Dank Harnik: Dassendorf hofft auf Mini-Wunder – „Wollen drei geile Aufstiegsspiele haben“
Absichtliches Abschenken? Ein Vorwurf, der vielerorts laut wurde – nachdem die TuS Dassendorf das Heimspiel gegen TuRa Harksheide recht sang- und klanglos mit 0:1 verlor. Eine Unterstellung, die Özden Kocadal so nicht auf sich und vor allem auf seinem Team sitzen lassen wollte. „Wenn man von draußen draufguckt, dann ist es schnell so, dass Menschen urteilen, die die Kabine und die Charaktere nicht kennen. Ich lasse es einfach nicht zu, dass Leute sagen, dass die Mannschaft nicht wollte“, betonte der Chefcoach der „Wendelwegler“ – und führte aus: „Es war eher so, dass das auf dem Platz einfach total schwierig war. TuRa hat das sehr, sehr gut gemacht. Und dann sind solche Spiele leider immer mal dabei. Man hätte einfach mehr Zeit miteinander gebraucht, um solche Phasen gemeinsam zu erleben und in der Zukunft einfach zu wissen: Wenn sowas passiert, dann ist das der Plan B und das der Plan C. Und was man auch einfach nicht vergessen darf: Fußball ist der schwerste Mannschaftssport der Welt. Es ist super schwierig, Tore zu erzielen. Und sehr einfach, Tore zu verteidigen.“ Aber: „Die Jungs waren bei der Ehre gepackt und haben das gut in positive Energie umgemünzt.“
Denn keine Woche später hatte man „eine Mannschaft als Gegner, die mitgespielt hat. Wir hatten viel mehr Räume – und konnten somit einfach ein ganz anderes Spiel aufziehen.“ Damit sprach Kocadal auf das ultimative Spitzenspiel im Kampf um die Regionalliga-Aufstiegsrunde an. Sowohl seine TuS als auch der Eimsbütteler TV haben aus der Oberliga Hamburg gemeldet. Nun kam es im direkten Duell zum Showdown (alle Highlights im LIVE-Ticker zum Nachlesen), das noch mehr Brisanz mit sich gebracht hätte, wenn Dassendorf eben nicht gegen TuRa geplatzt hätte. „Ich habe das Spiel letzte Woche nicht so schlecht gesehen“, sprang auch Martin Harnik in eine ähnliche Kerbe wie sein Trainer. „Es stimmt, dass uns die zwingenden Möglichkeiten gefehlt haben. Aber wir waren sehr dominant, haben es nur verpasst, diesen letzten Ball zu spielen oder über die Linie zu bringen. Keine Frage, das waren verschenkte drei Punkte. Aber wir haben in dieser Saison schon viel zu viele Spiele hergeschenkt – nicht nur letzte Woche. Da müssen wir an uns selbst appellieren“, nahm er seine Equipe in die Pflicht. Aber auch sich selbst.

Mit dem absoluten Torriecher: Martin Harnik (li.) spritzt dazwischen und bestraft den Fehler von Tom Politz zur TuS-Führung. Foto: noveski.com
"Wir leben noch - das haben wir heute gezeigt"
Nach seinem Muskelfaserriss kehrte er – mit nur einer einzigen Trainingseinheit – in die Startelf zurück. Und „als das Geschenk da lag, haben wir zugestochen“, sorgte der Ex-Profi höchstselbst für den Unterschied vor gut 1.000 Zuschauern am „Loki“ – und das mit Ansage: „Wir wollten sie in diese Zone reinlocken und haben witzigerweise in der Halbzeit genau das angesprochen, dass sie diesen Ball ins Zentrum spielen sollen und wir dann versuchen, dort ranzukommen“, spekulierte Harnik in der 53. Spielminute goldrichtig, als der ETV über Keeper Abou Fofana hinten kurz rausspielen wollte, Tom Politz der erste Kontakt allerdings komplett misslang, der Goalgetter dazwischen spritzte und „dann nur noch die Fußspitze reinhalten musste. Das sind die schönsten Tore“, strahlte der Mann, der allein mit seiner Aura für eine ganz andere Präsenz auf dem Platz sorgte. „Heute haben wir gezeigt, dass wir doch wollen“, erstickten Harnik und Co. sämtliche Gerüchte im Keime. „Diese Mannschaft hat einfach Bock, wir leben noch – und das haben wir heute gezeigt!“

Noch immer voller Ehrgeiz: Martin Harnik schreit seine Freude nach seinem wichtigen Treffer heraus. Foto: noveski.com
Braun bringt Kocadal zur Weißglut - und bekommt ein großes Lob
Man sei nicht nur „in die Krämpfe gekommen“, sondern „darüber hinaus gegangen. Wir haben uns das wirklich erarbeitet“, verpassten es seine Mannen, in eben jener Phase die Partie vorzeitig zu entscheiden – trotz diverser Möglichkeiten. „In der zweiten Halbzeit haben wir sehr große Teile – zumindest bis zur 70., 75. Minute – bestimmt, phasenweise auch guten Fußball gespielt und uns auch sehr viele Torchancen rausgespielt. Ich hätte mir gewünscht, dass es hintenraus nicht so eng wird“, musste Kocadal bis zum Schluss zittern, da die Kräfte nachließen. „Dafür haben die Jungs das famos gemacht und hintenraus sehr gut verteidigt.“ Auch dank Keeper Tobias Braun, „der mich auf der einen Seite in den Phasen, wo wir den Ball hatten, zur Weißglut gebracht hat. Auf der anderen Seite hat er uns einfach auch im Spiel gehalten – da muss ich ein sehr großes Lob aussprechen“, vereitelte der „Oldie“ zwischen den Pfosten gegen Lamin Beuck, der nach seiner Einwechslung kaum zu halten war, gleich zweimal glänzend den Ausgleich (72., 84.).

Michael Kobert setzte diesen Kopfball an die Latte! Foto: noveski.com
"Beide Teams hatten keine Lust, den ersten Fehler zu begehen"
Aber ansonsten habe man „einen sehr starken Gegner sehr lange und sehr oft von unserem Tor ferngehalten“, befand etwa Harnik. „Trotzdem haben sie natürlich die Qualität, um auch immer wieder gefährlich zu sein.“ Auch Kocadal konstatierte: „Die erste Halbzeit hat mit leichtem Oberwasser für den ETV begonnen. Wir haben so ein bisschen gebraucht, um uns auf deren Exit-Strategie mit Max Mbodje einzustellen. Das haben wir dann aber richtig, richtig gut hinbekommen“, würde er die ersten 45 Minuten „unter der Überschrift ‚Herantasten‘ abhaken“, wie er erklärte. „Beide Teams hatten keine Lust, den ersten Fehler zu begehen und waren sehr vorsichtig. In Ballbesitz hat es uns so ein bisschen an Durchschlagskraft gefehlt“, änderte sich das jedoch mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Nathanael Kukanda und der Umstellung von Mattia Maggio auf die linke Seite. „Dann flogen die Bälle endlich rein – und man hat gesehen, was das ausmacht, wenn wir die Bälle mal in die Box bringen.“

Toralf Hense (re.) verfehlt das kurze Eck knapp. Foto: noveski.com
"Gleicher Fehler wie im Hinspiel"
Und am Ende war auch ETV-Trainer Can Schultz „klar, dass solche Topspiele auf des Messers Schneide entschieden werden“, beglückwünschte er „Dassendorf zu einem auch nicht unverdienten Sieg“ – und meinte: „Vielleicht hätten dem Spiel fünf Grad weniger für die Qualität gutgetan“, kam der plötzliche Wetterumschwung mit über 25 Grad erschwerend hinzu. „Du hast ja gar keine Chance, irgendeine Emotionalität aufzubauen, wenn du schon in der ersten Minute am Leiden bist. Das ging ja beiden Mannschaften so, dass teilweise Kraft und Power gefehlt haben. Wir haben den einen Fehler mehr gemacht. Leider den gleichen Fehler wie im Hinspiel. Das geht also auf meine Kappe. Ich habe meine Mannschaft nicht entwickelt“, versah er jene Aussage mit einem Augenzwinkern. „Aber wir können stolz auf uns sein, dass wir das heute über unsere Reise zu einem Topspiel gemacht haben, dass so viele Zuschauer da waren und sich das Spiel angucken wollten. Das haben wir uns erarbeitet und ist nicht einfach nur darauf zurückzuführen, weil man gegen Dassendorf gespielt hat, sondern weil wir im letzten halben Jahr so fleißig waren und so Gas gegeben haben, dass das Spiel heute zu einem Topspiel wurde. Jetzt machen wir weiter, dass wir uns noch ein paar mehr Topspiele erarbeiten.“

In den Farben getrennt, in der Hilfe vereint: Abdul Alassani (re.) mit Support für Marvin Büyüksakarya. Foto: noveski.com
"Dass wir den Atem spüren, ist doch eine gute Sache"
Die Niederlage werde seinen ETV nicht aus der Bahn werfen. Zwar ist Dassendorf bis auf fünf Punkte an die Eimsbütteler herangerückt und hat auch noch ein Spiel mehr in der Hinterhand – aber die Mannen vom „Loki“ haben weiterhin alles in der eigenen Hand. „Dass wir Atem spüren dürfen und so lange in den Köpfen der beiden Teams drin stecken, das ist doch eine gute Sache. Ich finde, dass wir da im Vergleich nichts zu verlieren haben. Wir trainieren und geben Gas – und dann schauen wir mal, was dabei am Ende herumkommt“, sind Schultz‘ Schützlinge der Aufstiegsrunde immer noch näher.

Martin Harnik mit der Chance auf das 2:0 - Außennetz. Foto: noveski.com
"Müssen auf ein kleines Wunder hoffen"
Aber: „Wir wollen jetzt unseren Job machen und hoffen natürlich, dass der ETV uns nochmal einen Gefallen tut, weil wir mit dieser Mannschaft auf jeden Fall noch drei geile Aufstiegsspiele haben wollen!“, gab Harnik die klare Marschroute aus. Während Kocadal abschließend zu Protokoll gab: „Wir haben noch drei Spiele, die wir erstmal selbst gewinnen müssen. Es wird nicht leichter – egal, wie die Gegner heißen. Das sind Teams, die noch gegen den Abstieg spielen. Und auf der anderen Seite ist es leider so, dass wir uns durch die Niederlage dorthin gebracht haben, dass wir es nicht mehr in der eigenen Hand haben. Das heißt: Wir müssen auf ein kleines Wunder hoffen, dass diese richtig gute Eimsbütteler Mannschaft noch einmal Federn lässt.“
Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.
Letzte Beiträge Newsforum
- Geb./Alter:
- 10.06.1987 (39)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- HT 16 Hamburg
- Vertrag bis:
- -
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- -
- Geb./Alter:
- 11.12.2004 (21)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Eimsbütteler TV
- Vertrag bis:
- 30.06.2027
- Position:
- Rechtsaußen
- Marktwert:
- -
- Geb./Alter:
- 02.04.2006 (20)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Eimsbütteler TV
- Vertrag bis:
- 30.06.2027
- Position:
- Zentrales Mittelfeld
- Marktwert:
- -
- Geb./Alter:
- 27.01.1984 (42)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Eintracht Norderstedt
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Im Amt seit:
- 01.07.2026
- Geb./Alter:
- 09.08.1995 (31)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Eimsbütteler TV
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Vertrag bis:
- 30.06.2027
- Im Amt seit:
- 01.07.2024
- Gesamtmarktwert:
- 175 Tsd. €
- Wettbewerb:
- Regionalliga Nord
- Tabellenstand:
- 13.
- Trainer:
- Can Schultz
- Kadergröße:
- 34
- Letzter Transfer:
- Gabriel Michalek
- Gesamtmarktwert:
- -
- Wettbewerb:
- Oberliga Hamburg
- Tabellenstand:
- 2.
- Trainer:
- Oliver Zapel
- Kadergröße:
- 25
- Letzter Transfer:
- Max Düwel








