„Das Kribbeln ist zurück“ – Ex-Altonaer Barrie feiert Traum-Einstand beim ETSV Hamburg
Bei seinem allerersten Einsatz für den neuen Verein brauchte er keine 120 Sekunden, um sich in die Torschützenliste einzutragen. Nach gerade einmal 15 Zeigerumdrehungen servierte er Taiki Iimura bereits das 2:0 auf dem Silbertablett – und trug somit maßgeblich zum 8:1-Kantersieg im Pokal beim Hamm United FC bei. „Für den Anfang war das ganz okay“, huschte Aladji Barrie ein kleines Lächeln übers Gesicht. „Jetzt heißt es, weiter Gas zu geben“, verspürt der neue Stürmer des ETSV Hamburg wieder große Lust.
„Nach fast anderthalb Jahren Pause ist das Kribbeln zurückgekehrt“, lässt uns Barrie wissen. „Ich hatte einfach wieder richtig Bock, leistungsorientiert Fußball zu spielen – bei einer Mannschaft mit Ambitionen und Potenzial.“ Da der Hamburger Meister nach dem kompletten Umbruch im vergangenen Sommer noch nach einem klassischen Mittelstürmer Ausschau hielt, passte Barrie perfekt ins Profil. Und Manager Daniel Witt machte prompt Nägel mit Köpfen.
Barrie einst an der Seite von Weghorst
Der gebürtige Niederländer ist bereits weit herumgekommen. In der Saison 2013/14 absolvierte Barrie in ganz jungen Jahren einen Zweitliga-Einsatz für den FC Emmen – unter anderem an der Seite von Wout Weghorst. Er galt als vielversprechendes Talent, als hoffnungsvoller Youngster. Der ganz große Durchbruch blieb ihm in den Folgejahren allerdings verwehrt. Stattdessen prägten viele Vereinswechsel seine Vita. Auch in der Hansestadt sorgte Barrie bereits für Aufsehen – bei Altona 93 und Eintracht Norderstedt. „Ich habe an beide Vereine gute Erinnerungen“, blickt der 30-Jährige vor allem auf seine Zeit beim AFC sehr gerne zurück. „Ich war damals eine Weile verletzt. Altona war der erste Verein, wo ich wieder ambitionierter Fußball gespielt habe. Man hat mir das Vertrauen gegeben – und dafür bin ich noch immer dankbar!“

Bei Altona 93 hatte Aladji Barrie ein erfolgreiches Jahr. Foto: noveski.com
"Hamburg passt einfach zu mir"
An der „AJK“ hatte Barrie „eine richtig schöne Zeit“, wie er sagt. „Wir sind auch absolut im Guten auseinandergegangen. Das Verhältnis ist top!“ Obwohl er diverse Stationen hinter sich hat und auch in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Bremen aktiv war, hat er an seine Zeit in der Hansestadt ganz besondere Erinnerungen: „Hamburg, die Mentalität und die Menschen – das passt einfach zu mir. Deswegen habe ich immer gesagt: Wenn ich wieder Fußball spiele, dann möchte ich auf jeden Fall wieder nach Hamburg zurückkommen.“
"Qualität ist auf jeden Fall vorhanden"
Gesagt, getan. Das Feuer ist zurück. Und Barrie will es nochmal wissen. Beim amtierenden, aber gänzlich neuformierten Hamburger Champion. „Nach den ersten Einheiten kann ich sagen, dass wir eine sehr talentierte und spielfreudige Mannschaft haben“, wurde bei der Zusammenstellung der neuen Eisenbahner aber nicht nur auf „Jugend forscht“ gesetzt. „Man hat eine gewisse Erfahrung eingebracht, die ich auch miteinbringen möchte, so dass ich denke, dass man eine gute Mischung aus Talenten, die viel Potenzial haben, und gestandenen Spielern, die der jüngeren Generation noch etwas mit auf den Weg geben können, hat. Qualität ist auf jeden Fall vorhanden“, ist sich Barrie sicher.

ETSV-Manager Daniel Witt hat Aladji Barrie von einem Wechsel an den Mittleren Landweg überzeugt. Foto: noveski.com
"Die Jungs mit meiner lockeren Art mitreißen"
Nichtsdestotrotz betont er auch: „Es ist eine neu zusammengestellte Truppe. Dafür sieht das schon sehr gut aus. Jetzt müssen wir nur noch für den Feinschliff sorgen und auch das Potenzial, was wir in der Truppe haben, nutzen.“ Denn aus seiner Erfahrung heraus weiß der bullige Mittelstürmer auch: „Es bringt ja nichts, dass wir gute Kicker sind, wenn wir nicht in jedem Training hart arbeiten und als Mannschaft schnell zusammenwachsen.“ Und mit seiner Routine möchte Barrie einen großen Teil dazu beitragen, „der Mannschaft zu helfen – so gut, wie ich es kann. Ich werde versuchen, die Jungs mit meiner lockeren Art mitzureißen. Generell jedem zu helfen, wo ich kann.“
"Bin ein Spieler, der relativ schnell fit ist"
Dass er auch sportlich weiterhelfen kann, hat er in seinem allerersten Einsatz bereits unter Beweis gestellt. Und das nach anderthalbjähriger Pause. „Natürlich ist es dann nicht so einfach, sofort wieder komplett durchzustarten. Aber ich denke, ich bin gut dabei. Dass ich noch nicht bei 100 Prozent bin, das ist klar. Aber ich bin eigentlich ein Spieler, der relativ schnell wieder fit ist. Und über die Spiele kommt man dann auch wieder in seinen Rhythmus rein“, freut er sich einfach, endlich wieder auf dem Platz zu stehen.

Beim amtierenden Hamburger Meister möchte es Barrie nochmal wissen. Foto: noveski.com
"Persönlichen Ziele kommen von selbst"
Mit Zielen und Ambitionen. „Das Ziel, was ich mit der Mannschaft habe, ist einfach, dass wir als Team richtig zusammenwachsen, unser Potenzial ausschöpfen werden und hoffentlich auch weiterhin im oberen Drittel mitspielen werden. Das wäre schön. Alles weitere, was kommt, das kommt“, ordnet er seine persönlichen Ziele dem Team unter. „Ich möchte gut in die Mannschaft reinfinden, Gas geben, fit werden und mit den Jungs gemeinsam wachsen. Für mich ist jetzt erstmal nur die Mannschaft wichtig. Die persönlichen Ziele kommen dann von selbst“, sagt der Mann, der nicht nur mit eigenen Torerfolgen glänzen kann, sondern auch stets den besser postierten Nebenmann sieht. Genau damit passt er voll ins neue Anforderungsprofil des ETSV Hamburg.
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