Kader- und Systemthread 2020/21
07.06.2020 - 16:30 Uhr
23.01.2021 - 11:46 Uhr
Kürzlich im Interview sprach Hartenbach davon, dass es im kommenden Sommer ums Feintuning ginge. Daher kann ich mir keine allzu großen Veränderungen, die ersten 14-15 betreffend, vorstellen.
Im Tor wird es auf jedenfall spannend wie man weiter verfährt. Sollte Mainz absteigen, dürfte Müller vermutlich wenig Interesse daran haben in die 2. Liga zu gehen. Der SC hat aber eigentlich Flekken und wird ihn nach seiner Verletzung sicherlich auch nicht einfach absägen. Möglich ist natürlich auch, dass er ganz woanders einwechselt und Mainz so Transfererlöse mit ihm generiert. Ich bin gespannt.
Unabhängig von der Frage wie es mit Müller weitergeht, hat der SC aber hier auf jedenfall seine Nr. 1. Vorstellbar wäre noch, dass man Thiede verleiht, wobei das bei Torhütern natürlich eine kompliziertere Sache ist wie man bei Frommann gesehen hat.
In der Abwehr dürften natürlich Lienhart und Heintz Interessenten haben. Ich gehe aber fest davon aus, dass man max. nur einen von diesen beiden im Sommer abgeben würde. Andernfalls wäre man mit Gulde und den beiden Schlotterbecks doch etwas arg dünn besetzt und wäre in meinen Augen doch ein recht großer Umbruch in der Innenverteidigung.
Auf der RV-Position könnte was passieren. Kübler ist einfach wahnsinnig verletzungsanfällig und Schmid wird auch nicht jünger. Zudem könnte er, wie hier ja schon öfters angesprochen wurde, auch eins nach vorne rücken. Links ist die Sache ja klar mit Günter und einem armen Kerl, der sich dahinter anstellen muss.
Wobei ich davon ausgehe, dass dieser Ersatzmann eher nicht Itter sein wird, den man weiterhin verleihen dürfte.
Im DM steht das Stamm-Pärchen mit Höfler und Santamaria. Dahinter Abrashi, der mMn nur noch wechseln wird, wenn von Vereinsseite kein Interesse mehr an einer Verlängerung besteht. Offen ist die Zukunft von Haberer, aber auch von Keitel und Tempelmann. Bei letzteren zwei könnte ich mir vorstellen, dass man zumindest für einen von beiden eine Leihe anstrebt. Wobei ich da eher zu Keitel als Kandidaten tendiere.
In der Offensive rechne ich, wie in der Abwehr, mit keinen großartigen Veränderungen. Sicher weg wäre natürlich im Fall der Fälle Kwon. Auf Sallai ist Streich ja auf der PK näher eingegangen. Daraus konnte man den Schluss ziehen, dass Sallai sich in Freiburg sehr wohl fühlt, sodass ich da prinzipiell nicht von einem unbedingten Wechselwunsch ausgehe. Problematisch sehe ich hier allerdings seine Berateragentur, denn da besteht durchaus die Gefahr, dass er bequatscht wird. In dem Fall wäre dann zu hoffen, dass er standhaft bleibt. Falls es da zu keinem Ärgernis aus SC-Sicht kommt, gehe ich fest von einem Verbleib aus.
Bei Petersen hoffe ich, dass man vereinsseitig bald mal in die Gänge kommt in Sachen Vertragsverlängerung. Wobei das nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte. Die letzte wurde auch im Februar bekanntgegeben.
Also Fazit: Von den Spielern, die beim SC fest unter Vertrag stehen und potentielle Stammelf-Kandidaten sind, sehe ich aktuell nur Heintz/Lienhart (wie gesagt 1 aus 2), Haberer und Kwon als realistische Wechselkandidaten. Ansonsten dürfte es eher wieder ein fröhliches Bäumchen-wechsel-dich in Sachen Leihen geben. Wer kommt zurück, wen versucht man endgültig irgendwo unterzubringen, wer wird neu verliehen und wen behält man lieber im eigenen Profikader, etc.
Auch aus finanzieller Sicht dürfte der SC nicht genötigt sein mehr Spieler abzugeben als man eigentlich will, da etwaige Verluste mangels Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen ein Stück weit bereits von den Transfererlösen aus dem vergangenen Sommer, die erst in die diesjährige Bilanz einfließen, aufgefangen werden. Vor Corona hatte man ja immer recht große Gewinne. Ich schätze mal, dass es dieses Jahr eher in Richtung +- 0 gehen dürfte, was im Vergleich zum überwiegenden Teil der Konkurrenz mit ihren Millionen-Verlusten immer noch ein super Ergebnis wäre.
Im Tor wird es auf jedenfall spannend wie man weiter verfährt. Sollte Mainz absteigen, dürfte Müller vermutlich wenig Interesse daran haben in die 2. Liga zu gehen. Der SC hat aber eigentlich Flekken und wird ihn nach seiner Verletzung sicherlich auch nicht einfach absägen. Möglich ist natürlich auch, dass er ganz woanders einwechselt und Mainz so Transfererlöse mit ihm generiert. Ich bin gespannt.
Unabhängig von der Frage wie es mit Müller weitergeht, hat der SC aber hier auf jedenfall seine Nr. 1. Vorstellbar wäre noch, dass man Thiede verleiht, wobei das bei Torhütern natürlich eine kompliziertere Sache ist wie man bei Frommann gesehen hat.
In der Abwehr dürften natürlich Lienhart und Heintz Interessenten haben. Ich gehe aber fest davon aus, dass man max. nur einen von diesen beiden im Sommer abgeben würde. Andernfalls wäre man mit Gulde und den beiden Schlotterbecks doch etwas arg dünn besetzt und wäre in meinen Augen doch ein recht großer Umbruch in der Innenverteidigung.
Auf der RV-Position könnte was passieren. Kübler ist einfach wahnsinnig verletzungsanfällig und Schmid wird auch nicht jünger. Zudem könnte er, wie hier ja schon öfters angesprochen wurde, auch eins nach vorne rücken. Links ist die Sache ja klar mit Günter und einem armen Kerl, der sich dahinter anstellen muss.
Wobei ich davon ausgehe, dass dieser Ersatzmann eher nicht Itter sein wird, den man weiterhin verleihen dürfte. Im DM steht das Stamm-Pärchen mit Höfler und Santamaria. Dahinter Abrashi, der mMn nur noch wechseln wird, wenn von Vereinsseite kein Interesse mehr an einer Verlängerung besteht. Offen ist die Zukunft von Haberer, aber auch von Keitel und Tempelmann. Bei letzteren zwei könnte ich mir vorstellen, dass man zumindest für einen von beiden eine Leihe anstrebt. Wobei ich da eher zu Keitel als Kandidaten tendiere.
In der Offensive rechne ich, wie in der Abwehr, mit keinen großartigen Veränderungen. Sicher weg wäre natürlich im Fall der Fälle Kwon. Auf Sallai ist Streich ja auf der PK näher eingegangen. Daraus konnte man den Schluss ziehen, dass Sallai sich in Freiburg sehr wohl fühlt, sodass ich da prinzipiell nicht von einem unbedingten Wechselwunsch ausgehe. Problematisch sehe ich hier allerdings seine Berateragentur, denn da besteht durchaus die Gefahr, dass er bequatscht wird. In dem Fall wäre dann zu hoffen, dass er standhaft bleibt. Falls es da zu keinem Ärgernis aus SC-Sicht kommt, gehe ich fest von einem Verbleib aus.
Bei Petersen hoffe ich, dass man vereinsseitig bald mal in die Gänge kommt in Sachen Vertragsverlängerung. Wobei das nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte. Die letzte wurde auch im Februar bekanntgegeben.
Also Fazit: Von den Spielern, die beim SC fest unter Vertrag stehen und potentielle Stammelf-Kandidaten sind, sehe ich aktuell nur Heintz/Lienhart (wie gesagt 1 aus 2), Haberer und Kwon als realistische Wechselkandidaten. Ansonsten dürfte es eher wieder ein fröhliches Bäumchen-wechsel-dich in Sachen Leihen geben. Wer kommt zurück, wen versucht man endgültig irgendwo unterzubringen, wer wird neu verliehen und wen behält man lieber im eigenen Profikader, etc.
Auch aus finanzieller Sicht dürfte der SC nicht genötigt sein mehr Spieler abzugeben als man eigentlich will, da etwaige Verluste mangels Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen ein Stück weit bereits von den Transfererlösen aus dem vergangenen Sommer, die erst in die diesjährige Bilanz einfließen, aufgefangen werden. Vor Corona hatte man ja immer recht große Gewinne. Ich schätze mal, dass es dieses Jahr eher in Richtung +- 0 gehen dürfte, was im Vergleich zum überwiegenden Teil der Konkurrenz mit ihren Millionen-Verlusten immer noch ein super Ergebnis wäre.
26.01.2021 - 15:22 Uhr
Tatsächlich konnte man nach den Einwechslungen im livespiel sehen, wie Streich per Handzeichen 5 - 3 - 2 angezeigt hat.
Liegt mMn hauptsächlich daran, dass man das "klassische" System so nicht spielen kann mit Höler und Til als Aussen. Auf dem Platz hab ich versucht, drauf zu achten, wie sich das darstellt, aber man hatte nie den Ball und im Pressing muss man ja auch immer schauen, mit wie vielen Leuten der Gegner aufbaut. Stuttgart hatte dann ja Endo nach hinten gezogen und Kala in den Sturm gestellt mit der Option "lange Hütte". Dadurch konnte man das "normale" Anlaufverhalten im 5-3-2 auch nicht wirklich sehen.
Mal als Gedankenexperiment von Beginn an: da wären dann tatsächlich Santa und Höfler offensiv mehr gefordert, und zwar als Verbindungsspieler der AV. Normalerweise kombinieren sich Grifo/Günter und Schmid/Sallai ja schon durch (mit leichter Unterstützung durch die DM), die Option wäre dann weg. Mit zwei relativ klaren Stürmern müssen natürlich Bälle in den Strafraum kommen, dafür brauchst du dann die OA. Schlotti würde wie derzeit eine Reihe nach vorne und die DM dann eben auch unterstützen - mit Til hinter den Spitzen als Unterstützung, der dann viel laufen müsste, wenn man in die Angriffsaktion geht muss er entweder links oder rechts überlasten, zentral stehen sollte er nicht. Aber Höfler und Santa müssten eben relativ viel im Halbraum mitmachen offensiv, um die Schienenspieler in Flankenposition zu bringen. Gegen den Ball sollte es dann im Idealfall so sein, dass die beiden Stürmer die Aufbauspieler anlaufen, und Til auch da der "freie Mann" wäre. Je nach gegnerischem System, Spielstand etc pp könnte er als dritter Mann mit hoch anlaufen, oder eben den Passweg zum Aufbauspieler im Mittelfeld zustellen (beispielsweise Endo, der dann aber in die IV zurückgezogen wurde). Wenn du tief stehst und abwartest, laufen die beiden Stürmer die IV an und Til macht zusammen mit den DM den Raum vorm Strafraum dicht, leicht nach vorne versetzt.
Das 5-3-2 gegen Stuttgart war mMn enorm dem Personal geschuldet - weder Höler noch Til sind reine Aussenbahnspieler - als auch den gegnerischen Umstellungen. Idee ist sicherlich auch, dass man den Ball auch mal hoch nach vorne spielen kann, weil der zentrale Raum dann gut besetzt ist - aber über Aussen bist du dann halt völlig auf die AV angewiesen, und die waren am Samstag gut gebunden und platt. Keitel hat sich ja auch häufiger vorne eingeschaltet (während Kübler kaum mit nach vorne kam, Günter schon, dafür blieb Höfler eher hinten) - das wäre in voller Fitness ein Santa und dessen Entscheidungen sind etwas besser als Keitels.
Kann man schon machen, für Schlotti/DM würde sich nicht enorm viel ändern, ausser teilweise noch offensiver zu agieren (je nachdem, welcher AV vorgeht), ist aber mMn nicht unbedingt ein System, dass die Stärken unserer Spieler unterstützt. Da geht es mehr darum, die Schwächen abzufedern (Höler, Til als Aussen) und den Gegner zu zwingen, deren Aufbau etwas umzustellen. Da werden die Zentralen nämlich mehr gefordert und der Gegner dazu animiert, die AV wieder zurückzuziehen, weil die Aussen dann natürlich weniger stark belegt sind. Stellt der Gegner um die Stuttgart und beordert die Schienenspieler komplett nach vorne, dann haben es die verbliebenen Aufbauspieler schwerer, eben wegen der plötzlichen Überzahl im Zentrum. Also eher ein taktisches Mittel gegen Ende und in Führung als eins, mit dem man selbst das Spiel an sich reissen kann. Klar, wenn du hinten bist geht das natürlich auch, dann sind aber die Schienenspieler die OA und keine Verteidiger mehr, also wenn die Kette hinten aufgelöst ist (so wie es ja Stuttgart gemacht hat).
Ich kann mir zumindest aktuell nicht vorstellen, dass man das System zu Beginn sehen würde. Das ist eher ne Reaktion - auf den Gegner, und auf das eigene Personal, das eben andere Stärken und Schwächen hat als das Stammpersonal.
Liegt mMn hauptsächlich daran, dass man das "klassische" System so nicht spielen kann mit Höler und Til als Aussen. Auf dem Platz hab ich versucht, drauf zu achten, wie sich das darstellt, aber man hatte nie den Ball und im Pressing muss man ja auch immer schauen, mit wie vielen Leuten der Gegner aufbaut. Stuttgart hatte dann ja Endo nach hinten gezogen und Kala in den Sturm gestellt mit der Option "lange Hütte". Dadurch konnte man das "normale" Anlaufverhalten im 5-3-2 auch nicht wirklich sehen.
Mal als Gedankenexperiment von Beginn an: da wären dann tatsächlich Santa und Höfler offensiv mehr gefordert, und zwar als Verbindungsspieler der AV. Normalerweise kombinieren sich Grifo/Günter und Schmid/Sallai ja schon durch (mit leichter Unterstützung durch die DM), die Option wäre dann weg. Mit zwei relativ klaren Stürmern müssen natürlich Bälle in den Strafraum kommen, dafür brauchst du dann die OA. Schlotti würde wie derzeit eine Reihe nach vorne und die DM dann eben auch unterstützen - mit Til hinter den Spitzen als Unterstützung, der dann viel laufen müsste, wenn man in die Angriffsaktion geht muss er entweder links oder rechts überlasten, zentral stehen sollte er nicht. Aber Höfler und Santa müssten eben relativ viel im Halbraum mitmachen offensiv, um die Schienenspieler in Flankenposition zu bringen. Gegen den Ball sollte es dann im Idealfall so sein, dass die beiden Stürmer die Aufbauspieler anlaufen, und Til auch da der "freie Mann" wäre. Je nach gegnerischem System, Spielstand etc pp könnte er als dritter Mann mit hoch anlaufen, oder eben den Passweg zum Aufbauspieler im Mittelfeld zustellen (beispielsweise Endo, der dann aber in die IV zurückgezogen wurde). Wenn du tief stehst und abwartest, laufen die beiden Stürmer die IV an und Til macht zusammen mit den DM den Raum vorm Strafraum dicht, leicht nach vorne versetzt.
Das 5-3-2 gegen Stuttgart war mMn enorm dem Personal geschuldet - weder Höler noch Til sind reine Aussenbahnspieler - als auch den gegnerischen Umstellungen. Idee ist sicherlich auch, dass man den Ball auch mal hoch nach vorne spielen kann, weil der zentrale Raum dann gut besetzt ist - aber über Aussen bist du dann halt völlig auf die AV angewiesen, und die waren am Samstag gut gebunden und platt. Keitel hat sich ja auch häufiger vorne eingeschaltet (während Kübler kaum mit nach vorne kam, Günter schon, dafür blieb Höfler eher hinten) - das wäre in voller Fitness ein Santa und dessen Entscheidungen sind etwas besser als Keitels.
Kann man schon machen, für Schlotti/DM würde sich nicht enorm viel ändern, ausser teilweise noch offensiver zu agieren (je nachdem, welcher AV vorgeht), ist aber mMn nicht unbedingt ein System, dass die Stärken unserer Spieler unterstützt. Da geht es mehr darum, die Schwächen abzufedern (Höler, Til als Aussen) und den Gegner zu zwingen, deren Aufbau etwas umzustellen. Da werden die Zentralen nämlich mehr gefordert und der Gegner dazu animiert, die AV wieder zurückzuziehen, weil die Aussen dann natürlich weniger stark belegt sind. Stellt der Gegner um die Stuttgart und beordert die Schienenspieler komplett nach vorne, dann haben es die verbliebenen Aufbauspieler schwerer, eben wegen der plötzlichen Überzahl im Zentrum. Also eher ein taktisches Mittel gegen Ende und in Führung als eins, mit dem man selbst das Spiel an sich reissen kann. Klar, wenn du hinten bist geht das natürlich auch, dann sind aber die Schienenspieler die OA und keine Verteidiger mehr, also wenn die Kette hinten aufgelöst ist (so wie es ja Stuttgart gemacht hat).
Ich kann mir zumindest aktuell nicht vorstellen, dass man das System zu Beginn sehen würde. Das ist eher ne Reaktion - auf den Gegner, und auf das eigene Personal, das eben andere Stärken und Schwächen hat als das Stammpersonal.
27.01.2021 - 22:34 Uhr
Zitat von Carle5
Der Gedanke drängt sich in der Tat auf. Es gibt ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder man geht davon aus (bzw. weiß sicher), dass Haberer über den Sommer hinaus in Freiburg bleibt. Oder man traut Abrashi unabhängig von der frei werdenden Kaderstelle auch die erste Option hinter Höfler/Santamaria nicht mehr zu. Letzteres kann ich mir kaum vorstellen. Und nur mit Keitel / Tempelmann (wobei letzterer in jüngerer Zeit ja eher die Rolle eines RV-Backups hatte) wird man doch sicherlich auch nicht in die neue Saison gehen.
Der Gedanke drängt sich in der Tat auf. Es gibt ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder man geht davon aus (bzw. weiß sicher), dass Haberer über den Sommer hinaus in Freiburg bleibt. Oder man traut Abrashi unabhängig von der frei werdenden Kaderstelle auch die erste Option hinter Höfler/Santamaria nicht mehr zu. Letzteres kann ich mir kaum vorstellen. Und nur mit Keitel / Tempelmann (wobei letzterer in jüngerer Zeit ja eher die Rolle eines RV-Backups hatte) wird man doch sicherlich auch nicht in die neue Saison gehen.
Ich glaube, das funktioniert auch, wenn Haberer im Sommer gehen sollte, eventuell mit der Verpflichtung eines weiteren DM mit Potential o.ä..
Denn für mich ist das, was du dir weniger vorstellen kannst, tatsächlich schon jetzt Realität. In seinen Auftritten vor der Verletzung war er für mich ein absoluter Klotz am Bein. Seine Spielart, bzw. seine Fähigkeiten passen so gar nicht mehr zu dem, was die 6er drauf haben müssen, zumindest, wenn man selbst in Ballbesitz ist. Einen öffnenden Pass nach vorne, ein Dribbling an zwei, drei Gegnern vorbei, eine zielgenaue Verlagerung als Flugball, das kann er mMn alles nicht auf Buli-Niveau. Sein Passspiel ist in Ordnung, aber wo Höfler den Ball zur Seite spielt, (und dafür schon oft heftig kritisiert wurde), spielt Abrashi den Ball nach hinten. Seine beste Eigenschaft mit dem Ball ist die Ballbehauptung. Aber schon ein Pass mit Gegnerdruck ist des Öfteren beim Gegner gelandet, oder eben wieder beim IV, statt beim AV oder einem Offensiven. Und gerade bei Santa, aber auch bei Höfler fällt mir in letzter Zeit auf, wie oft diese in wichtigen Kopfballduellen sich befinden, offensiv wie defensiv.
Ohne Ball hat Abrashi schon noch Stärken, kann da weiterhin ein ziemlich nerviger Gegenspieler sein und wird seinem Wadenbeisser-Image im besten Sinne gerecht. Aber zum einen fehlt ihm (mit zunehmenden Alter), auch hierfür die nötige Spritzigkeit und Geschwindigkeit, zum anderen kommt er dann doch relativ schnell mal zu spät, holt sich die Gelbe ab und ist ab da ein wandelnder Risikofaktor, bzw. extrem gehemmt in den Zweikämpfen.
Mehr, als der absolute Role-Player, der mal gegen kämpferische Teams in der Schlussphase reinkommt, ist für ihn einfach nicht mehr drin. Und mit Tempelmann und Keitel stehen halt zwei Spieler mindestens auf einer Stufe mit ihm, die mit ordentlich Entwicklungspotential und deutlich mehr spielerischen Fähigkeiten mehr Anrecht auf Spielzeit haben.
Ich denke, man hätte ihn gerne behalten um ihn mit seiner enormen Erfahrung für den Fall der Fälle in der Hinterhand zu haben. Aber es ist durchaus vorstellbar, dass er in der Rückrunde keine 60 Minuten mehr gesammelt hätte. Das ist dann auch für ihn vllt einfach nicht zufriedenstellend. Daher ist der Wechsel für ihn eine gute Gelegenheit, nochmal ein paar Minuten mehr auf dem Platz zu stehen und für den SC wird ein Platz frei für die jüngere Garde oder gar einen aufregenden Neuzugang mit großem Potential.
31.01.2021 - 12:09 Uhr
Zitat von Dreisamnappi
Mal eine Frage an unsere Taktikexperten in Hinblick auf die aktuelle Verletztenmisere in der Offensive. Phasenweise wurde in dieser Saison statt im 5-2-3 im 5-3-2 agiert, mit Tempelmann oder Jeong hinter zwei Spitzen. Welche Auswirkungen hat dies auf unsere Spielanlage, gerade in Bezug auf die Rolle eines Santamaria und eines Schlotterbeck? Ich ziele darauf ab, ob es aktuell sinnvoll wäre, während des Spiels von der Offensivrreihe Grifo, Demirovic, Jeong mit einer Spitze zu der Offensivreihe Petersen, Til, Höler mit zwei Spitzen und dem Niederländer als Zehner zu wechseln, was den Stärken der einzelnen Spieler tendenziell besser entgegen kommen sollte. Bin mir aber nicht sicher, ob dies für das taktische Gesamtkonstrukt eher negative Auswirkungen hätte.
Mal eine Frage an unsere Taktikexperten in Hinblick auf die aktuelle Verletztenmisere in der Offensive. Phasenweise wurde in dieser Saison statt im 5-2-3 im 5-3-2 agiert, mit Tempelmann oder Jeong hinter zwei Spitzen. Welche Auswirkungen hat dies auf unsere Spielanlage, gerade in Bezug auf die Rolle eines Santamaria und eines Schlotterbeck? Ich ziele darauf ab, ob es aktuell sinnvoll wäre, während des Spiels von der Offensivrreihe Grifo, Demirovic, Jeong mit einer Spitze zu der Offensivreihe Petersen, Til, Höler mit zwei Spitzen und dem Niederländer als Zehner zu wechseln, was den Stärken der einzelnen Spieler tendenziell besser entgegen kommen sollte. Bin mir aber nicht sicher, ob dies für das taktische Gesamtkonstrukt eher negative Auswirkungen hätte.
(vorweg ein kurzes Sorry für die verzögerte Antwort, hatte Donnerstagnacht etwas fertig geschrieben, war dann aber zu müde und hatte das Gefühl, es ist zu chaotisch und unstrukturiert geworden - habe es also jetzt nochmal strukturiert und etwas umgeschrieben, damit es besser verständlich ist und im Sinnzusammenhang aufeinanderfolgend kommt)
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob du auf das Leipzigspiel, Hoffenheimspiel (Streich schreit beim Wechsel laut "Chicco!" und zeigt "5-3" mit der Hand (die -2 wird wegrationalisiert, weil logisch)) anspielst oder auf die generellen Spielanteile in Pressingsituationen. Im laufenden Spiel ist immer wieder zu sehen, dass einer der Flügelspieler neben das ZM kippt und der andere sich nach vorne neben den Stürmer begibt - ganz extrem ist mir das gegen die Bayern aufgefallen. Das sind Situationen, in denen man mit zwei Spielern pressen will - vor allem gegen zwei Innenverteidiger - ohne den Zugriff auf Mittelfeldebene zu verlieren. Gegen die Bayern war häufig Grifo vorne dabei und Sallai hat auf seiner Seite defensiver gegen Davies gearbeitet – würde man Sallai ebenfalls ins Pressing nach vorne ziehen, hätte man mehr Presser als zu-Pressende, somit würden Räume im Mittelfeld aufgehen, die Bayern dann konsequent bespielt.
Dazu kommt, dass Grifo generell sehr gerne ins Zentrum reinspielt. Wenn er im Mittelfeldraum den Ball bekommt und sich nicht mit Günter durchkombinieren kann/will, lässt er sich etwas fallen, zieht ins zentrale Mittelfeld und möchte den Ball verteilen.
Gegen Hoffenheim hatte man bei gutem Spielstand den Zugriff und die Defensivstabilität etwas verloren - also zog man Schlotterbeck fest in die Abwehrkette zurück, dafür Chicco in den freiwerdenden Raum auf die zentrale 6 und Grifo-Santa davor. Wirklich mitgespielt hat man hier aber auch nicht mehr. Es ging darum, eine kompakte Defensive zu stellen, die mit der Rest-Ausdauer der Spieler den Sieg über die Zeit bringt. Nachdem Sallai für Grifo eingewechselt wurde, rückte ja sogar Höler auf LZM, weil er der bessere Zweikämpfer in dem Raum vor der Abwehr ist – ein klares Zeichen, dass man hier nicht mehr mitspielen wollte.
Gegen Leipzig hatte man meiner Ansicht nach eher ein Dreiermittelfeld gespielt. Ähnlich wie zum Ende gegen Hoffenheim ging es bei Leipzig auch hauptsächlich um Stabilität, auf Kosten der eigenen Spielanteile. 31% Ballbesitz und 1 Schuss (neben das Tor) in der ersten Halbzeit (später wurde das System aufgelöst) sprechen hier schon eine eindeutige Sprache – gegenüber 69% und 9 Schüssen (3 aufs Tor) bei RB. Wieso das so ist, dazu komme ich gleich nochmal genauer.
Generell zu deiner Idee kann man sagen: In der Vorbereitung wurde zwar ein 4-2-2-2/4-2-3-1 mit einer Mischung aus 10/HS gespielt, aber es gab in Pflichtspielen zu keinem Zeitpunkt einen Zehner im System. Im ersten Saisonspiel gab es die Doppel-8/10 von Höler-Jeong, aber seitdem war dieser Raum immer unbesetzt. Santa und selten Chicco besetzen die zentralen offensiven Räume zwar häufiger, aber generell nutzt man die freien Räume auch über die Flügelstürmer. Grifo ist Rechtsfuß auf links, Sallai ist beidfüßig und arbeitet gerne in die Mitte, Kwon ist Linksfuß auf Rechts. Wenn Jeong links spielt, arbeitet er ebenfalls sehr gerne in Richtung Zentrum. Höler als gelernter Mittelstürmer macht das sowieso – von beiden Seiten.
Dazu kommt das individuelle Spielermaterial. Wenn du Til auf der 10 UND eine Doppelspitze hast - wo spielt Grifo? Ich hatte ihn gegen Frankfurt unter anderem als ZM-Kandidat genannt, bin aber eigentlich froh, dass es nicht passiert ist. Grifos "Übersicht" in seinem Rücken fällt mir im laufenden Spiel schon häufiger negativ auf, wenn er mal zentraler positioniert ist. Das ist an der Außenlinie unproblematisch, im ZM aber ein großes Problem. Dauerhaft ist er für mich dort keine Option – weder auf der 8, noch auf der 10. Für die Mittelstürmer-Position ist Grifo physisch nicht geeignet – er ist kein besonders starker Zweikämpfer oder robust, gleichzeitig aber auch nicht besonders schnell. Bei einer Formation mit „2-1-2“ vor der Abwehr würdest du also ein Spielsystem spielen, in dem der derzeit beste Spieler (zumindest in der Form, in der er zuletzt war) keinen Platz hat. Normalerweise möchte man ja eine Formation spielen, in der man die besten Spieler in den besten Rollen auf den Platz kriegt. Sowohl Leipzig als auch bei Hoffe recht schnell (Grifo wurde ausgewechselt kurz nach Systemumstellung) spielte man ohne Grifo. Sallai ist dann ebenfalls nirgendwo mehr richtig daheim – er kann zwar auch als MS spielen, aber generell finde ich ihn auf dem Flügel besser (aktuell aber eh erstmal verletzt).
Witzigerweise habe ich bei der Eintracht im Taktik-Thread (falls Interesse besteht: Post #1616, #1620 und #1621 im Thread "Richtige Taktik? Geeignete Spieler?")#gerade erst über die Offensivstruktur Frankfurts, die Funktionsweise des 3-4-2-1 und die Unterschiede von Frankfurt (bis vor kurzem 3-4-1-2) und Freiburg (5-2-3/5-4-1) geschrieben. Günter und Schmid sind nicht "offensiv-frei" genug, um dauerhaft die Flügel bis vorne durch spielen zu können. Günter könnte das durchaus machen, er hat die Geschwindigkeit und zieht auch häufiger nach vorne durch – aber nur auf Kosten der Defensiv-Stabilität, die bei Streich ja meist Vorrang hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass man ihm diese Freiheiten gewährt, die über die derzeit schon sehr hohen Freiheiten hinausgehen. Weder Kübler (offensiv zu schwach) noch Schmid (zu wenig Tempo) sind dafür geeignet, den kompletten Flügel zu bespielen.
Dazu ist Lienhart eher kein flügel-lastiger IV, er spielt lieber aus dem Zentrum heraus, weil man dort die für ihn möglichen Anspielstationen (Ken Bray geht in seinem Buch "Wie man richtig Tore schießt" davon aus, dass man eine Formation finden sollte, wo man die maximalen Passmöglichkeiten unterhalb von 40 Metern aus der Grundformation heraus möglichst hoch gestalten sollte - in Einklang mit den möglichen Passmöglichkeiten ins gegnerische Drittel; nach diesem Modell will man, dass die spielaufziehenden Spieler möglichst viele Anspielstationen haben - Lienhart käme in einer flügellastigen IV-Rolle auf 4 Anspielstationen innerhalb dieser 40 Meter in der "Grundformation", während er im derzeitigen Freiburger System einen 5. (den LZM) dazubekommt - je nach offensiver Ausrichtung des LV sogar 6) maximiert. Schlotterbeck funktioniert perfekt als "klassischer Libero", aber nicht als fester ZIV, den man dringend bräuchte, um die defensive Stabilität zu gewährleisten. Hütter bei der Eintracht legt auch sehr großen Wert darauf, dass die äußeren IV-Posten den „richtigen Fuß“ haben (Rechtsfuß rechts, Linksfuß links), was wiederum Gulde auf links schwierig machen würde - denn die IVs müssen offensiv teilweise so weit aufrücken und offensiv agieren, wie es in einer Viererkette die AVs tun müssen, das beinhaltet unter anderem auch Flanken mit dem "Außenfuß". Um den besten Spielmacher-IV nicht aus dem Zentrum zu verlieren und die Fuß-Zuordnung zu wahren, könnte man Lienhart ins Zentrum, Gulde auf RIV und Schlotti/Heintz auf LIV ziehen – das hätte dann aber mit dem derzeit gespielten System absolut nichts mehr am Hut. Und da das defensiv eigentlich relativ gut funktioniert, würde ich nicht nach Systemen suchen, die das über den Haufen werfen.
Eine Dreierkette spielt man ja, um weniger Defensivspieler zu benötigen (3 feste Abwehrspieler + 2 Flügelspieler, die voll attackieren können; im Gegensatz zu 4 Abwehrspieler der Viererkette, von denen maximal einer sich am Angriff beteiligen KANN). Eine Fünferkette spielt man, um einen Spieler mehr defensiv zu bekommen, der freie Mann kann rausrücken und Fehler ausbügeln, sichert bei Freiburg für Günter ab, usw. (Lienhart: "Hinten ist man ein Mann mehr", auch wenn er es wie Streich Dreierkette nennt). Aktuell spielt Freiburg eher die Fünferkette (ich persönlich finde „4+1“ eine gute Bezeichnung, da sich die Defensive generell wie eine Viererkette verhält – aber einfach einen Spieler mehr hat, der Flexibilität gibt, zudem rückt ja Schlotti in Ballbesitz nach vorne raus), da würde man offensiv doch große Lücken bekommen. Es würde dann einfach keine natürliche Verschiebung geben (wie bei Frankfurt: Die „Außenverteidiger“ rücken eine Position nach vorne, dadurch belegt man die offensiven Flügelräume mit diesen Spielern – und die ehemaligen Flügelstürmer können als Stürmer/Hängende Spitzen/Zehner ins Zentrum rücken), sondern man würde taktische Leerstellen konstruieren, was definitiv nicht förderlich ist. Dazu muss man auch sagen, dass Freiburg individuell-technisch nicht unbedingt die Skillsets aufweist, um ein eng gepresstes System zu spielen – Freiburg kommt auch offensiv viel über Physis, gute Laufwege und schnelles Bespielen freier Räume. Durch die Fixierung auf viele Zentrumsspieler würde man sich all dieser Stärken berauben. Bei Frankfurt im Vergleich spielen derzeit mit zwei aus Younes/Barkok/Kamada und dahinter zwei aus Hasebe/Sow/Rode technisch enorm starke Spieler im Zentrum, die sowohl individuell mit dem Ball viel können als auch ein gutes Passspiel und Ballsicherheit aufweisen.
Es gibt durchaus ZMs, die auch die offensiven Flügel einfach mitbespielen können und dann wiederum diese Räume abdecken – bspw. spielt Santamaria ja auch einen „Mezzala“, der die offensiven Halbräume beackert und häufiger auf den Flügel ausweicht, aber generell gilt dann hier wieder etwas Ähnliches wie bei den Außenverteidgern: Man gibt defensive Struktur dafür auf, dass man Räume bearbeitet, die man ohne Not frei lässt. Dazu kommt, dass ich mir das in einem System mit Zehner gar nicht vorstellen kann – die beiden ZMs (Santa und Chicco vermutlich) hätten keinerlei Absicherung nach hinten, sodass sie gar nicht einfach so in die Flügelräume gehen können. Das würde maximal wieder im 5-3-2 mit einem Sechser hinter zwei Achtern funktionieren. Zumal Chicco das auch an Laufleistung gar nicht bringen kann.
Hier kann man sich tatsächlich mal die Nutzung von Jeong bei Bayern2 anschauen, die haben nämlich etwas Ähnliches gespielt (4-1-2-1-2, was mit dem Sechser/“+1“ Schlotterbeck dem Freiburger 5-2-1-2 dann sehr nahekommen würde). Hier hat der „Zehner“ (die Rolle, in der Jeong gespielt hat), quasi einen zentral einsortierten Flügelstürmer gegeben. Man hatte quasi einen Spieler (Jeong) für beide Flügel – und der ballferne Flügel wurde einfach frei gelassen. Generell spielt Hoeneß (auch aktuell bei Hoffenheim) viel mit Spielern in Mischpositionen, die dann zwar Leerräume erschaffen, aber in den gespielten Räumen eine Überzahl erbringen. Auch hier gilt aber wieder: Ein Jeong war bei Bayern2 technisch weit über dem Level der restlichen Liga und mit seiner Laufstärke wie dafür gemacht – bei Freiburg ist man für diese Positionen technisch eher unterdurchschnittlich besetzt, d.h. man limitiert sich wieder darauf, in engeren Räumen zu spielen, die man qualitativ gar nicht sinnvoll bespielen kann. Ob Til diese Rolle spielen kann, weiß ich nicht, aber zumindest, was ich bisher so von ihm mitgekriegt habe, ist er eigentlich wirklich eher ein zentraler Spieler und auch die Flügelpositionen vorne im 5-2-3 scheint ihm ja nicht oder nur bedingt zu liegen.
Zu allerletzt kommt dann noch das Thema Sturm dazu. Petersen-Höler halte ich nicht für ein funktionierendes Duo. Selbst mit Til dahinter klingt das für mich nicht reizvoll. Beide können Bälle nicht halten oder einen Ball behaupten – Petersen spielt Bälle gerne schnell weiter, Höler kommt eher über Speed und bringt gar nicht die technischen Fähigkeiten mit. Selbst mit einem Zehner dahinter, der vielleicht dann die Bälle, die von Nils eingesammelt wurden, sofort halten kann, arbeitet man sehr auf Lücken gerichtet und verliert Flexibilität. Das erinnert mich in Frankfurt an das Spiel mit Dost – und das fand ich schrecklich. So entstehen einfach keine zügig gespielten Konterangriffe oder generell schnelles Umschaltspiel. Für mich gehört zu einem aus Höler/Petersen immer einer vorne dazu, der was mit dem Ball am Fuß anfangen kann. Ob das jetzt Demi ist, der durch seine körperliche Robustheit durchaus mal einen Ball festmacht und behauptet, oder Sallai, der das durch technische Finesse löst, ist dabei egal. Mit Petersen könnte ich mir sogar Jeong vorstellen, das hatte in der Vorbereitung ja gut geklappt – dann hätte man aber wieder das Thema, dass Jeongs Spielweise sich da mit dem Räumen doppelt, die der Zehner bespielt.
Generell bin ich absolut kein Fan von Systemen mit zwei Stürmern und einem Zehner – aber gerade wenn man dann noch so eine defensive Fünferkette spielt, wie Freiburg es tut, verliert man damit einfach entweder das zentrale Mittelfeld (wichtigster Ort für das Aufbau- und Umschaltspiel) oder die offensiven Flügelbereiche (bei Freiburg wichtigster Ort für das Spiel „in die Box“ und somit Chancenvorbereitung/-einleitung).
Frankfurt macht vieles von dem, was ich hier als schlecht darstelle – was natürlich nicht immer schlecht funktioniert. Aber Frankfurt agiert generell sehr offensiv (Dreierkette, nicht Fünferkette) und hat unglaubliche Defensivprobleme (erst zwei Spiele zu Null – Augsburg und Mainz), die sich selbst im 3-4-2-1 statt 3-4-1-2 nur teilweise stabilisiert haben. Eine taktische Ausrichtung wie in Frankfurt kann ich mir für Freiburg unter Streich beim besten Willen nicht vorstellen. Meiner Erfahrung nach kommt bei Streich defensive Stabilität und das Arbeiten aus diesem Grundprinzip heraus vor allem anderen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von NikxxMisan am 31.01.2021 um 12:12 Uhr bearbeitet
02.02.2021 - 10:41 Uhr
Eigentlich wollte ich ja schreiben, dass diese Saison sich die Prognosen der Auswirkungen durch Corona bewahrheiten - kleine schlanke Kader etc. Diesen Winter gab es 2/3 weniger Transfers als zuvor, es sind in Deutschland auch signifikant weniger Spieler im Profibereich tätig als letzte Saison, sprich die Kader sind kleiner geworden. Aber wenn man dann doch mal die Bundesligakonkurrenz betrachtet, dann liegen die Kader doch alle bei 26+ einige nach wie vor auch über 30 Spieler.
Kein Verein hat wie der SC seinen Kader komprimiert. Zum einen finde ich es richtig. Es sind nun einmal Zeiten in denen der Verein auf die Kosten achten muss, und ich halte es für sinnvoller Kosten durch einen schlankeren Kader zu sparen, als durch andere Personaleinsparungen. Dass der SC trotzdem mit einer guten Punkteausbeute da steht, bedeutet ja, dass der Kader an für sich gut zusammengestellt ist.
24 Spieler bei 4 Torhütern, ist halt echt knapp - liegt unter Streichs Idealvorstellung von 26 Spielern. Allerdings nimmt ja auch ein Quartett am Training teil, welches nicht Bestandteil des Profikaders ist: Sidilla, Schade, Weisshaupt und Boukhalfa. Sprich man ist bei 24 Feldspielern (ich glaube alle saßen schonmal auf der Bank - bei Weißhaupt bin ich mir nicht 100% sicher.).
Grundsätzlich finde ich den Weg richtig den man geht - also wieder verstärkt Kaderpositionen mit Nachwuchskräften zu füllen. Wenn man sich als Ausbildungsverein positioniert, sollte das so sein. Außerdem könnte es kosteneffizienter sein.
Ich bin gespannt ob im Sommer das nächste (große externe) Talent kommt. In der vergangenen Transferperiode kann man ja eigentlich nur Demirovic als solches bezeichnen. Santamaria ist ein fertiger Spieler, der den SC klar als Sprungbrett sieht und auf kurz oder lang (sprich 2022) weiterziehen wird. Sprich bis 2022 wird man dann Keitel, Tempelmann und Boukhalfa auf einem gewissen Niveau haben müssen und sich nach Alternativen umschauen weil dann werden voraussichtlich Santamaria und Haberer weiterziehen und Höfler ist dann mit 33 vermutlich schon zu langsam. Also nicht falsch verstehen - ich gehe grad selbst steil auf die 40 zu und bin gegen Alterdiskriminierung - aber man sieht ja immer wieder dass in der Bundesliga die Profispieler schon früh aufhören. Letzten Sommer Höwedes und Schürrle, jetzt diesen Sommer die Bender-Zwillinge. In Italien würden solche TopSpieler sicherlich bis Mitte/ Ende 30 kicken. Aber die Intensität ist so hoch, als auch das Leben auf und abseits des Platzes so anstrengend (mental, psychisch, Entbehrungen) dass Spieler einfach eine kürzere Karriere haben. Schaut euch mal an wieviele Weltmeister von 2014 noch aktiv kicken.
Lange Rede kurzer Sinn. 2022 wird das ZM ganz anders aussehen müssen. Um einen harten Schnitt zu vermeiden, könnte man sich diesen Sommer schon um einen Haberer Ersatz umschauen. Haberer dann entweder ziehen lassen oder einen aus den 3 Nachwuchskickern in Liga 2 verleihen.
Auf RV sieht es ja nicht anders aus. Schmid kann eine Position vorrücken bei Bedarf. Es gab ja die Diskussion über seine Schnelligkeit. Also schneller als Grifo wird er als RA sein, da dürfte das keine Rolle spielen. Und bis Sidillia soweit ist, könnte es auch noch dauern. Kübler wird mit fortschreitendem Alter auch nicht schneller oder weniger verletzungsanfällig. Da sollte auch was passieren.
Abgänge in der IV diesen Sommer sind wahrscheinlich. Die nächste Baustelle im Kader.
Ich erwarte also im Sommer einen RV mit Stammplatzanspruch, ein IV Talent á la Koch/Lienhard/ Caglar und einen ZM/ DM mit Erfahrung aber auch Entwicklungspotential.
Zudem sollte man Pieringer und evtl. einen weiteren Spieler aus dem Quartett hochziehen.
Kein Verein hat wie der SC seinen Kader komprimiert. Zum einen finde ich es richtig. Es sind nun einmal Zeiten in denen der Verein auf die Kosten achten muss, und ich halte es für sinnvoller Kosten durch einen schlankeren Kader zu sparen, als durch andere Personaleinsparungen. Dass der SC trotzdem mit einer guten Punkteausbeute da steht, bedeutet ja, dass der Kader an für sich gut zusammengestellt ist.
24 Spieler bei 4 Torhütern, ist halt echt knapp - liegt unter Streichs Idealvorstellung von 26 Spielern. Allerdings nimmt ja auch ein Quartett am Training teil, welches nicht Bestandteil des Profikaders ist: Sidilla, Schade, Weisshaupt und Boukhalfa. Sprich man ist bei 24 Feldspielern (ich glaube alle saßen schonmal auf der Bank - bei Weißhaupt bin ich mir nicht 100% sicher.).
Grundsätzlich finde ich den Weg richtig den man geht - also wieder verstärkt Kaderpositionen mit Nachwuchskräften zu füllen. Wenn man sich als Ausbildungsverein positioniert, sollte das so sein. Außerdem könnte es kosteneffizienter sein.
Ich bin gespannt ob im Sommer das nächste (große externe) Talent kommt. In der vergangenen Transferperiode kann man ja eigentlich nur Demirovic als solches bezeichnen. Santamaria ist ein fertiger Spieler, der den SC klar als Sprungbrett sieht und auf kurz oder lang (sprich 2022) weiterziehen wird. Sprich bis 2022 wird man dann Keitel, Tempelmann und Boukhalfa auf einem gewissen Niveau haben müssen und sich nach Alternativen umschauen weil dann werden voraussichtlich Santamaria und Haberer weiterziehen und Höfler ist dann mit 33 vermutlich schon zu langsam. Also nicht falsch verstehen - ich gehe grad selbst steil auf die 40 zu und bin gegen Alterdiskriminierung - aber man sieht ja immer wieder dass in der Bundesliga die Profispieler schon früh aufhören. Letzten Sommer Höwedes und Schürrle, jetzt diesen Sommer die Bender-Zwillinge. In Italien würden solche TopSpieler sicherlich bis Mitte/ Ende 30 kicken. Aber die Intensität ist so hoch, als auch das Leben auf und abseits des Platzes so anstrengend (mental, psychisch, Entbehrungen) dass Spieler einfach eine kürzere Karriere haben. Schaut euch mal an wieviele Weltmeister von 2014 noch aktiv kicken.
Lange Rede kurzer Sinn. 2022 wird das ZM ganz anders aussehen müssen. Um einen harten Schnitt zu vermeiden, könnte man sich diesen Sommer schon um einen Haberer Ersatz umschauen. Haberer dann entweder ziehen lassen oder einen aus den 3 Nachwuchskickern in Liga 2 verleihen.
Auf RV sieht es ja nicht anders aus. Schmid kann eine Position vorrücken bei Bedarf. Es gab ja die Diskussion über seine Schnelligkeit. Also schneller als Grifo wird er als RA sein, da dürfte das keine Rolle spielen. Und bis Sidillia soweit ist, könnte es auch noch dauern. Kübler wird mit fortschreitendem Alter auch nicht schneller oder weniger verletzungsanfällig. Da sollte auch was passieren.
Abgänge in der IV diesen Sommer sind wahrscheinlich. Die nächste Baustelle im Kader.
Ich erwarte also im Sommer einen RV mit Stammplatzanspruch, ein IV Talent á la Koch/Lienhard/ Caglar und einen ZM/ DM mit Erfahrung aber auch Entwicklungspotential.
Zudem sollte man Pieringer und evtl. einen weiteren Spieler aus dem Quartett hochziehen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von donnie69er am 02.02.2021 um 10:46 Uhr bearbeitet
02.02.2021 - 16:59 Uhr
Zitat von donnie69er
aber man sieht ja immer wieder dass in der Bundesliga die Profispieler schon früh aufhören. Letzten Sommer Höwedes und Schürrle, jetzt diesen Sommer die Bender-Zwillinge. In Italien würden solche TopSpieler sicherlich bis Mitte/ Ende 30 kicken. Aber die Intensität ist so hoch, als auch das Leben auf und abseits des Platzes so anstrengend (mental, psychisch, Entbehrungen) dass Spieler einfach eine kürzere Karriere haben. Schaut euch mal an wieviele Weltmeister von 2014 noch aktiv kicken.
aber man sieht ja immer wieder dass in der Bundesliga die Profispieler schon früh aufhören. Letzten Sommer Höwedes und Schürrle, jetzt diesen Sommer die Bender-Zwillinge. In Italien würden solche TopSpieler sicherlich bis Mitte/ Ende 30 kicken. Aber die Intensität ist so hoch, als auch das Leben auf und abseits des Platzes so anstrengend (mental, psychisch, Entbehrungen) dass Spieler einfach eine kürzere Karriere haben. Schaut euch mal an wieviele Weltmeister von 2014 noch aktiv kicken.
Hab mir grad den WM Kader von vor 6,5 Jahren angeschaut, weil immer öfter gesagt wird, dass so viele Spieler jung in "Rente" gehen.
Wenn man bedenkt, dass ein Kader immer ne gute Altersmischung haben sollte mit jungen Talenten und Altstars finde ich es nicht, dass es so viele heutzutage früher aufhören als früher.
Ich hab immer so die 34 als Alter im Kopf mit dem Spieler aufhören und dadurch müssten ja alle die damals im besten Fussballeralter waren (28) jetzt in Rente gehen.
Tor:
Manuel Neuer - spielt noch
Roman Weidenfeller - mit jetzt 40 keine Überraschung das er aufgehört hat
Ron-Robert Zieler - spielt noch
Abwehr:
Jérôme Boateng - spielt noch
Philipp Lahm - hat relativ jung aufgehört
Erik Durm - spielt noch
Kevin Großkreutz - spielt noch aber mangelns Talent nicht mehr als Profi
Mats Hummels - spiel noch
Matthias Ginter- spielt noch
Benedikt Höwedes - hat relativ jung aufgehört
Per Mertesacker - hat im normalen Alter aufgehört
Shkodran Mustafi - spielt noch
Mittelfeld:
Lars Bender - hört nächste Saison auf
Julian Draxler - spielt noch
Mario Götze - spielt noch
Toni Kroos - spielt noch
Thomas Müller - spielt noch
Bastian Schweinsteiger - hat im normalen Alter aufgehört
Christoph Kramer - spielt noch
Sami Khedira - spielt noch
Mesut Özil - spielt noch
Lukas Podolski - spielt noch
André Schürrle - hat relativ jung aufgehört
Angriff:
Miroslav Klose - hat im normalen alter aufgehört
Ich finde es eigentlich erstaundlich, dass von einer Weltmeistermanschaft von vor 7 Jahren noch 16 Spieler Fussball spielen.
Einzig die Spieler Schürle, Lahm und Höwedes haben früher aufgehört, was ich jetzt nicht so ne enorme statistische Häufung finde. Bender nehme ich ruas, da er so viele Verletzungen hatte, dass sein Körper es nicht mehr mit machte (ähnliches hat ja auch Uli Hoeneß und andere mitgemacht).
Schürle muss man sehen, dass er seine ganze Karriere lang zu gut verdient hatte, dass er sich am ende einfach nicht mehr die Mühe machen wollte für kleineres Geld was zu machen. Er war einfach Satt
Höwedes ist noch Russland um nochmal Geld zu verdienen und eventuell gestärkt zurück zu kommen. Da er aber kene Angebote bekommen hat und genug vom Fussball hat, hat er es nicht mehr gebraucht 2 Jahre dran zu hängen.
Lahm war immer schon zu intelligent und hat sich nebenher ein gutes Standbein aufgebaut. Ihm hat der Spass und der Ehrgeiz gefehlt, weswegen er was neues machen wollte und sich nicht noch paar Jahre durchquälen wollte.
Auch solche Beispiele gab es früher. Eventuell weniger, da sie nicht so sehr ausgesorgt hatten wie heutzutage aber im groß und ganzen finde ich nicht dass viele Spieler plötzlich aufhören.
Die Weltmeister werden jetzt halt nach und nach aufhören, da sie jetzt das Alter erreicht haben und auch mal gut ist. Wenn ich mir jetzt die Mühe machen würde um zu schauen wieviele 90er Jahre Weltmeister 1996 noch Fussball gespielt haben kommt man bestimmt auf einen ähnlichen Wert. Hab ich aber grad keine Zeit für
17.02.2021 - 11:03 Uhr
Da wir ja gerade die Personalie Müller ausführlich in seinem Thread diskutieren dachte ich mir ich hole mal den Kaderthread hoch. Es geht ja schlicht weg um die Zukunftsplanung des SC auf der Torhüterposition.
1. Es kann nur heißen Müller oder Flekken. Ich glaube nicht dass einer der beiden sich hinter dem anderen auf die Bank setzen wird. Müller hat Mainz schon verlassen um die Nr. 1 zu werden. Flekken nur verlängert das Schwolow gegangen ist.
Welcher der beiden der bessere Torhüter ist mag ich nicht beurteilen. Klar ist aber dass Müller der jüngere der beiden ist und bei guter Entwicklung vermutlich wie Schwolow nach mehr strebt. Flekken da schon älter, hat offensichtlich länger in der Entwicklung gebraucht. Torhüter können zwar länger spielen, ich denke aber Flekken ist bei uns fast im besten Torhüteralter, also mehr oder weniger am Begin des Zenits seiner Karriere. Annahmen bestätigen die Regel, aber es gibt nicht viele Goalies die sich z.B. mit 32 vereinstechnisch verbessern.
2. Die Positionen dahinter. Uphoff wurde als Nr. 2 geholt und wird diese auch bleiben. Die Chancen jemals die Nr. 1 beim SC zu werden stehen in beiden Personalentscheidungen mMn schlecht. Entweder Flekken bleibt relativ lange, oder aber der jüngere Müller hat alle Zeit der Welt sich zu einem TopGoalie zu entwickeln.
3. Thiede. In der Konstellation mit Müller hat wer wenig Optionen beim SC aufzusteigen, außer Uphoff wechselt. Was er erstmal braucht ist ein Tor in Liga 3 welches er hüten kann. Er hat langfristig letzten Sommer verlängert, also gibt es wohl einen Karriereplan mit ihm. Nach dieser Saison ist er Local Player, dann kann man ihn auch getrost verleihen.
Unter Müller sehe ich bei ihm das Problem das Müller halt nur 2 Jahre älter ist und solange Müller oder Uphoff nicht wechseln würden, für ihn als Nr. 2 kein Platz ist. Also langfristig. Ich denke mal geplant war dass er verliehen wird und dann auf Dauer als Nr. 2 versucht die Nr. 1 Flekken/ Uphoff zu verdrängen. Potential hat er ja dazu.
4. Atubolu ist anscheinend wie alle sagen das größte Torwarttalent beim SC derzeit. Sowohl in der 2ten als auch in den jüngeren Jahrgängen.
Thiede als auch Atubolu müssen zusehen dass sie eine bessere Karrierechance bekommen als Frommann. 3 Jahre Regionalliga sind eigentlich zu lang wenn du hoch hinaus willst als Torhüter. Da musst du am besten mit 20 in der 3. Liga spielen. Frommann hat das mit 21 versucht und konnte sich nicht durchsetzen und ist jetzt in Liga 3 nach wie vor Ersatzkeeper. Keine Ahnung wo seine vielversprechende Entwicklung stagniert hat. Da müssen die Spieler aber auch der SC schauen wie sie die Karriereplanung der beiden betreiben. Beide haben viel Talent.
1. Es kann nur heißen Müller oder Flekken. Ich glaube nicht dass einer der beiden sich hinter dem anderen auf die Bank setzen wird. Müller hat Mainz schon verlassen um die Nr. 1 zu werden. Flekken nur verlängert das Schwolow gegangen ist.
Welcher der beiden der bessere Torhüter ist mag ich nicht beurteilen. Klar ist aber dass Müller der jüngere der beiden ist und bei guter Entwicklung vermutlich wie Schwolow nach mehr strebt. Flekken da schon älter, hat offensichtlich länger in der Entwicklung gebraucht. Torhüter können zwar länger spielen, ich denke aber Flekken ist bei uns fast im besten Torhüteralter, also mehr oder weniger am Begin des Zenits seiner Karriere. Annahmen bestätigen die Regel, aber es gibt nicht viele Goalies die sich z.B. mit 32 vereinstechnisch verbessern.
2. Die Positionen dahinter. Uphoff wurde als Nr. 2 geholt und wird diese auch bleiben. Die Chancen jemals die Nr. 1 beim SC zu werden stehen in beiden Personalentscheidungen mMn schlecht. Entweder Flekken bleibt relativ lange, oder aber der jüngere Müller hat alle Zeit der Welt sich zu einem TopGoalie zu entwickeln.
3. Thiede. In der Konstellation mit Müller hat wer wenig Optionen beim SC aufzusteigen, außer Uphoff wechselt. Was er erstmal braucht ist ein Tor in Liga 3 welches er hüten kann. Er hat langfristig letzten Sommer verlängert, also gibt es wohl einen Karriereplan mit ihm. Nach dieser Saison ist er Local Player, dann kann man ihn auch getrost verleihen.
Unter Müller sehe ich bei ihm das Problem das Müller halt nur 2 Jahre älter ist und solange Müller oder Uphoff nicht wechseln würden, für ihn als Nr. 2 kein Platz ist. Also langfristig. Ich denke mal geplant war dass er verliehen wird und dann auf Dauer als Nr. 2 versucht die Nr. 1 Flekken/ Uphoff zu verdrängen. Potential hat er ja dazu.
4. Atubolu ist anscheinend wie alle sagen das größte Torwarttalent beim SC derzeit. Sowohl in der 2ten als auch in den jüngeren Jahrgängen.
Thiede als auch Atubolu müssen zusehen dass sie eine bessere Karrierechance bekommen als Frommann. 3 Jahre Regionalliga sind eigentlich zu lang wenn du hoch hinaus willst als Torhüter. Da musst du am besten mit 20 in der 3. Liga spielen. Frommann hat das mit 21 versucht und konnte sich nicht durchsetzen und ist jetzt in Liga 3 nach wie vor Ersatzkeeper. Keine Ahnung wo seine vielversprechende Entwicklung stagniert hat. Da müssen die Spieler aber auch der SC schauen wie sie die Karriereplanung der beiden betreiben. Beide haben viel Talent.
18.02.2021 - 09:04 Uhr
Eine Entwicklung, die bereits vergangene Saison ein bisschen abzusehen war, setzt sich diese Saison fort: Die hohe Qualität im Offensivspiel. Das macht sich auch statistisch deutlich bemerkbar: Die aktuell 35 Tore wurden in der Bundesligahistorie des SC zum Vergleichszeitpunkt nur in der Saison 94/95 erreicht/übertroffen, damals waren es 43 (Quelle: kicker).
Das ist schon enorm, man wird mit Toren verwöhnt wie fast nie zuvor in der 22 jährigen Bundesligahistorie des SC. Besonders auffällig wird das in den Heimspielen. Tatsächlich erzielte ligaweit nur Bayern München im heimischen Stadion mehr Tore (37) als Freiburg (24). Dabei möge man bedenken, dass die schweren Brocken zu Hause sogar weitgehend durch sind (Dortmund, Leverkusen, Gladbach, Wolfsburg, Frankfurt). Von den Hochkarätern/den aktuellen Top 7 der Tabelle fehlen lediglich Bayern und Leipzig. Bei dem restlichen Heimprogramm also nicht unvorstellbar, dass man den starken Punkteschnitt aus den Heimspielen beibehalten oder sogar noch ausbauen kann.
In dem Kontext ist es natürlich besonders schade, ausgerechnet in dieser Ausnahmesaison keine Zuschauer im Stadion zu haben. Gerade sehr junge Fans werden ja doch in hohem Maße über Erfolgserlebnisse im Stadion emotional an einen Klub gebunden. Bei meinen Freunden und mir jedenfalls hat mit Sicherheit die Saison 94/95 die größte Rolle in unserer SC-Sozialisation eingenommen, mit 11, 12 Jahren damals. Wirklich schade, dass den Kids das in dieser Saison nicht vergönnt ist, in der sie in Heimspielen mit so unglaublich vielen Toren belohnt würden (Ø 2.2 pro Spiel).
Eins sollte jedenfalls klar sein: Eine Saison mit so vielen Toren dürften wir hier lange nicht mehr erleben. Man hat in dieser Saison das Gefühl, dass es in der Bundesliga keinen Gegner gibt, gegen den der SC nicht mindestens für ein Tor gut ist. Das kennt man so eigentlich nicht von Freiburg. Selbst die Tore gegen Dortmund und Bayern überraschten ja kaum jemanden.
Es läuft spielerisch außerordentlich gut, gerade zu Hause. Dabei wäre es ein Trugschluss zu denken, Freiburg käme nur über die Standards. Tatsächlich erzielt in der Bundesliga neben Bayern München kein anderes Team zu Hause mehr Tore aus dem Spiel heraus als Freiburg (13). Absolut verrückt, hier sollte der Sport-Club eigentlich meilenweit hinter Teams wie Dortmund, Gladbach, Leipzig oder auch Leverkusen liegen. (Man stelle sich einmal vor, Freiburg hätte nur einen einzigen Spieler der Qualität von Sancho, Diaby, Thuram, Weghorst oder Haaland - oder was diese Teams sonst so aufzubieten haben.). Bezeichnend, dass wir selbst in dieser erfolgreichen Saison keinen Spieler haben, der mehr als 7 Tore erzielt hat, während bei einem vergleichbar starken Team einer wie André Silva schon jetzt bei 18 Treffern steht...
Offene Frage: Kann man aus diesem Kader noch mehr rausholen? Oder reizt Streich in dieser Saison das absolut obere Limit dessen aus, zu was dieser Kader in dieser Liga theoretisch fähig ist?
Was sich diese Saison voll auszahlt, sind die in den vergangenen Jahren eingespielten Abläufe, nicht nur, aber im Besonderen: der Abwehrspieler. Was da alles alleine durch Verschieben und Ablaufen gelöst wird, das ist in meinen Augen schon eine kleine Sensation. Wie gut das gesamte Team gegen den Ball verschiebt; wie schwer sich jedes Bundesligateam tut, gegen Freiburg Chancen zu erspielen. Das geht mir in der medialen Wahrnehmung noch etwas unter. Defensiv wird so viel abgelaufen und zugestellt, das gelingt selbst gegen die absoluten Topteams. Dass Freiburg noch vor den Ballbesitzteams Bayern München und RB Leipzig die wenigsten Tacklings der Bundesliga verzeichnet, unterstreicht diese taktische Qualität eindrucksvoll. In den Top 5 Ligen muss man schon suchen, um Teams zu finden, die noch seltener ins Tackling gehen als Freiburg. Das sind dann noch Teams wie Man City, Liverpool oder Barcelona. Das ist so eine verdammt gute Arbeit gegen den Ball, die dieses Team in den letzten Jahren erlernt hat. Was mich zurück zu meiner Frage aus dem letzten Absatz bringt.
Das sind dann die wenig sichtbaren Qualitäten dieser Mannschaft (looking at Höler/Höfler), die Freiburg zu so einem Überperformer machen. Das macht den SC aber ein stückweit auch schwerer "erklärbar" für die Experten. (Auch wenn Leute wie Tobias Escher und Co das natürlich hinbekommen.) Doch dem Mainstream (und den Fans) fällt es deutlich schwerer, den Erfolg eines Teams zu erklären, dessen Stärken nicht so leicht erkennbar sind wie es beispielsweise bei Eintracht Frankfurt der Fall ist. Willsagen: Wenn Frankfurt am Saisonende auf Platz 5 abschließt, zeigt man gerne auf Spieler wie Silva oder Kostic. Nicht zu Unrecht. Beendet Freiburg auf dem gleichen Platz, kann sich das wieder niemand so recht erklären, weil hier viel mehr im taktischen Detail verborgen liegt und wenig in der individuellen Qualität einzelner Starspieler.
Im Endeffekt jedoch ein Segen, dass wir in dieser Saison wieder so sehr über das Kollektiv kommen und weniger über individuelle Qualität der Offensivspieler. Erhöht es doch drastisch die Chance, ein erfolgreiches Team über die Saison hinaus zusammenzuhalten als wenn hier einer wie Waldschmidt herausstechen würde. Aber mal sehen, wohin die Reise geht. Bei der rasanten Entwicklung von Sallai, Jeong oder Demirovic scheint es perspektivisch ja auch darauf hinauszulaufen. Mit Sicherheit aber nicht im kommenden Transferfenster, für zahlungskräftige Klus hat das Trio mit zusammen 11 Toren einfach noch zu wenig auf sich aufmerksam gemacht.
All das stimmt mich schon jetzt äußerst optimistisch für die nächste Saison. Sollte von den absoluten Leistungsträgern tatsächlich "nur" Lienhart wechseln (wenn überhaupt) und dieser für SC-Verhältnisse extrem starke Kader komplett beisammen bleiben, und danach schaut es aus, wäre eine weitere erfolgreiche Saison 2021/22 mehr als nur Wunschdenken. Vor allem, wenn Klubs wie Union oder Bielefeld die Klasse halten sollten, zudem von unten mindestens einer aus dem Trio Bochum/Fürth/Kiel hochkommt (wobei selbst zwei oder drei nicht unvorstellbar sind wenn man sieht, wie unfassbar eng es diese Saison zugeht mit einem punktgleichen Top-Trio und den nur 3 Punkte distanzierten Fürthern auf Rang 4).
Das ist schon enorm, man wird mit Toren verwöhnt wie fast nie zuvor in der 22 jährigen Bundesligahistorie des SC. Besonders auffällig wird das in den Heimspielen. Tatsächlich erzielte ligaweit nur Bayern München im heimischen Stadion mehr Tore (37) als Freiburg (24). Dabei möge man bedenken, dass die schweren Brocken zu Hause sogar weitgehend durch sind (Dortmund, Leverkusen, Gladbach, Wolfsburg, Frankfurt). Von den Hochkarätern/den aktuellen Top 7 der Tabelle fehlen lediglich Bayern und Leipzig. Bei dem restlichen Heimprogramm also nicht unvorstellbar, dass man den starken Punkteschnitt aus den Heimspielen beibehalten oder sogar noch ausbauen kann.
In dem Kontext ist es natürlich besonders schade, ausgerechnet in dieser Ausnahmesaison keine Zuschauer im Stadion zu haben. Gerade sehr junge Fans werden ja doch in hohem Maße über Erfolgserlebnisse im Stadion emotional an einen Klub gebunden. Bei meinen Freunden und mir jedenfalls hat mit Sicherheit die Saison 94/95 die größte Rolle in unserer SC-Sozialisation eingenommen, mit 11, 12 Jahren damals. Wirklich schade, dass den Kids das in dieser Saison nicht vergönnt ist, in der sie in Heimspielen mit so unglaublich vielen Toren belohnt würden (Ø 2.2 pro Spiel).
Eins sollte jedenfalls klar sein: Eine Saison mit so vielen Toren dürften wir hier lange nicht mehr erleben. Man hat in dieser Saison das Gefühl, dass es in der Bundesliga keinen Gegner gibt, gegen den der SC nicht mindestens für ein Tor gut ist. Das kennt man so eigentlich nicht von Freiburg. Selbst die Tore gegen Dortmund und Bayern überraschten ja kaum jemanden.
Es läuft spielerisch außerordentlich gut, gerade zu Hause. Dabei wäre es ein Trugschluss zu denken, Freiburg käme nur über die Standards. Tatsächlich erzielt in der Bundesliga neben Bayern München kein anderes Team zu Hause mehr Tore aus dem Spiel heraus als Freiburg (13). Absolut verrückt, hier sollte der Sport-Club eigentlich meilenweit hinter Teams wie Dortmund, Gladbach, Leipzig oder auch Leverkusen liegen. (Man stelle sich einmal vor, Freiburg hätte nur einen einzigen Spieler der Qualität von Sancho, Diaby, Thuram, Weghorst oder Haaland - oder was diese Teams sonst so aufzubieten haben.). Bezeichnend, dass wir selbst in dieser erfolgreichen Saison keinen Spieler haben, der mehr als 7 Tore erzielt hat, während bei einem vergleichbar starken Team einer wie André Silva schon jetzt bei 18 Treffern steht...
Offene Frage: Kann man aus diesem Kader noch mehr rausholen? Oder reizt Streich in dieser Saison das absolut obere Limit dessen aus, zu was dieser Kader in dieser Liga theoretisch fähig ist?
Was sich diese Saison voll auszahlt, sind die in den vergangenen Jahren eingespielten Abläufe, nicht nur, aber im Besonderen: der Abwehrspieler. Was da alles alleine durch Verschieben und Ablaufen gelöst wird, das ist in meinen Augen schon eine kleine Sensation. Wie gut das gesamte Team gegen den Ball verschiebt; wie schwer sich jedes Bundesligateam tut, gegen Freiburg Chancen zu erspielen. Das geht mir in der medialen Wahrnehmung noch etwas unter. Defensiv wird so viel abgelaufen und zugestellt, das gelingt selbst gegen die absoluten Topteams. Dass Freiburg noch vor den Ballbesitzteams Bayern München und RB Leipzig die wenigsten Tacklings der Bundesliga verzeichnet, unterstreicht diese taktische Qualität eindrucksvoll. In den Top 5 Ligen muss man schon suchen, um Teams zu finden, die noch seltener ins Tackling gehen als Freiburg. Das sind dann noch Teams wie Man City, Liverpool oder Barcelona. Das ist so eine verdammt gute Arbeit gegen den Ball, die dieses Team in den letzten Jahren erlernt hat. Was mich zurück zu meiner Frage aus dem letzten Absatz bringt.
Das sind dann die wenig sichtbaren Qualitäten dieser Mannschaft (looking at Höler/Höfler), die Freiburg zu so einem Überperformer machen. Das macht den SC aber ein stückweit auch schwerer "erklärbar" für die Experten. (Auch wenn Leute wie Tobias Escher und Co das natürlich hinbekommen.) Doch dem Mainstream (und den Fans) fällt es deutlich schwerer, den Erfolg eines Teams zu erklären, dessen Stärken nicht so leicht erkennbar sind wie es beispielsweise bei Eintracht Frankfurt der Fall ist. Willsagen: Wenn Frankfurt am Saisonende auf Platz 5 abschließt, zeigt man gerne auf Spieler wie Silva oder Kostic. Nicht zu Unrecht. Beendet Freiburg auf dem gleichen Platz, kann sich das wieder niemand so recht erklären, weil hier viel mehr im taktischen Detail verborgen liegt und wenig in der individuellen Qualität einzelner Starspieler.
Im Endeffekt jedoch ein Segen, dass wir in dieser Saison wieder so sehr über das Kollektiv kommen und weniger über individuelle Qualität der Offensivspieler. Erhöht es doch drastisch die Chance, ein erfolgreiches Team über die Saison hinaus zusammenzuhalten als wenn hier einer wie Waldschmidt herausstechen würde. Aber mal sehen, wohin die Reise geht. Bei der rasanten Entwicklung von Sallai, Jeong oder Demirovic scheint es perspektivisch ja auch darauf hinauszulaufen. Mit Sicherheit aber nicht im kommenden Transferfenster, für zahlungskräftige Klus hat das Trio mit zusammen 11 Toren einfach noch zu wenig auf sich aufmerksam gemacht.
All das stimmt mich schon jetzt äußerst optimistisch für die nächste Saison. Sollte von den absoluten Leistungsträgern tatsächlich "nur" Lienhart wechseln (wenn überhaupt) und dieser für SC-Verhältnisse extrem starke Kader komplett beisammen bleiben, und danach schaut es aus, wäre eine weitere erfolgreiche Saison 2021/22 mehr als nur Wunschdenken. Vor allem, wenn Klubs wie Union oder Bielefeld die Klasse halten sollten, zudem von unten mindestens einer aus dem Trio Bochum/Fürth/Kiel hochkommt (wobei selbst zwei oder drei nicht unvorstellbar sind wenn man sieht, wie unfassbar eng es diese Saison zugeht mit einem punktgleichen Top-Trio und den nur 3 Punkte distanzierten Fürthern auf Rang 4).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zweitligameister am 18.02.2021 um 09:09 Uhr bearbeitet
24.02.2021 - 14:20 Uhr
Hey @TomBS , sorry für die späte Antwort. Habe Deinen Beitrag gern gelesen und verstehe Deine Wahrnehmung jetzt besser.
Die aktuelle Saison darf ich nicht heranziehen, Dir geht es ausschließlich um "die letzte und vorletzte Saison". Einverstanden, dann war meine Statistik nicht sonderlich hilfreich. Erlaube mir dafür, Deine Beobachtung 19/20 abzugleichen.
2019/20 haben sich die 5 offensivstärksten Teams der Liga tabellarisch so deutlich wie selten vom Rest der Liga abgesetzt. Siehe Abschlusstabelle https://www.kicker.de/bundesliga/spieltag/2019-20
Fragen wir uns: Wie hätte Freiburg abgeschnitten in einer Bundesliga ohne die 5 spielstärksten und offensivstärksten Teams.
Wäre Freiburg in der Liga 19/20 ohne die spielstarken Teams so unterirdisch gewesen?
Tabelle 19/20 ohne die 5 besten/torgefährlichsten Teams
1. Wolfsburg 41 (Punkte)
2. Freiburg 39
3. Hoffenheim 38
4. Frankfurt 35
5. Augsburg 35
6. Union 35
7. Mainz 34
8. Köln 33
9. Hertha 32
10. Schalke 30
11. Düsseldorf 29
12. Bremen 28
13. Paderborn 18
*gewertet wurden die 24 Spiele dieser Vereine untereinander ohne die Top 5
Ohne die spielstarken Teams wäre Freiburg 19/20 Vizemeister geworden.
Vielleicht denkst Du jetzt "Nein, auch wenn die spielstarken Top Teams raus sind, das sind immer noch 12 Gegner. Zu viel!"
Dir geht es explizit nur um die allerallerschwächten Teams? Gut, machen wir es umgekehrt: Sehen wir uns die Bilanz gegen das spielschwächste Drittel der Liga an. Die offensivschwächsten Teams (= wenigste Tore) der Liga. 19/20 waren das die Absteiger Paderborn/Düsseldorf, zudem Union Berlin, Schalke, Mainz, Bremen.
Bilanz: 6 Siege, 2 Remis, 4 Niederlagen.
In anderen Worten: Sage und schreibe 20 der 48 Punkte holte Freiburg nur gegen die 6 spielschwächsten = offensivschwächsten Teams der Liga.
Das entspricht einem Punkteschnitt von 1.67/Partie. Hochgerechnet auf eine ganze Saison wären das 57 Punkte.
(spaßeshalber der Punkteschnitt gegen die spielstarken Teams: 0.95 Punkte/ hochgerechnet 32/Saison)
Findest Du wirklich, dass Freiburg so unterirdisch gegen spielschwache Teams performt? Obwohl der Punkteschnitt in einer solchen Eindeutigkeit das Gegenteil aufzeigt?
Wie gesagt, ich will Dir gar nicht Deine Meinung nehmen, finde Deine Beiträge immer schön geschrieben und bereichernd für das Forum. Es ist ja kein Zufall, dass Du speziell nach der 0-1-Niederlage gegen Union das Freiburger Spiel systematisch hinterfragst. Aber darf ich Dir mal was sagen? Union ist vielen Bereichen mit die beste Mannschaft der Bundesliga. Das begreift nur kaum jemand.
Wir stehen vor dem 23. Spieltag. Ist Dir bewusst, wie viele Bundesligisten in dieser Saison gegen Union gewonnen haben?
Vier.
Möglicherweise denkst Du: Union muss man mutig bespielen, mit einer offensiven Taktik und vielen Offensivspielern in der Startelf!
Ja, gegen Union muss ein Bundesligatrainer Mut beweisen. Und zwar den Mut, sogar in einem Heimspiel das Spiel komplett zu verweigern; zu kämpfen und zu zerstören. Den Mut, kein Risiko in der Offensive zu gehen. Also exakt das, was Hertha letzte Saison gegen uns gemacht hat. Den Mut, sich auch mal mit einem torlosen Remis zufrieden zu geben. Diesen Mut zur Häßlichkeit bringt kaum ein Bundesligatrainer gegen Union auf. Streich ist nicht in diese Falle gelaufen, hat es richtig gemacht was Personal und Ausrichtung angeht.
Denn Union verliert nicht gegen Trainer, die es offensiv versuchen. Das wollen viele Fans nicht begreifen. Union verliert ausschließlich gegen jene Teams, die den Kampf annehmen und offensiv wenig bis nichts riskieren.
Kein Bundesligist hat bisher eine Lösung auf die Frage gefunden, wie man gegen diese fabelhaft organisierte Berliner Defensive zu Torchancen kommt. Glaubst Du nicht?
Union hat diese Saison gegen Bayern, Dortmund, Leverkusen, zweimal Mönchengladbach, Frankfurt, Wolfsburg gespielt.
Weißt Du, wie viele dieser Spiele Union verloren hat?
Null.
Zitat von TomBS
Der Zeitraum dieser Beobachtung umfasst (...) vor allem die letzte und vorletzte Saison. Daher ist die Betrachtung der letzten 27 Spiele nicht sonderlich hilfreich (…). 27 Spiele sind fast ausschließlich die aktuelle Saison.
Der Zeitraum dieser Beobachtung umfasst (...) vor allem die letzte und vorletzte Saison. Daher ist die Betrachtung der letzten 27 Spiele nicht sonderlich hilfreich (…). 27 Spiele sind fast ausschließlich die aktuelle Saison.
Die aktuelle Saison darf ich nicht heranziehen, Dir geht es ausschließlich um "die letzte und vorletzte Saison". Einverstanden, dann war meine Statistik nicht sonderlich hilfreich. Erlaube mir dafür, Deine Beobachtung 19/20 abzugleichen.
2019/20 haben sich die 5 offensivstärksten Teams der Liga tabellarisch so deutlich wie selten vom Rest der Liga abgesetzt. Siehe Abschlusstabelle https://www.kicker.de/bundesliga/spieltag/2019-20
Fragen wir uns: Wie hätte Freiburg abgeschnitten in einer Bundesliga ohne die 5 spielstärksten und offensivstärksten Teams.
Wäre Freiburg in der Liga 19/20 ohne die spielstarken Teams so unterirdisch gewesen?
Tabelle 19/20 ohne die 5 besten/torgefährlichsten Teams
1. Wolfsburg 41 (Punkte)
2. Freiburg 39
3. Hoffenheim 38
4. Frankfurt 35
5. Augsburg 35
6. Union 35
7. Mainz 34
8. Köln 33
9. Hertha 32
10. Schalke 30
11. Düsseldorf 29
12. Bremen 28
13. Paderborn 18
*gewertet wurden die 24 Spiele dieser Vereine untereinander ohne die Top 5
Ohne die spielstarken Teams wäre Freiburg 19/20 Vizemeister geworden.
Vielleicht denkst Du jetzt "Nein, auch wenn die spielstarken Top Teams raus sind, das sind immer noch 12 Gegner. Zu viel!"
Dir geht es explizit nur um die allerallerschwächten Teams? Gut, machen wir es umgekehrt: Sehen wir uns die Bilanz gegen das spielschwächste Drittel der Liga an. Die offensivschwächsten Teams (= wenigste Tore) der Liga. 19/20 waren das die Absteiger Paderborn/Düsseldorf, zudem Union Berlin, Schalke, Mainz, Bremen.
Bilanz: 6 Siege, 2 Remis, 4 Niederlagen.
In anderen Worten: Sage und schreibe 20 der 48 Punkte holte Freiburg nur gegen die 6 spielschwächsten = offensivschwächsten Teams der Liga.
Das entspricht einem Punkteschnitt von 1.67/Partie. Hochgerechnet auf eine ganze Saison wären das 57 Punkte.
(spaßeshalber der Punkteschnitt gegen die spielstarken Teams: 0.95 Punkte/ hochgerechnet 32/Saison)
Findest Du wirklich, dass Freiburg so unterirdisch gegen spielschwache Teams performt? Obwohl der Punkteschnitt in einer solchen Eindeutigkeit das Gegenteil aufzeigt?
Wie gesagt, ich will Dir gar nicht Deine Meinung nehmen, finde Deine Beiträge immer schön geschrieben und bereichernd für das Forum. Es ist ja kein Zufall, dass Du speziell nach der 0-1-Niederlage gegen Union das Freiburger Spiel systematisch hinterfragst. Aber darf ich Dir mal was sagen? Union ist vielen Bereichen mit die beste Mannschaft der Bundesliga. Das begreift nur kaum jemand.
Wir stehen vor dem 23. Spieltag. Ist Dir bewusst, wie viele Bundesligisten in dieser Saison gegen Union gewonnen haben?
Vier.
Möglicherweise denkst Du: Union muss man mutig bespielen, mit einer offensiven Taktik und vielen Offensivspielern in der Startelf!
Ja, gegen Union muss ein Bundesligatrainer Mut beweisen. Und zwar den Mut, sogar in einem Heimspiel das Spiel komplett zu verweigern; zu kämpfen und zu zerstören. Den Mut, kein Risiko in der Offensive zu gehen. Also exakt das, was Hertha letzte Saison gegen uns gemacht hat. Den Mut, sich auch mal mit einem torlosen Remis zufrieden zu geben. Diesen Mut zur Häßlichkeit bringt kaum ein Bundesligatrainer gegen Union auf. Streich ist nicht in diese Falle gelaufen, hat es richtig gemacht was Personal und Ausrichtung angeht.
Denn Union verliert nicht gegen Trainer, die es offensiv versuchen. Das wollen viele Fans nicht begreifen. Union verliert ausschließlich gegen jene Teams, die den Kampf annehmen und offensiv wenig bis nichts riskieren.
Kein Bundesligist hat bisher eine Lösung auf die Frage gefunden, wie man gegen diese fabelhaft organisierte Berliner Defensive zu Torchancen kommt. Glaubst Du nicht?
Union hat diese Saison gegen Bayern, Dortmund, Leverkusen, zweimal Mönchengladbach, Frankfurt, Wolfsburg gespielt.
Weißt Du, wie viele dieser Spiele Union verloren hat?
Null.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zweitligameister am 24.02.2021 um 14:23 Uhr bearbeitet
01.03.2021 - 09:46 Uhr
Was ich seit Wochen loswerden möchte: Christian Günter hat in der Liga keine Spielminute verpasst. So weit, so unspektakulär. Besonderheit daran: Günter wurde noch nicht verwarnt. Das klingt erstmal nach einer belanglosen Nischenstatistik. Doch ein Spieler, der 23 Partien durchspielt (2070 Spielminuten) ohne dabei verwarnt zu werden, ist ein Unikum. Man muss sich das mal vorstellen, selbst den meisten Torhütern gelingt das nicht (aktuell 10 Torhüter 1 oder mehr Gelbe Karten).
Aber als Verteidiger? Völlig verrückt. Listet man alle Bundesligaspieler dieser Saison absteigend nach Spielminuten, steht Günter auf Rang 1. Erst auf Rang 43 und 47 findet man weitere Feldspieler ohne Verwarnung. Das sind selbstverständlich reine Offensivspieler (Jadon Sancho/Dortmund, André Silva/Frankfurt).
Aber ein Verteidiger? Den ersten reinen Abwehrspieler, der neben Günter ohne Verwarnung auskam, findet man auf Rang 174 - Veljikovic/Werder. Und da sind wir bereits bei einer Spielzeit von nur noch 13 Einsätzen (1126 Spielminuten).
Was Günter diese Saison abzieht, ist aberwitzig. 22 Partien als Abwehrspieler ohne Verwarnung durchzuspielen. Noch dazu bei einer Mannschaft wie Freiburg. Aber solche Statistiken sind eben auch Indikator für Qualität: Wie stark musst Du als Außenverteidiger sein, wenn Du gegen all diese Überschall-Sprinter wie Serge Gnabry nicht einen Angriff mit Trikotziehen o.Ä. unterbinden musst?
Ich verzichte an dieser Stelle darauf, näher auf die Qualitäten Günters einzugehen, diese sind hinlänglich bekannt. Aber es wird unterschätzt, wie viele gegnerische Standardsituationen (und damit letztlich Gegentore) durch so eine Leistung vermieden werden. Diese dutzenden nicht verursachten Freistöße Günters sind letztlich bare Punkte in der Tabelle, das sollte man nicht vergessen.
Stattdessen würde ich lieber auf einen weiteren Aspekt aufmerksam machen, den man ebenfalls aus dieser Statistik ziehen kann:
Alleine die Tatsache, dass Christian Günter in dieser Saison keine einzige Gelbe Karte verursacht hat, sagt uns so viel über die verbesserte taktische Qualität von Vincenzo Grifo.
Grifo spielt defensiv die mit Abstand beste Saison seiner Karriere. Es wird ständig darüber gesprochen, was für eine offensive Waffe das Duo Günter/Grifo für den SC sei. Stimmt. Doch dabei geht völlig unter, wie fabelhaft das Positionspiel und die Abstimmung der beiden auch in der Rückwärtsbewegung ist. Selbstverständlich spielt hierbei auch die Absicherung durch Höfler/Santamaria eine tragende Rolle.
Ich hatte es Ende der Saison 18/19 hier im Forum mal angesprochen: Meiner Meinung nach wurde spätestens 19/20 offensichtlich, welches Augenmerk das Trainerteam auf das Vermeiden gegnerischer Standardsituationen legt. Wie sehr das die Auswahl der Startelf sowie die Transfers des SC beeinflusst. (natürlich ist das Vermeiden von Standardsituationen umso sinnvoller als wohl kleinste Mannschaft der Liga, hier spielt so viel mit rein)
Dass nun zwei Jahre später unsere gesamte linke Seite (Günter + Grifo) nach 23 Spielen mit 2 Gelben Karten durch die Saison geht, ist Folge einer konsequenten Umsetzung dieser Ausbildung/Implementierung in den vergangenen Jahren unter Streich.
Auch steht das Duo Günter/Grifo als Miniatur dafür, wie sehr bei Freiburg Defensivarbeit im Verbund gedacht wird. Aber das wurde schon zu Genüge durchgekaut.
Die Reduzierung der Stärken Günter/Grifo rein auf die Offensive wird dem Duo nicht gerecht. Denn letztlich leistet Grifo (Günter sowieso) mit seiner taktischen Disziplin im Defensivbereich und im Stellungsspiel durch das Verhindern von Gegentoren einen wohl vergleichbar wichtigen Beitrag zu unserer Punkteausbeute wie er es mit seinen sichtbaren offensiven Stärken tut.
Ich rechne es sowohl seinem Trainer als auch dem Spieler hoch an, sich in seinem Selbstverständnis als offensiver Freigeist und impulsiver Straßenkicker gegen das eigene Gefühl taktisch so eingefügt zu haben und eine solche Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden zu haben. Das dürfte fast ein Alleinstellungsmerkmal sein unter Offensivspielern der BL. In dieser Spielerentwicklung stecken so viele Arbeitsstunden drin. Damit hat Freiburg Vincenzo Grifo für jeden Trainer der Welt wertvoller gemacht (looking at Roberto Mancini).
Bei Günter ist sich das Forum in der Hinsicht ja einig, aber ich behaupte: Auch der frühe Grifo hätte diese Entwicklung bei keinem anderen Verein genommen. Demnächst spielt er möglicherweise eine Europameisterschaft mit Italien. Selbst bei Günter schließe ich einen EM-Kaderplatz nicht mehr komplett aus wie noch vor wenigen Jahren.
In Günter und Grifo genießen wir derzeit ein Duo, auf das wir in 20 Jahren wohl vergleichbar nostalgisch zurückblicken werden, wie heute auf einige Spieler der frühen Finke-Jahre. Dass diese Spieler noch dazu langfristig im Verein verbleiben, macht mich ganz demütig.
Ich habe es oft gesagt: Selten habe ich mich in einem Spieler so geirrt wie in den ersten 2-3 Jahren in Günter. Wäre es nach mir gegangen, hätte Günter nach der Saison 12/13 nicht mehr in unserem Kader gestanden. Wie fast alle SC-Fans war ich nach Günters Einsätzen oft fassungslos und hätte den Spieler qualitativ auch nicht in der 2. Liga gesehen. Inzwischen ist Günter zu so einer tollen, selbstbewussten Persönlichkeit gereift. Ist Kapitän der wohl erfolgreichsten BL-Phase der SC-Geschichte, auf und neben dem Platz ein Musterspieler, wie man ihn sich nur wünschen kann. Zudem fehlen ihm 12 Einätze, um Andi Zeyers Rekord von 236 BL-Spielen für Freiburg einzustellen.
(https://www.transfermarkt.de/sc-freiburg/rekordspieler/verein/60/plus/0/galerie/0?wettbewerb_id=L1&position=alle&aktive=alle&detailposition=alle )
Wenn man sich zurückerinnert an diese jahrelange "nicht bundesligatauglich" Debatte, hat uns das wohl alle viel gelehrt. Im Übrigen glaube ich nicht, dass Günter bis heute zwingend alle anderen Angebote ausgeschlagen hätte und noch in Freiburg spielen würde, hätte er damals nicht dieses umfassende Vertrauen seines Trainers erhalten, der auch bei schlechten Leistungen immer an dem Spieler festhielt. Seit meinem Irrtum mit Günter damals bin ich viel zurückhaltender in der Kritik von Spielern, weil mir bewusst wurde, dass meine Wahrnehmung immer maximal eine unvollständige Außenwahrnehmung sein kann.
Wahrscheinlich habe ich auch deshalb oft einen Schutzreflex wenn es um vermeintlich "nicht bundesligataugliche" Spieler wie Höler oder Höfler geht, man möge mir das nachsehen. Keine Frage, ich sehe zb bei Höler mit Sicherheit die gleichen technischen Schwächen wie seine Kritiker. Halte ihn aber für einen unserer Spieler, der dem Team mit den meisten Mehrwert bringt.
Zudem war Höler gestern in der Partie gegen Leverkusen das, was man gemeinhin als Unterschiedsspieler bezeichnet. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Teams war gestern: Leverkusen hatte keinen Höler. Und damit meine ich nicht sein Tor (vernachlässigbare Leistung), sondern den Sololauf durch zwei Gegenspieler hindurch in den Strafraum, sodass Demirovic nur noch ins leere Tor (vernachlässigbare Leistung) einschieben musste.
Bei allen technischen "Defiziten" ist das nunmal auch Teil der Wahrheit: Höler ist ein Spieler, der ein Bundesligaspiel durch eine Einzelaktion entscheiden kann. Denn diese Entscheidung, in der Situation durch zwei Verteidiger durchzudribbeln, meine Herren, die musst Du in dem Moment erstmal treffen. Das ist wahnsinnig mutig und das freut mich ungemein für den Kerle. Gerade nach diesen unsäglichen Anfeindungen Hölers vor seiner eigenen Wohnung/Familie, die für mich tatsächlich die Grenzen dessen gesprengt haben, was ich bei SC-Fans für vorstellbar hielt. Ich war schon vorher die hard Höler Fan, aber seitdem gönne ich diesem Spieler jede Torbeteiligung doppelt.
Aber als Verteidiger? Völlig verrückt. Listet man alle Bundesligaspieler dieser Saison absteigend nach Spielminuten, steht Günter auf Rang 1. Erst auf Rang 43 und 47 findet man weitere Feldspieler ohne Verwarnung. Das sind selbstverständlich reine Offensivspieler (Jadon Sancho/Dortmund, André Silva/Frankfurt).
Aber ein Verteidiger? Den ersten reinen Abwehrspieler, der neben Günter ohne Verwarnung auskam, findet man auf Rang 174 - Veljikovic/Werder. Und da sind wir bereits bei einer Spielzeit von nur noch 13 Einsätzen (1126 Spielminuten).
Was Günter diese Saison abzieht, ist aberwitzig. 22 Partien als Abwehrspieler ohne Verwarnung durchzuspielen. Noch dazu bei einer Mannschaft wie Freiburg. Aber solche Statistiken sind eben auch Indikator für Qualität: Wie stark musst Du als Außenverteidiger sein, wenn Du gegen all diese Überschall-Sprinter wie Serge Gnabry nicht einen Angriff mit Trikotziehen o.Ä. unterbinden musst?
Ich verzichte an dieser Stelle darauf, näher auf die Qualitäten Günters einzugehen, diese sind hinlänglich bekannt. Aber es wird unterschätzt, wie viele gegnerische Standardsituationen (und damit letztlich Gegentore) durch so eine Leistung vermieden werden. Diese dutzenden nicht verursachten Freistöße Günters sind letztlich bare Punkte in der Tabelle, das sollte man nicht vergessen.
Stattdessen würde ich lieber auf einen weiteren Aspekt aufmerksam machen, den man ebenfalls aus dieser Statistik ziehen kann:
Alleine die Tatsache, dass Christian Günter in dieser Saison keine einzige Gelbe Karte verursacht hat, sagt uns so viel über die verbesserte taktische Qualität von Vincenzo Grifo.
Grifo spielt defensiv die mit Abstand beste Saison seiner Karriere. Es wird ständig darüber gesprochen, was für eine offensive Waffe das Duo Günter/Grifo für den SC sei. Stimmt. Doch dabei geht völlig unter, wie fabelhaft das Positionspiel und die Abstimmung der beiden auch in der Rückwärtsbewegung ist. Selbstverständlich spielt hierbei auch die Absicherung durch Höfler/Santamaria eine tragende Rolle.
Ich hatte es Ende der Saison 18/19 hier im Forum mal angesprochen: Meiner Meinung nach wurde spätestens 19/20 offensichtlich, welches Augenmerk das Trainerteam auf das Vermeiden gegnerischer Standardsituationen legt. Wie sehr das die Auswahl der Startelf sowie die Transfers des SC beeinflusst. (natürlich ist das Vermeiden von Standardsituationen umso sinnvoller als wohl kleinste Mannschaft der Liga, hier spielt so viel mit rein)
Dass nun zwei Jahre später unsere gesamte linke Seite (Günter + Grifo) nach 23 Spielen mit 2 Gelben Karten durch die Saison geht, ist Folge einer konsequenten Umsetzung dieser Ausbildung/Implementierung in den vergangenen Jahren unter Streich.
Auch steht das Duo Günter/Grifo als Miniatur dafür, wie sehr bei Freiburg Defensivarbeit im Verbund gedacht wird. Aber das wurde schon zu Genüge durchgekaut.
Die Reduzierung der Stärken Günter/Grifo rein auf die Offensive wird dem Duo nicht gerecht. Denn letztlich leistet Grifo (Günter sowieso) mit seiner taktischen Disziplin im Defensivbereich und im Stellungsspiel durch das Verhindern von Gegentoren einen wohl vergleichbar wichtigen Beitrag zu unserer Punkteausbeute wie er es mit seinen sichtbaren offensiven Stärken tut.
Ich rechne es sowohl seinem Trainer als auch dem Spieler hoch an, sich in seinem Selbstverständnis als offensiver Freigeist und impulsiver Straßenkicker gegen das eigene Gefühl taktisch so eingefügt zu haben und eine solche Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden zu haben. Das dürfte fast ein Alleinstellungsmerkmal sein unter Offensivspielern der BL. In dieser Spielerentwicklung stecken so viele Arbeitsstunden drin. Damit hat Freiburg Vincenzo Grifo für jeden Trainer der Welt wertvoller gemacht (looking at Roberto Mancini).
Bei Günter ist sich das Forum in der Hinsicht ja einig, aber ich behaupte: Auch der frühe Grifo hätte diese Entwicklung bei keinem anderen Verein genommen. Demnächst spielt er möglicherweise eine Europameisterschaft mit Italien. Selbst bei Günter schließe ich einen EM-Kaderplatz nicht mehr komplett aus wie noch vor wenigen Jahren.
In Günter und Grifo genießen wir derzeit ein Duo, auf das wir in 20 Jahren wohl vergleichbar nostalgisch zurückblicken werden, wie heute auf einige Spieler der frühen Finke-Jahre. Dass diese Spieler noch dazu langfristig im Verein verbleiben, macht mich ganz demütig.
Ich habe es oft gesagt: Selten habe ich mich in einem Spieler so geirrt wie in den ersten 2-3 Jahren in Günter. Wäre es nach mir gegangen, hätte Günter nach der Saison 12/13 nicht mehr in unserem Kader gestanden. Wie fast alle SC-Fans war ich nach Günters Einsätzen oft fassungslos und hätte den Spieler qualitativ auch nicht in der 2. Liga gesehen. Inzwischen ist Günter zu so einer tollen, selbstbewussten Persönlichkeit gereift. Ist Kapitän der wohl erfolgreichsten BL-Phase der SC-Geschichte, auf und neben dem Platz ein Musterspieler, wie man ihn sich nur wünschen kann. Zudem fehlen ihm 12 Einätze, um Andi Zeyers Rekord von 236 BL-Spielen für Freiburg einzustellen.
(https://www.transfermarkt.de/sc-freiburg/rekordspieler/verein/60/plus/0/galerie/0?wettbewerb_id=L1&position=alle&aktive=alle&detailposition=alle )
Wenn man sich zurückerinnert an diese jahrelange "nicht bundesligatauglich" Debatte, hat uns das wohl alle viel gelehrt. Im Übrigen glaube ich nicht, dass Günter bis heute zwingend alle anderen Angebote ausgeschlagen hätte und noch in Freiburg spielen würde, hätte er damals nicht dieses umfassende Vertrauen seines Trainers erhalten, der auch bei schlechten Leistungen immer an dem Spieler festhielt. Seit meinem Irrtum mit Günter damals bin ich viel zurückhaltender in der Kritik von Spielern, weil mir bewusst wurde, dass meine Wahrnehmung immer maximal eine unvollständige Außenwahrnehmung sein kann.
Wahrscheinlich habe ich auch deshalb oft einen Schutzreflex wenn es um vermeintlich "nicht bundesligataugliche" Spieler wie Höler oder Höfler geht, man möge mir das nachsehen. Keine Frage, ich sehe zb bei Höler mit Sicherheit die gleichen technischen Schwächen wie seine Kritiker. Halte ihn aber für einen unserer Spieler, der dem Team mit den meisten Mehrwert bringt.
Zudem war Höler gestern in der Partie gegen Leverkusen das, was man gemeinhin als Unterschiedsspieler bezeichnet. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Teams war gestern: Leverkusen hatte keinen Höler. Und damit meine ich nicht sein Tor (vernachlässigbare Leistung), sondern den Sololauf durch zwei Gegenspieler hindurch in den Strafraum, sodass Demirovic nur noch ins leere Tor (vernachlässigbare Leistung) einschieben musste.
Bei allen technischen "Defiziten" ist das nunmal auch Teil der Wahrheit: Höler ist ein Spieler, der ein Bundesligaspiel durch eine Einzelaktion entscheiden kann. Denn diese Entscheidung, in der Situation durch zwei Verteidiger durchzudribbeln, meine Herren, die musst Du in dem Moment erstmal treffen. Das ist wahnsinnig mutig und das freut mich ungemein für den Kerle. Gerade nach diesen unsäglichen Anfeindungen Hölers vor seiner eigenen Wohnung/Familie, die für mich tatsächlich die Grenzen dessen gesprengt haben, was ich bei SC-Fans für vorstellbar hielt. Ich war schon vorher die hard Höler Fan, aber seitdem gönne ich diesem Spieler jede Torbeteiligung doppelt.
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