Kader- und Systemthread 2020/21
07.06.2020 - 16:30 Uhr
23.11.2020 - 14:05 Uhr
Viel geändert hat sich nicht, vergessen wir nicht dass weder Waldschmidt noch Koch in jedem Spiel auf dem Platz waren. Geändert hat sich auch nicht dass es nach wie vor zuwenig kreative im Freiburger Spiel gibt.
Ebenfalls nicht geändert hat sich, dass es auf den Flügeln an Geschwindigkeit und Präzision bei den Flanken fehlt.
Grifo ist noch der kreativste Spieler bringt aber auf den Aussen nicht genug Speed mit und ist eher ein Abschluss Spieler der mit seinem rechten Fuss von links einschieben kann.
Sallai hat den Speed aber nicht die nötigte Präzision in den Flanken, auch er ist vermutlich eher ein Abschlussspieler, wobei er auch nicht den Besten Abschluss hat.
Warum funktioniert Sallai in der Nationalmannschaft soviel besser?
Höler ist ein Wühler, gesetzt weil er eben die defensiven Wege macht, von ihm sind aber weder Kreativität noch Steckpässe oder eiskalter Abschluss zu erwarten.
Sanatamaria war der geforderte Heilsbringer, lässt sich aber immer wieder körperlich ausschalten. Vermutlich sogar kreativer und technisch besser als Koch, aber eben mit schlechterer Zweikampfführung und bei Standards lange nicht so gefährlich wie Koch.
Was für Möglichkeiten gäbe es noch?
Jeong und Kwon bringen beide Speed und Kreativität mit, haben aber gegen über Höler klar das schlechtere Defensivverhalten.
Demirovic hatte zumindest in der Schweiz einen guten Torriecher und ist schneller als Petersen. Aber kann er Offensivpressing?
Til ist ein ebenfalls ein kreativer, der in Holland auch die Kapitänsrolle inne hatte, also ggf durchaus auch etwas an Verantwortung übernehmen kann. Wie fit ist er, wie kommt er in die Bundesliga zurecht?
Zusammenfassend, liegt vermutlich die wenigste Schuld bei der Viererkette, sondern bei der Verteidigung im Vorfeld im Verbund.
Mainz hatte deutlich weniger Ballbesitz und dass Spiel durch Umschalten und Speed gewonnen. Die Tatsache dass ein keine gelbe Karte gab unterstreicht dass Freiburg nicht in die Zweikämpfe kam.
Das Ganze Konstrukt ist sehr verzwickt. Man könnte Abrashi als agressiven Spieler aufstellen, dafür müssten dann aber entweder Chico oder Santamaria draussen bleiben und man würde sich an Passsicherheit berauben. Man könnte Lienhard auf die 6 ziehen und dann mit Heintz/Gulde probieren.
Ersetzt man Höler gegen einen der oben genannten, verliert man einen sehr guten Pressingspieler. Demirovic und Til sind Wundertüten die nur Streich einschätzen kann.
Man könnte Grifo als hängende Spitze und kreativen im Zentrum bringen, dann würde man aber die linke Seite mit dem Due Günter/Grifo sprengen.
Zwei Dinge werden schnell klar. Zum einen ist die Taktik in der momentanen Besetzung zu leicht auszurechen, besonders zu Hause wenn Freiburg das Spiel machen muss, kann der Gegner zu einfach verteidigen und dann über Konter zu Toren kommen.
Zum anderen ist das ganze ein echtes Puzzle, Streich hat erkannt dass die Boxbesetzung nicht stimmt, doch selbst wenn sie da wäre, kommen zuwenig Flanken wirklich an. Streich hat erkannt dass im Mittelfeld die Körperlichkeit fehlt, auch das ist richtig, dem Gegner wird es oft zu einfach gemacht. Speziell athletische Spieler wie Matheta nutzen dass aus.
Was bisher noch keiner vor einem Mikrofon gesagt hat, ist die fehlende Kreativität, die fehlenden Steckpässe oder Anspiele in den freien Raum. Jemand der vor der Box mal ins 1zu1 geht um etwas zu erzwingen.
Quo Vadis Freiburg? Das einzige was mir aktuell Hoffnung macht, ist dass es nicht danach aussieht als würden S04, Köln oder die Arminia schneller die Kurve kriegen. Aber sich darauf verlassen, dass die Konkurrenz mehr schwächelt und dann ist da noch das Wintertransferfenster...
Ebenfalls nicht geändert hat sich, dass es auf den Flügeln an Geschwindigkeit und Präzision bei den Flanken fehlt.
Grifo ist noch der kreativste Spieler bringt aber auf den Aussen nicht genug Speed mit und ist eher ein Abschluss Spieler der mit seinem rechten Fuss von links einschieben kann.
Sallai hat den Speed aber nicht die nötigte Präzision in den Flanken, auch er ist vermutlich eher ein Abschlussspieler, wobei er auch nicht den Besten Abschluss hat.
Warum funktioniert Sallai in der Nationalmannschaft soviel besser?
Höler ist ein Wühler, gesetzt weil er eben die defensiven Wege macht, von ihm sind aber weder Kreativität noch Steckpässe oder eiskalter Abschluss zu erwarten.
Sanatamaria war der geforderte Heilsbringer, lässt sich aber immer wieder körperlich ausschalten. Vermutlich sogar kreativer und technisch besser als Koch, aber eben mit schlechterer Zweikampfführung und bei Standards lange nicht so gefährlich wie Koch.
Was für Möglichkeiten gäbe es noch?
Jeong und Kwon bringen beide Speed und Kreativität mit, haben aber gegen über Höler klar das schlechtere Defensivverhalten.
Demirovic hatte zumindest in der Schweiz einen guten Torriecher und ist schneller als Petersen. Aber kann er Offensivpressing?
Til ist ein ebenfalls ein kreativer, der in Holland auch die Kapitänsrolle inne hatte, also ggf durchaus auch etwas an Verantwortung übernehmen kann. Wie fit ist er, wie kommt er in die Bundesliga zurecht?
Zusammenfassend, liegt vermutlich die wenigste Schuld bei der Viererkette, sondern bei der Verteidigung im Vorfeld im Verbund.
Mainz hatte deutlich weniger Ballbesitz und dass Spiel durch Umschalten und Speed gewonnen. Die Tatsache dass ein keine gelbe Karte gab unterstreicht dass Freiburg nicht in die Zweikämpfe kam.
Das Ganze Konstrukt ist sehr verzwickt. Man könnte Abrashi als agressiven Spieler aufstellen, dafür müssten dann aber entweder Chico oder Santamaria draussen bleiben und man würde sich an Passsicherheit berauben. Man könnte Lienhard auf die 6 ziehen und dann mit Heintz/Gulde probieren.
Ersetzt man Höler gegen einen der oben genannten, verliert man einen sehr guten Pressingspieler. Demirovic und Til sind Wundertüten die nur Streich einschätzen kann.
Man könnte Grifo als hängende Spitze und kreativen im Zentrum bringen, dann würde man aber die linke Seite mit dem Due Günter/Grifo sprengen.
Zwei Dinge werden schnell klar. Zum einen ist die Taktik in der momentanen Besetzung zu leicht auszurechen, besonders zu Hause wenn Freiburg das Spiel machen muss, kann der Gegner zu einfach verteidigen und dann über Konter zu Toren kommen.
Zum anderen ist das ganze ein echtes Puzzle, Streich hat erkannt dass die Boxbesetzung nicht stimmt, doch selbst wenn sie da wäre, kommen zuwenig Flanken wirklich an. Streich hat erkannt dass im Mittelfeld die Körperlichkeit fehlt, auch das ist richtig, dem Gegner wird es oft zu einfach gemacht. Speziell athletische Spieler wie Matheta nutzen dass aus.
Was bisher noch keiner vor einem Mikrofon gesagt hat, ist die fehlende Kreativität, die fehlenden Steckpässe oder Anspiele in den freien Raum. Jemand der vor der Box mal ins 1zu1 geht um etwas zu erzwingen.
Quo Vadis Freiburg? Das einzige was mir aktuell Hoffnung macht, ist dass es nicht danach aussieht als würden S04, Köln oder die Arminia schneller die Kurve kriegen. Aber sich darauf verlassen, dass die Konkurrenz mehr schwächelt und dann ist da noch das Wintertransferfenster...
23.11.2020 - 16:28 Uhr
Zitat von Drinbleiba
Warum spielt dann Höler in einem Spiel, in dem man 75% Ballbesitz hat? Wenn er in den 75% nahezu keinen Mehrwert hat. Warum wiederholt sich dieses Muster seit Jahren? Wieso werden nicht Spieler eingesetzt, die eben das benötigte besser können?
Warum spielt dann Höler in einem Spiel, in dem man 75% Ballbesitz hat? Wenn er in den 75% nahezu keinen Mehrwert hat. Warum wiederholt sich dieses Muster seit Jahren? Wieso werden nicht Spieler eingesetzt, die eben das benötigte besser können?
Bei deiner Antwort wäre ich noch vor ein paar Wochen mitgegangen, nach den Spielen gegen Leverkusen, Leipzig und Mainz aber nicht mehr.
Unser Problem liegt aktuell nicht an der nicht funktionierenden Doppelspitze Höler/Petersen, sondern in allen Mannschaftbereichen.
Klar, kannst Du jetzt Höler rausnehmen und Til, Jeong und Co. bringen, was aber nichts daran ändert, dass der Rest der Mannschaft, bzw. der Offensive schon seit Wochen absolut ideenlos auftritt. Ein einzelner Spielertausch bringt da rein gar nichts.
Selbst wenn doch, finde ich nicht, dass die Personalie Höler die wichtigste ist.
Höler spielt immer wieder, weil er im Bereich des Umschaltspiels von Offensive zu Defensive praktisch der erste "Verteidiger" ist und frühzeitig in das Gegenpressing geht. Du brauchst hierfür eine gewisse körperliche Robustheit, die ein Jeong beispielsweise einfach nicht besitzt.
Höler sucht die Zweikämpfe und holt teilweise wichtige Freistöße raus.
Ich bin mir recht sicher, dass Höler nicht regelmäßig spielen würde, wenn es ernstzunehmende Alternativen gäbe. Kwon und mit Abstrichen Til könnten diese Alternativen sein. Til ist laut Streich aber noch nicht so weit (Warum auch immer) und von Kwon habe ich zuletzt wenig gesehen, was einen Startelfeinsatz rechtfertigen würde.
Auf ein solches System mit dem zweikampfstarken und robusten HS kann man ansonsten verzichten, wenn das zentrale Mittelfeld Alternativen bietet. Da Streich aber - wie schon öfter von mir erwähnt - nicht auf einen klassischen 8er setzt, bzw. gar keinen zur Verfügung hat, reißt Du da vom Sturm zu unserer Doppelsechs eine große Lücke auf, die wiederum dafür sorgt, dass unsere Defensive mit 1-2 tiefen Pässen ausgehebelt werden kann.
Fakt ist, dass wir mit Waldschmidt (als HS) und Haberer (als offensiv orientierten ZM) zwei Spieler verloren haben, diese Plätze aber nicht neu, bzw. nur teilweise vergeben worden sind.
Vielleicht kommt jetzt wieder das Argument des eigenen Nachwuchses, aber es hat sich nicht nur gegen Mainz gezeigt, Tempel noch keine Option ist und Keitel erst recht keine Berücksichtigung findet.
Im zentralen und defensiven Mittelfeld haben wir mit Höfler und Santamaria aktuell exakt 2 Spieler, die Bundesligatauglich sind.
Abrashi hat den Zenit gefühlt überschritten, Chico kratzt aktuell mit Vehemenz daran und Haberer ist verletzt, bzw. spielt keine Rolle mehr.
Man möge mir (abgesehen von der Abstiegskandidaten) einen Verein in der Bundesliga zeigen, der im Mittelfeld so dermaßen dünn und qualitativ schwach aufgestellt ist, wie unser SC.
Das Schreckensszenario eines Ausfalls von Santamaria will ich jetzt nicht wieder hochholen, aber man sollte sich in dem Fall bewusst sein, dass wir dann ggfs. mit einem Duo Höfler/Tempelmann ins Rennen gehen. Man macht sich dann unnötig von einer Person abhängig.
Meiner Meinung hat man es in den vergangenen 2 Jahren verpasst, das Mittelfeld qualitativ und quantitativ zu verjüngen.
23.11.2020 - 19:17 Uhr
Wir haben für unsere Verhältnisse einen richtig guten Kader - oder doch nicht!?
Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die Verluste unserer Leistungsträger nicht eins zu eins aufgefangen werden konnten. Erwartbar und zuerst einmal nicht dramatisch. Grundsätzlich wurde auch für alle vakanten Positionen gute bis sehr gute Alternativen gescoutet und verpflichtet. Letzte Saison wurde neben Höler und Petersen ganz klar ein weiterer Strafraumstürmer vermisst, welcher vor allem bei Rückständen in den Schlussminuten als Joker eine Option darstellen sollte. Mit Demirovic wurde genau der Spieler verpflichtet, der zudem perspektivisch extrem spannend ist. Mich verwundert kein bisschen, dass er sehr behutsam herangeführt wird. Dass er (noch) nicht als Startspieler eingeplant ist, war von vornherein klar und sollte niemanden überraschen. Und ja, auch wenn er in der Schweiz ordentlich geknipst hat, ist der Sprung taktisch und physisch in die Bundesliga extrem. Demirovic wird uns langfristig verstärken und bringt extrem viel mit.
Florian Müller ist kein Alexander Schwolow. Keine Überraschung und auch kein Problem. Die Optimallösung wäre sicherlich Mark Flekken gewesen, aber in Müller sehe ich kein Problem. Dass er fußballerisch nicht an Schwolow und Flekken herankommen soll, verstehe ich übrigens überhaupt nicht. Mit Ball am Fuß sehe ich ihn mit Abstand am sichersten. Im Torwartspiel ist das bisher auch absolut solide. Sicher nicht herausragend, ruft allerdings das Erwartbare ab.
Santamaria ist super. Bringt bis auf das Tempo (als Sechser sowieso nicht essentiell) eigentlich alles für die Position mit. Bei ihm fehlt es mannschaftstaktisch einfach noch an einigen Dingen. Hat bereits öfter in dieser Saison noch nicht das Gefühl dafür, wann er z.B. rausrücken muss oder nur stellen und den Raum sichern soll. Dass Höfler nicht sein gewohntes konstantes Spiel zeigen kann, macht es natürlich auch für Santamaria nicht leichter. Führungsspieler kann er einfach noch nicht sein und vor allem im Verbund mit Tempelmann oder auch Keitel bräuchte es das auf der Sechs. Nichtsdestotrotz sieht man am Beispiel Santamaria sehr gut, weshalb sich Streich über Jahre schwergetan hat, neues Personal in die Startelf zu integrieren - vor allem auf der Sechs. Santamaria, Rekordtransfer und mit breitem und guten Skillset ausgestattet, ist taktisch noch nicht angekommen. Haberer, Koch, Frantz und Höfler haben jahrelang die Sechs gespielt. Nicht, weil sie einen großen Impact für unser Offensivspiel hatten, sondern weil sie wussten, wie sich sich auf dem Platz verhalten sollten. Auf dem Niveau und als SC Freiburg ist es schon fatal, wenn kleine taktische Fehler gemacht werden. Die Doppelsechs Santamaria und Tempelmann war somit sehr mutig und riskant von Streich - am Sonntag leider ohne Erfolg, weil auch Tempelmann komplett die Erfahrung fehlt und er keinen "etablierten" SC-Sechser als Stütze neben sich hatte.
Der Koch-Verlust schmerzt offenbar bei einigen mehr als erwartet - meiner Meinung nach ist das nicht so. Sicher, als zentraler Mann in der 3er-Kette waren seine Diagonalbälle schon sehr stark und seine Kopfballstärke fehlt ebenfalls, und zwar in beide Spielrichtungen - dennoch: mit Santamaria hat man auf der Sechs, wo Koch vor allem gegen Ende oft gespielt hat, ein spielerisches Upgrade tätigen können. Der Franzose ist auch durchaus kopfballstark, wenn auch nicht ganz so sehr wie Koch. Das Problem momentan ist: Santamaria wirkt verschenkt. Bei Angers hatte er einen erheblichen Einfluss im Spielaufbau, beim SC ist er bisher Opfer des Systems. Damit meine ich nicht die Formation, bei der Santamaria ein 4-1-4-1 sicher eher entgegenkommen könnten als das aktuelle 4-4-2/3-4-3. Bei unserem immer gleichen Spielaufbau über die Innenverteidiger (manchmal lässt sich auch Höfler fallen und baut mit auf), welche zu den Außenverteidigern spielen, Doppelpass mit Grifo oder Sallai und dann Flanke aus dem Halbfeld, ist Santamaria kaum involviert. Er ist ein Spieler, der ähnlich wie Koch diese Diagonalbälle spielen könnte, auch Leute andribbeln kann und eine gute Technik hat. Wieso nutzen wir das nicht? Hat sicher auch damit zu tun, dass bei uns der Sechser generell eher vorsichtiger agieren soll. Dennoch sehe ich Santamaria eher als "dominanten" Sechser, was bei uns wenn man so will aber eher Höfler ist und dieser ist im Normalfall gesetzt (übrigens trotz Formtiefs zurecht. Sehr knifflig. Abgesehen von (noch zu entwickelnden) taktischen Dingen sehe ich Santamaria im Vergleich zu Koch langfristig als Sechser auf jeden Fall als Upgrade, nur wurde die perfekte Rolle meiner Meinung nach noch nicht gefunden.
Waldschmidt konnte auch kaum ersetzt werden. Sicher war er in der letzten Saison kein absoluter Stammspieler bei uns und auch zwischenzeitlich länger verletzt, aber zumindest als Option von der Bank ist er goldwert. Höler ist sehr bemüht, macht super Laufwege und ist offensiv in fast jedem Spiel ein Aktivposten, allerdings ist er absolut kein "schwimmender Neuner", schon gar nicht gegen Mannschaften wie Mainz. Jeong bringt zwar das Spielerische mit und hat wie Waldschmidt die Fähigkeit, nach einem Zuspiel schnell aufzudrehen und die Steckpässe zu spielen, allerdings geht auch ihm die Abschlussstärke komplett ab und zudem fehlt ihm weiterhin die Durchserzungsfähigkeit im direkten Duell. Auf Til ruhen hier definitiv meine Hoffnungen. Bringt vieles mit, was fehlt und dürfte als Spieler hinter der Spitze deutlich besser passen als Höler.
Übrigens hat Höler durchaus seine Darseinsberechtigung und kann selbst in schwächeren Spielen durch seine Physis und sein geschicktes Zweikampfverhalten der Mannschaft extrem helfen, allerdings sind die Mannschaft und das Trainerteam zu eindimensional. Was Höler kann, hat er unter anderem gegen Leverkusen gezeigt. Als Neuner, als Spieler, der auch mal tiefe Laufwege gehen kann (das offensive Positionsspiel und Laufverhalten sind sowieso eine große Stärke von ihm), ordentlich schnell ist und wo zusätzlich seine unterdurchschnittliche Technik und Qualität vor dem Tor nicht so sehr auffallen, da gegen hochstehende Gegner vom letzten Verteidiger zum Tor mehr Wiese ist. Das sollte die Rolle von Höler sein. Diesbezüglich verstehe ich Streich nicht, weshalb gegen Mainz und Co. Höler nicht rausrotiert (gegen die Petersen mit seiner Abschlussstärke wertvoll ist), auch wenn Gründe gegen potenzielle Kandidaten bereits genannt wurden.
Dieser Kader - um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen und das Ganze hier nicht zu lange werden zu lassen - hat so viele gute Optionen und haufenweise spannende Spieler. Dennoch mutet es so an, als gäbe es eklatante Mängel in der Kaderplanung. Gestern wurde einmal mehr deutlich, wie langsam unsere Innenverteidigung ist. Heintz mag zweikampfstark sein und gut im Spielaufbau, aber sowohl ihm als auch Lienhart fehlt das Tempo. Auch die Handlungsschnelligkeit fehlt bei beiden. Beide Defizite treffen auch auf Gulde und Schlotterbeck zu. Neben der fehlenden Qualität im finden von Lösungen gegen defensive Gegner übrigens ein Hauptgrund für viele schlechte Ergebnisse und Spiele gegen die "Kleinen": das fehlende Tempo im defensiven Umschaltspiel.
Auf den offensiven Außen bin ich mit der Konstellation zufrieden. Man darf nicht vergessen, dass Spieler auf diesen Positionen im System Streich sowieso eher die Halbpositionen bedecken. Sallai und Kwon haben nen guten Antritt, zentraler braucht es die Endgeschwindigkeit nicht so. Nen "klassischen" offensiven Außen, der die Bahn rauf- und runterrennt braucht es nicht, dafür Speed auf den defensiven Außen. Auch gestern wurde deutlich, wie sehr unser Spiel auf Günter zugeschnitten ist. Offensiv ist er DER Mann bei uns. Unzählige Sprints, Hinterlaufen, Flanken. Auch er ist momentan nicht so gut drauf und dennoch brauchen wir ihn, alleine schon wegen seiner Geschwindigkeit. Rechts defensiv sollte ähnlich wie in der Innenverteidigung es passieren im Winter. Zu Schmid fehlt es eine richtige Option. Kübler ist zu oft verletzt und zudem offensiv limitiert. Auch hier sollte eine Alternative mit Tempo her. Im Mittelfeld fehlt vor allem ohne Haberer der Box-to-Box-Spieler. Santamaria spielt das momentan am ehesten noch, allerdings hat er seine Stärken wie erwähnt in der Tiefe. Im 4-4-2 mit zwei defensiven Sechsern wird dieser Spielertyp bei Streich nicht gebraucht, im 4-1-4-1 ist Til für die Acht eine Option. Kann man somit auffangen, die Baustellen sind andere.
Im Sturm hat der SC einige verschiedene Optionen. Was fehlt, ist der sprintstarke, bewegliche 1 vs.1 Spieler. Mit Burkart hätte man diesen Spielertyp bei der U23 im Kader, ihm fehlt es allerdings an der Robustheit.
Die aktuelle Situation hat verschiedene Gründe. Die Qualität der Mannschaft ist grundsätzlich hoch. Die gewünschten robusten, kopfballstarken Spieler hat man durchaus im Kader. In der Innenverteidung würde ein athletischer Spieler durchaus guttun, ebenfalls ein Gegenpart zu Günter auf rechts.
Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die Verluste unserer Leistungsträger nicht eins zu eins aufgefangen werden konnten. Erwartbar und zuerst einmal nicht dramatisch. Grundsätzlich wurde auch für alle vakanten Positionen gute bis sehr gute Alternativen gescoutet und verpflichtet. Letzte Saison wurde neben Höler und Petersen ganz klar ein weiterer Strafraumstürmer vermisst, welcher vor allem bei Rückständen in den Schlussminuten als Joker eine Option darstellen sollte. Mit Demirovic wurde genau der Spieler verpflichtet, der zudem perspektivisch extrem spannend ist. Mich verwundert kein bisschen, dass er sehr behutsam herangeführt wird. Dass er (noch) nicht als Startspieler eingeplant ist, war von vornherein klar und sollte niemanden überraschen. Und ja, auch wenn er in der Schweiz ordentlich geknipst hat, ist der Sprung taktisch und physisch in die Bundesliga extrem. Demirovic wird uns langfristig verstärken und bringt extrem viel mit.
Florian Müller ist kein Alexander Schwolow. Keine Überraschung und auch kein Problem. Die Optimallösung wäre sicherlich Mark Flekken gewesen, aber in Müller sehe ich kein Problem. Dass er fußballerisch nicht an Schwolow und Flekken herankommen soll, verstehe ich übrigens überhaupt nicht. Mit Ball am Fuß sehe ich ihn mit Abstand am sichersten. Im Torwartspiel ist das bisher auch absolut solide. Sicher nicht herausragend, ruft allerdings das Erwartbare ab.
Santamaria ist super. Bringt bis auf das Tempo (als Sechser sowieso nicht essentiell) eigentlich alles für die Position mit. Bei ihm fehlt es mannschaftstaktisch einfach noch an einigen Dingen. Hat bereits öfter in dieser Saison noch nicht das Gefühl dafür, wann er z.B. rausrücken muss oder nur stellen und den Raum sichern soll. Dass Höfler nicht sein gewohntes konstantes Spiel zeigen kann, macht es natürlich auch für Santamaria nicht leichter. Führungsspieler kann er einfach noch nicht sein und vor allem im Verbund mit Tempelmann oder auch Keitel bräuchte es das auf der Sechs. Nichtsdestotrotz sieht man am Beispiel Santamaria sehr gut, weshalb sich Streich über Jahre schwergetan hat, neues Personal in die Startelf zu integrieren - vor allem auf der Sechs. Santamaria, Rekordtransfer und mit breitem und guten Skillset ausgestattet, ist taktisch noch nicht angekommen. Haberer, Koch, Frantz und Höfler haben jahrelang die Sechs gespielt. Nicht, weil sie einen großen Impact für unser Offensivspiel hatten, sondern weil sie wussten, wie sich sich auf dem Platz verhalten sollten. Auf dem Niveau und als SC Freiburg ist es schon fatal, wenn kleine taktische Fehler gemacht werden. Die Doppelsechs Santamaria und Tempelmann war somit sehr mutig und riskant von Streich - am Sonntag leider ohne Erfolg, weil auch Tempelmann komplett die Erfahrung fehlt und er keinen "etablierten" SC-Sechser als Stütze neben sich hatte.
Der Koch-Verlust schmerzt offenbar bei einigen mehr als erwartet - meiner Meinung nach ist das nicht so. Sicher, als zentraler Mann in der 3er-Kette waren seine Diagonalbälle schon sehr stark und seine Kopfballstärke fehlt ebenfalls, und zwar in beide Spielrichtungen - dennoch: mit Santamaria hat man auf der Sechs, wo Koch vor allem gegen Ende oft gespielt hat, ein spielerisches Upgrade tätigen können. Der Franzose ist auch durchaus kopfballstark, wenn auch nicht ganz so sehr wie Koch. Das Problem momentan ist: Santamaria wirkt verschenkt. Bei Angers hatte er einen erheblichen Einfluss im Spielaufbau, beim SC ist er bisher Opfer des Systems. Damit meine ich nicht die Formation, bei der Santamaria ein 4-1-4-1 sicher eher entgegenkommen könnten als das aktuelle 4-4-2/3-4-3. Bei unserem immer gleichen Spielaufbau über die Innenverteidiger (manchmal lässt sich auch Höfler fallen und baut mit auf), welche zu den Außenverteidigern spielen, Doppelpass mit Grifo oder Sallai und dann Flanke aus dem Halbfeld, ist Santamaria kaum involviert. Er ist ein Spieler, der ähnlich wie Koch diese Diagonalbälle spielen könnte, auch Leute andribbeln kann und eine gute Technik hat. Wieso nutzen wir das nicht? Hat sicher auch damit zu tun, dass bei uns der Sechser generell eher vorsichtiger agieren soll. Dennoch sehe ich Santamaria eher als "dominanten" Sechser, was bei uns wenn man so will aber eher Höfler ist und dieser ist im Normalfall gesetzt (übrigens trotz Formtiefs zurecht. Sehr knifflig. Abgesehen von (noch zu entwickelnden) taktischen Dingen sehe ich Santamaria im Vergleich zu Koch langfristig als Sechser auf jeden Fall als Upgrade, nur wurde die perfekte Rolle meiner Meinung nach noch nicht gefunden.
Waldschmidt konnte auch kaum ersetzt werden. Sicher war er in der letzten Saison kein absoluter Stammspieler bei uns und auch zwischenzeitlich länger verletzt, aber zumindest als Option von der Bank ist er goldwert. Höler ist sehr bemüht, macht super Laufwege und ist offensiv in fast jedem Spiel ein Aktivposten, allerdings ist er absolut kein "schwimmender Neuner", schon gar nicht gegen Mannschaften wie Mainz. Jeong bringt zwar das Spielerische mit und hat wie Waldschmidt die Fähigkeit, nach einem Zuspiel schnell aufzudrehen und die Steckpässe zu spielen, allerdings geht auch ihm die Abschlussstärke komplett ab und zudem fehlt ihm weiterhin die Durchserzungsfähigkeit im direkten Duell. Auf Til ruhen hier definitiv meine Hoffnungen. Bringt vieles mit, was fehlt und dürfte als Spieler hinter der Spitze deutlich besser passen als Höler.
Übrigens hat Höler durchaus seine Darseinsberechtigung und kann selbst in schwächeren Spielen durch seine Physis und sein geschicktes Zweikampfverhalten der Mannschaft extrem helfen, allerdings sind die Mannschaft und das Trainerteam zu eindimensional. Was Höler kann, hat er unter anderem gegen Leverkusen gezeigt. Als Neuner, als Spieler, der auch mal tiefe Laufwege gehen kann (das offensive Positionsspiel und Laufverhalten sind sowieso eine große Stärke von ihm), ordentlich schnell ist und wo zusätzlich seine unterdurchschnittliche Technik und Qualität vor dem Tor nicht so sehr auffallen, da gegen hochstehende Gegner vom letzten Verteidiger zum Tor mehr Wiese ist. Das sollte die Rolle von Höler sein. Diesbezüglich verstehe ich Streich nicht, weshalb gegen Mainz und Co. Höler nicht rausrotiert (gegen die Petersen mit seiner Abschlussstärke wertvoll ist), auch wenn Gründe gegen potenzielle Kandidaten bereits genannt wurden.
Dieser Kader - um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen und das Ganze hier nicht zu lange werden zu lassen - hat so viele gute Optionen und haufenweise spannende Spieler. Dennoch mutet es so an, als gäbe es eklatante Mängel in der Kaderplanung. Gestern wurde einmal mehr deutlich, wie langsam unsere Innenverteidigung ist. Heintz mag zweikampfstark sein und gut im Spielaufbau, aber sowohl ihm als auch Lienhart fehlt das Tempo. Auch die Handlungsschnelligkeit fehlt bei beiden. Beide Defizite treffen auch auf Gulde und Schlotterbeck zu. Neben der fehlenden Qualität im finden von Lösungen gegen defensive Gegner übrigens ein Hauptgrund für viele schlechte Ergebnisse und Spiele gegen die "Kleinen": das fehlende Tempo im defensiven Umschaltspiel.
Auf den offensiven Außen bin ich mit der Konstellation zufrieden. Man darf nicht vergessen, dass Spieler auf diesen Positionen im System Streich sowieso eher die Halbpositionen bedecken. Sallai und Kwon haben nen guten Antritt, zentraler braucht es die Endgeschwindigkeit nicht so. Nen "klassischen" offensiven Außen, der die Bahn rauf- und runterrennt braucht es nicht, dafür Speed auf den defensiven Außen. Auch gestern wurde deutlich, wie sehr unser Spiel auf Günter zugeschnitten ist. Offensiv ist er DER Mann bei uns. Unzählige Sprints, Hinterlaufen, Flanken. Auch er ist momentan nicht so gut drauf und dennoch brauchen wir ihn, alleine schon wegen seiner Geschwindigkeit. Rechts defensiv sollte ähnlich wie in der Innenverteidigung es passieren im Winter. Zu Schmid fehlt es eine richtige Option. Kübler ist zu oft verletzt und zudem offensiv limitiert. Auch hier sollte eine Alternative mit Tempo her. Im Mittelfeld fehlt vor allem ohne Haberer der Box-to-Box-Spieler. Santamaria spielt das momentan am ehesten noch, allerdings hat er seine Stärken wie erwähnt in der Tiefe. Im 4-4-2 mit zwei defensiven Sechsern wird dieser Spielertyp bei Streich nicht gebraucht, im 4-1-4-1 ist Til für die Acht eine Option. Kann man somit auffangen, die Baustellen sind andere.
Im Sturm hat der SC einige verschiedene Optionen. Was fehlt, ist der sprintstarke, bewegliche 1 vs.1 Spieler. Mit Burkart hätte man diesen Spielertyp bei der U23 im Kader, ihm fehlt es allerdings an der Robustheit.
Die aktuelle Situation hat verschiedene Gründe. Die Qualität der Mannschaft ist grundsätzlich hoch. Die gewünschten robusten, kopfballstarken Spieler hat man durchaus im Kader. In der Innenverteidung würde ein athletischer Spieler durchaus guttun, ebenfalls ein Gegenpart zu Günter auf rechts.
24.11.2020 - 11:20 Uhr
Gerade das 2:0 Analysiert. Die Abstimmung ist ja abartig katastrophal und das Tor wäre auf jeden Fall zu verteidigen gewesen. Man sieht in der DAZN Zusammenfassung auf YouTube leider den Ballverlust nicht mehr. Ein Mainzer trägt den Ball im Zentrum durchs Mittelfeld und Santamaria übernimmt die IV Position vom aufgerückten Lienhart. Soweit steht man gut im Raum. Die Fehlerkette beginnt beim Pass auf Quaison. Schmid als nächster dran, allerdings im Rücken orientiert sich nach außen auf den Aufrückenden Mainzer Rechtsverteidiger, soweit okay wobei ich mich frage ob Sallai diesem Spieler hätte folgen müssen und so Schmid die Möglichkeit gehabt hätte Druck auf Quaison auszuüben. Auf jeden Fall muss dann Santamaria oder Lienhart sich zu Quaison orientieren und einer sich nach hinten fallen lassen, stattdessen wollen beide den rechten IV raum abdecken. Der Oberhammer ist dann aber, dass sich beide Richtung Mitte orientieren und den Raum für zwei Mainzer wieder öffnen.
Da ist aber auch der nächste Fehler in der Abstimmung. Heintz nimmt Mateta auf und lässt ihn dann im Rücken stehen. Er muss einfach nur rausrücken und mit Santamaria und Lienhart kuscheln anfangen und die beiden Mainzer stehen im Abseits (Die stehen beim Schuss zu dritt zwischen Elfmeterpunkt und 16-Meterliene). Das bittere ist ja, dass er ähnlich wie beim 1:0 denn Ball beim Klärungsversuch knapp verpasst.
Tempelmann will den angetäuschten Schuss blocken und lässt sich ziemlich leicht abkochen. Höler hätte eingreifen können, wenn er frühzeitig im Vollspurt zurückeilt und Tempelmann unterstütz, wobei aus seiner Sicht bei Beginn der Szene genügend Spieler vorhanden sind. Müller sieht beim Abpraller auch nicht gut aus und Günter hätte sich ein halben Meter weiter in die Schussbahn orientieren können, da hinter ihm niemand war.
Es ist nicht die Individuelle Qualität eines Kochs die fehlt, es ist die fehlende Abstimmung zwischen IV und DM beim Umschalten auf Defensive. Da hat Koch eine Lücke hinterlassen, die bisher nicht geschlossen wurde. Mit einer Umstellung auf 4141 geh ich nicht mit. Im Spiel gegen Stuttgart waren die Lücken im DM noch viel eklatanter und diese wurden auch von den Stuttgartern genutzt. Die Systemumstellung auf zwei DM war folgerichtig. Ich habe mich schon während dem Stuttgart Spiel gewundert warum Streich nicht umstellt und man hat nur gewonnen, weil die Stuttgarter zu blöde waren die Situationen zu Ende zu spielen.
Was bleibt ist die Frage wie man wieder mehr Stabilität ins eigene Spiel bekommt. Entweder arbeitet man weiter im 4-4-2 mit der Überzeugung, dass sich die Abstimmung mit zunehmender Spielpraxis und hartem Training einstellt oder man stellt einen weiteren Spieler ins Zentrum.
Zur Diskussion um den fehlenden Spieler zwischen Sturm und defensiven Mittelfeld. Ich sehe nicht, dass dort ein Bindeglied fehlt, über die Qualität lässt sich streiten. Diese Rolle übernimmt Höler derzeit. Höler lässt sich immer wieder fallen und trägt den Ball nach vorne während Petersen sich Richtung Strafraum positioniert und Bälle fest machen soll. Es fehlt beiden Spielern an Effektivität in ihrem Spiel. Petersen hat die letzten Jahre die Bälle intelligent weitergeleitet oder behauptet. Dies geht ihm diese Saison total ab. Höler spielt das was er immer spielt. Er übernimmt die Kruse Rolle hat aber nicht dessen Qualität. Petersen macht die Tore, trägt aber zu unserem Spiel wenig bei. Letzte Saison hatte man auch schon Probleme sich Chancen zu erspielen, man hat sie nur eiskalt genutzt. Erster Verteidiger hin oder her, ich würde mir einfach mal Höler und Jeong als Sturmduo wünschen. Die sind beide Schnell, Jeong kann die Schnittstellenpässe und die Bälle verteilen, Höler kann den Ball halten und den Gegner nerven. Wenn die beiden sich einspielen und abwechselnd die Rollen HS/ST wie zwei falsche 9er teilen traue ich denen einiges zu.
Durch den Abgang von Waldschmit fehlt total die Torgefahr aus der zweiten Reihe und da würde ich mir wünschen, das Höler öfters abzieht. Der Junge hat einen ordentlichen Bums drauf, nutzt das aber nicht.
Gegen Mainz gabs drei Szenen, wo man relativ unbedrängt am Sechzehner zum Schuss kommt, und drei Mal kullert der Ball mittig auf den Torwart, das ist halt einfach schlecht.
Wenn Streich die fehlende Körperlichkeit betont, dann muss er Demirovic im nächsten Spiel zwingend Aufstellen. Wie der mit Willen und entschlossenheit den Mainzer mit ins Tor nimmt sagt eigentlich schon alles
Da ist aber auch der nächste Fehler in der Abstimmung. Heintz nimmt Mateta auf und lässt ihn dann im Rücken stehen. Er muss einfach nur rausrücken und mit Santamaria und Lienhart kuscheln anfangen und die beiden Mainzer stehen im Abseits (Die stehen beim Schuss zu dritt zwischen Elfmeterpunkt und 16-Meterliene). Das bittere ist ja, dass er ähnlich wie beim 1:0 denn Ball beim Klärungsversuch knapp verpasst.
Tempelmann will den angetäuschten Schuss blocken und lässt sich ziemlich leicht abkochen. Höler hätte eingreifen können, wenn er frühzeitig im Vollspurt zurückeilt und Tempelmann unterstütz, wobei aus seiner Sicht bei Beginn der Szene genügend Spieler vorhanden sind. Müller sieht beim Abpraller auch nicht gut aus und Günter hätte sich ein halben Meter weiter in die Schussbahn orientieren können, da hinter ihm niemand war.
Es ist nicht die Individuelle Qualität eines Kochs die fehlt, es ist die fehlende Abstimmung zwischen IV und DM beim Umschalten auf Defensive. Da hat Koch eine Lücke hinterlassen, die bisher nicht geschlossen wurde. Mit einer Umstellung auf 4141 geh ich nicht mit. Im Spiel gegen Stuttgart waren die Lücken im DM noch viel eklatanter und diese wurden auch von den Stuttgartern genutzt. Die Systemumstellung auf zwei DM war folgerichtig. Ich habe mich schon während dem Stuttgart Spiel gewundert warum Streich nicht umstellt und man hat nur gewonnen, weil die Stuttgarter zu blöde waren die Situationen zu Ende zu spielen.
Was bleibt ist die Frage wie man wieder mehr Stabilität ins eigene Spiel bekommt. Entweder arbeitet man weiter im 4-4-2 mit der Überzeugung, dass sich die Abstimmung mit zunehmender Spielpraxis und hartem Training einstellt oder man stellt einen weiteren Spieler ins Zentrum.
Zur Diskussion um den fehlenden Spieler zwischen Sturm und defensiven Mittelfeld. Ich sehe nicht, dass dort ein Bindeglied fehlt, über die Qualität lässt sich streiten. Diese Rolle übernimmt Höler derzeit. Höler lässt sich immer wieder fallen und trägt den Ball nach vorne während Petersen sich Richtung Strafraum positioniert und Bälle fest machen soll. Es fehlt beiden Spielern an Effektivität in ihrem Spiel. Petersen hat die letzten Jahre die Bälle intelligent weitergeleitet oder behauptet. Dies geht ihm diese Saison total ab. Höler spielt das was er immer spielt. Er übernimmt die Kruse Rolle hat aber nicht dessen Qualität. Petersen macht die Tore, trägt aber zu unserem Spiel wenig bei. Letzte Saison hatte man auch schon Probleme sich Chancen zu erspielen, man hat sie nur eiskalt genutzt. Erster Verteidiger hin oder her, ich würde mir einfach mal Höler und Jeong als Sturmduo wünschen. Die sind beide Schnell, Jeong kann die Schnittstellenpässe und die Bälle verteilen, Höler kann den Ball halten und den Gegner nerven. Wenn die beiden sich einspielen und abwechselnd die Rollen HS/ST wie zwei falsche 9er teilen traue ich denen einiges zu.
Durch den Abgang von Waldschmit fehlt total die Torgefahr aus der zweiten Reihe und da würde ich mir wünschen, das Höler öfters abzieht. Der Junge hat einen ordentlichen Bums drauf, nutzt das aber nicht.
Gegen Mainz gabs drei Szenen, wo man relativ unbedrängt am Sechzehner zum Schuss kommt, und drei Mal kullert der Ball mittig auf den Torwart, das ist halt einfach schlecht.
Wenn Streich die fehlende Körperlichkeit betont, dann muss er Demirovic im nächsten Spiel zwingend Aufstellen. Wie der mit Willen und entschlossenheit den Mainzer mit ins Tor nimmt sagt eigentlich schon alles
24.11.2020 - 14:47 Uhr
Zitat von waschkarte
Jo. Grifo, der hier als LA zum La der italienischen Nationalmannschaft wurde, bei Gladbach und Hoffenheim LA gespielt hat, wird hier falsch eingesetzt. Ist klar.
Jo. Grifo, der hier als LA zum La der italienischen Nationalmannschaft wurde, bei Gladbach und Hoffenheim LA gespielt hat, wird hier falsch eingesetzt. Ist klar.
Falsch eingesetzt ist ein großes Wort, Grifo ist natürlich am stärksten auf LA. Aber warum man mit zwei Außenstürmern die konträr zu ihrem starken Fuß auf links bzw. rechts spielen nicht viel öfter das Zentrum überläd erschließt sich mir tatsächlich auch des öfteren nicht.
Von Sallai und insbesondere Grifo würde ich mir schon wünschen, dass hier öfter mal mit Ball in die Mitte gezogen wird. Dazu ein Überlaufen durch Günter , um tief stehende Gegner auseinander zu ziehen, würd ich gerne öfter mal sehen. Aktuell stehen sich Grifo und Günter links oftmals auf den Füßen.
Dieses krampfhafte festhalten am Flügelspiel führt in dieser Saison zumindest nicht besonders häufig zu Torgefahr.
25.11.2020 - 02:15 Uhr
4-4-2 that changes to 4-1-4-1
Müller
Kübler-Schlotterbeck-Heintz-Gunter
Kwon-Lienhart-Santamaria-Grifo
Sallai-Petersen
What players should do
Müller: Save
Kübler: cover Kwon, dont push too much forward, stay pretty much in the same line of the center back.
Schlotterbeck: As soon as Freiburg has the ball, search with long pass the one winger stayed High on the pitch. Grifo and Kwon have no problems with this and can controll rather easily even long range balls.
Heintz: Just short pass to either Gunter or one of the central midfielders if it's possible. If that's not possible Just play long ball to the forward. Dont pass to the wingers in any case, a wrong pass on the wingers can be very dangerous and it's better to avoid.
Gunter: Push forward and do overlap with Grifo when the Italian cuts inside. When Gunter push forward, Sallai stay like 10-15 meters behind Petersen and once the ball Is lost he tracks back to form a 3 line midfielder with Sallai doing the job of a mid-winger until Gunter regains control of his position.
Kwon: His job would be being the first option available to start the counters by staying up the pitch and move behind the fullback's back or in between the line by cutting inside if he understand there is a hole in the opposition. He's very smart at doing this kind of work and it's one of the quality his former coach used to admire the most, which Is Kwon's ability to get in a position where he could be dangerous, with a simple movement. With the ball he can do whatever but the important thing is to get there.
Lienhart: Win aerial duels, eventually cover for Kwon in case of need, play short pass to the winger to the fullback or wingers.
Santamaria: pushing a bit more forward than Lienhart but never higher on the than Grifo in a immaginary line. He must be very aggressive on the ball and force the opposition to play long ball or at least to slow down the attack. Doesnt stay in the same line as Lienhart, Always ready to make It a 3 man midfield with Sallai on the opposite side and Lienhart being the deep midfielder.
Grifo: assist from corner kicks lol. All kidding aside, his main focus should be to stay wide on the pitch and cut inside only when freiburg have the ball if he can see there is a space for that kind of movement. Once he has the ball he can either cross, shot, use Gunter for one-two passes or Just switch side with a long ball to the opposite side of the pitch.
Petersen: Be a predator inside the box, link up play with the the wingers, he shoud be the one pressing higher on the pitch.
Sallai: his task would be pretty much off the ball movement. Pressing, covering in midfield, try to run between the defenders. A very demanding work but i know he can do It, he runs a lot, Roland. I prefer if he does this kind of work in the central part of the field rather than tracking back too much on the right.
This formation Is a good mix between physicality, technique, creativity and balance. Kwon and Petersen Will defend in their own way, it's a different kind of work, sure...but it's still important.
This Is his fan talking of course, but please dont ignore a player like Kwon just beacuse he doesnt offer much physically. Last season Freiburg had an average of 1,71 expected goal per game, during the 4 games he played for more than 45 min, surely he can offer so much more to the club if you look at his strenght instead of focusing on his weakness.
Müller
Kübler-Schlotterbeck-Heintz-Gunter
Kwon-Lienhart-Santamaria-Grifo
Sallai-Petersen
What players should do
Müller: Save
Kübler: cover Kwon, dont push too much forward, stay pretty much in the same line of the center back.
Schlotterbeck: As soon as Freiburg has the ball, search with long pass the one winger stayed High on the pitch. Grifo and Kwon have no problems with this and can controll rather easily even long range balls.
Heintz: Just short pass to either Gunter or one of the central midfielders if it's possible. If that's not possible Just play long ball to the forward. Dont pass to the wingers in any case, a wrong pass on the wingers can be very dangerous and it's better to avoid.
Gunter: Push forward and do overlap with Grifo when the Italian cuts inside. When Gunter push forward, Sallai stay like 10-15 meters behind Petersen and once the ball Is lost he tracks back to form a 3 line midfielder with Sallai doing the job of a mid-winger until Gunter regains control of his position.
Kwon: His job would be being the first option available to start the counters by staying up the pitch and move behind the fullback's back or in between the line by cutting inside if he understand there is a hole in the opposition. He's very smart at doing this kind of work and it's one of the quality his former coach used to admire the most, which Is Kwon's ability to get in a position where he could be dangerous, with a simple movement. With the ball he can do whatever but the important thing is to get there.
Lienhart: Win aerial duels, eventually cover for Kwon in case of need, play short pass to the winger to the fullback or wingers.
Santamaria: pushing a bit more forward than Lienhart but never higher on the than Grifo in a immaginary line. He must be very aggressive on the ball and force the opposition to play long ball or at least to slow down the attack. Doesnt stay in the same line as Lienhart, Always ready to make It a 3 man midfield with Sallai on the opposite side and Lienhart being the deep midfielder.
Grifo: assist from corner kicks lol. All kidding aside, his main focus should be to stay wide on the pitch and cut inside only when freiburg have the ball if he can see there is a space for that kind of movement. Once he has the ball he can either cross, shot, use Gunter for one-two passes or Just switch side with a long ball to the opposite side of the pitch.
Petersen: Be a predator inside the box, link up play with the the wingers, he shoud be the one pressing higher on the pitch.
Sallai: his task would be pretty much off the ball movement. Pressing, covering in midfield, try to run between the defenders. A very demanding work but i know he can do It, he runs a lot, Roland. I prefer if he does this kind of work in the central part of the field rather than tracking back too much on the right.
This formation Is a good mix between physicality, technique, creativity and balance. Kwon and Petersen Will defend in their own way, it's a different kind of work, sure...but it's still important.
This Is his fan talking of course, but please dont ignore a player like Kwon just beacuse he doesnt offer much physically. Last season Freiburg had an average of 1,71 expected goal per game, during the 4 games he played for more than 45 min, surely he can offer so much more to the club if you look at his strenght instead of focusing on his weakness.
19.12.2020 - 23:44 Uhr
So wirksam die Umstellung auf die Fünferkette letztendlich war, mit Blick auf unseren Kader stellt sie aber einen erheblichen Nachteil für den ein oder anderen Spieler mit größeren Ambitionen dar, der zu Unzufriedenheit führen kann. Dies betrifft in erster Linie die Offensive, die im Endeffekt eine freie Position und durch die Möglichkeit von fünf Wechseln gleichzeitig Spielzeit für zwei Akteure verloren hat. Konnten zuvor bei vier Kaderplätzen theoretisch alle nominell Offensiven (Petersen, Höler, Demirovic, Til, Grifo, Jeong, Sallai, Kwon) zum Einsatz kommen, so bleibt derzeit für zwei von ihnen in der Regel nur ein 90-minütiger Bankplatz übrig. Zuletzt traf es dabei vor allem Kwon und Til, die verletzungs-/krankheitsbedingt hinten dran sind.
Im Gegensatz dazu sind wir in der Innenverteidigung im aktuellen System tendenziell unterbesetzt, was natürlich auch Chancen für Talente aus der zweiten Mannschaft bieten kann. Dennoch gibt es für drei Plätzte in der Startelf nur vier Optionen. Ein Ziel eines jeden Kaderplaners, möglichst jede Position doppelt besetzt zu haben, wird damit im Moment nicht erfüllt. Im anfangs praktizierten 4-4-2 war dies allerdings noch der Fall. Dort konnte man mit den folgenden "Pärchen" aufwarten:
Müller/Uphoff (Flekken als langfristiger Ausfall in einer Sonderrolle) + Talent Thiede
Günter/Itter
Heintz/Schlotterbeck
Lienhart/Gulde
Schmid/Kübler
Höfler/Abrashi + Talent Keitel
Santamaria/Haberer + Talent Tempelmann
Grifo/Jeong
Sallai/Kwon
Höler/Til
Petersen/Demirovic
Natürlich ist dies nur eine sehr vereinfachte Darstellung, da sie zum einen nur das Hier und Jetzt betrachtet. Streich könnte natürlich sowohl innerhalb einer Partie als auch in naher Zukunft wieder auf das "altbewährte" System setzen. Ebenso sind einige Spieler flexibel einsetzbar, sodass auch ein Kübler in der Innenverteidigung aushilft (er hat das ja auch schon verdammt gut gemacht als rechter Innenverteidiger in einer Dreierkette) oder aber Schmid die Konstellation in der Offensive noch verschärfen könnte. Daher bin ich echt gespannt, wie die Verantwortlichen mit der Situation umgehen werden und sich dies auf dem Transfermarkt widerspiegeln wird.
Im Gegensatz dazu sind wir in der Innenverteidigung im aktuellen System tendenziell unterbesetzt, was natürlich auch Chancen für Talente aus der zweiten Mannschaft bieten kann. Dennoch gibt es für drei Plätzte in der Startelf nur vier Optionen. Ein Ziel eines jeden Kaderplaners, möglichst jede Position doppelt besetzt zu haben, wird damit im Moment nicht erfüllt. Im anfangs praktizierten 4-4-2 war dies allerdings noch der Fall. Dort konnte man mit den folgenden "Pärchen" aufwarten:
Müller/Uphoff (Flekken als langfristiger Ausfall in einer Sonderrolle) + Talent Thiede
Günter/Itter
Heintz/Schlotterbeck
Lienhart/Gulde
Schmid/Kübler
Höfler/Abrashi + Talent Keitel
Santamaria/Haberer + Talent Tempelmann
Grifo/Jeong
Sallai/Kwon
Höler/Til
Petersen/Demirovic
Natürlich ist dies nur eine sehr vereinfachte Darstellung, da sie zum einen nur das Hier und Jetzt betrachtet. Streich könnte natürlich sowohl innerhalb einer Partie als auch in naher Zukunft wieder auf das "altbewährte" System setzen. Ebenso sind einige Spieler flexibel einsetzbar, sodass auch ein Kübler in der Innenverteidigung aushilft (er hat das ja auch schon verdammt gut gemacht als rechter Innenverteidiger in einer Dreierkette) oder aber Schmid die Konstellation in der Offensive noch verschärfen könnte. Daher bin ich echt gespannt, wie die Verantwortlichen mit der Situation umgehen werden und sich dies auf dem Transfermarkt widerspiegeln wird.
21.12.2020 - 14:29 Uhr
Unser aktuelles Spielsystem hat uns ja bekanntlich die defensive Stabilität bei gleichzeitiger wiederkehrender offensiver Struktur zurückgegeben. Die Gründe dafür sind vielseitig, von individueller Form (Gulde) zu besser passender Rollenverteilung im System (insbesondere unsere AV Schmid/Günter wie auch Grifo im Halbraum).
Überraschend ist dieses System nicht. Schon letztes Jahr haben in der 3er/5er Kette unsere AV unheimlich viel Druck auf den Gegner ausgeübt und dadurch in der Zentrale Lücken geschaffen, das haben wir effizient nutzen können. Viel erstaunlicher ist, wie dieses System gespielt wird, insbesondere welche Dynamik sich durch die Sonderrolle des mittleren IV ergibt. Diese Sonderrolle ist eigentlich wie gemacht für unseren frühern IV/DM, Robin Koch. Kann mir jemand erklären, wieso wir letztes Jahr zwar 3er/5er Kette mit Robin Koch als ZIV gespielt haben, aber nie auf diese dynamische Art und Weise interpretiert? Wenn ich mir Koch's Skillset anschaue und seine Spiele als DM, so hätte ihm dies eigentlich am meisten in die Karten gespielt. @waschkarte was meinst du, wieso wir das erst seit kurzem so praktizieren?
Spannend ist für mich an dieser Stelle die Besetzung durch Keven Schlotterbeck.
Vor der Saison und mit dem Transfer von Santamaria hätte ich eigentlich ausgeschlossen, dass das so kommt. Für mich war Santamaria klar der Mann dafür. Wieso? Das 4-1-4-1, das Angers gespielt hat, kommt insbesondere im Spielaufbau unserem aktuellen System sehr nahe. Und dort hat Santamaria genau die Rolle des einzigen DM übernommen, die jetzt im Aufbau Schlotterbeck übernimmt. Die Besetzung im ZM, die Santamaria jetzt bei uns einnimmt, unterscheidet sich von seiner vorigen Rolle doch sehr. Kein Wunder also, dass er etwas länger gebraucht hat, um sich daran zu gewöhnen. Offensivstärke hat er zweifelsfrei, auch wenn in Angers selten zu sehen, bei uns aber immer mehr. Allein um den gegnerischen Strafraum rum fehlen ihm die Ideen wie auch die technische Exzellenz (wie auch bei Höfler), aber auch das kann und wird sich noch weiterentwickeln. An dieser Stelle freue ich mich auf Jeong und Til, die nicht nur die Halbpositionen von Saillai und Grifo können, sondern bei entsprechendem Spielstand auch auf dier 8er-Position rutschen könnten und von dort dem Spiel zusätzliches Leben einhauchen, wie schon in Stuttgart geschehen.
Ich freue mich, auf die weitere Saison! Ich hoffe nur, dass Höfler und Santamaria weder selbst noch durch Streich gesteuert in die zu tiefe, zu defensive Rolle reinrutschen aus den ersten Saisonspielen. Das hilft uns nicht, hilft ihnen selbst nicht und führt zusätzlich dazu, dass sie sich gegenseitig behindern.
Überraschend ist dieses System nicht. Schon letztes Jahr haben in der 3er/5er Kette unsere AV unheimlich viel Druck auf den Gegner ausgeübt und dadurch in der Zentrale Lücken geschaffen, das haben wir effizient nutzen können. Viel erstaunlicher ist, wie dieses System gespielt wird, insbesondere welche Dynamik sich durch die Sonderrolle des mittleren IV ergibt. Diese Sonderrolle ist eigentlich wie gemacht für unseren frühern IV/DM, Robin Koch. Kann mir jemand erklären, wieso wir letztes Jahr zwar 3er/5er Kette mit Robin Koch als ZIV gespielt haben, aber nie auf diese dynamische Art und Weise interpretiert? Wenn ich mir Koch's Skillset anschaue und seine Spiele als DM, so hätte ihm dies eigentlich am meisten in die Karten gespielt. @waschkarte was meinst du, wieso wir das erst seit kurzem so praktizieren?
Spannend ist für mich an dieser Stelle die Besetzung durch Keven Schlotterbeck.
Vor der Saison und mit dem Transfer von Santamaria hätte ich eigentlich ausgeschlossen, dass das so kommt. Für mich war Santamaria klar der Mann dafür. Wieso? Das 4-1-4-1, das Angers gespielt hat, kommt insbesondere im Spielaufbau unserem aktuellen System sehr nahe. Und dort hat Santamaria genau die Rolle des einzigen DM übernommen, die jetzt im Aufbau Schlotterbeck übernimmt. Die Besetzung im ZM, die Santamaria jetzt bei uns einnimmt, unterscheidet sich von seiner vorigen Rolle doch sehr. Kein Wunder also, dass er etwas länger gebraucht hat, um sich daran zu gewöhnen. Offensivstärke hat er zweifelsfrei, auch wenn in Angers selten zu sehen, bei uns aber immer mehr. Allein um den gegnerischen Strafraum rum fehlen ihm die Ideen wie auch die technische Exzellenz (wie auch bei Höfler), aber auch das kann und wird sich noch weiterentwickeln. An dieser Stelle freue ich mich auf Jeong und Til, die nicht nur die Halbpositionen von Saillai und Grifo können, sondern bei entsprechendem Spielstand auch auf dier 8er-Position rutschen könnten und von dort dem Spiel zusätzliches Leben einhauchen, wie schon in Stuttgart geschehen.
Ich freue mich, auf die weitere Saison! Ich hoffe nur, dass Höfler und Santamaria weder selbst noch durch Streich gesteuert in die zu tiefe, zu defensive Rolle reinrutschen aus den ersten Saisonspielen. Das hilft uns nicht, hilft ihnen selbst nicht und führt zusätzlich dazu, dass sie sich gegenseitig behindern.
21.12.2020 - 15:20 Uhr
Zitat von Phini
Überraschend ist dieses System nicht. Schon letztes Jahr haben in der 3er/5er Kette unsere AV unheimlich viel Druck auf den Gegner ausgeübt und dadurch in der Zentrale Lücken geschaffen, das haben wir effizient nutzen können. Viel erstaunlicher ist, wie dieses System gespielt wird, insbesondere welche Dynamik sich durch die Sonderrolle des mittleren IV ergibt. Diese Sonderrolle ist eigentlich wie gemacht für unseren frühern IV/DM, Robin Koch. Kann mir jemand erklären, wieso wir letztes Jahr zwar 3er/5er Kette mit Robin Koch als ZIV gespielt haben, aber nie auf diese dynamische Art und Weise interpretiert? Wenn ich mir Koch's Skillset anschaue und seine Spiele als DM, so hätte ihm dies eigentlich am meisten in die Karten gespielt. @waschkarte was meinst du, wieso wir das erst seit kurzem so praktizieren?
Überraschend ist dieses System nicht. Schon letztes Jahr haben in der 3er/5er Kette unsere AV unheimlich viel Druck auf den Gegner ausgeübt und dadurch in der Zentrale Lücken geschaffen, das haben wir effizient nutzen können. Viel erstaunlicher ist, wie dieses System gespielt wird, insbesondere welche Dynamik sich durch die Sonderrolle des mittleren IV ergibt. Diese Sonderrolle ist eigentlich wie gemacht für unseren frühern IV/DM, Robin Koch. Kann mir jemand erklären, wieso wir letztes Jahr zwar 3er/5er Kette mit Robin Koch als ZIV gespielt haben, aber nie auf diese dynamische Art und Weise interpretiert? Wenn ich mir Koch's Skillset anschaue und seine Spiele als DM, so hätte ihm dies eigentlich am meisten in die Karten gespielt. @waschkarte was meinst du, wieso wir das erst seit kurzem so praktizieren?
Meiner Ansicht nach ist die Interpretation der Position als ZIV sehr individuell bedingt. Das System präsentiert sich heute so, wie es ist, da Keven Schlotterbeck eine Fußball Saison Zeit hatte Erfahrungen auf dieser Position zu sammeln und die Anlagen für eine Offensive Ausrichtung und Spiel Eröffnung mit flachen schnellen Pässen in die Tiefe bereits schon vor seiner Ausleihe bei uns gezeigt hat (ich erinnere mich an eine Vorlage für ein eins zu null zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach).
Ob Rob in Koch diese Anlagen hat oder nicht sei dahingestellt. Fakt ist, dass er sowohl als ZIV als auch als Sechser sehr viel konservativer und vorsichtiger mit mehr Querpässen und Tempoverlangsamung gehandelt hat. Was zum einen Sicherheit bringt, eben aber auch Tempo aus den Aktionen nimmt.
Schlotti hingegen könnte man salopp formulieren“ scheißt sich nichts“ und wenn ein riskanter Pass mal hängen bleibt dann läuft er aktiv nach und erobert im Zweifel den Ball wieder zurück, was gelegentlich, wenn er den Ball nicht zurück erobert eine Lücke in der defensive hinterlässt, die jedoch meist durch die beiden anderen Innenverteidiger gut geschlossen werden kann. Und seine Ballsicherheit und Präzision bringt einen deutlichen Mehrgewinn, nicht nur für die defensive Stabilität sondern eben auch für die Spieleröffnung und das schnelle Umschalten, ebenso wie den Fakt, dass durch seine offensiven Aktionen eine Person mehr im Mittelfeld anspielbar ist.
Sein Verhalten/seine Fähigkeiten sind für mich der Schlüssel für die derzeitige Stabilität. Wie schon von vielen erwähnt, sicher nicht vollständig fehlerfrei jedoch deutlich gewinnbringend.
Nachdem Robin Koch im vorletzten Länderspiel allein auf der sechs ein sehr gutes Spiel gezeigt hatte mit sehr vielen ähnlichen druckvollen Pässen nach vorne wurde mir erklärt, dass diese unter Streich untersagt waren. Daran glaube ich persönlich nicht. Koch müsste also durchaus ähnliche Anlagen haben. Keven Schlotterbeck setzt seine Anlagen jedoch deutlich riskanter und mutiger ein. Ob Koch dies nun bewusst oder unbewusst nicht in dieser Form getan hat sei mal dahingestellt.
21.12.2020 - 21:35 Uhr
Ui, bin da gerade ein brainstormingdurchgegangen und versuche mal ein paar Gründe zu finden:
Personal und System: das grundsätzliche System hatte man ja zu Beginn der Saison recht erfolgreich praktiziert. Da aber tatsächlich eher mit Fokus auf dem Spiel über die Aussen, zu Beginn wusste keiner, was man dagegen machen soll und dementsprechend war es auch erfolgreich, gerade weil man Schmid dazu gekriegt hat. Ich erinnere da ans Spiel in Hoffenheim - 3-0, überraschend souverän, mit Petersen/Höler/Haberer vorne drin. Die AV an allen Toren beteiligt, Günter eins gemacht. Gegner stand zentral. Da war's nicht nötig, so zu agieren. Dann kamen eben später die Spiele, wo die Dreierkette gar nicht mehr geklappt hat - weil die Gegner einfach die Aussen gedoppelt haben und das Zentrum offen gelassen. Und da ist dann eben die Sache: Personal. Insbesondere der Mann auf der 6. Wir haben da so viel probiert, keiner hatte das Skillset, den Raum von Mittellinie bis Strafraum halbrechts oder halblinks zu bespielen. Meine Hoffnungen ruhten auf Haberer, der hat da leider auch nicht gut agiert. Heisst, das System hätte so gar nicht funktioniert. Sallai war neu, Grifo kam zurück und hat beim SC nur LA gespielt, in einer deutlich linkslastigeren Funktion. Da kam dann von den Aussen nicht genug im Zentrum. Die Rolle als 8er, die sie jetzt gegen den Ball einnehmen, haben sie da nicht eingenommen.
Heisst, unser 3-4-3 war schlicht zu sehr auf das Spiel über die AV ausgelegt - weil unsere OA die Rolle noch nicht einnehmen konnten, weil aus dem DM keiner die Qualitäten hatte, da echte Präsenz zu zeigen.
Plus, ganz wesentlich: Waldschmidt. Den musst du spielen lassen, wenn fit, nur: da gibt es in diesem System keine Rolle für ihn. Deswegen hat man dann auf 4-4-2 umgestellt, wo Koch eben entweder in der IV oder gegen Ende im DM gespielt hat. Die Mischung aus all dem hat dazu geführt, dass man dieses System nicht in dem Rahmen spielen konnte. Was man mehrfach gemacht hat im 3-4-3 mit Koch als zentralem IV: mit Ball Koch nach vorne geschoben ins DM und Haberer offensiver zentral hinter den Spitzen, oder auch mal Höfler zurückgezogen, dann Viererkette mit Heintz LV, Koch/Höfler IV, Lienhart RV. Koch hatte da schon mehrere Rollen, aber das System, das wir aktuell sehen, haben wir da nicht probiert. Was, wie ich denke, auch an Grifo und Sallai liegt, die diese 8er-Rolle jetzt annehmen und besser verstanden haben, insbesondere eben an Santamaria, der eine unheimliche Präsenz und Laufstärke hat. Was man ja oft sowohl gegen den Ball als auch mit Ball sieht, ist, dass Keven einfach eine Reihe nach vorne rückt und Höfler und Santamaria dann versetzt davor sehr viel offensiver agieren. Der Raum, der uns letzte Saison so gefehlt hat - auch weil man den Spielertypen Santamaria nicht hatte. Der Raum, der uns im 4-4-2 zu Saisonbeginn ja auch oft gefehlt hat. Ich glaube, dass da das Training des 4-1-4-1 was mit zu tun hat, also mit der häufigen Systemumstellung. Das war das Spiel, wo wir im Raum vorm gegnerischen Strafraum am meisten Zugriff hatten. Das spielen wir jetzt wieder, eingeübt hat man es, insbesondere die OA Grifo und Sallai kennen da ihre Rollen sehr gut, es kommt Schmid und Günter entgegen, weil man eben jeweils ein Dreigestirn hat - Grifo/Günter/Höfler und Sallai/Schmid/Santa (mensch, kann Höfler sich nicht Göfler nennen?). Die kennen ihre Laufwege, die spielen sich den Ball dann gerne mal über mehrere Situationen durch. Der jeweilige äussere IV kommt da auch noch mit dazu, so dass man hinten ein Dreieck hat (bspw Gulde, Günter, Göfler oder Santa, Schmid und Sienhart) und wenn der Ball etwas weiter vorne liegt ist es eben das andere Dreieck. Dadurch schafft man auch mit Ball Situationen - und der jeweils ballferne OA orientiert sich in den 8er-Raum, während der ballferne DM gemeinsam mit Schlotterbeck die 6 absichert. Schlotti orientiert sich da immer etwas in die ballnahe Richtung. Damit hast du immer ne recht gute Absicherung.
Also, kurzum: warum mMn nicht bereits letzte Saison? Rolle Grifo/Sallai, Santamaria (!), verbunden mit dem anfänglichen Erfolg über die AV und dann eben das 4-4-2, wo man mit Waldschmidt halt den idealen Mann hatte, der schwimmende 9er. War absehbar, dass das recht erfolgreich wird und man die besten Spieler so zusammen auf den Platz bringen kann, so dass man diesen aktuell praktizierten Hybriden gar nicht erst probiert hat. Und dass man es jetzt probiert hat liegt mMn eben am eingeübten 4-1-4-1, dessen Vorteile man mit reinnimmt, der Stärke von Santa, und insbesondere, dass man im 4-4-2 konstant den Halbraum vorm Strafraum nicht besetzen konnte, weil Höfler/Santa defensiv zu sehr gebunden waren - Thema Absicherung gegen Konter.
Das wäre so mein kurzes Brainstorming, warum erst jetzt und nicht schon mit Koch. Denke auch, dass der diese Rolle auch sehr gut hätte ausführen können - teilweise hat man ihn ja im Spiel auch nach vorne gezogen zum Spielaufbau. Glaube aber dass die Rolle Schlotterbeck sogar besser ausfüllen kann als Koch vom skillset her - den langen, präzisen Flachball hat er besser drauf als Koch (zumindest zu SC-Zeiten), und er stellt sich auch cleverer an, was das Antizipieren angeht. Koch ist der bessere Zweikämpfer, Schlotterbeck schafft es, häufig sehr klug zu antizipieren und so Angriffe schon vorher abzukochen (no pun intended). Das hab ich bei Koch in dem Rahmen nicht beobachten können.
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