17.08.2026 - 09:20 | Quelle: FussiFreunde | Lesedauer: unter 5 Min.
HT 16 Hamburg
Emirkaan Güzel
Güzel mit goldenem Tor 

HT 16 trotzt dem Druck, HEBC-Coach Obloch sprachlos: „Nur eine Halbzeit mitgemacht“

HT 16 trotzt dem Druck, HEBC-Coach Obloch sprachlos: „Nur eine Halbzeit mitgemacht“
©noveski.com

Von einem „gewohnten Bild“ zu sprechen, „wäre ja irgendwie Quatsch“, sagte Philipp Obloch – und dennoch rätselte der Cheftrainer des HEBC über die Gründe für den desolaten Auftritt seiner Elf in den ersten 45 Minuten gegen HT 16. Mehr noch. „Ich bin da auch echt ein bisschen sprachlos, wie wir die erste Halbzeit angegangen“, ließ sich der BVB-Gegner im DFB-Pokal von den bis dato noch sieglosen Gästen komplett an den eigenen Strafraum drängen. Die Eimsbütteler fanden überhaupt kein Mittel, sich aus der Umklammerung zu befreien, so dass die Partie einen gewissen Handball-Charakter annahm (alle Highlights im LIVE-Ticker).



„Die eine Sache ist ja, dass du gegen ein hohes, mutiges Pressing irgendwie keine Lösung findest. Dass du aber auch von der Körpersprache nicht in die Zweikämpfe kommst, dass du das nicht anpasst und sagst, wir müssen einfach einen Schritt dichter beieinander sein, damit wir doppeln können – all das haben wir die ganze Woche besprochen, uns sogar auf Video angeguckt, dass wir es anders machen müssen. Aber wir haben es wieder nicht hinbekommen“, wird ein derartiges Bild schon fast zur Gewohnheit. „Das ist uns gegen Altona, inklusive Vorbereitung, gleich zweimal passiert. Und auch gegen Cordi“, wurde die dortige Darbietung in negativer Hinsicht sogar nochmal getoppt. „Deshalb sieht man mich auch ein bisschen ratlos, warum uns wieder so eine erste Halbzeit passiert ist“, gab Obloch unumwunden zu.


Emirkaan Güzel, HT 16, 2026
Aus etwas spitzem Winkel chippt Emirkaan Güzel den Ball an Nils Ahmann vorbei... Foto: noveski.com


"Das ist halt Derans Klasse"


Das Positive aus HEBC-Sicht: Das Ergebnis. Nur einmal konnten die Mannen von der Legienstraße aus ihrer drückenden Überlegenheit und Dominanz auch Kapital schlagen, als Deran Toksöz mit all seiner Erfahrung und Genialität ein Zuspiel von Burak Keskin für Emirkaan Güzel passieren ließ. Dieser startete in Toksöz‘ Rücken durch, ließ sich zwar etwas zu weit abdrängen, blieb aber mit einem Chip dennoch cool – 0:1 (38.). „Das ist halt Derans Klasse“, lobte HT-Coach Erdinc Örün die Übersicht von Toksöz. „Das hat er clever gemacht. Deran ist, selbst mit seinen 38 Jahren, einfach der Kopf dieser Mannschaft und auf dem Platz enorm wichtig für uns.“


Emirkaan Güzel, HT 16, 2026
... in die Maschen. Deran Toksöz bleibt mit seiner Erfahrung weg. Foto: noveski.com


"Haben den Gegner gar nicht rauskommen lassen"


Aber auch seine Mitspieler performten. „Die erste Halbzeit war wirklich sehr, sehr gut von uns. Da muss den Jungs ein Riesenlob aussprechen“, ließ man den Hausherren gar keine Luft zum Atmen. „Wir haben HEBC jetzt ein paar Mal gesehen. Darauf haben wir uns gut eingestellt und in der Woche gut vorbereitet“, war man nicht überrascht, dass sich die Lila-Weißen mit Mann und Maus am eigenen Sechzehner verschanzten. „Ich glaube, das lag eher an uns, weil wir sie gar nicht rausrücken lassen haben. Und deren Stürmer war dann quasi immer allein gegen vier oder fünf Mann“, kam der Pokalsieger gar nicht erst ins Umschalten. „Das haben wir gut gemacht, dass wir sie gar nicht rauskommen lassen haben“, so Örün.


Emirkaan Güzel, HT 16, 2026
Emirkaan Güzel bejubelt sein Tor extravagant. Foto: noveski.com


"Hätten eigentlich schon zu Hause sein müssen"


Dementsprechend fordernder ging es in der HEBC-Kabine nach dem erlösenden Pausenpfiff zu. Nicht nur von Oblochs Seite, sondern „auch die Jungs untereinander haben gesagt, dass wir uns jetzt mal gerade machen müssen“, nahm man zudem die eine oder andere Korrektur vor. Der Tenor: „Wenn die so hoch pressen und die Außenverteidiger tief in unserer Hälfte sind, dann ist dahinter ein Raum. Auch defensiv haben wir versucht, noch kompakter zu werden und die Abstände kleiner halten.“ Denn: „Die wollten gar nicht wirklich verlagern, sondern im Raum zocken“, befand Obloch, der aber nicht alles umwarf, sondern auch an vergangene Spiele und ähnliche Erfahrungen erinnerte. Ob an die Partie bei Cordi, als man nach schwacher erster Halbzeit noch mit 2:0 gewann, oder an die letzte Saison und das Heimspiel gegen Billstedt. „Da hätte es zur Pause auch 0:4 stehen müssen und am Ende haben wir es komplett gedreht. Und wir haben auch gesagt: Wenn das 1:1 fällt, egal wann, dann arbeitet es in den Köpfen von HT richtig, weil sie wissen, dass sie eigentlich schon zu Hause hätten sein müssen.“


Fabian Lemke, HEBC, 2026
DIE Chance zum Ausgleich, doch Fabian Lemke schiebt neben den Kasten. Foto: noveski.com


"Dann fangen wir an, Fußball zu spielen"


Und tatsächlich. In der 88. Spielminute hatte Fabian Lemke nach einem herausragenden Solo plötzlich nur noch HT-Keeper Bünyamin Bulanik vor sich, legte den Ball aber um Zentimeter am linken Kreuzeck vorbei. Nicht der Ausgleich. „Ich habe so ein bisschen das Gefühl: Wenn wir nichts zu verlieren haben oder im Rückstand sind und Risiko gehen müssen, dann fangen wir an, Fußball zu spielen. Dann kommen auch Fußball-Elemente rein. Und davor ist es die Angst, Fehler zu machen“, haderte Obloch – und resümierte: „Am Ende ist es natürlich verdient, weil wir nur eine Halbzeit mitgemacht haben.“


Fabian Lemke, HEBC, 2026
Banges Entsetzen bei Fabian Lemke und auch Marvin Büyüksakarya. Foto: noveski.com


"Der Druck war da"


Und auch, wenn die Gäste in den zweiten 45 Minuten „nachgelassen haben“, stand schlussendlich der anvisierte erste Saisonsieg zu Buche. Dennoch legte Örün den Finger in die Wunde: „Wir hätten schon zur Halbzeit deutlich höher führen müssen. Und dann ist klar, dass HEBC in der zweiten Halbzeit etwas ändern, mehr machen und mehr ins Risiko gehen wird. Daran müssen wir noch arbeiten, dass wir das in solch einem Spiel noch besser und konsequenter ausspielen und das zweite Tor nachlegen – dann wird es hintenraus auch nicht nochmal spannend.“ Letztlich hat man aber dem Druck standgehalten. „Wir hatten heute einige Jungs mit mehr Erfahrung auf dem Platz. Diese Ruhe hat man vor allem in der ersten Halbzeit gemerkt und gespürt. Der Druck war in dem Sinne da, dass das jetzt das dritte Spiel war und wir null Punkte hatten, obwohl wir anderthalb gute Spiele gemacht haben. Wir hoffen, dass das jetzt der Brustlöser war“, so Örün abschließend.


Marvin Büyüksakarya, HT 16, 2026
Marvin Büyüksakarya jubelt nach Abpfiff. Foto: noveski.com


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DennisKo87
Dennis Kormanjos
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