen nur fünf Tore erzielt hatte, schoss er in den folgenden 20 Ligaspielen 14 Treffer und wurde sogar Belgiens Torschützenkönig. Gerüchten zufolge soll Brügge im Januar ein Angebot über 30 Millionen abgelehnt haben.“ Gehandelt wird Tresoldi in der TM-Gerüchteküche bei Top-Klubs wie dem BVB, Bayer Leverkusen, Arsenal oder Atlético Madrid. Der auch vom italienischen Verband umworbene Angreifer war laut Bundestrainer Julian Nagelsmann „super lange nah dran“ an einer WM-Teilnahme.
Umworbener De Cat erhält weiteres Marktwert-Plus
Die Nichtberücksichtigung von Nathan De Cat sorgte in Belgien ebenfalls für Diskussionen. Das Mittelfeldtalent des RSC Anderlecht soll unter anderem bei allen Top-Klubs der Bundesliga auf dem Zettel stehen. De Cat, der seinen Marktwert in dieser Saison zuvor schon verzehnfachen konnte, legt noch einmal leicht von 25 Mio. auf 27 Mio. Euro zu. In der Altersklasse bis 17 Jahre verringert er im internationalen Vergleich damit den Abstand zu Arsenals Max Dowman und Liverpools Rio Ngumoha (beide 30 Mio. Euro), die am Mittwoch im Premier-League-Update an ihm vorbeigezogen sind.
„De Cat ist einer der wenigen Lichtblicke in einer für Anderlecht enttäuschenden Saison“, sagt Belgien-Experte Tamsyn. „Im März gab er sein Debüt in der belgischen Nationalmannschaft und wurde damit zum achtjüngsten Nationalspieler der Geschichte. Obwohl er nicht in den WM-Kader berufen wurde, scheint ein Wechsel ins Ausland im Sommer sehr wahrscheinlich.“ Das gilt auch für Teamkollege Mihajlo Cvetkovic. Das Sturmtalent, das zuletzt mit Eintracht Frankfurt und dem SC Freiburg in Verbindung gebracht wurde, legt um 4 Mio. auf 10 Mio. Euro zu.
Gerücht
M. Cvetkovic
Mittelstürmer
RSC Anderlecht
?
E. Frankfurt
Jupiler Pro League
Bundesliga
Der größte Gewinner abseits des Club Brügge kommt aus den Reihen von Pokalsieger und Vizemeister Union Saint-Gilloise. Anan Khalaili, der von Napoli umworben wird, springt um 5 Mio. auf 23 Mio. Euro. Damit liegt der Flügelspieler nur noch hauchdünn hinter dem israelischen Marktwert-Rekord von Oscar Gloukh, der vor zwei Jahren bei Red Bull Salzburg 25 Mio. Euro erreichte. „Union SG sagt schon seit Wochen, dass Khalaili, sollte er den Verein verlassen, der teuerste Abgang der Vereinsgeschichte werden soll. Das bedeutet, dass der Brüsseler Verein mehr als 22,8 Millionen für ihn verlangt“, weiß Tamsyn. „Er ist zudem noch mal torgefährlicher geworden. Vier Vorlagen in den Playoffs übertrifft nur Tzolis.“
Bei Union SG findet sich auch der zweitgrößte deutsche Gewinner hinter Tresoldi. Mateo Biondic hat nach seinem Wechsel im Januar einen Senkrechtstart hingelegt und in 18 Einsätzen vier Tore sowie zwei Vorlagen beigesteuert. Statt mit Eintracht Trier in der Regionalliga zu kicken, kämpft er nun in der Qualifikation um die Champions League. Biondics Marktwert klettert um 1,6 Mio. auf 2 Mio. Euro, eine von zwölf Aufwertungen in Reihen der Alten Dame. Im Kaderwert-Ranking schließt Union SG mit einem Plus von 11,5 Mio. auf 134 Mio. Euro die Lücke zum KRC Genk (136 Mio.) auf Platz zwei.
KRC Genk größter Marktwert-Verlierer in Belgien
Die Blau-Weißen, die das internationale Geschäft verpasst haben, verzeichnen mit 2,7 Mio. Euro das größte Minus des Updates. Wenig überraschend tragen auch die größten Verlierer das Trikot von Genk. Für Verteidiger Mujaid Sadick und Angreifer Jarne Steuckers geht es jeweils um 3 Mio. auf 5 Mio. Euro hinab. Auch unter den Deutschen gibt es drei kleine Abwertungen: Patrick Pflücke (1,8 Mio.) von Royal Charleroi und Charles Herrmann (800.000) von Cercle Brügge büßen 200.000 Euro ein, Tobias Mohr (800.000) von Standard Lüttich sinkt um 100.000 Euro.
Die positiven Nachrichten überwiegen jedoch unter den deutschen Legionären. Neben Tresoldi und Biondic gibt es vier weitere Aufwertungen: Christopher Scott (2,2 Mio.) legt bei Royal Antwerpen um eine Mio. Euro zu, für Dikeni Salifou (eine Mio.) geht es beim KV Mechelen um 300.000 Euro nach oben und Enrique Lofolomo (eine Mio.) von Zulte Waregem sowie Henok Teklab (800.000) von Oud-Heverlee Leuven steigen um je 200.000 Euro. Auch für den künftigen Freiburger Rihito Yamamoto (VV St. Truiden) gibt es ein Plus von 5 Mio. auf 7 Mio. Euro, ebenso für Wolfsburg-Leihgabe Mathys Angély (Anderlecht) um 400.000 auf eine Mio. Euro. Für den Mainzer Hyun-seok Hong (KAA Gent) und den Stuttgarter Eliot Bujupi (KVC Westerlo) endet die Leihzeit in Belgien hingegen mit einem Minus von 500.000 auf 2,5 Mio. bzw. 100.000 auf 400.000 Euro.
So funktionieren die Transfermarkt-Marktwerte
Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt. Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen.
Das Ziel ist nicht, einen Preis vorherzusagen, sondern einen Erwartungswert. Bei der Erhebung des Marktwertes sind in einem gewissen Maß sowohl individuelle Transfermodalitäten als auch situative Rahmenbedingungen relevant. Beispiele dazu werden hier aufgeführt. Transfermarkt verwendet keinen Algorithmus (zur ausführlichen Marktwertdefinition).
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