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Fankultur in Bielefeld

30.10.2007 - 13:20 Uhr
Fankultur in Bielefeld |#651
07.12.2020 - 15:45 Uhr
Zitat von TG-DSC-Arminia

Eine Befürchtung die ich da eher habe ist, dass im Zuge und im Schutzmantel der Pandemie die Stehplätze abgeschafft werden. Direkt vor der ersten Welle, gab es massive Anfeindungen an D. Hopp, DFB und viele weitere, dazu auch der mehr oder weniger übliche gebrauch von Pyrotechnik, ich befürchte die Politik könnte unter dem Vorwand der Abstandsregelungen und der besseren Nachverfolgung die Stehplätze "übergangsweise" abschaffen und das dann nicht mehr zurück drehen. Bitte nicht falsch interpretieren, ich möchte hier in keiner Weise Beleidigungen und/oder Gewalt gutheißen, ich habe einfach nur ein wenig Angst um die bezahlbarsten und Stimmungsreichsten Plätze im Stadion.


Also das wäre ein Super-GAU für die Fußballkultur. Wo sollen von jungen Fans die Erfahrungen gemacht werden, die ein Leben lang wirken und durch die Dein Verein sogar dann ein Stück Heimat bleibt, wenn Du aus beruflichen Gründen in ganz andere Ecken Deutschlands oder der Welt ziehen musst?

Bei allem Respekt vor Sitzplatzfans (ich bin selber mit meinen Kids gerne mal einer) denke ich nicht, das Jugendliche und junge Erwachsene auf Sitzplätzen die gleiche Emotionalität erleben und erlernen, wie im Getümmel auf dem Stehplatzblock. Konzerte, Diskotheken und Festivals, also andere prägende Sozialräume für Heranwachsende, zeichnen sich ja auch durch Enge, Lautstärke und Körperkontakt aus. Das trägt offensichtlich zu einem guten Teil den Erlebnischarakter.

Also meine Meinung ist: Wer die Sitzplätze abschafft, kappt die Wurzeln, aus denen die treue Anhängerschaft der nächsten Generation wachsen wird!

In England mag das zwar auch anders funktionieren, aber nicht umsonst wird in England die Wiedereinführung der Stehplätze diskutiert. Und die deutsche Fußballkultur ist aus meiner Sicht ohne Steher unvorstellbar.

Ich hoffe sehr, dass TG-DSC-Arminia mit seiner Befürchtung nicht recht hat! Sonst sitze ich am Ende mit einigen anderen versprengten 80jährigen Altfans da und versuche, durch klappern mit den dritten Zähnen die Mannschaft zu pushen...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von normalgehtnich am 07.12.2020 um 15:54 Uhr bearbeitet
Fankultur in Bielefeld |#652
07.12.2020 - 16:25 Uhr
Zitat von studti
Zitat von Juan-Lede

Dennoch bereitet die Entwicklung Arabi Sorgen. „Wir merken eine Entfremdung, die Zuschauer entfremden sich. Wir haben extreme Rückgänge im Merchandising-Bereich und setzen als Bundesligist weniger um als im Zweitliga-Jahr. Mit dieser Situation müssen wir uns auseinandersetzen“, sagte er.


Es wundert mich überhaupt nicht, dass der Merchandising-Bereich gerade einbricht. Denn was will man mit einem Trikot oder Schal, wenn man nicht ins Stadion gehen kann? Die meisten werden es nicht außerhalb tragen.

Mit der zukünftigen Strahlkraft des Fußballs nach Corona setzt sich auch der folgende Artikel auseinander:
https://www.mdr.de/sport/fussball_3l/fanforscher-fussball-zukunft-ohne-zuschauer-102.html

Darin wird u.a. beschrieben, welche große Probleme manche Vereine hatten, in Coronazeiten die wenigen Tickets überhaupt an die Fans zu bringen und es stellt sich die Frage, ob es nach Corona eine völlige Entfremdung zu den Vereinen geben wird, weil der Fußball nachhaltig an Bedeutung verloren hat und die Menschen sich daran gewöhnt haben, ihre Wochenenden ohne den Stadionbesuch zu verbringen oder ob die Fans wieder total euphorisch sein werden, dass sie das Liebgewonne wieder zurückhaben.
Was meint ihr?
Und wie erlebt ihr das?
Für die Vereine ist es jedenfalls sehr schwer in dieser Lage die Bindung zu den Fans aufrecht zu erhalten, was sich ja auch nicht nur im Kaufverhalten ausdrückt. Ich merke jedenfalls an mir selber, dass ich seltener hier vorbeischaue, nicht wie vorher alle Podcast-Folgen und die Pressekonferenzen verfolge und einige Spiele vollkommen verpasst habe.
Aber ich gehe davon aus, dass die Begeisterung auch in dem Moment wieder zurück kommt, in dem ich wieder ins Stadion gehe und ich dann wieder mindestens so begeistert bin wie vorher - oder es vielleicht sogar wieder mehr zu schätzen weiß.


Ich trage ja Trikots gern auch zum Sport, im Fitnessstudio (aktuell ja auch nicht) und draußen zum Joggen.
Da habe ich mich auch mit dem weißen Dress (Trikot und Hose) eingekleidet.
Jetzt für den Winter hätte ich mich über ein Trainingstop mit Kapuze gefreuet. Die von saller waren klasse. Da habe ich insgesamt 4-5 Stück von.
Aber ich finde die Macron-Preise auch schon etwas hoch was die Trainingsklamotten angeht.

Ansonsten beschäftigt mich Fußball und Arminia aktuell auch weniger als sonst. Spiele verfolge ich maximal im Ticker. Oder hole mir das Ergebnis im Nachgang. Und dann montags die Gratis-Zusammenfassung bei youtube.
Fankultur in Bielefeld |#653
23.02.2021 - 11:42 Uhr
Wie wichtig die Fans im Stadion sind, wurde heute morgen in der NW nochmal anschaulich dargestellt : Die Heimspiele wurden mit ca. 50 % von der Heimmannschaft gewonnen, aktuell ist diese Quote bei den "Geisterspielen" auf ca. 33 % gefallen.

Als Aufsteiger hat es Arminia da erheblich schwieriger als in früheren Zeiten, auch ganz abgesehen von den Einbussen, die wir finanziell durch das Ausbleiben der Zuschauer haben.
Fankultur in Bielefeld |#654
23.02.2021 - 12:57 Uhr
Zitat von Johannesbach
Wie wichtig die Fans im Stadion sind, wurde heute morgen in der NW nochmal anschaulich dargestellt : Die Heimspiele wurden mit ca. 50 % von der Heimmannschaft gewonnen, aktuell ist diese Quote bei den "Geisterspielen" auf ca. 33 % gefallen.

Als Aufsteiger hat es Arminia da erheblich schwieriger als in früheren Zeiten, auch ganz abgesehen von den Einbussen, die wir finanziell durch das Ausbleiben der Zuschauer haben.


Gerade das Letzte wird noch ein Problem werden! Weil finanziell geht man halt schon am Stock. Mit etwas Glück kann man in der kommenden Saison mit Zuschauern planen. Damit rechnen würde ich damit jedoch nicht. Da müssen wir noch bis Sommer uns in Geduld üben.

•     •     •

„Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“
🇩🇪🇮🇱🇿🇦

Fankultur in Bielefeld |#655
23.02.2021 - 13:32 Uhr
Woher kommt eigentlich diese Aussage, dass Arminia es durch die fehlenden Zuschauer noch schwerer trifft als andere? Gibt es da verlässliche Quellen zu, die das belegen? Irgendwie bekommt das ja schon einen Grundtenor, der einfach gar nicht mehr in Frage gestellt wird. Mir persönlich leuchtet das aber nicht unbedingt ein.

Arminia oder viel mehr die 11 bzw. 23 Mann gehen in jedes Spiel als krasser Außenseiter und dürften somit bis in die Haarspitzen motiviert sein, sich mit Spielern wie Lewandowski, Haaland o. A. zu messen. Ob das andersrum genauso ist, dass ein Lewandowski vor Motivation sprudelt, wenn der Gegenspieler Amos Pieper und nicht Mats Hummels ist, könnte man zumindest anzweifeln.

Und warum unser Team, das sowieso schon hochmotiviert sein sollte, noch motivierter wird, weil 26.000 Fans da sind, gleichzeitig die Bayern-Spieler, für die Arminia nun mal grauer Fußballalltag ist, durch ihre 75.000 aber keinen Motivationsschub bekommen sollen, leuchtet mir nicht wirklich ein. Klar die Alm kann in vielen Spielen zum Hexenkessel werden. Das gilt für andere Stadien aber auch. Genauso können die Fans aber auch bei uns lähmen oder Druck erzeugen, wenn es nicht läuft. Und dass unser Team als Aufsteiger nicht noch mehr angepeitscht wird und ihm nicht mehr verziehen wird, sieht man doch allein hier im Forum nach jeder Niederlage - zumal die Leute hier sogar noch deutlich mehr Abstand haben und über ihre Reaktionen dementsprechend viel umfassender nachdenken können.

Nicht, dass ich damit in irgendeiner Form bessere Leistungen einfordern würde. Garantiert nicht, denn wir stehen aus meiner Sicht immernoch sehr gut da. Aber wir würden auch mit Fans nicht besser da stehen. Nur immer zu behaupten, dass es uns besonders hart aufgrund der fehlenden Zuschauer trifft, halte ich für falsch - im Übrigen auch aus finanzieller Sicht. Hier sind aus meiner Sicht Arminia und Stuttgart sogar die großen Gewinner im Vergleich zur Konkurrenz. Denn man konnte ja bereits zum Aufstieg mit dem Szenario Fan-freie-Saison planen. Da wird es definitiv leichter fallen, nicht ganz so hoch mit dem geplanten Budget gehen zu können, als mit dem bislang immer benötigten Budget nicht mehr planen zu können.

Einzig echten Nachteil sehe ich den Einzelschicksalen unserer Spieler, die es sicherlich härter trifft ihre vll einzige Bundesligasaison in ihrem Leben nicht mit ihren Fans genießen zu können. Nur sollte das keinen Einfluss auf den Ausgang der Spiele haben.
Fankultur in Bielefeld |#656
23.02.2021 - 15:25 Uhr
Zitat von Carcharoth
Woher kommt eigentlich diese Aussage, dass Arminia es durch die fehlenden Zuschauer noch schwerer trifft als andere? Gibt es da verlässliche Quellen zu, die das belegen? Irgendwie bekommt das ja schon einen Grundtenor, der einfach gar nicht mehr in Frage gestellt wird. Mir persönlich leuchtet das aber nicht unbedingt ein.


Man kann nicht immer alles mit Quellen belegen, aber die Spieler haben schon oft betont, dass die Fans fehlen und die Alm durchaus das eine oder andere Prozent freikitzeln kann. Mag auch auf andere Vereine zutreffen, allerdings hast du einfach nicht in jedem Stadion diese von dir bereits angesprochene Hexenkesselatmosphäre.
Zitat von Carcharoth

Und warum unser Team, das sowieso schon hochmotiviert sein sollte, noch motivierter wird, weil 26.000 Fans da sind, gleichzeitig die Bayern-Spieler, für die Arminia nun mal grauer Fußballalltag ist, durch ihre 75.000 aber keinen Motivationsschub bekommen sollen, leuchtet mir nicht wirklich ein. Klar die Alm kann in vielen Spielen zum Hexenkessel werden. Das gilt für andere Stadien aber auch. Genauso können die Fans aber auch bei uns lähmen oder Druck erzeugen, wenn es nicht läuft. Und dass unser Team als Aufsteiger nicht noch mehr angepeitscht wird und ihm nicht mehr verziehen wird, sieht man doch allein hier im Forum nach jeder Niederlage - zumal die Leute hier sogar noch deutlich mehr Abstand haben und über ihre Reaktionen dementsprechend viel umfassender nachdenken können.


Für unsere Jungs wäre jedes Spiel vor ausverkaufter Hütte jedes mal aufs neue ein Highlight. Noch nie Bundesliga gespielt, noch keine Saison jedes Spiel vor annähernd bis komplett ausverkauftem Haus. Auch das ist für Bayern wie du es so schön beschreibst "grauer Fußballalltag". Nur weil man das nicht rational belegen kann heißt das nicht, dass Fansupport keine Leistung freisetzt und dass Support oft dem Underdog in einem Spiel mehr hilft. Allerdings wird Support von den Rängen natürlich aus einem Fabian Klos fußballerisch keinen Robert Lewandowski machen, Pieper wird nicht in Hummels manier den Ball erobern und ihn mal eben selbst bis zum gegnerischen 16er tragen und Marcel Hartel wird nicht reihenweise Freistöße direkt verwandeln, allerdings haust du dich immer ein paar % mehr rein wenn du vor Zuschauern spielst. Wenn wir früher beim Handball vor der Herrenmannschaft spielen durften und die Halle schon voll war, war jeder ein kleines bisschen zusätzlich motiviert, das mal nur so als Beispiel. Ob diese paar % unser Spiel mehr als voranbringen als das der Bayern? Ich denke schon. Klar gewinnen wir dadurch nicht jedes Spiel, aber es hilft.

Zitat von Carcharoth

im Übrigen auch aus finanzieller Sicht. Hier sind aus meiner Sicht Arminia und Stuttgart sogar die großen Gewinner im Vergleich zur Konkurrenz. Denn man konnte ja bereits zum Aufstieg mit dem Szenario Fan-freie-Saison planen. Da wird es definitiv leichter fallen, nicht ganz so hoch mit dem geplanten Budget gehen zu können, als mit dem bislang immer benötigten Budget nicht mehr planen zu können.


Ääähm. Ja. Okay. Rufst du bitte mal Herrn Rejek an und erklärst ihm, dass etwa eine halbe Million weniger Einnahmen pro Spiel eigentlich garnicht so schlimm sind? Hast du den Artikel gelesen, der heute veröffentlich wurde? Ich denke mal, wenn man die Saison so geplant hätte, wie von dir gefordert, dann hätten uns ein paar Spieler verlassen und noch dazu wäre kein einziger gekommen. KEIN Verein hat vor der Saison kalkuliert, dass zu 99% der Spiele keine Zuschauer kommen dürfen. Wäre auch dumm, ein gewisses Risiko muss man halt eben auch mit einplanen um sich konkurrenzfähig aufzustellen. Aber lies doch bitte einfach den Artikel von heute, dann bist du aufgeklärt zwinker. Sorry aber mit solchen Aussagen um sich zu werfen obwohl man mit der Materie nicht vertraut ist finde ich schon wirklich gewagt.
Fankultur in Bielefeld |#657
23.02.2021 - 16:44 Uhr
Zitat von Steinhaeger

Zitat von Carcharoth

Woher kommt eigentlich diese Aussage, dass Arminia es durch die fehlenden Zuschauer noch schwerer trifft als andere? Gibt es da verlässliche Quellen zu, die das belegen? Irgendwie bekommt das ja schon einen Grundtenor, der einfach gar nicht mehr in Frage gestellt wird. Mir persönlich leuchtet das aber nicht unbedingt ein.


Man kann nicht immer alles mit Quellen belegen, aber die Spieler haben schon oft betont, dass die Fans fehlen und die Alm durchaus das eine oder andere Prozent freikitzeln kann. Mag auch auf andere Vereine zutreffen, allerdings hast du einfach nicht in jedem Stadion diese von dir bereits angesprochene Hexenkesselatmosphäre.
Zitat von Carcharoth

Und warum unser Team, das sowieso schon hochmotiviert sein sollte, noch motivierter wird, weil 26.000 Fans da sind, gleichzeitig die Bayern-Spieler, für die Arminia nun mal grauer Fußballalltag ist, durch ihre 75.000 aber keinen Motivationsschub bekommen sollen, leuchtet mir nicht wirklich ein. Klar die Alm kann in vielen Spielen zum Hexenkessel werden. Das gilt für andere Stadien aber auch. Genauso können die Fans aber auch bei uns lähmen oder Druck erzeugen, wenn es nicht läuft. Und dass unser Team als Aufsteiger nicht noch mehr angepeitscht wird und ihm nicht mehr verziehen wird, sieht man doch allein hier im Forum nach jeder Niederlage - zumal die Leute hier sogar noch deutlich mehr Abstand haben und über ihre Reaktionen dementsprechend viel umfassender nachdenken können.


Für unsere Jungs wäre jedes Spiel vor ausverkaufter Hütte jedes mal aufs neue ein Highlight. Noch nie Bundesliga gespielt, noch keine Saison jedes Spiel vor annähernd bis komplett ausverkauftem Haus. Auch das ist für Bayern wie du es so schön beschreibst "grauer Fußballalltag". Nur weil man das nicht rational belegen kann heißt das nicht, dass Fansupport keine Leistung freisetzt und dass Support oft dem Underdog in einem Spiel mehr hilft. Allerdings wird Support von den Rängen natürlich aus einem Fabian Klos fußballerisch keinen Robert Lewandowski machen, Pieper wird nicht in Hummels manier den Ball erobern und ihn mal eben selbst bis zum gegnerischen 16er tragen und Marcel Hartel wird nicht reihenweise Freistöße direkt verwandeln, allerdings haust du dich immer ein paar % mehr rein wenn du vor Zuschauern spielst. Wenn wir früher beim Handball vor der Herrenmannschaft spielen durften und die Halle schon voll war, war jeder ein kleines bisschen zusätzlich motiviert, das mal nur so als Beispiel. Ob diese paar % unser Spiel mehr als voranbringen als das der Bayern? Ich denke schon. Klar gewinnen wir dadurch nicht jedes Spiel, aber es hilft.

Zitat von Carcharoth

im Übrigen auch aus finanzieller Sicht. Hier sind aus meiner Sicht Arminia und Stuttgart sogar die großen Gewinner im Vergleich zur Konkurrenz. Denn man konnte ja bereits zum Aufstieg mit dem Szenario Fan-freie-Saison planen. Da wird es definitiv leichter fallen, nicht ganz so hoch mit dem geplanten Budget gehen zu können, als mit dem bislang immer benötigten Budget nicht mehr planen zu können.


Ääähm. Ja. Okay. Rufst du bitte mal Herrn Rejek an und erklärst ihm, dass etwa eine halbe Million weniger Einnahmen pro Spiel eigentlich garnicht so schlimm sind? Hast du den Artikel gelesen, der heute veröffentlich wurde? Ich denke mal, wenn man die Saison so geplant hätte, wie von dir gefordert, dann hätten uns ein paar Spieler verlassen und noch dazu wäre kein einziger gekommen. KEIN Verein hat vor der Saison kalkuliert, dass zu 99% der Spiele keine Zuschauer kommen dürfen. Wäre auch dumm, ein gewisses Risiko muss man halt eben auch mit einplanen um sich konkurrenzfähig aufzustellen. Aber lies doch bitte einfach den Artikel von heute, dann bist du aufgeklärt zwinker. Sorry aber mit solchen Aussagen um sich zu werfen obwohl man mit der Materie nicht vertraut ist finde ich schon wirklich gewagt.


Also erstmal stimme ich dir in fast jedem Punkt zu, was die Auswirkungen von Fans auf die Spieler angeht. Das stelle ich in keinster Weise in Frage. Nur warum hilft sie Arminia mehr als allen anderen oder jetzt im Umkehrschluss: Warum schaden die fehlenden Fans uns mehr als allen anderen? Ja bei uns gibt es sehr oft bessere Stimmung als z. B. bei Wolfsburg, aber genauso wahr ist, dass bei uns die Stimmung eben auch in vielen Spielen nicht mit Köln, Schalke oder Frankfurt mithalten kann.

Dein Beispiel vom Handball unterstützt meine These ja auch zu 100%. Du sagst, ihr seit besonders motiviert gewesen, weil es gegen die Herrenmannschaft ging. Die volle Hütte hat euch zusätzlich motiviert. Im Bundesligaspiel wird Arminia besonders motiviert sein, weil es gegen Mannschaften geht, mit denen man sich in den letzten Jahren nicht messen konnte. Vor voller Hütte würde die Motivation noch höher liegen. Aber dieser Motiviationsschub ist nichts, was Arminia alleine gepachtet hat. So wie wir im Heimspiel einen weiteren Vorteil hätten, hätten wir in den 17 Auswärtsspielen einen zusätzlichen Nachteil.

Es auch sicher so, dass man zu Beginn der Saison die Euphorie noch besser hätte transportieren können. Aber 3 Jahrzehnte auf der Süd lehren mich eben auch, dass egal ob gerade aufgestiegen oder nicht, diese Euphorie schneller weg ist als man glaubt. Unsere Niederlagenserie im Herbst hätte sich also mit Fans und dem zusätzlichen Druck also auch durchaus noch länger ziehen können - das eine wie das andere ist Spekulatius.

Zu deinem letzten Absatz bin ich selbstverständlich vollkommen anderer Meinung. Zum Artikel kann ich nicht viel sagen, da ich kein NW+ habe. Das würde aber auch nichts daran ändern, dass du meine Aussage absolut verstanden hast, ich sie aber relativ gemeint und formuliert habe. Alle Profivereine in Deutschland haben harte Einschnitte vor oder hinter sich. Dortmund, Bayern, Schalke mit kalkulierten 60.000+ Zuschauern und einer darauf ausgerichteten Infrastruktur aber sicherlich mehr als Arminia, die einerseits auch mit ausverkauftem Haus weniger Zuschauereinnahmen generiert hätten und andererseits bis vor der Saison nicht diese Infrastruktur notwendig hatten. Das ist kein "mit Aussagen um sich werfen ohne Ahnung von der Materie" sondern reine Mathematik. Wenn man in einem geschlossenen Wettbewerb steht und alle Verlust machen, hat der mit den kleinsten Verlusten, den größten Vorteil. Dass Markus Rejek mit Arminia deswegen trotzdem durch harte Zeiten gehen muss und auch bei Arminia persönliche Schicksale dahinter stehen tut dem ja keinen Abbruch. Deshalb hat er auch alles Recht das anzumerken.

Ich leite selbst ein kleines Unternehmen innerhalb einer Unternehmensgruppe. Alle Unternehmen in unserer Gruppe fahren aktuell Verluste ein. Härter treffen tut es aber stand jetzt die größeren, weil man den "Apparat" der im Hintergrund laufen muss eben nicht so schnell an und ausschalten (Kurzarbeit, Investitionsstops, Entwicklungsrückstellungen etc.) wie bei einer sechs Mann Bude. Und aus meiner Sicht kann man das eben durchaus auch auf die Bundesliga übertragen.

Und es bleibt meine Quintessenz: Ich sehe nicht ein, warum unsere Arminia durch die Pandemie härte getroffen sein soll als die anderen deutschen Profivereine, wie es hier oft dargestellt wird. Alle Vereine haben mit den gleichen Problemen und Herausforderungen zu arbeiten und Fans für den einen mehr als Vorteil zu sehen als für den anderen ist reine Spekulation.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Carcharoth am 23.02.2021 um 16:49 Uhr bearbeitet
Fankultur in Bielefeld |#658
23.02.2021 - 17:05 Uhr
Zitat von Carcharoth
Und es bleibt meine Quintessenz: Ich sehe nicht ein, warum unsere Arminia durch die Pandemie härte getroffen sein soll als die anderen deutschen Profivereine, wie es hier oft dargestellt wird.


Ist halt die Frage, wie hoch der prozentuale Anteil der verkauften Eintrittskarten am Gesamtumsatz ist. Wenn die Einnahmen bei allen wegfallen, es bei den Bayern aber beispielsweise nur 5 % des Umsatzes ausmachen, beim DSC aber vielleicht 25%, dann wäre die Arminia durchaus härter betroffen.

Und dass es Vereine gibt, die - beispielsweise aufgrund der Verteilung der TV-Gelder oder durch Anteilsverkäufe an Investoren/Sponsoren - auch neben dem Ticketing teilweise über üppigere Geldquellen verfügen, ist jetzt nicht so weit hergeholt, denke ich.
Fankultur in Bielefeld |#659
23.02.2021 - 17:16 Uhr
Lies bitte meine Ausführungen nochmal, du hast da einiges übersehen und falsch bzw. vielleicht auch garnicht gelesen. Mehrere Sachen hast du falsch wiedergegeben oder eben garnicht beachtet. Keine Lust das jetzt alles nochmal mühsam aufzuzählen.

Zitat von Carcharoth

Und es bleibt meine Quintessenz: Ich sehe nicht ein, warum unsere Arminia durch die Pandemie härte getroffen sein soll als die anderen deutschen Profivereine, wie es hier oft dargestellt wird. Alle Vereine haben mit den gleichen Problemen und Herausforderungen zu arbeiten und Fans für den einen mehr als Vorteil zu sehen als für den anderen ist reine Spekulation.


Warum willst du das denn nicht einsehen? Wir haben Jahrelang am Existenzminimum gelebt, wir haben kaum bis garkeine finanzielle Rücklagen gebildet. Nur mal zum vergleich. Hab jetzt grad nichts anderes gefunden aber wir hatten 2019 einen Jahresumsatz von 45 Mio (ca 4 Mio Überschuss, der FCB hatte im selben Jahr 750 Mio Jahresumsatz mit einem Überschuss von ca 52,5 Mio. Da sind dann alle laufenden Kosten die die Vereine haben abgezogen, das ist Geld was "übrig" ist und wovon man sich Rücklagen bilden kann. Natürlich vergleiche ich grade die 2 härtestens Extreme miteinander, aber in abgeschwächter Form kann man das auf viele andere Direktvergleiche anwenden. Ich sage bewusst nicht auf alle. Wenn du jedes Jahr schön sparsam bist und dir jeden Monat 100€ an die Seite legst für schlechte Zeiten, dann wirst du besser durch die Pandemie kommen, als wenn du bis auf den letzten Cent alles ausgibst und keine Reserven hast.

Zu der Sache mit den Fans nochmal: Klar, für unsere Jungs ist es was besonderes Bundesliga zu spielen. Aber was meinst du wie viel Bock die hätten, wie die darauf brennen würden vor der Süd zu stehen und einen Heimsieg zu feiern egal gegen wen?! Natürlich freut jede Mannschaft sich über den Support, aber bei unserer Geschichte, wo wir herkommen, dass niemand damit gerechnet hat, dass wir hochgehen, glaub mir es würde in uns mehr % freisetzen als bei vielen anderen Clubs (und auch hier sage ich bewusst wieder nicht ALLEN). Außerdem lässt sich das natürlich nur auf den Heimvorteil anwenden. Es ist doch auch bewiesen, dass diese Saison weniger Heimmanschaften die Punkte zu Hause behalten als sonst. Just saying.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Steinhaeger am 23.02.2021 um 17:16 Uhr bearbeitet
Fankultur in Bielefeld |#660
10.05.2021 - 22:01 Uhr
Wir sollten die Mannschaft am Samstag natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln in irgendeiner Weise unterstützen.

Vielleicht sogar mit Fan-Schals und Abstand unmittelbar an den umliegenden Straßen vorm Stadion.
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