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Die Kurve

16.08.2012 - 20:46 Uhr
Die Kurve |#591
01.10.2012 - 21:50 Uhr
Zitat von hansafan_micha:
Zitat von BarryBlueWhite:
Ich bin kein Fan von Pyro und Schmäh-Sing-Sang. Allerdings habe ich seit letztem Samstag ein Tick weit Verständnis, dass der eine oder andere auf die Süd zurück will. Es ist der Kartenpreis. Ich habe am Samstag 21 Euro für die Karte auf der Ost bezahlt sowie für 2 Pilsetten und ne Wurst nochmal 8,50. Das sind dann mal locker fluffig gute 30 Euro für 2 Stunden Hansa. Wenn man das mit dem allgemeinen Einkommensniveau in M/V kombiniert, dann kann man schon sehr nachdenklich werden...


was hat denn die karte auf der süd gekostet? habe da kein plan da ich ostgänger bin und würde mich mal interessieren


Laut FCH 13 bzw. 14 EUR.

http://www.fc-hansa.de/index.php?id=82

EDIT: mit JK (vermutlich) günstiger.

•     •     •

John Kenneth Galbraith: "Wenn man unbekannte Variablen miteinander kombiniert,
erhält man notwendigerweise ein Ergebnis, das keinerlei Aussagekraft besitzt."

Dieser Beitrag wurde zuletzt von BarryBlueWhite am 01.10.2012 um 21:54 Uhr bearbeitet
Die Kurve |#592
01.10.2012 - 22:25 Uhr
Zitat von Eisi_pro_HRO:
...
Du negierst ja eigentlich komplett die Fähigkeit zur Konsensfindung und ignorierst die Legitimation um eigene Rechte zu kämpfen. Was machen denn Berufs-/Religions-/Tierrechtsgruppen in Deutschland? Eben, genau dasselbe...


Mal im Ernst: Bist du wirklich der Meinung kann, soll und vor allem DARF das vergleichen?

Zitat von Eisi_pro_HRO:
Woher kommen meine Probleme mit dem DFB?
Das hat vielfältige Gründe. Zum einen sind Fans daran beteiligt, wenn sie pauschal gegen Stadionverbote durch den Verband agitieren, jedoch missachten, dass manche SVs absolut gerechtfertigt sind. Zum anderen sorgt der Verband mit seiner eigenen Trägheit dafür, dass er als fanfeindlich angesehen wird. Hier muss man aber auch klar sehen, dass die Selbstreflektion bei vielen progressiven Ultra-Gruppen eher vorhanden scheint als bei den Funktionären im Verband, die Selbstkritik selten nach außen tragen.


Natürlich kann und darf man Probleme mit dem DFB haben. Aber "fanfeindlich" nun doch defintiv nicht. "Ultrafeindlich" sicherlich - das liegt aber weniger am DFB als am Verhalten einiger (nicht aller) Gruppen. Grundsätzlich hat jeder Zugang zum Stadion. Jeder darf Laut sein, Fahnen und Transparente malen (solange die nicht offen beleidigend oder rassistisch sind) jeder darf hüpfen und auch sonst im Grunde alles tun. AUßER Pyrotechnik zünden, Prügeleien anzetteln, Innenstädte verwüsten, Bahnhöfe anzünden, Züge zerstören, andere Fangruppen überfallen, PKW und Busse auf der Autobahn abdrängen, Raketen in andere Fanblöcke schießen...
Und genau hier ist doch auch das Problem: Bei den "Verhandlungen" saßen eben nicht alle Gruppierungen in einem Boot - und ja, einige haben das offenbar boykottiert. Der Fehler ist hier einfach aus meiner Sicht, dass man den Leute die Hoffnung gegeben hat etwas zu bekommen, was defintiv nicht möglich ist und nie sein wird (Pyro im Block).
Selbstkritik bei Ultragruppen? Hab ich z.B. bei uns bisher noch NIE gesehen, gehört und vernommen.

Zitat von Eisi_pro_HRO:
Woher kommen die Strafzahlungen durch den DFB?
Von dessen Ermittlungsausschuss ;) Thema Pyro: Wenn ich gegen die Kriminalisierung von Pyrotechnik in der deutschen Fankultur agiere, dann ist es doch nur klar, dass gegen Gesetze verstoßen wird. Zumal der Verband in den Vereinen zumeist den völlig falschen Empfänger der Strafen ausmacht. Aber wie bereits erwähnt: Der DFB wird einen Teufel tun seine größte Einnahmequelle abzustoßen.


Größte Einnahmequelle is doch Quark... Ansonsten bin ich bei dir. Mit der Politik das Ganze einfach in ein Gesetz gießen und fertig. Dann ermittelt direkt Polizei und Staatsanwalt und der DFB ist fein raus. Das mit dem Pyroquark hat ja mittlerweile auch bei anderen Veranstaltungen zugenommen - somit wäre es nicht nur für den Fußball interessant.

Zitat von Eisi_pro_HRO:
Geisterspiel? Absolut falsche Strafe. Wenn man sagt, dass ein Tribünenwechsel das Problem der Gewaltbereitschaft nicht löst, dann tut dies ein Geisterspiel ebenso wenig. Oder hast du eine Sensibilisierung des Rostocker Publikums gegenüber Gewalttätern in der Fanszene ausgemacht?


Hier Widerspreche ich energisch: Schon während der Vorfälle gegen Pauli war mir klar, dass es ein Geisterspiel geben wird. Eher Zwei... Und ehrlich? So asozial wie sich bestimmt 30-40% des Publikums in dem Moment benommen hat habe ich mich geschämt. Wirklich tief geschämt - für die Leute um mich rum, für den Verein. Dazu kam, dass viel zu wenig ihren Mund gegen diese gesammelte Dummheit aufgemacht haben - obwohl sie es problemlos hätten können (auf Nord, Ost und West). Nein - für mich war diese Strafe für UNS absolut notwendig und ist imo sogar ein Spiel zu niedrig ausgefallen. Im Übrigen auch hier: Keinerlei Kommentar der "Szene" - warum auch, man ist doch stolz drauf!
Die Kurve |#593
01.10.2012 - 23:46 Uhr
Zitat von Forever_Hansa:
Mal im Ernst: Bist du wirklich der Meinung kann, soll und vor allem DARF das vergleichen?

Ja, natürlich kann man das vergleichen. Es geht hier um Interessenvertretungen. Ich weiß nicht, warum du diesen Vergleich infrage stellst, vermute allerdings, dass du die Themen der Beispielgruppen als ernsthafter wertest, was natürlich die gesamte Diskussion ad adsurdum führen würde.


Zitat von Forever_Hansa:
Natürlich kann und darf man Probleme mit dem DFB haben. Aber "fanfeindlich" nun doch defintiv nicht. "Ultrafeindlich" sicherlich - das liegt aber weniger am DFB als am Verhalten einiger (nicht aller) Gruppen. Grundsätzlich hat jeder Zugang zum Stadion. Jeder darf Laut sein, Fahnen und Transparente malen (solange die nicht offen beleidigend oder rassistisch sind) jeder darf hüpfen und auch sonst im Grunde alles tun. AUßER Pyrotechnik zünden, Prügeleien anzetteln, Innenstädte verwüsten, Bahnhöfe anzünden, Züge zerstören, andere Fangruppen überfallen, PKW und Busse auf der Autobahn abdrängen, Raketen in andere Fanblöcke schießen...
Und genau hier ist doch auch das Problem: Bei den "Verhandlungen" saßen eben nicht alle Gruppierungen in einem Boot - und ja, einige haben das offenbar boykottiert. Der Fehler ist hier einfach aus meiner Sicht, dass man den Leute die Hoffnung gegeben hat etwas zu bekommen, was defintiv nicht möglich ist und nie sein wird (Pyro im Block).
Selbstkritik bei Ultragruppen? Hab ich z.B. bei uns bisher noch NIE gesehen, gehört und vernommen.

Ultras sind eine Subkultur, die mittlerweile seit ca. zwei Jahrzehnten tief in der deutschen Fankultur verwurzelt ist. Zu sagen, dass diese nicht dorthin gehören und mit diesen nicht diskutiert wird, weil sie nicht in das Bild des vom DFB gewünschten 08/15-Fans gehören, wäre ein Affront gegen einen großen und den wohl auch aktivsten Teil der Fankultur im Fußball. Etwas anderes macht der Verband mit seiner Einstellung nicht.
Warum setzt du Verhandlungen in Anführungsstriche? Du scheinst diese wenig bis nicht verfolgt zu haben, da du die anfängliche Verhandlungsbereitschaft des Verbandes als einen Fehler betrachtest und die Möglichkeit von Pyro in Stadien komplett ausschließt. Erst später (nach dem Wechsel des verantwortlichen DFB-Funktionärs) wurden die bisherigen positiven/negativen Sicherheitsgutachten, Verhandlungsergebnisse und Positionsbestimmungen nutzlos.
Das ist kein Angriff, aber beschäftige dich mal mit der Thematik.
Was sollen diese No-Go-Beispiele? Ultras sind nicht automatisch irgendwelche hirnverbrannten Kategorie C-ler ganz ohne Rechtsgedanken und Moral. Das Zünden von Pyrotechnik, welches zweifelsfrei gegen geltendes Recht verstößt, sollte auch zeigen, dass das ohne Gefahr funktionieren kann und dass die Kriminalisierung von Pyrotechnik dessen Einsatz nicht verhindern wird.
Zur Selbstkritik: In letzter Zeit fallen mir da die ACUler aus Aachen (ihr eigenes Verhalten gegenüber Rechtsradikalen), Unity aus Dortmund (Verhalten gegenüber homophoben Äußerungen) und Recaille Verte aus Bremen ein, die sich kritisch mit bestimmten Aktionen oder Verhaltensweisen in der eigenen Fanszene auseinandergesetzt hatten.


Zitat von Forever_Hansa:
Hier Widerspreche ich energisch: Schon während der Vorfälle gegen Pauli war mir klar, dass es ein Geisterspiel geben wird. Eher Zwei... Und ehrlich? So asozial wie sich bestimmt 30-40% des Publikums in dem Moment benommen hat habe ich mich geschämt. Wirklich tief geschämt - für die Leute um mich rum, für den Verein. Dazu kam, dass viel zu wenig ihren Mund gegen diese gesammelte Dummheit aufgemacht haben - obwohl sie es problemlos hätten können (auf Nord, Ost und West). Nein - für mich war diese Strafe für UNS absolut notwendig und ist imo sogar ein Spiel zu niedrig ausgefallen. Im Übrigen auch hier: Keinerlei Kommentar der "Szene" - warum auch, man ist doch stolz drauf!

Beantworte doch mal meine Frage - hast du Veränderungen in der Sensibilität des Rostocker Publikums gegenüber Gewalttätern gespürt? Ich kann sie für meinen Teil schon beantworten: Leider nein, wie ich nach dem Spiel gegen den FCK vor der Nordtribüne erleben durfte.
Die Fanszene hatte sich geäußert - sie bedauerte die Vorfälle und gestand Fehler ein. Akzeptierte anfangs sogar die Schließung der Süd. Ob da auch nur ein Funken Ehrlichkeit drinsteckt, muss jeder für sich selbst beurteilen. Rostock ist leider eine Sache für sich.

•     •     •

Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,
wo de geele Ginster bleuht in´n Dünensand.
Wo de Möwen schriegen, grell in´t Stormgebrus,
da is mine Heimat, da bün ick tau Hus!

Wohen sall denn de´ Reis nu gaan? Wohen, ja wohen ja wohen?
Dorhen wo eis söben Dore hemm´m staan! Dorhen, ja dorhen!

Geh mich ausm Wech oder ich schneid dir durch!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Eisi_pro_HRO am 01.10.2012 um 23:46 Uhr bearbeitet
Die Kurve |#594
02.10.2012 - 00:38 Uhr
@penny:
Das ist wohl wahr.
Ich bin auch niemand, der das Handeln von Ultras blindlings verteidigt. Das Gleiche gilt für Pyrotechnik. Eine kritische Auseinandersetzung bemühe ich bei fast jeder Aktion - auch bei den "Fick dich DFB"-Plakaten, deren konstruktiven Mehrwert ich ebenso wie Forever anzweifele. Genauso gut müssen sich Ultras die Frage gefallen lassen, ob bestimmte Aktionen, die Strafzahlungen des Vereins nach sich ziehen, denn im Interesse derjenigen ist, die eigentlich für sich in Anspruch nehmen _ihren_ Verein bis aufs Blut zu verteidigen. Bei uns in HRO ist das Ganze dann nochmal etwas kritischer, wenn man die aktuelle Finanzsituation betrachtet und umso unverständlicher, wenn man gleich noch 'ne hohe Zündfrequenz an den Tag legt.

Mit den ganzen XYs hast du Recht, aber eine Krähe pickt der anderen bekanntlich kein Auge aus. ;)

P.S. Grüß dich - haben ja schon länger nicht mehr geschrieben ;)

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Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,
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Wohen sall denn de´ Reis nu gaan? Wohen, ja wohen ja wohen?
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Die Kurve |#595
02.10.2012 - 08:08 Uhr
Hallo zusammen,

also ich muss mal so blöd fragen. Warum fordert man eigentlich die ganze Zeit "Vorstand raus"? der BH ist an allem Schuld (Schließung der Südtribüne).

also aus meiner Sicht sind die wahren Schuldigen an der Schließung der Süd unsere ...."Fan" und unser Innenminister Lorenz Caffier.

http://www.ln-online.de/lokales/nordwestmecklenburg/3305426


als Lösung des Pyroproblems könnte ich mir gut Vorstellen einen Block komplett mit PVC-Wänden einzufassen alle Leute die "knallen" wollen rein und fertig. soll jeder selber entscheiden ob ein Rauchabzug rein soll oder nicht. :D
Die Kurve |#596
02.10.2012 - 09:25 Uhr
Ich hatte letztens mit meiner Mutter, die zu Besuch in Halle war, ein Gespräch darüber, warum Hallenser Fans und Hallenser Jugendliche im Allgemeinen so aggressiv und zerstörungswillig sind.
Die Antwort war für mich, dass die Perspektivlosigkeit des Alltags gepaart mit der absoluten Gefahrenlosigkeit der Strafen das Problem packt.
Gegen die Perspektivlosigkeit kann man momentan nicht viel machen, aber die Strafen sind momentan immer die gleichen: Geldstrafen für den Verein, bei denen in 90% der Fälle der Täter nichts von mitbekommt, Stadionverbote mit damit verbundenem Heldenstatus und eventuell sogar Solidaritätsplakaten während des Spiels, Ausschlüsse des Vereins, wie die Schließung der Süd, gegen die es sich ganz hervorragend protestieren und meckern lässt. Meckern ist allgemein 'ne schöne Alternative, wenn man keine Perspektive in seiner persönlichen Zukunft sieht.

Allerdings sieht es ja auf der "Straße" nicht anders aus. Knaststrafen dienen zum Teil nicht mehr sonderlich zur Abschreckung, sondern sind draußen eher Stoff für knallharte Geschichten.

Es ist aber auch ein Selbstverständnis in anderen Städten wie zB in Großbritannien, dass in der, nachweislich "gefährlichsten Stadt Europas", der "Stadt der Morde" und der "Stadt der Messer" Glasgow, zwar Jugendliche auf den Straßen ihrer Wut freien Lauf lassen, IM Stadion aber keinerlei großartige Straftaten passieren. Weder bei Celtic, noch bei den Rangers, noch bei irgendeinem der kleineren Vereine. Der Respekt, der auf der Straße vor allem vor dem Leben anderer fehlt, ist wenigstens im Stadion, vor dem Verein zu finden. Überhaupt scheint man sich zu wundern, ob Respekt den Deutschen völlig abgegangen ist?

Am Ende schaut man sich die Möglichkeiten an: Personalisierte Tickets? Fankarten? Sitzplatzarenen? Alles greift nicht das Problem an, sondern verlagert es an andere Orte. Ob der FCH im Jahr 10.000€ Strafen zahlen muss oder durch sinkende Einnahmen im Stadion durch Fanartikel, Eintrittskarten (vor allem durch Gäste aus Skandinavien oder andere Urlauber) und Gastro 10.000€ weniger erwirtschaftet ist im Grunde egal.

•     •     •

Im Osten geht die Sonne auf und spiegelt sich im Meer.

DuGamlaDuFria, est. 2006
Die Kurve |#597
02.10.2012 - 09:29 Uhr
Zitat von Eisi_pro_HRO:
Zitat von Forever_Hansa:
Mal im Ernst: Bist du wirklich der Meinung kann, soll und vor allem DARF das vergleichen?

Ja, natürlich kann man das vergleichen. Es geht hier um Interessenvertretungen. Ich weiß nicht, warum du diesen Vergleich infrage stellst, vermute allerdings, dass du die Themen der Beispielgruppen als ernsthafter wertest, was natürlich die gesamte Diskussion ad adsurdum führen würde.
.


Ja, ich bewerte die oben genannten Gruppen für mich ernsthafter und wesentlich mehr Gewicht. Auch von Atomkraftgegnern, 68igern, Tierschützern oder Gewerkschaften kamen/kommen durchaus unangenehme Aktionen - allerdings gewichte ich den oft selbstlosen Kampf für gesellschaftliche Themen oder Minderheiten wesentlich höher als eine Aktion "Pro Pyro" im Block. Warum das die Diskussion ad absurdum führen sollte weiß ich allerdings nicht...



Zitat von Eisi_pro_HRO:
Ultras sind eine Subkultur, die mittlerweile seit ca. zwei Jahrzehnten tief in der deutschen Fankultur verwurzelt ist. Zu sagen, dass diese nicht dorthin gehören und mit diesen nicht diskutiert wird, weil sie nicht in das Bild des vom DFB gewünschten 08/15-Fans gehören, wäre ein Affront gegen einen großen und den wohl auch aktivsten Teil der Fankultur im Fußball. Etwas anderes macht der Verband mit seiner Einstellung nicht..


08/15-Fans? Also alles was nicht Ultra ist ist 08/15-Fan? Dem DFB ist doch egal was Fans denken/machen oder wie sie aussehen. Der DFB will nur eines: Keine Gewalt und Fußballfans die sich benehmen wie Menschen. Genau das ist aber, und das wurde oft genug sichtbar, offenbar nicht das Ziel. Man will als Mob durch die Lande ziehen - ok soweit, find ich auch gut. Dass es hier, schön von der Menge geschützt, immer wieder zu Ausschreitungen ist aber auch leider häufig mittlerweile. Genau hier habe ich auch nicht das Gefühl, dass man sich in irgendeiner Form selbstreflektiert. Die Bilder von Nestved z.B. wurden danach noch stolz auf suptras.de ins Netz gestellt.

Meiner Meinung nach hat jede Fangruppe ausreichend Freiheiten um sich als Subkultur absolut frei ausleben zu können - im Rahmen der gesetzlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten. Das man sich selbst gerne als Opfer hinstellt glaubt doch letztlich auch nur derjenige, der nie mit dem Mob unterwegs war...

Dass mit Ultras nicht diskutiert und kommuniziert wird ist doch auch falsch - es gibt Kommunikation über Vereine, Fanprojekte und in gewissem Maße auch mit dem DFB. Woher kommen denn die ganzen Freiheiten und Sonderrechte, die viele Ultragruppierungen haben/hatten? Mit dem DFB sind die Schnittstellen natürlich fast auf 0 geschrumpft - über was soll man mit dem DFB den reden, wo der eigene Verein kein Ansprechpartner wäre?


Zitat von Eisi_pro_HRO:
Warum setzt du Verhandlungen in Anführungsstriche?


Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung - aber ich habe nie geglaubt, dass man da irgendwie auf einen Nenner kommen will. Der DFB will/muss über seine Regularien sicherstellen, dass die ausrichtenden Vereine die Sicherheit im Stadion sicherstellen. Klar könnte man Pyrozonen einrichten, in denen ausgebildete Feuerwerker das eine oder andere zünden. Aber ehrlich: Das wollte doch so niemand. Es gibt klare Statements: Man will Pyro im Block! Pyro im Block wird es niemals offiziell geben (auch das war klar) - ergo: Die ganze Verhandlung war unsinnig, da man von vornherein gewußt haben könnte, dass man nie zusammenkommen wird. Ein weiterer problematischer Punkt: Das letzte Wort hätten die Vereine über ihre baulichen Gegebenheiten und die Hausordnung gehabt. Auswärts zünden? Wo denn das bitte?


Zitat von Eisi_pro_HRO:
Was sollen diese No-Go-Beispiele? Ultras sind nicht automatisch irgendwelche hirnverbrannten Kategorie C-ler ganz ohne Rechtsgedanken und Moral.


Ja, sie sind es nicht automatisch. Aber oben genannte Beispiele kommen nunmal aus Ultrakreisen - und soweit ich weiß hat es bei diesen keine Selbstreinigung gegeben. Die Jungs haben für sich den Anspruch der Verein und etwas besseres zu sein - dann sollen sie auch vorran gehen und Flagge zeigen! Wenn was passiert ist wills nie jemand gewesen sein. Natürlich musste/konnte man ja auch nichts machen... Komisch, wenn es darum geht megachoreos zu bauen, 3000 Leute im Block beim Gesang zu dirigieren oder dem Verein mit irgendwelchen Tribünenhoppingaktionen ans Bein zu pinkeln, dann gehts auf einmal.

Im Grunde ist es ganz einfach: Mit oben genannten Aktionen (und vielen vielen kleineren Geschichten) hat man sich den Ruf verdientermaßen angeeignet. Man hatte genug Schüsse vor den Bug - immer wieder hat man es nicht im Ansatz geschafft sich zu benehmen. Und hier auch wieder meine eigene Meinung: Durch die vielen Vorfälle in den letzten 2-3 Jahren hat man sich nicht gerade als vertrauenswürdiger Gesprächspartner hervorgetan.

Zitat von Eisi_pro_HRO:
Beantworte doch mal meine Frage - hast du Veränderungen in der Sensibilität des Rostocker Publikums gegenüber Gewalttätern gespürt? Ich kann sie für meinen Teil schon beantworten: Leider nein, wie ich nach dem Spiel gegen den FCK vor der Nordtribüne erleben durfte.
Die Fanszene hatte sich geäußert - sie bedauerte die Vorfälle und gestand Fehler ein. Akzeptierte anfangs sogar die Schließung der Süd. Ob da auch nur ein Funken Ehrlichkeit drinsteckt, muss jeder für sich selbst beurteilen. Rostock ist leider eine Sache für sich.


Ich weiß es leider nicht. Unser Block ist relativ eingefahren - so ziemlich jeder, der gegen Pauli die Chaoten angefeuert hat, war neu und Eventfan. "Unsere Leute" (also der Großteil der 1/2) waren ähnlich entsetzt wie ich. Grundsätzlich gibt es aber in meinem Umfeld fast nur Leute, die ähnlich denken wie ich und Gewalttäter ablehnen. Pyro finde ich ja selbst auch mal sehenswert - was halle da in den Block gezaubert hat war schon schön anzusehen. Allerdings möchte ich da nicht dazwischenstehen und was meinen Verein angeht: Bei uns kann jeder größere Pyrovorfall das Ende des Vereins bedeuten! Dass einige trotzdem weitermachen lässt mich daran zweifeln, dass dieses wirkliche Fans sind...
Die Kurve |#598
02.10.2012 - 09:42 Uhr
Zitat von DuGamlaDuFria:
Ich hatte letztens mit meiner Mutter, die zu Besuch in Halle war, ein Gespräch darüber, warum Hallenser Fans und Hallenser Jugendliche im Allgemeinen so aggressiv und zerstörungswillig sind. Die Antwort war für mich, dass die Perspektivlosigkeit des Alltags

Ich glaub, dass brauch man nicht nur auf Halle beziehen. Das ist überall so. http://www.youtube.com/watch?v=3-Oe1XzxCw8

Zitat von DuGamlaDuFria:

Gegen die Perspektivlosigkeit kann man momentan nicht viel machen


Solang das so ist, wird sich die Gesamtsituation auch nicht verbessern.

Zitat von DuGamlaDuFria:

Es ist aber auch ein Selbstverständnis in anderen Städten wie zB in Großbritannien, dass in der, nachweislich "gefährlichsten Stadt Europas", der "Stadt der Morde" und der "Stadt der Messer" Glasgow, zwar Jugendliche auf den Straßen ihrer Wut freien Lauf lassen, IM Stadion aber keinerlei großartige Straftaten passieren. Weder bei Celtic, noch bei den Rangers, noch bei irgendeinem der kleineren Vereine. Der Respekt, der auf der Straße vor allem vor dem Leben anderer fehlt, ist wenigstens im Stadion, vor dem Verein zu finden. Überhaupt scheint man sich zu wundern, ob Respekt den Deutschen völlig abgegangen ist?


Das macht es ja nun nicht wirklich besser.
Die Kurve |#599
02.10.2012 - 10:40 Uhr
Zitat von DuGamlaDuFria:
Es ist aber auch ein Selbstverständnis in anderen Städten wie zB in Großbritannien, dass in der, nachweislich "gefährlichsten Stadt Europas", der "Stadt der Morde" und der "Stadt der Messer" Glasgow, zwar Jugendliche auf den Straßen ihrer Wut freien Lauf lassen, IM Stadion aber keinerlei großartige Straftaten passieren. Weder bei Celtic, noch bei den Rangers, noch bei irgendeinem der kleineren Vereine. Der Respekt, der auf der Straße vor allem vor dem Leben anderer fehlt, ist wenigstens im Stadion, vor dem Verein zu finden. Überhaupt scheint man sich zu wundern, ob Respekt den Deutschen völlig abgegangen ist?


Also das in England in den Stadien nichts passiert liegt doch auch an den hohen Eintrittspreisen und an der Sicherheitsüberwachung. Das war doch in England auch nicht immer so.
Oder sind in den niedrigen Ligen dort auch keine Straftaten zu verzeichnen?

•     •     •

[quote=Camaro626]Der IQ der gesamten Süd mal wieder geringer als die Außentemperatur. Ekelhafte Selbstdarsteller[/quote]
Die Kurve |#600
02.10.2012 - 12:53 Uhr
Zitat von DuGamlaDuFria:
Die Antwort war für mich, dass die Perspektivlosigkeit des Alltags gepaart mit der absoluten Gefahrenlosigkeit der Strafen das Problem packt.


Ehrlich? Ich kann das Argument mit der Perspektivlosigkeit nicht mehr hören... Wer keine Perspektive will der kriegt auch keine - wenn das Jugendliche in Spanien sagen kann ich das verstehen - hier in Deutschland gibt es ein Paar, die aufgrund von Erziehung und Elternhaus wirklich schlechte Karten haben. Der Rest hat Perspektive - wenn man nur will.
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