07.05.2026 - 22:58 | Quelle: dpa/Transfermarkt | Lesedauer: unter 6 Min.
UEFA Europa League
Lukas Kübler
Früh in Überzahl 

Freiburg zieht ins Europa-League-Finale ein – Deutschland verliert Fernduell mit Spanien

SC Freiburg zieht ins Europa-League-Finale – Champions-League-Platz futsch
©IMAGO

Nach einem weiteren magischen Fußball-Abend inklusive Roter Karte, Doppelpack und Traumtor steht der SC Freiburg erstmals in einem internationalen Finale. Die Badener bezwangen den SC Braga im Halbfinal-Rückspiel der Europa League mit 3:1 (2:0) und drehten so den 1:2-Rückstand aus dem unglücklich verlorenen ersten Duell vor einer Woche. Das Endspiel am 20. Mai in Istanbul wird für den SC die größte Partie der Klubhistorie. Gegner wird Aston Villa.



Doppeltorschütze Lukas Kübler (19./72. Minute) und Shootingstar Johan Manzambi (41.) trafen vor 33.700 Zuschauern für Freiburg. Bei den Gästen sah Mario Dorgeles wegen einer Notbremse schon in der siebten Minute Rot. Der Treffer von Pau Víctor (79.) kam für die Portugiesen zu spät.



Es brodelte im Breisgau. Von der ersten Minute an peitschten die SC-Fans ihr Team lautstark nach vorn. Und die Gastgeber, die in der Anfangsphase jeden Zweikampf suchten, erwischten durch den Platzverweis einen perfekten Start. Niklas Beste stürmte frei auf Bragas Keeper Lukas Hornicek zu und wurde von Dorgeles zu Fall gebracht. Schiedsrichter Davide Massa aus Italien zeigte dem Mittelfeldspieler, der die Freiburger mit seinem Siegtor in der Nachspielzeit vor einer Woche noch geschockt hatte, umgehend und zu Recht die Rote Karte.


Kübler trifft für den SC Freiburg kurios, Manzambi traumhaft


Braga musste also mehr als 80 Minuten in Unterzahl auskommen – und das gegen den heimstarken Sport-Club, der seine Europa-League-Spiele im eigenen Stadion in dieser Saison allesamt gewonnen hat. Die Badener drängten die Portugiesen weitgehend hinten rein, hatten mehr als 70 Prozent Ballbesitz und beim Führungstreffer dann auch das Glück auf ihrer Seite.



Nach einer zu kurzen Kopfballabwehr der Gäste flipperte Kübler die Kugel irgendwie an den linken Innenpfosten, von wo aus sie zum 1:0 ins Netz rollte. In der Folge ließ der Tabellenvierte der portugiesischen Liga erst mal keine weiteren Freiburger Großchancen zu, musste aber viel hinterherlaufen. SC-Trainer Julian Schuster wies seine Spieler mehrfach an, die Ruhe zu bewahren.


Marktwert
Lukas Kübler
L. Kübler Rechter Verteidiger
1,50 Mio. €


Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel stach der Bundesliga-Siebte dann doch noch mal zu – und wie. Mittelfeldjuwel Manzambi, diesmal statt des verletzten Yuito Suzuki auf der Spielmacher-Position, traf per Schlenzer aus 20 Metern. Braga reagierte auf den Rückschlag und hätte kurz vor der Pause fast noch verkürzt: Víctor Gómez traf aber nur den Pfosten, beim Nachschuss von Rodrigo Zalazar rettete SC-Verteidiger Philipp Treu (45.+1).


Marktwert
Johan Manzambi
J. Manzambi Offensives Mittelfeld
65,00 Mio. €


Als wäre Bragas Doppelchance noch mal eine Warnung gewesen, drängten die Freiburger zu Beginn des zweiten Durchgangs auf die Entscheidung. Vincenzo Grifo mit einem Schuss an den Pfosten (47.), Abwehrchef Matthias Ginter (49.) und der umtriebige Manzambi (52.) vergaben Möglichkeiten im Minutentakt. Auch die Gäste wurden anschließend wieder offensiver, nun gab es Chancen auf beiden Seiten. Routinier João Moutinho verzog nur ganz knapp (69.), dann parierte Gästetorwart Hornicek gleich zweimal stark (70.).



Nachdem Außenverteidiger Kübler per Kopf auf 3:0 gestellt hatte, schien die Partie zugunsten der Freiburger entschieden. Victor – ebenfalls per Kopf – machte es noch mal spannend. Braga warf in der Schlussphase alles nach vorn. Anders als beim Drama gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokal vor zwei Wochen platzte Freiburgs Finaltraum diesmal aber nicht.


Aston Villa schießt Nottingham ab und zieht ins Europa-League-Finale


Auch im anderen Halbfinal-Rückspiel wurde das englische Duell noch gedreht. Aston Villa bezwang Nottingham Forest nach dem 0:1 im Hinspiel deutlich mit 4:0 (1:0). Ollie Watkins (36.) brachte den Klub aus Birmingham in der ersten Halbzeit in Führung, nach der Pause erhöhte der Ex-Leverkusener Emiliano Buendía (58.) per Elfmeter. John McGinn (77./80.) machte kurz vor Schluss mit einem Doppelpack alles klar.


Marktwert
John McGinn
J. McGinn Zentrales Mittelfeld
13,00 Mio. €


Zusätzlicher Champions-League-Platz geht an Spanien


Trotz des Finaleinzugs der Freiburger hat Deutschland jedoch keine Möglichkeit mehr, den zusätzlichen Champions-League-Startplatz über das UEFA-Ranking zu erreichen. Da Rayo Vallecano in der Conference League am Donnerstag auch das Rückspiel beim RC Straßburg Alsace mit 1:0 (1:0) gewann, ist der Vorsprung Spaniens zu groß. Der UEFA-Koeffizient für LaLiga wuchs durch den Erfolg der Franjirrojos auf 22,093 an. Würde Freiburg das Europa-League-Endspiel gewinnen, käme die Bundesliga maximal auf 22,071.



Worum geht es genau? Die UEFA vergibt jede Saison zwei zusätzliche Startplätze in der Champions League an die beiden Länder, deren Vereine im Europacup am besten punkten. Das UEFA-Ranking errechnet sich aus den Leistungen aller teilnehmenden Teams. Mit einem Sieg – egal in welchem Wettbewerb – sammelt ein Klub zwei Punkte, mit einem Remis einen. In der Qualifikation und den Playoffs halbiert sich diese Zahl. Ab der Ligaphase gibt es für bestimmte Platzierungen und das Erreichen weiterer Runden Bonuspunkte. Die Gesamtpunkte einer Nation werden durch die Zahl der Vereine geteilt, die aus diesem Land im Europokal vertreten sind. So ergibt sich der UEFA-Koeffizient.



Unangefochtener Spitzenreiter in dieser Saison ist wieder England mit 28,125 Punkten. Die Premier League hatte eines der begehrten zwei Champions-League-Tickets schon vor den Halbfinals sicher. Die Breisgauer könnten jedoch noch für einen fünften deutschen Teilnehmer in der Königsklasse sorgen. Mit dem Titelgewinn würden sie einen Platz in der Champions League bekommen. Würde sich der Sport-Club in dem Fall über die Bundesliga auch für den Europacup qualifizieren, würde dieser Startplatz wegfallen und an eine andere Nation gehen. Würde Freiburg Platz sieben verpassen, würde sich die Zahl der Europacup-Teilnehmer hingegen auf acht erhöhen.


Vier Jahre nach Eintracht-Titel: Glasner im nächsten Finale


Auf Rayo Vallecano, das durch einen Treffer von Torjäger Alemão (42.) gewann, wartet im Finale der Conference League der Top-Favorit Crystal Palace. Die Engländer gewannen nach dem 3:1-Hinspielerfolg am Abend auch das Rückspiel gegen Shakhtar Donetsk mit 2:1 (1:1). Das Endspiel steigt am 27. Mai in Leipzig.



Für die Treffer der Londoner sorgten ein Eigentor von Pedro Henrique (25.) und Ismaïla Sarr (52.). Eguinaldo (34.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. Trainer Oliver Glasner greift zum Abschied mit den Eagles nun nach der nächsten internationalen Trophäe.


Marktwert
Ismaïla Sarr
I. Sarr Rechtsaußen
45,00 Mio. €


Glasner könnte vier Jahre nach dem Europa-League-Titel mit Eintracht Frankfurt erneut einen internationalen Wettbewerb gewinnen. Der 51 Jahre alte Österreicher ist 2024 auf die britische Insel gewechselt und hat im vergangenen Jahr überraschend den FA Cup gewonnen. Bei einem Titelgewinn in der Conference League geht es direkt in die Europa League. Über die Liga ist das nicht mehr möglich. Crystal Palace belegt in der Premier League derzeit Rang 15 mit 43 Punkten. Am Saisonende wird der Österreicher die Eagles verlassen.



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Letzte Beiträge Newsforum

Tharanos Borussia Dortmund Tharanos 09.05.2026 - 00:32
Egal wie man sich auch im Finale schlägt, Freiburg kann mächtig stolz auf sich sein. Respekt vor dieser Leistung bis hier hin. Wünsche euch ganz viel Erfolg und genießt einfach das Finale. Chancenlos seid ihr nicht grins Immerhin habt ihr es besser gemacht als wir damals smile
NurLiebe SC Freiburg NurLiebe 08.05.2026 - 22:44
Zitat von Albendea
Zitat von NurLiebe

Zitat von SummerOf96

Zitat von Albendea

Zum fünften Platz: Wozu will man den? Man gucke sich doch die aktuelle Tabelle mal an. Mal vorstellen Deutschland hätte es geschafft, dann tritt Deutschland wahrscheinlich mit Bayern und Dortmund aber auch Leipzig, Leverkusen und Hoffenheim an. Ist das wirklich die internationale Vermarktung für die Bundesliga die man will? Klar Bayern und Dortmund sind auch international große Namen, aber wenn der Rest Konzern teams ist spricht das nicht für die attraktiv der Liga.


Durch den 5.Platz wäre mehr Geld in die Liga gekommen. Dadurch wird sie attraktiver - unabhängig der Teilnehmer.

Mit England und Spanien haben sich seit Einführung des Modus erstmals Länder re-qualifiziert. Es sollte nicht im Interesse von zB Italien oder Deutschland sein, dass sich ein Spanien an #2 weiter etabliert. England ist finanziell ohnehin enteilt.

Mehr noch, es ist halt auch quatsch subjektive Antipathien mit internationaler Attraktivität im einen Topf zu werfen. Bei Hoffenheim kann man ihm ja wirklich noch recht geben. Aber Leipzig ist international inzwischen nicht kleiner als Dortmund und hat sich bereits in Ländern etabliert, wo selbst die Bayern noch keinen Fuß in der Tür haben. Und auch Stuttgart und Leverkusen sind international wieder im Kommen. Was "Konzernteams" angeht, bin ich ja hierzulande noch zum Teil auf seiner Seite (werfe Leverkusen da aber sicher nicht in einen Topf mit rein), empfehle ihm aber dringend, sich mal mit den Modellen anderer internationaler Clubs auseinander zu setzen. Und ich meine da nicht mal PSG. Schau alleine mal nach England. Ich empfehle auch, weniger Meinungen nachzuplappern.


Wo hat sich Leipzig etabliert?
Vor allem gegenüber Bayern?
Jedes Kind in Deutschland hat eine Bayern Phase und ich habe international öfters Bayern trikots gesehen. Ich habe noch nie jemanden irgendwo ein Leipzig Trikot tragen sehen. Ich habe noch nie einen Laden gesehen der überhaupt Leipzig trikots hat. Bayern trikots in Läden international habe ich schon häufig gesehen.
Also das ist ja wirklich ein abstruser Vergleich.
Die gleiche Situation gilt aus meiner Erfahrung auch für Dortmund, obwohl ich die viel seltener sehe (vor allem international) als Bayern. Immer noch mehr als Leipzig.

Auf das meiste von dir möchte ich jetzt nicht eingehen, da es ja doch sehr tendenziös ist. Ich möchte dich nur hier berichtigen. Ich habe nie behauptet, RB Leipzig sei international auch nur annähernd so etabliert wie Bayern München. Das hast du dir hier zusammengeschummelt. Ich habe darauf hingewiesen, dass es Märkte gibt, bei denen die Leipziger schon einen Fuß drin haben, die Bayern aber noch relativ wenig tätig sind. In Brasilien beispielsweise, bzw. eigtl in Südamerika allgemein. Auch habe ich darauf hingewiesen, dass RB Leipzig, nämlich außerhalb von Europa, Borussia Dortmund in Sachen Markenbekanntheit in nichts mehr nachsteht. Red Bull ist international im Sport als Marke einfach ein enormes Zugpferd. Die Antipathien dagegen, die wir hierzulande haben und die ich ja auch teile, täuschen bei vielen, und da zähle ich dich jetzt einfach mal dazu, eben darüber hinweg. Und wie gesagt, ist das Problem das du zurecht ansprichst in England einfach viel stärker vertreten als bei uns. Dass du das bei Leverkusen anders wahrnimmst, als beispielsweise bei Man City, Chelsea, Liverpool oder den Wolves, Arsenal, Tottenham oder Newcastle, als bei Girona, Valencia, Mallorca, Sevilla oder Getafe ist einerseits natürlich subjektiv, andererseits aber schlicht ein soziologisches Phänomen, das sogar relativ leicht zu erklären ist, auch wenn du das nicht hören willst: Konformität und Internalisierung.


Ich für meinen Teil mag meine Bundesliga BUNT. Und auch wenn ich herzlich auf Red Bull und SAP verzichten kann, so finde ich es beim Rest doch toll, dass jeder Verein komplett unterschiedliche Ursprungsgeschichten (denk da z.B. mal an die Geschichte des FC Bayern und 1860 München) hat und finde da dass Leverkusen da eine einzigartige Perspektive mit rein bringt, die sogar Charme hat. Ich meine: gegründet zur Feierabendbetätigung der Arbeiter eines Werks und dann von eben diesem finanziell unterstützt. Die Geschichte funktioniert. Man muss deswegen jetzt nicht Leverkusen-Fan werden. Aber, wenn auch nur als Antagonist in deiner eigenen kleinen Fußballfangeschichte, haben sie auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung.
NurLiebe SC Freiburg NurLiebe 08.05.2026 - 22:05
Zitat von Berliner
Zitat von NurLiebe

Ich sage das wirklich wahnsinnig ungern und mit viel Wehmut, aber gegen eine Mannschaft wie Aston Villa kann das im Finale eigentlich kein Thema sein. Gut möglich, dass wir da unter die Räder kommen können.
Wahrscheinlich tun wir deutlich besser daran, in der Liga den Conference League Platz festzumachen um dort dann in der nächsten Saison auf den Titel zu schielen. Das wäre nachhaltiger als jetzt von Titel und Champions League zu träumen und dann am Ende nächstes Jahr daheim bleiben zu müssen. Endlich mal so ein Finale zu spielen, ist ein großartiger Erfolg und für mich mehr als ausreichend.


Villa hat 3 der letzten 4 Spiele verloren, unter anderem auch das Hinspiel gegen Nottingham. Und ich würde schon denken, dass der SC da mehr als nur eine Minimalchance hat. Das ist ein Finale und da kann alles passieren. Klar ist Villa erstmal Favorit, aber so chancenlos ist Freiburg auch nicht.
Wird spannend sein zu sehen, wie der Trend der zwei Mannschaften sich in den nächsten 2 Wochen entwickelt.

Da würde ich widersprechen. Ich denke, da liegt sogar noch eine Liga dazwischen.
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